Sprechstunde Weltschmerz
Drei Deutsche in Chicago. Der Versuch eines Gesprächs. Über Zugehörigkeit, Frausein in einer Männerwelt, Wut, Kulturclash und das Leben im Dazwischen. Zwischen Alltag, Haltung und latentem Crash-out – schließlich leben sie schon rein geographisch mitten im Epizentrum des Weltschmerzes.
Und dann sind da auch noch (tendenziell etwas zu viele) Kinder, die das Stresslevel zuverlässig erhöhen. Wie man dabei nicht komplett durchdreht? Keine Ahnung – ambitioniert wäre schon, es halbwegs würdevoll zu schaffen. Mal klug, mal lustig, meist keins von beidem. Aber stets bemüht, Widersprüche auszuhalten.
Sprechstunde Weltschmerz
USA250. Flagge hängt schon. #3
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OMG, it's so historic! Die USA werden 250.
Also zumindest der Staat.
Der Kontinent war übrigens vorher schon da. Die Menschen darauf auch BTW.
Wir fragen uns: Wer genau ist zu der Feier denn eingeladen?
Gefeiert wurden am 4. Juli 2026 ja nicht 250 Jahre Amerika, sondern 250 Jahre seit dem Brexit 1.0: 13 britische Kolonien erklären sich für unabhängig, einfach mal so. Kein Bock mehr auf London. Man schreibt Freiheit, Gleichheit und das Streben nach Glück auf ein Blatt Papier – und gründet anschließend einen Staat, in dem diese Rechte zunächst erstaunlich selektiv verteilt werden. Ist der 4.Juli 1776 für die Einen die Geburtsstunde der grenzenlosen Freiheit, so markiert er für die Anderen genau deren Ende.
Und trotzdem hängen natürlich überall Flaggen.
Vielleicht ist das ohnehin das amerikanischste Bild dieses Jubiläums:
Flagge hängt schon. Das Gesundheitssystem ist noch in Boxen.
Die Infrastruktur befindet sich in einem historisch gewachsenen Beta-Test.
Die USA wirken auf uns manchmal wie eine Weltmacht, die noch nicht ganz fertig eingezogen ist. Monumental und provisorisch zugleich. Fünfspuriger Highway, aber kein Bürgersteig. Und nach 150 Kilometern Interstate könnte man sich aus den herumliegenden Autoteilen vermutlich einen ganz passablen Honda Civic zusammenschrauben.
Wir reden über:
– warum Amerika saualt, die USA aber verdammt jung sind. 250 Jahre…seriously? Jede f***ing Eiche ist älter
– Freiheit (Spoiler: im Land of the Free ist gar nicht jede/r soooo free), Gründungsmythen und die Frage, wer in diesen Mythen eigentlich vorkommt
– Amerikanischen Patriotismus und das Bedürfnis nach Zugehörigkeit, Ritualen und Tradition
– die USA zwischen Weltmacht, Baustelle und noch nicht vollständig eingerichtetem Wohnzimmer
– und die Frage, wie weit man in 250 Jahren gekommen wäre, wenn bei der Staatsgründung eine deutsche Behörde beteiligt gewesen wäre (Spoiler: Die Unabhängigkeitserklärung läge noch zur Prüfung vor. Beglaubigte Kopie fehlt.)
Eine Folge über einen sehr jungen Staat mit einem sehr großen Selbstbild. Über Freiheit als Versprechen, mitgebrachte Traditionen und die erstaunliche Fähigkeit, einen ganzen Staat zu improvisieren.
Happy Birthday, Du monumentales Provisorium. Die Flagge hängt schon.
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Flagge hängt schon, Gesundheitssystem ist noch in Boxen. Hallo Leute, hier sind wir wieder.
SPEAKER_01Die traditionsreichen ehrenamtlichen Weltveränderungen. Was ist Ehrenamt?
SPEAKER_02So, jetzt setze ich Club kurz.
SPEAKER_00Wir sind natürlich heute auch wieder politisch inkorrekt unterwegs, wie immer. Bei der Politik da draußen. Ja, da kann man nicht. Es geht nicht anders. Wir können da keine Rücksicht nehmen. Wo man auch hintritt, auf irgendeinem Schlips steht man immer. Also hier sind hoffentlich für euch wieder ein paar erst Lachen, dann kurz Schlucken-Momente, die euch direkt im Urlaub erreichen. Und wir haben das Feedback bekommen bei einer der letzten Folgen, ich glaube bei unserer zweiten, dass die USA ein bisschen zu gut weggekommen sind. Das wollen wir heute etwas angleichen, keine Sorge. Das wollen wir ändern, das fixen wir heute.
SPEAKER_01Aber vor allem wollen wir, dass Deutschland nicht so schlecht wegkommt. Ich glaube, in der Kommunikationsfolge gab es den einen oder anderen Aufschrei. Ja. Was ist denn da los? Aber Erwin und Hilde haben sich nicht beschwert, von dem nach.
SPEAKER_00Nee, Manfred hat gemeckert, aber es meckert immer irgendwo im Manfred. Es ist immer eine Claudia. So ist das eben. Mecker, Manfred. Meckerfred. Heute ist das Thema ganz grob USA 250. Wir sind im Juli angekommen. Die USA haben es auf 250 Jahre gebracht. Yay! Happy Birthday! Natürlich Prost! Natürlich heute mit Eierlikör.
SPEAKER_01Und so gut geworden.
SPEAKER_00Weil, ja, weil es ja eine Party ist Vorwerk. Ihr könnt euer Name stehen. Ja, es ist eine Party, aber Moment, warte mal. Welche Geschichte oder was feiern wir hier eigentlich? Und welche Geschichte feiert das Land jetzt hier über sich selbst und welche Geschichten fallen da vielleicht hinten runter oder passen gar nicht so in die Birthday-Party-Vibes rein? 250 Jahre USA klingt ja erstmal so, als würde ein ganzer Kontinent Geburtstag feiern, aber tatsächlich feiert sich ein vergleichsweise junger Staat, feiert seine Gründung auf einem Kontinent, dessen Geschichte schon seit tausenden, zehntausenden von Jahren vorher begonnen. Also je nachdem, wenn man fragt, ist jetzt der 3. Juli, um den es auch gehen soll, entweder die Geburtsstunde der Freiheit or even their end. Amerika hat ja eine 10.000-jährige Geschichte, nur die Native Americans. And they wanna die USA natürlich nicht zu eigen machen. They have this land schon zu eigen gemacht, sondern die starten mal lieber bei 250 Jahren. Warum sind die USA gleichzeitig super jung? Amerika aber sault. Hört rein, es gibt was zu lernen.
SPEAKER_01Sollen wir erstmal mit unserer Rubrik starten? Ja, wer starten erstmal mit der Rücken?
SPEAKER_00Hier post-Production bitte das Intro einfügen. Was ist dein Lieblings? Wer will starben?
SPEAKER_01Ja, was ist noch heute unser Lieblings? Der Lieblings-Ami Firestyle, hat man gesagt.
SPEAKER_00Ja, perfekt.
SPEAKER_02Also ich muss ja echt 4. Juli und für mich ist das Hotdog-Wettessen. Wie geil ist das denn? Bitte, wer ist denn auf diese Idee gekommen? Und das krasse ist, dieser Typ, der das jetzt irgendwie das 20. Mal in Folge oder so gewonnen hat, hat 66 Hotdogs in 10 Minuten gegessen. Nein.
SPEAKER_01Das muss man sich anschauen.
SPEAKER_02Aber das Allerkrasseste ist, dass der letztes Jahr nicht mitgemacht hat, weil er mit so einem Darmkrebs. Weil er einen Werbevertrag mit so einem Fleischalternativen Hotdog abgeschlossen hat und haben sie ihn ausgeschlossen.
unknownWhat the fuck?
SPEAKER_02Das gibt's ja nicht.
SPEAKER_00Also nur mit Fleisch ist der echte.
SPEAKER_02Genau, also halt Franks, Beef oder was. Auf jeden Fall mein Punkt ist. 4. Juli, Hot Dog-Wettessen, Hammer, aber in Amerika ist ja halt alles immer nur mit Essen verbunden. Egal, was du machst. Ja, komm zum Essen. Essen. Lass uns im Restaurant treffen. Oder bei McDonalds oder aber lass uns essen. Es gibt, denkst du, du kannst hier mal irgendwie eine Radtour machen? Nee.
SPEAKER_01Oder spazieren? Oder spazieren gehen? Vielleicht zum Einwege. Wir sind installiert. Wir haben hinlaufen. Nee, absolut. Kann ich nur zustimmen. Mir ist da tatsächlich sofort die Tüte Chips eingefallen. Die darf halt einfach nicht fehlen. Die ist immer dabei. Wir hatten am Wochenende zum Brunch eingeladen, das noch an anderer Stelle als Beispiel. Aber was haben die mitgebracht? Eine Tüte Chips und ein Dip. Also ein Ranch-Dip. Natürlich nicht selbst gemacht, wäre ja. Naja, man muss sagen, sie hatte die Tüte Ranch Pool war dabei und hat es in Zauberkriegen geschüttet. Also war schon für Ami-Style war das selbst gemacht.
SPEAKER_00Basic Cooking. Sehr bewundernd, aber zugleich auch etwas verachtend. Ja, Maria, hau raus. Ja, ich finde, also meiner passt vielleicht so ein bisschen zu dem 4. Juli tatsächlich. Es gibt ja hier kein Feuerwerk an Silvester oder nicht so richtig. Es gibt schon öffentliche Feuerwerke, aber jetzt nicht dieses, was man oder was ich aus Deutschland, aus München und auch sonst so kenne, ist, man trifft sich draußen, stößt irgendwie an aufs neue Jahr oder aufs Alte noch. Also versteckt halt in der Kinder. Ja, genau. Und ich finde hier, es wird am 4. Juli wird dann geböllert, aber das ist so, es ist so improvisiert, wie vieles finde ich in diesem Land, es ist so extrem improvisiert. Also es böllert einer vorne vorm Haus, der andere hinten. Die könnten sich einfach treffen, absprechen, sagen: Yo, lass uns mal treffen, lass mal eine Party machen. Machen sie aber nicht. Der eine böllert um zehn, der andere um drei Uhr nachts, der nächste findet irgendwie noch ein paar Kinderböller, wirft die auch noch irgendwie random irgendwo in den Vorgarten. Es ist komplett wild, finde ich. Und es ist für mich auch so ganz typisch, dass man irgendwie vieles improvisiert. Ach ja, genau, und der andere, der schießt eine Rakete auf irgendein Verkehrsflugzeug. Hoppala, ich meine, kann passieren. Ja, hoppla.
SPEAKER_01Aber auch wenn wir Deutschland nicht wieder so runter machen wollen, da muss man sagen, was ja in Deutschland mit Feuerwerk abgeht, ist absolut abartig. Tage davor, gefühlt noch Tage danach, jeder rechts und links, die Notaufnahmen sind voll. Am Silvester, nicht am dritten Oktober. Ja, nee, genau. Klar. Am 3. Oktober. Können wir mal anfangen. Flackenwen.
SPEAKER_00Stimmt. Und die treffen sich dafür, die Deutschen, aber dafür trifft sich halt der Clan A und Abushaka im Hinterhof dort und schießen sich gegenseitig ab. Ist vielleicht auch nicht besser. Vielleicht lieber so improvisiert jeder sein Süppchen, ist vielleicht doch besser, stimmt. Könnte auch sein.
SPEAKER_02Gut, da sind wir beim Thema.
SPEAKER_00Mein Lieblingsthema. Wir haben uns gedacht, weil auch der 4. Juli, klar, kennt man den irgendwie als Independence Day natürlich, aber so ein bisschen der geschichtliche Hintergrund Amerika, der geschichtliche Hintergrund, oh, ich fange schon an zu leilen. Geschichtliche Hintergrund USA, der Haut, der knallt ordentlich rein.
SPEAKER_01Machst du aber auch fürs letzte Mal mit. Ja, das ist gut.
SPEAKER_00Genau, wir versuchen das mal ein bisschen historisch zu beleuchten. Ich kann mich gerne konzentrieren hier. Nein. Gegründet in Polen. Okay, komplett kommt. Ich habe ja schon gesagt, politisch inkorrekt. Also seit 15.000 bis 20.000 Jahren ist der amerikanische Kontinent schon von Menschen besiedelt, wahrscheinlich sogar über 20.000 Jahren. Es gab ganz viele eigenständige indigene Nationen, also Natives sozusagen, mit unterschiedlichen Sprachen, Kulturen, auch sogar nicht nur kleine Gemeinschaften, auch große Reiche, wie jetzt zum Beispiel die Azteken oder so. 1492 kennt jeder, kam Kolumbus im Auftrag der spanischen Krone. Er hat nie das amerikanische Festland betreten, aber egal. Damit geht die, das Kind schnarcht, damit geht die Kolonisierung Amerikas, das markiert quasi den Start dessen. Zwischen 15 und 1700 werden Kolonien gegründet, unter anderem von Großbritannien, Spanien, Frankreich, Niederlande. Dann haben die natürlich auch die Menschen, die da ankamen, haben Krankheiten mitgebracht. Also die haben da irgendwie ordentlich rumgehustet und unbekannte Keime angeschleppt, also so quasi der Start der biologischen Kriegsführung. Kommen wir gerade. Heute Schnarchen sehen. So, okay, historisch, es ist einfach zum Schnarchen.
SPEAKER_01Es ist wirklich schnarchig.
SPEAKER_00Genau, dann wurden dadurch eben schon die indigene Bevölkerung ziemlich dezimiert.
SPEAKER_01Ich finde das gut, ihr wisst doch, was schöner ist als ein Kinderlachen. Kinderschnarchen. Kinder schnarchen.
SPEAKER_00Ja, das ist viel schöner. Die dann an der Ostküste, die ganzen britischen Kolonien wachsen dann schon relativ stark. Plantagenwirtschaft entwickelt sich auch damals schon dank Versklavung von Menschen aus Afrika. Und Mitte des 18. Jahrhunderts hat dann die britische Krone Steuern in den Kolonien erhoben und die Leute in den Kolonien protestieren irgendwie und wollen nicht von London regiert werden, ohne jetzt im britischen Parlament vertreten zu sein. Also das ist irgendwie, ich fand das fand ich so das Spannendste. Das war mir nicht so ganz klar. Ich wusste schon, dass es halt die Briten da vor allem auch rum mitgemischt haben. Aber diese Briten, my goodness, also die schicken da irgendwie so ihre CEOs und Top-Manager irgendwie nach Amerika und einfach auf den Kontinent und dann schicken sie irgendwie ihre ganzen Bad Guys, schicken sie nach Australien. Also halt irgendwie so die ganzen Kontinente einfach mal irgendwie ihre Leute hin. Das ist schon auch ein bisschen krass.
SPEAKER_02Dann guck mal, wo sie jetzt sind.
SPEAKER_00Exakt. Sie sind noch bei der WM dabei, muss man sagen. Den habe ich gerade gedacht, noch nicht gesagt. Den wollten wir, den wollten wir nicht. Thema, was wir nicht anbringen wollten. Dann gibt es einen Unabhängigkeitskrieg 1775 und am 4. Juli 1776 verabschiedet dann der Kongress die Declaration of Independence. Also da haben dann 13 britische Kolonien erklärt, dass sie nicht mehr zu Großbritannien gehören. Also halt eigentlich irgendwie so Brexit 1.0, wie die einfach durch ihre permanenten Brexits der Welt auf den Sack gehen. Ist auch spannend.
SPEAKER_02Aber auch geil, dass das einfach das Land hat, die haben gesagt, wir haben keinen Bock mehr. Also erklären wir uns jetzt unabhängig.
SPEAKER_03So läuft das halt, ja, absolut.
SPEAKER_02No, aber das ist das Selbstverständnis der Amerikaner vom ersten Tag an. Trump ruft halt bei Infantino an und sagt: Sag mal, kannst du die rote Karte nicht zurücknehmen. Das ist das Selbstverständnis der Amerikaner. Das hat irgendwie, ja, Trump, okay, aber ja, da würde bei uns niemand auf die Idee kommen. Da wären wir halt auch noch dabei.
SPEAKER_00Da hätten wir gegen Frankreich gewonnen.
SPEAKER_02Also, ja.
SPEAKER_00Und die haben dann irgendwie auch gesagt, die Briten, jeder hat jetzt unveräußerliche Rechte wie Life, Liberty, and the Pursuit of Happiness. Ja, sehr schön. Das ist wieder diese süße Frucht der Freiheit, wo manche Leute sagen, okay, wir sind jetzt frei. Dafür sind aber andere müssen ja unfrei sein. Also unser Thema vom letzten Mal wieder. Ja, ja. Und das ist eben der Geburtstag, der gefeiert wird, 4. Juli 1776. Eigentlich feiern sie, also nicht 250 Jahre Amerika natürlich, sondern sie feiern seit dieser Entscheidung von 13 britischen Kolonien, einen eigenen Staat zu gründen, dass quasi dieser eigene Staat da gegründet wurde und sie sich losgesagt haben. Aber irgendwie ist so der Rest total vergessen.
SPEAKER_01Also 250 Olé und Flagge und Feuerwerk und wir sind stolz. Aber alles davor ist irgendwie vergessen. Ich frage mich warum. Es ist ja auch in Deutschland fragwürdig. Also als ich mich darauf vorbereitet habe auf unsere Folge, dachte ich, wie alt ist eigentlich Deutschland? Wir hatten ja auch darüber gesprochen, ich habe gesagt, oh, ich habe in meinem Heimatdorf irgendwie 125 Jahre Feier, vor 25 Jahren oder so gefeiert. Aber wie alt ist eigentlich Deutschland, wenn man will, als moderner Staat gar nicht so alt. 77 Jahre, wiedervereint, brauchen wir gar nicht drüber reden, sind wir erst 35 Jahre unser wiedervereintes Deutschland. Natürlich haben wir halt im Gegensatz zu den Amis irgendwie so diese Kulturnation seit mehr als 1000 Jahren, wo halt ja unsere ganzen Werte und Traditionen und so herkommen. Und das ist, glaube ich, das, was wir den Amis immer unterstellen oder was vielleicht auch Fakt ist, vorwerfen. Ja, dass sie das nicht haben, dass sie keine Tradition haben. Aber wenn sie sich irgendwie Traditionen von irgendwo her nehmen, ist es auch nicht recht. Auch nicht recht. Obwohl wir doch ein Meltingpot sind. Das ist doch genau das Tolle.
SPEAKER_02Und ja, die Leute sind ja aus allen Ecken Europas, auch Deutschland, hier hingekommen, weil es da halt so scheiße auf Deutsch gesagt war. Zu der Zeit, als sie geflohen, geflohen, muss man ja so sagen.
SPEAKER_01Absolut. Also ich finde, was schon immer so in diesem Land irgendwie, ja, was so, dieses Vorstellung vielleicht von diesem Land so inne hat, ist diese Chance. Ja. Bis zum heutigen Tag, diese Chance, die du hier hast. Und ich finde es schade, dass man nicht mehr draus macht.
SPEAKER_02Ja, aber da geht es ja eben wieder darum, dass das Selbstverständnis mach einfach erstmal und frag danach um bitte danach um Vergebung, so ein bisschen. Weil er greif die Chance, wenn sie da ist und dann, oh, das war jetzt so ein bisschen. Aber ich mach das jetzt einfach mal und guck, was rauskommt. Und diese Mentalität, die gibt es bei uns, finde ich, nicht so. Sondern da werden dir vorher zehn Sachen gesagt, warum es nicht klappt. Und hier werden dir zehn Sachen gesagt, ja, mach doch, komm.
SPEAKER_01Was ja auch irgendwie, also vielleicht nicht für alle europäischen Staaten, aber für Deutschland ist es ja schon sehr so dieses Sicherheitsgefühl, du willst immer abgesichert sein. Du hast dich natürlich auch gesetzlich irgendwie an viele Regularien zu halten und so. Also dieser Free Spirit, den wir ja schon so oft erwähnt haben, der kann nicht so losgelöst irgendwie in den deutschen Köpfen drin sein, wie es hier ist.
SPEAKER_00Ja, absolut. Und ich habe, ich finde das lustig, dieses, dass quasi in Deutschland ja alles auch länger dauert oder in Europa und in Amerika man so schnell es schaffen kann. Ich habe mir dann auch überlegt, die haben einfach in 250 Jahren so viel aus dem Boden gestampft, wie jetzt in Europa halt in der Zeit nicht geklappt hat. Und dann habe ich mir überlegt, was wäre irgendwie passiert, wenn jetzt die deutsche Bürokratie hier sich durchgesetzt hätte, dann wären die nach 250 Jahren die halt einfach so gar nicht weit gekommen. Stell dir vor, du hast einfach so eine deutsche Behörde beteiligt und die sagen dann irgendwie sowas wie, ja, die Revolution kann erst beginnen, sobald Formular sonst was ausgefüllt wurde. Oder Unabhängigkeitserklärung liegt uns jetzt vor, aber die beglaubigte Kopie fehlt, dauert 14 bis 18 Monate. Ich meine, dann kommen die natürlich nicht weiter und das ist schon der Vorteil, dass die halt so irgendwie so hin improvisieren, was aber schon auch so ein bisschen so eine Mischung aus, es ist eine Welt macht, klar, aber es ist auch so ein bisschen so ein Prototyp oder so eine Baustelle letztlich. Also sieht man ja auch an der Infrastruktur, an lauter solchen Sachen. Es ist einfach so viel, wie man auf Bayerisch sagen würde, hier geschustert, was halt irgendwie in Deutschland so nicht gehen würde. Jetzt gut und schlecht, aber einfach interessant, so als Gesamtkonzept letztlich.
SPEAKER_01Ja, aber ich glaube, wir haben halt in Deutschland, dadurch, dass es so weit zurückgeht, haben wir ja auch viele Erfahrungen gemacht. Und dadurch sind ja letztendlich jedes Jahrzehnt irgendwie neue Regularien entstanden, aber auch eben neue Erfahrungen, die dazu geführt haben, okay, wir wollen es jetzt besser machen. Und diese Chance hatten die halt jetzt noch nicht so lange. Ja, stimme ich dir zu.
SPEAKER_02Andererseits auch die Größe halt hier Unabhängigkeitserklärung wurde ja in Philadelphia ausgearbeitet unterschrieben, Pennsylvania ist doppelt so groß wie Deutschland. Klar. Und wenn du aber auf die Karte guckst, wie klein das ist im Rahmen der USA. Also dann ist ja klar, dass irgendwie ein Staat da in Utah da oben draußen irgendwie sich da komplett weit weg fühlt von Washington, was das angeht, was die Regularien angeht. Und die Bundesstaaten hier haben ja schon auch andere, wie nennt sich denn das? Selbstentscheidungsmacht. Irgendwie, wie nennt sich denn das? Unsere Bundesländer sind noch mehr an die Bundesebene gebunden, als halt hier die Staaten.
SPEAKER_00Das stimmt, ja. Wobei sie natürlich auch oft dann hören bei der Finanzierung, ja, macht mal, wie ihr mit eurem Geld klarkommt, was sie selber wissen. Und das wird so abgeschoben dann auf Bund und Länder oder quasi auf die Länder. Aber nee, stimmt, absolut. Finde ich absolut. Ich finde auch dieses Thema mit den ganzen Traditionen und so, oder wie sie das einfach nicht haben, oder es vielleicht einfach nicht so lang gewachsen ist. Bei uns in der Tradition in Deutschland und in Europa einfach sehr lang gewachsen. Und hier ist es ja schon mehr so, ach so, ja, da feiert man jetzt irgendwie, weiß ich nicht, Cinco de Mayo, das feiern wir einfach mal mit. Klingt irgendwie ganz nett. Ja, spannend.
SPEAKER_01Aber das ist genau das, was ich vorhin so kurz angerissen habe, was man ihnen vorwirft, wenn sie sich was quasi nehmen, was ja eigentlich auch Quatsch ist, denn das haben ja Leute mitgebracht. Und es gibt unfassbar viele Menschen, für die Cinco de Mayo total wichtig ist. Und jetzt sagt man aber, ja, aber das sind ja keine Amis und die feiern das ja. Also ich meine, was ist denn Tradition? Denn Tradition ist die Weitergabe von Wissen, Glauben, Gebräuchen, Werten. Und das ist halt in Deutschland von Generation zu Generation irgendwie immer aus dem gleichen Dorf gekommen. Wenn ich jetzt wieder zu Erwin und Hilde zurückgehe, Erwins Urgroßoma war halt mit Hilde Urgroßoma, Hildes Urgroßoma schon befreundet. Und die wohnen halt schon immer in dem gleichen Dorf und so.
SPEAKER_00Verheiratet und verwandt zugleich.
SPEAKER_01Genau. Schon vor der Heiratung.
SPEAKER_00Also bitte sorry, ich komme aus Bayern.
SPEAKER_01Da ist das vielleicht so. Da sind die Urbast alle Verwandt. Aber hier ist es eben so, und das finde ich so, diese Chance, dieser Melting Pot als Einwanderungsland, und Deutschland ist auch ein Einwanderungsland, aber das nochmal an anderer Stelle. Irgendwie, warum sieht man es nicht als Chance zu sagen, wir nehmen uns einfach alle diese Tradition und sehen das als was Positives. Dass ich hier in Chicago auf den Weihnachtsmarkt gehen kann und dort Glöck, also schwedischen Glühwein, eine Menora und irgendwie Striezelkuchen kaufen kann, ist doch mega geil. Anstatt zu sagen, so, ja, aber das schmeckt ja nicht wie in Schweden. Also das hat hier ja gar nichts zu suchen.
SPEAKER_00Ein Burger oder ein Hotdog schmeckt in Deutschland halt auch nicht wie in Schweden. Ja, genau.
SPEAKER_01Die müssen sich doch eigentlich quasi auch was Neues nehmen und wir können doch darauf stolz sein, wenn die sich jetzt die Tradition des Weihnachtsmarktes von uns quasi genommen haben. Ja, der Weihnachtsbaum ist irgendwie quasi eine deutsche Erfindung. Ist doch toll, dass die das jetzt hier auch alle machen.
SPEAKER_00Voll. Wobei der Weihnachtsbaum ist ja eigentlich aus Jerusalem, wie wir ja alle wissen. Die Feste sind ja alle mit Jesus begründet. Ganz klar, eindeutig.
SPEAKER_01Also Hanukkah, glaube ich, feiert man seit 800 vor Christus oder so.
SPEAKER_00Ja, das stimmt. Nee, finde ich, ich finde es im Positiven, außer mir sind da zwei Sätze, mal wieder beim Duschen eingefallen. In Deutschland erbt man Tradition, in den USA kauft man sie bei Target im Seasonal Ale. Oder in Europa sammelt man Denkmäler, in den USA sammelt man Jubiläumsmerch. Ich finde, das ist halt wirklich so. Das ist positiv und negativ überhaupt.
SPEAKER_02Wie viele Leute in 250 Jahren so einem Baseball Cap, 250 Anniversary? Meine Oma ist bald 100, die ist quasi einfach nur halb so alt wie die USA. Ich meine, ich hatte Mathe immer eine 3, aber rund mal halt mal.
SPEAKER_01Nein, das passt halt.
SPEAKER_00Aber überleg doch mal. So jung für Papst, perfekt, als Präsidentin.
SPEAKER_01Das ist wie das Shoppingglas, das jeder aus meinem Heimatdorf im Schrank hat mit 1225 Jahrfeier.
SPEAKER_00Stimmt, ja.
SPEAKER_01Nur dass da halt da irgendwie eine Stelle fehlt. Bei den Amis. Ich weiß noch, als ich zum ersten Mal so eine Walking-Tour hier in Chicago gemacht habe und ich fand das super spannend. Und dann hat der halt gesagt, ja, und Chicago ist entstanden hier. Ah, an der Stelle, dann standen wir da halt und lalala. Und dann hat er gemeint, ja, 1837 und es hat so lalalalala. Und ich dachte so, wait a minute. 1837? 1800? Ich wusste das schon, aber als ich als das so reingesackt ist, dachte ich so, was?
SPEAKER_02Gut, das liegt ja daran, dass es damals abgebrannt ist. Anyway, ja, ist genau so. Das Fire war danach erst.
SPEAKER_00Aber er ist ja wurscht. Also auf jeden Fall. Ich muss eh noch dazu einen Kommentar haben, mir hat jemand einen Artikel geschickt, einen Wikipedia-Artikel, wann die Eisenbahn, seit wann es Eisenbahnen gibt. Ach, das kannst du nicht so stehen lassen, ne? Nein, kann ich wirklich nicht, weil das weiß ich natürlich selbst. Ist ja klar. Weil ich irgendwas gesagt habe von dem Bahnhof mit von, weiß ich nicht, 1700 Jahren. Ja, schon klar, dass es da noch keine Bahnhöfe gab. Aber danke für den. Hinweis.
SPEAKER_01Das war nur für den übertragenen Sinne gedacht.
SPEAKER_00Exakt. Es war satirisch überspitzt oder wie auch immer. Kommt wahrscheinlich ein Kommentar, das ist keine Satirist, egal. Ich finde, zu diesem ganzen Historic und so ging es mir eher umgekehrt, dass da war ich in New York City, hat irgendwie der Guide gemeint, ja, das ist total alt und das ist von 1912. It's a historical building und das ist so alt. Und ich dachte mir so, okay, ist jetzt nicht neu, aber in Deutschland irgendwie so Café seit, jetzt kriege ich auch wieder einen Artikel, seit 1648 oder was. Und hier ist es irgendwie so, ja, alles etwas jünger.
SPEAKER_01Ja, die katholische Kirche in meinem Heimatdorf wurde erstmals 1235 genannt. Ich muss auch immer schmunzeln, wenn es dann heißt, ja, so ein historisches Gebäude in Chicago, so dass hier dieses Cultural Center Downtown. Wunderschön, aber das ist halt. Aber was ist denn historisch? Das ist halt genau das. Again, wir werfen den Amis das vor, aber die haben halt diese Historie nicht. Darauf können wir ja total stolz sein.
SPEAKER_00Aber ich finde auch Historic ist einfach hier auch eine andere Bedeutung. Ich glaube, es meint auch bedeutet auch so, es ist etwas krass, weil man sagt ja auch zum Beispiel irgendwie Historic, Burger, Weather. Ich meine, Hitze ist historisch gerade, auch in Deutschland. Gerade das ist historisch, das stimmt. Aber ich finde, bei allem anderen ist es wahrscheinlich auch natürlich einfach die Bedeutung eine andere.
SPEAKER_01Also ja, einfach die Definition ist per se eine andere, weil darunter halt andere Erfahrungen liegen. Also wir können schon, jetzt hatten wir auch schon mal drüber gesprochen, können wir stolz sein auf unsere Traditionen, auf unsere 100 Jahre, tausend Jahre alten Werte?
SPEAKER_00Ja, können wir, finde ich schon, aber mit Ausnahmen natürlich logisch, das ist jetzt auch jetzt nicht Rocket Science. Es gab halt dafür zwischendrin, also wir haben, wir haben natürlich so lange Geschichte, dass zwischendrin so viel Kacke passiert ist. Ich meine in den USA auch. Und überall auf der Welt. Aber mir kam dann auch, das fand ich ganz spannend, die hatten ja hier eigentlich letztlich auch kein richtiges Mittelalter. Also so diese Dummheitsphase, ich meine, die wird dann jetzt dafür. Es ist jetzt mal wieder gut auch mit dem Nachholen. Aber ich finde, diese Dummheitsphase, die fehlt einfach des Mittelalters. Das finde ich spannend, dass es das einfach so nicht gab. Dafür natürlich viele schlimme andere Sachen, aber das war einfach, gab es einfach nicht.
SPEAKER_02Ja, darüber habe ich natürlich auch im Vorhinein nachgedacht und ich habe. Es ist irgendwie, also ja, das eine sind ja halt Traditionen und das andere ist dieses Stolzsein, das hat man ja eben auch schon mal angesprochen, weil man halt Deutsch is. Weil ja doch irgendwie die letzten 100 Jahre in Deutschland vielleicht nicht ganz so toll waren. Oder beziehungsweise it's halt eben die zwei Weltkriege natürlich. But yeah, ich finde schon traditions werden ja hier, when we are the deutsche tradition sprechen, wie du vorhin gesagt hast, okay, man nimmt Cinco de Mayo, man nimmt irgendwelche irgendwelche Francis. Here in unserer Gebiet. This is ja auch eine alte Tradition. I finished. I think that the traditions are dafted, Leute zusammen zu bringen. And that vereint einen. Self when man politic from me aus notes or so is, but Tradition, Weihnachtsmarkt, Maibaum in Mai, solche Sachen, that bring einen zusammen und ich finde, da kann man stolz sein. And that sagt ja auch vieles über eine Region aus. We have natürlich in Sachsen ganz andere Tradition als in Bayern. Ja, Tradition. Yeah, but Schwibbirgen. Genau.
SPEAKER_00Was?
SPEAKER_01Oh mein Gott, schwibst du nicht?
SPEAKER_00Du kennst dich. Was? Schwibschwager kenne ich, aber das kennt nicht.
SPEAKER_01Schwibbogen kennst du nicht? Wir müssen hier mal extrem. Ich hole meinen Schnurgen.
SPEAKER_00Wie gesagt, meine Ostdeutsch sein ist eigentlich cultural aneignigung.
SPEAKER_01Okay. Das machen wir off-record.
SPEAKER_02Ich hole meinen Schwibbogen aus dem Keller. Ich habe einen hier.
SPEAKER_01Mein Opa hat unseren Selbstgesammelt. Ist das ein Sportgerät? Ja, und das war es, das kennst du natürlich nicht. Wohl wahr. Ja, genau, und das du gesagt hast, Tradition vereint, bringt einen zusammen. Und ich möchte echt darauf beharren, dass man nicht, also und genau das ist ja gerade das Gift der jetzigen Regierung, anders kann man es ja nicht sagen, dieses auf amerikanische Werte pochen, sondern das haben andere Leute mitgebracht. Und ich finde, ich weiß nicht, ob das auch so geht, Amis fahren total auf, sagen wir mal, andersartige Sachen ab. Auf Essen, auf Tradition, die fragen total viel. Wir erleben das auch in der Schule, da wird nicht irgendwie Weihnachten gefeiert, da wird grundsätzlich gar nichts gefeiert, aber es wird über alles gelernt und alles wird angesprochen. Ich habe hier auch zum ersten Mal von Quanzer gehört. Und das finde ich so toll, dieser offene Blick. Und eben die Offenheit der Armee ist nicht nur kommunikativ, sondern offen. Die finden das wirklich toll. Und die finden auch Historie geil. Wenn du denen eben sagst, wenn ich den sage, ja, meine Kirche irgendwie vom 13. Jahrhundert, das können die gar nicht glauben. Das finden die.
SPEAKER_00Die kommen auch jedes Mal so geflasht, wenn ich das erste Mal irgendwie, I did Europe. Ich meine, die haben halt in fünf Tagen irgendwie alles gesehen, weil es ist ja wie eine Stadt. Zwei Tage Barcelona, einen Tag. Zwei Tage, zwei Tage. Ja. Und I did Berlin. Aber gut, es ist trotzdem, die sind ja so geflasht und so, boah, das sind ja Steinhäuser. Boah, ich meine, in Chicago gibt es auch, wir sitzen ja in einem Steinhaus, aber es ist halt wirklich für die so ganz anders. Und ich finde auch, dass die danach eigentlich so, also das ist so Longing for Tradition und Longing oder Suche nach Belonging. Das ist ja auch dieses I'm Four Quarters irgendwas. Genau, darauf sind sie ja immer stolz.
SPEAKER_02Meine Oma war von dort und der ist Kroatien und Irland und ne, darauf sind sie stolz. Solange das halt in der Vergangenheit war.
SPEAKER_01Ja, aber ich meine, sie heißen ja auch, ne, Snyder und Miller und hast du nicht gesehen. Also alles, es ist halt so, mit Kolumbus hat die europäische Besiedlung hier angefangen und die sind halt, die haben halt alle irgendwo ihre Wurzeln, irgendwo auf der Welt. Deswegen macht es überhaupt gar keinen Sinn, von Amerika quasi zu sprechen und irgendwelche Amerikaner zu definieren. Das ist per se völliger Quatsch.
SPEAKER_00Deswegen ist dieses United States ja auch total, also, wie wenn man Europa zusammenklatscht und auch sagt, wie die Amerikaner, oh, you're dressed so European. Was ist denn dressed European? Was ist denn European Food? Ich meine, das ist ja wirklich ähnlich eigentlich wie hier. Das kannst du ja nicht komplett oder natürlich noch diverser, aber das kannst du gar nicht zusammenführen, das stimmt schon.
SPEAKER_01Ich finde es aber hier eigentlich noch mehr als in Europa. Ich finde Europa, gerade für uns in Deutschland, wir sind umringt von was, elf Ländern und alle sind tiny im Vergleich, sind total gleich. Und trotzdem, ich bin 15 Minuten von der französischen Grenze groß geworden, wir sind darüber gefahren, da war das Leben, also natürlich die Sprachen ganz anders, aber das Essen, alles, das ist das Ganze viel, die Straßen haben anders ausgesehen, die Straßenschilder und die Länder in Europa sind so unterschiedlich, weil die sich halt aber auch ihre Traditionen so bewahren.
SPEAKER_02Ja, das stimmt, das haben die ja hier gar nicht. Wenn du hier halt, haben wir ja auch schon gesagt, fünf Stunden mit dem Auto fährst, bist du immer noch in diesem Bundesstadium.
SPEAKER_01Fünf Stunden fliehst, wenn du fünf Stunden mal noch im gleichen List bist du immer noch im gleichen Land.
SPEAKER_02Das ist echt krass, ja. Und dann, das hat jetzt vielleicht damit weniger zu tun, aber wie wir dem auch ausgesetzt sind. Ich bin damals in der zehnten Klasse mit dem Französisch, wir hatten Französisch irgendwie als dritte Fremdsprache, sind wir nach Frankreich gefahren. Ja, klar. Mach doch das hier mal und sag, oh, wir fliegen nach Mexiko mit der 10.
SPEAKER_01Klasse. Ich finde, da kannst du ja schon sagen, lern doch mal Geschichte über XY. Und dafür fliegen wir, wenn wir jetzt über Rosa Parks lernen, dann fliegen wir mal nach Alabama.
SPEAKER_00Das ist ja Gottes Willen. Das ist auch wieder anders, anderer Schlag Menschen, wie man so sagt, ja.
SPEAKER_02Stimmt. Oder auf die Idee würde gar keiner kommen. Ich weiß, in der 8. Klasse fahren die irgendwie viele nach Washington, D.C. Ja, immerhin. Immerhin, genau, von hier aus ist das schon ein Trip. Aber genau, sonst mal irgendwie in der sechsten Klasse Buchenwald oder irgendwie bei uns in der Nähe. Dachau, weiß ich nicht, aber halt, ne, so Konzentrationslager. Bei uns natürlich deutsch-deutsche Grenze. Gar nicht so weit weg, fahre ich immer vorbei, wenn ich halt nach Hause fahre. Einmal rüber gucken. Da kommen mir echt, da kriege ich immer Tränen in den Augen. Ich weiß gar nicht genau warum. Ist jetzt vielleicht auch keine Tradition. Fern vorbeizufahren, oder? Nee, ich meine. So nah und doch so fern. Das ist ja wirklich so. Also es ist wirklich. Das ist ja halt ein einschneidender Punkt in der deutschen Geschichte. Andere Sachen erinnern wir uns dran, daran natürlich auch, aber halt eben, man macht das, man besucht solche Begegnungsstätten, sage ich jetzt mal. Klar.
SPEAKER_01Und hier, ja. Das ist ja auch total wichtig. Also jeder würde sagen, jeder muss in seinem Schulleben mal ein Konzentrationslager gesehen haben. Und wir müssen darüber sprechen. Und in Deutschland, wir sagen immer, okay, die ganze Welt guckt dann auf uns und ach, die Nazis und so. Und wir haben so ein starkes Bewusstsein dafür und wollen darüber reden und müssen das hochhalten, damit es halt auch nie wieder passiert.
SPEAKER_00Und feiern trotzdem das fast hundertjährige Jubiläum damit, dass es doch wieder passiert oder passieren kann.
SPEAKER_01Aber gut, ja. Aber ich weiß nicht, wie viele Schulklassen oder ob das Mandatory ist oder wie auch immer, mal zu einem Schlachtfeld zu fahren und zu sagen, hier, ihr habt da eben die ganzen Indianer abgeschlachtet, ne? Halt blöd, aber da wollten die Weißen halt einfach das Land hauen.
SPEAKER_00Das ist so frustrierend. Don't get me started on, dass man einfach durchfährt durch solche Reservate, das macht einen so fertig. Das ist wirklich, ganz einfach.
SPEAKER_02Ja, die haben denen dafür die Casinos gegeben.
SPEAKER_00Ja, stimmt, stimmt. Und da, wo es Öl gibt, haben sie sie ja jetzt auch nicht rangelassen. Da gab es wirklich, du fährst stundenl, dann ist plötzlich das Reservat zu Ende, du denkst ja so, hä, das ist ja ganz gezackt, warum ist da keine klare Grenze? Ach, das sind Ölfelder. Achso, natürlich, die kann man denen nicht überlassen, weil müssten sie sich ja auch noch ums Öl kümmern. Ach, viel zu aufwendig. Schon echt heftig.
SPEAKER_01Krass, ne? Ich finde, jetzt haben wir ganz viel über Tradition gesprochen. Was ist denn für euch so diese, was sind denn für euch kulturelle Unterschiede? Weil ich finde, das ist schon nochmal was anderes. Tradition ist ja was sehr eher sehr bewusst mitgebrachtes. Aber ich finde, es steckt ja irgendwas in uns, was uns nicht so bewusst ist, oder selbst wenn uns das bewusst ist, kann man das irgendwie nicht so ganz greifen. Und das geben wir sicherlich auch, obwohl wir jetzt, ne, unsere Kinder jetzt hier irgendwie groß werden, geben wir halt den deutschen kulturellen Hintergrund irgendwie weiter. Ich hatte ja anfangs erzählt, dass ich nochmal auf die Tüte Chips zu sprechen zu sprechen kommen wollte. Wir hatten am Wochenende eben die Leute da, die ihre Tüte Chips mitgebracht haben. Und da ich zum Brunch eingeladen habe, habe ich halt Obst und Gemüse und Marmelade und Butter und meinen eigenen selbstgemachten Homemade Hummus. What's in there? Peanut butter? Yeah.
SPEAKER_00No hot dogs. Peanut butter?
SPEAKER_01No. Anyway. Und hab halt mein wunderschönes großes Servierbrett mit verschiedenen Wurst- und Käsesorten trapiert, ne? Mega stolz. Das habe ich halt so wieder abgeräumt.
SPEAKER_00Ja, du hast kein Manual dazu gelegt. Du musst ja How to, die wussten das nicht.
SPEAKER_01Hast du keine Pancakes gemacht? Ich hab dann überlegt, was hätten, erstens, was hätten Amis als Brunch serviert? Was hätte ich gemacht? Was hätte ich erwartet? Aber wie kann man denn nicht auf die Idee kommen, ich nehm mir eine Scheibe Käse und mach die auf das dazugehörige Brot. Das ist ja auch nicht.
SPEAKER_00Das dauert aber auch zu lang. Vielleicht.
SPEAKER_01Also es haben zwei, drei haben so pur gegessen und dann halt schon gedippt, klar, dippen, da sind sie groß, halt irgendwie in den Humus gedippt, aber das war's. Und das ist doch irgendwie, ich konnte mir das nicht erklären. Ich fand das so seltsam. Das tat mir auch irgendwie leid. Hätten die jetzt, hätte ich irgendwas anderes machen sollen.
SPEAKER_02Haben die nichts gegessen dann, also bei dir.
SPEAKER_01Also mein Humus ist fast leer geworden. Trotz, dass er ohne Peanut Butter war. Trotzdem leer, fertig. Siehste, Peanut Butter habe ich auch nicht hingestellt. Wir haben Peanut Butter, wir haben sogar immer. Ich liebe Peanut Butter. Da bin ich nicht drauf gekommen, dafür habe ich drei verschiedene Marmeladen. Ja, okay, das reicht ja. Ja, hat aber auch keiner benutzt. Nicht?
SPEAKER_02Peanut Butter Jelly ohne Peanut Butter an.
SPEAKER_01Alter, Butter. Aber das spaltet ja Deutschland. Macht ihr Butter unter die Marmelade ja oder nein? Ja. Und unter die Nutella. Fett auf Fett. Das nächste, was Nutella anwendet, hier gibt es auch dieses Peanut Nutella. Peanut Nutella. Nee, nee, nee, meine ich aber nicht, sondern Butter Nutella. Oh.
SPEAKER_02Oh.
SPEAKER_01Weißt du so, Half-Half. Spaltet. Wirklich im wahrsten Sinne.
SPEAKER_02Peanut Nutella ist ja jetzt neu. Anstatt Heseland gibt es nicht.
SPEAKER_01In Deutschland, bei der Penny-Aktion gibt es das schon lange. Echt? Ja, aber da sagen ja Amies in Deutschland, ja, aber sowas gibt es ja hier gar nicht. Und das wird dann in der American Week. Week? Week.
SPEAKER_00American Week? American Week. Das wäre man 13. Wirklich und Englisch kommt.
SPEAKER_01Ja, das habe ich schon vor 20 Jahren gesehen.
SPEAKER_00Du ersäufst dir quasi deinen Akzent zurück. Das ist auch Strategie.
SPEAKER_01Genau.
SPEAKER_00Aber was war deine Frage?
SPEAKER_01Die Folge. Die Frage war Traditionen versus quasi kulturelle Unterschiede. Was sind die kulturellen, die typisch kulturellen Unterschiede? Oder was ist Kultur? Was ist Kultur?
SPEAKER_02Also für mich wirklich das kulturelle oder eben was so ein Selbstverständnis, habe ich ja vorhin schon mal gesagt. Eben dieses, wir machen mal und fragen danach um Entschuldigung und zwar laut. Echt? Die Amerikaner, du gehst irgendwo hin. Es ist so laut. Überall. Die sind so laut.
SPEAKER_00Warum denn? Auch man selbst, wenn man mit Kindern in Deutschland wieder zurück ist. Man wird so angeschaut, wie laut man eigentlich ist. Man ist wirklich laut.
SPEAKER_02Haben die, mussten die von hier nach England rufen, um die Unabhängigkeit zu erklären oder was?
SPEAKER_01Es ist so laut hier immer. Aber überall hängt ja auch ein Bildschirm und die Musik ist einfach am Lehrer.
SPEAKER_02Und da musst du drüber schreien. Aber eben dieses Selbstverständnis, eben wie mein Beispiel vorhin, dass der Trump halt da mal anruft und fragt, ob man die rote Karte zurücknehmen kann. Auf die Idee würde bei uns keiner kommen.
SPEAKER_00Komm drauf an, wen du als Präsidenten wählst, wenn du jetzt, weiß ich nicht, fällt mir kein gutes Beispiel ein. Stefan Raab als Präsidenten, schlechtes Beispiel, wenn du als Präsidenten wählst. Ich habe keine Ahnung, ich habe kein RTL Plus. Aber ja, finde ich, finde ich auch. Ich bin nicht die ohne Instagram hier.
SPEAKER_02Also genau zu dem, da wollte ich sagen, was, der ist jetzt bei RTL? Ich dachte, der ist bei ProSI. Hä? Ich dachte, der ist kürzlich. Doch, der war doch kürzlich irgendwo. Habe ich gar nicht mitbekommen. Es kann sein, dass er bei RTL war. Anyway.
SPEAKER_00Ich weiß es auch nur über andere.
SPEAKER_01Ich fand das sehr schön, was du gesagt hast, das Selbstverständnis. Damit kann ich gut leben.
SPEAKER_00Bei mir ist es eher so dieses, ich finde, viele deutsche Worte, die sie ja auch irgendwie einfach so wie Doppelgänger oder so übernehmen, finde ich, wenn man die sich nimmt, kann man eigentlich auch schon kulturelle Unterschiede feststellen, die eigentlich, sie haben kein Vokabular dafür und sie haben das Konzept auch nicht. Also ich denke da oft an Gemütlichkeit. Das fand ich früher immer so, das Wort schon so bayerisch und hock mir mit meinem Bier dahin, da frage ich ein Teppi noch und so ein bisschen umfder, umfter, ein bisschen deppert. Aber ehrlich gesagt, das geht mir hier komplett ab. Ich gehe ins Restaurant, ich kriege Plastikgeschirr, Plastikbesteck. Oh, jetzt hatte ich eine Coke, dann will ich ein Wasser, schmeiße ich halt den Plastikbecher weg. Ich sitze auch nicht zwei Stunden oder so und unterhalte mich, sondern ich fress mein Zeug rein, sorry dafür. Nach 20 Minuten bin ich Maximum, bin ich fertig, ich schaue nicht rechts und nicht links, ich bleibe nicht sitzen, auch Sitzfleisch, die hätten sie genug, aber kein Wort dafür, nicht entwickelt. Aufmerksamkeit.
SPEAKER_01Ja. Null. Vielleicht, ja. Vielleicht kann man auch diese blaute Hintergrundgeräuschkulisse einfach nicht länger ertragen. Aber du darfst ja nicht vergessen, während du 20 Minuten hier das Zeug reingeschaufelt hast, kam ja die oder der, die Person, die dein Essen gebracht hat, fünfmal und hat gefragt, keine Harbie und something, doeen, denn nicht. Total nice. So beim dritten Mal, nee, ich habe immer noch nicht gegessen.
SPEAKER_00Ich schwöre ab, ich esse hier.
SPEAKER_01Genau, aber lasst euch nicht stressen, hier ist schon mal die Rechnung.
SPEAKER_00Was? Ich mach schon mal das Licht aus, weil wir schließen jetzt. Alles Stühltisch hochräumt, okay.
SPEAKER_01Ja, selbst wenn die nicht schließen, ich wollte noch einen Cocktail trinken und soll ich schon bezahlen?
SPEAKER_00Nee, das ist so dieses spontan einfach mal, das geht nicht, ist ja auch finde ich bei Geburtstagen. So, zwei Stunden Geburtstag, danach tschüss, alle raus. Schon zehn Minuten davor räumt jeder zusammen. Aber weißt du, womit das zu tun hat?
SPEAKER_01Da müssen wir unbedingt auch mal drüber sprechen.
SPEAKER_00Dass Kinder nach zwei Stunden auf den Sack gehen. Bremde nochmal. Das sowieso, aber.
SPEAKER_01Oh, zwei Stunden. Eins der amerikanischsten Worte überhaupt ist Convenience. Und warum ist der Geburtstag nach zwei Stunden beendet? Weil du den irgendwo gekauft hast. Und ich will das gar nicht so runter machen. Das ist ein geiles System. Das gibt es viel zu wenig in Deutschland. Du gehst halt irgendwie in den Trampolinpark oder in Indio Play irgendwo hin und die bieten dein Birthday Package an und das sind zwei Stunden und da ist Pizza mit dabei. Eigentlich voll geil. Voll teil. Aber jeder, der das bezahlen kann und möchte, ist doch super, ist eine Win-Win-Situation, weil alle sind ja auch happy. Jeder, also ich war schon tausendmal bei so einem Geburtstag, ich finde die immer cool. Die Kinder finden die meistens cool. Außer wenn halt fünf verschiedene Sachen passieren und man dann drei Meltdowns hat. Aber Convenience. Und in Deutschland ist das halt, natürlich machen wir unseren Geburtstagskuchen noch selbst. Natürlich laden wir die Leute zu Nause ein. Natürlich machen wir.
SPEAKER_00Natürlich haben wir several Mental Breakdowns und Crash-Outs davor als Moms. Natürlich. Und danach sind wir auch komplett am Ende und erstmal, weiß nicht, eine Burnout-Cleenie für drei Wochen. Natürlich, aber dafür ist es günstiger und man hat es alles selber gemacht.
SPEAKER_01Und es ist eine Tradition, um darauf herzu, ne? Seit fünf Generationen wird halt der Geburtstagskuchen selbst gemacht. Und das ist irgendwie immer halt Spargel-Korianderkuchen und der kann von meiner Ohren.
SPEAKER_00Das ist unsere spezielle große BC-Tradition.
SPEAKER_02Ja, genau. Ja.
SPEAKER_00Ich möchte den Servieren bekommen. Ich wollte noch so ein bisschen auf diese 250 Jahre vielleicht nochmal zurückkommen, weil 250 Jahre, das ist ja quasi so alt wie der Präsident selbst. Und ich meine, jede fucking Eiche in Deutschland ist einfach älter. Wie kann das sein? Und dann, ich habe so ein bisschen überlegt, wie kann man, welche Analogien kann man da machen? Also man feiert jetzt Geburtstag eines Landes oder einer, wie auch immer.
SPEAKER_01Auch im Trampolinpark, oder?
SPEAKER_00Auf jeden Fall, auf jeden Fall. Mit Flags natürlich.
SPEAKER_01Riesenrad in Washington, Stand in seinem Stand.
SPEAKER_00Stimmt.
SPEAKER_02Dreckiger Polen. Und dann natürlich die Düsenjets, ne? Kampfjets dürfen nie fehlen. Vor jedem Spiel. Oder war das jetzt nur vor dem USA-Spiel? Es war nur USA. Das war gleich.
SPEAKER_00Aber ich habe dann überlegt, wenn man das jetzt irgendwie mit einer Wohnung vergleicht oder so, also dann wäre das ja irgendwie so: Europa ist vollgestellt mit Geschichte, ist schon fertig und ist schon zehnmal umgebaut und wieder, weiß ich nicht, von hier nach da geschoben. Der Tisch steht jetzt woanders, weil es ja viel praktischer ist, hat man nach 40 Jahren festgestellt. Und Amerika wirkt irgendwie so stellenweise, als hätte jemand erst angefangen, einen Kontinent zu möblieren und ist es natürlich immer noch nicht fertig eingerichtet. Also zum Beispiel so, weiß ich nicht, Flagge hängt schon, Gesundheitssystem ist noch in Boxen. Und auch so ein bisschen, glaube ich, ist der Zustand, Lampen und Bilder hängen auf jeden Fall noch nicht. Es sind noch nackte Glühbirnen und es ist noch so Malerflies, so schlecht festgeklebt.
SPEAKER_01Deswegen muss man schnell wieder gehen. Das ist das Problem. Besteck und Teller, alles Plastik.
SPEAKER_00Ja, ja.
SPEAKER_01Das ist die perfekte Analogie.
SPEAKER_00Ja. Und ich finde auch so dieses und dieses Handwerkliche, worauf ich immer wieder, immer wieder komme, wenn es darum geht, dass Deutschland einfach mit den Rüstungsausgaben nicht hinterherkommt oder da zu wenig investiert. Habt ihr mal eine fucking Straße in Deutschland gesehen? Das ist so wunderschön. Und wenn man hier lang fährt, denkt man sich immer, haben die eigentlich irgendwie auf diesen drei Monaten Überfahrt komplett ihr handwerkliches Wissen komplett vergessen? Haben die einfach nichts mitgebracht? So nach dem Motto, irgendwie Heinrich, wie macht man denn einen Gehweg? Ja, das weiß ich jetzt auch nicht mehr. Das machen wir irgendwas und dann schauen wir mal, machen wir später. Das macht keinen. Das läuft ja auch keiner.
SPEAKER_02In Vororten kannst du wohnst du oder wohnen. Wir laufen einfach nicht. Es gibt keine Fußwege. Du kannst nur fahren.
SPEAKER_00Ja. So einfach Fachwissen am Hafen vergessen. Keine Ahnung. Die Straßen einfach so schlecht, dass man so nach 150 Kilometern Highway einfach aus den Sachen, die dem anderen im letzten Schlagloch es vom Auto gehauen hat, so einen sich einen Hondasierweg wieder zusammenglauben kann. Aus den Einzelnen. Das ist so einfach so exakt amerikanische Straße. Genauso alt. Also 250 Jahre Straße. Nichts erneuert.
SPEAKER_01Einfach schon wieder ein Fahrradplatten. Oh, stimmt.
SPEAKER_00Naja. Ich glaube, ich habe alles abgearbeitet hier. Geil. Aber vielleicht ein, ich habe noch einen Satz entdeckt, der gut ist. Ein Abschlusssatz: Amerika hat in 250 Jahren einen ganzen Kontinent erschlossen. Deutschland versucht seit ungefähr derselben Zeit herauszufinden, ob man einen digitalen Personalausweis auch digital beantragen darf.
SPEAKER_01Das ist aber eine Frage.
SPEAKER_00Ja. Ich habe das glaube ich gemacht.
SPEAKER_01Hör auf! Also ich weiß noch damals, als ich meine TK-App runtergeladen habe und in der App angeben konnte, dass ich nur noch papirlos, dass ich einer papierlosen Kommunikation zustimme und die Bestätigung dafür habe ich per Post erhalten.
SPEAKER_00Ja, doch auf! Das sagt alles über Leute nach. Es ist so unerquicklich. Das ist echt krass.
SPEAKER_01Bringen wir das doch mit einer negativen Affirmation zum Ende.
SPEAKER_02Genau, ihr Lieben, das war's für heute. Und denkt daran, bewahrt euch eure Traditionen.
SPEAKER_01Und vergesst nicht, euch jedes Mal wieder darüber zu beschweren.
SPEAKER_00Over and out, bitches.