Autohaus News mit Sina & Steven

Folge 4

Episode 4

Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.

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- Employer Branding und Fachkräftegewinnung in Autohäusern - Mitarbeiterbindung, Weiterbildung und Arbeitsbedingungen im Autohaus - E-Autos als Dienstwagen und Treiber des europäischen E-Auto-Markts - Beratung von Fuhrparkleitern zu E-Dienstwagen, Laden, Steuern und Restwerten - Ladeinfrastruktur, Ladetarife und Partnerempfehlungen durch Autohäuser - Steigende Spritpreise und Auswirkungen auf Neu- und Gebrauchtwagenberatung - Verbrauchsoptimierung im Werkstattservice durch Reifenluftdruck, Wartung und Updates - Planung der Winterreifen-Saison im Handel und Service - Digitale Terminbuchung für Räderwechsel und Reifenservice - Shuttle-Konzepte für Autohaus- und Werkstattkunden - Tesla und automatisierte Shuttle-Angebote im Mobilitätsumfeld - E-Auto-Prämien und Förderimpulse im Fahrzeugverkauf
SPEAKER_00

Hallo und willkommen zu Folge 4. Ich bin Sina und mir gegenüber sitzt wie immer Steven. Steven, ich habe das Gefühl, in den Autohäusern brodel gerade an allen Ecken. Personal-, Ehedienstwagen, Spritpreise, Ladeangebote. Also eigentlich einmal die komplette To-Do-Liste.

SPEAKER_01

Ja, schön eine kleine Liste für Montagmorgen, ne?

SPEAKER_00

Absolut.

SPEAKER_01

Aber es stimmt schon. Und was ich spannend finde, es sind gerade nicht nur diese großen Zukunftsthemen, sondern Sachen, die sofort im Betrieb landen. Also wer verkauft was, wer bekommt die Werkstatt voll? Wer findet überhaupt noch Leute? Das ist ziemlich handfest.

SPEAKER_00

Lass uns direkt mit Personal anfangen. Fachkräfte gewinnen ist ja wirklich Dauerbrenner. Aber gerade wird in der Branche nochmal stärker über Employer Branding gesprochen. Also nicht nur, wir schreiben eine Stelle aus und hoffen, dass sich jemand meldet, sondern warum sollte jemand genau in diesem Autohaus arbeiten wollen? Und das klingt erstmal nach Marketingbla bla, aber ich glaube, das ist im Alltag total konkret. Wie sehen die Werkstatträume aus? Wie geht der Serviceleiter mit Leuten um? Gibt es Weiterbildung? Werden Azubis ernst genommen? Das merken Bewerber ja nach fünf Minuten.

SPEAKER_01

Ja, und sie merken auch, wenn die schöne Karriereseite nicht zur Realität passt. Ich meine, du kannst nicht außen erzählen, wir sind modern, wertschätzen, digital und innen wird der Urlaubsplan noch wie ein heiliger Pergamentzettel am Werkstadtspind verteidigt.

SPEAKER_00

Der heilige Urlaubsplan.

SPEAKER_01

Ist doch so. Mein Impuls für Autohäuser wäre, fragt mal die eigenen Leute, warum sie bleiben. Nicht warum sie gekommen sind, sondern warum sie bleiben. Daraus entstehen oft die besten Argumente fürs Recruiting. Vielleicht ist es der kurze Draht zu Chef. Vielleicht die Vier-Tage-Woche im Service. Vielleicht die faire Provisionslogik im Verkauf.

SPEAKER_00

Oder einfach keine toxische Stimmung.

SPEAKER_01

Ja, Gold wert.

SPEAKER_00

Und es hängt ja direkt mit dem nächsten Thema zusammen. E-Autos, Dienstwagen, Beratung. Dienstwagen scheinen gerade ein ziemlich wichtiger Treiber für den europäischen E-Automarkt zu sein. Für Autohäuser heißt das, der gewerbliche Kunde kommt nicht nur mit der Frage, was kostet die Rate, sondern mit ganz vielen Folgefragen.

SPEAKER_01

Total.

SPEAKER_00

Laden zu Hause, Laden am Arbeitsplatz, Fahrprofile, Steuer, Restwert, Mitarbeiterakzeptanz. Und dann sitzt da vielleicht ein Vorpathleiter, der selbst noch skeptisch ist, aber vom Unternehmen den Auftrag hat, die Flotte grüner zu machen.

SPEAKER_01

Und genau da trennt sich Beratung von Prospektvorlesen. Wenn ich als Verkäufer nur sage, der hat 520 Kilometer Reichweite, dann ist das zu dünn. Ich muss fragen, wer fährt das Auto? Außendienst, Stadtverkehr, Pendler, gibt es Tiefgaragen? Gibt es eine Wallbox-Regelung? Und ganz wichtig, wie erklärst du es den Mitarbeitern so, dass sie nicht denken, sie kriegen jetzt ein Experiment auf Rädern.

SPEAKER_00

Ja, dieser psychologische Teil wird oft unterschätzt.

SPEAKER_01

Richtig. Ein Dienstwagen ist Status, Gewohnheit, Alltag. Wenn der plötzlich elektrisch ist, muss das Autohaus mithelfen, Sicherheit zu geben. Vielleicht mit einem kleinen Übergabetermin für Fahrerinnen und Fahrer. Nicht nur Schlüssel rüber und tschüss.

SPEAKER_00

Da passt auch das Thema Ladeinfrastruktur rein. Der Markt sortiert sich gerade stark. Manche Anbieter wachsen, manche kämpfen mit Auslastung, Preise bewegen sich, Modelle ändern sich. Für Autohäuser ist das Chance und Risiko zugleich.

SPEAKER_01

Warte mal, Chance warum?

SPEAKER_00

Weil das Autohaus sich als Lotse positionieren kann, also nicht selbst jedes Ladeprodukt besitzen muss, aber sagen kann, wir helfen dir die passende Lösung zu finden. Für Privatkunden, Gewerbekunden kleine Flotten. Aber Risiko, weil falsche Partner oder unklare Empfehlungen schnell Vertrauen kosten. Wenn der Kunde nach drei Monaten sagt, euer empfohlener Tarif ist viel teurer geworden oder die App funktioniert nicht, dann landet der Ärger nicht nur beim Ladeanbieter. Dann landet er auch im Autohaus.

SPEAKER_01

Das ist genau der Punkt, deshalb würde ich im Betrieb klare Spielregeln machen. Wen empfehlen wir, warum, wer erklärt was und wann sagen wir ehrlich, das können wir nicht final für Sie entscheiden, aber wir zeigen Ihnen die Option. Diese Ehrlichkeit ist besser als so eine Pseudo-Komplettlösung.

SPEAKER_00

Apropos Kosten, die Spritpreise ziehen wieder Aufmerksamkeit auf sich. Und ich finde spannend, wie schnell sich dadurch Kundengespräche verändern. Plötzlich wird der Verbrauch wieder emotionaler.

SPEAKER_01

Oh ja.

SPEAKER_00

Nicht nur bei Neuwagen, auch im Gebrauchtwagenverkauf fragen Leute wieder genauer. Was braucht er wirklich? Was kostet mich das im Monat? Lohnt sich Hybrid? Lohnt sich Elektro oder doch ein sparsamer Benziner?

SPEAKER_01

Und Werkstätten können das auch aufnehmen. Zum Beispiel beim Service aktiv über Reifenluftdruck, Softwareupdates, Wartungszustand, rollwiderstandsarme Reifen sprechen. Klingt klein, aber wenn Kunden das Gefühl haben, die Werkstatt hilft ihnen beim Sparen, dann ist das Kundenbindung. Nicht immer nur, da wäre noch der Innenraumfilter.

SPEAKER_00

Der arme Innenraumfilter, der muss immer herhalten.

SPEAKER_01

Er hat ein hartes Leben.

SPEAKER_00

Kurzer Schwenk zu Winterreifen. Auch wenn gerade keiner gern an Kälte denkt, im Handel und Service muss die Saison ja früh geplant werden. Reifenlager, Termine, Personal, Verfügbarkeiten und Kundenkommunikationen.

SPEAKER_01

Jetzt buchen, bevor alle panisch werden.

SPEAKER_00

Genau. Ich glaube, viele Betriebe könnten da noch früher und smarter rangehen. Nicht erst sehr geehrter Kunde, denken Sie an ihre Räder, sondern segmentiert, wer lagert bei uns ein, wer hatte letztes Jahr abgefahrene Profile, wer fährt viel, wer hat ein SUV mit teuren Dimensionen.

SPEAKER_01

Und bitte digital buchbar. Ich weiß, das klingt wie eine Kleinigkeit, aber wenn ich zum Räderwechsel anrufen muss, dann bin ich innerlich schon weg. Kunden wollen einen Slot auswählen, Bestätigung bekommen, fertig. Und wenn Zusatzbedarf da ist, kann der Serviceberater immer noch persönlich rein.

SPEAKER_00

Und dann haben wir noch so ein Technologiethema, das ein bisschen nach Zukunft klingt. Shuttle-Konzepte. Auch mit Tesla im Gespräch? Nicht zwingend morgen vor jedem Autohaus, aber es zeigt, wohin Mobilität im Umfeld von Handel und Service denken könnte.

SPEAKER_01

Meinst du Werkstatt, Shuttle?

SPEAKER_00

Unter anderem. Kunden bringen ihr Auto, müssen aber zur Arbeit, zum Bahnhof, nach Hause. Viele Autohäuser lösen das noch irgendwie mit Ersatzwagen, Hohl- und Bringendienst, Taxigutschein. Wenn automatisierte oder halbautomatisierte Shuttle-Angebote irgendwann stabiler werden, kann das Service-Prozesse verändern. Aber bis dahin muss man gar nicht science-fiction-mäßig werden. Schon ein sauber organisiertes Shuttle, per SMS angekündigt, mit klaren Zeiten, kann den Unterschied machen.

SPEAKER_01

Das ist sowieso mein Lieblingssatz. Die Zukunft beginnt manchmal mit einer vernünftigen SMS. Nicht mit einem Roboterauto.

SPEAKER_00

Sehr gut. Bevor wir zumachen, es gibt auch wieder Bewegung bei E-Auto-Premien und Förderimpulsen. Für Autohäuser heißt das aus meiner Sicht, Vertriebsteams müssen extrem schnell verständlich erklären können, was gilt, für wen es relevant ist und was eben nicht versprochen werden darf.

SPEAKER_01

Ja, bloß keine Förderfolklore am Verkaufstisch. Also nicht, da kommt bestimmt noch was, sondern sauber bleiben. Wenn eine Prämie konkret verfügbar ist, einrechnen. Wenn nicht, dann Szenarien zeigen. Kunden verzeihen Unsicherheit eher als falsche Sicherheit.

SPEAKER_00

Schöner Satz.

SPEAKER_01

Danke, den druck ich mir auf einen Kaffeebecher.

SPEAKER_00

Mach das. Mein Fazit für Folge 4. Autohäuser müssen gerade an zwei Enden gleichzeitig stark sein. Nach außen attraktiver Arbeitgeber, verlässlicher Mobilitätsberater, guter Kommunikator. Und nach innen Prozesse so aufstellen, dass das Team diesen Anspruch überhaupt leisten kann.

SPEAKER_01

Ja, und vielleicht nicht alles auf einmal perfekt machen wollen. Ein Thema nehmen, Recruiting-Story schärfen, Dienstwagenberatung verbessern, Reifenprozess digitalisieren, Hauptsache anfangen.

SPEAKER_00

Genau. Steven, danke dir.

SPEAKER_01

Sehr gern.

SPEAKER_00

Und euch danke fürs Zuhören. Wenn ihr im Autohaus, in der Werkstatt oder im Vertrieb steckt, viel Erfolg für die Woche, bleibt neugierig und bis zur nächsten Folge.