Autohaus News mit Sina & Steven
Im Podcast diskutieren Sina und Steven die aktuellsten News aus der Autohaus-Welt. Im Fokus stehen Entwicklungen, Trends und Themen, die Autohäuser, Werkstätten und die Automobilbranche bewegen.
Ob Digitalisierung, Kundenkommunikation, Vertrieb, Service, neue Technologien oder Veränderungen im Markt: Sina und Steven ordnen die wichtigsten Nachrichten ein, sprechen über Chancen und Herausforderungen und geben praxisnahe Impulse für den Autohaus-Alltag.
Autohaus News mit Sina & Steven
Folge 10
Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.
Willkommen zu Folge 10. Sina hier und Steven ist natürlich auch wieder am Start. Wir gucken auf das, was gerade in der Autohauswelt hochploppt. Und diesmal geht es erstaunlich viel um ein Thema: Elektroautos, die nicht nur elektrisch sein wollen, sondern praktisch.
SPEAKER_01Mhm, sehr gutes Stichwort.
SPEAKER_00Steven, Toyota legt beim BZVX nach. Der bekommt als Touring so eine Art hochgelegte Kombi-Variante. Mehr Platz, mehr Nutzwert, mehr Alltag. Zumindest ist das ganz klar die Richtung. Was war dein erster Gedanke?
SPEAKER_01Mein erster Gedanke war endlich mal ein E-Auto, über das man nicht nur über Reichweite, Ladeleistung und Batterietemperatur reden muss. Also klar, das bleibt alles wichtig, aber im Verkaufsraum ist doch oft die Frage, passt der Kinderwagen rein? Kann ich damit in den Urlaub? Ist das Ding nicht nur schick, sondern auch brauchbar?
SPEAKER_00Ja.
SPEAKER_01Und genau da kann so ein Touring helfen. Weil der BZ4X bisher, naja, der war für viele Kunden eher interessantes Elektro-SUV, aber nicht zwingend dieses, ah, das löst mein Leben Auto.
SPEAKER_00Das löst mein Leben ist auch ein sehr hoher Anspruch an ein Auto.
SPEAKER_01Total, aber du weißt, was ich meine.
SPEAKER_00Absolut. Und für Autohäuser ist das spannend, weil man E-Mobilität damit anders erzählen kann. Nicht hier ist die Kilowattstunde, hier ist der CO2-Wert, hier ist die App, sondern guck mal, du kommst mit dem Hund rein, mit dem Gepäck, mit den Getränkekisten, mit dem ganzen Krempel, den Familienhalt zu haben.
SPEAKER_01Genau.
SPEAKER_00Ich glaube, viele Verkäuferinnen und Verkäufer unterschätzen, wie schnell Kunden aussteigen, wenn ein E-Auto zu theoretisch erklärt wird. Sobald es nach Ladefenster, Wirkungsgrad und Plattform klingt, sind manche weg. Wenn du aber sagst, wir packen jetzt mal ihren Alltag in dieses Auto, dann passiert was anderes.
SPEAKER_01Ja, und das ist eigentlich ein super konkreter Impuls fürs Autohaus. Nicht nur Probefahrt anbieten, sondern Alltagstest. Also wirklich, Kunde bringt den Kindersitz mit oder den Fahrradträger oder die Hundebox. Klingt banal, aber das entscheidet am Ende oft mehr als irgendeine Tabelle.
SPEAKER_00Oh ja.
SPEAKER_01Und gerade Toyota-Händler können da, glaube ich, gut andocken, weil die Marke ja sowieso stark über Verlässlichkeit und Alltag funktioniert. Wenn jetzt beim Elektroangebot mehr Nutzwert dazukommt, dann ist das nicht nur ein neues Modell, sondern ein Beratungshebel.
SPEAKER_00Gleichzeitig muss man aufpassen, oder? Mehr Karosserie, mehr Raum, höher gelegt. Kunden fragen dann sofort, was macht das mit Verbrauch und Reichweite?
SPEAKER_01Sofort.
SPEAKER_00Und wenn der Verkäufer dann nur sagt, ja, wird schon passen, ist das schwierig.
SPEAKER_01Das ist die klassische Fachantwort, kommt drauf an.
SPEAKER_00Die hasse ich und liebe ich gleichzeitig.
SPEAKER_01Aber sie stimmt halt. Nur muss sie gefüllt werden. Ich würde im Verkaufsteam wirklich drei Kundentypen vorbereiten. Pendler mit Wallbox, Familie mit Urlaubsfahrten und Gewerbekunde mit regionalem Einsatz. Und dann für jeden Typ eine einfache Story bauen, so lädst du, so fährst du, so planst du. Nicht überfrachten.
SPEAKER_00Warte mal, Gewerbekunde finde ich interessant.
SPEAKER_01Ja.
SPEAKER_00Weil ein hochgelegter Kombi-Elektro-Toyota ja nicht nur für Privatkunden relevant ist. Außendienst, technische Services, regionale Unternehmen, die brauchen oft Raum, aber wollen nicht gleich Transporter fahren. Und die achten mittlerweile extrem auf Betriebskosten, Image, Ladefähigkeit am Standort. Da könnte das Autohaus zum Beispiel kleine Flottenpakete denken. Probefahrt über zwei Tage, Ladecheck am Betrieb, Serviceplan, Reifen, Ersatzmobilität. Also nicht nur Auto verkaufen, sondern Einsatzkonzept.
SPEAKER_01Exakt, und das ist der Punkt, den viele Betriebe gerade noch verschenken. Sie stellen ein neues E-Modell hin, machen vielleicht ein Schild dran, vielleicht ein paar Social Media Posts und warten. Aber bei E-Autos mit Nutzwert musst du rausgehen. Zu Handwerksbetrieben, Pflegediensten, regionalen Vertriebsfirmen. Da sitzen die Menschen, die sagen, ich will elektrisch probieren, aber bitte ohne Drama.
SPEAKER_00Elektrisch ohne Drama, das ist eigentlich ein Kampagnenclaim.
SPEAKER_01Toyota, wenn ihr zuhört, bitte mit Quellenangabe an Steven.
SPEAKER_00Rechnung geht raus.
SPEAKER_01Aber mal ernsthaft. Diese Autos müssen im Showroom auch anders inszeniert werden. Nicht nur glänzend poliert mit geschlossenen Türen. Kofferraum offen, Kabel sichtbar, aber ordentlich. Vielleicht Ladezubehör daneben. Eine Wochenendtasche, Kindersitz, Hundedecke meinetwegen.
SPEAKER_00Nicht die echte Hundedecke aus dem eigenen Kofferraum, bitte.
SPEAKER_01Ja, bitte vorher ausschütteln.
SPEAKER_00Was ich auch sehe, die Werkstatt muss da mitspielen. Wenn der Vertrieb nutzwert verspricht, darf der Service nicht klingen wie, oh Gott, Elektro, da müssen wir erst den Hochvoltmenschen fragen. Kunden brauchen Sicherheit. Wer betreut mich? Was passiert bei Softwarethemen? Wie läuft Wartung? Was ist mit Reifenverschleiß, Bremsen, Updates? Gerade wenn Toyota-Kunden aus einer eher sorgenfreien Hybridwelt kommen, erwarten die auch beim E-Auto Ruhe.
SPEAKER_01Und das ist ein richtig wichtiger Punkt. Toyota hat viele Kunden, die Hybrid nicht als Technik gekauft haben, sondern als Gefühl. Sparsam, zuverlässig, unkompliziert. Wenn diese Kunden jetzt Richtung Elektro gehen sollen, dann darf man sie nicht mit Fachsprache erschlagen. Man muss ihnen zeigen, das ist der nächste logische Schritt, nicht ein komplett neues Universum.
SPEAKER_00Schön gesagt.
SPEAKER_01Danke, war kurz poetisch.
SPEAKER_00Kommt selten vor, aber wir nehmen es.
SPEAKER_01Frech.
SPEAKER_00Ein Thema noch. Bestands- und Vorführwagenstrategie. Wenn so ein Touring kommt und man will den Nutzwert verkaufen, dann reicht ein Fahrzeug in irgendeiner Standardfarbe vielleicht nicht.
SPEAKER_01Oh, absolut.
SPEAKER_00Ich würde mir überlegen, welche Ausstattung zeigt den Alltag am besten? Nicht unbedingt die maximal teure Variante, sondern die, die Kunden realistisch kaufen. Mit sinnvollen Assistenzsystemen, gutem Kofferraumsetup, vielleicht Anhängelast, Dachträgerthema, alles, was diese Ich kann damit leben Botschaft stärkt.
SPEAKER_01Ja und dann bitte Verkäufer nicht nur auf Prospektwerte schulen, sondern auf Einwände. Reicht mir der Platz? Wie ist das im Winter? Kann ich damit an die Ostsee? Was ist nach fünf Jahren? Das sind keine Störungen im Verkaufsgespräch, das sind Kaufmotive in Frageform.
SPEAKER_00Der Satz ist gut.
SPEAKER_01Ich bin heute in Form.
SPEAKER_00Merkt man. Also, wenn wir es zusammenziehen. Toyota macht den BZVX mit dem Touring offenbar alltagstauglicher. Und für Autorhäuser steckt die Chance nicht nur im Modell selbst, sondern in der Art, wie man es erklärt.
SPEAKER_01Genau. Weniger Technikvortrag, mehr Lebensrealität.
SPEAKER_00Alltagstest statt Standardprobefahrt.
SPEAKER_01Flottenkunden aktiv ansprechen statt Waken.
SPEAKER_00Und Service von Anfang an mitdenken.
SPEAKER_01Eigentlich ganz einfach.
SPEAKER_00Eigentlich. Und genau da wird es ja meistens kompliziert.
SPEAKER_01Wie immer im Autohausalltag.
SPEAKER_00Das war Folge 10. Danke dir, Steven.
SPEAKER_01Danke dir, Sina. Hat Spaß gemacht.
SPEAKER_00Und euch danke fürs Zuhören. Bis zur nächsten Folge. Bleibt neugierig und macht's gut.