Autohaus News mit Sina & Steven

Folge 13

Episode 13

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- Stellantis-Neuausrichtung bei Marken, Regionen, Technik und Finanzdienstleistungen - Opel als stärker regional positionierte Marke im Stellantis-Konzern - Stellantis-Fokus auf Finanzdienstleistungen, Servicepakete und neue Erlösquellen - Wieder anziehender E-Auto-Markt in Europa - Wettbewerbsdruck durch chinesische Hersteller wie BYD und Chery - Vergleichbarkeit von E-Auto-Angeboten im Verkauf nach Preis, Ausstattung, Reichweite und Software - Mazda 6e als elektrische Limousine und Gegenentwurf zum SUV-Trend - Verkauf von Fahrzeugen über Design, Ruhe, Fahrgefühl und Langstreckentauglichkeit - Probefahrt-Training für unterschiedliche E-Auto-Positionierungen - Kundenkommunikation nach dem Kauf zu Wartung, Reifen, Software, Zubehör und Garantie - CRM-Nutzung im Autohaus jenseits von Geburtstagsmail und TÜV-Erinnerung - Umgang mit Kundeneinwänden zu China-Wettbewerb, Preis, Marke, E-Antrieb und Lieferbarkeit
SPEAKER_02

Willkommen zu Folge 13. Ich bin Sina und neben mir sitzt wieder Steven. Wir schauen auf das, was gerade in der Autohauswelt so rumort. Also nicht Hochglanz Buzzword-Bingo, sondern was heißt das morgen früh für Verkauf, Service, Geschäftsführung.

SPEAKER_00

Morgen früh, Kaffeemaschine läuft, erster Kunde steht schon am Tresen. Genau.

SPEAKER_02

Exakt. Und ich will direkt mit Stillantes starten. Da ist gerade viel Bewegung drin. Marken, Regionen, Technik, Finanzdienstleistungen, alles wird offenbar stärker sortiert. Und was ich spannend finde, Europa wirkt in dieser neuen Denke nicht mehr automatisch wie der Nabel der Welt. Für Händler ist das schon ein Brett. Weil wenn ein Konzern stärker global priorisiert, dann fragst du dich als Autohaus, welche Modelle kriege ich? Wie viel Unterstützung kommt noch für meine Marke? Und wie stabil bleibt eigentlich die Positionierung im Markt?

SPEAKER_00

Ja, und bei Opel zum Beispiel, wenn eine Marke stärker als regionale Größe gesehen wird, dann klingt das erstmal nüchtern. Aber für den Händler vor Ort heißt das, du musst noch klarer erklären können, wofür die Marke steht. Nicht mehr nur, das ist halt die Marke, die jeder kennt, sondern warum soll der Kunde genau jetzt bei mir unterschreiben?

SPEAKER_02

Total. Und ich glaube, das betrifft auch die Verkäuferführung. Also nicht nur Produktdaten auswendig lernen, sondern Storyline bauen. Wenn der Kunde fragt, ist die Marke noch wichtig, dann brauchst du eine Antwort, die nicht klingt wie aus dem Pressetext.

SPEAKER_00

Ja, so dieses keine Sorge, alles gut, das reicht halt nicht.

SPEAKER_02

Überhaupt nicht.

SPEAKER_00

Was ich daran spannend finde, ist, DeLantis setzt ja Stärke auf Finanzdienstleistungen und neue Erlösquellen. Das klingt erstmal nach Konzernstrategie, weit weg vom Showroom. Aber am Ende landet es beim Verkäufer, der plötzlich nicht nur ein Auto verkauft, sondern ein Paket. Finanzierung, Garantieverlängerung, Servicevertrag, vielleicht Versicherung, vielleicht Wartung.

SPEAKER_02

Und da wird schnell heigel, oder? Weil Kunden merken sofort, ob du Ihnen etwas Passendes baust oder ob du einfach noch drei Häkchen in der Marge suchst.

SPEAKER_00

100 Prozent. Die Chance ist aber riesig. Wenn ich als Autohaus sauber arbeite, kann ich aus einem Preisgespräch ein Sicherheitsgespräch machen. Also weg von was kostet die Rate, hin zu was ist in den nächsten vier Jahren für sie planbar. Das ist viel stärker.

SPEAKER_01

Guter Punkt.

SPEAKER_00

Und gerade wenn Herstellerstrukturen wackeln oder sich verändern, ist Planbarkeit für Kunden ein echter Beruhigungsfaktor.

SPEAKER_02

Apropos Wackeln, der E-Automarkt legt in Europa wieder spürbar zu. Und gleichzeitig drücken chinesische Hersteller wie BYD oder Cherry stärker rein. Jetzt haben wir ja in den letzten Folgen schon viel über China-Marken gesprochen. Deshalb will ich nicht wieder in dieselbe Kerbe hauen. Aber ein anderer Aspekt. Die Vergleichbarkeit im Verkauf explodiert.

SPEAKER_00

Oh ja.

SPEAKER_02

Früher hat der Kunde vielleicht Golf gegen Astra verglichen, überspitzt gesagt. Jetzt kommt er rein und sagt, bei Marke XY bekomme ich großes Display, viel Ausstattung, ordentliche Reichweite und einen Preis, der mich nervös macht. Und dann sitzt du da.

SPEAKER_00

Der Preis macht mich nervös. Schöner Satz.

SPEAKER_02

Ist doch so.

SPEAKER_00

Ja, ja.

SPEAKER_02

Und die Frage ist, wie reagieren Autohäuser darauf, ohne schlecht über andere Marken zu reden. Das finde ich wichtig. Kunden mögen dieses Bashing nicht.

SPEAKER_00

Gar nicht. Sobald ein Verkäufer sagt, ach, das ist doch alles nichts, denkt der Kunde, aha, du hast keine Argumente. Viel besser wäre, Vergleich aktiv aufnehmen. Drei Spalten auf einem Tablet oder Blatt Papier. Nutzung, Laden, Garantieumfang, Bedienung, Werkstattnähe, Software, Lieferzeit. Und dann ruhig bleiben.

SPEAKER_02

Also eher Beratung als Verteidigung.

SPEAKER_00

Genau. Und Verkaufsteams sollten einmal pro Woche kurze Wettbewerbsrunden machen. Nicht zwei Stunden Meetinghölle, sondern 15 Minuten, was fragen Kunden gerade? Welche Modelle nennen sie? Welche Einwände kommen? Dann entsteht eine lebendige Wissensbasis.

SPEAKER_02

Das ist so simpel, aber viele machen es nicht.

SPEAKER_00

Weil ihr Alltag frisst. Telefon, Auslieferung, Rückläufer, Chef will zahlen, Werkstatt ruft und zack, keine Zeit.

SPEAKER_02

Autohausrealität.

SPEAKER_00

Leider ja.

SPEAKER_02

Lass uns kurz zum Mazda springen. Der Mazda 6E wird ja als ziemlich bewusster Gegenentwurf verstanden. Also nicht noch ein SUV, nicht noch höher, breiter, wuchtiger, sondern eher limousine, ruhiger, vielleicht auch ein bisschen eleganter. Ich finde das interessant, weil viele Händler im Showroom gerade sehr SUV-lastig unterwegs sind. Und so ein Auto zwingt dich, anders zu verkaufen. Nicht, da passt der Kinderwagen rein und sie sitzen schön hoch, sondern eher, wie fühlt sich das an? Wie leise ist das? Wie wertig? Wie fährt sich Langstrecke? Das ist eine andere Bühne.

SPEAKER_00

Ja, und das kann sogar richtig gut tun, weil manche Kunden SUV-müde sind. Die sagen nicht laut, ich bin SUV-müde. Aber die stehen vor so einer flachen Silhouette und sagen, endlich mal was anderes. Da muss der Verkäufer hellhörig sein.

SPEAKER_02

Und nicht sofort wieder die Praktikabilitätskarte ziehen.

SPEAKER_00

Genau, nicht alles muss mit Kofferraumlitern erschlagen werden. Manchmal verkauft man Stil, Ruhe, Entschleunigung. Klingt jetzt fast nach Wellness Hotel, aber du weißt, was ich meine.

SPEAKER_02

Der Mazda 6E Spy Edition.

SPEAKER_00

Mit Duftkerze im Handschuhfach.

SPEAKER_02

Bitte nicht.

SPEAKER_00

Okay, gestrichen.

SPEAKER_02

Aber im Ernst. Für Autohäuser heißt das, Fahrzeugpräsentation individueller zu machen. Nicht jedes E-Auto gleich erklären. Bei einem technischen Stadtflitzer argumentierst du anders als bei einer elektrischen Limousine, die vielleicht über Design und Fahrgefühl kommt.

SPEAKER_00

Und das ist auch ein Trainingsthema für Probefahrten. Verkäufer sollten vor der Fahrt wissen, was will ich erlebbar machen. Bei so einem Auto vielleicht nicht die Ampelbeschleunigung, sondern Ruhe bei Tempo 100, Sitzposition, Bedienlogik, Materialgefühl.

SPEAKER_01

Ja, weil sonst fährt der Kunde 10 Minuten einmal um Block und sagt danach, joa, fährt.

SPEAKER_00

Der Tod jeder Probefahrt.

SPEAKER_01

Wirklich.

SPEAKER_00

Ein weiteres Thema, das ich aus der Stilantis-Ecke nochmal aufnehmen würde, wenn Hersteller mehr über Pakete, Services und Finanzprodukte verdienen wollen, müssen Autohäuser ihre Kundenkommunikation nach dem Kauf verbessern. Sonst ist das alles nur Abschlussdruck am Tag der Unterschrift. Die eigentliche Musik spielt nach sechs Monaten, nach zwölf Monaten Reifen, Wartung, Softwarethemen, Zubehör, Garantie, Anschlussfinanzierung. Wenn CRM nur Geburtstagsmail und TÜV-Erinnerung ist, verschenkst du wahnsinnig viel.

SPEAKER_02

Da bin ich bei dir. Und es muss menschlich bleiben. Eine Nachricht wie: Hallo Frau Berger, der Winter steht an. Wir haben für Ihr Modell drei sinnvolle Optionen vorbereitet. Das fühlt sich anders an als irgendein generischer Newsletter mit acht Ausrufezeichen.

SPEAKER_00

Acht Ausrufezeichen sind mindestens sieben zu viel.

SPEAKER_02

Mindestens. Was wäre dein konkreter Impuls für diese Woche?

SPEAKER_00

Ich würde im Autohaus eine kleine Übung machen. Jeder Verkäufer bringt einen aktuellen Kundeneinwand mit. Egal ob zu China-Wettbewerb, Preis, Marke, E-Antrieb oder Lieferbarkeit. Dann formuliert das Team gemeinsam eine Antwort, die respektvoll ist und nicht defensiv. Zehn Einwände, zehn gute Antworten. Fertig.

SPEAKER_02

Sehr praxisnah.

SPEAKER_00

Und du?

SPEAKER_02

Ich würde mir die eigene Angebotslogik anschauen. Also, verkaufen wir nur das Auto oder verkaufen wir wirklich Mobilität mit planbaren Kosten? Wenn Finanzdienstleistungen wichtiger werden, darf das nicht wie Beipackzettel wirken. Das muss Teil der Beratung sein. Sauber, transparent, kundennah.

SPEAKER_00

Schönes Schlusswort eigentlich.

SPEAKER_02

Dann nehmen wir das. Danke, Steven.

SPEAKER_00

Danke dir, Sina. Und allen da draußen gute Gespräche im Showroom, gute Nerven im Alltag.

SPEAKER_02

Bis zur nächsten Folge.