Autohaus News mit Sina & Steven

Folge 15

Episode 15

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0:00 | 7:21
- Fahrerassistenzsysteme und steigende Reparaturkosten nach Unfällen - Sensor-, Kamera- und Radarkalibrierung in Karosserie- und Lackbetrieben - Schadenkalkulation, Dokumentation und Versichereranforderungen im Autohaus - Nürnberger Versicherung wird Teil der Vienna Insurance Group - Versicherungs- und Garantieprozesse im Autohaus - Alkohol am E-Scooter und mögliche Folgen für die Fahrerlaubnis - Betriebliche Regeln für Scooter, Poolfahrzeuge und Ersatzmobilität - Diskussion um Einführung von E20-Benzin - Beratungsbedarf zu E5, E10 und E20 bei Neu- und Gebrauchtwagen - ZKF-Jahresmagazin 2026 - Fachkräftemangel, Teilepreise und Dokumentationspflichten in Karosseriebetrieben - Opel Mokka GSE und Rückkehr sportlicher Opel-Modelle
SPEAKER_01

Willkommen zu Folge 15. Ich bin Sina und mir gegenüber sitzt Steven. Bereit für eine Runde Autohaus-News, Werkstattrealität und ein bisschen Kopfschütteln zwischendurch.

SPEAKER_00

Immer. Und heute glaube ich wird es ziemlich praxisnah. Also weniger Hochglanz, mehr. Was passiert eigentlich montags um halb 8 in der Annahme?

SPEAKER_01

Ja, genau da wollte ich hin. Thema 1. Fahrerassistenzsysteme. Eigentlich sollen die ja Unfälle vermeiden, logisch. Aber was gerade in vielen Betrieben so richtig spürbar wird, wenn es trotzdem kracht, wird es halt nicht automatisch günstiger. Eher im Gegenteil. Du hast Sensoren, Kameras, Radareinheiten, Kalibrierung, Diagnose. Manchmal muss ein Stoßfänger runter. Und danach ist nicht einfach nur Lack und fertig. Das verändert die komplette Schadenkalkulation. Und ich glaube, viele Kundinnen und Kunden verstehen erstmal nicht, warum ein scheinbar kleiner Parkrempler plötzlich so teuer ist.

SPEAKER_00

Ja, und das ist für Serviceberater echt eine Kommunikationsaufgabe. Früher konntest du sagen, Kotflügel, Lack, Arbeitszeit. Heute musst du erklären, da hängt ein System dran, das nachher wieder exakt wissen muss, wo vorne, hinten, links, rechts ist. Und wenn das nicht sauber gemacht wird, dann ist das Sicherheitsrisiko.

SPEAKER_01

Echt jetzt, das ist so ein Punkt, nicht nur Kosten, sondern Verantwortung.

SPEAKER_00

Total. Und für Karosserie und Lackbetriebe heißt das, Investitionen in Kalibrierplätze, Schulungen, saubere Dokumentation. Ich meine, Versicherer schauen da ja auch genauer hin. Warum kostet das? Was wurde gemacht? Gibt es Messprotokolle, Fotos, Diagnoseausdrucke? Das ist nicht mehr Kür, das ist Alltag.

SPEAKER_01

Hm, und da sind wir schon beim nächsten Thema. Versicherer. Die Nürnberger Versicherung ist jetzt Teil der Vienna Insurance Group. Klingt erstmal nach Konzernmeldung weit weg vom Schauraum. Aber so ganz weit weg ist es eben nicht.

SPEAKER_00

Nee, gar nicht.

SPEAKER_01

Weil Versicherungen im Autohaus an ganz vielen Stellen mit drin stecken. Kfz-Pulice, Schadensteuerung, Garantieprodukte, Mobilitätsbausteine, Flottenkunden. Wenn sich da Strukturen ändern, kann das langfristig Prozesse verändern. Vielleicht Produkte, vielleicht Ansprechpartner, vielleicht digitale Schnittstellen.

SPEAKER_00

Genau, ich würde jetzt keinem Händler raten, Panik, sofort alles U stellen. Aber ich würde schon sagen, guckt euch eure Versicherungs- und Garantiepartner regelmäßig an. Sind die Abläufe schnell? Funktioniert die Schadenfreigabe? Versteht der Kunde, was er da abgeschlossen hat? Denn wenn es im Schadenfall hakt, ist meistens nicht die Versicherung emotional im Schussfeld, sondern das Autohaus.

SPEAKER_01

Autsch, aber stimmt.

SPEAKER_00

Ist so, der Kunde steht am Tresen und sagt, sie haben mir das doch verkauft. Und dann brauchst du intern klare Zuständigkeiten. Vertrieb verkauft nicht irgendwas und Service darf es später ausbaden. Das muss zusammengedacht werden.

SPEAKER_01

Apropos ausbaden. E-Scooter und Alkohol. Das wirkt immer noch für manche wie so ein harmloses Ich fahre schnell Heimding. Ist es aber rechtlich überhaupt nicht? Wenn jemand alkoholisiert mit dem E-Scooter unterwegs ist, kann das richtig harte Folgen haben. Bis hin zur Fahrerlaubnis. Und ich finde das fürs Autohaus interessanter, als man auf den ersten Blick denkt. Gerade wenn Betriebe ihren Mitarbeitenden Scooter, Poolfahrzeuge, Fahrräder oder sonstige Mobilitätslösungen anbieten.

SPEAKER_00

Ja, intern sollte das sauber geregelt sein, nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern klar, was gilt auf dem Betriebsgelände, bei Events, bei Ersatzmobilität und im Kundengespräch kann es auch mal relevant werden. Wenn jemand sagt, ach, ich lasse das Auto hier und nehme den Scooter nach Hause, dann ist das eben nicht rechtsfreier Spaß auf zwei kleinen Räder.

SPEAKER_01

Rechtsfreier Spaß auf zwei kleinen Rädern. Den Satz drucke ich mir aus.

SPEAKER_00

Bitte mit Helm daneben.

SPEAKER_01

Mach ich. Dann ein Thema, das an der Tankstelle für Stirnrunzeln sorgen könnte. E20. Also Benzin mit bis zu 20% Ethanol. Die Diskussion kommt wieder hoch, auch wegen Spritpreisen und Klimabilanz. Aber eine Einführung wäre nicht so simpel wie, wir kleben eine neue Zapfpistole dran und fertig.

SPEAKER_00

Nee, weil schon E5 und E10 viele Leute verwirrt haben. Manche fragen heute noch, darf meiner das? Und jetzt stell dir noch E20 daneben vor. Dann hast du im Verkauf, im Service und im Gebrauchtwagengeschäft sofort Beratungsbedarf.

SPEAKER_01

Vor allem bei älteren Fahrzeugen, oder?

SPEAKER_00

Genau. Bei neueren Modellen gäbe es vermutlich klare Freigaben, je nach Hersteller, Motor, Baujahr. Aber im Bestand, bei Inzahlungsnahmen, bei jungen Gebrauchten aus unterschiedlichen Märkten, da müssen Autohäuser vorbereitet sein. Nicht raten, nicht wird schon passen, sondern Herstellervorgaben kennen und verständlich übersetzen.

SPEAKER_01

Und zwar nicht erst, wenn der Kunde schon verunsichert im Showroom steht.

SPEAKER_00

Ganz genau.

SPEAKER_01

Ich sehe da sogar einen kleinen Service-Impuls. FAQ auf der Website, Aushang an der Annahme, kurze Schulung fürs Team. Nicht riesig, aber so, dass niemand ins Schwimmen kommt. Weil Kraftstofffragen sind emotionaler als man denkt. Da geht es um Motor, Garantie, Restwert, also um Angst vor teuren Fehlern.

SPEAKER_00

Und um Gewohnheit. Leute tanken seit Jahren dasselbe. Wenn dann neue Sorten kommen, ist Unsicherheit normal. Ein gutes Autohaus kann da Ruhe reinbringen. Das ist Kundenbindung, ohne dass du direkt etwas verkaufst.

SPEAKER_01

Sehr schön gesagt. Dann noch kurz Werkstattseite. Der Zentralverband Karosserie und Fahrzeugtechnik hat sein Jahresmagazin für 2026 draußen. Für Mitgliedsbetriebe ist sowas oft mehr als Lesestoff fürs Wartezimmer.

SPEAKER_00

Ja, absolut. Da geht es meist um Technik, Betriebsführung, Reparaturprozesse, Fachkräfte, neue Anforderungen. Und gerade Karosseriebetriebe stehen momentan echt unter Druck. Komplexere Fahrzeuge, Dokumentationspflichten, Teilepreise, Fachkräftemangel, alles gleichzeitig. Ich würde Betriebsinhabern echt raten, solche Materialien nicht irgendwo ablegen, sondern im Team nutzen. Macht daraus vielleicht einen kurzen Monatsimpuls. Eine Seite, ein Thema, zehn Minuten. Klingt banal, aber so bleibt Wissen im Betrieb lebendig.

SPEAKER_01

Ja, und es nimmt auch diese Schwere raus. Weiterbildung muss nicht immer gleich ganztägiges Seminar mit trockenem Brötchen sein.

SPEAKER_00

Wobei trockene Brötchen natürlich ein deutsches Kulturgut sind.

SPEAKER_01

Leider. Zum Schluss noch ein bisschen Emotion im Showroom. Opel bringt mit dem Mocker GSE dieses sportliche Kürzel wieder stärker ins Spiel. OPC ist ja eher Vergangenheit. GSE klingt nach, wir wollen wieder Fahrspaß erzählen.

SPEAKER_00

Und das ist für Händer spannend, nicht weil jeder sofort so ein Modell kauft, sondern weil sportliche Varianten Gespräche öffnen. Farbe, Sitze, Optik, Fahrgefühl. Endlich mal nicht nur Rate Reichweite Lieferzeichen. Man kann so ein Auto auch als Frequenzbringer sehen. In den Schauraum stellen, Probefahrten gezielt anbieten, vielleicht bestehende Opel Kunden einladen, die früher OPC cool fanden. Also nicht nur, hier ist ein weiteres Modell, sondern hier ist ein Anlass, wieder über Begeisterung zu sprechen.

SPEAKER_01

Das ist eigentlich der rote Faden heute. Technik wird komplexer, Regeln werden komplexer, Märkte werden komplexer. Aber gute Autohäuser übersetzen das in klare menschliche Kommunikation.

SPEAKER_00

Schönes Fazit. Und wenn Sie dabei noch ein sportliches Auto in die Ecke stellen, beschwert sich auch keiner.

SPEAKER_01

Damit lassen wir euch für diese Folge raus. Danke fürs Zuhören, bleibt wachsam bei Sensoren, Kraftstoffen und E-Scootern und bis zur nächsten Runde.

SPEAKER_00

Macht's gut!