Autohaus News mit Sina & Steven

Folge 47

Episode 47

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- Opel: vier neue Modelle bis 2030 - Opel-Modelle auf Stellantis-Technik - Opel-Elektroantriebstechnik von Leapmotor - Leapmotor als chinesischer Technologiepartner von Stellantis/Opel - Kundenkommunikation zu Herkunft, Garantie, Software, Ersatzteilen und Updates neuer Opel-Technik - Restwert- und Rückläuferbewertung bei Opel-Modellen mit neuer Technikpartnerschaft - Opel-Markenidentität bei chinesischer Technik unter deutscher Marke - Zeekr-Ausbau mit neuen Standorten in Deutschland - Neue Elektromarken und lokale Händlernetze als Wettbewerbsfaktor - Probefahrt, Übergabe und Servicepunkte als Vertrauensfaktoren im Autokauf - Online-zu-Offline-Prozesse im Autohaus bei Leads und Verkaufsanfragen - Service- und Werkstattvorbereitung auf Softwareprobleme, Diagnose, Schulungen und Ersatzteile bei E-Autos
SPEAKER_01

Willkommen zu Folge 47, Sina hier, und mir gegenüber sitzt Steven. Wir schauen wieder auf das, was gerade in der Autohauswelt so rumort. Und Steven, ich sag's direkt, diese Woche fühlt sich ein bisschen an wie Markenidentität im Schleudergang.

SPEAKER_00

Schönes Bild. Schleudergang 1400 Umdrehungen.

SPEAKER_01

Mindestens.

SPEAKER_00

Aber ja, voll. Vor allem bei Opel. Da ist gerade spannend, dass bis 2030 vier neue Modelle kommen sollen und zwei davon auf Stilantes-Technik aufbauen. Mindestens eins mit Elektroantriebstechnik von Leapmotor, also chinesische Technik unter einer sehr deutschen Marke, wenn man so will.

SPEAKER_01

Das ist genau der Punkt. Opel ist für viele Kundinnen und Kunden ja immer noch bodenständig, deutsch, vertraut, Astra vom Nachbarn, Corsa fürs Kind, Mocker für, naja, für alle irgendwie. Und dann kommt plötzlich im Beratungsgespräch die Frage, Moment, was ist da jetzt chinesisch dran? Und wenn der Verkäufer dann anfängt zu schwimmen, ist es vorbei.

SPEAKER_00

Genau. Ich glaube, Autohäuser müssen sich darauf vorbereiten, wie auf eine neue Antriebsart. Nicht technisch eins zu eins, aber kommunikativ. Also welche Komponenten kommen von wem? Was bedeutet das für Garantie, für Software, für Ersatzteile, für Updates und vor allem, wie erkläre ich das, ohne defensiv zu klingen? Weil defensiv klingt sofort nach, da ist was faul.

SPEAKER_01

Total. Und gleichzeitig darf man es auch nicht schönbügeln. So nach dem Motto, ach, ist doch alles egal, Hauptsache fährt. Nee, gerade E-Autokäufer sind ja oft überraschend detailverliebt. Die fragen nach Batterie, Ladeleistung, Software, Herkunft, Langzeitqualität. Und im Flottengeschäft sowieso.

SPEAKER_00

Flottenkunden fragen dich nach Dingen, da musst du erstmal kurz innerlich das WLAN neu starten.

SPEAKER_01

Ja! Können Sie mir bitte die Update-Strategie für die nächsten sechs Jahre erklären? Klar, Moment, ich hole kurz die Glaskugel aus dem Servicebüro.

SPEAKER_00

Aber Spaß beiseite. Für Opel-Händler ist das auch eine Chance. Wenn die Technik gut funktioniert, wenn die Preise passen, wenn die Fahrzeuge schnell verfügbar sind, dann kann das richtig helfen. Opel braucht ja Modelle, die im E-Bereich wettbewerbsfähig sind. Und Stillantes holt sich mit Leapmotor offenbar Tempo rein.

SPEAKER_01

Nur muss das Autohaus dieses Tempo mitgehen können. Verkauf, Service, Teidelager, Diagnose, alles. Ich würde als Betriebsleiter jetzt nicht warten, bis das Auto im Schauraum steht. Ich würde schon vorher intern eine Art Fragenkatalog bauen. Was werden Kunden fragen? Was fragt die Werkstatt? Was fragt der Gebrauchtwagenverantwortung?

SPEAKER_00

Restwerte.

SPEAKER_01

Genau, Restwerte. Wie kalkuliere ich ein Fahrzeug, bei dem die Technikpartnerschaft noch neu ist? Wie bewerte ich Rückläufer nach drei Jahren? Das ist kein Randthema. Das ist knallhart Ergebnisrechnung.

SPEAKER_00

Und es ist Markenpsychologie. Opel darf nicht wirken wie ein Etikett auf fremder Technik. Wenn im Showroom der Eindruck entsteht, das ist eigentlich irgendwas anderes, nur mit Blitz drauf, dann wird es schwierig.

SPEAKER_01

Oh ja.

SPEAKER_00

Deshalb, die Story muss sitzen. Nicht künstlich-patriotisch, nicht antichinesisch, sondern sauber, was ist Opel daran? Abstimmung, Design, Bedienung, Händlernetz, Serviceversprechen. Da liegt der Unterschied.

SPEAKER_01

Und damit sind wir eigentlich schon beim zweiten Thema. Händlernetz. Sieka baut seine Präsenz hier weiter aus und eröffnet neue Standorte. Das finde ich bemerkenswert, weil lange hieß es ja, neue Marken machen alles digital, Showroom zweitrangig, Vertrieb schlank, Kunde klickt sich durch.

SPEAKER_00

Und jetzt stehen sie doch in der Stadt.

SPEAKER_01

Eben, weil Probefahrt, Übergabe, Servicepunkt, echte Menschen. Das verschwindet nicht. Es verändert sich, aber es verschwindet nicht. Und für bestehende Autohäuser ist das ein Signal. Die neuen Wettbewerber haben verstanden, dass Vertrauen lokal entsteht. Nicht nur über Reichweite und Bildschirmgrafik.

SPEAKER_00

Wobei ich mich frage, wie nervös muss man als Mehrmarkenhändler sein, wenn plötzlich in der eigenen Region ein neuer Zika-Standort aufmacht? Also nicht nur ein Banner im Internet, sondern ein echtes Gebäude, echte Probefahrten, echte Verkäufer.

SPEAKER_01

Schon nervös, aber nicht panisch. Panik macht schlechte Rabatte.

SPEAKER_00

Sehr guter Satz.

SPEAKER_01

Ist so, dann wird sofort über Preis reagiert. Dabei wäre die bessere Frage, wo sind wir stärker? Gebrauchtwagenannahme, Finanzierung, Werkstattnähe, persönliche Beziehung, schnelle Hilfe, wenn die App mal spinnt. Das klingt altmodisch, ist aber für viele Kunden brutal relevant.

SPEAKER_00

Ja, aber nur wenn es wirklich funktioniert. Wenn ein Auto aussagt, wir sind persönlich erreichbar und dann hängt der Kunde acht Minuten in der Warteschleife, dann gewinnt am Ende vielleicht doch die App.

SPEAKER_01

Autsch, aber stimmt.

SPEAKER_00

Ich glaube, der neue Wettbewerb zwingt klassische Betriebe dazu, ihre Stärken nicht nur zu behaupten, sondern messbar zu machen. Wie schnell kriegt ein Kunde einen Termin? Wie sauber ist die Übergabe? Wie gut wird ein Softwareproblem erklärt? Wie unkompliziert läuft ein Ersatzwagen? Das sind die Momente, in denen Loyalität entsteht.

SPEAKER_01

Und Sika zeigt eben, auch junge Marken brauchen diese Momente. Ein Standort ist ja nicht nur Verkaufsfläche. Der sagt, wir sind da, wir bleiben. Du musst dein Auto nicht ins Nirvana schicken, wenn was ist.

SPEAKER_00

Genau.

SPEAKER_01

Wobei, kleine Spitze, manche Showrooms sehen inzwischen aus wie Flughafenlounges. Aber wehe, du willst einen Kaffee mit normaler Milch?

SPEAKER_00

Hafer, Soja, Mandel, aber Vollmilch nur auf Vorbestellung.

SPEAKER_01

Premium heißt, der Cappuccino kennt deine Fahrgestellnummer.

SPEAKER_00

Stark.

SPEAKER_01

Zurück zum Thema. Was würdest du einem Autohaus konkret raten, wenn in der Region neue Elektromarken sichtbarer werden?

SPEAKER_00

Erstens, Wettbewerber wirklich besuchen. Nicht aus Arroganz sagen, ach, die kochen auch nur mit Strom. Hingehen. Probefahrt anfragen. Prozess erleben. 2. Das eigene Online-zu-Offline-Erlebnis testen. Also, Lied kommt rein. Was passiert dann? Minuten, Stunden, Tage? 3. Verkäufer fit machen auf Vergleichsgespräche. Nicht schlechtreden, sondern einordnen.

SPEAKER_01

Ja, ja, genau.

SPEAKER_00

Und viertens, Service sichtbar machen. Viele Kunden kaufen ein E-Auto nicht nur wegen der Beschleunigung, sondern weil sie Ruhe wollen. Wenn ich als Händler glaubwürdig sage, wir kümmern uns, auch nach dem Kauf, dann ist das ein echter Wert.

SPEAKER_01

Bei Opel mit Leapmotortechnik ist das ähnlich. Da darf Service nicht erst nach dem Verkauf anfangen. Eigentlich muss der Service schon im Verkauf mitgedacht werden. Welche Diagnosewege gibt es? Welche Schulungen braucht das Team? Welche Teile sind kritisch? Wer kann dem Kunden erklären, ob ein Update jetzt Komfort, Ladeverhalten oder Sicherheit betrifft?

SPEAKER_00

Und bitte nicht diese Sätze, das macht alles das System.

SPEAKER_01

Oh.

SPEAKER_00

Ja, weil der Kunde dann fragt, welches System und dann wird's dünn.

SPEAKER_01

Das große System im Himmel.

SPEAKER_00

Genau. Nein, im Ernst. Die Betriebe, die Technik verständlich übersetzen können, gewinnen. Nicht die, die jedes Steuergerät auswendig kennen, sondern die sagen können, was bedeutet das für deinen Alltag?

SPEAKER_01

Schöner Bogen. Also, wenn wir diese Folge auf einen Satz runterbrechen, neue Technikpartnerschaften und neue Standorte verändern den Wettbewerb. Aber sie machen das Autohaus nicht überflüssig. Sie machen gute Autohausarbeit sichtbarer.

SPEAKER_00

Und schlechte leider auch.

SPEAKER_01

Ja, gemein aber wahr.

SPEAKER_00

Zum Mitnehmen vielleicht. Nicht warten, bis der Markt einen überrascht. Teams briefen, Prozesse testen, regionale Konkurrenz ernst nehmen und bei neuen Modellen früh klären, was Verkauf und Werkstatt wirklich wissen müssen.

SPEAKER_01

Damit sind wir durch für Folge 47. Danke dir, Steven.

SPEAKER_00

Danke dir, Sina. Hat Spaß gemacht.

SPEAKER_01

Und euch danke fürs Zuhören. Macht's gut, bleibt neugierig und falls euer Cappuccino eure Fahrgestummer kennt, sagt uns Bescheid. Bis zur nächsten Folge.