Autohaus News mit Sina & Steven

Folge 48

Episode 48

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- Faire Reparaturmöglichkeiten und Zugang zu Reparaturinformationen im Aftersales - Teileversorgung, Diagnosedaten und Hersteller-Freischaltungen für Werkstätten - Stellantis Eurorepar auf der Automechanika Frankfurt - Zeitwertgerechte Reparaturangebote für ältere Fahrzeuge - Karosserie- und Unfallreparatur: „Instandsetzen statt Ersetzen“ - Schadenprozess mit Versicherung, Fotodokumentation und Kundenfreigabe - Carglass Deutschland gewinnt internationalen Belron-Wettbewerb - Glasreparatur, Windschutzscheibenwechsel und Kalibrierung von Assistenzsystemen - MG erweitert Modellangebot - MG4 Urban - MGS9 als siebensitziges Familienfahrzeug - Verkaufsberatung zu Alltagsszenarien statt reiner Datenblatt-Kommunikation
SPEAKER_01

Willkommen zu Folge 48. Ich bin Sina und bei mir ist natürlich wieder Steven. Steven, ich habe das Gefühl, die Autohauswelt dreht gerade nicht einfach schneller. Sie dreht so ein bisschen eckiger. Mehr Werkstatt, mehr Prozesse, mehr Preisgefühl beim Kunden.

SPEAKER_00

Ja, absolut. Und weniger Hochglanz, Showroom, Romantik, ne? Also nicht weg, aber der Alltag entscheidet gerade extrem stark im Service. Vielleicht starten wir genau da. Reparaturgeschäft. Da passiert gerade viel rund um fairere Reparaturmöglichkeiten, Zugang zu Infos, Teileversorgung, diese ganze Frage, wer darf was reparieren und zu welchen Bedingungen. Für Autohäuser mit Werkstatt ist das nicht irgendein politisches Randthema. Das berührt ganz direkt After Sales-Umsatz, Kundenbindung und auch die Frage, ob ein Betrieb beim älteren Fahrzeug noch attraktiv bleibt.

SPEAKER_01

Toll. Und ich finde es spannend, viele hören bei solchen Themen sofort nur Bürokratie. Aber in der Praxis heißt das doch, kann ich dem Kunden eine bezahlbare Reparatur anbieten, ohne dreimal zu sagen, äh, müssen wir erst beim Hersteller freischalten lassen, dauert, kostet, keine Ahnung.

SPEAKER_00

Genau. Und das ist so ein Vertrauensmoment. Wenn der Serviceberater vorne sauber erklären kann, wir haben Zugriff, wir können diagnostizieren, wir können Alternativen anbieten, dann bleibt der Kunde eher im Haus. Gerade bei Fahrzeugen aus der Garantie raus.

SPEAKER_01

Wobei, Steven, ich glaube, der Knackpunkt ist, nur weil Rahmenbedingungen besser werden, ist der Betrieb noch nicht automatisch besser aufgestellt.

SPEAKER_00

Oh ja.

SPEAKER_01

Man braucht Leute, Schulung, Datenprozesse, Teilelogik. Und jemanden, der das nicht nur technisch versteht, sondern auch in ein Kundengespräch übersetzt.

SPEAKER_00

Ja, ja, genau. Das führt schön zu Stillantis und Eurorepper. Die wollen Eurorepper auf der Automechanik in Frankfurt groß zeigen, also diese Mehrmarken, Werkstatt und Teilemarke. Und ich glaube, das ist ein ziemlich deutliches Signal. Der Wettbewerb im Aftersales wird nicht kleiner, sondern breiter. Es geht nicht mehr nur um Originalteil oder freie Werkstatt. Dazwischen entstehen immer mehr Angebote, die preisbewusste Kunden abholen wollen.

SPEAKER_01

Gerade bei älteren Autos, oder?

SPEAKER_00

Total. Ein acht Jahre alter Kleinwagenkunde tickt anders als jemand mit Neuwagen-Leasing. Der will mobil bleiben, aber nicht das Gefühl haben, die Reparatur kostet mehr, als das Auto emotional noch wert ist. Und da können Autohäuser, wenn sie clever sind, eigene Pakete bauen. Zeitwertgerecht, transparent, schnell.

SPEAKER_01

Ich musste gerade lachen, weil dieses emotional noch wert so wahr ist. Manche Kunden hängen an ihrem Auto wie an einem Familienmitglied. Aber sobald der Kostenvoranschlag kommt, ist es plötzlich nur noch die alte Kiste.

SPEAKER_00

Exakt.

SPEAKER_01

Und da passt auch das nächste Thema rein. Karosserie und Unfall. Dieses Motto Instand setzen statt ersetzen, also wirklich reparieren, nicht sofort ein neues Teil dran schrauben. Ich finde das handwerklich total spannend, aber auch kaufmännisch, weil es Kosten senken kann, nachhaltiger wirkt und in Zeiten hoher Schadenkosten für Versicherer und Kunden einfach relevanter wird.

SPEAKER_00

Ja, klar. Und es ist ein Image-Thema. Eine gute Karosserieabteilung kann plötzlich wieder glänzen, nicht nur im Lack. Aber dafür brauchst du echte Fähigkeiten. Ausbeulen, richten, kalkulieren, dokumentieren. Das ist nicht mal eben Azubi, hol den Hammer.

SPEAKER_01

Bitte nicht.

SPEAKER_00

Vor allem muss der Prozess sitzen. Fotos, Schadenaufnahme, Abstimmung mit Versicherung, Kundenfreigabe, Teileentscheidung. Wenn du da chaotisch bist, frisst dir der günstigere Reparaturweg den Vorteil wieder weg. Dann hast du Rückfragen, Standtage, Leihwagenkosten, schlechte Stimmung.

SPEAKER_01

Und schlechte Stimmung am Empfang ist das teuerste Ersatzteil.

SPEAKER_00

Oh, den schreibe ich mir auf.

SPEAKER_01

Mach das. Aber ernsthaft. Ich glaube, viele Betriebe unterschätzen, wie sehr Kunden inzwischen Prozessqualität spüren. Nicht technisch im Detail, aber sie merken, ruft mich jemand an, bekomme ich Bilder, verstehe ich, warum etwas gemacht wird? Oder fühlt sich das an wie eine Blackbox?

SPEAKER_00

Da sind wir beim Glas- und Schaden-Business. Klass Deutschland hat sich im internationalen Bellron-Wettbewerb den Titel geholt. Und egal wie man zum Wettbewerber steht, das zeigt, wie stark Training, Standards und Geschwindigkeit in diesem Segment zählt. Und Autohäuser sollten das nicht nur als Konkurrenz sehen, sondern als Benchmark. Wie schnell ist unsere Terminvergabe, wie sauber ist die Annahme, wissen unsere Leute, wie sie Steinschlag, Kalibrierung, Assistenzsysteme erklären. Denn Windschutzscheibe ist heute nicht mehr nur glas rein, fertig.

SPEAKER_01

Da hängt Kamera, Sensorik, Kalibrierung, manchmal gefühlt ein halbes Rechenzentrum dran.

SPEAKER_00

Genau. Und wenn der Kunde am Ende sagt, warum dauert das beim Autohaus länger und klingt komplizierter, dann hast du ein Kommunikationsproblem, selbst wenn du technisch sauberer arbeitest.

SPEAKER_01

Hm. Lass mal kurz vom Werkstattboden in den Verkauf wechseln. MG erweitert gerade sein Angebot. Unter anderem mit dem MG4 Urban und dem siebensitzigen MGS9. Ich finde daran spannend, dass MG offenbar nicht nur auf einen einzelnen E-Auto-Hype setzt, sondern die Zielgruppen breiter zieht. Kompakter zugänglicher Einstieg auf der einen Seite, großes Familienauto auf der anderen. Ja!

SPEAKER_00

Und für Händler heißt das, Beratung wird wieder wichtiger. Beim Kompakten geht es vielleicht um Preis, Pendelstrecke, Laden zu Hause. Beim Siebensitzer reden wir über Familie, Urlaub, Anhängelast vielleicht, Platz, Sicherheit, Alltag. Das sind ganz andere Gespräche.

SPEAKER_01

Glaubst du, solche Modelle bringen wieder mehr Leute spontan ins Autohaus?

SPEAKER_00

Spontan? Schwierig. Aber sie geben gute Gesprächsanlässe. Ein siebensitziges Fahrzeug ist selten ein reiner Online-Klick. Da wollen Leute Sitze klappen, Kinderwagen reinschieben, dritte Reihe testen. Und beim MG4 Urben kann der Händler punkten, wenn er nicht nur sagt, hier ist die Rate, sondern so passt das Auto in deinen Alltag.

SPEAKER_01

Also wieder dieses alte neue Thema. Nicht Datenblatt runterbeten.

SPEAKER_00

Bitte nicht.

SPEAKER_01

Sondern übersetzen. Und vielleicht ist das die Klammer dieser Folge. Im Verkauf wie im Service reicht es nicht, das Angebot zu haben. Eurorepper, Karosserieinstandsetzung, Glasprozesse, neue Modelle, alles schön. Aber der Betrieb muss daraus ein verständliches Versprechen machen.

SPEAKER_00

Sehr schön gesagt. Ich würde sogar sagen, das Versprechen muss am Telefon anfangen. Wenn die erste Antwort schon unsicher ist, müsste ich mal fragen, vielleicht nächste Woche. Dann kann hinten die beste Werkstatt der Welt stehen, der Kunde ist innerlich schon halb weg.

SPEAKER_01

Hart, aber wahr.

SPEAKER_00

Praxisimpuls also, nehmt euch ein Thema pro Woche. Zum Beispiel zeitwertgerechte Reparatur. Baut drei klare Sätze für Serviceannahme, Website und WhatsApp. Was bieten wir an? Für wen ist es sinnvoll? Wo sind Grenzen? Das klingt banal, aber es macht Teams sicherer.

SPEAKER_01

Und bitte einmal mit echten Menschen testen. Nicht nur intern mit dem Satz, unsere prozessoptimierte Karosseriekompetenz ermöglicht effiziente Schadensteuerung.

SPEAKER_00

Wenn das jemand zu mir sagt, ersetze ich mich selbst statt das Bauteil.

SPEAKER_01

Wunderschön. Dann halten wir fest, Reparatur wird strategischer, mehr Markenservice wird sichtbarer, Handwerk bleibt Gold wert und im Verkauf zählen echte Alltagsszenarien.

SPEAKER_00

Genau, und wer Prozesse gut erklärt, gewinnt Vertrauen. Klingt einfach, ist aber gerade der große Unterschied.

SPEAKER_01

Das war Folge 48. Danke, Steven.

SPEAKER_00

Danke dir, Sina. Bis zur nächsten Runde.

SPEAKER_01

Macht's gut und bleibt neugierig im Autohaus-Alltag.