Autohaus News mit Sina & Steven

Folge 53

Episode 53

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- Tesla- und BYD-Wachstum im deutschen Automarkt im Juni - E-Auto-Vergleichsberatung in Autohäusern - Werkstattservice für E-Autos fremder Marken - Mögliche EU-Zölle auf Pkw-Reifen aus China - Preisentwicklung im Budget-Reifensegment - Reifenberatung für E-Autos - Vororder und Alternativsortimente für Reifen in Werkstätten - Klassiker- und Youngtimer-Markt für SUV und Geländewagen - H-Kennzeichen-Potenzial älterer SUV-Modelle - Zustandschecks und Wartungspakete für ältere Geländewagen
SPEAKER_01

Hallo und willkommen zu Folge 53. Ich bin Sina und neben mir sitzt Steven. Wir gucken wieder auf das, was Autohäuser und Werkstätten gerade so umtreibt. Und ich sag mal, es geht heute von E-Autodruck über Reifenpreise bis zu alten Geländewagen. Also relativ normale Autohauswoche.

SPEAKER_00

Total normal. Nur dass plötzlich der 20 Jahre alte SUV in der Ecke vielleicht kein peinlicher Standuhrkandidat mehr ist, sondern, naja, fast schon Liebhaberstück.

SPEAKER_01

Da kommen wir gleich hin. Erstmal Markt. Im deutschen Automarkt sieht man gerade ziemlich deutlich, dass Tesla und BYD im Juni stark gewachsen sind. Und für Händler klassischer Marken ist das schon so ein Moment, wo man nicht nur sagen kann, ach, das sind halt die E-Auto-Nerds. Das ist inzwischen breiter, weil die Kunden ja nicht nur ein Auto vergleichen, sondern Geschwindigkeit, Software, Lieferfähigkeit, Preisgefühl. Und dieses Gefühl, bekomme ich für mein Geld gerade mehr als beim vertrauten Hersteller?

SPEAKER_00

Ja, und ich glaube, die gefährliche Reaktion im Auto aus wäre jetzt Panik. Also dieses, oh Gott, wir müssen alles anders machen. Muss man nicht. Aber man muss schon ehrlicher in die Beratung gehen. Wenn ein Kunde sagt, ich habe mir auch Tesla angeschaut, dann bringt es nichts, die Augen zu verdrehen. Gar nichts. Dann lieber fragen, was hat Ihnen gefallen? Bedienung, Preis, Ladeplanung, Leasingrate. Und dann sauber einordnen, wo das eigene Angebot stark ist. Service vor Ort, Ansprechpartner, Inzahlungnahme, Finanzierung. Vielleicht auch einfach, wenn was klappert, kommen Sie hier rein und reden mit Thomas am Service. Das ist nicht sexy, aber extrem viel wert.

SPEAKER_01

Ich finde auch, dass viele Autohäuser da noch zu defensiv kommunizieren. Die haben ja Stärken, aber Sie packen sie manchmal erst aus, wenn der Kunde schon halb weg ist. Dabei könnte man das vorne in den Prozess holen. Auf der Website, im Lead-Dialog, im Erstgespräch. So nach dem Motto: Sie vergleichen gerade E-Autos? Wir machen Ihnen den Vergleich leicht.

SPEAKER_00

Ja!

SPEAKER_01

Und nicht, bitte kommen Sie vorbei, wir erklären Ihnen dann alles in zwei Stunden.

SPEAKER_00

Der Klassiker. Bringen Sie Zeit mit. Genau das will keiner hören. Was ich spannend finde, diese Dynamik trifft ja nicht nur Verkauf, sondern auch Werk statt. Wenn mehr E-Autos anderer Marken auf die Straße kommen, kommen auch mehr Kunden mit Fragen rein. Reifen, Bremsen, Software, Geräusche, Klimaanlage und manchmal einfach nur, können Sie mal gucken?

SPEAKER_01

Und beim Thema Reifen sind wir direkt beim nächsten Punkt. Es wird ja über mögliche EU-Zölle auf Pkw-Reifen aus China diskutiert. Wenn das kommt, könnte gerade das Budgetsegment teurer werden. Und das ist für Werkstätten nicht irgendein Randthema, weil Reifen oft einer der Momente sind, wo Kunden sehr preisssensible reagieren.

SPEAKER_00

Oh ja.

SPEAKER_01

Da geht's dann nicht um 5 Euro. Da sitzt jemand am Tresen und sagt, letztes Jahr war das aber deutlich günstiger. Und dann muss der Serviceberater das erklären können, ohne wie ein Ausredenautomat zu klingen.

SPEAKER_00

Genau. Und bitte nicht, ja, die Politik, wissen Sie, das endet nie gut. Besser transparent bleiben. Im günstigen Segment haben sich Einkaufspreise verändert. Ich zeige Ihnen drei Alternativen. Günstig, ausgewogen, Premium. Und dann mit Nassbremsen, Laufleistung, Geräusch, E-Auto-Eignung argumentieren. Also weg vom reinen Stückpreis.

SPEAKER_01

Bademar, E-Auto-Eignung ist ein guter Punkt.

SPEAKER_00

Ja, weil viele unterschätzen das. Höheres Gewicht, hohes Drehmoment, andere Geräuschwahrnehmung, da kann ein Reifen, der auf dem Verbrenner okay war, beim E-Auto plötzlich nerven oder schneller runter sein. Und das ist eine Beratungschance. Nicht belehrend, sondern praktisch, sie fahren viel Autobahnen, sie laden oft voll, sie wollen Reichweite, dann würde ich denen nicht nehmen.

SPEAKER_01

Das klingt banal, aber genau da entsteht Marge. Nicht durch Druck, sondern durch Vertrauen. Und vielleicht auch durch Vorbereitung. Wenn Werkstätten wissen, dass Budgetreifen knapper oder teurer werden könnten, dann sollten sie nicht erst im Oktober hektisch Listen wälzen.

SPEAKER_00

Ja, Vororder, Alternativsortimente, klare Preisstaffeln und ganz wichtig, die Telefonannahme briefen. Die erste Frage des Kunden ist oft, was kostet der billigste Reifen? Wenn dann nur eine Zahl kommt, ist man sofort im Preiskampf.

SPEAKER_01

Stimmt.

SPEAKER_00

Besser wäre, für welches Fahrzeug und welches Fahrprofil. Dann kann ich Ihnen eine sinnvolle Auswahl nennen. Kleine Formulierung, großer Unterschied.

SPEAKER_01

So, und jetzt zu deinem Lieblingssatz von eben, der alte SUV als Prinzessin. Im Klassiker- und Youngtimer-Markt sieht man, dass SUV und Geländewagen inzwischen einen ziemlich ordentlichen Anteil ausmachen. Und die ersten Generationen mancher Modelle rutschen langsam in diese Liebhaberzone, teilweise Richtung H-Kennzeichen.

SPEAKER_00

Endlich darf der kantige Familienpanzer ins Rampenlicht.

SPEAKER_01

Ja, wobei. Nicht jeder alte SUV ist automatisch Kulturgut. Nur weil er Durst hat und eine dritte Bremsleuchte.

SPEAKER_00

Sehr fair. Aber für Autohäuser mit Gebrauchtwagenkompetenz ist das spannend. Viele haben noch Kunden, die seit Jahren robuste Geländewagen fahren. Da gibt es Geschichten, Wartungshistorien, Originalzustand, Zubehör, vielleicht erste Hand. Das ist viel emotionaler als ein normaler Gebrauchtwagen.

SPEAKER_01

Und es passt gut zu Werkstätten, die ohnehin ältere Fahrzeuge betreuen. Die können Pakete schmüren. Zustandscheck, Rostprüfung, Fahrwerk, Allrad, Unterboden, Dokumentation. Vielleicht sogar ein kleines, klassiker Sprechstunde-Format einmal im Monat. Das ist jetzt kein Volumengeschäft für jeden Betrieb. Aber als Nische kann es Kunden binden. Und es macht Content. Ein gut erhaltener Geländewagen mit Geschichte funktioniert auf Social Media tausendmal besser als das 20. Foto vom Schlüssel bei der Übergabe.

SPEAKER_00

Obwohl der Schlüssel natürlich immer schräg vor dem Lenkrad liegen muss. Autohausgesetz.

SPEAKER_01

Paragraf 1. Aber mal ernsthaft. Ich finde, diese drei Themen hängen zusammen. Neue E-Marken machen Druck im Verkauf. Reifenpreise zeigen, wie wichtig saubere Servicekommunikation wird. Und alte SUV zeigen, dass man auch abseits vom Neuwagen kreative Ertragsfelder finden kann.

SPEAKER_00

Ja, und vielleicht ist das der rote Faden. Nicht warten, bis der Kunde mit einem fertigen Urteil reinkommt, sondern früher im Prozess sichtbar sein. Mit Vergleichsberatung bei E-Autos, mit klaren Reifenoptionen, mit Spezialwissen bei besonderen Gebrauchten. Das Autohaus muss nicht lauter werden, aber konkreter.

SPEAKER_01

Schön gesagt. Konkreter statt lauter.

SPEAKER_00

Kannst du auf den Becher drucken.

SPEAKER_01

Nachen wir. Das war Folge 53. Wenn ihr im Autohaus gerade ähnliche Themen seht: E-Auto-Vergleiche, Reifenkommunikation, Youngtimer-SUVs, nehmt euch vielleicht eine Sache raus und macht sie diese Woche ein bisschen besser.

SPEAKER_00

Genau, und bitte keine Panik vor dem alten SUV auf dem Hof. Erstmal drunter gucken.

SPEAKER_01

In diesem Sinne, danke fürs Zuhören, bis zur nächsten Folge.