Autohaus News mit Sina & Steven

Folge 60

Episode 60

Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.

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- Planbarkeit bei E-Mobilität, Ladeinfrastruktur, Förderlogik und CO2-Vorgaben für Autohäuser - Kundenspezifische Beratung zu Elektroauto, Hybrid und Verbrenner nach Fahrprofil und Lademöglichkeiten - BYD und Denza als Premium-Wettbewerber aus China im deutschen Autohausmarkt - Vergleich von Ladeleistung, Assistenzsystemen, Garantie, Werkstattnetz, Lieferzeit und Wiederverkauf - KI-Tools im Autohaus für Kundenkommunikation, Terminierung und Serviceprozesse - KI-gestützte interne Wissensdatenbanken für Kulanzregeln und Wartungshinweise - Regeln für KI-Einsatz, Kundendaten und Vermeidung von Schatten-KI im Betrieb - Konkrete KI-Anwendungsfälle: Serviceanfragen strukturieren, Telefonnotizen zusammenfassen, Probefahrt-Follow-ups - Leasing-Rückläufer und Gebrauchtwagenplanung - Bewertung von Leasing-Rückläufern nach Aufbereitung, Standtagen, Kapitalbindung und Vermarktungsweg - Rückläufer-Board für Batteriecheck, Gutachten, Softwarestand, Aufbereitung und Preisentscheidung
SPEAKER_01

Willkommen zu Folge 60. Sina hier und mir gegenüber sitzt wie immer Steven. Steven, die Autohauswelt fühlt sich gerade an wie so ein Freitag kurz vor Ladenschluss. Alle wollen noch schnell was geklärt haben.

SPEAKER_00

Sehr schönes Bild. Und ja, es ist wirklich viel Bewegung drin. Politik, Herstellerdruck, neue Marken, KI im Betrieb. Und irgendwo dazwischen steht der Serviceberater und denkt, Leute, ich habe um acht schon drei Reifenreklamationen.

SPEAKER_01

Ja, genau da will ich rein. Bei den Betrieben ist gerade Startthema, dass aus Verbands- und Herstellerkreisen wieder mehr Planbarkeit gefordert wird. Also E-Mobilität, Ladeinfrastruktur, Förderlogik, CO2-Vorgaben, dieses ganze Paket. Und ich merke, viele Autohäuser sagen nicht, wir wollen keine Veränderung, sondern eher, sagt uns bitte, worauf wir unsere Prozesse, Schulungen und Investitionen ausrichten sollen.

SPEAKER_00

Das ist der Punkt. Ein Autohaus kann nicht alle sechs Monate die Strategie drehen. Wenn du Hochvoltarbeitsplätze aufbaust, Leute qualifizierst, Ladepunkte installierst, vielleicht noch die Direktannahme umbaust, das ist Kapital. Und das ist ja nicht nur eine Excel-Zeile. Das ist Fläche, Personal, Zeit und am Ende auch Mut.

SPEAKER_01

Und Kunden spüren diese Unsicherheit ja auch. Wenn der Verkäufer selber so ein bisschen schwimmt bei Restwert, Förderung, Ladealltag, dann wird das Gespräch sofort zäh. Ich glaube, der praktische Impuls ist, Autohäuser sollten intern klare Gesprächsleitfäden bauen. Nicht politisch argumentieren, sondern was gilt für diesen Kunden mit diesem Fahrprofil in dieser Wohnsituation?

SPEAKER_00

Ja, total.

SPEAKER_01

Nicht Elektro ist gut oder schlecht, sondern können Sie zu Hause laden? Wie oft fahren Sie Langstrecke? Gibt es Firmenparkplatz? Was passiert mit dem Zweitwagen? Das klingt banal, aber genau da entsteht Sicherheit.

SPEAKER_00

Und Vertrauen, weil Kunden gerade nicht noch eine Grundsatzdebatte wollen. Die wollen wissen, passt das für mich, ja oder nein? Und wenn nein, ist auch okay. Dann verkaufst du halt einen effizienten Verbrenner oder Hybrid und bleibst trotzdem der ehrliche Ansprechpartner.

SPEAKER_01

Apropos Vertrauen, lass uns über BYD und Denser sprechen. Nicht schon wieder allgemein China kommt, das hatten wir oft genug, sondern eher, was bedeutet ein stärkerer Premium-Ansatz aus China für deutsche Autohäuser?

SPEAKER_00

Spannend, ja?

SPEAKER_01

Bei Denser ja eher diese Ecke besetzt. Hochwertiger, technischer, nicht nur billig. Und damit wird es für Händler interessanter, aber auch anspruchsvoller. Da reicht nicht, großer Screen, viel Ausstattung, günstiger Preis. Im Premium-Umfeld fragen Kunden nach Ruhe im Innenraum. Verarbeitung, Servicequalität, Ersatzwagen, Garantieabwicklung, Softwareupdates, das volle Produkt.

SPEAKER_00

Ja, und nach Image.

SPEAKER_01

Absolut.

SPEAKER_00

Ich glaube, das ist für Autohäuser eine echte Beratungsaufgabe. Wenn du so eine Marke führst oder auch nur im Wettbewerb dagegen verkaufst, brauchst du eine saubere Vergleichslogik. Nicht abfällig werden, nicht so dieses kennen wir nicht, kann nichts sein. Das funktioniert nicht mehr. Viele Kunden kommen erstaunlich gut informiert rein.

SPEAKER_01

Oh ja.

SPEAKER_00

Und dann musst du sagen können, okay, schauen wir uns Ladeleistung, Assistenzsysteme, Garantie, Werkstattnetz, Lieferzeit und Wiederverkauf an. Ganz nüchtern. Wer das kann, wirkt souverän.

SPEAKER_01

Das finde ich wichtig. Souverän bleiben. Nicht beleidigt sein, weil der Kunde mit einem Denser-Video vom Sofa kommt.

SPEAKER_00

Genau. Ich hab da mal auf dem iPad und der Verkäufer innerlich so, bitte nicht schon wieder ein 47-Minuten-Test aus Norwegen.

SPEAKER_01

Aber ehrlich, das gehört inzwischen zum Job. Und damit sind wir beim nächsten Thema. KI-Tools im Handel. Ich weiß, KI klingt manchmal nach Buzzword-Bingo, aber in den Autohäusern wird es gerade deutlich konkreter.

SPEAKER_00

Ja, endlich auch mal weniger Magie, mehr Nutzen.

SPEAKER_01

Zum Beispiel bei Kundenkommunikation. Eingehende Anfragen vorsortieren, Terminvorschläge machen, Servicetexte verständlicher formulieren, interne Wissensdatenbanken durchsuchen. Wenn ein Serviceberater nicht zehn Minuten nach der richtigen Kulanzregel oder dem passenden Wartungshinweis suchen muss, sondern sofort einen brauchbaren Entwurf bekommt, das ist ein echter Hebel.

SPEAKER_00

Voll. Aber, und das ist mein großes Aber, KI darf nicht zur Ausrede werden, unpersönlich zu werden. Gerade im Autohaus ist Beziehung alles. Wenn der Kunde merkt, dass er nur noch Textbausteine bekommt, ist der Effekt weg. KI sollte vorbereiten, nicht ersetzen.

SPEAKER_01

Ja, ja, genau. Also eher der Mensch hat mehr Zeit für den Menschen, weil die Maschine den Kleinkram blättet.

SPEAKER_00

Schön gesagt. Wobei die Einführung oft unterschätzt wird. Du kannst nicht einfach ein Tool kaufen und dann sagen, so, ab morgen sind wir digital. Du brauchst Regeln. Wer prüft Antworten? Welche Daten dürfen rein? Wie dokumentieren wir Entscheidungen und wie verhindern wir, dass jeder im Betrieb sein eigenes kleines Schattensystem benutzt.

SPEAKER_01

Oh, Schatten-KI. Das klingt wie ein Bösewicht aus einem schlechten Science-Fiction-Film.

SPEAKER_00

Ist es auch. Nur mit Kundendaten.

SPEAKER_01

Autsch.

SPEAKER_00

Aber ernsthaft, für Geschäftsführer heißt das jetzt nicht warten, bis alles perfekt ist. Lieber zwei, drei konkrete Anwendungsfälle sauber starten. Zum Beispiel Serviceanfragen strukturieren, Telefonotizen zusammenfassen, Follow-Ups nach Probefahrten vorbereiten. Klein, messbar mit Schulung.

SPEAKER_01

Und mit einer Person im Haus, die das Thema wirklich treibt. Nicht macht mal die IT, sondern jemand aus dem Prozess. Serviceleitung, Verkaufsleitung, BDC, wer auch immer nah am Kunden dran ist.

SPEAKER_00

Genau.

SPEAKER_01

Dann noch ein Thema, das etwas leiser wirkt, aber richtig Geld kostet. Leasing-Rückläufer und Marktpreise. Viele Betriebe merken, dass Rückgaben wieder stärker in die Gebrauchtwagenplanung reinspielen. Und da geht es nicht nur um Kratzerzählen, sondern um Standtage, Aufbereitungskapazität und die Frage, welches Auto stellen wir überhaupt noch zu welchem Preis auf den Hof.

SPEAKER_00

Und wie schnell.

SPEAKER_01

Ja.

SPEAKER_00

Ich finde, da trennt sich gerade professioneller Einkauf von Bauchgefühl. Wenn ein Leasing-Rückläufer kommt, muss sehr schnell klar sein, behalten, aufbereiten, direkt vermarkten in den Handel geben oder lieber gar nicht erst emotional werden. Manche Fahrzeuge sehen auf dem Papier attraktiv aus, blockieren aber wochenlang eine Bühne, einen Stellplatz und Kapital.

SPEAKER_01

Das klingt so unromantisch.

SPEAKER_00

Autohandel ist manchmal unromantisch. Sehr viel Liebe, aber mit Standkosten.

SPEAKER_01

Das toppe ich auf ein T-Shirt.

SPEAKER_00

Bitte in Größe L.

SPEAKER_01

Mach ich. Aber mal ernsthaft. Mein Praxisimpuls wäre hier ein Rückläuferboard. Also eine wöchentliche kurze Runde. Was kommt rein? Was ist schon bewertet? Wo fehlt ein Batteriecheck, ein Gutachten, ein Software stand, eine Aufbereitung? Und wer entscheidet, bis wann über den Preis?

SPEAKER_00

Ja, und bitte nicht erst nach zehn Tagen. Geschwindigkeit ist der Marge.

SPEAKER_01

Zum Abschluss. Wenn du einem Autohaus für die nächsten Wochen drei Hausaufgaben geben würdest, welche?

SPEAKER_00

Erstens, E-Mobilitätsberatung vom politischen Nebel trennen und Kunden nah machen. Zweitens, Wettbewerber wie BYD oder Danzer ernst nehmen, ohne in Panik zu verfallen. Drittens, KI nicht als Spielzeug behandeln, sondern als Prozesswerkzeug mit klaren Regeln.

SPEAKER_01

Stark. Ich ergänze, Gebrauchtwagen und Leasingrückläufer nicht nebenbei laufen lassen. Da liegt gerade richtig viel Ergebnis oder es versickere.

SPEAKER_00

Genau, und damit haben wir die Folge 60 rund.

SPEAKER_01

Danke dir, Steven. Und danke euch fürs Zuhören. Wenn ihr im Autohaus gerade vor ähnlichen Fragen steht, tief durchatmen, Prozesse anschauen, Team mitnehmen. Wir hören uns in der nächsten Folge.

SPEAKER_00

Bis dann.