Autohaus News mit Sina & Steven

Folge 65

Episode 65

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0:00 | 7:28
- Überarbeiteter Nissan X-Trail mit e-4ORCE-Antrieb - Digitale Google-Dienste im Nissan X-Trail - Volkswagen ID. Cross als vollelektrisches Einstiegs-SUV um 28.000 Euro - Beratung zu Elektroautos: Ladeleistung, Reichweite, Wallbox und Alltagstauglichkeit - Batterieelektrische Neuzulassungen Januar bis Juni 2026: plus 48 Prozent - Rückgang von Benziner- und Dieselzulassungen - E-Mobilitätskompetenz und Verkäufertraining in Autohäusern - Digitalisierung im Autohaus-Service und Kundenkommunikation - Neue Mobilitätsangebote und Spezialisierung von Autohäusern - Opel Absatzplus von 11,8 Prozent im ersten Halbjahr - Opel SUV-Modellmix und Nachfrage nach SUV - Lokale Autohaus-Aktionen wie SUV-Wochenenden und Familienprobefahrten
SPEAKER_01

Willkommen zu Folge 65. Schön, dass ihr wieder dabei seid. Steven, ich habe das Gefühl, in den Autohäusern wird gerade wieder mehr nach vorne geguckt. Nicht nur Krise, Krise, Krise, sondern welche Modelle bringen wirklich Frequenz? Welche Beratungsthemen werden wichtiger? Wo kann man Geld verdienen?

SPEAKER_00

Ja, absolut. Und das Spannende ist, es sind nicht nur die ganz großen Strategiethemen. Manchmal ist es ein konkretes Auto, das plötzlich zeigt, wie sich Kundengespräche verändern. Hybrid, Elektro, SUV, digitale Dienste. Alles in einem Verkaufsgespräch. Da musst du als Verkäufer echt wach sein. Nehmen wir mal den überarbeiteten Nissan X-Trail mit diesem E4-Arse-Antrieb. Der fährt sich so ein bisschen nach Elektroauto, hat aber eben weiterhin den Tankdeckel. Also für Kunden, die sagen, ich finde elektrifiziertes Fahren spannend, aber reine Batterie, uff, weiß ich noch nicht. Für genau die ist das ein ziemlich dankbarer Einstieg.

SPEAKER_01

Ja, weil du nicht sofort in die Wallbox-Diskussion musst, oder?

SPEAKER_00

Genau!

SPEAKER_01

Also klar, man kann über Verbrauch, Fahrgefühl und Technik sprechen. Aber der Kunde muss nicht erstmal erklären, ob er in der Tiefgarage laden darf. Das ist ja oft schon der Moment, wo manche innerlich aussteigen.

SPEAKER_00

Ja, dieses, ich frage mal die Hausverwaltung und dann hört man sechs Monate nichts mehr.

SPEAKER_01

Echt so.

SPEAKER_00

Aber beim X-Trail ist für Händler eben auch interessant, die digitalen Google-Dienste rücken stärker in den Mittelpunkt. Und das ist kein kleines Extra mehr, so nach dem Motto, Navi ist halt dabei. Sondern Bedienung, Sprache, Apps, Karten, Konnektivität, das wird Teil des Produkterlebnisses.

SPEAKER_01

Und damit auch Teil der Auslieferung. Also nicht nur, hier ist der Schlüssel, da ist der Warnblinker, gute Fahrt. Sondern wir richten das gemeinsam ein, wir zeigen dir die Funktion. Wir nehmen dir diese erste digitale Hürde. Toll. Und ich glaube, genau da können Autohäuser richtig punkten. Weil wenn der Kunde nach Hause fährt und denkt, boah, das war angenehm, ich hab's verstanden, dann ist das Kundenbindung, nicht nur Technikerklärung.

SPEAKER_00

Ja, und es ist auch eine Chance für den Service. Wenn Kunden digitale Dienste nutzen, kommen Fragen. Updates, Konten, Verbindungen, Smartphone-Kopplung. Das klingt klein, aber es sind Kontaktpunkte. Und Kontaktpunkte sind im Autohausalltag Gold wert, wenn man sie sauber organisiert.

SPEAKER_01

Jetzt bleibe ich mal bei SUV, aber mit einem anderen Dreh. Volkswagen setzt ja große Hoffnung auf den ID-Cross. Dieses vollelektrische Einstiegs-SUV um die 28.000 Euro. Und ich sag mal, wenn der Preis wirklich in der Wahrnehmung der Kunden ankommt, dann wird es interessant.

SPEAKER_00

Oh ja.

SPEAKER_01

Weil bisher war ja oft das Problem, viele finden E-Autos spannend, aber im Kopf war sofort zu teuer, zu groß, zu kompliziert, zu weit weg vom Alltag. Ein kleineres SUV mit VW-Logo und einem Preis, der nicht komplett abhebt, das kann im Showroom richtig Zug reinbringen.

SPEAKER_00

Wobei ich da ein bisschen bremsen würde, Preis allein verkauft kein Elektroauto. Wenn die Rate nicht passt, wenn Lieferzeiten nerven, wenn die Ladeleistung nicht überzeugend erklärt wird oder die Kunden beim Thema Reichweite unsicher bleiben, dann hilft dir auch ein guter Einstiegspreis nur begrenzt.

SPEAKER_01

Ja, fair.

SPEAKER_00

Aber für Probefahrten ist so ein Modell natürlich super. Gerade Eroberungskunden, junge Familien, Pendler, Leute, die eigentlich einen kompakten Verbrenner fahren und sagen, vielleicht jetzt doch mal elektrisch. Da braucht der Handel ein niedrigschwelliges Angebot. Nicht nur Premium, nicht nur Dienstwagen, sondern Alltag.

SPEAKER_01

Und bitte mit einer Beratung, die nicht klingt wie ein Physikleistungskurs.

SPEAKER_00

Danke.

SPEAKER_01

Also nicht Kilowatt, Kilowattstunden, AC, DC, Peak, Netto, Brutto, alles auf einmal. Sondern erstmal, wie fährst du? Wo parkst du? Was stresst dich? Was wäre bequem? Und dann baust du die Technik drumherum.

SPEAKER_00

Genau, und das passt zu den Zulassungszahlen. Batterieelektrische Fahrzeuge haben von Januar bis Juni 2026 um 48% zugelegt, während Benziner und Diesel deutlich verloren haben. Das ist kein kleines Rauschen mehr. Das verändert Bestandsplanung, Verkäufertraining, Gebrauchtwagenstrategie, Werkstatauslastung, eigentlich alles. Krass. Ja, und gleichzeitig heißt das nicht, Verbrenner sind morgen weg. Aber die Mischung kippt. Autohäuser müssen viel aktiver entscheiden, welche E-Modelle stelle ich prominent hin, welche Verkäufer sind wirklich fit, wie gehe ich mit Kunden um, die noch Vorbehalte haben. Und wie verhindere ich, dass der eine E-Auto-Spezialist im Haus völlig überrannt wird.

SPEAKER_01

Hm, das ist ein guter Punkt. Viele Betriebe haben ja diesen einen Kollegen, der alles kann. Der weiß jede Lade-App, jede Wallbox-Förderung, jeden Tarif. Und alle sagen, frag mal den Martin.

SPEAKER_00

Armer Martin.

SPEAKER_01

Ja! Aber das ist halt gefährlich. Wenn Martin Urlaub hat, ist die Kompetenz weg. Also muss dieses Wissen breiter werden. Vielleicht kurze interne Trainings, kleine Gesprächsleitfäden, Probefahrtroutinen mit Ladestopp, irgendwas Praktisches.

SPEAKER_00

Und da sind wir beim größeren Thema Transformation. Ich merke in vielen Gesprächen, die Stimmung ist nicht mehr nur Abwehr. Viele Händler sagen inzwischen, okay, die Rahmenbedingungen sind hart, aber wir können den Wandel auch nutzen. Digitalisierung im Service, bessere Kundenkommunikation, neue Mobilitätsangebote, stärkere Spezialisierung. Nicht jeder Betrieb muss alles machen, aber jeder Betrieb muss wissen, wofür er stehen will. Der eine wird E-Mobilitätsberater für die Region, der andere stark im Gebrauchtwagenprozess, der nächste im schnellen Service mit superklarer Kommunikation. Hauptsache nicht nur warten, bis der Hersteller die nächste Maßnahme schickt.

SPEAKER_01

Und dann kommt Opel um die Ecke und zeigt, klassische Marktarbeit plus gefragte SUV-Modelle kann auch richtig funktionieren. Im ersten Halbjahr ein Plus von 11,8 Prozent, während andere deutsche Hersteller deutlich mehr kämpfen. Das ist schon ein Signal.

SPEAKER_00

Ja, SUV zieht halt weiterhin. Kann man mögen oder nicht, aber im Autohaus zählt erstmal, was fragen Kunden nach. Hoher Einstieg, Platz, Sicherheitsgefühl, flexible Nutzung. Wenn Opel da mit dem Modellmix trifft, haben die Händler Argumente.

SPEAKER_01

Und lokale Aktionen.

SPEAKER_00

Total, ein Opel-Händler könnte jetzt sagen, wir machen ein SUV-Wochenende, Familienprobefahrten, Vergleich Benziner gegen elektrifiziert, Zubehörpakete für Urlaub und Alltag. Also nicht einfach nur, da steht ein Auto, sondern ein Anlass, um vorbeizukommen.

SPEAKER_01

Mit Kaffee, Kindersitztest und Kofferraumtetris.

SPEAKER_00

Kofferraumtetris ist unterschätzt.

SPEAKER_01

Absolut. Und ehrlich, genau solche einfachen greifbaren Sachen bringen Kunden oft weiter als die schönste Hochglanzkampagne. Wenn ich sehe, dass mein Kinderwagen reinpasst, ist das emotionaler als jede Presseformulierung.

SPEAKER_00

Da sind wir wieder beim Alltag, ob Nissan Hybrid mit Elektrogefühl, VW mit bezahlbarem Elektro-SUV oder Opel mit starkem SUV-Lauf. Entscheidend ist, wie das Autohaus daraus Gespräche macht. Nicht nur Produkte verwalten, sondern Bedarf übersetzen.

SPEAKER_01

Schön gesagt. Mein Impuls zum Mitnehmen wäre: Schaut euch diese Woche mal eure Verkaufsgespräche an. Wo erklärt ihr noch zu technisch? Wo könnt ihr digital besser begleiten? Und welches Modell im Bestand verdient eigentlich mehr Bühne?

SPEAKER_00

Und meiner verteilt E-Kompetenz im Team. Nicht alles auf Martin.

SPEAKER_01

Rettet Martin.

SPEAKER_00

Genau, rettet Martin, verkauft besser Autos.

SPEAKER_01

Das war Folge 65. Danke fürs Zuhören, komm gut durch den Autohausalltag und bis zur nächsten Runde.

SPEAKER_00

Bis dann.