Autohaus News mit Sina & Steven

Folge 66

Episode 66

Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.

0:00 | 8:02
- BYD wird offizieller Automobilpartner von Paris Saint-Germain bis Juni 2029 - BYD-Markenaufbau in Europa durch Fußball-Sponsoring und emotionale Sichtbarkeit - Autohaus-Beratung zu neuen Marken wie BYD: Vertrauen, Service, Probefahrt und Werkstattfähigkeit - Land Rover Defender Modellpflege mit optischen Design-Upgrades - Auswirkungen des Defender-Upgrades auf Bestandsfahrzeuge und Verkaufsargumentation - Defender-Gebrauchtwagen, Inzahlungnahme und Werterhalt nach Facelift - Autohaus-Marketing mit Verkäufer-Videos, CRM, Lead-Ansprache und Kundeneinladungen - Service- und Zubehörpotenziale beim Defender: Räder, Reisechecks, Anhängelast, Pflege - Abstimmung von Verkauf und Werkstatt als Vertrauensanker bei neuen Automarken
SPEAKER_01

Willkommen zu Folge 66. Ich bin Sina, mir gegenüber sitzt Steven und wir schauen wieder in die Autohauswelt. Steven, ich sag's direkt. Heute geht es weniger um harte Technikdaten, mehr um Markengefühl, Sichtbarkeit und die Frage, wie man daraus im Autohaus Alltag macht.

SPEAKER_00

Klingt nach, es wird emotionaler als eine Excel-Liste.

SPEAKER_01

Deutlich. Und das ist ja manchmal auch ganz gesund.

SPEAKER_00

Total, wobei, wenn du im Verkauf sitzt, ist Emotion ja nicht Beiwerk. Das ist oft der Moment, wo aus einem Interessenten ein Kunde wird. Also, was liegt an?

SPEAKER_01

BYD macht den nächsten großen Sichtbarkeitsschritt und wird offizieller Automobilpartner von Paris Saint-Germain. Die Partnerschaft läuft bis Juni 2029. Und ich finde das spannend, weil das nicht einfach nur ein Logo auf einer Bande ist. Das ist ein Signal. Wir wollen als Marke global wahrgenommen werden, nicht nur als günstige oder technisch starke Alternative.

SPEAKER_00

Ja, ja, genau. Und Piégés ist halt nicht irgendein Verein. Das ist Lifestyle, internationale Fans, Social Media, Glamour, Paris, Stars, alles drin. Für eine Marke wie BYD, die in Europa Vertrauen und Bauchgefühl aufbauen muss, ist das schon clever. Du erreichst Menschen, die vielleicht noch nie bewusst einen BYD konfiguriert haben, aber plötzlich die Marke ständig in einem positiven Umfeld sehen.

SPEAKER_01

Und jetzt mal runtergebrochen aufs Autohaus. Was macht der Händler damit? Weil der kann ja nicht einfach sagen, wir haben jetzt Champions League Vibes im Schauraum oder kann er?

SPEAKER_00

Naja, bitte nicht so plump. Aber ja, irgendwie schon. Ich glaube, die Aufgabe ist, diese Bekanntheit in Gesprächsanlässe zu übersetzen. Also nicht warten, bis der Kunde fragt, ist das nicht diese Marke aus China? Sondern aktiv sagen, die Marke baut gerade massiv Präsenz auf, investiert in Europa, sucht emotionale Anschlussfähigkeit und dann eben nicht nur über Preis, Akku und Garantie sprechen, sondern über Vertrauen, über Service, über Probefahrt, über Werkstattfähigkeit, über was passiert nach dem Kauf. Gerade bei neuen Marken entscheidet sich ganz viel im lokalen Betrieb. Der Kunde sieht vielleicht PSG und denkt, ah, die meinen es ernst. Aber kaufen tut er dann bei einem Menschen, der ihm Sicherheit gibt.

SPEAKER_01

Das ist ein guter Punkt. Ich habe manchmal das Gefühl, Autohäuser unterschätzen diese Brücke zwischen großer Markenkommunikation und dem Beratungsgespräch. Da kommt oben viel Image rein, aber unten am Tisch muss jemand daraus eine verständliche Geschichte machen. Nicht werblich, sondern praktisch. Zum Beispiel, wenn jemand sagt, ich kenne BYD jetzt irgendwie aus dem Fußball, dann ist das kein Smalltalk-Abfall. Das ist ein Einstieg. Dann kannst du fragen, was ist Ihnen bei einer neuen Marke wichtig? Haben Sie Bedenken beim Wiederverkauf? Wollen Sie wissen, wie Service und Teileversorgung laufen? Zack, bist du in einer echten Beratung?

SPEAKER_00

Ja, und bitte die Verkaufsteams darauf vorbereiten. Nicht mit einem zehnseitigen Sponsoring-Briefing, sondern mit drei, vier sauberen Sätzen. Was bedeutet die Partnerschaft? Warum macht BYD das? Was heißt das für Kunden? Sonst passiert dieses typische Ding. Kunde spricht es an, Verkäufer sagt, ja, habe ich auch gesehen. Und dann fällt der Ball auf den Boden.

SPEAKER_01

Schönes Bild, gerade bei Piaget.

SPEAKER_00

Danke, den musste ich reinmachen.

SPEAKER_01

Okay, zweites Thema. Land Rover frischt den Defender optisch auf. Keine komplette Neuerfindung, eher Design-Upgrades, kleinere Anpassungen. Das Modell bleibt frisch. Jetzt könnte man sagen, ja, ein bisschen Kosmetik. Aber beim Defender ist das eben nicht nur Kosmetik, oder?

SPEAKER_00

Nein, überhaupt nicht. Also der Defender ist so ein Modell, wo Leute eine Beziehung zu haben. Also selbst Menschen, die nie im Leben durchs Gelände fahren, kaufen ein Stück Abenteuer mit. Und bei solchen Autos reichen kleine Änderungen manchmal, um neue Kaufimpulse auszulösen. Andere Leuchten, andere Details, eine neue Anmutung. Das kann plötzlich heißen, jetzt wirkt er wieder aktueller.

SPEAKER_01

Und für den Handel ist es sofort relevant bei Beständen, oder? Also wenn du Fahrzeuge auf dem Hof hast, die vor dem Upgrade konfiguriert wurden, musst du schon sauber erklären können, was ist anders, was ist gleich, warum ist das Fahrzeug trotzdem attraktiv?

SPEAKER_00

Genau, und das ist so ein Punkt, wo gute Kommunikation Geld spart. Wenn Kunden nur hören, neues Design, denken manche automatisch, alles Alte ist weniger wert. Dabei kann ein sofort verfügbarer Defender mit passender Ausstattung immer noch extrem attraktiv sein. Aber du musst den Mehrwert benennen. Lieferzeit, Preisvorteil, Zubehör, vielleicht ein Service-Paket, vielleicht eine Offroad-Einweisung.

SPEAKER_01

Oh, Off-Road-Einweisung finde ich gut.

SPEAKER_00

Ja, oder ein kleines Erlebnisformat. Nicht übertreiben, nicht gleich Camel-Trophy nachspielen auf dem Parkplatz, aber vielleicht ein Defender-Abend. Zubehör, Dachträger, Reifen, Reiseausbau, Werterhalt. Bei emotionalen Modellen funktioniert Community viel besser als klassischer Rabattdruck.

SPEAKER_01

Und es betrifft auch den Gebrauchtwagenbereich. Wenn ein Facelift oder ein Upgrade kommt, fragen Kunden beim Ankauf sofort, ist das noch das alte Modell? Und dann braucht das Team eine Linie. Sonst sagt der eine Verkäufer, kein Problem. Der andere schwierig. Und schon wird's unruhig.

SPEAKER_00

Absolut. Ich würde da wirklich ein kurzes internes Cheet machen. Welche sichtbaren Unterschiede gibt es? Welche Ausstattungen bleiben begehrt? Welche Farben und Pakete sind stark? Wie argumentieren wir bei Inzahlung, Nahme und Verkauf? Das muss nicht akademisch sein, aber es verhindert Bauchentscheidungen, die später Marge kosten.

SPEAKER_01

Jetzt haben wir auf der einen Seite BYD mit großer Bühne, auf der anderen den Defender mit Modellpflege. Eigentlich zwei komplett verschiedene Nachrichten, aber der rote Faden ist Wahrnehmung steuern.

SPEAKER_00

Ja, sehr schön gesagt.

SPEAKER_01

Danke. BYD versucht, Bekanntheit und Emotion aufzubauen. Land Rover hält ein bestehendes emotionales Modell relevant. Und Autohäuser müssen beides übersetzen. In Beratung, in CRM, in Social Media, in Einladungen, in Probefahrten.

SPEAKER_00

Und bitte nicht nur als Post mit Herstellerbild und jetzt entdecken. Das machen alle. Spannender wäre, kurzes Verkäufervideo vom Fahrzeug, drei Dinge, die Kunden am neuen Look bemerken werden. Oder bei BYD, warum neue Marken im Autohaus Vertrauen brauchen. Das ist viel näher an echten Kundenfragen.

SPEAKER_01

Ja, aber da höre ich schon, manche Betriebe sagen, dafür haben wir keine Zeit.

SPEAKER_00

Verstehe ich, aber dann mach's klein. Ein 40-Sekunden-Video, ein Anruf bei zehn warmen Leads, eine Mail an Defender-Interessenten mit ehrlicher Einordnung, ein Gesprächsleitfaden fürs Teammeeting am Morgen. Es geht nicht darum, eine Marketingkampagne wie ein Konzern zu fahren. Es geht darum, aktuelle Themen nicht einfach vorbeiziehen zu lassen.

SPEAKER_01

Warte mal, das ist eigentlich der Satz der Folge.

SPEAKER_00

Welcher?

SPEAKER_01

Aktuelle Themen nicht vorbeiziehen lassen. Weil genau da liegt ja für Autohäuser der Vorteil. Die Hersteller machen die großen Bewegungen, aber der Betrieb vor Ort macht daraus Beziehungen.

SPEAKER_00

Schön. Und wenn wir es ganz praktisch machen, Montagsrunde im Verkauf. Zwei News, drei Kundentypen, ein konkreter nächster Schritt. Mehr braucht es oft nicht. Wer interessiert sich für BYD, aber zögert noch? Wer hat Defender-Angebote offen? Welche Bestandsfahrzeuge brauchen jetzt eine klare Story?

SPEAKER_01

Und Service nicht vergessen. Gerade beim Defender. Zubehör, Räder, Checks vor Reisen, Anhängelasthemen, Softwarestände, Pflege. Da hängt viel Umsatz nicht im Neuwagen allein, sondern drumherum.

SPEAKER_00

Und bei neuen Marken wie BYD ist Service sowieso Vertrauensanker. Wenn Werkstatt und Verkauf abgestimmt auftreten, wird die Marke sofort erwachsener.

SPEAKER_01

Sehr rund. Dann nehmen wir mit, Sponsoring ist nicht nur Marketingglamo, Modellpflege ist nicht nur Kosmetik. Und Autohäuser sollten solche Impulse aktiv in Kundengespräche übersetzen.

SPEAKER_00

Genau, und keine Camel-Trophy auf dem Parkplatz, ohne Genehmigung.

SPEAKER_01

Bitte nicht. Danke dir, Steven.

SPEAKER_00

Danke dir, Sino.

SPEAKER_01

Und danke euch fürs Zuhören. Wenn ihr im Autohaus arbeitet, schaut mal, welche aktuellen Themen bei euch gerade ungenutzt rumliegen. Bis zur nächsten Folge.