Autohaus News mit Sina & Steven

Folge 70

Episode 70

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- Polestar 5 Performance mit 884 PS - Premium-Elektroautos im Autohaus-Vertrieb - Besitzkosten von Elektro-Performancefahrzeugen: Reifen, Versicherung, Garantie, Restwert, Service - Wettbewerbsvergleich zwischen Polestar und deutschen Premiumherstellern - Leasing- und Finanzierungsangebote für chinesische Newcomer-Marken in Deutschland - Bedeutung von Finanzierungspartnern, Restwerten und Rückläuferbewertung für neue Automarken - Dynamic Pricing bei Autokrediten und Finanzierungsangeboten - Preistransparenz bei Hauspreis, Onlinepreis, Herstellerbonus, Leasingfaktor und variablen Konditionen - Training für Verkaufsteams zu Finanzierungsgesprächen - Beratungsintensiver Autohaus-Vertrieb bei Ladegewohnheiten, Nutzungsprofilen und Software-Erwartungen - Vertrauen in neue Marken durch Service, Garantie, Teileversorgung und Ansprechpartner - Planung von Probefahrten für starke Elektroautos mit Fahrmodi, Rekuperation und Ladezustand
SPEAKER_01

Willkommen zu Folge 70. Sina hier und bei mir ist natürlich Steven. Wir schauen wieder auf das, was Autohäuser, Werkstätten und Verkaufsleiter gerade so umtreibt. Und Steven, ich sag's direkt. Diese Folge hat so ein bisschen Elektro-Premium, Finanzierungsnervenkitzel und, naja, Preisschild Achterbahn.

SPEAKER_00

Preisschild Achterbahn ist gut. Hallo zusammen. Ja, es ist gerade echt spannend, weil viele Themen nicht mehr nur heißen neues Modell, neue Leistung, fertig. Sondern immer stärker, wie verkaufe ich das? Wie finanziere ich das? Wie erkläre ich das dem Kunden, ohne dass der nach drei Minuten innerlich aussteigt?

SPEAKER_01

Genau da will ich starten. Polestar 5 Performance. 884 PS. Also das ist schon so eine Zahl, bei der man kurz Schluss.

SPEAKER_00

Ja.

SPEAKER_01

Und gleichzeitig ist das Interessante ja nicht nur, wow, viel Leistung, sondern Polestar positioniert das Auto wirklich als sportliches Premium-Elektroauto mit Anspruch auf Finesse, Dynamik, hochwertiges Fahrgefühl. Das ist für den Handel spannend, weil Kunden im E-Premium-Segment mittlerweile nicht mehr sagen, Hauptsache schnell geradeaus. Die wollen Komfort, Software, Ladeerlebnis, Verarbeitung, Markengefühl, alles zusammen.

SPEAKER_00

Total. Und für Verkäuferinnen und Verkäufer heißt das, die Probefahrt wird wieder wichtiger, aber anders als früher. Früher hast du beim starken Verbrenner gesagt, hör mal den Sound, spür mal die Schaltung, merkst du das Fahrwerk. Beim Elektro-Performance-Auto musst du andere Dinge inszenieren. Wie sauber kommt die Leistung? Wie ruhig bleibt das Auto? Wie fühlt sich Rekuperation an? Und, ganz wichtig, ist das Ding im Alltag souverän oder nur auf dem Papier brutal?

SPEAKER_01

Ja, weil 884 PS am Beratungstisch erstmal beeindruckend klingen. Aber der Kunde fragt dann vielleicht, und was bringt mir das Montagmorgen im Stadtverkehr? Oder wie sieht es mit Reifenverschleiß aus?

SPEAKER_00

Oder Versicherung.

SPEAKER_01

Oh ja.

SPEAKER_00

Und genau da stunden Autohäuser vorbereitet sein. Nicht nur Prospektwissen, sondern Besitzkosten, Ladeinfrastruktur, Reifen, Garantie, Restwert, Serviceintervalle. Wenn jemand 100.000 Euro plus Elektro Premium kauft oder liest, will der keine Marketingwolke. Der will Sicherheit. Also im Kopf, nicht nur im Auto.

SPEAKER_01

Schön gesagt. Und es verändert auch den Wettbewerb. Selbst wenn ein Autohaus gar kein Polestarpartner ist, kommt der Vergleich rein. Der Kunde steht beim deutschen Premium-Händler und sagt, da drüben kriege ich aber elektrische Performance mit sehr viel Leistung und einem ziemlich klaren Designversprechen. Da muss man reagieren können. Nicht abwerten, nicht wegwischen, sondern einordnen.

SPEAKER_00

Genau, und das ist so ein Punkt, den ich vielen Verkaufsleitern wirklich mitgeben würde. Macht kurze Wettbewerbsrunden im Team. Zehn Minuten morgens. Was macht Polestar? Was machen andere Premium-Elektromarken? Welche drei Sätze helfen, wenn Kunden vergleichen? Nicht als Kampfansage, sondern als Gesprächskompetenz.

SPEAKER_01

Jetzt kommen wir zur Finanzierung, weil da gerade auch Musik drin ist. Bei chinesischen Newcomern im deutschen Markt sieht man ja, ein gutes Auto reicht nicht. Ohne attraktive Leasing und Finanzierungsangebote wird es schwer, überhaupt in die engere Wahl zu kommen.

SPEAKER_00

Ja, absolut. Viele Kundinnen und Kunden denken nicht mehr Listenpreis, die denken in Monatsrate. Und wenn eine neue Marke keine starke Banklösung, keine verlässlichen Restwerte, keine klaren Leasing-Konditionen hat, dann kann das Produkt noch so gut ausgestattet sein. Im Autohaus wird es dann zäh.

SPEAKER_01

Weil der Verkäufer am Ende gegen eine Rate verkauft, nicht gegen eine Motorisierung.

SPEAKER_00

Ganz genau. Und für Händler, die mit neuen Marken liebäugeln, ist das eine zentrale Prüfungsfrage. Gibt es einen Finanzierungspartner? Wie schnell sind Zusagen? Wie transparent sind Konditionen? Wie werden Rückläufer bewertet? Gibt es Unterstützung bei Gewerbekunden? Denn sonst steht das Auto hübsch im Showroom, aber der Abschluss bleibt liegen.

SPEAKER_01

Und dann wird es schnell teuer. Fläche, Vorführer, Schulung, Werkzeug, Marketing, alles da, aber keine Durchdringung im Leasing.

SPEAKER_00

Ja, und man darf auch nicht vergessen, neue Marken brauchen Vertrauen. Eine gute Leasingrate kann Einstiegshürde senken. Wenn der Kunde sagt, okay, ich probiere diese Marke mal drei Jahre, dann ist das etwas anderes als ich kaufe jetzt mit vollem Restwertrisiko.

SPEAKER_01

Das klingt fast nach Dating statt Ehe.

SPEAKER_00

Ist es im Grunde. Erstmal Leasing-Kennenlernphase. Wenn der Service passt, die App nicht nervt und das Auto zuverlässig ist, dann kommt vielleicht die zweite Beziehung.

SPEAKER_01

Wobei die Branche noch ein zweites Finanzierungsthema diskutiert. Dynamic Pricing bei Krediten oder Finanzierungsangeboten. Also variable Konditionen, die sich stärker nach Nachfrage, Risiko, Timing oder Marktumfeld bewegen. Ein bisschen wie Flugtickets, nur dass du eben keinen Fensterplatz nach Mallorca buchst, sondern einen Wagen finanzierst. Uff. Ja, oder?

SPEAKER_00

Da sehe ich Chancen, aber auch richtig viel Erklärbedarf. Für Händler kann das spannend sein, weil man Bestände gezielter bewegen könnte. Wenn ein Modell zu lange steht, bessere Konditionen. Wenn Nachfrage hoch ist, weniger Subvention. Klingt kaufmännisch logisch. Aber der Kunde muss es verstehen. Wenn zwei Kunden im selben Autohaus innerhalb von zwei Wochen unterschiedliche Finanzierungskonditionen bekommen, dann ist die Frage, fühlt sich das fair an oder fühlt sich einer über den Tisch gezogen? Das ist kommunikativ heikel.

SPEAKER_01

Ja, Preistransparenz ist sowieso schon so ein empfindliches Thema. Hauspreis, Onlinepreis, Herstellerbonus, Eroberungsprämie, Leasingfaktor und jetzt noch dynamische Zinsen oder Konditionen obendrauf?

SPEAKER_00

Genau, darum wäre mein Impuls, wenn Autohäuser mit solchen Modellen arbeiten, dann bitte nicht im Nebel. Klare Regeln fürs Team, klare Formulierungen für Kunden. Zum Beispiel, diese Kondition ist zeitlich begrenzt und abhängig von aktuellen Finanzierungsvorgaben. Kurz, sauber, nicht mystisch.

SPEAKER_01

Nicht, der Computer sagt heute nein.

SPEAKER_00

Bitte nicht.

SPEAKER_01

Obwohl das wahrscheinlich ehrlicher wäre als manche Erklärungen.

SPEAKER_00

Vielleicht. Aber mal ernsthaft. Das Verkaufsteam braucht hier Training. Nicht nur Produkttraining, sondern Konditionentraining. Wie erkläre ich Monatsrate, Schlussrate, Laufzeit, Zins, Anzahlung so, dass Kunden sich nicht dumm fühlen. Das ist eine Kunst.

SPEAKER_01

Und es passt zu dem größeren Trend. Autohausvertrieb wird beratungsintensiver. Früher war die Frage oft, welcher Motor, welche Farbe, welche Ausstattung? Jetzt kommt dazu, welche Ladegewohnheit, welches Nutzungsprofil, welches Finanzierungsmodell, welche Softwareerwartung, welches Risiko empfinden.

SPEAKER_00

Und die Betriebe, die das gut können, differenzieren sich nicht über den billigsten Preis, sondern über Orientierung. Gerade bei Premium Elektro und neuen Marken ist Orientierung Gold wert.

SPEAKER_01

Was würdest du einem Autohaus konkret für die nächste Woche mitgeben? Also nicht Strategiepapier, sondern wirklich Montagmorgen machbar.

SPEAKER_00

Drei Dinge. Erstens, ein kurzes Teambriefing zu Performance Elektroautos machen. Welche Kundenfragen kommen? Welche Antworten haben wir? 2. Finanzierungsgespräche einmal durchspielen, inklusive schwieriger Fragen wie Warum ist die Rate anders als letzte Woche? Drittens, bei neuen oder weniger bekannten Marken nicht nur über Preis sprechen, sondern über Vertrauen. Service, Garantie, Teileversorgung, Ansprechpartner. Das muss sitzen.

SPEAKER_01

Sehr praktisch. Ich ergänze noch: Probefahrten bewusster Plan. Gerade bei starken E-Autos nicht einfach Schlüssel rüberreichen. Route überlegen, Ladezustand checken, Fahrmodi erklären, Rekuperation zeigen, danach sauber nachfassen. Sonst verpufft der Wow-Effekt. Ja! Weil der Kunde sonst nur sagt, war schnell und das ist zu wenig.

SPEAKER_00

Exakt, das Erlebnis muss übersetzt werden in Kaufgründe. Oder Leasinggründe, wenn wir beim Dating bleiben.

SPEAKER_01

Damit schließen wir Folge 70, bevor wir hier noch eine Partnerbörse für Mobilität eröffnen. Steven, danke dir.

SPEAKER_00

Danke dir, Sina. Und an alle im Autohausalltag. Bleibt neugierig, fragt einmal mehr nach und macht aus Komplexität Beratung. Bis zur nächsten Folge. Bis dann!