Im Podcast diskutieren Sina und Steven die aktuellsten News aus der Autohaus-Welt. Im Fokus stehen Entwicklungen, Trends und Themen, die Autohäuser, Werkstätten und die Automobilbranche bewegen.
Ob Digitalisierung, Kundenkommunikation, Vertrieb, Service, neue Technologien oder Veränderungen im Markt: Sina und Steven ordnen die wichtigsten Nachrichten ein, sprechen über Chancen und Herausforderungen und geben praxisnahe Impulse für den Autohaus-Alltag.
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- Gordon Murray S1
- Gordon Murray S1 LM aus 2025
- Positionierung von Performance-Fahrzeugen zwischen Rennstrecke und Reise
- Relevanz exklusiver Kleinserienfahrzeuge für Premium- und Sportwagenhändler
- Kundenberatung zu Nutzung, Alltagstauglichkeit und Besitz spezieller Fahrzeuge
- Servicefähigkeit, Teileversorgung und Spezialwerkzeuge bei Exoten
- Übergabequalität bei Sportwagen: Warmfahren, Reifen, Bremsen, Batteriepflege, Lift und Transport
- Dokumentation und Historie bei wertstabilen oder limitierten Fahrzeugen
- Kundenbindung durch proaktive Betreuung vor Touren und Saisonstarts
- Digitale Fahrzeugmappen, Einweisungsvideos und Reminder für emotionale Fahrzeuge
- Interne Zuständigkeiten und Partnernetzwerke für Nischenfahrzeuge im Autohaus
- Teamroutinen im Autohaus zu besonderen Fahrzeugen und daraus entstehenden Kundenfragen
SPEAKER_00
Willkommen zu Folge 100. Sina hier und bei mir ist natürlich Steven. 100 Folgen Autohauswelt, Steven. Fühlt sich ein bisschen absurd an, oder?
SPEAKER_01
Total. Ich war innerlich bei Folge 7 noch überzeugt. Wir machen das nur, bis uns die Themen ausgehen.
SPEAKER_00
Tja, hat nicht geklappt.
SPEAKER_01
Zum Glück nicht.
SPEAKER_00
Und wir steigen heute mit einem Thema ein, das auf den ersten Blick super klein wirkt. Gordon Murray bringt nach dem S1LM aus 2025 jetzt den S1. Also wieder so ein extrem exklusives Performance-Ding. Aber diesmal offenbar etwas stärker in Richtung Reisen, Straße, Alltag. Naja, Alltag in sehr großen Anführungszeichen. Und ich habe mich gefragt, warum ist das für Autohäuser relevant, die jetzt nicht zufällig einen Supersportwagen mit Sammlerwert im Showroom stehen haben?
SPEAKER_01
Weil es ein Signal ist. Nicht wegen Stückzahlen, klar, die sind winzig. Aber diese Positionierung zwischen Rennstrecke und Reise zeigt etwas, das im Markt breiter wird. Kunden wollen nicht mehr nur ein Extrem. Sie wollen Performance, aber bitte nutzbar. Emotion, aber bitte nicht komplett unpraktisch. Und das gilt am Ende nicht nur für Millionensportwagen, sondern auch für sportliche, kompakte, große GTs, sogar für Zubehörpakete im Autohaus.
SPEAKER_00
Ja, ja, genau.
SPEAKER_01
Also dieses kann ich damit wirklich wegfahren, ist plötzlich eine Verkaufsfrage.
SPEAKER_00
Ich finde auch spannend, dass Reisen bei so einem Auto ja nicht heißt, zwei Wochen Campingplatz mit Dachbox, sondern eher passt die Wochenendtasche rein, komme ich über die Hotelauffahrt, wie nervös ist das Ding im Stadtverkehr, was passiert bei Regen, wie lange hält ein Reifensatz, solche Sachen.
SPEAKER_01
Oh ja.
SPEAKER_00
Und genau da beginnt Beratung.
SPEAKER_01
Absolut. Und da trennt sich auch Showroom-Gerede von echtem Verständnis. Wenn ein Kunde ein sehr spezielles Fahrzeug kauft, egal ob Supersportler, Oldtimer, Umbau oder limitierte Serie, dann will der nicht nur hören, der hat irre Leistung. Der will wissen, was bedeutet Besitz? Wer betreut mich? Wie lagere ich Reifen? Was mache ich vor einer Tour? Welche Verschleißteile sind kritisch? Das ist weniger Verkauf, mehr Begleitung.
SPEAKER_00
Klingt fast wie Haustieranschaffung.
SPEAKER_01
Nur teurer.
SPEAKER_00
Und lauter?
SPEAKER_01
Und mit Carbon.
SPEAKER_00
Genau. Aber ernsthaft. Für Premium- und Sportwagenhändler ist so ein S1 natürlich Gesprächsstoff. Nicht unbedingt, weil morgen drei Interessenten reinkommen und sagen, bitte einmal Gordon Murray. Sondern weil solche Fahrzeuge Kundenfragen anheizen. Was gibt's gerade Besonderes? Was ist noch analog? Was ist limitiert? Was wird sammelwürdig? Voll. Und wenn das Team dann nur mit den Schultern zuckt, wirkt das halt dünn.
SPEAKER_01
Ja, wobei man aufpassen muss, nicht jeder Verkäufer muss wandelndes Supersportwagen-Lexikon sein. Aber ein Autohaus kann sehr wohl kleine Wissensroutinen schaffen. Zum Beispiel fünf Minuten in der Morgenrunde, was ist gerade ein spannendes Nischenfahrzeug und welche Kundenfragen hängen daran. Nicht als Klatsch, sondern als Training fürs Denken.
SPEAKER_00
Gute Formulierung, Training fürs Denken.
SPEAKER_01
Weil der Kunde selten exakt das Auto kauft, über das man spricht. Aber er prüft, versteht ihr meine Leidenschaft? Versteht ihr Nutzungsszenarien? Oder wollt ihr mir nur eine Rate hinlegen?
SPEAKER_00
Und beim S1 ist ja dieses Rennen und Reisen fast wie ein kleines Leerstück. Du musst erklären können, dass Track-DNA nicht automatisch bedeutet unbenutzbar. Aber du darfst auch nicht so tun, als wäre das ein komfortabler Langstreckendiesel mit Massagefunktionen.
SPEAKER_01
Echt jetzt keine Massage?
SPEAKER_00
Vielleicht massiert dich der Motor bei 9000 Touren.
SPEAKER_01
Okay, gekauft.
SPEAKER_00
Steven hat soeben Budgetär komplett aufgegeben.
SPEAKER_01
Schon lange.
SPEAKER_00
Was wäre denn dein Praxisimpuls für ein Autohaus, das solche Themen nutzen will, ohne peinlich so zu tun, als wäre es plötzlich Boutikhändler für Kleinserien?
SPEAKER_01
Ich würde eine Exoten-Checkliste bauen. Ganz simpel. Erstens, Nutzung klären. Straße, Trackday, Sammlung, Urlaub, Sonntagsrunde. 2. Servicefähigkeit. Wer darf dran, welche Teile, welche Wartezeiten, welche Spezialwerkzeuge. Drittens, Übergabequalität. Nicht nur Schlüssel und Blumenstrauß, sondern Einweisung in Warmfahren, Reifen, Bremsen, Batteriepflege, Lift, Transport. Viertens. Dokumentation. Gerade bei wertstabilen oder limitierten Fahrzeugen zählt jede Rechnung, jeder Zustand, jede saubere Historie.
SPEAKER_00
Das ist Gold wert.
SPEAKER_01
Und fünftens, Kommunikation nach dem Kauf. Ein Anruf vor der ersten längeren Tour kann mehr Kundenbindung schaffen als der schönste Hochglanzprospekt.
SPEAKER_00
Das finde ich stark. Also nicht erst melden, wenn der Service fällig ist, sondern vorher. Hey, Sie wollten doch im Frühjahr fahren. Sollen wir kurz Reifen, Flüssigkeiten, Batterie checken?
SPEAKER_01
Genau, das ist eigentlich Servicevertrieb, aber ohne dieses unangenehme Verkaufsgefühl.
SPEAKER_00
Und digital kann man da auch viel machen, oder? Ich denke an persönliche Fahrzeugmappen, Videos zur Einweisung, kleine Reminder, vielleicht sogar eine Packliste für die erste Tour. Klingt banal, aber bei emotionalen Autos ist jedes Detail Teil der Beziehung.
SPEAKER_01
Ja und das gilt runtergebrochen auch für normale Fahrzeuge. Ein Kunde kauft ein Caprio, schick ihm vor dem Sommer eine kurze Checkliste. Ein Kunde kauft einen sportlichen Wagen, erklär Reifen und Bremsen verständlich. Ein Kunde fährt selten, sprich über Batterie und Standzeit. Diese Luxuswelt übertreibt vieles, aber sie zeigt ziemlich gut, wo Kundenerwartungen hingehen.
SPEAKER_00
Nämlich kenn mich, begleit mich und tu nicht so, als wäre nach der Auslieferung Schluss. Gleichzeitig muss man sagen, solche Kleinserienhersteller machen es Händlern nicht automatisch leicht. Wenige Fahrzeuge, spezielle Technik, hohe Kundenerwartung, manchmal lange Teilewege. Da braucht man intern klare Zuständigkeiten.
SPEAKER_01
Unbedingt.
SPEAKER_00
Sonst steht irgendwann ein sehr teures Auto auf dem Hof und alle gucken, als wäre ein UFO gelandet.
SPEAKER_01
Bitte nicht anfassen, der Meister googelt noch.
SPEAKER_00
Nein, nein, nein!
SPEAKER_01
Eben und deshalb, wenn ein Autohaus im Premium oder Sportsegment unterwegs ist, sollte es vorher definieren, welche Nischen man glaubwürdig bedienen kann. Lieber ehrlich sagen, das organisieren wir über Partner, als spontan Kompetenz zu behaupten, die nachher nicht da ist.
SPEAKER_00
Also, Folge 100-Ekenntnis. Ein extrem seltenes Auto kann trotzdem sehr bodenständige Fragen auslösen.
SPEAKER_01
Schöner Satz.
SPEAKER_00
Danke, habe ich mir gerade selbst verkauft.
SPEAKER_01
Mit guter Marge.
SPEAKER_00
Natürlich. Zum Abschluss, wenn ihr im Autohaus arbeitet, nehmt solche Nischenthemen nicht nur als Traumwagengespräch am Kaffeeautomaten. Fragt euch, was sagt das über Beratung, Service, Übergabe und Kundenbindung?
SPEAKER_01
Und macht daraus vielleicht wirklich mal eine kleine Teamrunde. Zehn Minuten reichen. Besonderes Fahrzeug, fünf Kundenfragen, drei Servicefolgen. Fertig.
SPEAKER_00
Das war Folge 100. Danke, dass ihr dabei seid. Egal ob seit Folge 1 oder seit gerade eben.