Im Podcast diskutieren Sina und Steven die aktuellsten News aus der Autohaus-Welt. Im Fokus stehen Entwicklungen, Trends und Themen, die Autohäuser, Werkstätten und die Automobilbranche bewegen.
Ob Digitalisierung, Kundenkommunikation, Vertrieb, Service, neue Technologien oder Veränderungen im Markt: Sina und Steven ordnen die wichtigsten Nachrichten ein, sprechen über Chancen und Herausforderungen und geben praxisnahe Impulse für den Autohaus-Alltag.
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- Hofmann Automobile Ingolstadt: Wechsel und Wachstumsperspektive
- Nachfolge, Führungsstrukturen und Prozessorganisation in mittelständischen Autohäusern
- Kfz-Versicherungsprämien: mögliche Entspannung nach starken Preissteigerungen
- Total Cost of Ownership im Autoverkauf: Finanzierung, Steuer, Versicherung, Wartung und Reifen
- Kundenängste zu E-Auto-Bränden und Fakten zu Brandrisiken
- Hochvoltbatterien, Thermal Runaway und Löschstrategien bei Elektrofahrzeugen
- DEKRA auf der Automechanika 2026: E-Mobilität, Schadenaufnahme und Sicherheit
- Unfall- und Schadenaufnahme bei modernen Fahrzeugen mit Sensorik und Assistenzsystemen
- Dokumentation von Unfallschäden für Versicherer, Gutachter und Kunden
- Haftungsfragen beim Unfall beim Einbiegen und möglicher Mithaftung eines Rasers
- Rolle von Gutachtern, Anwälten und Versicherungen in der Schadenabwicklung
- Checklisten und standardisierte Abläufe für die Schadenannahme im Autohaus
SPEAKER_00
Willkommen zu Folge. Schön, dass wir da Navier. Schön, dass ihr wieder dabei seid. Steven, ich habe das Gefühl, in der Autohauswelt ist gerade so ein bisschen Aufräumen angesagt. Nicht nur verkaufen, nicht nur reparieren, sondern Strukturen sortieren, Kundenängste auffangen, Kosten erklären. So dieses ganze Paket.
SPEAKER_01
Ja, absolut. Und es ist weniger dieses eine große Knallerthema, sondern viele Sachen, die direkt im Alltag landen. Am Verkaufstisch, in der Serviceannahme, bei der Schadenabwicklung. Also genau da, wo es weh tut, wenn man nicht vorbereitet ist.
SPEAKER_00
Dann lass uns direkt mit Hofmann Automobil in Ingolstadt anfangen. Da gab es einen Wechsel verbunden mit Wachstumsperspektive. Klingt erstmal nach klassischer Unternehmensmeldung. Aber ich finde, da steckt für viele mittelständische Autohäuser richtig viel drin.
SPEAKER_01
Total, weil Wachstum im Autohaus ja nicht mehr heißt, wir stellen einfach noch zehn Autos auf den Hof und gut ist, das war vielleicht mal romantisch gedacht. Heute geht es um Organisation. Wer entscheidet was? Wie werden Standorte geführt? Wie macht man Nachfolge, ohne dass jeden Montagmorgen, und, wer hat jetzt eigentlich den Hut auf? Ja. Und gerade Familienbetriebe oder gewachsene Gruppen stehen da vor einer echten Aufgabe. Du hast Service, Teileverkauf, Gebrauchtwagen, Finanzierung, Schadenmanagement. Alles hängt zusammen. Wenn du wachsen willst, brauchst du klare Prozesse. Aber darfst die persönliche Kultur nicht verlieren.
SPEAKER_00
Das ist genau der Punkt. Viele Kunden kommen ja nicht wegen eines Organigramms. Die kommen, weil sie seit Jahren dieselbe Serviceberaterin kennen. Oder weil der Verkäufer weiß, dass sie samstags nie Zeit haben. Wenn ein Betrieb wächst, muss dieses Vertrauen irgendwie mitwachsen.
SPEAKER_01
Schön gesagt.
SPEAKER_00
Danke. Ich habe kurz selbst gestaunt.
SPEAKER_01
Aber es stimmt. Und für andere Autohäuser wäre mein Impuls, wartet nicht, bis Wachstum oder Nachfolge euch überrollt. Macht früh klar, welche Rolle Führungskräfte haben, welche Entscheidungen am Standort fallen dürfen und wo Standards nötig sind.
SPEAKER_00
Also weniger Bauchgefühl als Betriebssystem.
SPEAKER_01
Genau, aber bitte ein Betriebssystem mit Herz. Kein Excel-Monster, das Menschen frisst.
SPEAKER_00
Sehr schönes Bild. Apropos Dinge, die Menschen fressen. Kfz-Versicherungsprämien. Da gab es jetzt nach Jahren steigender Preise mal die Einschätzung, dass die extreme Preiswelle vorläufig auslaufen könnte. Teilweise sogar sinkende Preise.
SPEAKER_01
Da werden einige Kunden erstmal sagen, endlich.
SPEAKER_00
Oh ja.
SPEAKER_01
Und für Autohäuser ist das interessanter, als es im ersten Moment klingt. Weil Versicherungskosten im Verkaufsgespräch oft so ein stiller Killer sind. Der Kunde findet das Auto gut, Finanzierung passt irgendwie, aber dann kommt die Versicherung dazu und plötzlich wird aus Begeisterung ein Stirn runzeln.
SPEAKER_00
Gerade bei jungen Fahrern, Familie mit Zweitwagen oder Flottenkunden.
SPEAKER_01
Exakt, wenn die Prämien nicht mehr jedes Jahr gefühlt durch die Decke gehen, gibt es im Verkauf wieder ein bisschen Luft, nicht automatisch Kauflaune, klar, aber weniger Abwehr.
SPEAKER_00
Und ich finde, Autohäuser sollten das aktiv nutzen. Nicht nach dem Motto, hier, Versicherung ist billiger, kauf jetzt. Sondern eher, wir betrachten die Gesamtkosten sauber. Rate, Steuer, Versicherung, Wartung, Reifen. Dieses Total Cost-Denken gehört eigentlich in jedes gute Beratungsgespräch. Bei Kunden ja längst rechnen. Die haben Vergleichsportale im Kopf, auch wenn sie gerade vor einem sitzen.
SPEAKER_01
Ja, und wenn das Autohaus da souverän ist, gewinnt es Vertrauen. Nicht nur Produkt verkaufen, sondern Kostenrealität erklären. Das ist Beratung.
SPEAKER_00
Jetzt zum Thema, das vermutlich jeder Verkäufer bei E-Autos schon mal gehört hat. Brennen die nicht ständig?
SPEAKER_01
Der Klassiker.
SPEAKER_00
Genau, und gerade kursiert wieder viel Aufklärung dazu. E-Autos brennen nicht automatisch häufiger als Verbrenner, aber wenn sie brennen, ist die Art des Brandes anders. Hochvoltbatterie, Thermal Runaway, längere Beobachtung, andere Löschstrategie. Das muss man erklären können, ohne technisch abzutauchen.
SPEAKER_01
Ja, und ohne den Kunden abzubügeln, also nicht sagen, ach Quatsch, alles Unsinn, damit verlierst du ihn sofort. Besser ist, ich verstehe die Sorge, schauen wir uns die Fakten und die Sicherheitssysteme an.
SPEAKER_00
Wie würdest du das im Verkaufsgespräch formulieren?
SPEAKER_01
Ich würde sagen, moderne Elektrofahrzeuge haben mehrere Schutzebenen. Die Batterie ist überwacht, abgeschirmt und bei Unfällen greifen Sicherheitsmechanismen. Das Risiko ist nicht dieses Hollywood-Bild, wo das Auto bei jedem Rempler explodiert. Aber ja, Werkstätten und Rettungskräfte brauchen anderes Know-how, weil die Technik anders reagiert.
SPEAKER_00
Wichtig? Ehrlich bleiben.
SPEAKER_01
100 Prozent. Kunden merken sofort, wenn man nur beschwichtigt. Und für Betriebe heißt das, Verkäufer, Serviceberater und Empfang sollten dieselbe einfache Antwort haben. Nicht drei Leute, vier Aussagen, fünf Unsicherheiten.
SPEAKER_00
Das wäre dann wieder das Exemonster mit Akku.
SPEAKER_01
Bitte nicht.
SPEAKER_00
Passend dazu. Dekra wird auf der Automechanik 2026 Themen wie E-Mobilität, Schadenaufnahme und Sicherheit stark spielen. Ich finde das spannend, weil es zeigt, wohin Werkstattkompetenz geht.
SPEAKER_01
Ja, und zwar weg von, wir gucken mal kurz drunter, hin zu strukturierter Diagnose, dokumentierter Schadenaufnahme, Hochvolltsicherheitsregeln, Bewertung von Assistenzsystemen. Gerade nach Unfällen wird es komplex. Total, ein kleiner Parkrempler kann Sensorik betreffen. Ein Unfallschaden am E-Auto kann Fragen zur Batterie auslösen. Und wenn die Schadenaufnahme schlecht dokumentiert ist, diskutierst du später mit Versicherern, Kunden und manchmal auch mit dir selbst.
SPEAKER_00
Das klingt trocken, ist aber bares Geld.
SPEAKER_01
Absolut. Gute Schadenaufnahme ist Umsatzschutz. Und Kundenschutz. Wenn du transparent zeigst, was geprüft wurde, warum etwas kalibriert werden muss, warum ein Fahrzeug vielleicht länger beobachtet wird, dann sinkt der Ärger.
SPEAKER_00
Da sind wir beim nächsten Punkt. Unfall beim Einbiegen und die Frage, wann ein Raser mithaftet. Klingt nach Jura-Vorlesung, betrifft aber Werkstätten ständig.
SPEAKER_01
Ja, weil Kunden nach einem Unfall nicht nur fragen, wann ist mein Auto fertig, sondern auch, wer zahlt das jetzt? Und wenn ein anderer viel zu schnell unterwegs war, kann sich die Haftung verschieben. Selbst wenn der Einbiegende einen Fehler gemacht hat. Echt jetzt? Ja, vereinfacht gesagt, es kommt auf die Umstände an. Geschwindigkeit, Sicht, Vorfahrt, Reaktionsmöglichkeiten. Fürs Autohaus heißt das nicht, Rechtsberatung zu spielen. Bitte nicht. Aber man kann sensibel nachfragen und Kunden an Gutachter, Anwalt oder Versicherung lotsen.
SPEAKER_00
Das finde ich wichtig. Die Serviceannahme wird ja oft zur ersten emotionalen Anlaufstelle. Kunde kommt rein, Auto kaputt, Puls hoch, vielleicht Schuld, Frage ungeklärt. Wenn dann jemand ruhig sortiert, wir dokumentieren den Schaden, sichern Fotos, klären den Ablauf, dann ist das Gold wert.
SPEAKER_01
Und bitte Fotos, Fotos, Fotos. Also nicht wild, sondern sauber. Gesamtbild, Details, Kilometerstand, Reifen, Assistenzsensoren, Vorschäden, das hilft später enorm.
SPEAKER_00
Da merkt man auch, wie sehr Autohäuser heute Prozessbetriebe sind. Verkauf, Versicherung, Recht, Technik, Kundenpsychologie, alles in einem Gebäude.
SPEAKER_01
Und Kaffee.
SPEAKER_00
Stimmt, ohne Kaffee bricht das System zusammen.
SPEAKER_01
Das ist die eigentliche Branchennews.
SPEAKER_00
Headline. Kaffee sichert Schadenprozess.
SPEAKER_01
Aber im Ernst, wenn ich die Themen zusammenziehe, dann geht es gerade um professionelle Entlastung. Hofmann zeigt Strukturen für Wachstum. Versicherungen Kosten besser einordnen. E-Auto-Brende, Ängste ernst nehmen. Schadenaufnahme technisch sauberer werden. Haftung, Kunden besser durch den Nebel führen.
SPEAKER_00
Ja, ja, genau.
SPEAKER_01
Und das alles ist kein Zukunftsthema, sondern Alltag. Morgen früh um 8 steht der erste Kunde da und fragt genau sowas.
SPEAKER_00
Mein Praxisimpuls wäre, macht im Team eine kurze Einwandrunde. Jeder bringt drei Kundenfragen mit, die zuletzt schwierig waren. Zum Beispiel, brennt ein E-Auto schneller? Warum ist die Versicherung so teuer? Wer zahlt meinen Unfallschaden? Und dann baut ihr gemeinsame verständliche Antworten.
SPEAKER_01
Sehr gut. Und ergänzt eine kleine Checkliste für Schadenannahme. Nicht 40 Seiten, eine Seite. Was wird fotografiert? Was wird abgefragt? Wann kommt Gutachterkontakt? Wann Ersatzmobilität? Wer ruft den Kunden an?
SPEAKER_00
Eine Seite. Nicht 40.
SPEAKER_01
Bitte. Sonst liest es keiner.
SPEAKER_00
Steven, schönes Schlusswort.
SPEAKER_01
Gern. Die beste Nachricht ist nicht immer die lauteste. Manchmal ist sie einfach ein Hinweis darauf, wo der Betrieb morgen besser vorbereitet sein kann.
SPEAKER_00
Schön. Damit sind wir raus aus Folge 104. Danke euch fürs Zuhören, bleibt aufmerksam, bleibt pragmatisch und gönnt eurem Schadenprozess einen Kaffee. Bis zum nächsten Mal.