Im Podcast diskutieren Sina und Steven die aktuellsten News aus der Autohaus-Welt. Im Fokus stehen Entwicklungen, Trends und Themen, die Autohäuser, Werkstätten und die Automobilbranche bewegen.
Ob Digitalisierung, Kundenkommunikation, Vertrieb, Service, neue Technologien oder Veränderungen im Markt: Sina und Steven ordnen die wichtigsten Nachrichten ein, sprechen über Chancen und Herausforderungen und geben praxisnahe Impulse für den Autohaus-Alltag.
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- Autohaus Gromes aus Wartenberg wird Hauptsponsor der Erding Gladiators
- Peugeot-Logo prominent auf den Trikots der Erding Gladiators
- Sportsponsoring als lokale Marketingstrategie für Autohäuser
- Messbarkeit von Sponsoring über Landingpages, QR-Codes, Aktionscodes und CRM-Tracking
- Heimspielaktionen für Autohäuser wie Probefahrt-Gutscheine, VIP-Abende und Servicepakete
- Geely E5 als günstiges kompaktes Elektro-SUV aus China
- 68-kWh-Batterie des Geely E5
- Preisdruck durch neue günstige Elektro-SUVs auf etablierte Autohändler
- Vergleichsargumente im Verkauf: Ausstattung, Garantie, Servicenetz, Software, Restwert und Finanzierung
- Bedeutung fairer Wettbewerbsvergleiche statt Abwertung chinesischer Automarken
- Inzahlungnahme und Restwertbewertung neuer E-Auto-Marken
- Service-, Teileversorgungs- und Reparaturfragen bei neuen Elektroauto-Anbietern
SPEAKER_00
Willkommen zu Folge 106. Schön, dass ihr wieder dabei seid. Steven, wir schauen auf zwei Themen, die auf den ersten Blick ziemlich unterschiedlich wirken: Eishockey-Trikots und ein günstiges Elektro-SUV aus China. Klingt wie ein sehr wildes Autohaus-Bingo.
SPEAKER_01
Total, aber beides trifft den Handel ziemlich direkt. Einmal geht's um Sichtbarkeit vor Ort, also wie bleibe ich als Autohaus in der Region präsent? Und einmal geht es um Wettbewerbsdruck, weil neue E-Autos mit aggressiven Preisen natürlich sofort Fragen im Verkaufsraum auslösen.
SPEAKER_00
Fangen wir mit dem Eishockey an. Autohaus Gromes aus Wartenberg steigt bei den Erdin Gladiators als Hauptsponsor ein. Mit Peugeot prominent auf der Trikotbrust. Was ist daran für andere Händler spannend, außer dass so ein Trikot natürlich schicker aussieht als ein Banner am Kreisverkehr aus?
SPEAKER_01
Wobei der Banner am Kreisverkehr ja auch seine Fans hat, ne? Aber genau, Sportsponsoring ist nicht einfach nur Logo drauf und fertig. Wenn ein Autohaus bei einem regionalen Club so sichtbar einsteigt, dann kauft es sich im besten Fall nicht nur Reichweite, sondern Nähe. Du bist plötzlich Teil von Gesprächen. In der Eishalle, bei Familien, bei Unternehmen, bei Fans. Und das ist etwas, was klassische Online-Werbung oft nicht schafft. Dieses Gefühl von, ah, die gehören hierher. Und gerade bei Marken wie Peugeot, die vielleicht nicht jeder sofort auf dem Zettel hat, ist so eine dauerhafte Sichtbarkeit wertvoll. Woche für Woche, Trikot, Social Clips, Hallenansagen, vielleicht Fahrzeuge vor der Arena, das wirkt anders als eine einmalige Anzeige.
SPEAKER_00
Ich finde es spannend, dass viele Autohäuser Sponsoring noch sehr romantisch sehen. Also so, wir unterstützen den Verein, weil wir den Verein mögen. Was ja auch gut ist. Aber wenn man ehrlich ist, muss daraus inzwischen auch ein Plan entstehen. Leads, Probefahrten, Servicekunden, gewerbliche Kontakte. Irgendwie muss das in den Alltag zurückspielen.
SPEAKER_01
Genau, und da trennt sich dann auch nettes Engagement von gutem Marketing. Ein Händler könnte zum Beispiel Heimspielaktionen machen, Probefahrtgutscheine, VIP-Abende für Flottenkunden, ein Fahrzeug der Woche beim Spieltag, kleine Service-Pakete für Vereinsmitglieder, nichts Plumpes, bitte nicht der Verkäufer mit Klemmbrett am Städtisch.
SPEAKER_00
Oh nein.
SPEAKER_01
Sondern eher clever integriert. Wenn die Leute eh emotional aufgeladen sind, nach einem guten Spiel, dann geht's nicht um harte Verkaufsgespräche. Es geht um Wiedererkennung und Sympathie. Und später, wenn ein Auto ansteht, ist das Autohaus nicht irgendein Name.
SPEAKER_00
Hm, aber jetzt mal kritisch. Sponsoring kostet Geld. Viele Betriebe sagen gerade, margeneng, Personal eng, Herstelleranforderungen eng. Wie rechtfertigt man sowas intern?
SPEAKER_01
Mit Messbarkeit. Nicht perfekt, aber ausreichend. Eigene Landingpage für Fans, QR-Codes auf Aktionen, spezielle Aktionscodes, Terminbuchungen über Vereinskampagnen, Tracking im CRM, ups, jetzt klingt's kurz, unromantisch. Aber das muss sein. Sonst ist es am Ende nur, war schön, alle fanden es gut und keiner weiß, ob wirklich etwas zurückkam.
SPEAKER_00
Ja, ja, genau. Und trotzdem darf es nicht zu technisch wirken. Ich glaube, der beste Hebel ist, wenn Mitarbeitende auch wirklich dahinter stehen. Wenn jemand aus dem Autohaus beim Spiel ist, Fotos macht, Kunden trifft, die Stimmung mitnimmt, dann wird aus Sponsoring nicht nur Werbefläche, sondern Beziehungspflege. Und das ist ja eigentlich eine alte Händlerstärke, lokal verankert sein. Nur moderner ausgespielt.
SPEAKER_01
Absolut. Und jetzt kommt der harte Schnitt vom Eisstadion ins Elektro-SUV-Segment. Gili bringt mit dem E5 so ein kompaktes E-SUV ins Gespräch. 68 Kilowattstunden um Batterie, preislich, offenbar sehr offensiv positioniert. Und das ist für Autohäuser ein anderes Kaliber, weil Kunden solche Modelle natürlich vergleichen werden. Auch wenn sie die Marke noch gar nicht richtig kennen.
SPEAKER_00
Echt jetzt? Schon wieder ein günstiges E-SUV, das Druck macht?
SPEAKER_01
Ja, und das ist genau der Punkt. Für etablierte Händler heißt das nicht automatisch Panik. Aber es heißt vorbereitet sein. Wenn ein Kunde reinkommt und sagt, da gibt's doch diesen Gili, warum kostet ihr Modell deutlich mehr? Dann darf die Antwort nicht aus Schulterzucken bestehen. Dann brauchst du saubere Argumente. Ausstattung, Garantie, Servicenetz, Software, Restwert, Lieferfähigkeit, Assistenzsysteme, Materialqualität, Finanzierung, das komplette Paket.
SPEAKER_00
Wobei saubere Argumente nicht heißen darf, neue Wettbewerber schlechtreden. Das merken Kunden sofort.
SPEAKER_01
Danke, genau. Dieses reflexhafte China-Auto, naja, funktioniert nicht mehr. Viele Fahrzeuge sind technisch ernstzunehmend. Kunden sind preisssensibel, aber nicht dumm. Wenn ich als Verkäufer nur abwerte, verliere ich Vertrauen. Besser ist fair vergleichen. Wo ist das günstige Modell stark? Wo gibt es offene Fragen und wo bietet die eigene Marke tatsächlich Mehrwert? Und vor allem, Probefahrten werden wichtiger. Nicht nur 10 Minuten um den Block, sondern wirklich so, dass der Kunde merkt, Sitzposition, Bedienung, Geräuschniveau, Ladeplanung, Kofferraum, Kindersitz, Hund, Getränkekiste, Alltag eben.
SPEAKER_00
Die Getränkekiste als ultimatives Testinstrument.
SPEAKER_01
Unterschätzt. Wenn die nicht reinpasst, ist die schönste Reichweite egal.
SPEAKER_00
Was bedeutet das für die Inzahlungnahme? Wenn mehr neue Marken auf den Markt kommen, wird das doch für Händler komplizierter, oder?
SPEAKER_01
Ja, weil Restwerte schwerer einzuschätzen sind. Bei bekannten Marken hast du Historie, Auktionserfahrung, Nachfragebilder. Bei neuen Playern ist vieles offener. Und selbst wenn ein Händler Gili gar nicht verkauft, kann so ein Fahrzeug irgendwann auf dem Hof landen. Als Inzahlungnahme, dann brauchst du Kompetenz, Batteriezustand, Software-Sand, Teileversorgung, Garantieübertragbarkeit, Marktgängigkeit. Das wird ein neues Feld für Bewertungsroutinen.
SPEAKER_00
Also nicht nur Vertrieb, sondern auch Gebrauchtwagenmanagement.
SPEAKER_01
Genau, und Serviceperspektive? Kunden fragen, wer wartet das? Wie schnell bekomme ich Teile? Was passiert bei einem Unfallschaden? Gibt es genug geschulte Betriebe? Das sind keine Nebenthemen mehr, das sind Kaufargumente.
SPEAKER_00
Ich merke gerade, die beiden Themen sind doch näher beieinander als gedacht. Beim Sponsoring geht es um Vertrauen durch Nähe. Beim neuen E-SUV-Wettbewerb geht es um Vertrauen durch Orientierung. In beiden Fällen muss das Autohaus mehr sein als nur Verkaufsflächen.
SPEAKER_01
Schön gesagt.
SPEAKER_00
Danke, ich schreibe es mir selber auf.
SPEAKER_01
Mach das. Aber ja, der Handel kann gerade punkten, wenn er Komplexität reduziert. Beim Sponsoring aus lokaler Sichtbarkeit echte Kontakte machen. Bei neuen Wettbewerbern nicht defensiv werden, sondern Kunden helfen, Unterschiede einzuordnen. Wer da souverän bleibt, wirkt stark.
SPEAKER_00
Hast du einen ganz praktischen Impuls für die Woche? Also etwas, das ein Autohaus sofort machen kann?
SPEAKER_01
Zwei sogar. Erstens, wenn ihr Sponsoring macht, legt eine einfache Aktivierungsmatrix an. Welche Spiele, welche Aktionen, welche Zielgruppen, wer aus dem Team ist verantwortlich, wie messen wir Rücklauf. Zweitens, baut eine kleine Wettbewerbsmappe für günstige ESUVs. Nicht als Kampfblatt, sondern als Beratungsunterlage. Drei Stärken, drei offene Fragen, drei Vergleichspunkte pro Modell. Das nimmt Druck aus Kundengesprächen.
SPEAKER_00
Sehr gut. Und bitte in normaler Sprache, nicht in Produktmanagerdeutsch. Kein Kunde will segmentadäquate Value Proposition hören.
SPEAKER_01
Außer vielleicht Produktmanager.
SPEAKER_00
Die hören unseren Podcast bestimmt auch. Liebe Grüße. Steven, danke dir. Das war Folge 106. Lokale Präsenz auf dem Trikot. Globaler Preisdruck im Showroom. Wir hören uns in der nächsten Folge.
SPEAKER_01
Danke euch fürs Zuhören. Macht's gut und bleibt wachsam auf dem Hof und in der Halle.