Im Podcast diskutieren Sina und Steven die aktuellsten News aus der Autohaus-Welt. Im Fokus stehen Entwicklungen, Trends und Themen, die Autohäuser, Werkstätten und die Automobilbranche bewegen.
Ob Digitalisierung, Kundenkommunikation, Vertrieb, Service, neue Technologien oder Veränderungen im Markt: Sina und Steven ordnen die wichtigsten Nachrichten ein, sprechen über Chancen und Herausforderungen und geben praxisnahe Impulse für den Autohaus-Alltag.
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- Autohaus Metzger im Schleifbachweg: Neustart als neues Gebrauchtwagenzentrum
- Frühere Führung des Standorts durch Familie Klaiber
- Insolvenz der Autolöwen GmbH
- Gebrauchtwagenhandel als Margenfeld für Autohäuser
- Aufbau von Vertrauen, Qualitätsversprechen und klaren Prozessen beim Autohaus-Neustart
- Bestandskunden-Aktivierung durch Service-Check-Aktionstage, Eröffnung und Probefahrten
- Risikomanagement im Gebrauchtwagengeschäft: Standzeiten, Aufbereitung, Gewährleistung, Finanzierung, Restwerte
- Brabus Bodo: erster eigener Sportwagen von Brabus
- Bodo Buschmann und Brabus-Markenhistorie aus Bottrop
- Individualisierung und Zubehörverkauf im Autohaus
- Nutzung von Autohaus-Geschichte und Mitarbeitenden als Marken- und Vertrauenselement
SPEAKER_01
Willkommen zu Folge 112. Ich bin Sina und bei mir ist natürlich wieder Steven. Hi Steven.
SPEAKER_00
Hi Sina, ich hab Kaffee, ich habe Auto aus Themen, ich bin bereit.
SPEAKER_01
Sehr gut. Dann starten wir direkt mit einer Geschichte, die erstmal regional klingt, aber eigentlich ziemlich viel über den Markt erzählt. Autohaus Metzger im Schleifbachweg. Früher jahrzehntelang von der Familie Kleiber geführt, dann verkauft. Dann dieses ganze schwierige Umfeld mit der insolventen Autolöwen GmbH und jetzt der Neustart mit einem neuen Gebrauchtwagenzentrum.
SPEAKER_00
Das ist so ein Fall, wo man merkt, ein Standort ist nicht einfach nur ein Gebäude mit Hebebühnen und Fahnen davor. Da hängt Vertrauen dran. Lokale Bekanntheit, Kundenhistorie, ehemalige Mitarbeitende vielleicht, alte Servicebeziehungen. Und wenn sowas einmal ins Wackeln kommt, ist ein Neustart nicht nur eine betriebswirtschaftliche Sache, sondern auch eine emotionale.
SPEAKER_01
Total.
SPEAKER_00
Und gerade Gebrauchtwagenzentrum, das ist ja kein Zufall, viele Betriebe schauen gerade, wo können wir noch Marge sauber erwirtschaften, wenn Neuwagenverfügbarkeit, Agenturmodelle, Rabattdruck und Zinsen einem das Leben schwer machen. Da landet man sehr schnell wieder beim Gebrauchtwagen. Aber eben professioneller als früher.
SPEAKER_01
Wobei ich spannend finde, Neustart klingt ja immer nach, okay, alles einmal auf Anfang. Aber im Autohausalltag heißt das ja eher, du musst gleichzeitig alte Erwartungen bedienen und neue Strukturen aufbauen. Kunden kommen rein und sagen, ach, hier war ich doch früher schon mit meinem Wagen. Und intern musst du aber vielleicht Prozesse, Sortiment, Finanzierungspartner, Auftreten, komplett neu sortieren.
SPEAKER_00
Genau, und du musst erklären, ohne dich in der Vergangenheit zu verlieren.
SPEAKER_01
Ja.
SPEAKER_00
Also nicht früher war alles schwierig, aber jetzt wirklich, wirklich nicht mehr. Sondern das ist unser Angebot, das ist unser Qualitätsversprechen, das ist unser Team, so erreichen sie uns, so läuft die Fahrzeugübergabe. Vertrauen entsteht dadurch Klarheit, nicht durch Hochglanz allein.
SPEAKER_01
Was würdest du so einem Betrieb als erstes raten? Angenommen, du machst ein Gebrauchtwagenzentrum neu auf. Was muss in den ersten Wochen sitzen?
SPEAKER_00
Erstens, die Story muss jeder im Team gleich erzählen können. Nicht auswendig gelernt, sondern konsistent. Warum gibt es den Neustart? Wofür steht der Standort jetzt? Zweitens, der erste Eindruck muss gnadenlos stimmen. Beschilderung, Platzordnung, Fahrzeugzustand, Preise nachvollziehbar, Ansprechpartner sichtbar. Und drittens, kleiner Punkt, große Wirkung, die Bestandskunden nicht vergessen. Die Leute, die den Namen noch kennen, müssen aktiv das Gefühl bekommen, da ist wieder jemand da. Und zwar nicht nur mit einem Flyer, weißt du, sondern vielleicht mit einem Service-Check Aktionstag, einer kleinen Eröffnung, Probefahrten, Werkstatt Einblick, etwas, das Nähe schafft.
SPEAKER_01
Ich mag diesen Punkt mit Story gleich erzählen, weil im Autohaus ja oft die Geschäftsführung eine Vision hat, der Verkaufsleiter eine andere Formulierung nutzt, am Empfang heißt es dann, keine Ahnung, wir sind jetzt halt neu und der Kunde spürt sofort, die sind noch nicht sortiert.
SPEAKER_00
Autsch, ja, das passiert öfter als man denkt.
SPEAKER_01
Und gleichzeitig ist es auch eine Chance. Ein neues Gebrauchtwagenzentrum kann ja viel frischer auftreten als ein Betrieb, der seit 30 Jahren sagt, das haben wir schon immer so gemacht. Man kann neu über Präsentationen nachdenken, über digitale Fahrzeugakten, über Videos, über Garantien, über Inzahlungnahmeprozesse. Oh, ich merke, ich werde schon wieder operativ.
SPEAKER_00
Das ist okay, dafür sind wir ja hier.
SPEAKER_01
Stimmt.
SPEAKER_00
Was ich noch wichtig finde, Gebrauchtwagen ist nicht nur Einkauf und Verkauf. Es ist auch Risikomanagement, Standzeiten, Aufbereitungskosten, Gewährleistung, Finanzierung, Restwerte. Und beim Neustart darf man sich nicht vom schönen vollen Platz blenden lassen. Voller Platz ist nicht automatisch gesunder Bestand.
SPEAKER_01
Guter Satz.
SPEAKER_00
Danke, den rahm ich mir ein. Aber ernsthaft, für andere Händler ist so ein Fall eine Erinnerung, mal auf den eigenen Standort zu schauen. Wenn morgen jemand Fremdes durch euren Betrieb läuft, erkennt der sofort, wofür ihr steht? Oder sieht er nur Autos, Schilder, Kaffeemaschine?
SPEAKER_01
Lass uns den Schwenk machen. Von bodenständigem Gebrauchtwagenzentrum zu, naja, ziemlich unbodenständig, Brabus baut mit dem Bodo den ersten eigenen Sportwagen. Acht Jahre nach dem Tod von Bodo Buschmann. Und das Ding wirkt schon vom Konzept her wie ein Denkmal auf Rädern.
SPEAKER_00
Das Batmobil aus Bottrop quasi.
SPEAKER_01
Genau. Und klar, das ist jetzt nicht die News, bei der ein durchschnittliches Mehrmarkenautohaus sagt, super, bestellen wir zehn Stück für den Hof. Aber ich finde den Markenaspekt spannend. Brabos verkauft ja nicht nur Leistung, die verkaufen Mythos, Exklusivität, ein bisschen Provokation, ein bisschen Wahnsinn. Und davon können Händler auch im normalen Segment etwas lernen. Nicht, dass jeder jetzt Carbon und 900 PS braucht, bitte nicht im Familienvan. Aber dieses Gefühl, warum soll ein Kunde genau bei mir kaufen? Was ist das Besondere? Das geht oft im Tagesgeschäft unter.
SPEAKER_00
Ja, und Brabus zeigt extrem, wie stark Individualisierung ziehen kann. Menschen wollen nicht nur ein Fahrzeug, sondern eine Aussage. Im Premium-Bereich ist das offensichtlich. Aber auch bei normalen Kunden gibt es das. Die passende Felge, das Winterpaket, die Anhängerkupplung, die Mathe-Volierung, das Campingzubehör, die Hundebox. Wenn man das gut berät, wird aus einem Standardauto plötzlich mein Auto.
SPEAKER_01
Aber ist das im Autohaus nicht manchmal noch zu sehr Zubehörliste statt Erlebnis? Also so, hier hätten wir noch Fußmatten.
SPEAKER_00
Ja, genau das ist der Punkt. Zubehör wird oft wie ein Nachsatz behandelt. Dabei kann es ein Gespräch über Lebensstil sein. Fährst du viel Fahrrad, hast du Kinder, ziehst du einen Pferdeanhänger? Willst du im Sommer nach Italien? Dann wird aus Zubehör plötzlich Nutzen. Und aus Nutzen wird Marge, ohne dass es sich nach Aufschwatzen anfühlt.
SPEAKER_01
Marsch mit Menschlichkeit, Steven. Heute haust du aber die Kalendersprüche raus.
SPEAKER_00
Ich bin in Form.
SPEAKER_01
Merkt man.
SPEAKER_00
Beim Grabus Bodo kommt noch etwas dazu. Tradition. Der Gründer, die Historie, Bottrop, diese Tuning-DNA. Autohäuser unterschätzen manchmal ihre eigene Geschichte. Da gibt es Betriebe in zweiter, dritter Generation mit alten Fotos im Keller, mit Kunden, die ihr erstes Auto dort gekauft haben. Und online sieht man davon nichts. Nur Stock-Bilder und willkommen bei ihrem Mobilitätspartner.
SPEAKER_01
Das tut weh, weil es stimmt.
SPEAKER_00
Aber es ist lösbar. Ein kurzer Clip aus der Werkstatt, ein Foto vom alten Verkaufsraum, ein Mitarbeiter, der seit 25 Jahren da ist und erzählt, was sich verändert hat. Das schafft Nähe. Gerade in einer Zeit, in der viele Markenprozesse immer standardisierter werden.
SPEAKER_01
Ich finde, da verbinden sich unsere beiden Themen heute eigentlich ziemlich gut. Bei Metzger Neustart geht es um Vertrauen zurückgewinnen und Struktur schaffen. Bei Brabos geht es um Emotion, Marke, Begehrlichkeit. Und ein gutes Autohaus braucht beides. Nur Prozess ist kalt, nur Emotion ist chaotisch.
SPEAKER_00
Schön gesagt. Und für den Alltag heißt das, macht mal einen kleinen Check. Erstens, versteht ein Neukunde innerhalb von 30 Sekunden, wofür euer Betrieb steht? 2. Erzählt euer Team dieselbe Geschichte? Drittens, gibt es neben Preis und Rate auch Gründe, die sich gut anfühlen?
SPEAKER_01
Und viertens, wenn ihr Zubehör oder Individualisierung anbietet, dann bitte nicht als traurige Fußmatte am Ende des Gesprächs.
SPEAKER_00
Die traurige Fußmatte.
SPEAKER_01
Ja, die kennt jeder.
SPEAKER_00
Leider ja.
SPEAKER_01
Dann machen wir den Deckel drauf. Folge 112. Neustart, Gebrauchtwagen, Markenmythos und ein bisschen Batmobil aus Bottrop. Steven, danke dir.
SPEAKER_00
Danke dir, Sina. War mir ein Fest.
SPEAKER_01
Und euch? Danke fürs Zuhören. Komm gut durch den Autohausalltag. Und bis zur nächsten Folge.