Im Podcast diskutieren Sina und Steven die aktuellsten News aus der Autohaus-Welt. Im Fokus stehen Entwicklungen, Trends und Themen, die Autohäuser, Werkstätten und die Automobilbranche bewegen.
Ob Digitalisierung, Kundenkommunikation, Vertrieb, Service, neue Technologien oder Veränderungen im Markt: Sina und Steven ordnen die wichtigsten Nachrichten ein, sprechen über Chancen und Herausforderungen und geben praxisnahe Impulse für den Autohaus-Alltag.
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- Alpha Online Geschäftsführungswechsel zum 1. September
- Kilian Stocker übernimmt Geschäftsführung von Olaf Bock
- Olaf Bock bleibt bis Jahresende zur Übergabe bei Alpha Online
- Auswirkungen von Dienstleister-Führungswechseln auf Autohäuser
- Digitale Gebrauchtwagenprozesse in Autohäusern
- Prozessstabilität und Softwareabhängigkeit im Autohaus
- Schnittstellen, Support und Ansprechpartner bei digitalen Autohaus-Dienstleistern
- Fahrzeugbewertung, Zustandserfassung, Fotoprozesse und Online-Vermarktung
- Standzeitreduzierung und schnellere Online-Stellung von Gebrauchtwagen
- Datenqualität, Preislogik und regionale Nachfrage im Gebrauchtwagengeschäft
- Interner Prozesscheck für Autohäuser bei Softwarepartner-Änderungen
- Schulung, Rollenklärung und Vertretungsfähigkeit bei Autohaus-Tools
SPEAKER_00
Hallo und willkommen zu Folge 113. Ich bin Sina und mir gegenüber sitzt wie immer Steven. Schön, dass du da bist.
SPEAKER_01
Hi Sina, ich habe Kaffee, ich habe Notizen im Kopf, also kann losgehen.
SPEAKER_00
Sehr gut. Wir schauen wieder auf das, was Autohäuser, Werkstätten und Händler gerade bewegt. Und ein Thema sticht diesmal raus. Alpha Online bekommt eine neue Geschäftsführung. Kilian Stocker übernimmt zum 1. September die Geschäftsführung von Gründer Olaf Bock. Und Bock bleibt noch bis Jahresende an Bord. Also nicht so ein harter Schnitt, Tür zu, neuer Chef rein, sondern eher geordnete Übergabe.
SPEAKER_01
Genau, und das ist für den Handel spannender, als es auf den ersten Blick klingt. Weil viele sagen vielleicht, ja gut, Führungswechsel bei einem Dienstleister, schön, aber wenn der Dienstleister in Gebrauchtwagenprozessen hängt, dann betrifft das am Ende Abläufe, Daten, Bewertung, Vermarktung, vielleicht sogar die Geschwindigkeit, mit der Fahrzeuge online gehen.
SPEAKER_00
Ja, und gerade im Autohausalltag merkt man ja oft erst, wie wichtig so ein Partner ist, wenn irgendwas nicht rundläuft. Wenn die Bewertung hängt, wenn ein Export nicht klappt, wenn Fotos nicht da landen, wo sie landen sollen. Dann steht plötzlich nicht mehr Digitalisierung auf der Agenda, sondern wer ruft jetzt wen an. Toll.
SPEAKER_01
Und deswegen finde ich diesen Aspekt mit Olaf Bock bis Jahresende noch dabei ziemlich wichtig, das signalisiert, Wissen bleibt erstmal im Haus, Kontakte bleiben warm, Kundenbetreuung kann übergeben werden. Für Autohäuser ist das beruhigend, weil keiner Lust hat, mitten im Tagesgeschäft eine Plattform neu erklärt zu bekommen.
SPEAKER_00
Bitte nicht. Niemand braucht montags um halb neun ein neues Login-Konzept.
SPEAKER_01
Oder ein Passwort mit zwölf Sonderzeichen und dann steht der Verkaufsleiter daneben und sagt, ich wollte nur schnell den Golf freigeben.
SPEAKER_00
Ja, ja, genau. Aber mal ernsthaft. Welche Fragen sollte sich ein Autohaus jetzt stellen, wenn ein digitaler Partner die Führung wechselt?
SPEAKER_01
Ich würde gar nicht panisch werden, erstmal nicht. Aber ich würde sauber hinschauen, gibt es Ansprechpartner, die bleiben, gibt es angekündigte Produktänderungen, werden Schnittstellen weiter unterstützt und ganz wichtig, wie abhängig bin ich eigentlich von genau diesem Tool?
SPEAKER_00
Oh, guter Punkt.
SPEAKER_01
Weil viele Häuser über Jahre Prozesse drumherum gebaut haben. Da heißt es dann, der Einkauf erfasst so, die Dispo prüft so, die Aufbereitung bekommt die Info über diesen Weg und der Vertrieb verlässt sich auf bestimmte Kennzahlen. Wenn sich da strategisch was verändert, merkt man das nicht im Besprechungsraum, sondern auf dem Hof.
SPEAKER_00
Auf dem Hof, ja. Und ich finde, da kommen wir zu einem größeren Trend. Autohäuser kaufen längst nicht mehr einfach nur Software. Sie kaufen Prozessstabilität.
SPEAKER_01
Schön gesagt.
SPEAKER_00
Danke. Also früher war Digitalisierung oft, wir brauchen ein Tool für X. Heute ist die Frage eher, passt dieses Tool in unsere Wertschöpfung? Macht es den Gebrauchtwagen schneller verkaufsfertig, reduziert es Standzeit, nimmt es Reibung raus oder baut es nur eine weitere Maske auf, die jemand pflegen muss?
SPEAKER_01
Und da trennt sich die Spreu vom Weizen. Wenn ein Dienstleister unter neuer Führung, stärker Richtung Integration, Automatisierung, vielleicht bessere Datenqualität geht, kann das für Händler richtig gut sein. Aber wenn Fokus verloren geht, wenn Support langsamer wird oder Features an den Bedürfnissen der Häuser vorbei entwickelt werden, dann wird es C. Gerade im Gebrauchtwagengeschäft, wo Timing brutal wichtig ist.
SPEAKER_00
Lass uns kurz bei Timing bleiben. Viele Händler haben ja das Ziel, Fahrzeug reinprüfen, bewerten, aufbereiten, fotografieren, online stellen. Möglichst schnell. Klingt simpel, ist aber in der Praxis eine Kette mit vielen kleinen Übergaben.
SPEAKER_01
Und jede Übergabe kann knirschen.
SPEAKER_00
Genau. Und wenn ein Dienstleister an dieser Kette beteiligt ist, dann entscheidet seine Produktentwicklung mit darüber, ob ein Auto drei Tage früher oder später sichtbar ist.
SPEAKER_01
Das klingt hart, aber ja.
SPEAKER_00
Was würdest du einem Autohaus konkret raten? Also nicht theoretisch, sondern wirklich, was macht der Geschäftsführer oder die Verkaufsleitung nach so einer Nachricht?
SPEAKER_01
Erstens, Ansprechpartner klären. Wer ist mein operativer Kontakt, wer ist Eskalation, wer spricht über strategische Themen? 2. Interne Abhängigkeiten aufschreiben. Welche Schritte laufen über Alpha Online oder über vergleichbare Dienstleister? 3. Kennzahlen anschauen. Wie lange dauert Fahrzeuganlage? Wie schnell ist die Bewertung da? Wie oft gibt es Nacharbeit?
SPEAKER_00
Also quasi ein Mini-Prozess-Check.
SPEAKER_01
Ja, nicht gleich ein Beratungsprojekt mit 80 PowerPoint-Seiten.
SPEAKER_00
Schade, ich hatte schon Clipart vorbereitet.
SPEAKER_01
Bitte nicht. Aber im Ernst. Ein weißes Blatt. Fünf Prozessschritte. Daneben Verantwortliche und Tools. Das reicht manchmal schon, um zu sehen, ah, wir haben gar kein Softwareproblem, wir haben ein Übergabeproblem.
SPEAKER_00
Und vielleicht auch ein Schulungsthema. Wenn nur zwei Leute wissen, wie ein System sauber genutzt wird, dann ist das kein Prozess. Das ist eine Wette.
SPEAKER_01
Genau! Und die Wette verliert man spätestens bei Urlaub, Krankheit oder Mitarbeiterwechsel.
SPEAKER_00
Da sind wir wieder bei Menschen. Digitalisierung im Autohaus ist ja nie nur Technik. Es ist Rollenklärung, Disziplin, Kommunikation. Und manchmal auch die Bereitschaft zu sagen, wir machen es jetzt alle gleich, auch wenn jeder seine Lieblingsabkürzung hat.
SPEAKER_01
Lieblingsabkürzung ist gefährlich. Da gibt es in jedem Autohaus jemanden, der sagt, ich mache das seit 17 Jahren so, das funktioniert.
SPEAKER_00
Und dann fragt man, für wen?
SPEAKER_01
Aua!
SPEAKER_00
Sorry.
SPEAKER_01
Nee, stimmt ja. Funktioniert es für die Person oder funktioniert es für das ganze Haus, inklusive Vertretung, Controlling, Online-Vermarktung und Kundenerlebnis.
SPEAKER_00
Was ich an dem Führungswechsel auch spannend finde, bei gründergeprägten Unternehmen hängt oft viel Kultur an einer Person. Olaf Bock gibt die Führung ab, bleibt aber noch eine Zeit dabei. Das kann helfen, Kultur nicht einfach abzuschneiden.
SPEAKER_01
Ja und für Kilian Stocker ist das gleichzeitig Chance und Herausforderung. Er übernimmt nicht irgendeine leere Struktur, sondern ein Unternehmen mit Historie, Kundenbeziehungen und Erwartungen. Händler werden sehr genau beobachten, wird es schneller, wird es moderner, bleibt der Support nahbar?
SPEAKER_00
Ähm, und vielleicht auch, kommen neue Services. Gerade beim Gebrauchtwagenprozess gibt es ja noch viele Baustellen. Bewertung ist das eine, aber Zustandserfassung, Bilder, Datenqualität, Preislogik, regionale Nachfrage, da ist noch Musik drin.
SPEAKER_01
Sehr viel Musik, und gleichzeitig müssen Dienstleister aufpassen, nicht alles auf einmal zu wollen. Händler brauchen keine Raketenwissenschaft im Dashboard, wenn die Basis nicht sauber läuft. Lieber drei stabile Funktionen, die täglich Zeit sparen, als 27 Buttons, die keiner anklickt.
SPEAKER_00
Der 27-Buttonsatz kommt auf ein T-Shirt.
SPEAKER_01
Mit kleinem Logo Digitalisierung, aber bitte benutzbar.
SPEAKER_00
Genau das. Und das ist vielleicht der Praxisimpuls dieser Folge. Wenn sich bei einem wichtigen Partner etwas verändert, nutzt den Moment. Nicht nervös werden, aber aktiv fragen, passt unsere Zusammenarbeit noch? Wissen wir, was wir brauchen? Haben wir unsere Prozesse im Griff?
SPEAKER_01
Und ruhig auch mal Feedback geben. Gute Dienstleister wollen wissen, wo es im Alltag hakt. Aber bitte konkret, nicht nur das System ist doof. Sondern bei Schritt 3 verlieren wir Zeit, weil Daten doppelt gepflegt werden müssen.
SPEAKER_00
Ja, konstruktiv meckern. Deutsche Kernkompetenz, aber mit Excel-Anhang.
SPEAKER_01
Genau. Wobei ein Screenshot manchmal reicht.
SPEAKER_00
Bevor wir zumachen, siehst du in solchen Führungswechseln eher Risiko oder Chance?
SPEAKER_01
Beides. Risiko, weil Kontinuität immer ein Thema ist. Chance, weil neue Führung oft frische Prioritäten setzt. Für Autohäuser heißt das, nicht abwarten, bis Änderungen über einen hereinrollen, sondern früh ins Gespräch gehen. Was plant ihr, was bleibt, wo geht die Reise hin? Und dann intern prüfen, ob man selbst bereit ist.
SPEAKER_00
Schöner Schlusspunkt. Also, Alpha Online unter neuer Leitung, ein Gründer bleibt noch für die Übergabe dabei und für den Handel ist das ein guter Anlass, die eigenen digitalen Gebrauchtwagenprozesse einmal nüchtern anzuschauen.
SPEAKER_01
Nüchtern, aber nicht langweilig.
SPEAKER_00
Natürlich nicht. Dafür sind wir ja da. Danke dir, Steven.
SPEAKER_01
Danke dir, Sina. Bis zur nächsten Runde.
SPEAKER_00
Und danke euch fürs Zuhören. Macht's gut und bleibt beweglich im Autohausalltag.