Im Podcast diskutieren Sina und Steven die aktuellsten News aus der Autohaus-Welt. Im Fokus stehen Entwicklungen, Trends und Themen, die Autohäuser, Werkstätten und die Automobilbranche bewegen.
Ob Digitalisierung, Kundenkommunikation, Vertrieb, Service, neue Technologien oder Veränderungen im Markt: Sina und Steven ordnen die wichtigsten Nachrichten ein, sprechen über Chancen und Herausforderungen und geben praxisnahe Impulse für den Autohaus-Alltag.
Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.
0:00
|
8:30
- Chery als neue Marke im deutschen Autohausvertrieb
- Genesis und Premium-Kundenerlebnis im Autohaus
- Euro-NCAP-Bewertungen und Beratung zu Assistenzsystemen
- Kalibrierung von Kameras und Sensoren nach Reparaturen
- Faaren und Auto-Abo-Modelle im Handel
- Kundenbeziehung und Folgegeschäft bei Auto-Abos
- Autohaus König und Skaleneffekte großer Handelsgruppen
- Chancen kleiner Familienbetriebe durch Kundennähe
- Polestar, digitaler Vertrieb und reale Serviceerwartungen
- Elektromobilitäts-Service: Batteriecheck, Ladeverhalten und Software-Themen
- VW als Taktgeber bei Modellpolitik, Agenturmodell, Software und E-Mobilität
- Interne Wissensrunden und Kundenfragen-Listen für Autohaus-Teams
SPEAKER_00
Willkommen zu Folge 114. Ich bin Sina und bei mir ist natürlich wieder Steven. Steven, die Autohaus-Welt fühlt sich gerade so ein bisschen an wie alle drehen an irgendeiner Schraube gleichzeitig.
SPEAKER_01
Oh ja, und manche drehen auch an drei Schrauben, während das Aus noch auf der Bühne steht.
SPEAKER_00
Schönes Bild.
SPEAKER_01
Aber passt, ne? Wir haben Bewegungen bei Marken wie Genesis, Cherry, Polestar, VW, dann diese ganzen Abo- und Mobilitätsmodelle rund um Anbieter wie Fahren und parallel schauen die Betriebe auf Sicherheitsthemen. Euro-NC-AP-Bewertungen, Assistenzsysteme. Also es ist nicht langweilig.
SPEAKER_00
Lass uns mal mit Cherry anfangen. Da sagen ja viele Händler gerade, okay, noch eine neue Marke aus China, noch ein neues Logo, noch ein neues Vertriebskonzept. Aber gleichzeitig steckt da natürlich eine Chance drin, weil wer früh dabei ist, kann sich in der Region positionieren, bevor der Markt komplett verteilt ist.
SPEAKER_01
Ja, voll. Und ich finde, die spannende Frage ist nicht nur, kriege ich die Marke ins Haus, sondern kriege ich sie erklärt? Also was ist das Versprechen? Preis, Ausstattung, Elektro, Hybrid, Garantie. Und vor allem, was passiert nach dem Verkauf, wenn der Kunde zum ersten Mal im Service steht und sagt, so, jetzt zeigt mir mal, ob ihr das wirklich könnt.
SPEAKER_00
Genau. Neue Marke heißt ja nicht nur neues Schild an der Fassade. Das heißt Schulungen, Teilelogistik, Diagnose, Probefahrtkonzept, Verkäufersprech und ganz ehrlich, auch Mut. Weil du dem Kunden Vertrauen geben musst, obwohl die Marke vielleicht in seinem Kopf noch nicht gesetzt ist.
SPEAKER_01
Ja, und da können Autohäuser tatsächlich punkten. Wenn der Verkäufer sagt, ich fahre den selber seit zwei Wochen, kommen wir drehen eine Runde, dann ist das mehr wert als jedes Hochglanzversprechen.
SPEAKER_00
Absolut.
SPEAKER_01
Wobei, kleine Einschränkung, bitte nicht jeder neue Wagen direkt als Chefdienstwagen deklarieren. Dieses Der Chef fährt den auch, ist irgendwann auch verbraucht.
SPEAKER_00
Ja, der Chef fährt angeblich alles. Vom Stadtflitzer bis zum Transporter mit Kühlaufbau.
SPEAKER_01
Echt so.
SPEAKER_00
Bei Genesis finde ich einen anderen Punkt spannend. Premium neu zu denken. Nicht nur über Leder, große Felgen und Ambientebeleuchtung, sondern über Kundenerlebnis. Also, wie leicht ist der Kontakt? Wie fühlt sich die Übergabe an? Gibt es Hohl- und Bring-Service? Wie persönlich ist die Betreuung?
SPEAKER_01
Ja, und das ist für klassische Autohäuser eine echte Übung. Premium wird oft noch mit Showroom-Fläche verwechselt. Aber der Kunde merkt Premium viel stärker im Ablauf. Ruft jemand zurück? Ist der Ersatzwagen sauber? Muss ich meine Geschichte dreimal erzählen? Wird mir die Software erklärt, ohne dass ich mich dumm fühle?
SPEAKER_00
Uh, das ist ein guter Punkt. Dieses Nicht-Dumm fühlen.
SPEAKER_01
Total. Gerade bei neuen Technologien. Assistenzsysteme, Ladeplanung, Over-the-Air-Updates, App-Kopplungen. Wenn du da im Autohaus jemanden hast, der ruhig sagt, kein Stress, ich zeige Ihnen das, dann bindet das.
SPEAKER_00
Und da sind wir schon bei Euro Endcap und Sicherheit. Viele Kundinnen und Kunden fragen ja nicht unbedingt, wie viele Sterne hat der Wagen. Die fragen eher, bremst der wirklich für mich? Piept der ständig? Kann ich dem Spurhalteassistenten trauen? Und das ist eine Beratungsaufgabe.
SPEAKER_01
Ja!
SPEAKER_00
Nicht einfach Prospekt aufschlagen und sagen, fünf Sterne, fertig.
SPEAKER_01
Genau, und Werkstätten müssen auch verstehen, was nach einer Reparatur passiert. Kamera kalibrieren, Sensoren prüfen, Softwarestände beachten. Das ist nicht mehr Stoßfänger drauf, Lack schön, raus damit. Da hängt Sicherheit dran und auch Haftung.
SPEAKER_00
Krass, wie sehr Karosserie und IT zusammengewachsen sind.
SPEAKER_01
Ja, Karosseriebauer mit Laptop im Grunde.
SPEAKER_00
Das klingt wie eine Stellenanzeige aus der Zukunft.
SPEAKER_01
Ist aber schon Gegenwart.
SPEAKER_00
Stichwort Gegenwart. Fahren- und Auto-Abo-Modelle. Da merke ich im Handel noch so eine Mischung aus Interesse und Stirnrunzeln. Manche sagen, super, neue Zielgruppen, flexible Mobilität. Andere sagen, Moment mal, wem gehört dann eigentlich die Kundenbeziehung?
SPEAKER_01
Ganz genau. Das ist der Kern. Auto-Abo kann fürs Autohaus attraktiv sein, wenn es Auslastung bringt, junge Kunden reinholt und Fahrzeuge in Bewegung hält. Aber wenn das Autohaus nur noch Auslieferstation ist und die Beziehung irgendwo anders liegt, dann wird es dünn.
SPEAKER_00
Also braucht es eine Strategie.
SPEAKER_01
Ja, nicht wir machen auch Abo, weil alle Abo sagen, sondern welche Fahrzeuge, welche Laufzeiten, wer macht Übergabe, Rücknahme, Schäden, Reifen, Wartung und vor allem, wie verwandeln wir Abo-Nutzer später in Käufer, Servicekunden oder Flottenkontakte.
SPEAKER_00
Das ist eigentlich der entscheidende Satz. Abo nicht als Ersatz für Verkauf, sondern als Einstieg in eine Beziehung.
SPEAKER_01
Schön gesagt.
SPEAKER_00
Danke, war fast poetisch.
SPEAKER_01
Fast.
SPEAKER_00
Frech.
SPEAKER_01
Immer.
SPEAKER_00
Dann Autohaus König. Ohne jetzt zu sehr auf einzelne Standorte zu schauen, große Handelsgruppen zeigen gerade, wie wichtig Skalierung wird. Einkauf, Marketing, digitale Prozesse, Personalgewinnung, Herstellerverhandlungen. Das ist für größere Gruppen natürlich anders darstellbar als für den kleinen Familienbetrieb. Aber ich finde wichtig, klein heißt nicht automatisch chancenlos.
SPEAKER_01
Nee, gar nicht. Der kleinere Betrieb hat oft etwas, das die Großen mühsam nachbauen müssen. Nähe. Der Serviceberater kennt den Kunden, weiß, dass der jeden Freitag das Enkelkind abholt und plant den Werkstatttermin entsprechend. Das kannst du nicht einfach zentralisieren, aber die Prozesse dahinter müssen trotzdem sauber sein.
SPEAKER_00
Also menschlich bleiben, aber nicht chaotisch.
SPEAKER_01
Exakt, kein Frau Müller macht das schon irgendwie, sondern klare Verantwortlichkeiten. Gerade wenn Marken, Antriebe und Vertriebsformen komplexer werden.
SPEAKER_00
Polestar passt da auch rein. Diese eher digital geprägte Markenwelt trifft auf ganz reale Serviceerwartungen. Kunden kaufen vielleicht Online-Affiner, aber wenn etwas klappert, die App spinnt oder die Reichweite im Winter anders aussieht, wollen sie einen Menschen.
SPEAKER_01
Ja, und zwar keinen Chatbot, der sagt, haben Sie das Fahrzeug neu gestartet?
SPEAKER_00
Obwohl, manchmal hilft's.
SPEAKER_01
Leider ja.
SPEAKER_00
Aber ernsthaft, für Servicebetriebe ist das eine Chance. Wer E-Mobilität nicht nur technisch, sondern kommunikativ beherrscht, wird wertvoll. Batteriecheck erklären, Ladeverhalten einordnen, Softwarethemen nicht abwinken. Das ist Kundendienst im neuen Sinne.
SPEAKER_01
Und VW? Da merkt man weiterhin, wenn ein Volumenhersteller Dinge verändert, spürt es der ganze Markt. Ob Modellpolitik, Agenturfragen, Software, Elektromobilität, Kosten, VW ist für viele Betriebe immer noch Taktgeber, manchmal auch Stressgeber.
SPEAKER_00
Stressgeber, gutes Wort.
SPEAKER_01
Ja, Patent ist angemeldet. Aber im Ernst. Für Autohäuser heißt das, sie müssen intern schneller lernen. Verkäufer können nicht warten, bis die perfekte Präsentation von oben kommt. Service kann nicht warten, bis jeder Kunde verstanden hat, was ein Update macht. Da braucht es kleine, regelmäßige Wissensrunden im Betrieb.
SPEAKER_00
So zehn Minuten morgens?
SPEAKER_01
Zum Beispiel, ein Thema. Ein konkreter Kundensatz. Eine typische Frage. Wie erkläre ich Ladeverluste? Was sage ich zur Lieferzeit? Wie spreche ich über Assistenzsysteme, ohne Angst zu machen? Das klingt simpel, aber es hilft.
SPEAKER_00
Ich mag daran, dass es nicht riesig sein muss. Viele Betriebe denken bei Veränderung sofort an Monsterprojekt. Beraterteam, neues Tool, Kickoff mit belegten Brötchen.
SPEAKER_01
Die Brötchen sind wichtig.
SPEAKER_00
Natürlich. Aber manchmal reicht wirklich, einmal pro Woche Prozesse anschauen. Wo verlieren wir Kunden? Wo erklären wir schlecht? Wo hängt ein Auftrag? Wo weiß nur eine Person Bescheid?
SPEAKER_01
Und bitte einmal das eigene Autohaus aus Kundensicht testen. Anrufen, Online-Termin buchen, Probefahrtanfragen, Zubehörfrage stellen. Dann merkt man sehr schnell, ob die schöne Strategie im Alltag ankommt.
SPEAKER_00
Das ist eigentlich unser Praxisimpuls der Woche. Nicht nur auf neue Marken und große Marktbewegungen starren, sondern Fragen, was bedeutet das morgen früh für Empfang, Verkauf, Werkstatt und Auslieferung.
SPEAKER_01
Ja, und eine zweite Sache, bei neuen Marken oder neuen Modellen immer eine interne, in Anführungszeichen Kundenfragenliste bauen. Nicht technisch überlagen, sondern wirklich aus Kundensicht, was kostet mich das, wer hilft mir, wie sicher ist das, was passiert im Service, wie werde ich mobil gehalten.
SPEAKER_00
Sehr gut. Dann haben wir Cherry, Genesis, Polestar, VW, Abo-Modelle, Sicherheitsbewertungen und Handelsgruppen einmal durch den Autohausalltag gedreht. Nicht schlecht für fünf Minuten.
SPEAKER_01
Sportlich, ich brauch gleich einen Kaffee.
SPEAKER_00
Den hast du dir verdient. Danke dir, Steven.
SPEAKER_01
Danke dir, Sina. Und an alle im Autohaus. Viel Erfolg da draußen, bleib neugierig und macht's den Kunden leicht.