Im Podcast diskutieren Sina und Steven die aktuellsten News aus der Autohaus-Welt. Im Fokus stehen Entwicklungen, Trends und Themen, die Autohäuser, Werkstätten und die Automobilbranche bewegen.
Ob Digitalisierung, Kundenkommunikation, Vertrieb, Service, neue Technologien oder Veränderungen im Markt: Sina und Steven ordnen die wichtigsten Nachrichten ein, sprechen über Chancen und Herausforderungen und geben praxisnahe Impulse für den Autohaus-Alltag.
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- Kundenkommunikation im Autohaus-Service
- Terminplanung und interne Übergaben im Autohausbetrieb
- Service-Statusupdates per SMS oder WhatsApp-ähnlicher Nachricht
- Erreichbarkeit und verpasste Anrufe in Autohäusern
- Intelligente Telefonassistenz und Rückruflogiken
- Messung von Anrufvolumen, Themen, Ausfällen und Rückrufzeiten
- IT-Sicherheit in Autohäusern: Zugangsprüfung, Zwei-Faktor-Anmeldung, Phishing
- Transparente Erklärung von Werkstattrechnungen
- Kundenreise im Serviceprozess: Termin, Abgabe, Rückfrage, Abholung, Rechnung, Nachkontakt
- Standardnachrichten für Verzögerung, Zusatzarbeit und Abholbereitschaft
SPEAKER_00
Willkommen zu Folge 117. Ich bin Sina, mir gegenüber sitzt Steven und ich sag's mal direkt, die Autohauswelt fühlt sich gerade nicht nach Feuerwerk an, sondern eher nach Werkstattlampe an, Ärmel hoch.
SPEAKER_01
Schönes Bild. Werkstattlampe an ist eigentlich ziemlich passend.
SPEAKER_00
Oder?
SPEAKER_01
Ja, total, weil es gerade weniger um die eine riesige Schlagzeile geht, sondern um diese vielen kleinen Dinge, die im Betrieb sofort wehtun, wenn sie nicht funktionieren. Kundenkommunikation, Terminplanung, Erreichbarkeit, interne Übergaben. Das klingt nicht sexy, aber da entscheidet sich halt, ob ein Autohaus sauber läuft oder jeden Tag improvisiert.
SPEAKER_00
Und genau das ist vielleicht die Nachricht. Viele Häuser merken gerade, dass sie nicht auf den nächsten großen Herstellerimpuls warten können. Also nicht neues Modell, neue Kampagne, neuer Bonus, sondern was können wir morgen früh besser machen, ohne dass jemand aus der Zentrale den roten Teppich ausrollt.
SPEAKER_01
Ja! Und da landet man ganz schnell beim Service. Ich hatte neulich wieder so ein Beispiel. Kunde gibt morgens das Auto ab, hört dann sechs Stunden nichts, ruft an, kommt nicht durch, ist genervt. Dabei war die Reparatur völlig okay, Preis war okay, Leistung war okay. Aber emotional war der Kunde weg, weil niemand kurz gesagt hat, wir sind dran, es dauert noch.
SPEAKER_00
Das ist so banal und gleichzeitig so teuer.
SPEAKER_01
Exakt.
SPEAKER_00
Weil der Kunde ja nicht nur das Auto kauft oder die Inspektion bezahlt, sondern dieses Gefühl, habe ich Kontrolle? Weiß ich, was passiert? Werde ich ernst genommen? Und wenn nicht, dann entstehen diese Mini-Frustmomente. Die stehen in keiner Bilanzzeile. Aber irgendwann steht da halt eine schlechtere Bewertung.
SPEAKER_01
Oder der Kunde kommt einfach nicht wieder.
SPEAKER_00
Genau.
SPEAKER_01
Was ich spannend finde, viele Autohäuser denken bei Digitalisierung immer gleich an riesige Systeme. CRM, DMS, Portale, Schnittstellen, alles wichtig. Aber manchmal ist der beste digitale Schritt eine simple SMS oder WhatsApp-ähnliche Nachricht. Fahrzeug ist auf der Bühne. Rückfrage zum Bremsbelag. Abholung ab 16 Uhr möglich.
SPEAKER_00
Ja! Und bitte in normaler Sprache. Nicht Auftragsstatus in Bearbeitung gemäß Prozessschritt 3.
SPEAKER_01
Klingt nach Raumfahrtbehörde.
SPEAKER_00
Ihr Corsa ist noch bei uns. Wir melden uns um halb drei wieder. Fertig. Das ist Kundenbindung, ohne dass man das Wort Kundenbindung sagen muss.
SPEAKER_01
Voll. Und das führt mich zu einem zweiten Thema, das gerade in vielen Betrieben hochkommt: Erreichbarkeit. Telefon klingelt, Serviceannahme im Kundengespräch, Teilemann sucht was raus, Verkäufer ist bei einer Probefahrt und der Anrufer denkt, da hebt nie jemand ab. Dabei arbeitet das Team wie verrückt.
SPEAKER_00
Ja, das ist so ein Wahrnehmungsding.
SPEAKER_01
Genau, die Leistung ist da, aber sie wird nicht sichtbar. Deshalb glaube ich, dass intelligente Telefonassistenz und Rückruflogiken deutlich wichtiger werden. Nicht als kalte Roboterstimme, die Kunden abwimmelt, sondern als Sortierer, Reifenfrage hierhin, Servicetermin dorthin, Notfall direkt markieren.
SPEAKER_00
Warte mal, da sind manche Händler aber auch noch skeptisch, oder?
SPEAKER_01
Natürlich, zu Recht sogar. Wenn das schlecht gemacht ist, klingt es furchtbar und nervt alle. Aber die Alternative kann nicht sein, dass 40% der Anrufe ins Leere laufen. Ich glaube, der Punkt ist, Technik darf nicht die Beziehung ersetzen. Sie muss die Beziehung retten, wenn gerade niemand rangehen kann.
SPEAKER_00
Das ist gut gesagt. Und dann bitte messen. Also nicht aus dem Bauch heraus sagen, bei uns passt das schon. Sondern wirklich mal zwei Wochen anschauen. Wie viele Anrufe? Wann? Welche Themen? Wie viele verpasst? Wie schnell Rückruf? Das ist nicht Kontrollwahn, das ist Betriebsführung.
SPEAKER_01
Und Betriebsführung heißt auch Sicherheit. Ich weiß, das klingt jetzt wie der trockene Onkel auf der Familienfeier.
SPEAKER_00
Der mit dem Passwortheftchen.
SPEAKER_01
Ja, aber mal ehrlich, Autohäuser haben inzwischen unfassbar viele Zugangspunkte. Herstellerportale, Finanzierungsplattformen, Teilekataloge, Buchhaltung, E-Mail, Zeiterfassung. Und oft hängen da persönliche Logins dran, die seit Jahren weitergereicht werden wie ein Werkstattschlüssel. Ja, und wenn dann jemand geht, krank ist oder das Passwort in einer alten Excel-Liste steht, wird's unschön. Mein ganz praktischer Impuls: einmal pro Quartal Zugänge prüfen. Wer braucht was? Wer ist raus? Wo fehlt Zwei-Faktor-Anmeldung? Und ganz wichtig, Phishing-Mails im Team besprechen, ohne jemanden bloßzustellen.
SPEAKER_00
Also eher Sicherheitskultur statt erhobener Zeigefinger.
SPEAKER_01
Genau. Wenn die Service-Assistentin eine komische Mail bekommt und sich traut zu sagen, Leute, ist das echt, dann habt ihr schon gewonnen.
SPEAKER_00
Ich will noch einen Punkt reinwerfen. Rechnungstransparenz. Das klingt oldschool, aber Kunden gucken gerade schon genauer aufs Geld. Und wenn dann auf der Rechnung fünf Positionen stehen, die kein Mensch versteht, ist sofort Misstrauen da.
SPEAKER_01
Ja, ja.
SPEAKER_00
Da kann man so viel abfangen. Ein kurzer Satz bei der Übergabe, das hier ist die Arbeitszeit. Das hier sind Materialkosten. Das hier war die Zusatzfreigabe, die sie mittags bestätigt haben. Das dauert eine Minute und spart zehn Minuten Diskussion.
SPEAKER_01
Und schlechte Laune.
SPEAKER_00
Vor allem schlechte Laune. Wobei, manchmal ist schlechte Laune ja auch kostenlos dabei.
SPEAKER_01
Leider nicht abbrechenbar.
SPEAKER_00
Noch nicht. Position 47. Emotionale Deeskalation. Pauschal 1990.
SPEAKER_01
Das wäre der Margenbringer.
SPEAKER_00
Aber Spaß beiseite. Was würdest du einem Autohaus für die nächsten Tage konkret mitgeben? Nicht 50 Projekte, sondern eins.
SPEAKER_01
Eine Kundenreise im Service einmal wirklich durchspielen. Also, Kunde ruft an, Termin wird gemacht, Auto wird abgegeben. Rückfrage kommt. Abholung, Rechnung, Nachkontakt. Und dann bei jedem Schritt fragen, wo wartet der Kunde zu lange? Wo fehlt Info? Wo muss ein Mitarbeiter etwas doppelt erfassen? Das ist kein Workshop für Hochglanzfolien. Das kann man mit Kaffee, Whiteboard und drei ehrlichen Leuten machen.
SPEAKER_00
Schön.
SPEAKER_01
Und du?
SPEAKER_00
Ich würde jeden Betrieb bitten, eine Standardnachricht für drei Situationen zu bauen. Verzögerung, Zusatzarbeit, Abholbereitschaft. Kurz, freundlich, verständlich. Dann muss niemand jedes Mal neu formulieren und trotzdem wirkt es persönlich. Kleine Vorlage, große Wirkung.
SPEAKER_01
Das ist sehr praxisnah.
SPEAKER_00
Dafür sind wir da. Also, keine Panik, wenn gerade nicht die eine Meganews durch den Markt rollt. Manchmal liegt der Fortschritt im Kleinen, im Anruf, der beantwortet wird, in der Nachricht, die rechtzeitig kommt und in der Rechnung, die nicht klingt wie ein Rätsel.
SPEAKER_01
Amen.
SPEAKER_00
Steven, danke dir.
SPEAKER_01
Danke dir, Sina.
SPEAKER_00
Und euch da draußen? Gute Geschäfte, ruhige Nerven und bis zur nächsten Folge.