Autohaus News mit Sina & Steven
Im Podcast diskutieren Sina und Steven die aktuellsten News aus der Autohaus-Welt. Im Fokus stehen Entwicklungen, Trends und Themen, die Autohäuser, Werkstätten und die Automobilbranche bewegen.
Ob Digitalisierung, Kundenkommunikation, Vertrieb, Service, neue Technologien oder Veränderungen im Markt: Sina und Steven ordnen die wichtigsten Nachrichten ein, sprechen über Chancen und Herausforderungen und geben praxisnahe Impulse für den Autohaus-Alltag.
Dieser Podcast ist KI generiert!
Autohaus News mit Sina & Steven
Folge 118
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Willkommen zu Folge 118. Steven, schön, dass du da bist. Wir schauen wieder in die Autohauswelt und ich sag's direkt: heute wird es ein bisschen Werkstatt lastig.
SPEAKER_00Sehr gut. Da riecht es wenigstens nach Praxis und nicht nur nach Strategiefolie.
SPEAKER_01Genau. Und das erste Thema ist tatsächlich eins, das in vielen Betrieben so ein bisschen, naja, Bauchgrummeln auslöst. Beschädigte E-Autos nach einem Unfall. Also konkret, was passiert mit der Hochvolt-Batterie nach einem Crash?
SPEAKER_00Großes Thema.
SPEAKER_01Total. Weil früher war bei einem Unfallfahrzeug vieles relativ eingespielt. Karosserieansehen, Achsvermessung, Airbags, Rahmen, Lack, Teilekalkulation. Aber wenn da jetzt ein Elektroauto steht und die Batterie möglicherweise was abbekommen hat, wird es halt eine andere Liga. Da geht es nicht nur um Reparaturkosten, sondern um Sicherheit, Lagerung, Diagnose, Haftung und am Ende auch um die Frage, ist das Ding reparaturfähig oder wirtschaftlich tot?
SPEAKER_00Und das Schwierige ist ja, der Schaden ist nicht immer sichtbar. Du siehst vielleicht einen Einschlag am Schweller, denkst erstmal, okay, Karosseriearbeit und dann kommt die Frage, hat das Batteriegehäuse was abbekommen? Gab es Verformung, Temperaturauffälligkeiten, Fehlerspeicher, Isolationswerte?
SPEAKER_01Ja.
SPEAKER_00Und genau da brauchen Betriebe saubere Prozesse. Nicht dieses, stell den Wagen mal hinten links hin, wir gucken morgen. Bei Hochvolt ist hinten links vielleicht nicht der beste Prozess.
SPEAKER_01Schön gesagt. Der Premium-Sicherheitsbereich namens hinten links neben dem Altpapier.
SPEAKER_00Bitte nicht als Empfehlung verstehen.
SPEAKER_01Nein, bitte nicht. Spannend ist ja, dass jetzt stärker Leitlinien und Orientierung in diese Hochvolt-Bewertung kommen. Der TÜV hat dazu ein White Paper angestoßen, das vor allem Sachverständigen helfen soll. Aber indirekt betrifft es natürlich auch Autohäuser und Werkstätten.
SPEAKER_00Voll.
SPEAKER_01Weil wenn Gutachter, Versicherer und Betrieb nicht dieselbe Sprache sprechen, dann wird's zäh. Dann steht das Fahrzeug ewig, der Kunde wartet, die Versicherung fragt nach, die Werkstatt will wissen, ob sie überhaupt anfangen darf. Und keiner möchte am Ende derjenige sein, der die falsche Freigabe gegeben hat.
SPEAKER_00Genau. Und da geht es auch um Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit. Also nicht jede Batterie pauschal ersetzen, nur weil Unfall dran steht. Aber eben auch nicht blauäugig reparieren, wenn ein Sicherheitsrisiko bleibt. Das ist ein Balanceakt.
SPEAKER_01Was heißt das denn ganz praktisch fürs Autohaus? Also wenn ich jetzt Serviceleiterin bin und merke, E-Auto-Unfallschäden werden häufiger. Was mache ich morgen früh?
SPEAKER_00Erstens, Zuständigkeiten klären. Wer darf das Fahrzeug annehmen? Wer beurteilt den Hochwollzustand vorläufig? Wer entscheidet über Abstellfläche, Quarantänebereich, Feuerwehrzufahrt, solche Dinge. 2. Qualifikation prüfen. Habe ich Leute mit Hochvollschulung in der passenden Stufe? Und sind die wirklich verfügbar oder nur auf dem Papier? Drittens, Dokumentation. Fotos, Fehlerspeicher, Messwerte, sichtbare Schäden, Kundenangaben zum Unfallhergang. Das klingt bürokratisch, aber bei Batteriefragen rettet dir eine saubere Dokumentation später den Rücken.
SPEAKER_01Und wahrscheinlich auch die Nerven.
SPEAKER_00Oh ja.
SPEAKER_01Ich finde daran interessant, Elektromobilität im Autohaus wurde lange vor allem über Verkauf und Beratung diskutiert. Reichweite, Ladebox, Förderungen, Leasingrate. Aber jetzt kommt die zweite Welle im Alltag an. Schaden, Unfall, Gebrauchwagenzustand, Restwert, Werkstattlogistik.
SPEAKER_00Ja, ja, genau.
SPEAKER_01Und die ist viel operativer. Da kannst du nicht mit einer schönen Broschüre antworten.
SPEAKER_00Nee, da brauchst du Checklisten, Partner, Schulungen und im Zweifel auch den Mut zu sagen, das machen wir nicht allein, da holen wir Spezialisten dazu.
SPEAKER_01Kommen wir zur nächsten Zukunftsnummer. Lackierroboter in Reparaturbetrieben. Ich musste kurz grinsen, weil ich sofort an so eine riesige Autofabrik gedacht habe, wo Roboterarme in perfekten Takt Karossen lackieren.
SPEAKER_00Ja, so Science Fiction mit Farbnebel.
SPEAKER_01Genau. Aber die Idee, dass solche Technik irgendwann auch in Karosserie und Lackbetrieben ankommt, ist schon spannend.
SPEAKER_00Spannend, ja. Aber ich würde da ein bisschen bremsen. Für den klassischen Betrieb ist das nicht morgen eine Maschine, die du neben die Mischbank stellst und sagst, so Rüdiger, ab jetzt lackiert der Kollege Roboter.
SPEAKER_01Der Kollege Roboter will aber auch Urlaubsgeld.
SPEAKER_00Mindestens Softverwartung. Aber im Ernst, der Druck im Schadenbusiness ist real. Fachkräfte fehlen. Durchlaufzeiten sind kritisch. Versicherer drücken auf Kosten. Kunden wollen das Auto schnell zurück. Wenn Automatisierung bei gleichbleibender Qualität hilft, dann wird das interessant.
SPEAKER_01Vor allem bei wiederholbaren Arbeiten, oder? Also nicht jeder Sonderfall, nicht jedes Oldtimer-Seitenteil mit Charakter und drei Lackschichten Geschichte.
SPEAKER_00Genau, es geht eher um Standardisierung. Gleichmäßiger Auftrag, weniger Materialverbrauch, konstante Qualität, vielleicht auch bessere Planbarkeit. Aber dafür müssen Prozesse drumherum passen. Vorbereitung, Maskierung, Farbton, Kabinenlogistik. Wenn das Chaos davor bleibt, rettet dich hinten kein Roboter.
SPEAKER_01Das ist ein schöner Satz. Der Roboter lackiert keine schlechten Prozesse weg.
SPEAKER_00Dann kannst du auf dem T-Shirt drucken.
SPEAKER_01Mach ich. Aber mal ehrlich, könnte das auch kleineren Betrieben helfen? Oder ist das eher was für große Schadensteuerer und Gruppen?
SPEAKER_00Am Anfang wahrscheinlich eher größere Einheiten, Investition, Auslastung, Schulung, Wartung, das muss ich rechnen. Aber Technologie wandert ja oft nach unten. Was heute nach Großbetrieb klingt, kann in ein paar Jahren als kompakteres System in spezialisierten Betrieben stehen. Wichtig ist, nicht nur auf den Anschaffungspreis starren, sondern auf den gesamten Prozess nutzen.
SPEAKER_01Und auf Mitarbeitende. Weil Automatisierung darf nicht klingen wie wir ersetzen euch, sondern eher, wir nehmen monotone oder belastende Schritte raus und machen den Betrieb attraktiver.
SPEAKER_00Absolut, gerade junge Leute fragen ja auch, mit welcher Technik arbeite ich da? Ist das ein moderner Arbeitsplatz oder nur Staub, Druck und Überstunden?
SPEAKER_01Apropos Druck, Naturgefahren. Im ersten Halbjahr 2026 lagen die versicherten Schäden in Deutschland bei rund 950 Millionen Euro. Also eher unterdurchschnittlich, weil große Ereignisse ausgeblieben sind.
SPEAKER_00Klingt erstmal nach Durchatmen.
SPEAKER_01Ja, aber, und das ist der Punkt. Für Autohäuser und Werkstätten heißt das nicht Thema erledigt. Ein Hagelereignis, ein Starkregen, eine regionale Überschwemmung. Und plötzlich hast du auf einen Schlag dutzende Fahrzeuge im Hof, Teilebedarf, Gutachtertermine, Ersatzmobilität, Kunden, die alle gleichzeitig antworten wollen.
SPEAKER_00Genau, Naturgefahren sind im Betrieb selten linear. Da ist lange nichts und dann kommt die Welle. Im wahrsten Sinne manchmal. Oh. Ja, sorry. Aber organisatorisch ist das wirklich wichtig. Betriebe sollten vorher überlegen, wo stellen wir betroffene Fahrzeuge hin? Wie priorisieren wir? Welche Partner für Smart Repair, Glas, Aufbereitung, Abschleppen haben wir? Wer übernimmt intern die Koordination?
SPEAKER_01Und vielleicht auch, welche Kundenfahrzeuge stehen eigentlich gefährdet auf dem Außengelände, wenn Unwetter angekündigt ist?
SPEAKER_00Ja!
SPEAKER_01Weil manchmal ist Prävention nicht die große Strategie, sondern einfach Fahrzeuge rechtzeitig umparken.
SPEAKER_00Total. Und Versicherungsprozesse vorerkennen. Wenn der Schadenfall da ist, willst du nicht erst Telefonnummern suchen oder klären, welches Fotoformat irgendwer braucht, dann zählt Tempo.
SPEAKER_01Jetzt haben wir sehr viel über Werkstattprozesse gesprochen. Ein kleiner Schlenker noch in Richtung digitaler Abläufe, ohne das alte Thema Kundenkommunikation nochmal breit auszuwalzen.
SPEAKER_00Danke.
SPEAKER_01Aber es fällt schon auf. Autobesitzer nehmen Fortschritte beim digitalen Service wahr. Für Betriebe ist das ein Signal, nicht stehen zu bleiben. Ich würde es aber weniger als noch ein Tool kaufen verstehen, sondern mehr als wo im Serviceprozess entstehen Medienbrüche?
SPEAKER_00Genau, digitale Annahme, Fotos direkt am Auftrag, Freigaben nachvollziehbar, Zustandsberichte sauber abgelegt, Rechnungspositionen intern erklärbar. Das sind Dinge, die auch dem Team helfen, nicht nur dem Kunden. Und wenn du Hochwollschäden, Naturereignisse und moderne Lackprozesse zusammendenkst, merkst du, das Autohaus der Zukunft ist nicht nur digitaler, sondern auch stärker prozessorientiert. Weniger Improvisation, mehr Klarheit.
SPEAKER_01Wobei Improvisation ja lange eine Stärke war.
SPEAKER_00Absolut, aber die beste Improvisation funktioniert auf einem stabilen Fundament. Sonst ist es nur Stress mit Kaffee.
SPEAKER_01Das ist der zweite T-Shirt-Satz heute.
SPEAKER_00Wir bauen einen Shop auf.
SPEAKER_01Machen wir nicht. Abschlussfrage, Steven. Wenn ein Autohaus aus dieser Folge nur eine Sache mitnimmt, was wäre es?
SPEAKER_00Hochwollt-Unfallschäden ernst nehmen und als Prozess definieren, bevor der nächste Fall auf dem Hof steht. Wer darf was? Wo steht das Fahrzeug? Welche Diagnose, welche Partner, welche Dokumentation? Das ist keine Theoriefrage mehr.
SPEAKER_01Schön klar. Mein Takeaway. Zukunftstechnologie ist nicht nur Roboter und Software, sondern Vorbereitung. Wer Prozesse kennt, kann neue Technik sinnvoll einsetzen und bleibt handlungsfähig, wenn es plötzlich voll wird.
SPEAKER_00Sehr rund.
SPEAKER_01Dann war es das mit Folge 118. Danke dir, Steven.
SPEAKER_00Danke dir, Sina. Bis zum nächsten Mal.
SPEAKER_01Und euch danke fürs Zuhören. Fahrt vorsichtig und stellt keine Hochvoltunfaller neben das Altpapier. Bis bald.