Im Podcast diskutieren Sina und Steven die aktuellsten News aus der Autohaus-Welt. Im Fokus stehen Entwicklungen, Trends und Themen, die Autohäuser, Werkstätten und die Automobilbranche bewegen.
Ob Digitalisierung, Kundenkommunikation, Vertrieb, Service, neue Technologien oder Veränderungen im Markt: Sina und Steven ordnen die wichtigsten Nachrichten ein, sprechen über Chancen und Herausforderungen und geben praxisnahe Impulse für den Autohaus-Alltag.
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- Kia erweitert die GT-Familie um drei weitere Elektrofahrzeuge
- Sportliche Elektroautos als emotionales Verkaufsargument statt nur Reichweite, Ladezeit und Verbrauch
- Probefahrt-Konzepte für GT-Elektromodelle mit Fokus auf Beschleunigung, Kurven und Alltagsfahrgefühl
- Rekuperation als erlebbares Technik- und Beratungsthema
- Neue Gesprächsleitfäden für Verkäuferinnen und Verkäufer bei performance-orientierten E-Autos
- Zielgruppen für Kia-GT-Modelle: Bestandskunden, frühere Sportwagenfahrer und dynamikorientierte E-Auto-Interessenten
- Service- und Werkstattthemen bei sportlichen E-Autos: Reifenverschleiß, Gewicht, Fahrwerk und Bremsen
- Auslieferungseinweisung zu Fahrmodi, Rekuperation, Sportmodus, Reichweite und App-Funktionen
- Showroom-Inszenierung der Botschaft „Elektro kann emotional“
- Aktivierung von Kia-Bestandskunden durch GT-Probefahrten
- Erlebnis-Training für Autohaus-Teams statt reinem Produktdaten-Training
SPEAKER_01
Willkommen zu Folge 120. Ich bin Sina und bei mir ist wieder Steven. Steven, wir reden über ein Thema, das so ein bisschen nach Fahrs klingt, aber nicht nach Stammtobahnen.
SPEAKER_00
Tempo Achtziby.
SPEAKER_01
Genau, Kia baut seine GT-Familie aus. Und zwar mit drei weiteren Elektrofahrzeugen. Und ich finde das für Autohäuser ziemlich spannend, weil es eben nicht nur heißt, noch mehr E-Modelle heißt heute. Sondern E-Autos werden stärker über Emotion verkauft, über Fahrgefühl, Direktheit, Design, dieses, naja, dieses Grinsen beim Losfahren.
SPEAKER_00
Voll. Und das ist ein wichtiger Punkt, weil viele Verkaufsgespräche bei Elektro immer noch sehr rational anfangen. Reichweite, Ladezeit, Förderung, wobei das ja auch weniger geworden ist, Wallbox, Verbrauch, alles wichtig, klar. Aber wenn du einen Kunden hast, der sagt, ich will eigentlich was Dynamisches, aber Elektro ist mir zu vernünftig, dann ist so eine GT-Linie natürlich ein Türöffner.
SPEAKER_01
Ja, und es nimmt Elektro so ein bisschen aus dieser Pflichtschublade raus. Also nicht, ich muss jetzt nachhaltig, ich muss jetzt effizient, ich muss jetzt leise, sondern ich will das fahren, weil es Spaß macht.
SPEAKER_00
Wobei ich glaube, Autohäuser müssen da echt sauber beraten. GT klingt sportlich, aber wenn der Kunde erwartet, dass er ständig Rennstrecke bekommt, dann wird es schwierig. Im Alltag geht es eher um Ansprechverhalten, Lenkgefühl, Überholmanöver auf der Landstraße. Vielleicht auch darum, dass 80 kmh eben nicht langweilig sein müssen.
SPEAKER_01
Das finde ich die schönste Formulierung. 80 muss nicht langweilig sein.
SPEAKER_00
Ist aber so.
SPEAKER_01
Ja, total. Und genau da liegt doch die Chance für die Probefahrt. Nicht einfach einmal um den Block, drei Ampeln, zurück auf den Hof. Sondern eine Route, die zeigt, wie fühlt sich das Auto bei normalem Tempo an? Wie direkt ist die Beschleunigung aus 50 raus? Wie ruhig bleibt es auf einer kurvigen Strecke? Wie dosiert man das?
SPEAKER_00
Und Rekuperation! Also wirklich, viele Kunden haben noch nie erlebt, dass ein Auto beim Lupfen des Pedals so aktiv mitarbeitet. Wenn du das gut erklärst, wird aus Technik plötzlich Erlebnis.
SPEAKER_01
Und gleichzeitig muss man aufpassen, dass man nicht ins Fachchinesisch rutscht. Niemand will beim ersten Gespräch zehn Minuten über Rekuperationsstufen referiert bekommen.
SPEAKER_00
Außer wir beide vielleicht.
SPEAKER_01
Okay, erwischt. Aber im Showroom würde ich es anders machen. Erst erleben lassen, dann benennen. Also, Kunde fährt, merkt, oh, das bremst ja fast von selbst. Und dann sagst du, genau, das ist Rekuperation. Damit holt das Auto Energie zurück. Zack, verstanden.
SPEAKER_00
Das ist sowieso ein Punkt. Die Verkäuferinnen und Verkäufer brauchen bei solchen sportlichen E-Modellen andere Gesprächsleitfäden. Nicht nur Datenblatt runterbeten, eher fragen, was macht Ihnen am Fahren Spaß? Ist es Beschleunigung, Kurven, Ruhe, Technik oder einfach dieses souveräne Gefühl?
SPEAKER_01
Sag mal, glaubst du, dass GT bei Kia im Autohaus eher junge Kundschaft zieht? Oder ist das zu einfach gedacht?
SPEAKER_00
Zu einfach, glaube ich. Klar, sportliche Positionierung wirkt jünger. Aber die Leute, die sich so ein Auto leisten und bewusst auswählen, sind oft mitten im Berufsleben oder älter. Die sagen vielleicht, ich hatte früher mal einen sportlichen Verbrenner, jetzt will ich elektrisch fahren, aber bitte nicht wie ein Haushaltsgerät.
SPEAKER_01
Oh, der Satz sitzt. Nicht wie ein Haushaltsgerät.
SPEAKER_00
Ja, weil das ist doch die Angst. E-Auto gleich Toaster auf Rädern. Völlig unfair natürlich, aber dieses Bild gibt's. Und solche Modelle helfen, das zu drehen.
SPEAKER_01
Gleichzeitig kommt dann die Werkstattseite. Sportlicher Anspruch heißt auch Reifen, Fahrwerk, Bremsen. Oder beim E-Auto eben auch das Thema Gewicht. Da muss der Service vorbereitet sein, oder?
SPEAKER_00
Absolut. Und nicht dramatisieren, aber ehrlich sein. E-Autos haben durch das Drehmoment einen anderen Reifenverschleiß, je nach Fahrweise. Wenn ich ein GT-Modell verkaufe und der Kunde gerne flott anfährt, dann sollte ich beim ersten Service nicht überrascht tun, wenn die Reifen schneller runter sind. Genau. Besser gleich transparent machen, Fahrspaß ist da, aber Physik bleibt Physik. Und das ist kein Abschrecken, das ist Vertrauen aufbauen.
SPEAKER_01
Ich sehe auch ein Thema bei der Auslieferung. Also dieses Auto braucht eigentlich eine kleine Fahreinweisung. Nicht nur hier ist der Schlüssel, da ist das Ladekabel, viel Spaß, sondern Fahrmodi zeigen, Rekuperation zeigen, vielleicht auch erklären, wann der sportliche Modus sinnvoll ist und wann er einfach nur Reichweite frisst.
SPEAKER_00
Warte mal, Schlüssel? Bald sagt jemand, hier ist die App, falls sie startet.
SPEAKER_01
Stimmt, stimmt. Hier ist ihr digitales Ökosystem. Bitte einmal tief durchatmen.
SPEAKER_00
Aber Spaß beiseite. Genau diese Übergabe entscheidet, ob der Kunde am nächsten Tag begeistert erzählt oder genervt anruft. Bei performance-orientierten E-Autos sind die Erwartungen hoch. Wenn dann ein Menüpunkt nicht gefunden wird, kippt die Stimmung schnell.
SPEAKER_01
Und für die Vermarktung? Würdest du so ein GT-Modell prominent in den Showroom stellen?
SPEAKER_00
Ja, aber nicht nur hinstellen. Inszenieren. Nicht mit Nebelmaschine und Laser, obwohl.
SPEAKER_01
Steven.
SPEAKER_00
Okay, okay. Aber mit einer klaren Botschaft, Elektro kann emotional. Vielleicht ein Schild mit drei einfachen Fragen. Wollen Sie elektrisch fahren? Wollen Sie trotzdem Fahrspaß? Wollen Sie es im Alltag merken? Das ist besser als irgendeinem Plakat mit Kilowatt und Newtonmeter.
SPEAKER_01
Ja, weil Newtonmeter zwar beeindruckend sind, aber niemand kommt morgens ins Autohaus und sagt, Guten Tag, ich hätte gerne 740 Newtonmeter mit schöner Sitznaht.
SPEAKER_00
Doch einer, immer.
SPEAKER_01
Stimmt, der eine gibt's immer.
SPEAKER_00
Aber für die Mehrheit muss man übersetzen. Und da sind die Teams gefragt. Ein sportliches E-Auto ist nicht automatisch selbsterklärend. Es braucht Geschichten. Der kurze Zwischenspurt, die entspannte Kurve, das leise Gleiten nach dem Beschleunigen.
SPEAKER_01
Storytelling am Fahrzeug. Nicht Märchen erzählen, sondern erlebbar machen. Was ich außerdem spannend finde, so eine GT-Erweiterung kann auch Bestandskunden aktivieren, die bisher gesagt haben, Elektro, ja, irgendwann. Wenn das Autohaus dir richtig anspricht, nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit probieren Sie mal, das fühlt sich anders an. Dann bewegt sich was.
SPEAKER_00
Ja, und gerade bei Kundinnen und Kunden, die der Marke schon vertrauen, die müssen nicht erst Kia kennenlernen, sondern nur eine neue Art Kia. Das ist im Vertrieb ein Riesenvorteil.
SPEAKER_01
Aber man darf nicht jeden in dieselbe Probefahrt pressen. Der eine will Komfort, die andere will Technik, der nächste will wirklich wissen, ob das Ding Spaß macht. Also vorher zwei, drei gute Fragen stellen.
SPEAKER_00
Und danach nicht sofort mit Leasingrate kommen.
SPEAKER_01
Oh ja.
SPEAKER_00
Erst fragen, wie hat es sich angefühlt? Was hat überrascht? Was war anders als erwartet? Daraus entsteht ein Gespräch. Wenn ich direkt sage, für 399 im Monat können Sie, dann ist der Moment weg.
SPEAKER_01
Das ist so wahr. Der emotionale Peak wird manchmal kaputt kalkuliert.
SPEAKER_00
Schönes Wort. Kaputt kalkuliert.
SPEAKER_01
Danke, kommt auf ein T-Shirt. Also, kurzer Praxisimpuls für Autohäuser. Wenn sportliche E-Modelle reinkommen, nicht nur Produkttraining machen, sondern Erlebnistraining. Welche Strecke? Welche drei Sätze? Welche Kundenfrage? Welche Einweisung? Und welche ehrliche Erwartung an Reifen, Verbrauch und Reichweite?
SPEAKER_00
Ja, und vielleicht intern einmal selbst fahren lassen. Wirklich alle, die Kundenkontakt haben. Verkauf, Serviceannahme, vielleicht sogar Teile und Zubehör. Wenn das Team das Auto nur vom Datenblatt kennt, merkt der Kunde das sofort.
SPEAKER_01
Absolut! Und Zubehör ist ein gutes Stichwort. Aber wir machen jetzt nicht die große Zubehörfolge auf.
SPEAKER_00
Ne, sonst sitzen wir in 40 Minuten noch hier und reden über Fußmatten mit GT-Logo.
SPEAKER_01
Bitte nicht. Steven, dein Fazit in einem Satz.
SPEAKER_00
Kia zeigt mit der erweiterten GT-Familie, Elektro muss nicht nur vernünftig sein. Und Autohäuser sollten genau dieses Gefühl professionell erlebbar machen.
SPEAKER_01
Schön. Mein Fazit? Tempo 80 reicht, wenn Beratung, Probefahrt und Übergabe stimmen. Danke dir, Steven.
SPEAKER_00
Danke dir, Sina.
SPEAKER_01
Und euch danke fürs Zuhören. Bis zur nächsten Folge. Macht's gut!