Im Podcast diskutieren Sina und Steven die aktuellsten News aus der Autohaus-Welt. Im Fokus stehen Entwicklungen, Trends und Themen, die Autohäuser, Werkstätten und die Automobilbranche bewegen.
Ob Digitalisierung, Kundenkommunikation, Vertrieb, Service, neue Technologien oder Veränderungen im Markt: Sina und Steven ordnen die wichtigsten Nachrichten ein, sprechen über Chancen und Herausforderungen und geben praxisnahe Impulse für den Autohaus-Alltag.
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- Zeekr 9X Oberklasse-SUV
- Chinesische Automarken im Premium- und Luxussegment
- Wettbewerb zwischen neuen chinesischen Premium-Anbietern und etablierten Marken
- Premium-Positionierung von Autohäusern
- Kundenfragen zu Preis, Marke, Ersatzteilversorgung, Service und Wiederverkauf
- Vergleichsberatung im Autohaus gegenüber Newcomer-Marken
- Service- und Werkstattanforderungen großer Luxus-SUVs
- Infrastrukturbedarf für schwere, technisch komplexe Fahrzeuge
- Premium-Kundenerlebnis bei Empfang, Probefahrt, Beratung und Nachbetreuung
- Bedeutung von Servicehistorie, regionaler Nähe und persönlicher Betreuung als Händler-Vorteile
SPEAKER_00
Willkommen zu Folge 122. Schön, dass ihr wieder dabei seid. Steven, wir müssen über ein Auto sprechen, das so ein bisschen wirkt wie: jemand hat gesagt, SUVs sind groß. Und Sika meinte, halt mal meinen Schlüssel.
SPEAKER_01
Sehr schön. Ja, der Sieka 9X. Allein der Name klingt schon nicht nach Kleinwagen mit Stahlfelgen, ne?
SPEAKER_00
Überhaupt nicht. Oberklasse SUV. Allrad, richtig wuchtig, richtig teuer positioniert. Und ich finde daran spannend, dass es eben nicht dieses alte Bild von chinesischen Marken, so nach dem Motto, günstiger Einstieg, viel Ausstattung, Kampfpreis. Sondern da kommt jemand und sagt, wir wollen da oben mitspielen. Premium, Luxus, große Marge, anspruchsvolle Kundschaft. Und das hat für Autohäuser schon eine Bedeutung, auch wenn nicht jeder morgen einen CK9X auf dem Hof stehen hat.
SPEAKER_01
Ja, total, weil es verschiebt die Wahrnehmung. Also früher war bei vielen Kunden noch chinesisches Auto gleich billig oder irgendwie experimentell. Und jetzt stehen da Modelle, die optisch, technisch und preislich ganz klar sagen, wir vergleichen uns nicht mit dem Einstiegssegment, sondern mit den großen Namen. Und genau das ist für etablierte Händlernetze unbequem.
SPEAKER_00
Unbequem, aber auch interessant.
SPEAKER_01
Genau. Weil Kundinnen und Kunden plötzlich Fragen stellen, auf die Verkaufsteams vorbereitet sein müssen. Nicht nur, was kostet der, sondern warum kostet der so viel? Was kann der besser? Wie fühlt sich die Marke an? Wie sicher ist die Ersatzteilversorgung? Wie sieht Service aus? Was passiert beim Wiederverkauf? Das sind Premium-Fragen, nicht Rabattfragen.
SPEAKER_00
Warte mal, das ist ein guter Punkt. Premium-Fragen. Weil im Autohaus wird ja oft noch sehr produktzentriert argumentiert. Motor, Reichweite, Displaygröße, Assistenzsysteme, Kofferraum. Aber bei einem Luxus-SUV kaufst du doch auch ein Gefühl. Status, Ruhe, Betreuung, diese ganze Welt rumherum. Und wenn neue Marken da reindrängen, reicht es nicht, einfach ein großes Auto in den Showroom zu stellen und zu sagen, bitteschön, Leder ist drin.
SPEAKER_01
Wobei manche würden es versuchen.
SPEAKER_00
Oh ja, ein Schild dran, sehr Premium. Fertig.
SPEAKER_01
Genau. Aber ernsthaft, für Autohäuser heißt das, man muss sich fragen, wie man Premium überhaupt erlebbar macht. Wenn ein Kunde für so ein Fahrzeug kommt, erwartet er nicht, dass er zwischen Winterreifenstapel und Kaffeemaschine warten muss, bis jemand Zeit hat. Autsch. Ist doch so. Und das betrifft nicht nur Händler, die solche neuen Marken vertreten, auch klassische Markenbetriebe müssen überlegen, wie stabil ist unsere eigene Luxuserzählung. Warum soll jemand beim bekannten Hersteller bleiben, wenn neue Anbieter mit viel Technik, großen Displays, Loungefeeling und vielleicht sehr offensiver Ausstattung kommen?
SPEAKER_00
Ich glaube, das trifft besonders diese Kundengruppe, die nicht komplett markentreu ist. Also nicht der Mensch, der seit 25 Jahren dasselbe Emblem fährt und da emotional drin wohnt. Sondern Unternehmer, Technikfans, Leute, die sagen, ich will was Besonderes. Ich will nicht das, was vor dem Golfclub schon zehnmal steht.
SPEAKER_01
Ja klar.
SPEAKER_00
Und dann kann so ein Sieger 9X plötzlich ein Gesprächsauslöser sein. Selbst wenn am Ende ein anderes Fahrzeug gekauft wird.
SPEAKER_01
Absolut. Und da kommt für den Handel eine Chance rein. Vergleichsberatung. Nicht schlechtreden, bitte nicht dieses reflexartige, ach die Neuen, mal sehen, ob die in drei Jahren noch da sind. Das klingt schnell unsouverän. Besser ist sauber einordnen. Was bietet der Newcomer? Wo ist er stark? Wo gibt es offene Fragen? Und wo hat das eigene Autohaus echte Vorteile? Servicehistorie, persönliche Ansprechpartner, regionale Nähe, schnelle Hilfe im Alltag.
SPEAKER_00
Aber meinst du nicht, viele Verkäuferinnen und Verkäufer haben da erstmal Bauchschmerzen? Weil sie plötzlich gegen Marken argumentieren müssen, die vielleicht im Kopf noch gar nicht richtig einsortiert sind?
SPEAKER_01
Doch natürlich. Deshalb sollte man das im Team aktiv üben. Nicht als Panikmeeting, sondern als kleines Wettbewerbsformat, was erzählen Kunden über neue chinesische Premium-Modelle? Welche Begriffe fallen? Viel Ausstattung, modern, anders, mutig. Und dann baut man Antworten, die nicht defensiv klingen.
SPEAKER_00
Also nicht, ja, aber unsere Marke gibt es schon länger.
SPEAKER_01
Genau. Das kann ein Argument sein, aber wenn es das Einzige ist, wirkt es alt. Besser? Unsere Stärke ist, dass Sie hier seit Jahren einen Servicepartner haben, der Ihre Nutzung kennt, der Teileprozesse beherrscht, der Ihnen bei Garantie, Mobilität und Wiederverkauf konkret zur Seite steht. Das ist greifbarer.
SPEAKER_00
Und Werkstatt ist auch ein Thema, oder? Große, schwere, technisch ambitionierte SUVs bedeuten ja nicht nur Verkaufsglanz, sondern später auch Bühnefrei für Hebebühne, Diagnose, Spezialwissen, Teilelogistik. Oh ja. Da wird es dann schnell sehr bodenständig.
SPEAKER_01
Premium endet spätestens beim Radwechsel nicht mehr glamourös. Aber im Ernst, Betriebe müssen prüfen, ob ihre Infrastruktur zu solchen Fahrzeugen passt. Gewicht, Größe, Rangierflächen, Annahmeplätze, Waschstraße, Lade- oder Diagnoseplätze, Schulungen. Ein Oberklasse-SUV ist im Serviceprozess einfach ein anderes Kaliber als ein kompakter.
SPEAKER_00
Und Kunden erwarten wahrscheinlich auch, dass der Service Premium bleibt, wenn etwas nicht funktioniert. Also nicht, wir melden uns irgendwann. Sondern klare Kommunikation, Ersatzmobilität, schnelle Eskalation.
SPEAKER_01
Ja, und das ist der Punkt. Neue Anbieter können beim Produkt glänzen, aber der Alltag entscheidet sich im Betrieb. Wenn ein Autohaus da richtig gut ist, kann es mit Erfahrung punkten. Wenn nicht, wird es gefährlich. Weil dann der Kunde sagt, na gut, wenn der Service überall mittelmäßig ist, nehme ich wenigstens das spannendere Auto.
SPEAKER_00
Der Satz tut weh, aber er ist wahr.
SPEAKER_01
Ein bisschen.
SPEAKER_00
Was würdest du einem Autohaus konkret mitgeben? Also morgen im Teammeeting. Fünf Minuten Sie als Aufhänger. Was macht man damit?
SPEAKER_01
Erstens, nicht ignorieren. Auch wenn man die Marke nicht führt. 2. Kundenfragen sammeln, die zu neuen Premium-Anbietern kommen. Drittens, die eigene Premium-Leistung ehrlich anschauen. Empfang, Probefahrt, Beratung, Nachbetreuung, Serviceversprechen. Und viertens, Verkäufer nicht mit Datenblättern allein lassen. Die brauchen Geschichten, Vergleiche, klare Nutzenargumente.
SPEAKER_00
Ja, Geschichten! Nicht nur unser Kofferraum hat so und so viele Liter, sondern sie fahren viel Langstrecke, sie brauchen Ruhe, Assistenz, Platz, planbaren Service und dafür haben wir dieses Paket.
SPEAKER_01
Genau. Und vielleicht auch mal mutiger inszenieren. Wenn neue Marken mit viel Show kommen, darf ein etabliertes Autohaus nicht aussehen wie ein Wartezimmer mit Prospektständer von 2008.
SPEAKER_00
Steven!
SPEAKER_01
Was denn? Du weißt, dass ich recht habe.
SPEAKER_00
Leider ja. Also, Fazit. Der Sika 9X ist mehr als nur ein großes neues SUV. Er ist ein Signal. Chinesische Marken wollen nicht nur Stück zahlen, sie wollen auch Prestige. Und Autohäuser sollten das als Anlass nehmen, ihre eigene Positionierung zu schärfen.
SPEAKER_01
Sehr schön zusammengefasst, nicht erschrecken, sondern vorbereiten. Wer seine Kunden kennt, seine Prozesse im Griff hat und Premium wirklich lebt, muss vor neuen Wettbewerbern nicht weglaufen.
SPEAKER_00
Das war Folge 122. Danke dir, Steven.
SPEAKER_01
Danke dir, Sina, und an alle da draußen. Schaut euch euren Showroom mal mit den Augen eines Luxus-SUV-Kunden an. Das kann erhellend sein.