TraderLifestyle – 3x täglich Trading News
Deine dreimal tägliche Dosis Trading-News. Mit diesem Podcast verpasst du keine Marktbewegung: Morgens vor dem Breakout, mittags zum US-Opening und abends als Recap. Kompakt, aktuell und direkt auf den Punkt für deinen Trading-Erfolg.
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USD/JPY über 159 – Yen schwächelt trotz Iran-Krise
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Herzlich willkommen zu unserem Trading Podcast, schön, dass Sie wieder dabei sind. Schauen wir heute auf ein hochspannendes Devisenpaar. USDJPY hat am Montag in der asiatischen Handelssitzung die Marke von 159 wieder überschritten und damit ein zweieinhalb Wochen hoch markiert. Es ist bereits der sechste Anstieg in Folge und der siebte Plustag innerhalb der letzten acht Handelstage. Bemerkenswert dabei, trotz der eskalierenden Spannungen rund um den Iran verliert der japanische Yen, obwohl er traditionell als sicherer Hafen gilt. Kommen wir zum Hintergrund. Über das Wochenende haben die geopolitischen Risiken im Nahen Osten weiter zugenommen. Normalerweise würde man in einer solchen Phase Kapitalflüsse in den Yen, in den Schweizer Franken und in Gold erwarten. Doch der Devisenmarkt zeigt aktuell ein anderes Bild. Die Dollarstärke dominiert die Wechselkurse, und das hat mehrere Gründe. Die US-Notenbank Federal Reserve signalisiert weiterhin eine restriktive Geldpolitik, während die Bank of Japan an ihrer extrem lockeren Linie festhält. Die Zinsdifferenz zwischen den beiden Wirtschaftsräumen bleibt enorm und macht den Dollar gegenüber dem Yen strukturell attraktiver. Hinzu kommt, steigende Ölpreise infolge der Iran-Krise belasten Japan als rohstoffimportierendes Land besonders stark. Das verschlechtert die Handelsbilanz und schwächt den Yen zusätzlich. Wir erleben damit ein Safe-Haven-Paradox, wie es Marktbeobachter nennen. Nun zur Marktreaktion im Detail. USDJPY notiert zum Wochenstart über der psychologisch wichtigen Marke von 159. Die technische Lage zeigt einen klaren Aufwärtstrend, der relative Stärke-Index nähert sich allerdings dem überkauften Bereich. Der nächste signifikante Widerstand liegt bei 160, einer Marke, die im April dieses Jahres bereits zu offiziellen Yen-Käufen durch das japanische Finanzministerium geführt hatte. Damals intervenierte Tokio mit geschätzten 9,4 Billionen Yen, um die Landeswährung zu stützen. Auf der Unterstützungsseite finden sich erste Haltezonen bei 158,50 und darunter bei 157,80. Die Volatilität im Paar zieht spürbar an, was sich auch in den impliziten Volatilitäten der Optionsmärkte widerspiegelt. Parallel dazu reagieren auch andere Asienwährungen sensibel. Der koreanische One und der thailändische Bad stehen ebenfalls unter Druck, was auf eine breitere Dollarstärke in der Region hindeutet. Der Dollarindex notiert in der Nähe seiner jüngsten Hochs und untermauert das Bild eines weiterhin nachgefragten Greenback. Was bedeutet das nun konkret für aktive Händler? Erstens, die Interventionsgefahr aus Tokio steigt mit jedem PIP in Richtung 160 deutlich an. Finanzminister Suzuki und der oberste Währungsdiplomat Kanda haben in den vergangenen Wochen bereits mehrfach verbal gewarnt, dass spekulative Bewegungen nicht toleriert würden. Wer Long USDJPY positioniert ist, sollte enge Stopps in Erwägung ziehen, denn eine Intervention kann innerhalb von Minuten Bewegungen von 2-3% auslösen. 2. Das Carry-Trade-Geschäft, also das Ausnutzen der Zinsdifferenz durch Verschuldung in Yen und Anlage in höherverzinslichen Währungen, bleibt populär, ist aber bei diesen Niveaus zunehmend riskant. 3. Trader sollten die Ölpreisentwicklung im Auge behalten. Sollte Brent über die Marke von 90 Dollar je fast steigen, würde das den Yen weiter belasten und gleichzeitig die globale Inflationsdebatte neu entfachen. 4. Die Korrelation zwischen Aktienmärkten und USDJPY bleibt hoch. Ein nachlassender Risikoappetit könnte überraschenderweise dem Yen helfen, da Carry Trades dann aufgelöst werden. Wer kurzfristig handelt, sollte besonders die Tokio-Fixing-Zeiten und die Veröffentlichungen US-amerikanischer Konjunkturdaten beachten. Diese Woche stehen wichtige Inflations- und Arbeitsmarktdaten an, die für zusätzliche Bewegung sorgen dürften. Zum Abschluss der Ausblick. Die kommenden Handelstage dürften von der Frage geprägt sein, wie aggressiv Japan vorgeht und ob die Iran-Krise weiter eskaliert. Solange die Zinsdifferenz bestehen bleibt und der Dollar global gefragt ist, bleibt der Aufwärtsdruck auf USDJPY erhalten. Ein Bruch über 160 wäre ein deutliches Signal, könnte aber gleichzeitig Tokio zum Handeln zwingen. Bleiben Sie wachsam, beobachten Sie die Schlagzeilen aus Washington und Tokio und schützen Sie Ihre Positionen mit konsequentem Risikomanagement. Wir hören uns in der nächsten Folge wieder. Bis dahin, gute Trades und einen klaren Kopf am Markt.