TraderLifestyle – 3x täglich Trading News
Deine dreimal tägliche Dosis Trading-News. Mit diesem Podcast verpasst du keine Marktbewegung: Morgens vor dem Breakout, mittags zum US-Opening und abends als Recap. Kompakt, aktuell und direkt auf den Punkt für deinen Trading-Erfolg.
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US-EU-Handelsdeal steht: Was Trader jetzt wissen müssen
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Herzlich willkommen zurück zu unserem Trading Podcast. Schön, dass ihr wieder dabei seid. Heute haben wir eine echte Schlagzeile auf dem Tisch, der Handelsdeal zwischen den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union steht offenbar. Eliana Zofko, die führende Handelsverhandlerin der Europäischen Volkspartei, hat gegenüber Reuters bestätigt, dass eine Einigung erzielt wurde. Sie betont vor allem einen Punkt, die Vereinbarung über die US-Zölle schafft Planungssicherheit für europäische Unternehmen. Genau diese Sicherheit war es, die in den vergangenen Monaten an den Märkten so schmerzlich gefehlt hat. Werfen wir kurz einen Blick auf den Hintergrund. Seit Monaten lagen die Nerven zwischen Brüssel und Washington blank. Im Raum standen pauschale Zölle auf europäische Industriegüter, mit besonderem Druck auf die Automobilbranche, auf Maschinenbauer und auf Stahlproduzenten. Für exportorientierte Volkswirtschaften wie Deutschland war das ein echtes Damoklesschwert. Wir reden hier über Branchen, die in Summe hunderte Milliarden Euro an Exportvolumen in die USA stemmen. Jede Drohung neuer Zölle bedeutete für Vorstände, dass Investitionsentscheidungen aufgeschoben werden mussten, dass Lieferketten umgebaut wurden und dass die Margen unter Druck gerieten. Die Aussage von ZOFCO, dass es jetzt eine verbindliche Einigung gibt, ist deshalb mehr als nur eine politische Randnotiz. Sie ist ein potenzieller Wendepunkt für die transatlantische Handelsbeziehung und damit für ganze Sektoren der europäischen Wirtschaft. Kommen wir zur Marktreaktion, denn die ist für uns Trader natürlich entscheidend. In der ersten Reaktion sehen wir klassische Risk-on-Muster. Der Euro USD legt zu, weil die Unsicherheitsprämie auf dem Euro abgebaut wird. Wer in den vergangenen Wochen Euro Shorts gefahren hat, dürfte jetzt Starps gerissen bekommen. Wir beobachten Bewegungen im Bereich von einem halben bis einem Prozent, was für ein großes Devisenpaar wie Euro USD eine sehr ordentliche Tagesbewegung ist. Beim DAX sehen wir Käufer vor allem in den zyklischen Werten. Automobiltitel, Chemiewerte und Industriewerte führen die Gewinnerliste an. Das macht Sinn, denn genau diese Unternehmen hätten die Hauptlast eventueller US-Zölle getragen. Auch der Stock 600 zieht an. Auf der Anleihenseite sehen wir leicht steigende Renditen, weil der Markt wieder mehr Wachstum und etwas weniger Notenbanklockerung einpreist. Gold gibt leicht nach, der klassische sichere Hafen wird weniger gebraucht. Der US-Dollar zeigt sich gemischt, gegenüber dem Euro schwächer, gegenüber dem japanischen Yen eher stabil. Insgesamt ein leerbuchhaftes Risk-on-Szenario, bei dem die Erleichterung über die abgewendete Eskalation klar dominiert. Und jetzt zur entscheidenden Frage: Was bedeutet das konkret für eure Strategie als Trader? Erstens, kurzfristig dürfte Momentum die Richtung vorgeben. Wer im Euro-USD long ist oder im DAX investiert war, profitiert. Wer dem Move hinterherläuft, sollte vorsichtig mit Einstiegen am Hoch sein, denn solche Nachrichtenbewegungen ziehen oft erst einmal an und konsolidieren dann. 2. Achtet auf die Details, die in den kommenden Stunden und Tagen durchsickern. Eine politische Bestätigung ist das eine, die konkreten Zollsätze, die Ausnahmen und der Zeitplan sind das andere. Wenn der Deal Schwachstellen hat, etwa bei der Stahl- oder Autobranche, könnten einzelne Sektoren wieder unter Druck geraten. 3. Beobachtet die Berichtsaison der europäischen Exporteure mit anderen Augen. Vorstände dürften ihre Prognosen jetzt selbstbewusster formulieren, weil die größte Unsicherheit aus dem Weg geräumt ist. Das könnte positive Überraschungen in den nächsten Quartalszahlen bedeuten. Viertens, denkt an die Notenbanken. Wenn die Handelsspannungen sinken, schwächt das ein wichtiges Argument für aggressive Zinssenkungen bei der Europäischen Zentralbank. Das wiederum stützt den Euro mittelfristig. Und fünftens, ein Risikohinweis, politische Deals sind erst dann wirklich Deals, wenn sie unterschrieben und ratifiziert sind. Wir haben in der Vergangenheit schon erlebt, dass vermeintliche Einigungen in letzter Minute platzen. Setzt also keine zu großen Positionen nur auf die Schlagzeile, ohne die Bestätigung aus Washington abzuwarten. Zum Ausblick, die kommenden Sitzungen werden zeigen, ob diese Erleichterungsrallye Substanz hat. Wichtig werden das Statement aus dem Weißen Haus, die Reaktion aus Peking und natürlich die nächsten US-Konjunkturdaten. Bleibt diszipliniert, manischt eure Storbs und lasst euch nicht von der Euphorie mitreißen. Das war es für heute, vielen Dank fürs Zuhören, bis zur nächsten Folge und gute Trades.