Immer wieder Deutsch | Learn German (B1 - B2 Intermediate)
Learn German by listening the easy and natural way: Immer wieder Deutsch!
In each episode, I talk about my everyday life, culture, and interesting stories in clear, easy-to-understand German, spoken at a comfortable pace. You can use it as listening practice designed specifically for intermediate learners (A2, B1, B2) who want to transition smoothly to fluent German.
Viel Spaß und viel Erfolg beim Hören! :)
Immer wieder Deutsch | Learn German (B1 - B2 Intermediate)
#24 - Deutschprüfung & Sprachniveau (B1-C1) | Learn German Listening Practice
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Darum geht es in dieser Folge (B1-B2 German): Macht es eigentlich Sinn, eine Sprachprüfung wie Goethe oder Telc zu machen? In dieser Folge hinterfrage ich das klassische System der Sprachschulen. Ich erkläre dir, warum ein schnelles Voranschreiten von A1 bis C1 oft dazu führt, dass Vokabeln sich nicht richtig „ins Gehirn einbrennen“, und warum eine bestandene Prüfung noch lange nicht bedeutet, dass man den Alltag meistern kann. Ich nehme dich mit in meinen eigenen Lernprozess mit Englisch und Japanisch und zeige dir, warum das Hören das absolute Fundament für das Sprechen ist.
Anspruchsvoller B2/C1-Wortschatz & Redewendungen:
- etwas in das Gehirn einbrennen - Sich eine Sache so tief und dauerhaft merken, dass man sie nie wieder vergisst.
- etwas an einer Sache messen - Etwas anhand eines bestimmten Maßstabs oder Kriteriums beurteilen (z. B. das Sprachlevel an einer Prüfung messen).
- die Eigenheit - Eine besondere Charakteristik oder persönliche Gewohnheit einer Person (oder einer Sprache).
- das Füllwort - Ein Wort ohne großen eigenen Inhalt, das man beim Sprechen nutzt, um Zeit zum Nachdenken zu gewinnen (z. B. „äh“, „halt“, „sozusagen“).
- darunter leiden (Mein Japanisch leidet darunter) - Negative Konsequenzen durch einen Mangel oder einen Umstand spüren.
- passives Hören - Eine Sprache nebenbei aufnehmen (beim Kochen, Sport etc.), ohne sich zu 100 % explizit darauf zu konzentrieren.
- seinen Fortschritt im Auge behalten - Die eigene Entwicklung aufmerksam beobachten und kontrollieren.
- jemandem peinlich sein - Ein unangenehmes Gefühl der Scham oder Befremdung auslösen (z. B. wenn ich meine alten Videos sehe).
- von Nutzen sein / den größten Nutzen haben - Einen großen Vorteil oder Profit aus einer Sache ziehen.
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Sinn und Unsinn von Sprachtests (Goethe, Telc & Co.)
SpeakerHallo und herzlich willkommen bei immer wieder Deutsch. Heute rede ich über das Thema Sprachtests, also Sprachprüfungen. Zum Beispiel in Deutsch gibt es oder für Deutsch gibt es Telc oder die Goethe-Prüfung B1, B2, C1, C2, A1, A2. Natürlich auch. Macht das Sinn oder macht das keinen Sinn, eine Prüfung zu machen? Ich habe viele Schüler, die für eine Prüfung üben auf iTalky und deswegen mit mir Konversationsunterricht machen. Und meistens üben diese Leute eben für den Sprachteil, zum Beispiel der B1-Prüfung oder der B2-Prüfung. Und oftmals fragen mich Schüler: Was denkst du? Welches Level habe ich? Und ich finde, das ist eine echt schwierige Frage. Ich finde, man kann das Niveau relativ schwer an einer Prüfung einschätzen, weil man sich eben spezifisch auf diese Prüfung vorbereiten kann. Das hilft meistens nicht wirklich sehr viel für das echte Sprachniveau im Alltag. Also natürlich, wenn man für eine Prüfung übt oder neue Vokabeln lernt oder vielleicht einen Sprachkurs macht, dann wird man automatisch dabei auch irgendwie besser im Sprechen oder Hören. Aber eine Prüfung ist eben ein sehr spezifisches Ziel. Vor allem geht es in diesen Prüfungsmaterialien oftmals um
Warum Sprachschulen oft zu schnell sind und das Gehirn mehr Zeit braucht
SpeakerThemen, die vielleicht gar nicht so oft im Alltag vorkommen, sondern eher an der Arbeit oder an der Universität oder ja, vielleicht während A1 bis B1 behandelt man relativ normale Alltagsthemen, aber eben nicht lange genug, um diese Vokabeln und diese Grammatik gut benutzen zu können. Also der typische Weg ist ja, die Leute machen erst A1, dann A2, dann B1, B2 und dann vielleicht noch die C1-Prüfung und manche Leute auch sogar die C2-Prüfung für Deutsch. Aber meistens ist dieser Weg, vor allem wenn die Person in Deutschland an einer Sprachschule ist, relativ schnell. Also vielleicht ja nur ein paar Monate für jedes Niveau oder vielleicht sogar nur einen Monat für ein Niveau, vor allem bei A1 und A2. Und ich denke, diese Zeit reicht nicht, um all diese Wörter und alltäglichen Sachen richtig in das Gehirn einzubrennen. Also sich gut merken zu können. Ich habe oft gesehen, dass es Schüler gibt, die zum Beispiel ungefähr B1 oder B2 lernen oder sich auf die Prüfung vorbereiten, aber das Problem haben, dass sie selber das Gefühl haben, nicht viel sprechen zu können. Und dann sagen mir diese Schüler oft, ich glaube nicht, dass ich B1 oder B2-Niveau habe, kann ich diese Prüfung bestehen. Ich sage diesen Schülern meistens, ich denke, du hast das Niveau für die Prüfung, aber ein Sprachlevel an einem Niveau zu messen, ist relativ schwierig. Also, ich finde, man kann zum Beispiel sagen, okay, ich bin Anfänger, ich bin irgendwo in der Mitte oder ich bin fortgeschritten oder ich bin fast schon Muttersprachlerniveau. Das kann man ungefähr sagen. Aber eine Sprache lernen kann man nicht gut aufteilen, weil das einfach super komplex
Die Balance der Skills: Warum Hören das Fundament fürs Sprechen ist
Speakerist und einfach wirklich lange dauert. Je nach Person ist auch die Art zu lernen komplett unterschiedlich. Ich habe zum Beispiel Schüler, die lesen extrem viel. Sie lesen viel mehr, als sie zum Beispiel hören. Und ihr Lese- und Schreibskill ist super hoch. Aber sie können zum Beispiel, wenn Sie Nachrichten hören, also zum Beispiel ARD oder ZDF oder die Tagesschau hören, können Sie das nicht verstehen. Und das ist ganz normal, weil wenn man hauptsächlich Lesen übt und Schreiben übt, dann ist man eben auch in diesem Skill oder in dieser Fähigkeit etwas besser natürlich. Und deswegen denke ich, wenn man die Sprache wirklich im Alltag benutzen will, ist einer der wichtigsten Skills hören und sprechen. Das ist ungefähr wie mit Lesen und Schreiben. Wenn man viel hört, dann ist das die Vorbereitung, die man braucht, um zu sprechen. Man kann, wenn man nicht gut hören kann, auch meistens nicht gut sprechen. Es gibt vielleicht auch Ausnahmen dafür, aber für mich war das auf jeden Fall so mit Englisch und mit Japanisch, dass hören einfach mein Sprachskill oder meine Sprachfähigkeit so viel verbessert hat, dass ich mir gewünscht habe, ich würde früher, ich hätte früher damit angefangen. Und ja, zum Beispiel mein Skill im Japanischen für das Lesen ist relativ weniger entwickelt als mein Hören und mein Sprechen. Aber wenn man in dem Land lebt, also ich lebe ja im Moment in Japan, dann reicht es eigentlich aus, wenn man ein mittleres Niveau hat. Also ich studiere hier nicht oder so. Wenn ich jetzt an die Uni gehen müsste und auf Japanisch studieren müsste, wäre das natürlich ein größeres Problem. Aber eigentlich, ja, man schreibt eigentlich gar nicht so viel im Alltag. Und wenn man digital schreibt, also am Handy zum Beispiel, dann hat man Autokorrektur und man kann
Natürlicher Input durch Podcasts
Speakerseine Fehler ein bisschen checken und dadurch auch nochmal sehen, was man falsch macht, bevor man eine Nachricht abschickt. Das kann man eben beim Sprechen oder beim Hören nicht machen. Und vor allem in letzter Zeit habe ich relativ wenig gehört. Also ich hatte relativ wenig Zeit, mein Lieblings-Japanisch-Podcast zu hören. Der Podcast heißt übrigens Nihongo Con Teppei. Das ist ein Japaner, der diesen Podcast macht und er hat eine Zeit lang in Spanien gelebt. Ja, es ist wirklich ein sehr entspannter Podcast. Er redet eigentlich immer 15 bis 20 Minuten über ein Thema, was ihm einfällt. Frei, er korrigiert nicht, er schneidet nicht den Podcast, also er bearbeitet nicht den Podcast großartig. Und deswegen ist das, finde ich, eine große Hilfe. Weil Muttersprachler machen beim Sprechen auch Pausen oder sie haben Füllwörter oder bestimmte Eigenheiten beim Sprechen. Und das wird eben an einer Sprachschule oder bei einer Prüfung komplett weggelassen. Also ich zum Beispiel, ich habe natürlich beim Sprechen hier in dem Podcast auch sehr viele Eigenheiten, die wahrscheinlich nur ich habe und die aber komplett normal sind für eine deutsche Person. Ich versuche nicht immer perfektes Hochdeutsch zu sprechen. Also ich achte natürlich schon drauf, nicht Fehler zu machen. Mache ich vielleicht manchmal auch im Podcast. Aber das sind dann so typische Dinge, die auch deutsche Leute nicht immer hundertprozentig korrekt sagen. Und das lernt man eben nicht an der Sprachschule oder in einem Sprachkurs oder in einem Buch. Das sind einfach Sachen, die man im echten Leben oder mit natürlichem Content lernen muss. Deswegen mache ich diesen Podcast so, wie er ist. Ich versuche einfach ganz normal zu sprechen. Natürlich spreche ich ein bisschen entspannter und ein bisschen langsamer. Aber ich denke, das ist trotzdem okay zum Lernen. Also mein Japanisch-Niveau ist jetzt ungefähr zwischen C1 und C2, wenn ich sagen müsste, also schon fortgeschritten auf jeden Fall. Aber ich merke echt, wenn ich jetzt eine Zeit hatte, in der ich nicht den Podcast jeden Tag gehört habe oder mehrmals die Woche gehört habe, dann merke ich echt irgendwie, wie mein Japanisch darunter leidet. Es ist echt super hilfreich, jeden Tag etwas zu hören, auch wenn es nur passiv ist, während man etwas macht, beim Joggen oder im Fitnessstudio, beim Einkaufen gehen, beim Autofahren, auf dem Weg zur Arbeit, wo auch immer man eben Zeit hat oder wann auch immer man eben Zeit hat. Aber dieses passive Hören und diese Aufnahme von natürlicher Sprache, auch wenn man sich nicht 100% konzentriert, hilft das extrem, finde ich, um auf lange Zeit ein natürliches, ja, eine natürliche Redeweise aufzubauen. Das sind so Sachen wie eben gerade, ich sage sehr viel, aber verschiedene Worte, die ich relativ oft verwende. Und das sind eben diese Eigenheiten, die man sonst vielleicht nicht lernt, die aber sehr wichtig sind, um Muttersprachler zu verstehen. Genauso wie bestimmte Dinge abzukürzen oder manchmal einen Satz nicht perfekt zu formulieren. Oder in der Mitte einen Satz abzubrechen und einen neuen Satz zu beginnen. Das ist sehr typisch in jeder Sprache eigentlich, denke ich. Aber man ist nicht darauf vorbereitet, wenn man noch nicht diesen Input hatte. Ja, deswegen ein paar meiner besten Schüler, das sind Leute, die haben gar keine Prüfung gemacht bis jetzt. Aber sie lernen konstant weiter Deutsch, um einfach Deutsch zu verstehen und besser zu werden. Und sie haben wahrscheinlich das Ziel, irgendwann fast so wie ein Muttersprachler zu sprechen. Und das ist zum Beispiel auch mein Ziel im Japanisch. Ich weiß, ich werde vielleicht nicht dahin kommen in den nächsten zwei oder drei Jahren, jedenfalls, aber ich weiß, das Wichtigste, was ich machen kann, ist nicht irgendwie eine Prüfung, mich jetzt auf die höchste Prüfung vorzubereiten oder so, sondern einfach mehr japanische Videos zu schauen, japanische Bücher zu lesen, japanische Podcasts zu hören. Und ja. Ich weiß natürlich, dass viele von euch Deutsch auch einfach lernen müssen für ihr Visum oder für ihre Arbeit oder Studium. Das ist dann natürlich wieder eine
Wann Zertifikate trotzdem wichtig sind
Speakerandere Situation. Da braucht man dann ein bestimmtes Zertifikat. In diesem Fall macht es natürlich Sinn, sich auf diese Prüfung vorzubereiten und einen bestimmten Weg zu gehen, damit man das schnell erreicht. Aber dann ist es auch wichtig, nicht traurig zu sein oder enttäuscht zu sein, wenn man noch nicht perfekt sprechen kann. Das ist einfach ein anderer Skill, glaube ich, den man trainieren muss. Und wie gesagt, ich denke, dafür ist eigentlich Podcast sehr, sehr gut. Und natürlich irgendwie für sich selbst eine Vokabelliste zu haben. Oder wenn man nicht irgendwie eine App benutzt wie Anki oder Quizlet oder so, dann wenigstens selber irgendwie sich immer neue Vokabeln aufzuschreiben und in ein paar Wochen zu schauen, ob man die noch kann. Ja, man muss irgendwie seinen Fortschritt im Auge behalten, um zu wissen, ob man besser wird oder nicht. Dafür ist manchmal ganz gut, sich selbst beim Sprechen aufzunehmen. Und wenn man das dann wieder in einem Jahr anhört, merkt man, wie sehr man sich verbessert hat. Ich habe das auch gemacht für Japanisch. Beziehungsweise, ich habe, es gibt ein paar Videos von mir, wo ich Japanisch spreche auf meinem Handy. Und wenn ich mir das heute anschaue, dann ist mir das fast peinlich, wie schlecht sich mein Japanisch angehört hat vor einem Jahr oder vor zwei Jahren. Und der Hauptgrund, dass ich besser geworden bin, ist für mich, glaube ich, echt, dass ich jeden Tag den Podcast gehört habe von Teppei. Der war oder der ist super gut. Also, falls jemand von euch Japanisch lernt, ich kann euch das echt empfehlen. Und er war auch die Inspiration für diesen Podcast, weil ich das Gefühl hatte, es gibt noch nicht so einen Podcast auf Deutsch. Glaube ich jedenfalls. Ja. Eigentlich wollte ich über Prüfungen reden. Ich glaube, ihr versteht, was ich meine mit diesem Thema. Versucht euch nicht zu sehr auf Prüfungen zu konzentrieren oder auf irgendein Sprachniveau durch irgendeine Testprüfung oder eine Online-Prüfung, sondern versucht einfach wirklich, sobald ihr es könnt, die Sprache natürlich zu lernen. Und wenn dieser Podcast hier zum Beispiel zu einfach ist oder zu langsam ist, dann ist es vielleicht sogar schon besser, einfach einen Podcast für deutsche Leute zu hören, also den ganz normal deutsche Leute im Alltag hören. Ich glaube, da hat man dann den größten Nutzen, wenn man schon relativ weit in seinem Sprachniveau ist. Ja. Das war sehr viel dummes Gelaber von mir. Ich hoffe, ihr versteht, was ich meine. Ich habe mich selbst heute daran erinnert, dass ich echt wieder Podcast hören muss, weil ich mit einem Mann auf der Straße, einem älteren Mann hier in der Nachbarschaft, manchmal spreche, wenn ich ihn sehe. Und heute hatte ich echt Probleme zu verstehen, was er mir erzählen will. Und ich glaube, das liegt echt daran, dass ich jetzt schon bestimmt zwei oder drei Wochen nicht mehr aktiv japanisch gehört habe, obwohl ich hier lebe. Ja. Genau. Sagt mir doch, ob euch bis jetzt der Podcast hilft. Ich freue mich, wenn es euch ein bisschen was bringt, ein bisschen Input nebenbei. Und wir hören uns beim nächsten Mal. Macht's gut.