Immer wieder Deutsch | Learn German (B1 - B2 Intermediate)

#27 - Auswandern & meine eigene Erfahrung (B1-C1) | Learn German Listening Practice

Lehrer Ben Season 1 Episode 27

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Neues Land, neues Leben – aber wie anstrengend ist das Auswandern wirklich? In dieser Folge nehme ich euch mit auf meine ganz persönliche Reise von Berlin nach Japan, wo ich nun seit sieben Monaten lebe. Von der bürokratischen Odyssee mit einem Impf-Marathon für meinen kleinen Chihuahua über das radikale Verkaufen meiner Möbel bis hin zu unerwarteten Herausforderungen wie dem verzögerten Jetlag, dem frühen japanischen Schlafrhythmus und dem schmerzlichen Vermissen von sauren grünen Äpfeln: Ich erzähle euch ganz ehrlich von den Höhen und Tiefen meines neuen Alltags im Ausland.

Nützlicher Wortschatz & Redewendungen:

  • auswandern – Sein Heimatland dauerhaft verlassen, um in einem anderen Land zu leben.
  • sich an etwas gewöhnen – Etwas so oft erleben, dass es nach einiger Zeit völlig normal für einen wird (z. B. das feuchte Klima).
  • die Habseligkeiten (Plural) – Ein schönes, etwas älteres Wort für den gesamten persönlichen Besitz oder alle Gegenstände, die man hat.
  • etwas einlagern – Dinge für längere Zeit an einem sicheren Ort (z. B. bei der Familie oder in einem Lager) aufbewahren.
  • der Papierkram – Umgangssprachlich für bürokratische Aufgaben, Formulare und Dokumente, die man erledigen muss.
  • die Zeitverschiebung – Der zeitliche Unterschied zwischen zwei Zeitzonen auf der Erde, der oft zu Jetlag führt.
  • etwas übertreiben – Mehr tun, als eigentlich nötig oder gut gewesen wäre (hier: zu viele Sachen wegschmeißen oder verkaufen).
  • in der Summe – Insgesamt oder zusammengerechnet (wenn viele kleine Ausgaben am Ende viel Geld kosten).



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Klima-Schock und der Impf-Marathon für meinen Hund

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Willkommen zurück bei immer wieder Deutsch. Heute rede ich über das Thema Auswandern. Also wenn man in ein anderes Land sieht, sein eigenes Land verlässt, um in einem neuen Land zu leben. Genau, wie viele wahrscheinlich wissen. Ich habe das schon oft erzählt. Ich wohne im Moment in Japan. Ich bin jetzt hier seit sieben Monaten. Und ja, mit diesem Umzug in ein anderes Land kommen natürlich viele Dinge, an die man sich erstmal gewöhnen muss. Und viele Dinge im Leben, die sich ändern. Was eigentlich manchmal auch ganz gut ist, manchmal nicht so gut. Zum Beispiel ein großer Punkt ist, dass sich natürlich mit dem Umzug in ein neues Land, je nachdem, wie weit man umzieht, sich wahrscheinlich auch das Klima ändert. Hier in Japan ist es viel, viel feuchter als in Deutschland. Viel höhere Luftfeuchtigkeit und es regnet im Sommer auf jeden Fall mehr. Es ist durchschnittlich heißer, vor allem in der Nacht. Das ist für mich als Deutschen relativ schwierig im Moment. Also ich schwitze sehr schnell. Ich bin echt nicht daran gewöhnt, bei heißen Temperaturen rauszugehen. In Japan gibt es zum Glück fast überall Klimaanlagen. Die Bahnen sind klimatisiert. Eigentlich alle Häuser oder Gebäude sind klimatisiert. Also wenn man sich drinnen aufhält, ist das kein Problem. Aber rausgehen, spazieren gehen ist nicht sehr lange möglich im Sommer. Wir sind gerade am Ende der Regenzeit hier, also Ende Juni, Anfang Juli. Wir haben heute den 8. Juli. Und jetzt wird es langsam heiß und ich komme echt noch nicht so ganz klar damit. Mein Hund auch nicht. Ich habe meinen Hund aus Deutschland mitgenommen. Das war übrigens auch ein Teil vom Auswandern, der sehr schwierig ist. Wenn man ein Haustier hat und man möchte es mitnehmen, muss man für den Fall von Japan zum Beispiel vorher viele verschiedene Impfungen für das Tier haben, einen Tita-Test machen. Der Tita-Test, das ist, ja, das müsst ihr euch nicht merken, dieses Wort, aber das ist ein Test für die Tollwutimpfung von einem Hund, ob der Hund genug Antikörper gegen Tollwut hat. Das heißt, ja, wenn dieser Wert nicht erreicht ist, darf der Hund nicht einreisen in Japan. Das kostet natürlich alles viel Geld. Man muss sehr oft zum Tierarzt gehen, diese ganzen Impfungen machen, diesen Bluttest machen. Das muss an ein Labor geschickt werden. Dann muss man dieses Zertifikat mitnehmen oder bekommen und an den Flughafen, in dem man einreisen wird, hinschicken. Die kontrollieren das. Es ist relativ viel Arbeit. Also wir haben damit schon ein Jahr vorher, äh, nicht ein Jahr, ein halbes Jahr vorher begonnen, weil es eben ein langer Prozess ist. Aber

Radikales Ausmisten: Ein ganzes Leben in zwei Koffer packen

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egal. Es gibt natürlich noch andere Dinge, wenn man zum Beispiel in seinem Heimatland eine Wohnung hat oder vielleicht sogar ein Haus. Man hat viele Möbel, viele Gegenstände. In meinem Fall kann ich diese ganzen Dinge nicht mitnehmen. Das funktioniert einfach nicht. Das wird extrem teuer, wenn man versucht, so weit umzuziehen. Also mit dem Flugzeug ist es extrem teuer. Deswegen habe ich einfach nur mitgenommen, was in meine zwei Koffer passt. Die wichtigsten Dinge, mein Laptop, mein Mikrofon hier, ein paar andere elektronische Geräte, die relativ teuer waren und ja, mein E-Book-Reader, ein paar Klamotten, aber ja, ich hatte vor dem Umzug eine Phase, an dem ich sehr viele Dinge verkauft habe aus meiner Wohnung. Möbel, Kleidung, Schuhe. Ja, hauptsächlich so Dinge, die man über die Jahre ansammelt. Das sind so viele Sachen, über die man gar nicht nachdenkt vorher. Zum Beispiel WLAN-Router und irgendwelche kleineren Dinge, die man sich über die Jahre kauft. Zum Beispiel, ich hatte diese Amazon Alexa, ich hatte, ja, natürlich fallen mir jetzt die Dinge nicht ein. Ah, Küchengeräte, Mikrowelle, Wasserkocher, was weiß ich, es gibt viele Dinge, die man irgendwie loswerden muss. Man kann die ja nicht einfach wegschmeißen. Das ist einerseits schade darum und andererseits ist es ja wahrscheinlich auch nicht legal in Deutschland, einfach so viele Dinge in den Müll zu schmeißen. Ja, das ist auf jeden Fall ein großes Thema. Was macht man mit all seinen Gegenständen? Ich konnte zum Glück ein paar Sachen, Musikinstrumente zum Beispiel bei meiner Familie einlagern. Und natürlich so Dinge wie Fotoalben oder Dinge, die man einfach hat aus Erinnerung oder als Erinnerung. Die habe ich teilweise mitgenommen und teilweise bei meiner Familie gelassen. Das ist erstmal die Vorbereitung. Dann natürlich braucht man einen Flug. Das ist in meinem Fall auch mit einem Hund gar nicht so leicht. Ich habe zum Glück einen sehr kleinen Hund, einen Chihuahua. Er ist nur drei Kilo schwer, kann daher in der Kabine mitfliegen. Das geht aber auch nur bei bestimmten Airlines. Dann muss man diese Airlines raussuchen, gucken, zu welchem Datum es passt. Wenn man vorher schon ein Visum bekommt, muss es natürlich auch in einem gewissen Zeitraum passieren. Man muss Verträge kündigen, Internet, Strom, Mietvertrag auch. Dann muss man irgendwo unterkommen. Bei mir war es zum Beispiel so, ich habe meinen Mietvertrag gekündigt und hatte aber noch Zeit bis zu meinem Flug. Also musste ich in der Zwischenzeit zu meiner Familie ziehen. Wenn ich diese Möglichkeit nicht gehabt hätte, wäre es relativ schwierig gewesen für mich. Wenn man dann ankommt, hat man natürlich im neuen Land

Ankunftsstress, verzögerter Jetlag und Heimweh im Supermarkt

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auch wieder direkt super viele Dinge zu tun. Anmeldungen, Krankenversicherungen. Mein Hund muss dich anmelden zum Beispiel. Das ist auch noch so eine Sache. Ja, viele Dinge, die mir jetzt gar nicht einfallen, aber die ersten Wochen kümmert man sich eigentlich nur darum, irgendwie wieder, ja, ich sag mal, in ein normales Leben zurückzukehren. Das ist auch gar nicht so einfach. Vor allem, wenn man dann noch nebenbei die Sprache lernt. Man kann noch nicht so gut die Sprache aus dem Land. Ja, viel Stress. Also, ich habe mir das schon ein bisschen stressig vorgestellt, aber in echt ist es dann auf jeden Fall nochmal mehr Stress, als ich vorher dachte. Ja, abgesehen von diesen ganzen Papierkram-Dingen und von diesen ganzen behördlichen Regeln, die es gibt. Dann natürlich ist noch eine Sache das Essen. Man muss sich an das Essen gewöhnen. Ich vermisse manchmal sehr das deutsche Essen oder nicht nur das deutsche Essen, sondern allgemein die Auswahl, die man in Deutschland an Lebensmitteln hatte. Das ist natürlich von Land zu Land anders. Und wenn man sich schon einmal daran gewöhnt hat, dann vermisst man einige Dinge. Ich zum Beispiel vermisse, ja, das habe ich in einer anderen Folge schon erwähnt, aber ich vermisse ganz einfach grüne Äpfel aus Deutschland. Die sauren grünen Äpfel. Und Brot und natürlich auch deutsches Bier. Aber ja, grundlegend sind die Dinge im Supermarkt alle anders hier in Japan. Also es ist auch ein bisschen schwierig, die Dinge zu essen, die man normalerweise isst. Wenn man aber natürlich ins Ausland zieht, passt man sich an. Aber das ist meistens auch gar nicht so einfach für den Körper, seine ganze Ernährung zu ändern. Und man hat natürlich auch Jetlag, also ich hatte auf jeden Fall nicht in den ersten Tagen große Probleme, aber gefühlt nach einer Woche oder zwei Wochen hat bei mir so diese Zeitverschiebung sich bemerkbar gemacht. Und ich konnte am Anfang echt wirklich sehr, sehr schlecht schlafen und war tagsüber immer müde. Ja, das sind so Dinge, über die man nachdenkt, aber nicht so doll nachdenkt. Dann andere Dinge, Freunde

Die größte Herausforderung: Freunde zurücklassen und neue Schlafrhythmen

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finden. Man lässt seine Freunde zurück im Heimatland, seine Familie. Und ich habe hier zum Glück Familie durch meine Frau, aber ja, die eigene Familie, die eigenen Freunde. Ja, das ist eine Sache, die man einfach nicht ersetzen kann. Man kann zwar neue Freunde finden, aber ja, ihr wisst sicherlich, das ist nicht immer das Gleiche, einen neuen Freundeskreis zu haben. Ja, das ist für mich, glaube ich, das Schwierigste. Der Rest, das sind natürlich kulturelle Unterschiede. Aber das ist okay in meinen Augen. Für mich ist das kein Problem. Aber ja, es gibt einige Dinge, die erstmal ein paar Wochen Gewöhnung brauchen. Zum Beispiel hier in Japan stehen die Leute meistens früher auf als in Deutschland, habe ich das Gefühl. Und gehen früher ins Bett als die meisten Deutschen, würde ich sagen. Jedenfalls in Berlin gehen die Leute relativ spät ins Bett und stehen relativ spät auf. Meistens ist die Arbeit auch ein bisschen später am Morgen. Also meine alte Arbeit im Büro fing immer so um 9 Uhr oder 9.30 Uhr an, manchmal auch um 10 Uhr. Und hier beginnt eigentlich die Arbeit meistens, glaube ich, für die meisten Leute schon um halb acht oder um acht. Und deshalb ist der Schlafrhythmus der Leute hier ein bisschen anders als in Deutschland. Ja, aber ich glaube, der schwierigste Teil von einem Umzug ist einfach seine Gegenstände, sein Besitz, seine Habseligkeiten. Ein schwieriges Wort. Bedeutet eigentlich nichts anderes als Gegenstände, die man besitzt. Ja, seine Habseligkeiten zurückzulassen und zu entscheiden, was nimmt man mit. Ja, ich kam dann hier an und habe bemerkt, okay, vielleicht habe ich doch ein bisschen übertrieben, ein bisschen zu viele Sachen in Deutschland gelassen oder ein bisschen zu viele Sachen verkauft. Ja, ich hatte zum Beispiel kein richtiges Ersatz, Paar Schuhe für den Winter. Keine Hosen, nicht genug. Nicht genug Socken. Ja, aber das sind Dinge, die man schnell kaufen kann. Aber eigentlich hätte ich die einfach mitnehmen können, weil so viel Platz nehmen die auch nicht weg. Dann, ja, so andere Sachen wie Adapter für Kabel, Kabel-Ladegeräte. Das sind alles Dinge, an die man denken muss und die man dann neu kaufen muss. Und das verbraucht einzeln nicht so viel Geld, aber in der Summe, also insgesamt, ja, merkt man das schon. Also, das wird schon schnell teuer. Ja, das war's fürs Erste. Vielleicht rede ich in der nächsten Folge noch weiter darüber. Ich finde, das ist ein interessantes Thema. Ich danke euch fürs Zuhören. Wir hören uns beim nächsten Mal. Tschüss.