Situs Inversus – Der Vorklinik-Podcast
Mit diesem Podcast habt ihr die Möglichkeit, euch Inhalte der Vorklinik noch einmal neu erklären zu lassen. Genauso eignet er sich dazu, den Stoff vor einer Prüfung zu wiederholen oder vor dem Physikum aufzufrischen. Das alles kommt von Medizinstudierenden, die eben diese Prüfungen gerade erst hinter sich haben und selbst noch mitten im Studium stecken. Verständlich, erfrischend und auf Augenhöhe. Viel Spaß!WebApp mit Episodenfinder + Merkhilfendatenbank: dervorklinikpodcast.deFür Lob, Kritik und mehr: situs-inversus@bvmd.de Instagram: @der_vorklinikpodcast
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Situs Inversus – Der Vorklinik-Podcast
ANA Gastrointestinaltrakt
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SITUS 1: Der Weg des Pizzastücks
- Die Diskussion über Ananas auf der Pizza spaltet die Gemüter. Ob mit oder ohne findet das Stück immer den gleichen Weg zurück ans Sonnenlicht. Auf dem Weg gibt es viel zu sehen, spannende Wendungen und krasse Abschnitte. An diesem Beispiel haben wir für euch den Gastrointestinaltrakt aufbereitet und bringen euch auch in der ersten Folge zu den Inneren Organen wie gewohnt viele Merksprüche und neue Denkansätze - egal welche Pizza ihr bevorzugt...
Kapitel:
(00:00) - Allgemeiner Aufbau GIT
(08:18) - Speiseröhre
(13:55) - Magen, Omenta, Duodenum und Dünndarm
(24:43) - Dickdarm
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Übrigens interessant, fand ich toll, vorhin das zu lesen. Der Dickdam heißt ja eigentlich Intestinum cassum.
SPEAKER_02Oh, ist ja krass. Ja, ähm, sorry.
SPEAKER_03Situs in Vladimir. Hallo, herzlich willkommen zu Situs Inversus. Wir sind zurück mit dem Thema Situs. Leider nicht inverse, aber trotzdem freuen wir uns, dass wir heute mit dem Thema Situs starten können. Wir fangen tatsächlich nicht ganz klassisch an, sondern wir möchten mit euch erst den Verdauungstrakt durchgehen anhand eines Stücks Pizzas, was sich den Weg vom Mund Richtung Ausgang erkämpft. Bevor wir anfangen, wollen wir kurz mit euch nochmal besprechen, was denn überhaupt so seröse Höhlen sind, so die allgemeine Organisation rund um Thorax und Abdomen.
SPEAKER_04Ganz kurze Werbung.
SPEAKER_00Im letzten Semester habe ich endlich gemacht, was ich mir schon sehr lange vorgenommen hatte. Ich habe mich bei der Klausurvorbereitung nicht mehr müde von Text zu Text gekämpft, um hier irgendwie die Fakten reinzuhämmern, sondern ich habe mit den intuitiven und einprägsamen Merkbildern von Meditricks gelernt. Merkhilfen wie zum Beispiel der kämpfende Bäcker für den Campylobacter haben mir nicht nur einen Schmunzel auf die Lippen gezaubert, mit solchen kreativen Bildern kann man sich gerade die ganzen vorklinischen Fakten einfach viel besser merken. Probiert es aus. Ihr werdet Spaß haben und viel seltener alles von vorne lernen müssen.
SPEAKER_04Wenn ihr Lust bekommen habt, Meditrix mal auszuprobieren, da klickt euch jetzt mit dem exklusiven Code SIDUSINV versus15. 15% Rabatt auf euer nächstes Meditricks-Abo. Sidus in versus 15. Jetzt sichern. Das war's schon.
SPEAKER_01Genau, und da gibt es jetzt erstmal, wenn man sich den Bauch anschaut sozusagen, beziehungsweise einfach den Oberkörper, gibt es drei große Höhlen. Einmal die Brusthöhle, dann hat man das Zwerchfell, darunter liegt dann die Bauchhöhle und die Beckenhöhle. Und wie gesagt, zwischen Brust und Bauchhöhle ist das Zwerchfell, also das Diaphragma. Und zwischen Bauchhöhle und Beckenhöhle hat man jetzt keine anatomische Unterteilung, sondern es ist eher so willkürlich festgelegt.
SPEAKER_03Genau, ja. Genau, um diese drei soll es jetzt gehen. Thorax an der anderen Stelle. Wir möchten mit Atomen anfangen, weil das in unseren Augen tatsächlich ein bisschen komplizierter ist, aber nicht weniger spannend. Es gibt ganz am Anfang so eine Grundeinteilung, wo man über einen Hohlraum und Bindegewebsraum spricht.
SPEAKER_01Genau. Wir wollen einfach kurz erklären, was überhaupt mit dem Begriff seröse Höhle gemeint ist. Und da gibt es einfach ein Grundprinzip im Aufbau. Man hat bei einer serösen Höhle immer einmal den Hohlraum und einmal den Bindegewebsraum. Und dieser Hohlraum bleibt auch immer hohl. Also man darf sich das auf keinen Fall wie einen Sack vorstellen, wo irgendwas reingeschopft wird oder so. Sondern wir haben uns überlegt, man kann sich das am ehesten wie einen nicht prall aufgepumpten Luftballon vorstellen, der dann zugeknotet ist. And in the Luftballon is euer Hohlraum. Und dieser Hohlraum is von innen mit einer spiegelnden Schicht ausgekleidet. Die sogenannte seriöse Haut, die ist total glatt. Und ja, man kann sich vielleicht so vorstellen, als ob da irgendwie so eine Art Gleitmittel oder sowas drin ist. Oder so ein Öl oder so. Und wenn ihr euch jetzt vorstellt, dass ihr diesen Ballon in der Hand habt und da mit der Faust quasi reindrückt, sagt, er darf halt nicht ganz gewüllt sein. Und dann ist eure Faust quasi das Organ und der Ballon umgibt ja dann die Faust und wenn man dann noch mehr Luft rauslässt, ist dieser Hohlraum am Ende auch kaum noch vorhanden eigentlich.
SPEAKER_03Und dann fällt das quasi aufeinander und du und beide Ballonschichten fallen quasi ein. Also am Ende ist keine Luft mehr in dem Ballon quasi und er fällt so über die Faust drüber und packt die quasi so ein bisschen in so ein Paket und berührt sich hinten fast schon wieder.
SPEAKER_01Genau. Also im Grunde ist die Faust dann mehr oder weniger vom Ballon umgeben, aber es ragt ja immer noch euer Handgelenk mit dem Arm daraus. Und das ist die Verbindung in den Binngewebsraum. Also dieses Organ ist dann quasi innerhalb dieser Höhle, aber nicht im Hohlraum.
SPEAKER_03Ja, das ist halt sehr wichtig. Dass man sich dieses Peritoneum, worum es jetzt halt geht, um diese seröse Verschiebeschicht, seröse Haut, nicht als Sack vorstellt, wo irgendwie die Organe reingeschmissen werden, sondern das ist quasi eben dieser Ballon, der sich so auf die Organe drüber legt. Und da hinten gibt es logischerweise, wie Tim gerade sagte, über unser Handgelenk in der Analogie eine Verbindung. Das nennt sich dann Meso.
SPEAKER_01Genau, und je nachdem, in welchem Bereich des Körpers man jetzt isst, wird das Meso halt unterschiedlich benannt. Wenn es jetzt das Meso vom Dickdarm aus ist, dann heißt das Mesocolon. Oder wenn es vom Magen aus ist, halt Mesogastrikum oder so. Genau, aber im Meso, ganz wichtig, verlaufen die Leitungsbahnen, also da verlaufen die ganzen Blutgefäße zum Beispiel, die das Organ versorgen. Und diese Schicht, dieses Ballons, haben wir ja schon gesagt, die fallen ja so aufeinander, dadurch, dass man da die Luft rauslässt. Und dementsprechend, dadurch, dass man ja innen diese gleitende Oberfläche hatte, ist das Organ jetzt sehr gut gegenüber der Wand beweglich. Und man hat diese seriöse Haut, also im Grunde die Haut von unserem Ballon. Und dann gibt es einmal die Schicht, die direkt auf unserer Faust, also auf dem Organ draufliegt. Die bezeichnet man dann als viszerales Blatt.
SPEAKER_03Ganz kurz, viszeral heißt quasi irgendwas mit Organen. Also wenn man über was Viszerales spricht, ist quasi die Schicht auf dem Organ die viszerale Schicht. Ganz kurz als Einwurf.
SPEAKER_01Genau, und dann hat man das, was in Richtung, in Richtung quasi der Außenwand geht, beziehungsweise halt ja im Fall, wo wir jetzt drüber sprechen, halt zum Beispiel Richtung Bauchwand. Das nennt man dann das parietale Blatt.
SPEAKER_03Genau. Und diese viszerale Blatt läuft quasi am Meso entlang und wenn es hinten aufs parietale Blatt trifft, also quasi hinten auf die Rumpfwand, dann ist da der Übergang und von da an wechselt halt eben die Nomenklatur. Aber es ist halt wichtig.
SPEAKER_01Im Grunde ist das ein und dasselbe, bloß dass es einmal halt auf dem Organ aufliegt und dann einmal an der Bauchwand.
SPEAKER_03So ist das. Und wenn das Organ komplett umhüllt ist, also bis auf das Meso, bis auf das kleine Galität.
SPEAKER_01Genau, also komplett umhüllt ist es nie, sondern man hat immer diese Verbindung zum Bindegewebeb.
SPEAKER_03Fast komplett umhüllt, dann nennt sich das Ganze intraperitoneal im Bauchraum jetzt. Und wenn es quasi nur so überdeckt ist mit so einem viszeralen Blatt, aber quasi noch hinten irgendwie so an der Wand dran klebt, dann nennt sich das, dann ist es extraperitoneal, aber sekundär. Das heißt quasi, das ist fast drin, aber es reicht noch nicht ganz. Und dann primär retroperitoneal heißt es ist, oder extraperitoneal heißt, es ist komplett außen und berührt das Peritoneum nicht mehr ansatzweise.
SPEAKER_01Genau, und wovon Leo jetzt die ganze Zeit spricht, vom Peritoneum, das ist eben die seröse Haut, wie sie im Abdomen bezeichnet wird. Also im Bauchraum heißt diese seröse Haut, die zum Hohlraum gehört, im Peritoneum. Und genau deshalb.
SPEAKER_03Ja, also so einfach ist es halt. Und diese Unterscheidungen von Intra- und Extraperitoneal und dann sekundär, primär, was auch immer, die sind wirklich sehr wichtig. Die sollte man sich echt angucken. Da werden wir jetzt auch im Weiteren immer drauf zurückgreifen. Das heißt, sollte man wirklich gerafft haben. Das sind so das. Und jetzt genug der Vorgeschichte. Jetzt starten wir einfach mal mit unserem Pizzastück, was wir jetzt schön gekaut haben, was auch immer eure Lieblingspizza ist, könnt ihr euch aussuchen.
SPEAKER_01Warst doch ganz gut, Leo und ich waren gerade essen.
SPEAKER_03Ja, das war sehr lecker. Genau. Wo laufen wir als erstes lang? Ich glaube, das sollte jeder bewusst sein, dass es die Speiser runtergeht. Auf Schlau heißt das Ganze Ösophagus. Dieser Ösophagus ist nach den Teilen, wo er langläuft, irgendwie in so ein paar Teile unterteilt. Also quasi ein Paars Zervikalis, ein Paars Thoracica und einen Paars abdominalis. Also es ist relativ einfach zervikales Hals, Thoraxis, Thorax und abdominalis Bauch.
SPEAKER_01Genau, und Abdominalis heißt, sobald der Ösophagus quasi durchs Zwerchfell durch ist, weil das Zwerchfell ja immer die Unterteilung von Brust und Bauchraum macht. Und da gibt es ein Loch im Zwerchfell und es heißt Hiaterus Ösophageus. Und geht er durch. Genau.
SPEAKER_03Wir haben jetzt den Ösophagus, obwohl er eigentlich größtenteils im Thorax liegt mitgenommen, was halt einfach quasi auf dem Weg durch das Verdauungssystem einfach wichtig ist. Es gibt zwei Engstellen, die auch öfter mal gefragt werden. Und zwar einmal ganz am Anfang, quasi an dem Ringknorpel vom Kehlkopf, also quasi direkt am Ösophagus-Mund nennt man das, glaube ich. Dann überkreuzt dieser Ösophagus einmal die Aorta, da ist dann auch nochmal eine Engstelle. Und am Zwerschfell ist nochmal eine Engstelle. Und diese Engstellen, die sollte man sich auch längerfristig merken, weil gegebenenfalls, wenn da vielleicht noch eine Schwellung ist oder sowas, kann da auch mal irgendwas hängenbleiben. Wenn man jetzt mal nicht so gut gekaut hat, wenn man halt was Geiles auf dem Teller hat und es halt vielleicht mal ein bisschen geschlungen hat, dann kann das da gegebenenfalls hängenbleiben. Das sind so die drei Klassiker.
SPEAKER_01Und weil du gerade schon von der Erorter sprichst, kann man noch kurz was zur Lage sagen. Also der Ösophagus, der wird nämlich von der Erorter, die so neben ihm liegt, so ein bisschen nach rechts gedrückt. Deshalb liegt er auch ein bisschen rechts der Medianlinie und überkreuzt sie dann, wie gesagt. Und was man auch noch wissen sollte, ist, dass der Ösophagus eben hinter der Trachea, also hinter der Luftröhre verläuft.
SPEAKER_03Ja, aber das merkt man ja auch, jeder, der schon mal MacGyver gesehen hat, dieser Luftröhrenschnitt, der ja in jeder guten wie auch schlechten Arztserie vorkommt, ist ja logischerweise von außen einfach reingeschnitten. Und das wäre ja irgendwie seltsam, wenn da der Ösophagus vorne dran lege. Seltsam. Ja. Wie kommt das ganze Futter runter?
SPEAKER_01Der Leo macht nämlich beim Pizza-Essen gerne Kopfstand. Ja, geil. Weil der Ösophagus nämlich eine Längsmuskelschicht und eine zirkuläre Muskelschicht hat.
SPEAKER_03Da kann man kurz mal einwerfen, dass im Verdauungstrakt klassisch eigentlich fast überall immer eine Längs- und eine Zirkulärmuskelschicht gibt. Es gibt so ein paar Ausnahmen, auf die kommen wir später nochmal zurück, aber das kann man sich umso mal als großes und ganzes Mal merken.
SPEAKER_01Genau, aber die Besonderheit beim Esophagus ist, allgemein muss man vielleicht noch sagen, es gibt bei Muskeln eine Unterscheidung in glatte und quergestreifte Muskulatur. Und die glatte Muskulatur, die könnt ihr nicht bewusst steuern, sondern die wird durch das vegetative Nervensystem gesteuert, während die quergestreifte Muskulatur sowas ist, was ihr halt alles bei Extremitäten zum Beispiel gelernt habt, so der Bizeps oder so, ist quergestreift. Und der Osophagus hat jetzt eben eigentlich als einziges Organ im Verdauungssystem sowohl einen glatten als auch einen quergestreiften Anteil, weil der Beginn des Osophagus noch quergestreift ist und danach der Rest dann glatte Muskulatur.
SPEAKER_03Also das erste Drittel kann man noch steuern, weil, wenn ihr es mal ausprobieren wollt, ihr könnt aktiv anfangen zu schlucken, ihr könnt aber niemals beim Schlucken mittendrin aufhören.
SPEAKER_01Ja, trifft ganz gut.
SPEAKER_03So kann man sich das quasi merken. Und das obere Drittel ist quer, das untere Drittel ist glatt. Anders als man es vielleicht denkt oder wie ich dachte am Anfang, gibt es am Ende des Oesophagus keinen Schließmuskel, keinen Sphinchter. Das heißt, da ist jetzt kein aktiver Verschlussmechanismus Dingens, was den Oesophagus vom Magen irgendwie zuzieht.
SPEAKER_01Verschluss ist aber ganz wichtig, weil ich glaube, ihr habt alle schon mal was von Sodbrennen gehört, manch einer hat es vielleicht aus. Auch irgendwie Sodbrennen ist auf jeden Fall einfach, tritt dann auf, wenn Magensäure zurück in die Speiseröhre fließt. Deshalb ist der Verschluss zwischen Ösophagus und Magen ganz wichtig. Und wenn da jetzt das Pizzastück quasi den Ösophagus runtergewandelt ist und in den Magen rein möchte, dann wird es erstmal aufgehalten, einmal durch die Ringmuskulatur vom Ösophagus, die es natürlich auch an der Stelle gibt, die sich kontrahieren kann. Und außerdem ist im Ösophagus in der Schleimhaut da so ein Vienenpolster. Und das macht Längsfalten, was letztendlich dazu führt, dass man es eben ganz gut zusammenziehen kann, auch mit dem Ringmuskel. Und weil das eben eine Kombination aus Gefäßen und Muskeln ist, die diesen Verschluss macht, nennt man das Angiomuskulär.
SPEAKER_04Liebe Freunde der Vorklinik, bevor es losgeht, brauchen wir noch ganz kurz eure Hilfe. Wir sind nominiert beim Deutschen Podcast-Preis in der Kategorie Beste Information. Diese Kategorie wird über ein Publikumsvoting entschieden und wir brauchen eure Stimme. Hierbei würdet ihr uns unfassbar helfen, wenn ihr kurz auf den Link in der Folgebeschreibung klickt und uns eure Stimme gebt. Dauert nur 5 Sekunden. Ihr seid die allerbesten. Viel Spaß bei der Folge!
SPEAKER_03Genau, aber es ist kein klassischer Schließmuskel, wie bei unserer nächsten Station. Der Magen ist, glaube ich, jedem bekannt und der hat eben einen solchen Schließmuskel, wenn man mal von unten anfangen will. Magenförtner heißt, glaube ich, auf Deutsch der Teil, der halt zum Darm abschließt. Aber vorher muss unser Pizzastück erstmal durch den Magen durch. Der Übergang nennt sich Pascadiaca, also vom Esophagus in den Magen. Aber tatsächlich, nicht so wie man es denkt oder wie ich dachte, fällt das quasi von oben in den Magen rein, sondern es geht quasi so unters Dach, könnte man sich vorstellen. Aber trotzdem. Also von der Seite aus. Genau. Von der Seite. Aber oben drüber gibt es noch den sogenannten Fundus. Das ist eine Luftsammlung, die man übrigens auch witzigerweise auf dem Röntgen sehen kann. Also nicht wundern, wenn ihr mal ein Röntgen kriegt und da ist einfach mal Luft in eurem Bauch, ist ganz normal. Und der ist halt ganz oben. Also das ist quasi nochmal so eine Kuppel, die oben drauf sitzt, wie so in Berlin. Und von da an geht es halt dann Richtung eben dieses Pförtners. Und wie man vielleicht auch weiß, ist der Magen nicht gerade, sondern so krumm. Und deswegen gibt es quasi eine Curvatura, sprich eine Kurve. Majoris und Minoris, also eine große und eine kleine.
SPEAKER_01Ja, interessant beim Magen ist, der hat sich in der Embryonalentwicklung mal gedreht. Die sogenannte Magendrehung. Und deshalb ist zum Beispiel auch beim Esophagus am Ende die eigentliche Längsmuskelschicht so ein bisschen vertrillt. Und ja, das ist.
SPEAKER_03Genau, damit hängt das halt mit zusammen. Und auf dem Weg gibt es diese ganz klassischen Plicae gastricus. Gastriki, sorry. Gastricae. Gastricae, um Latein, okay. Ich hatte es da auch eine Wanne. Gut. Zumindest sind das diese, sind das so Längsfalten, das nennt sich, glaube ich, auf Deutsch Magenstraße, finde ich eigentlich ziemlich einleuchtend, die quasi von dem Mageneingang bis zum Pylorus verlaufen. Und das soll so ein bisschen so eine Art Rutschrichtung geben für unser Pizzastück, damit es sich quasi an den Kurvaturä entlang hangeln kann, bis es halt eben zum Magenausgang kommt. Vorher gibt es noch eine Sache, die ganz wichtig ist, und zwar die Inzisura am Magen unten. Quasi die trennt so ein bisschen den Magenkörper und den Magenausgang. Das ist quasi so ein, so ein kleiner Knick. Der ist auch relativ wichtig und der muss tatsächlich auch bei uns in der Prüfung benannt werden, wenn er gefragt wird. Und dann sind wir auch tatsächlich schon beim Pylorus.
SPEAKER_01Kurz können wir vielleicht noch dazu sagen, was der Magen eigentlich mit unserem Essen so macht, mit unserem Pizzastück. Also der dient erstmal so ein bisschen als Nahrungsreservat, aber der beginnt auch schon den Verdauungsprozess. Salzsäure gibt es den Magen natürlich, die da anfängt, die Nahrung zu verdauen. Allerdings ist es vor allem wichtig, dass der Magen eben eine starke Peristaltik hat. Also der bewegt sich extrem stark, hat viel glatte Muskulatur und eben zusätzlich zu den längs- und zirkulär verlaufenden Muskeln noch schräge Muskeln.
SPEAKER_03Ja, also quasi es gibt nicht zwei, sondern drei Muskelschichten. Das muss man festhalten, Besonderheit muss man wissen. Bevor wir jetzt den Weg unseres Pizzastücks weiterverfolgen, müssen wir auf zwei Dinge aufmerksam machen, die wirklich sehr wichtig sind. Und ich wusste am Anfang gar nicht, dass es die gibt. Und zwar die Omenti. Und dieses Momentus, da gibt es einmal einen Omenta.
SPEAKER_01Momenta übrigens.
SPEAKER_03Sorry, ich merke es, also ich sollte keinen Latein mehr nehmen. Omenenta, ja, ist Neutrum, ich sehe es ein, ist okay. Also das Momentum Maius und das Momentum Minus. Und das sind quasi so, ich nenne es mal so Bänder-Fettlappen, so ein bisschen.
SPEAKER_01Ja, gerade das Omentum Maius ist hauptsächlich Fett.
SPEAKER_03Genau. Die aus alten Mesos entstanden sind. Weil, was man dazu sagen muss, der Magen ist intraperitoneal.
SPEAKER_01Das heißt, der liegt innerhalb von. Also das ist wie die Faust im Ballon, genau.
SPEAKER_03Und gab es mal ein Meso, aber durch die Magendrehung hat sich dieses Meso bewegt und liegt jetzt vorne. Ist ja normalerweise hinten an der Rumpwand, jetzt liegt es vorne. Und aus diesem Meso Gastricum hat sich jetzt das Omentum Maius entwickelt. Und dieses Omentum Maius besteht, wie gesagt, größtenteils aus Fett und hängt an der Unterseite des Magens. Das muss man sich vorstellen, weil dann kann man sich nämlich überlegen, weil jedes in den Momentar sind quasi so Bänder drin. Und diese Bänder, die sind einfach benannt von den Strukturen, wo sie hin und her ziehen. Und da es unterhalb ist, kann man sich so ein bisschen topografisch überlegen, wo könnt ihr es denn überall hinziehen. Ihr könnt ein bisschen nach oben ziehen, quasi zum Zwerschwell. Und das heißt quasi, es gibt ein Ligamentum Gastrophrenicum. Dann gibt es ein Ligamentrum gastrosplenicum, also quasi zur Milz, und es gibt ein Ligamentum Gastrocholicum, also zum Dickdarm. Das sind halt die Organe und die Strukturen, die da so ein bisschen in der Nähe liegen. Das Omentuminus ist das Meso von der Leber. Die Leber kriegen wir die Folge nicht rein, die kommt in die nächste. Aber das sei schon mal mit vorgegriffen, weil das echt wichtig ist. Weil das Omentuminus hängt an der Magenoberseite. Und somit gibt es da auch eine Verbindung zu den umliegenden Dingen. Da betrachtet man das Ganze aber nicht vom Magen aus, sondern von der Leber, weil es von der Leber übrig geblieben ist. Und da gibt es einmal das Ligamentum Hepatogastricum, also Leber Magen, das Ligamentum Hepatoduodenale, Leber zwölf Finger da. Und das Ligamentum Hepato Ösophagiale, also Leber Ösophagus. Und das ist so die Grundbestandteilung der Momenti. Da laufen noch Gefäße durch und alles. Das kommt später nochmal, aber das muss man gehört haben, weil das halt echt wichtig ist.
SPEAKER_01So, unser Pizzastück ist jetzt durch den Magen durch, wurde da schon vorverdaut und Leo hat schon gesagt, es gibt da diesen richtigen Schließmuskel, nämlich den Pylorus. Und wenn das Stückchen da durch ist, dann kommt es in das sogenannte Duodenum. Duodenum kommt vom Namen her schon ganz gut hin, ist der Zwölf-Finger-Darm, weil der eben ungefähr zwölf Finger breit sein soll. Und in diesem Zwölf-Finger-Darm gibt es erstmal verschiedene Anteile. Einmal den oberen Anteil, Pass Superior, dann einen absteigenden, den Deszendens, Inferior und dann noch eine Aszendens. Und davon ist nur der Pass superior oder die Pass superior intraperitoneal. Und die anderen sind alle sekundär retroperitoneal.
SPEAKER_03Jetzt kann man sich vielleicht, also ich merke, ich merke mir das so, dass quasi der Superior ist noch so nah am Magen ist, dass der noch ein bisschen beim Magen im Peritoneum bleiben will und der ganze Rest wollte aber raus.
SPEAKER_01Ja, genau. Also man kann sich ja auch einfach vorstellen, dass der Zwölf-Finger-Darm so ein bisschen nach vorn gekippt quasi im Körper liegt. Und es gibt in diesem Duodenum zwei wichtige Papillen, beziehungsweise vor allem eine, die Papilla Duodenimaior. Heißt die nicht auch Papilla Frateri? Ja, ich glaube schon. Und das ist, ähm, die ist wirklich wichtig, weil das ein Zugang zum Zwölf-Finger-Darm ist, durch den verschiedene Verdauungssäfte und Enzyme und sowas reinkommen. Die kommen von Leber und Pancreas. Da reden wir in einer anderen Folge drüber. Aber nur, dass ihr schon mal wisst, es gibt diese Papillen im Duodenum.
SPEAKER_03Und dass da noch ein paar wichtige Sachen hinzugefügt werden. Und dann war es das eigentlich schon. Es gibt noch zwei Flexuren, die man erwähnen sollte. Eine Flexura Duodeni inferior und eine Flexura Duoden-unalis. Die Flexura Duodeni inferior ist zwischen dem Paars inferior. Pass Aszendenz, also quasi es geht runter, dann ist es gerade und wenn es anfängt hochzugehen, ist logischerweise da ein Knick drin. Und wenn es quasi nach der Aszendenz ins Jeunum geht, also quasi einmal gerade senkrecht wieder runter. Und das sind halt zwei Flexuren, zwei Engstellen, sollte man mal gehört haben. Und von da aus geht es dann direkt weiter.
SPEAKER_01Genau, Leo hat schon vom Jeunum gesprochen, falls das jetzt noch merkwürdig klingt. Das ist im Grunde ein Teil des Dünndarms. Der Dündarm besteht aus Jeunum und Ileum, die beide intraperitoneal liegen. Und ja, die kann man also gerade am Körperspender jetzt nicht so einfach auseinanderhalten, fand ich zuerst mal.
SPEAKER_03Ja, also ich finde, den Übergang kann man nicht leicht auseinanderhalten. Wenn du das Anfang, den Anfang vom Iunum dir anguckst und das Ende vom Ilium, fand ich, ging es eigentlich ganz gut.
SPEAKER_01Gut, das ist okay. Aber es ist schwierig, da eine Abgrenzung zu treffen. Ja, das glaubt, es geht auch am. Die haben auf jeden Fall auch wieder eine Längs- und eine Ringmuskulatur. Die sind insgesamt sehr beweglich. Also man kann die jetzt auch nicht genau im Körper verorten, sondern die sind halt vom Dickdarm so ein bisschen eingerahmt, aber da drin liegen die Schlingen so ein bisschen durcheinander. Und man kann aber tatsächlich eine Unterscheidung treffen, wenn man die quasi aufgeschnitten hat. Es gibt nämlich sowohl in Iunum und Ileum Einfaltungen der Darmschleimhaut, die sogenannten Plique circularis. Und die sind im Ionum, also im ersten Teil des dünnen Darms, einfach deutlich dichter beieinander. Was das Ileum dafür hat, was das Ionum nicht so viel hat, sind ganz viele Lymphfoliken. Die werden in ihrer Gesamtheit dann, weil die so Gruppen bilden, dann auch als Peerplaques bezeichnet. Und die sind super wichtig, weil die eine immunologische Reaktion gegen Antigene im Darminhalt hervorrufen können. Das heißt, wenn ihr jetzt im Darm irgendwelche Antigene drin habt, weil ihr irgendwas Schlechtes gegessen habt oder ähnliches, können die quasi darauf reagieren und der Darm ist tatsächlich auch im Abwehrsystem gar nicht so irrelevant.
SPEAKER_03Ja, deswegen. Also auf jeden Fall sehr, sehr wichtige Sachen. Das ist der Dünndarm, heißt übrigens auf Deutsch Leerdarm und Krummdarm, falls das mal jemand gesagt hat. Zionum und Dileum, genau.
SPEAKER_01Wichtig dabei ist ja, gibt es Zotten und Krypten. Das sind einfach Oberflächenstrukturen bei der Schleimhaut.
SPEAKER_03Ja, also quasi in eine Krypte ist eine Einbuchtung und eine Zotte ist so halt, also sieht ein bisschen aus wie so ein Vlocati-Teppich quasi. Finde ich so halt so ein Schwabbelding, was da rumhängt. Also, das gibt es halt im Dündarm, anders als im nachfolgenden Teil, unserem Herrn Dickdam. Da fallen nämlich die Zotten weg. Da gibt es nur Krypten.
SPEAKER_01Übrigens, interessant, fand ich toll, vorhin das zu lesen. Der Diktarm heißt ja eigentlich Intestinum crassum.
SPEAKER_02Oh, ist ja krass.
SPEAKER_01Ja, sorry. Und wichtig ist, das Kolon an sich ist gar nicht der Dickdarm, sondern der Dickdarm hat noch mehr Bestandteile. Ja. Nämlich zuerst mal das sogenannte Zecum.
SPEAKER_03Blinddarm.
SPEAKER_01Genau, das ist unser Blinddarm. Und das Ileum mündet in dieses Zecum, also in den Blinddarm, über die Valva Iliocecalis. Und da gibt es im Grunde hat wieder das Ileum und auch das Zekum eine Ringmuskelschicht. Und die gehen da so ein bisschen ineinander und bilden dadurch einen Sphinkte, also wieder einen Schließmuskel. Und vom Blinddarm hat ja jeder schon mal was gehört. Und kaudal am Blinddarm ist halt so ein kleiner Fortz, der Appendixvermiform ist oder auch Wurmfortz genannt. Und das ist das, was bei einer Blinddarmentzündung eigentlich entzündet ist. Also es ist nicht der ganze Blinddarm entzündet, sondern nur diese Appendix. Deshalb heißt es auch Appendizitis.
SPEAKER_03Es ist übrigens nicht irrelevant, der Blinddarm, wie viele denken, sondern der hat eine Funktion und die ist halt sehr entbehrbar. Also es gibt eine signifikant erhöhte immunologische Aktivität in diesem Appendix und diese Aktivität nützt natürlich in der Antigenabwehr und allem, aber sie ist scheinbar nicht groß genug, damit es wirklich einen Schaden davon trägt, wenn ich den Blinddarm abtrage oder mehr den Wurmfortsatz abtrage. Deswegen kann man den abnehmen, ohne, naja, sich Gedanken machen zu müssen.
SPEAKER_01Es ist auf jeden Fall gefährlicher, wenn es da irgendwie einen Riss gibt und euer Darminhalt ins Peritoneum kommt.
SPEAKER_03Es ist auch übrigens die Aufgabe von dieser Valvar, dass quasi das Ganze nicht retrograd laufen kann. Also quasi, dass der Darm eine Einbahnstraße ist. Weil die verschiedenen Bakterien vertragen sich nicht untereinander.
SPEAKER_01Genau, das Kolon hat eben andere Bakterien einfach als der dünnen Darm.
SPEAKER_03Und die sollten halt eben ferngehalten werden. Und dafür ist diese Valva da, dass es quasi eine Einbahnstraße ist. Auch beim Kolon gibt es im weiteren Verlauf dann eine Längsmuskulatur und eine Ringmuskulatur. Die Besonderheit der Längsmuskulatur ist, dass die nicht quasi einmal komplett rumschließt, sondern die ist in sogenannten Tänien organisiert. Das heißt quasi einfach drei besondere Abschnitte, Striche, in denen die komplette Muskulatur konzentriert ist. Und diese Thenien, da gibt es einmal die Omentalis, die Libera und die Mesocolika.
SPEAKER_01Genau, das kann man sich ganz gut herleiten, auch die Tenia omentalis, an der hängt das Omentumaios mit dran, an der Tenia Mesocolica das Mesocolon, also es ist wieder eine Mesostruktur. Erinnert euch, das ist das, was aus dem Hohlraum quasi zum Bindegewebe führt, also vom Organ zum Bindegewebe. Und die Tenia libera heißt eben so, weil an der gar nichts dran hängt.
SPEAKER_03Genau. Und diese Plika zirkularis, die wir beim Dünndarm hatten, die finden wir jetzt hier im Dickdarm auch, nur halbrund. Also quasi, die werden aus einer Zirkularis, werden sie jetzt so Plicae semilunaris, also quasi zum Halbmond, um es mal zu übersetzen. Und diese Plikae, die sind in relativ breiten Abständen und die bilden dadurch so Säckchen. Die nennen sich Haustren.
SPEAKER_01Oder auch Taschen, als Taschen kann man sich die auch ganz gut ausführen.
SPEAKER_03Ja, Taschen, glaube ich, auch ganz gut, ja. Und diese Plike bewegen sich quasi jetzt von Zäkum Richtung Ausgang und schieben somit quasi den verarbeiteten Speisebrei Richtung Ausgang. Und somit funktioniert quasi der Abtransport von der Janze.
SPEAKER_01Genau. Und damit man sich das jetzt überhaupt nochmal richtig vorstellen kann, wir sind natürlich jetzt rechts, also von Patientenseite aus rechts gesehen im Körper. Rechts unten. Rechts unten, ja. Und das Kolon geht jetzt nach oben. Deshalb heißt dieser Teil des Kolons auch Kolonasz. Dann geht der nach links, das Kolon Transversum, dann wieder nach unten, der Pass, die Pass Deszendenz und dann noch die Pass bzw. das Kolon Sigmoideum. Das ist so ein bisschen das Ende, was dann am Ende auch.
SPEAKER_03Sigmoideum, weil es so ein bisschen aussieht wie ein S.
SPEAKER_01Ja, kann man sich so ganz gut merken. Und außerdem Kolon Aszendenz ist auch das Kolon Deszendenz retroperitoneal.
SPEAKER_03Sekundär.
SPEAKER_01Sekundär. Und das Kolon Transversum und Sigmoideum sind beide intraperitoneal.
SPEAKER_03Somit haben die ein Meso. Also quasi gibt es ein Mesokolon, einmal Transversum und einmal Sigmoidium. Das ist auch wieder ganz wichtig. Da sind wir wieder dabei. Deswegen ist es halt eben einfach entscheidend, sich das zu merken. Also quasi abwechselnd sekundär, extra, intra, sekundär, extra, intra. Und dann sind wir quasi schon einmal durchs Kolon durch. Abschließend würde ich einmal kurz noch die Appendices epiploicae ploid.
SPEAKER_01Oder auch Omentalis genannt. Oder Omentalis. Genau. Oder eben epiploicae. Das sind so Fettzipfel im Grunde, die am Kolon noch dranhängen.
SPEAKER_03Ja, die sieht man irgendwie.
SPEAKER_01Ja, die sieht man auf jeden Fall.
SPEAKER_03Die machen für mich auch keinen relevanten Eindruck, sie sind aber scheinbar sehr relevant, weil sie nach Recherche die Kapillarität des Janssen quasi irgendwie aufrechterhalten.
SPEAKER_01Also wenn das Kolon quasi gefüllt ist, dann drückt das ja nach außen und damit das nicht die ganzen Blutgefäße, von denen es versorgt wird, im Grunde abdrückt, gibt es noch dieses Fettpolster mehr oder weniger. Genau.
SPEAKER_03Und dann sind wir auch schon fast am Ende angekommen bei unserem schönen Rektum, wo quasi was quasi unweit des Ausgangs ist.
SPEAKER_01Ja, also das Pizzastück ist mittlerweile nicht mehr als solches zu erkennen. Aber Leo eilt jetzt mal Richtung Toilette. Und das Rektum macht dann so den ganzen Rest. Also, das ist das der Teil, wo dann letztendlich der Rest unserer Nahrung, der dann auch keine Nährstoffe weiter mehr enthält, zurück in die Außenwelt gelangt. Und das Rektum sieht wieder anders aus als das Kolon. Also statt der Plike Semilunaris gibt es jetzt drei konstante Plike transverse. Also das sind einfach so eben waagerechte Einfaltungen der Schleimhaut da. Die mittlere ist besonders prominent und wichtig. Deshalb heißt die Kohlrauschfalte. Die kann man angeblich auch tasten. Und statt dieser Haustrin, also dieser Taschen, die wir beim Kohlon hatten, gibt es jetzt drei konstante Einschnörungen.
SPEAKER_03Genau. Und außerdem hat sich ansonsten auch alles, was am Kohlon besonders war, wieder zurückgebildet. Also es gibt keine Tänien mehr, es gibt keine Appendizes mehr. Es ist einfach, wie es quasi vorher war. Und dieses Rektum ist auch noch so ein bisschen gekippt und gedreht und hat deswegen auch wieder zwei Flexuren. Und zwar die Flexura sacralis und die Flexura perinealis. Perinealis, genau.
SPEAKER_01Kann man sich ganz gut vorstellen, wie das Kolon da im Körper liegt eigentlich. Also die Flexura Sacralis kommt einfach dadurch zustande, dass das eben auf dem Ossacrum, also auf dem Kreuzbein aufliegt und das ja so ein bisschen gebogen ist. Und dann gibt es eben noch die Perinealis, die so danach kommt.
SPEAKER_03Ja, und deswegen ist das Ganze ja schon so ein bisschen S-förmig. Und das ist auch nachher wichtig, auch noch für quasi die Kontinenz, ja. Aber vorher sollten wir kurz den kompletten Weg zum Ausgang besprechen, denn tatsächlich dachte man lange, dass die sogenannte Ampulla in diesem Rektum so ein bisschen Reservoirbeutel ist. Ist sie aber nicht, sondern die ist normalerweise leer. Die ist nur das erste, was gefüllt wird, wenn der Körper einem sagen will, Kollege, ich bin fertig, du musst gehen.
SPEAKER_01Genau, und die hat ganz viele Dehnungsrezeptoren, die dann, sobald da irgendwas reinkommt, quasi ein Signal ins Gehirn senden, so jetzt müsste ich dringend. Und also die vermitteln quasi dann den Stuhl dran. Und dann wird eben der Defekationsprozess in Gang gesetzt.
SPEAKER_03Und wo kommt unser Pizzastück final noch dran vorbei? An dem Canalis Analis, das ist quasi das letzte Stück, die letzte Bataillon, die das dann irgendwie zurückhalten könnte. Und die ist auch in Zonen unterteilt, und ganz am Anfang, also vom Pizzastück aus gesehen, gibt es diese Zona columnaris, also quasi die Säulenzone. Und die kommt dadurch zu. Oder die ist dadurch gekennzeichnet, dass da auch, dass da quasi so säulenartige Einfaltungen sind. Und diese säulenartigen Einfaltungen kommen dadurch zustande, dass darunter ein Plexus liegt. Das Corpus carnosum recti.
SPEAKER_01Das ist übrigens dann arteriell gespeist. Normalerweise sind Plexus häufig venös gespeist und das ist aber arteriell.
SPEAKER_03Genau. Und dieser Plexus und diese Säulen, die sind tatsächlich ganz spannend für die Feinkontinenz verantwortlich. Das heißt, die können unterscheiden zwischen Fest, Flüssig und Gas. Das heißt, dieses Corpus Casanosum hat auch sehr viel damit zu tun, dass ich quasi vielleicht auch mal schon mal Dinge loslassen kann, die zwar müffeln, aber nicht schwer sind.
SPEAKER_01Oh mein Gott, das Ende der Folge wird echt.
SPEAKER_03Ja, aber so ist es halt, ja. Und noch ganz spannend ist, dass an diesen Säulen unten bilden sich so Techchen und in diese Techchen führen Drüsen rein und diese Drüsen dezernieren quasi dann nochmal noch so ein Sekret dazu, quasi.
SPEAKER_01Genau. Und danach kommt noch so eine hellere Zone, die sieht tatsächlich heller aus. Das ist die Zone Alba, die ist besonders sensibel innerviert. Und danach kommt im Grunde die Analhaut, also die Cutis.
SPEAKER_03Ist aber auch sehr wichtig, weil da auch Denusrezeptoren drin sind und das sollte man auf jeden Fall auf jeden Fall irgendwie festhalten. Ja. Und dann ganz final noch gibt es einfach, damit das Ganze zubleibt, gibt es zwei Sphincta-Muskeln, den Sphincta Internus und den Sphincta externus, beide heißen dann irgendwie noch Arni. Der Internus ist quasi ein bisschen innen, der ist unwillkürlich, also den können wir nicht steuern und den Externus können wir steuern.
SPEAKER_01Das heißt auch wieder hier, der Internus hat eben glatte Muskulatur und der Externus quergestreifte.
SPEAKER_03Genau.
SPEAKER_01Dazu haben wir dann noch den Musculus Levator Arni. Insbesondere, also der hat verschiedene Anteile, aber der Musculus puborektalis, der ist besonders wichtig, weil der quasi, wie hast du den Griff genannt?
SPEAKER_03Dieses Heimlichmanöver, was man kennt, wenn jemand erstickt, sieht so ein bisschen aus, als würde der von hinten ums Rektum rumgreifen und würde das festziehen und damit quasi so ein bisschen so eine Ecke reinmachen, wodurch dann nichts mehr durchflutscht.
SPEAKER_01Das ist wie wenn ihr den Gartenschlauch umknickt. Genau. Dann kommt der auch nichts mehr raus.
SPEAKER_03Und final noch, das ist wieder dieser Plexus corpus caravanosum. Und damit hat sich das Ganze quasi schon fertig. Und wenn das alles schön zuzieht, flutscht nichts unten raus. Und genauso wie das Pizzastück jetzt fertig auf seinem Weg ist, sind wir fertig mit der Folge. Ich hoffe, der Weg des Pizzastücks hat es euch sehr gefallen. Also mir hat es geschmeckt. Einfach mal spoilern.
SPEAKER_01Ich hatte keine Pizza, aber es war auch lecker.
SPEAKER_03Und deswegen wünschen wir euch noch viel Spaß bei der Folge, viel Spaß beim Lernen. Und hoffentlich hören wir uns das nächste Mal wieder. Alles klar, danke. Tschüss.
SPEAKER_01Für die Inhalte in diesem Podcast übernehmen wir keine Gewäre. Der Podcast kann den Besuch von Vorlesungen nicht ersetzen. Wir empfehlen das Studium von einstiegiger Fachliteratur über den Inhalt des Podcasts hinaus.
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