Situs Inversus – Der Vorklinik-Podcast
Mit diesem Podcast habt ihr die Möglichkeit, euch Inhalte der Vorklinik noch einmal neu erklären zu lassen. Genauso eignet er sich dazu, den Stoff vor einer Prüfung zu wiederholen oder vor dem Physikum aufzufrischen. Das alles kommt von Medizinstudierenden, die eben diese Prüfungen gerade erst hinter sich haben und selbst noch mitten im Studium stecken. Verständlich, erfrischend und auf Augenhöhe. Viel Spaß!WebApp mit Episodenfinder + Merkhilfendatenbank: dervorklinikpodcast.deFür Lob, Kritik und mehr: situs-inversus@bvmd.de Instagram: @der_vorklinikpodcast
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Situs Inversus – Der Vorklinik-Podcast
ANA Muskulatur Obere Extremität
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BWA 1: Die Lehre vom Flexen
- In dieser Folge reden Leo und Moritz über die Muskeln an der Schulter sowie dem Ober- und Unterarm. Da der eigene Oberarm der beiden sich nicht zum Studium der Muskeln eignet, mussten sie sich einen Anatomieatlas zulegen. Mit umso mehr Begeisterung über das neu erworbene Wissen, räumen sie mal das Muskelchaos an der Schulter auf und erklären euch ein Prinzip, mit dem ihr euch sehr schnell die ganzen Muskeln am Unterarm einprägen könnt.
Kapitel:
(00:00) - Muskulatur Schulter(19:31) - Muskulatur Oberarm (25:04) - Muskulatur Unterarm(28:28) - Hypo-/Tenarmuskulatur
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Für die Inhalte in diesem Podcast übernehmen wir keine Gewähr. Der Podcast kann den Besuch von Vorlesungen nicht ersetzen. Wir empfehlen das Studium von einschlägiger Fachliteratur über den Inhalt des Podcasts hinaus.
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Da kann man sich merken, dass der Major ist ja größer, der ist ja in der Lage, aus der Reihe zu tanzen, während Theres Mino sich irgendwie einreihen muss.
SPEAKER_02Er hat sich selbstständig gemacht. Der braucht keine Firma mehr.
SPEAKER_05Genau so sieht's aus.
SPEAKER_04Der Hopplinik. Ja, hi. Wir sind wieder Situs Inversus. Schön, dass ihr wieder da seid. Freut uns, dass ihr wieder eingeschaltet habt zur nächsten unserer Anatomiefolgen.
SPEAKER_05Diesmal ein bisschen konkreter.
SPEAKER_04Diesmal ein bisschen konkreter. Es soll um die obere Extremität gehen, insbesondere um die Muskeln. Wir haben uns das Ganze so überlegt, dass wir das Ganze eher funktionell gliedern möchten und so einen Zusammenhang zwischen Lage und Funktion erarbeiten möchten, weil das in unseren Augen die einfachste Variante ist, diese massenhaften Informationen schnell zu verarbeiten und auch langfristig zu verarbeiten. Das darf man auch nicht vergessen, brauchen wir alles nochmal. Als ganz kurze Voraussetzung glaube ich, ist es ganz sinnvoll, wenn ihr das Ganze schon mal gehört, gelesen, gesehen, geschrieben habt, weil das einfach solche Massen sind, die man ansonsten innerhalb von einer halben Stunde nicht begreifen kann. Muss man einfach ehrlich sein. Und deswegen steigen wir jetzt direkt ein. Ich bin der Leo, ich bin der Moritz. Und wir wünschen euch viel Spaß.
SPEAKER_03Ganz kurze Werbung.
SPEAKER_01Ich benutze eigentlich seit Semester 2 ein Programm namens Anki. Da kann man so mit digitalen Karteikarten lernen, was das Lernen einfach viel effizienter macht. Für das Physikum gibt es da zum Beispiel auch vorbereitete Decks. Und das Coole ist, dass man Anki selbst nochmal erweitern kann. Und zwar mit sogenannten Add-ons. Und da gibt es ein neues von Meditrix, was wir im Team vorab testen durften. Da werden euch dann zum Beispiel im Physikumsdeck von AnkiFil zusätzliche Merkilfen und Esusbrücken von Meditrix angezeigt, sodass das Lernen nochmal viel abwechslungsreicher wird und mehr Sinne anspricht.
SPEAKER_03Wenn ihr Lust bekommen habt, Meditrix mal auszuprobieren, dann klickt euch jetzt mit dem exklusiven Code SIDUSINVESUS15 15% Rabatt auf euer nächstes Meditricks-Abo. Sidusinversus15. Jetzt sichern. Das war's schon.
SPEAKER_04So, beginnen möchten wir relativ einleuchtend von oben nach unten. Proximalatistal. Somit ist unser erster Weg der Oberextremität die Schulter.
SPEAKER_05Ganz genau. Und wenn wir uns jetzt die verschiedenen Möglichkeiten anschauen, wie man die Schulter bewegen kann, dann fällt einem zunächst mal ein, wenn man sich an die Schule erinnert und man sich gemeldet hat, dann ist das quasi eine Abduktion bzw. eine Elavation. Ja, und dann muss man sich überlegen, hatten wir gerade als generellen Fahrplan überlegt, dass wir von der Topografie, also beziehungsweise von der Lage, wie der Muskel liegt, darauf schließen wollen, wie die Funktion dieses Muskels ist. Also wir wollen jetzt überlegen, welche Muskeln tragen dazu bei, dass wir unseren Arm anheben können und am Ende sogar so weit anheben können, dass wir uns dann so richtig melden können, also den Arm nach oben ausstrecken können.
SPEAKER_02Wieder die Medizinerstreber.
SPEAKER_05So sieht's aus. Und dafür hatten wir uns so ein kleines Bild überlegt, nämlich wenn man sich vorstellt, man hätte da so ein überall bei sich, da wo die Muskeln eigentlich sitzen, irgendwie so kleine Hilfskobolde, die dann irgendwie am Ursprung oder am Ansatz sitzen und die dann so ein Seil irgendwo anders hingeschmissen haben und an diesem Seil ziehen. Dann kann man sich so überlegen, wie dieser Muskel verläuft, beziehungsweise was denn die Wirkung daraus ist. Also wenn man jetzt mal daran denkt, wir möchten unsere Schulter, eine Abduktion der Schulter, bezwecken, welche Muskeln wären da relevant? Dann muss man sich überlegen, man stelle sich vor, man hätte da ein Kobold auf der Schulter sitzen und dieser Kobold schmeißt sein Seil irgendwie den Arm runter und dann haben wir am Oberarm dieses Seil festgemacht und dann zieht der Kobold oben an dem Seil, oben auf der Schulter und das würde dann eben die Abduktion im Schultergelenk verursachen. Ja, und dann überlegt man, welche Muskeln liegen da. Da liegt der Musculus deltoideus und etwas darunter, der Musculus supraspinatus. Und das heißt, diese beiden Muskeln sind die wichtigsten, wenn wir über die Abduktion reden. Jetzt ist die Sache, die, der Musculus deltoideus, das ist ja der konturgebende Muskel an der Schulter. Das ist ein riesengroßer Muskel. Breites Kreuz. So sieht es aus, also zumindest bei manchen Leuten. Bei uns nicht. Und der ist aber so, dass der so riesengroß ist und dass der auch vordere und hintere Anteile hat, dass die Fasern, die da laufen, bedingen, dass diese Abduktion erst ab einer gewissen Gradzahl wirklich funktioniert. Also erst ab 60 Grad wirken alle drei Teile des Deltoideus synergetisch zusammen, sodass insgesamt eine Abduktion erzielt wird. Das heißt, man braucht noch einen Muskel, der da so eine Art Starthilfe bietet. Und das ist in dem Fall der Musculus supraspinatus. Der Supraspinatus hat dann etwas günstigeren Winkel, der zieht da ja von der Scapula an den Humorus und kann deswegen da diese Starthilfe bieten an der Stelle. So.
SPEAKER_04Ja, top. Jetzt haben wir den Arm quasi bewegt, aber wie ihr vielleicht auch schon wisst, kriegt man den damit nicht ganz hoch.
SPEAKER_05Genau, also wenn man nämlich dann bei 90 Grad angekommen ist, dann stößt das Tuberculumaius vom Humorus an das Phornix Humeri, also an das Schulterdach. Und wie können wir uns da jetzt weiterhelfen oder wie können wir den Arm noch weiter bewegen?
SPEAKER_04Ja, also ich denke, was man da halt sich überlegen muss, wenn ich quasi das Gelenk an sich nicht weiter bewegen kann, ist natürlich das Einfachste, einfach das ganze Gelenk zu verschieben. Und da hängt ja zum Glück dieses Schultergelenk an dem Schulterblatt dran. Und diese Scapula ist ja, wie ihr vermutlich auch wisst, sehr gut beweglich. Aber die Bewegungen in der Scapula sind recht komplex. Deswegen haben wir uns für euch ein kleines Bild überlegt. Und zwar, wenn man die Scapola sich als Dreieck vorstellt, ist ja im Prinzip auch ein Dreieck. Es ist ja quasi ein vereinfachten Dreieck. Und wenn wir das jetzt einfach in der Mitte an die Wand nageln und wir uns einfach mal sehr vereinfacht vorstellen, wir drehen einfach nur um diese Nagel in der Mitte von dem Dreieck unsere Scapula und möchten am Ende den äußeren Winkel, wo unser Gelenk dranhängt, nach oben bewegen. Und deswegen ist die Frage, wie kriegt man das hin? Man kann also entweder den eigentlichen Eckpunkt, den man bewegen möchte, nach medial ziehen oder den komplett gegenüberliegenden Eckpunkt, also der dann quasi unten ist, also unser Angulus inferior, nach lateral ziehen. Und jetzt ist wieder die Frage, denken wir an unsere Kobolde, welcher Kobold muss wohin welches Seil werfen, damit genau das passiert.
SPEAKER_05Genau, und da wäre dann eben jetzt der Schritt, wo wir wieder überlegen, von diesem Schema, dass wir uns überlegt haben, von diesem Dreieck auf die Muskeln zu schließen. So, und der Leo hat es gerade schon erklärt, wir sind quasi an dem Angulus inferior, also an der unteren Ecke und ziehen den nach lateral, nach außen. Und das bewirkt eine Bewegung von dieser Gelenkfläche, die ja die äußere Ecke ist. Also jetzt muss man sich immer vorstellen, wie bewegt sich dieses Dreieck in Konsequenz an diesem äußeren Winkel. Und dafür haben wir eben bei einer Rotation oder beziehungsweise bei einer Bewegung an der unteren Ecke hätten wir den Musculus serratus anterior. Und das ist jetzt sehr interessant, weil dieser Musculus serratus anterior, der hat verschiedene Anteile. Und jetzt reden wir zunächst mal hier über den Pars inferior, weil der Pars inferior bewirkt nun eben, dass diese untere Ecke zur Seite bewegt wird, was dann eben dazu führt, dass die Gelenkfläche insgesamt nach oben sich bewegt. Also das Schultergelenk, sich nach oben bewegt und damit eine weitere Elevation möglich ist. Die andere Option, die der Leo angesprochen hat, wäre quasi eben das Gegenüber von dieser Gelenkfläche an der anderen, an dem letzten Eck, das quasi noch übrig ist, mittig gesehen ein Kobold zieht, wenn man so möchte. Und das wäre dann der Trapezius. Also dass der Trapezius dazu führt, dass die obere mittlere Ecke zur Mitte gezogen wird und das bewirkt auch wiederum, dass die äußere Ecke sich nach oben bewegt. Also wenn ihr da nicht ganz folgen könnt, dann ist wahrscheinlich der beste Ansatz, wenn ihr euch überlegt, das Ganze auch selbst mal aufzumalen, also die Scapula, das Schulterblatt, sich als Dreieck vorzustellen, zu überlegen, wo zieht welcher Muskel und was bewirkt das für eine Rotation.
SPEAKER_04Das am wichtigsten halt eben in Relation zu diesem relativ mittig gelegenen Angelpunkt. Genau. Weil jetzt haben wir die Elevation, weil es gibt ja zu einer Bewegung immer eine Gegenbewegung, das ist die Depression. Und wenn man sich jetzt überlegt, was die Depression machen muss, ist es ja an sich das Gegenteil. Das heißt, ich muss den nach medial gezogenen oberen Winkel wieder nach lateral ziehen und den nach lateral gezogenen unteren Winkel wieder nach medial ziehen. Das heißt genau das Gegenteil. Aber das machen halt nicht zwingend einfach die gegenteiligen Muskeln, sondern da muss man sich halt nochmal spezifisch überlegen, welcher Muskel wo sitzt.
SPEAKER_05Und das ist jetzt in dem Fall wirklich sehr interessant, nämlich an dem Musculus serratus anterior. Weil der Serratus anterior, der hat jetzt eben, wir haben gerade vom Pass inferior gesprochen, der hat auch noch einen Pass superior. Und dieser Pass superior, der ist jetzt zwar auch wieder an der äußeren Seite des Schulterblattes, aber er setzt eben jetzt über diesen Angelpunkt, also über diesem Nagel, wenn man so möchte, von unserem Bild.
SPEAKER_04Ganz wichtig nochmal, fiktiven Nagel. Also da gibt es kein Gelenk, sondern das ist einfach nur zur Vereinfachung.
SPEAKER_05Und dadurch, dass jetzt da über dem Nagel quasi angesetzt wird, also dass wir quasi an dem Angulus lateralis, an dem oberen Teil sind, bewirkt dieses Ziehen ein Rückführen des ellavierten Armes. Und auf der anderen Seite, also auf der Seite, wo der Trapezius sitzt, da haben wir jetzt einen anderen Muskel wieder. Und das sind die beiden Musculi rhomboidei, die hier entgegenwirken. Weil sie eben unter diesem Angelpunkt sind. Und da eben wieder die Überlegung, warum machen die einen Muskeln, die setzen doch eigentlich so nah aneinander an, warum machen die gegensätzliche Sachen. Da wieder im Dreieck überlegen, was passiert, wenn wir oben ziehen, was passiert, wenn wir unten ziehen.
SPEAKER_04Ja, weil das eine ist halt kaudal von unserem fiktiven Angelpunkt und das andere ist kranial.
SPEAKER_05Genau. Und dann gibt es noch zwei weitere Muskeln, die da an der Depression, also an der Rückführung des ellavierten Armes beteiligt sind. Und die rücken da so ein bisschen aus diesem Schema raus. Das ist nämlich einmal der Musculus Levator Scapulae und der Musculus pectoralis minor. So. Und wie wirken die jetzt an diesem Dreieck? Das muss man sich einfach so vorstellen. Gehen wir an den Levator Scapula. Der ist jetzt auch wieder an der medialen, oberen Ecke der Scapula und zieht an dieser Ecke quasi nach oben. Was wiederum dazu führt, dass die äußere Ecke, die laterale Ecke nach unten geführt wird. Also eine Rückführung des elevierten Armes und der Pectoralism Minor, sorry. Da machen wir jetzt einen kleinen topografischen Sprung. Also wir gehen jetzt auf die ventrale Seite. Der bewirkt, dass diese Ecke, diese äußere Ecke direkt nach unten gezogen wird. Der setzt nämlich am Prozessus coracoideus an und bewirkt direkt, dass diese Ecke nach unten gezogen wird.
SPEAKER_04Also quasi nicht klassisch unserem Beispiel folgen, sondern eher so in Richtung Zusatzmuskeln, aber trotzdem relativ sinnvoll. Jetzt als kurzer Nachtrag noch, weil halt eben es kein Gelenk gibt, kann neben den rotatorischen Bewegungen auch translatorische Bewegungen machen, wobei da aber schon ein Muskelpaar, was wir angesprochen haben, wieder relevant wird.
SPEAKER_05Genau. Das waren nämlich die beiden größten Muskeln, wenn man so möchte, die hier beteiligt sind, der Trapezius und der Serratus anterior. Der Trapezius, das macht ja auch auf jeden Fall sehr viel Sinn, der ist ja mehr auf der medialen Seite und der Serratus ist ja von der Scapula eher lateral. Das heißt, der Serratus anterior, der bewirkt, dass die Scapula insgesamt so nach lateral-ventral sich bewegt und der Trapezius eben, dass wir Richtung Medial, die gesamte Scapula verlagern.
SPEAKER_02Genau.
SPEAKER_04Also auf jeden Fall kann man zusammenfassen, dass die Elevation in meinen Augen die komplexeste Bewegungsform ist, auf die wir stolpern. Deswegen cool, dass wir die jetzt abgehakt haben. Einfach nur nochmal als Reminder, das ist eine Kombination aus Translation und Rotation, wobei die Rotation im Vordergrund steht. Und deswegen kann man sich das relativ gut mit diesem Nagel vorstellen, obwohl das, glaube ich, nicht komplett anatomisch richtig ist. Deswegen nur als Denkhilfe nutzen. Das noch so als. So, jetzt haben wir die schwierigste Bewegung abgehakt, bleiben noch ein paar. Wir machen weiter mit der Rotationbewegung und der weltberühmten Rotatorenmannschette.
SPEAKER_05Ganz genau. Und ich fand es immer nicht ganz so einfach, sich das klarzumachen, was denn jetzt wirklich die Rotation im Schultergelenk ist. Und da kann man sich quasi vorstellen, wenn irgendein so ein Superman sich sein Hemd oder was auch immer aufreißt, dann muss er ja einmal zu dem Hemd, also zu den Knöpfen, greifen. Das wäre dann eben die Innenrotation und wenn er das dann aufreißt, dann wäre das eben die Außenrotation. Und genau, da ist eben, also diese Bewegung ist im Wesentlichen durch diese Rotatorenmanschette abgedeckt. Welche Muskeln gehören zur Rotatorenmanschette? Den Musculus supraspinatus hatten wir gerade schon. Außerdem gehört der Infraspinatus, der Teresminor und der Subskapularis dazu.
SPEAKER_04Also quasi alle Muskeln auf dem Schulterblatt.
SPEAKER_05Genau, ja. Merkhilfe vielleicht, der Terriss Major ist ja nicht dabei. Da kann man sich merken, dass der Major ist ja größer, der ist ja in der Lage, aus der Reihe zu tanzen, während der Teresminor sich irgendwie einreihen muss, weil das ist ein bisschen.
SPEAKER_02Der hat sich selbstständig gemacht, der braucht keine Firma mehr.
SPEAKER_05Genau, so sieht es aus. Der Subscapularis ist der Einzige, der auf der ventralen, also auf der Seite der Scapula ist, die den Rippen zugewandt ist, während der Infraspinatus, Teres minor und Supraspinatus eben auf der Rückseite, also auf der nach hinten zeigenden Seite der Scapula sind.
SPEAKER_04Ja, und das kann man sich so ein bisschen vorstellen, wie als dass die Scapula, die Rotatorenmannschette quasi in der Mitte durchteilt.
SPEAKER_05Genau. Weil so lässt sich das Ganze auch funktionell anteilen. Ganz genau, ja. Und wenn man sich jetzt nämlich den Subscapularis anschaut, dann ist das der einzige Muskel, der an das Tuberculum Minus zieht.
SPEAKER_04Ganz kurze Merkhilfe, weil ich das nicht so einfach fand. Es gibt ja ein Tuberculum Marius und Minus. Und ich denke da immer, wenn ich ein Foto machen muss, dann müssen die kleinen Leute nach vorne und die großen nach hinten, weil ansonsten sieht man die nicht. Und genau so verhält es sich mit den Tubercul, weil kleinen vorne groß hinten.
SPEAKER_05Ganz genau. Und dieser Subscapularis, der zieht dann eben quasi von der vorderen Seite der Scapula an dieses Tuberculum minus, das vorne liegt. Während die anderen, also ich rede jetzt mal von Teres minor und Infraspinatus, von hinten an das Tuberculum majus ziehen. Und wenn man sich jetzt das wieder vorstellt, von unserer Analogie mit so kleinen Kobolden, die da ihre Seile schmeißen und daran ziehen wollen, dann macht es auf jeden Fall Sinn, wenn man sich überlegt, dass der Subscapularis, der ja von der Vorderseite der Scapula an das Tuberculum Minus zieht, hier eine Innenrotation verursacht, also das Greifen zu den Hemdknöpfen, während Teres minor und Infraspinatus eben quasi die von hinten kommend an die Hinterseite oder an die äußere bzw. Hinterseite des Humorus ziehen, eine Außenrotation bewirken. Und was man sich vielleicht auch noch als Merkhilfe merken kann für die Rotatorenmanschette, dass eben nur der Musculus subscapularis an das Tuberculum minus zieht und die anderen alle an das Tuberculum maius.
SPEAKER_04Ja, auch überragend. Optimal. So, und dann jetzt noch final, letzte Bewegung wäre im Großen und Ganzen die Adduktion.
SPEAKER_05Genau, und die, da gibt es jetzt dann eben noch vier Muskeln, die muss man sich einfach auch nochmal anschauen. Da müsst ihr euch auch am Präparat eben darüber klar sein, wo die liegen und was die machen. An sich wieder die funktionelle Annäherung. Adduktion bedeutet, der Arm, der Humorus, wird an den Rumpf herangeführt. Das heißt, alle Muskeln, die vom Rumpf an den Humorus ziehen, müssen eine Adduktion verursachen. Und dafür haben wir vier Muskeln. Wir haben einmal von hinten kommend an die Christa tuberculinoris, also die Vorderseite des Humorus ziehen, den Latissimus dorsi und den Musculus terris major. Und auf der Vorderseite haben wir den Musculus pectoralis major und den Musculus coracobrachialis. Viele Namen jetzt. Nicht schockieren lassen. Ihr habt ihr ja alle wahrscheinlich schon mal gehört. Was wichtig ist, dass diese Muskeln eben vom Rumpf an den Humorus ziehen und deswegen quasi den Arm heranführen, also eine Adduktion verursachen. Und von diesen vier Muskeln bzw. von der Adduktion durch diese vier Muskeln, möchte ich jetzt auf die letzte Bewegungsform schließen, nämlich die Anteversion bzw. die Retroversion. Wenn einem nicht ganz klar ist, was Ante- und Retroversion sein soll, muss man sich einfach vorstellen, man würde eine Runde bowlen gehen und würde erstmal ein bisschen Schwung holen mit der Kugel, den Arm nach hinten strecken, dann wäre man in der Retroversion und dann, wenn man den Arm nach vorne schwingen lässt und die Kugel dann irgendwann hoffentlich loslässt, dann wäre man in der Anteversion. Und da kann man sich einfach als Merkhilfe überlegen, dass alle Muskeln, die vorne liegen, tendenziell zur Antiversion beitragen und die Muskeln, die hinten liegen, also Dorsa liegen, zur Retroversion beitragen.
SPEAKER_04Das sind ja quasi wieder vier Kobolde. Und wenn die gleichzeitig ziehen, dann wird der Arm quasi gerade an den Körper herangezogen und wenn nur zwei auf der jeweiligen Seite ziehen, dann geht es nach vorne oder nach hinten. Auch relativ einleuchtend. Ganz genau, ja.
SPEAKER_05Und um da das nochmal zu konkretisieren, das wäre dann eben einmal bei der Anteversion die vorne liegenden Muskeln, also der Pectoralis major und der Coacobrachialis und der vordere Anteil des Musculus deltoideus, nämlich in dem Fall der Pars clavicularis. Und wenn wir über die Retroversion sprechen, dann wären das von diesen vier gerade genannten Muskeln eben die, die hinten, also Dorsal liegen. Das wäre der Latissimus dorsi und der Terris major und vom Deltoideus der Pars spinalis.
SPEAKER_04Ja, super cool. Dann haben wir jetzt ja die Schulterbewegungen fertig. Das ist ja schon mal klasse. Und wenn wir jetzt einfach weiter distal wandern, dann fällt einem nicht schnell auf, dass das nächste Gelenk, der Ellebogen kommt. Der ja, wie schon besprochen, ein Scharniergelenk ist, also nicht ganz so viel Kern wie die Schulter, aber trotzdem, glaube ich, die berühmtesten Muskeln hat, die der Körper so hat.
SPEAKER_05Genau. Und echt nicht so kompliziert ist. Also man muss sich einfach nur vorstellen, was kann man machen im Ellenbogengelenk. Man kann es beugen, also eine Flexion machen oder man kann es strecken, man kann in die Extension gehen. Da macht man sich einfach wieder klar, man nehme an, man hat auf dem Oberarm einen Kobold sitzen, der seinen Arm, äh, der sein Seil zum Unterarm schmeißt und dann eben zieht an diesem Seil, dann bewirkt das, dass wir die Flexion machen. Und wenn wir das gleiche auf der Rückseite des Armes machen, dann haben wir eben eine Extension. Also welche beiden Muskeln liegen vorne auf dem Oberarm und bewirken deswegen eine Flexion. Das ist der Musculus biceps brachei und der Musculus brachialis. Und wenn wir über die Extension sprechen, dann haben wir die beiden hinteren Muskeln, einmal den Musculus trizeps brachiei und den Musculus ancuneus. Da muss man sich jetzt auch noch klarmachen, dass der Bizeps brachei und der Tricepsbrachei, anders als Anconeus und Brachialis, nicht nur am Ellenbogengelenk wirken, sondern auch über die Schulter ziehen. Also auch einen relativ großen Einfluss haben auf die Schulterbewegung. Das müsst ihr euch einfach nochmal im Detail klar machen, wie da die Lage ist. Hier aber wieder generell als Orientierung. Die Muskeln, die ventral liegen, bewirken Anteversion, tendenziell auch eher Innenrotation und die Muskeln, die Dorso liegen, Retroversion bzw. Außenrotation. Jetzt noch eine letzte Sache. Also zu den Oberarmenmuskeln. Und zwar bewirkt der Bizeps Brachei ganz entscheidend auch eine Supination. Das wirkt jetzt erstmal so ein bisschen überraschend, aber das ist super logisch, weil man muss sich vorstellen, um das vielleicht nochmal klarzumachen, also Supination ist Supination, Pronation die Bewegung im Radio-Ulnargelenk. Die Pronation wäre dann die Bewegung, wenn die Handfläche nach unten zeigt, die Supination, wenn sie nach oben zeigt. Und bei der Supination liegen Radius und Ulna parallel nebeneinander und bei der Pronation rollt der Radius über die Ulna. Also Radius, genau.
SPEAKER_04Kann man sich merken mit Radio und dem Rad, das rollt und Ulna klingt so ähnlich wie Ulme und das ist ein Baum und der steht stabil und bewegt sich nüchtscht.
SPEAKER_05Genau. Und wenn wir jetzt in der Pronation sind und der Radius über die Ulna gelaufen ist, dann ist der Bizeps, der ja an den Tuberositas Radii ansetzt, so ein bisschen über die drüber gerollt. Und wenn man sich jetzt vorstellt, dieser Muskel würde sich verkürzen, dann bewirkt das natürlich, dass der Radius wieder sich zurückbewegt. Das heißt, der Bizeps ist bei leicht gebeugtem Arm tatsächlich der stärkste Supinator. Das ist eine Eigenschaft, die man dem Muskel gar nicht so unbedingt zuschreiben würde. Aber, und das kann man sich vielleicht so als wichtigen Tipp mitnehmen hier aus diesem Podcast, dass man quasi, wenn man in die verhängnisvolle Lage kommt und seine Oberarmuskulatur angespannt werden soll, dann sollte man weitestmöglich versuchen, in die Supination zu gehen. Weil dann eben die Strahlkraft des Bizeps Brachiein auch ein wenig größer ist.
SPEAKER_04Ja, und das merkt man einfach daran, dass wenn man. Den Arm anwinkelt, also quasi flext und dann broniert, dass dann der Bizeps immer angespannt ist, ob man will und nicht. Es geht einfach nicht anders. Und das ist ein Zeichen dafür. Ganz kurz, um jetzt mal ganz smooth zum Unterarm überzuleiten, gibt es aber noch ein paar weitere Muskeln, die zu Suppination und Pronation beitragen, die aber von ihrem Namen her relativ leicht zuzuordnen sind.
SPEAKER_05Ganz genau. Also da gibt es eben zwei Muskeln, die sind wichtig für die Pronation. Das ist der Pronatorteris und der Pronatorquadratus. Und da gibt es noch einen Muskel, der ist für die Supination zuständig und der heißt Musculus supinator. Da wieder die funktionelle Überlegung. Bei der Pronation rollt der Radius über die Ulna. Das heißt, dass vermutlich die Pronatormuskulatur bei den Flexoren liegt und auf der vorderen Seite den Radius über die Ulna zieht. Ja, und der Supinator, der dann eben eher bei den Extensoren liegt, was ja auch richtig viel Sinn macht, weil dann quasi der Radius wieder von der anderen Seite zurückgezogen wird in die Supination hinein. Und das ist eben auch genauso, der Supinator ist bei den Extensoren, der Pronator Terrest bei den oberflächlichen Flexoren und der Pronator Quadratus bei den tiefen Flexoren liegt. Also der wirklich ist, glaube ich, der tiefste Flexor, den es überhaupt gibt. Also da ist man schon fast auf den Knochen. Deswegen merkt man, dann sieht man dann im Präsal, den Simon oft nur so ein bisschen durchstrahlen.
SPEAKER_00Kurzer Einschub, bevor es weitergeht. Hi, ich bin Simon, mein zartes Stimmchen kennt ihr noch nicht. Wir haben in den letzten Monaten an was Neuem gebaut, der SitusIn versus Web App. Damit du in unseren über 75 Folgen genau findest, was du gerade zum Lernen brauchst, haben wir dort eine Episodendatenbank angelegt, wo du zusätzlich zu jeder Folge die passende Mördhäfe findest. Es lohnt sich also definitiv mal vorbeizuschauen auf derVorklinikpodcast.de.
SPEAKER_03Dort gibt es auch die neuen SitusIn versus Merch Shirts, dein Lieblingsorgan auf Biobaumwolle gedruckt.
SPEAKER_04dervorklinikpodcast.de Jo, und das war jetzt eine krasse Überleitung zu den Unterarmmuskeln. Als kurzen Nachtrag möchte ich noch einmal geben, dass es einen einzigen Unterarmmuskel gibt, der nichts mit dem Handgelenk zu tun hat. Weil das größte Gelenk am Unterarm ist ja das Handgelenk. Und das ist der Musculus brachio radialis. Leuchtet ein, weil der setzt quasi am Brachius am Oberarm an und zieht zum Radius und zieht nicht über das Handgelenk drüber. Und ein Muskel, der nicht über ein Gelenk zieht, kann das Gelenk nicht beeinflussen. Also ist der einfach nur noch mal so ein bisschen für die Flexion da, aber hat auch nicht große Relevanz. Man soll es einfach nur mal gehört haben, weil das ist auch der Muskel, der am weitesten außen liegt, den man auch einfach tasten kann. Jetzt können wir einfach mal direkt starten in die Bewegungen des Unterarms und da fällt einem ja im Handgelenk größtenteils auf, dass sich das Ganze in der Flexion, Extension und in der Abduktion bewegt. Abduktion muss man logischerweise unterscheiden, ob nach rechts oder nach links, oder in schlau, ulnar oder radial. Das sind die Begriffe, die man vielleicht eher verwenden sollte. Aber zumindest würde ich jetzt mal, da das, ich glaube, jedem Medizinstudierenden echt schwerfällt, sich diese Muskeln zu merken, diese 1700.000 Muskeln, das einfach mal in Gruppen einteilen, die für mich Sinn machen. Und dann ist das Ganze gar nicht mehr so schwer, wie es aussieht. Das heißt, gehen wir einfach mal ganz entspannt ran, wir möchten unser Handgelenk in eine Flexion und eine Extension bewegen. Da gibt es pro Seite zwei Muskeln. Mehr nicht. Und zwar die, die irgendwas mit Carpi zu tun haben. Carpus für Hand, wenn ich mich nicht ganz irre. Ich glaube, ja. Ja, und die sagen einem aber auch schon netterweise, wo sie überhaupt hinziehen. Weil die heißen entweder Ulnaris oder Radialis. Und das Einzige, was jetzt noch der Trick ist, ist, dass man weiß, dass sie nicht zu dem Knochen ziehen, sondern zum Handgelenk auf der Seite. Das heißt, der Ulnaris zählt nicht zur Ulna, sondern zum ulnaren Handgelenk. So, und dann hat man es schon. Und dann hat man zumindest mal den Ansatz. Und den Ursprung, da ist jetzt der Trick, dass man weiß, dass diese Muskeln alle oberflächlich liegen. Weil alle oberflächlichen Flexoren und Extensoren entspringen am distalen Humorus. Einfach mal als Regel. Und die Flexoren entspringen am medialen Epicondylus und die Extensoren am lateralen Epicondylus, Schrägstrich, Distalen Humorus.
SPEAKER_05Das ist schon fast die Hälfte von Ursprung und Ansatz vom ganzen Unterabemerkt.
SPEAKER_04Und da hat man sich die Hälfte schon gemerkt. Und da merkt man sich einfach quasi, Flexoren gibt es einen Radialis, einen Ulnaris und Extensoren gibt es einen Ulnaris und zwei Radialis, einen Longus und Brevis, okay, cool, das muss man einfach wissen. Aber kann man sich merken mit, wenn man den Daumen hoch macht, weil wir alle positive Menschen sind und Spaß am Leben haben, müssen wir ja quasi so ein bisschen radial abduzieren und ein bisschen extendieren. Und deswegen ist es wichtig, keine Ahnung, so muss man sich einfach merken. Aber das sind die vier Muskeln, die das Handgelenk bewegen und nicht mehr. Alle anderen sind primär für die Finger gedacht. Das sind fünf Stück. Also finde ich machbar. So, jetzt haben wir das geklärt. Jetzt gehen wir mal zu der Hand und den Fingern, die ja, finde ich, am filigransten bewegt werden können. Also muss man zugeben, sind recht viele Muskeln, aber die kann man auch ziemlich schnell überblicken. Denn was können denn unsere Finger eigentlich? Unsere Finger können flexieren, extenieren, Ende. Zwei Bewegungen, super easy. Die Finger können aber, würde ich behaupten, besser flexieren als extenieren. Ist ja auch logisch, weil der Mensch ist darauf gepolt zu greifen und Dinge mit den Fingern zu machen. Also ist die Flexion wichtiger als die Extension. Ergo gibt es mehr Flexoren als Extensoren. Wie viele? Doppelt so viele, nämlich zwei. Das heißt, wir haben einen Extensor und einen zwei Flexoren. Grundsätzlich ist es einfacher, die oben drauf zu legen, deswegen gibt es einen oberflächlichen Extensor und einen oberflächlichen Flexor. Und ein Flexor liegt halt tief. Das sagt dabei immer schon der Name. Superficialis und Profundus, oberflächlich und tief. Glaube ich, wenn man den Termi aufgepasst hat, nicht ganz so schwer. Den ursprünglichen Ansatz von den oberflächlichen kennen wir schon, weil haben wir gesagt, distaler Humorus, medial und lateral. Jetzt müssen wir uns nur noch angucken, wo der Profundus anfängt. Meiner Meinung nach ist es jetzt nicht so krass entscheidend, wenn man weiß, an welcher Fastyeste der entspringt. Wenn ihr einen Dozenten habt, den das juckt, dann lernt es. Ich habe es nicht gelernt, um ehrlich zu sein. Und ich habe es trotzdem geschafft. Es geht einfach darum, dass der einfach mittig am, wie nennt sich das, ventralen quasi Unterarm liegt. So. Das ist irgendwie auf dem Band dazwischen, da wahrscheinlich irgendwie. Genau, ja, da drauf. Und das ist das Einzige. Jetzt noch als coolen Trick, womit man immer beeindrucken kann, ist, dass der Superficialis und der Profundus bei den Fingern was Besonderes machen. Weil quasi, die müssen ja irgendwie aneinander vorbei und die Muskeln sind, so merke ich mir das, gleich lang. Aber da der Superficialis weiter proximal ansetzt, reicht es ja nicht ganz so weit runter. Und der Profundus setzt weiter deshalb an, reicht also bis ganz zu den Spitzen. Und da der Profundus ja irgendwie an dem Superficialis vorbei muss, macht der Superficialis so ein krasses V und der Profundus sticht da einfach durch. Und das ist einfach eine ganz besondere Struktur, die muss man drauf haben. Wenn man die kann, dann beeindruckt man jeden Prüfer. So, das jetzt zu den Flexoren und Extensoren der Finger. Obwohl man da nur eine kleine Besonderheit einräumen muss, denn das wäre ja ein bisschen unfair, wenn es nur zwei Flexoren gibt und nur einen Extensor, das wäre ja zu einfach. Deswegen gibt es für die zwei wichtigsten Finger, abgesehen vom Daumen, noch einen extra Extensor. Und das kann man sich einfach merken, wenn wir wieder an unsere Streber denken. Ich muss auch irgendwie krass gut melden können. Und deswegen muss quasi der Zeigefinger möglichst gerade und exzessiv gestreckt werden. Ästhetisch. Ästhetisch gestreckt werden. Und deswegen gibt es dann nochmal einen extra Extensor in Dikis, also quasi für den Zeigefinger noch einen extra Extensor. Und damit unsere englischen Kollegen auch nicht anfangen müssen zu weinen, gibt es noch einen Abspreizfinger oder einen Extensor für den kleinen Finger. Denn ist der Finger oben, wird man dich loben. Wer es kennt, ne? Deswegen kann man besser seinen Tee trinken, finde ich. Ohne geht nicht.
SPEAKER_05Das macht jeder. Das ist der Wahnsinn. Kein Mensch trinkt, glaube ich, aus einem Becher oder aus einem Glas ohne seinen kleinen Finger ab. Das ist doch geil, oder? Also ich schwere.
SPEAKER_04Und so, und das war es quasi für die Finger. Mehr Fingermuskeln gibt es nicht. Und das Einzige, was man jetzt so drauf kriegen muss, ist der Daumen. Und dann war es das schon. Und deswegen, wenn man die Gruppen drauf hat, ist gar nicht so schlimm. Beim Daumen kann man sich merken, es gibt jeden einzelnen Muskel zweimal mit einer kleinen Ausnahme. Das heißt, ich habe zweimal Abduktor, zweimal Extensor, zweimal Flexor etc. So, wo liegen die jetzt? Ist auch nicht ganz so schwer. Und zwar kann man sich ja merken, ich habe quasi nur einen großen Fingerflexor auf der Rückseite vom Oberarm, also ist da noch Platz. Also können da beide Extensoren für den Daumen hin. Und noch ein Abduktor. So, das klingt ein bisschen random, aber kann man sich gut merken, weil da gibt es ein Brevis Sandwich. Denn quasi der Extensor Longus und Brevis und der Abduktor Longus liegen da. Und zwar in Abduktor Longus, Extensor Brevis, Extensor Longus. In der Reihenfolge liegen die da. Müsste man eigentlich mal in der Prüfung raus sagen, ja? Das Previs Sandwich. In Previs Sandwich. Und deswegen kann man sich quasi merken, welche da lang liegen und am weitesten proximal liegt der Abduktor, weil das A kommt vom E. Auch sinnvoll. Also Previs Sandwich. Super easy. So, und das heißt, alle anderen Muskeln müssen irgendwo bei den Tenar-Muskeln rumgammeln. Und das ist dann auch nicht mehr so ewig schwer, wenn man sich wieder die Kobolde vorstellt. Das heißt quasi, der Abduktor muss irgendwie außen am Daumen sitzen, weil sonst macht es ja gar keinen Sinn. Und der Adduktor muss irgendwo innen sitzen. Wobei da eine kleine Ungenauigkeit in dieser Regel ist, denn es gibt nur einen Adduktor, also mit D-Adduktor, und dann noch einen Oponens. Das ist ja aber der Shit, der uns vom Affen unterscheidet. Deswegen ist es ganz wichtig, dass man den Daumen opponieren kann. Und das muss man sich einfach merken, dass quasi der Oponens die Arbeit des Adduktor fortsetzt in dem Sinne mit einer weiteren Flexion und deswegen halt sich quasi nur einen Adduktor halten konnte. Es ist halt so, dass wenn es ein Konkurrenzunternehmen gibt, ist das eine relativ schnell weg. So ist das Leben. Und ansonsten gammeln halt alle Gegenstücke dazu rum. Also zum Beispiel der Flexor-Brevis und der Abduktor-Brevis, die liegen alle da irgendwo in diesen Muskeln drin. Aber der Verlauf ist mit den Kobolden relativ leicht herzuleiten. Und zum Abschluss sei noch gesagt, gibt es noch weitere Muskelgruppen an der Hand, die auch krass abgefuckt sind, die aber laut den Physikumskripten, die es so zu kaufen gibt, nicht ganz so aufgeblasen werden. Das heißt, es gibt noch eine Hypotenarmuskulatur am kleinen Finger und noch so Hand-Mittelknochenwurzelmuskeln. Ich würde sie mir mal angucken, ich habe es mir auch angeguckt, um ehrlich zu sein, ich habe sie nicht gebraucht. Man konnte die auch einfach nicht erkennen. Ja, aber trotzdem, wenn es mal irgendeine dumme Frage gibt, ist gut zu wissen, obwohl aber auch die Hypotenarmuskeln, wenn man wieder mal nach unserem Motto out of the box. Wenn man mal wieder nach unserem Motto out of the box denkt, kann man sich relativ viel übertragen am kleinen Finger. Aber die sind einfach nicht so wichtig, weil welcher Mensch opponiert den kleinen Finger? Regelmäßig so. Also ich kenne keinen.
SPEAKER_05Ja, also Leo, vielen Dank, das klingt auf jeden Fall richtig gut. Also man hat fast das Gefühl, du hättest die Anatomie verstanden, so wie du das hier gerade erzählt hast. Aber ich glaube, das macht wirklich Sinn. Also man hat ja in den meisten Atlanten hat man ewig irgendwelche Tabellen und Listen und oberflächliche Tiefeflexoren und sowas. Und das übermannt einen sehr schnell. Also ich fand das extrem überfordernd, dann dass da irgendwie hinten raus, wenn man schon fast fertig ist mit der Muskulatur, nochmal diese 20 Unterarmmuskeln sich irgendwie anschauen muss. Bevor wir die Folge schließen, würde ich noch ganz kurz eine Kleinigkeit erwähnen, die ich von vielen Leuten gehört habe, die in der Vorbereitung für das Bewegungsapparat-Testat nicht so 100% gut funktioniert hat. Unter anderem meine Wenigkeit. Und ich schließe mich da auch voll und ganz an, dass viele Leute gedacht haben, ich muss die Muskeln richtig mit Detail und Ursprungsatz und allem gut draufbekommen. Und das ist auch anstrengend und da kann man richtig viel Zeit liegen lassen. Aber unterm Strich ist es auch in den meisten Atlanten so, dass die Muskulatur neben Leitungsbahnen etc. nur ein Kapitel darstellt. Und das unterstreicht auch die Bedeutung. Also Leitungsbahnen, also Nerven, Gefäße, das ist super wichtig. Und da gibt es auch einige so topografische Highlights, die sind auch ganz, ganz wichtig für die Prüfungen am Ende. Deswegen versucht nicht zu viel Zeit liegen zu lassen bei den Muskeln, versucht da schnell durchzusteigen, einen guten Überblick, ein gutes Verständnis aufzubauen, aber jetzt nicht, euch Ursprungsansatz irgendwie bis zum Verderben reinzuhämmern, weil darum geht es einfach nicht.
SPEAKER_04Ja, und Details kann man im Nachhinein immer noch drauf schaffen, wenn man so eine Woche vor der Prüfung merkt, yo, ich hab's geschafft, was ich zwar nicht glaube, aber man munkelt, sowas gibt's. Genau. Super cool. Ich habe gehört, da das uns in der letzten Woche relativ viel Spaß gemacht hat, dass da noch irgendjemand, der hier im Raum sitzt, vielleicht noch einen coolen Funfact sich überlegt hat. Ich bin voll gespannt, weil er wollte es mir nicht verraten.
SPEAKER_05Nee, natürlich nicht. Also ich habe echt recherchiert, ich hab mich da Tag und Nacht hingesetzt, bis ich da einen coolen Fun-Fact gefunden habe. Zwei Minuten wert der Verbereiter. Mit dem ich dich jetzt hier ein bisschen aus der Reserve locken kann. Und zwar wollte ich dich mal fragen, was glaubst du, ist der Weltrekord im Bankdrücken?
SPEAKER_04Der Weltrekord im Bankdrücken.
SPEAKER_05Also Bankdrücken heißt, ich liege auf dem Rücken und drücke dann so ein Gewicht nach oben, oder was? Genau, du liegst auf einer Schrägbank und hast so eine Langhandl über dir und versuchst, Gewicht nach oben zu drücken. Also du trainierst den Pektoralism.
SPEAKER_04Okay. Ich würde jetzt einfach mal tippen, so, also ich schaffe vielleicht 5 Kilo, aber jemand, der das vielleicht trainiert, schafft vielleicht 200. 200? Ja.
SPEAKER_05Ja, fast. Also das hat tatsächlich irgendein Biest. Hat er 487?
SPEAKER_04487 Kilo.
SPEAKER_05Also das ist unmenschlich. Kannst du auch gerne kontrollieren, wenn du willst, aber also ich finde es Wahnsinn.
SPEAKER_04Ich weiß, der kann mich 6,6 Mal hochheben. Kann 6 Leos da. War es eine kranke Sau. War's eine kranke Sau. Ja, das ist doch wieder witzig. Ich hoffe, ihr habt auch gelacht. Und ich wünsche euch noch viel Erfolg bei den Muskeln. Viel Spaß, nicht verzweifeln. Es kann Spaß machen. Und somit schließen wir unsere zweite Folge des Vitus in Bergos über die obere Extremität. Ich hoffe, es hat euch Spaß gemacht und wir hören uns beim nächsten Mal wieder. Tschüss.
SPEAKER_01Für die Inhalte in diesem Podcast übernehmen wir keine Gewäre. Der Podcast kann den Besuch von Vorlesungen nicht ersetzen. Wir empfehlen das Studium von einstiegiger Fachliteratur über den Inhalt des Podcasts hinaus.
SPEAKER_03Für Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie an Arzt und Apotheker.