Situs Inversus – Der Vorklinik-Podcast

PSY: Soziologie

Team Situs Inversus

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Schreib uns einfach xD

Beeinflusst mein sozialer Status auch meine Gesundheit?

- In der letzten Folge der Psychologie klären wir noch die letzten wichtigen Begriffe aus der Soziologie. Dann steht euch beim Kreuzen nichts mehr im Weg. Reinhören und Punkte kassieren ist angesagt! 

Euer Hari, Tim und Leo 


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Gesundheit und Krankheit

12:27

Prävention und Gesundheitsförderung

32:24

Gesundheitssystem

48:27

Grundlagen der Demografie und Soziologie


Für die Inhalte in diesem Podcast übernehmen wir keine Gewähr. Der Podcast kann den Besuch von Vorlesungen nicht ersetzen. Wir empfehlen das Studium von einschlägiger Fachliteratur über den Inhalt des Podcasts hinaus.

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Gesundheit und Krankheit

TIM

Das heißt, ich meine, weil sie Leo jetzt so einen Indoor-Garten anlegen kann, wo ich ihm so jederzeit eine Karotte nehme.

LEO

Jawohl. Ja, nein, nein. Einfach schon Setting-Ansatz. Ich mach den jetzt nicht mal schaffen.

HARI

Du musst den Studi einfach in seiner Umgebung abholen.

LEO

So, liebe Verdonert in der Sonne, hallo und herzlich willkommen zurück bei Situs Inversus, der Vorklinging-Podcast. Wir beenden heute die nächste Staffel. Juhu, jubel! Let's go! Die letzten Folgen haben wir euch durch die Psychologie geritten, Tim, Kai und ich. Und heute sind wir fast wieder in gleicher Übersetzung da, um durch die Soziologie zu reiten. Nur haben wir Kai ausgetauscht, waren auf dem Transfermarkt tätig, jetzt haben wir Harry hier. Hallo Harry.

TIM

Bis euch.

LEO

Und Tim ist auch da.

TIM

Hallo. Ja, man muss sagen, also wir vermissen natürlich Kai. Sehr. Aber wir freuen uns auch sehr, dass Harry ist. Sehr. Ja, freut mich auch da.

LEO

Du weißt genauso viel. Ja, und haben jetzt da quasi, du bist jetzt, also weil Kai war der Psychologie-Experte, also du bist jetzt Soziologie-Experte und du hast jetzt große Fußstaffen zu füllen. Nicht nur, weil Kai so schlau ist, sondern auch weil der einfach große Füße hat, weil das ist ein großer Mann.

TIM

Das ist wirklich ein großer Mann.

LEO

Der hat er die zwei bestimmt.

TIM

Harry ist auch eher ein kleinerer Mann, aber mit großem Herz.

LEO

Okay, Entschuldigung. Okay, alles klar. Back to business. Also, Freunde, heute vielleicht mal ein Thema, von dem ich nicht gedacht hätte, dass ich es mal lernen muss. Als man sich so angemeldet hat vor geraumer Zeit zum Medizinstudium. Soziologie ist aber dafür umso wichtiger, weil unsere Freunde aus Mainz fragen das sehr gerne ab. Neben dem, dass es für das Physikum wichtig ist, schadet es aber auch nicht, das in der Zukunft mal im Hinterkopf zu haben und sich das mal anzuschauen, weil es heute viel um sachliche Definitionen geht, die wir euch natürlich, so wie es immer ist, an tollen Beispielen, sieht es in Versus Manier aufbereiten, aber die auch irgendwie auch Relevanz im allgemeinen Leben haben, so in der Gesellschaft und so Zeug. Deswegen lehnt euch zurück, macht es euch gemütlich, denn es ist ein relativ dankbares Thema heute. Und es ist kein Hexenwerk. Wir gehen das heute alles einmal durch und dann sitzt es sicherlich bombenfest und das Kreuzen läuft 1A.

TIM

Ja, und das Tolle an PsychSwatts ist ja wirklich, es ist nicht so viel Stoff und es sind ultra viele Fragen.

Speaker 3

Das stimmt brutal. Das stimmt. Man muss es wirklich ein so verstanden haben und dann passt es wirklich.

LEO

Ja, also dann lieber Herr Soziologie-Experte, was haben wir denn heute alles?

Speaker 3

Ja, also wir gehen erstmal mit dem ganz großen Thema Gesundheit und Krankheit. Also wir haben das ja auch schon zu Teilen in den Folgen davor angerissen. Hier nochmal ein bisschen aus der soziologischen Perspektive. Und daraufhin gehen wir, widmen wir uns dem großen Thema Prävention und Gesundheitsförderung, gehen da ein paar Modelle durch. Und dann geht es auch schon ins sagenumwobene Gesundheitssystem. Ja, ja. Großes wichtiges Thema leider auch nicht unbedingt das beliebteste, aber sehr wichtig für uns, würde ich sagen. Also es ist einfach einfach als angehender Mediziner gut zu wissen, was da so abgeht. Und ganz am Ende knallen wir euch noch ein paar Definitionen rein. Da gibt es ein bisschen Grundlagen der Demografie und Soziologie. Das sind einfach ein bisschen Begriffe, die man einfach mal gehört haben muss und dann sitzt das 1A.

LEO

Genau. Und starten tun wir mit einem kleinen Dauner. Weil krank sein ist niemand gerne. Aber gerade wir als zukünftige Ärztinnen und Ärzte müssen ja wissen, wann jemand krank ist, weil dann muss man das demjenigen auch potenziell bescheinigen und den vielleicht auch dann am Klausurtag aufschreiben, dass sie tatsächlich nicht in der Lage waren, die Klausur zu schreiben. Ich meine, die Frage hat jeder schon mal gehört. Und deswegen ist die Frage: Was ist krank überhaupt?

TIM

Man versucht das Ganze so ein bisschen zu verstehen anhand von verschiedenen Normen. Und je nachdem, welche Norm man quasi seiner Analyse zugrunde liegt, kann eine Person entweder als gesund oder krank definiert werden, zum Teil sogar dieselbe Person. Also, die erste Norm, die man mal definieren kann, ist die Idealnorm, quasi das Extrem. Und nach der Definition von der Weltgesundheitsorganisation ist die Idealnorm Gesundheit, die den idealen Zustand von völligem körperlichen, geistigen, seelischen und sozialen Wohlbefinden beschreibt. Das ist irgendwie schön. Das klingt super. Schön. Also unrealistisch.

LEO

Ich wollte gerade sagen, gerade für so Studies.

TIM

Also nach der Idealnorm wären wir quasi ja alle dauerhaft irgendwie krank. Bloß unterschiedlich stark. Geil, yeah. Also. Aber was ja eigentlich interessant ist an der Sache, ist, dass es eben nicht nur um körperliches Wohlbefinden geht, sondern geistig, sozial und sogar seelisch, was schon irgendwie spannend ist in der Definition von der Weltgesundheitsorganisation. Und wie gesagt, das ist das so.

Speaker 3

Ist irgendwie ein bisschen schwierig zu greifen. Schon ein bisschen Methode. Das ist ein bisschen vage.

TIM

Die Definition, ich glaube, sie wollten wirklich so sagen, so das Beste, was geht. Das ist halt die Idealnorm. Dann gibt es aber auch sowas, wo man sagen würde, naja, das ist jetzt so allgemein normal gesund. Ja, wo wir sagen würden, keine Ahnung, passt schon. Das wäre sozusagen die Sozialnorm, quasi eine allgemein anerkannte Vereinbarung davon, was man so als normal sieht. Dann könnte man sich natürlich auch um, es gibt ja so die Zahlenmäuse, die würden sich dann auf eine statistische Norm beziehen. Da sagt man quasi, okay, wir haben irgendwie statistische Werte aus einer großen Erhebung und sagen zum Beispiel, keine Ahnung, klassischerweise ja bei der Kindesentwicklung oder so gibt es dann die Perzentilen. Dann sagt man so, okay, der Median ist bei, keine Ahnung, so und so vielen Zentimetern. Und dann geht es nach oben und unten und dann liegst du irgendwo auf diesen Perzentilen. Das ist dann quasi eher eine statistische Norm. Dann gibt es auch eine Funktionsnorm. Da geht es dann quasi wirklich eher darum, dass man Dinge da tun kann, dass man irgendwelche Funktionen im Alltag ausfüllen kann. Und die ist deshalb nochmal so ein bisschen anders als die übrigen Normen. Also zum Beispiel, keine Ahnung, ich hatte irgendwann mal einen Kreuzbahnriss, jetzt funktioniert ja mein Knie wieder nach der OP, aber eigentlich so richtig gesund ist es ja nicht, weil es ist nicht mehr das Ideal oder das, was vorher da war. Aber nach der Funktionsnorm bin ich ja dann trotzdem wieder gesund. Naja, und dann kann man sich natürlich noch sagen, naja, was wir in der Medizin ja hauptsächlich machen, sind irgendwelche Therapien. Und da ist ja vor allem immer die Frage, okay, wann fange ich an? Oft gibt es da ja auch in den Leitlinien tatsächlich irgendwelche Grenzwerte. Und diese Grenzwerte wären dann eine therapeutische Norm. Also quasi ein Normwert, ab dem eine Therapie sinnvoll ist, um das Risiko für weitere Erkrankungen zu minimieren.

Speaker 3

Genau. Und krank sein generell kann ja vielleicht ab und zu mal eine kleine Befreiung sein, wenn man mal daheim liegen bleiben darf, im Bett ein bisschen ausschlafen kann, nicht in die Arbeit muss, ist ja eigentlich immer, oder ab und zu mal was ganz Nettes. Auf Dauer ist es aber nicht so schön und darüber hinaus kann Krankheit innerhalb einer Gesellschaft auch zu zwei Problematiken führen, die man allerdings deutlich voneinander unterscheiden muss. Und das ist einmal die Stigmatisierung aufgrund von Krankheiten und die Diskriminierung. Und das wird vom IMPP auch sehr, sehr gerne gefragt. Deswegen hier einmal zwei klare Definitionen. Also die Stigmatisierung ist das Abwerten von Personen und, das ist jetzt wichtig, das vorurteilsbehaftete Zuschreiben von negativen Eigenschaften. Und diese negativen Eigenschaften bezeichnet man dann auch als sogenannte Stigmata, aufgrund zum Beispiel Merkmalen oder Verhaltensweisen, also Krankheiten jetzt zum Beispiel in dem Fall, die innerhalb einer Gesellschaft als negativ beurteilt werden. Um jetzt ein kleines Beispiel dafür zu nennen, wenn zum Beispiel der Gegenüber, hier der Tim, super viel Akne im Gesicht hat, und ich mir jetzt zum Beispiel denke, ja, der wäscht sich, der Mann, der wäscht sich wahrscheinlich gar nicht, dann ist das eine Stigmatisierung, weil ich ihm ja, weil ich ein Vorurteil über ihn habe, aufgrund eben von seiner natürlich nicht vorhandenen Akne. Aber das wäre zum Beispiel so ein Beispiel für eine Stigmatisierung, wohingegen die Diskriminierung eine generelle Benachteiligung oder der Ausschluss von Personen ist. Also wir haben nicht das Zuschreiben von negativen Eigenschaften, wie wir es bei der Stigmatisierung haben. Also, um hier jetzt nochmal ein klassisches Beispiel zu nennen, ist die Mitarbeiterin mit einer Armprothese, darf zum Beispiel nicht an der Kasse arbeiten, sondern muss immer versteckt vor den Kunden im Lager arbeiten, weil die, keine Ahnung, weil der Chef denkt, das wirkt irgendwie komisch, wenn dann eine Person mit einer künstlichen Hand durch die Gegend weckelt.

TIM

Das heißt quasi, beim einen sagt man, es ist irgendwas da, was gar nicht da ist, und beim anderen sagt man, okay, ich behandle dich einfach anders. Genau. Ja, spannend. Allgemein kann ja die Gesellschaft auch auf Krankheiten einen großen Einfluss haben. Es gibt ja so einen Ansatz, um diesen Einfluss der Gesellschaft zu beschreiben, das ist der Etikettierungsansatz, beziehungsweise die Labeling-Theorie. Und da ist es so ein, das geht ein bisschen so auf die Normen wieder zurück. Die Gesellschaft definiert im Grunde das normal und etikettiert aber auch Personen als nicht normal. Und die Idee bei dem Etikettierungsansatz ist so ein bisschen, sobald zum Beispiel eine Person, die sich eben anders verhält, als es jetzt vielleicht bei der Norm entspricht, sobald so eine Person als krank beschrieben wird, ja, als nicht normal, erst dann nimmt diese Person quasi die Rolle als psychisch Erkrankte ein und ist dann auch tatsächlich erkrankt oder kann dann auch tatsächlich erkranken. Das ist so eine, wie gesagt, eine Labeling-Theorie, die es schon relativ lange gibt, die sich aber eigentlich nach neuen Erkenntnissen nicht so wirklich bewahrheitet hat. Vielmehr ist es wohl so, dass die Stigmatisierung der Gesellschaft als Folge von Krankheit auftritt und trotzdem aber eben auch weiter zusätzliche negative Folgen auf die Gesundheit der Betroffenen haben kann. Und dann geht es natürlich in eine Art Teufelskreis.

LEO

Wo wir jetzt mal die Definition von Gesundheit und Krankheit geklärt haben, geht es weiter mit Definitionen, in dem Fall jetzt von Lebensqualität. Weil auch wenn man gesund ist, kann man ja schön und schöner leben. Und man munkelt, dass da die MC-Glocke auch klingelt.

Speaker 3

Ja, das sind etwa so vier Stichpunkte zur Definition von Lebensqualität, die einfach wirklich auch durch die Bank weg gefragt werden in fast jedem Physikum. Und ja, genau hier einfach mal ein Satz, der für euch die gesundheitsbezogene Lebensqualität beschreiben soll. Und das ist im Grunde einfach nur die subjektiv wahrgenommene Einschätzung des eigenen Wohlbefindens. Und die lässt sich eben aus vier Komponenten zusammensetzen. Und das ist einmal das physische Wohlbefinden, also zum Beispiel hat man Schmerzen oder nicht, das psychische Wohlbestinden, also wie ist man gestimmt, ist man glücklich, ist man traurig. Dann eben das soziale Wohlbefinden, also hat man viele qualitativ auch gute Freundschaften, auf die man sich verlassen kann. Und dann natürlich auch die eigene Funktionsfähigkeit. Also kann man im Alltag einfach das tun, was man machen möchte. Und das sind eben so diese vier Punkte, die die Lebensqualität definieren. Also physisch, psychisch, sozial und Funktion, also im Alltag.

Prävention und Gesundheitsförderung

LEO

Okay, also wirkt auf mich so, als würde man Krankheit und Gesundheit eher darüber definieren, was in einer größeren Gruppe von Leuten so abgeht. Über eine sozial Norm, über eine statistische Norm und Lebensqualität wirklich subjektiv nur auf eine Person selbst zu beziehen ist. Soweit. Aber natürlich ist natürlich das Schönste, wenn man weder eine Einschränkung von Lebensqualität noch Krankheit hat im Leben. Und das, was am besten funktioniert, ist deswegen Prävention und Gesundheitsförderung.

TIM

Und das ist ja wirklich auch da wieder spannend. Es ist irgendwie was, was eigentlich gar keine große Rolle im Medizinstudium spielt. Also das hat man jetzt irgendwie dann in der Frauklinik. Und klar, also es gibt irgendwie ein Neugeborenen-Screening und so irgendwann kannst du dann immer mal so ein. Die Sachen in den Arsch stecken lassen, Entschuldigung. Ich wollte es nicht sagen. Ich habe noch überlegt, wie ich es so beschreiben kann.

LEO

Entweder eine Kamera oder einen Finger, je nachdem, wie weit du rein musst.

TIM

Also es gibt, genau, also es gibt natürlich so Screening-Tests und sowas, die gemacht werden, aber an sich sind wir ja eher darauf ausgelegt, dass wir irgendwann, wenn die Leute krank sind, das behandeln. Aber man könnte ja auch sagen, wir versuchen mal allgemeine Erkrankungen zu verhindern. Das wäre ein Ziel der Prävention.

LEO

Es gibt eigentlich eigentlich meistens Vorsorge-Sachen, also Vorsorge Sachen, die Krankheiten erkennen sollen und nicht die zwingend Krankheiten verhindern sollen. Weil wenn ich jetzt einen Darmkrebs habe, dann finde ich den. Okay, cool, aber dann habe ich den ja schon.

TIM

Das ist ja auch richtig spannend, weil das sind zum die ersten zwei Formen der Prävention sozusagen. Also es gibt nämlich verschiedene Ziele, wie gesagt, also Primär Krankheiten zu verhindern, dann sekundärkrankheiten frühzeitig zu erkennen und Herz ja sozusagen die Folgen einer schon bestehenden Erkrankung zu minimieren. Also dann ist eher so eine Prävention von Folgen. Und anhand dieser Ziele können wir jetzt auch nochmal genauer auf die einzelnen Unterformen der Prävention eingehen.

Speaker 3

Genau, also die primäre Prävention ist eigentlich genau das, was Tim gerade als erstes erwähnt hat. Und die meint im Grunde das Verhindern vom Neuauftreten von Erkrankungen bei eben gesunden Menschen. Also die Gruppe, die hier angesprochen wird, sind eben gesunde Menschen. Und hier will man eben verhindern, dass neue Erkrankungen eben im Grunde auftreten. Und hier ein Beispiel für Maßnahmen wären eine Impfung. Eine Impfung, keine Ahnung, wenn man sich jetzt gegen Corona geimpft hat oder gegen die Grippe impft, dann hoffen wir natürlich, dass uns das davor schützt, dass wir vor der oder dass wir an dieser Krankheit erkranken. Und das andere wären zum Beispiel Lebensstiländerungen. Also dass wir, keine Ahnung, probieren uns zum Beispiel anders zu ernähren. Dann hoffen wir, dass wir dadurch irgendwie nicht an einem Herzinfarkt erkranken. Und haben schon mal nicht so gut funktioniert.

LEO

Ja, wir hatten Halumi und Shawama.

Speaker 3

Und Pommes. Und Pommes, ja. Ja, das Problem ist halt einfach, dass auf einer Seite geht es hoch, auf der anderen runter. Ist wichtig. Nee, aber das Problem ist einfach schlicht und ergreifend, dass wir nicht im sogenannten Setting-Ansatz daran ansetzen. Und das ist so das Stichwort, das hier fällt. Und zwar ist es nämlich so, dass Lebensstiländerungen erwiesenermaßen einfach ziemlich gut funktionieren, wenn man probiert, diese Verhaltensänderungen in den Alltag zu integrieren.

TIM

Das heißt, wenn quasi Leo jetzt so einen Indoor-Garten anlegen kann, wo ich ihn so jederzeit eine Karotte nehme. Dann kriege ich das wieder schuld hier, oder was?

Speaker 3

Jawohl.

LEO

Ja, ja, ist klar. Jetzt brauchst du ein Schlafzimmer. Ich mach dir jetzt einen Indoor-Garten statt.

Speaker 3

Du musst den Studi einfach in seiner Umgebung abholen.

LEO

Okay, verstehe.

Speaker 3

Wenn du einfach einen krassen Gemüsegarten hast, dann vereinfacht das natürlich.

TIM

Sagen wir mal so die Situation. Du sitzt in der BIP und du sitzt da ja, also ich sehe dich ja in der BIP, du sitzt da ja immer so ein bisschen von übergebeugt. Ja. Das heißt aber, wenn die BIP jetzt zum Beispiel Stehschreibtische anbieten würde, dann wäre das ein Setting-Ansatz.

Speaker 3

Absolut, dann wäre das ein Setting-Ansatz, weil du die Personen, die Studis in ihrem eigenen Umfeld abholst und dadurch ein bisschen auch dazu bringst.

LEO

Ich habe jetzt von der Klinik gehört, die machen der Mittagspause, bieten die Yoga an. Wirklich. Ganz genau. Darfst du den Aufstand? Kannst du eine halbe Stunde kriegst du die Yoga-Instruction?

TIM

Genau das ist der Setting-Ansatz. Von Chillig. Boah, stelle ich mir auch ein bisschen so vor, wie so ein so ein Malle-Entertainer dann.

LEO

Oh, alles war ein jetzt in der Mann.

TIM

Dann so in der Mense. Vorne.

LEO

Okay, das heißt, dass wir wünschenswert, dass wir mehr machen, aber das heißt, das, was wir machen, ist eher Sekundärprävention im Gesundheitssystem gerade. Ist das richtig?

TIM

Ja, genau. Also beziehungsweise, wie gesagt, wir impfen ja auch, das wäre ja schon primär. Bei der sekundären Prävention geht es vor allem darum, eben Krankheiten früh zu erkennen. Also wir sagen quasi nicht mehr, wir können es verhindern, aber zumindest wollen wir es irgendwie früh erkennen und dann können wir früh was machen. Die Zielgruppe davon sind dann Risikopersonen, ja. Also man macht das nicht einfach überall, sondern man sucht sich schon die Leute, die ein höheres Risiko haben, wo dann auch die Wahrscheinlichkeit größer ist, dass man was findet. Also damit hat man dann auch weniger falsch-positive Ergebnisse und vor allem hat man halt seine Ressourcen sinnvoll eingesetzt. Dann, ja, wie gesagt, klassisches Beispiel sind Screening-Maßnahmen. Leo hat vorhin schon ein paar Beispiele erwähnt. Und auch lautmalerisch untermalt.

Speaker 3

Aber macht natürlich nur Sinn, wenn die Erkrankung auch irgendwie schwerwiegend ist. Und wenn es auch eine gute Therapiemöglichkeit gibt, weil sonst kannst du gegen alles der Welt screenen, aber bringt dir halt nichts, wenn du nicht weißt, was du dagegen machen sollst.

TIM

Ja, genau, das ist tatsächlich auch ein wichtiger Punkt. Und ich kenne so eine Person, die ist so sehr viel daran beteiligt, so Screening-Programme zu entwickeln. Und da ich es irgendwie über die letzten Jahre so ein bisschen mitbekommen und wirklich bis da irgendein so ein Screening-Programm irgendwann mal annähernd den Weg dahin finde, dass es wirklich angewendet wird. Das ist völliger Wahnsinn. Also da müssen halt so riesige Populationsstudien gemacht werden, um wirklich zu zeigen, es lohnt sich extrem, dass wir das einzusetzen auch, dass wir hier Leo immer mal wieder ab 50 oder so. Glaube. Ab 50. Punktieren. Ich bin ein Po, Mexiko. So, zurück zum Thema Prävention. Wir hatten ja jetzt primär und sekundär. So, aber jetzt ist die Katze sozusagen in den Brunnen gefallen.

Speaker 3

Und wir sind bei der tertieren Prävention. Oh mein Gott, Herr! Die tertiäre Prävention, da ist leider schon vorbei, wir sind erkrankt. Aber jetzt kommt eigentlich so das, was wofür wir Ärzte eigentlich, was heißt wir? Naja, irgendwann. Naja, wo dann halt Ärzte im Allgemeinen dafür zuständig sind, dafür zu sorgen, dass wir eben das Verschlimmern von der Erkrankung verhindern oder im besten Falle natürlich wieder heilen. Und dafür gibt es natürlich Maßnahmen wie Selbsthilfegruppen, wenn man jetzt zum Beispiel an psychische Erkrankungen denkt, die dienen einfach zum Erfahrungsaustausch, dass man ein bisschen darüber redet, was gibt es für Optionen, Möglichkeiten und dass man sich auch einfach nicht alleine fühlt. Das sind ja noch ein Psychsatz. Genau. Oder Patientenschulungen, eben mit strukturierten Vorträgen oder Übungen. Also ich erinnere mich da zum Beispiel an irgendwelche Asthma-Schulungen, die angeboten wurden. Oder auch sowas wie Rehabilitationsmaßnahmen, also die das Ziel haben, Patienten wieder zurück in den normalen, sozialen, beruflichen Alltag zu bringen, auch wenn sie jetzt eine stimme Erkrankung haben.

TIM

So, und dann wurde ja schon kurz angekündigt, dass Sonderspecial. Es gibt auch so die Idee einer Quartern-Prätion. Das ist quasi die, also wir haben ja jetzt immer irgendwie Krankheiten oder Folgen von Krankheiten verhindern wollen. Und bei der Quartern-Prätion schützt man die PatientInnen quasi vor den Ärztinnen. Ja, da sagt man. Wir verhindern die Überversorgung. Ja, weil es ist ja auch genug ist genug. Keiner nimmt zu uns. Und Leo ist vielleicht auch nicht so happy, wenn man statt alle paar Jahre an jedes Jahr Prävention macht.

LEO

Der schnüpft gerade vorne, das ist extrem witzig. Boah, das ist extrem witzig. Immer gerade die gleiche Farbe wie hier mein roter Aufnahmeknopf. Das ist toll. Was?

TIM

Naja, und dann gibt es noch so ein bisschen so eine andere Achse anhand derer wir Prävention einteilen können. Wir können nämlich sagen: entweder wollen wir, dass Leon Gemüseb baut, verbessern wir die Verhältnisse, oder muss vielleicht doch ich quasi darauf. Wie viel Pommes ich ist. Ja, da ändere ich mein Verhalten. Und das ist die Idee von Verhaltens- und Verhältnisprävention. Also Verhaltensprävention ist die Förderung von gesundem Verhalten. Das sind zum Beispiel so ganz, ganz klassisch die Aufklärungskampagnen von der BZGA. Kennt ihr da irgendwelche?

Speaker 3

Ja, das ist doch ein Rohren. WwwBZGA, DE.

TIM

Genau, aber da gibt es so richtig viele. Da gibt es zum Beispiel jetzt aktuell, es gibt so ganz viele auch zu Geschlechtskrankheiten. Da gibt es immer so dieses Woher weißt du das? Ja, weil die an jeder U-Bahn-Station hängen und an jedem Bahnhof und sonst was. Und steht immer irgendwie so, wenn es juckt, geht zum Arzt.

LEO

Ich glaube, das ist wirklich so der Aufgabe.

TIM

Also dass wir quasi, da würden wir versuchen, gesundes Verhalten zu fördern. Und auf der anderen Seite gibt es eben die Verhältnisprävention. Da geht es darum, die Verhältnisse, in der eine Person lebt, also ihre Lebensbedingungen, ihr Umfeld zu verbessern. Wie gesagt, zum Beispiel das Gemüsebeet in Leons Wohnzimmer oder zum Beispiel die Gurtpflicht im Auto. Bitte? Dann kommt dann der deutsche Staat. Achso, ja, der verbessert deine Verhältnisse in dem Fall, ja? Helmpflicht gibt es aber immer noch nicht.

LEO

Stimmt, ein paar Fahrrad. Ampfarrat, am Fahrrad, am Fahrrad.

TIM

Ja, aber du trägst einen Helm, oder? Natürlich. Besser ist es. So hört sich das. Schön. Dann könnten wir ja jetzt nochmal uns darüber Gedanken machen. Ja, wer verhält sich eigentlich Gesundheitsfördern und warum und warum nicht?

Speaker 3

Ja, dann kann man auch so ein paar Modelle unterscheiden. Leo Sauer, weil das eigentlich seine Überleitung ist.

LEO

Ja, ich habe mir auch was viel Schöneres überlegt, als was hier steht. Nee, okay, warte, das können wir nochmal sagen. Das können wir nochmal.

TIM

Nee, Moment, Moment, das können wir ja nochmal machen. Nochmal zeigen. Nee, es ist gebaut. Reverse.

LEO

Ja, also wir wollen wissen, warum sich Menschen. Ich drück hier drauf. Ich drücke hier drauf. Wir wollen wissen, warum sich Menschen gesundheitsfördernd verhalten oder nicht. Nein, weil das ja genau der Knackpunkt in der Primärprävention ist, weil wir wollen ja mit der Primärprävention Menschen davon überzeugen, dass sie sich gesund ernähren, bewegen. Und das heißt, um überhaupt Primärprävention machen zu können, müssen wir erstmal verstehen, warum sich Menschen überhaupt gesundheitsfördernd verhalten oder nicht. Weil meistens ist ja der gesundheitsschädigende Teil eigentlich der, der cooler ist. Also Pommes. Das könnte wirklich erhafen.

TIM

Das könnte die Aneinanderreihung von Sätzen sein, die Leo in Sitrus in der Sitz anhalten kann. Aber er hat ja auch irgendwie recht.

Speaker 3

Also warum sind die geilen Sachen immer ungesund?

TIM

Das bestimmt total. Das ist voll das Problem. Ja, voll. Ganz ehrlich. Wahnsinn.

LEO

Ja, Fanta schmeckt geil, Pommes schmeckt geil. Auf dem Sofa liegen ist schon auch einfach geiler als.

TIM

Da könnte doch Vater Staat auch mal eingreifen. Naja, warum denn? Fanta verbieten.

LEO

Schokolade verbieten. Juiuiui. Ich glaube, da kommt eine Evolution. Tim, egal was du machst, du wirst mich nicht als Bundeskanzler. Du hast mich genommen. Mann. So Freunde, wie genau verhalten sich denn jetzt Menschen gesundheitsfördernd oder nicht?

Speaker 3

Ja, da gibt es ein paar Modelle und das erste Modell, das wir euch vorstellen. Ja, leider, Soziologie halt. Ich glaube, wir haben so 30 Modelle oder so. Modell der Salutogenese. Salutogenese steht, glaube ich, irgendwie für gesund werden oder so. Auf jeden Fall ist die Frage, was brauchen wir oder was braucht eine Person, damit sie sich gesund oder wie muss sie sich fühlen, dass sie sich, dass sie Gesundheitsfördern an das Verhalten auch wirklich durchführt. Was brauche ich, um zu wissen, ich möchte gehe jetzt ins Gym oder dass ich jetzt zum Beispiel hier meine Grippe durchhalte? Und dafür brauchen wir als erstes meine persönliche Einschätzung über meine Widerstandsressourcen. Also wenn ich das Gefühl habe, ich kann das im Gym durchziehen oder wenn ich das Gefühl habe, ich verende jetzt nicht hier mit meiner Grippe, dann hilft das natürlich und dann verstärkt das natürlich gesundheitsförderndes Verhalten. Also wenn ich das Gefühl habe, ich kriege das hin, dann gehe ich auch vielleicht eher ins Gym. Oder wenn ich das Gefühl habe, ich schaffe das und habe genügend Ressourcen, auch das durchzuziehen, dann mache ich das auch hier. Und zweitens ist hier ein wichtiger Punkt oder ein wichtiger Fachbegriff, den man nennen sollte, das sogenannte Kohärenzgefühl. Und das beschreibt eben das Gefühl von Sinnhaftigkeit, Bewältigbarkeit und Verstehbarkeit von gesundheitsförderndem Verhalten. Also wenn ich das Gefühl habe, dass es Sinn macht für mich, ins Gym zu gehen, weil ich dann irgendwie eine bessere Ausdauer habe, wenn ich das Gefühl habe, dass es was Machbares ist, jede Woche dahin zu gehen und wenn ich es auch irgendwo verstehe, die Mechanismen dahinter oder nur so ganz grob, dass es auch irgendwie logisch ist, dann wird das halt eben besser durchgeführt. Und das sind so diese zwei Punkte des Salutogenese Modells, die eben dafür sorgen, dass man gesundheitsförderndes Verhalten, wie zum Beispiel ins Gym zu gehen, durchführen kann.

TIM

Ja, und so ein bisschen dran anknüpfen kann man mit Konzepten von Selbstwirksamkeit und Handlungswirksamkeit. Also bei Selbstwirksamkeitserwartungen oder auch Kompetenzerwartung geht es um das Ausmaß der Überzeugung, dass ich ein gesundheitsförderndes Verhalten durchhalten kann. Zum Beispiel, Harry hat ja das Gym-Beispiel gebracht, ja, also die Idee, dass ich das machen kann, auch unter widrigen Umständen, ja. Also auch wenn es mal regnet. Das wäre genau mein Beispiel gewesen, weil das ist meistens der Punkt, wo ich aufgebe. So richtig schüttet. Wir sind ja nicht aus Zucker hier. Ja, genau.

LEO

Aber ich das Wetter, es gibt nur schlechte Kleidung. So, jetzt haben wir alle, alle, ne, haben wir sind immer wieder alle rausgehauen.

TIM

Aber genau, also Selbstwirksamkeitserwartung, wie gesagt, die Idee, dass gesundheitsförderndes Verhalten auch unter widrigen Umständen bewerkstelligt werden kann. Ich glaube, ich benutze im Alltag Selbstwirksamkeit ein bisschen anders und verwechsel das oft wahrscheinlich mit Handlungswirksamkeit. Und die Handlungswirksamkeit ist nochmal ein bisschen was anderes. Das nennt man auch Handlungsergebniserwartung. Und es ist eben das Ausmaß der Annahme, dass durch meine Handlung, durch das, was ich tue, einen Nutzen zu erreichen ist und dass es da ein Zusammenmachen gibt. Also letztendlich, wie gesagt, zum Beispiel, Harry geht ins Gym und dass man Bizeps wächst. Ja, und also Harry merkt es, wir sehen es. Und das ist, wie gesagt, dann die Handlungswirksamkeit. Nochmal ein bisschen anders als die Selbstwirksamkeit, bei der es ja darum ging, dass man das gesundheitsfördernde Verhalten auch unter widrigen Umständen machen kann.

Speaker 3

Genau, und dann gibt es noch das transtheoretische Modell der Verhaltensänderung. Klingt ein bisschen komplex, ist, aber wirklich echt super logisch und verständlich. Und das beschreibt im Grunde nur den Vorgang bzw. die Stufen, die ja auf dem Weg zu einer Verhaltensänderung durchlaufen. Und da ist es meistens so, dass man erstmal mit der Absichtslosigkeit beginnt. Also wenn man jetzt zum Beispiel eine, keine Ahnung, eine rauchende Person nimmt, dann ist es so, dass sie am Anfang ihres Problemverhaltens noch nicht wirklich bewusst ist und es auch nicht wirklich wahrhaben will. Also Raucher leugnen eben oder am Anfang, dass es vielleicht irgendwie gesundheitsschädigend ist oder wissen es gar nicht so richtig. Also man hat im Grunde einfach noch nicht diesen Plan, sein Verhalten zu ändern. Dann kommt irgendwann der Punkt des Bewusstwerdens und dafür sind dann auch diese zahlreichen abschreckenden Bilder da. Und zwar wird sich die Person, der Raucher eben ihres Problemverhalten bewusst und wägt eben Vor- und Nachteile ab und merkt eben, dass es tatsächlich schlimme Nachteile gibt und bemerken die Gefahr und denken sich, okay, ja, vielleicht sollte ich was tun. Und dann kommt es eben in den nächsten Punkt und das ist die sogenannte Vorbereitung. Das heißt, die Person, der Raucher plant jetzt seine Verhaltensänderung. Er plant zum Beispiel irgendein Entwöhnungsprogramm, irgendeine Technik, irgendeine Taktik, bespricht sich mit Leuten, wie man das Ganze angehen könnte. Und sobald man das dann geplant hat, kommt man in die nächste Stufe und das ist die sogenannte Handlung, die Action. Jetzt geht es ab, oder auch nicht ab, das Entwöhnungsprogramm wird hardcore durchgezogen. Jetzt kommt der kalte Entzug oder auch nicht so kalte Entzug. Und hier kommt eben der wichtige Punkt der Maintenance, also die Aufrechte Haltung. Also man probiert dieses gewünschte Verhalten, das gesundheitsfördernd fördernde Verhalten aufrecht zu erhalten und Rückschläge irgendwie auszuhalten. Und irgendwann kommt dann die letzte glorreiche Phase, die wir alle erhoffen, die irgendwie aber leider viel zu selten passiert. Wenn der Neujahrsvorsatz dann tatsächlich endlich ein Habit, eine Gewohnheit geworden ist und sich das Ganze stabilisiert, dann sind wir in der Phase angekommen. Das gewünschte Verhalten wird nun über mehrere Jahre aufrechterhalten und wird jetzt zur Gewohnheit. Das heißt, der Raucher ist dann rauchfrei seit Jahren.

TIM

Wo würdest du sagen, befindet sich der Setusin versus Run Club gerade?

LEO

Das sind hier so halber, vor allem jeden Morgen Samstag um 8 Uhr morgens im Wald laufen gehen.

Speaker 3

Genau, also ich meine, wenn ihr Lust habt, ihr seid natürlich auch alle herzlich eingeladen. Er wächst auf jede Woche an, aktuell noch.

LEO

Wir sind mal sehr gespannt. Wir haben gerade Februar, wo wir die Folge aufnehmen, die kommen im Juni raus. Wir halten euch am Laufenden, ob es die noch gibt.

TIM

Bis dahin. Ich würde sagen, wir sind zwar in der Handlung, würde ich auch sagen. Aber irgendwie so die. Also wir waren auch in der Absichtslosigkeit.

Speaker 3

Vorbereitung ist durchgeführt.

TIM

Also jetzt Vorbereitung gehört und Harry ist heute in der BIF zu mir gekommen und meinte, ich muss Gele kaufen. Und ich also, was? Wie? Jetzt? Ja, fürs Laufen.

Speaker 3

Gele. Wichtig und richtig. Gele. Ganz genau. Der Longrun muss ja irgendwie durchgehalten werden. Nein, aber ich würde auf jeden Fall sagen, wir sind gerade so in der Aufrechterhaltungsphase. Also ich würde wirklich, ja, ich würde sagen, es wird irgendwann der Punkt kommen, wo es nass wird, wo es dunkel sein wird, wo es kalt sein wird. Und dann ist das der Knackpunkt.

TIM

Ja, vielleicht, ich will nicht versprechen, dass wir euch auf dem Laufenden halten, aber vielleicht halten wir euch auf dem Laufenden. Ja, okay.

LEO

Weil ihr nicht mehr laufen

Gesundheitssystem

LEO

werdet. So, jetzt haben wir verstanden, wie man sich oder wie man einen Menschen dazu bewegen kann und was so was so Denkprozesse sind während des Änderens. Also waren wir jetzt ja gerade eher noch so in dieser Präventionsphase. Jetzt ist, wie Timmy sagen würde, die Katze in den Brunnen gefallen. Und jetzt sind wir krank. Scheißam Show. Passiert, dumm hier laufen, haben wir uns irgendwo angesteckt, ist halt so. Und jetzt laufen wir quasi einmal durch, was man denn überhaupt alles machen kann. Sprich, was kann das Gesundheitssystem für mich so machen?

TIM

Genau, und also irgendwie ist ja, das ist ja auch eigentlich. Kommt nochmal die Philosophiekeule raus zu einer spannende Frage, ne? Also wie finde ich als jetzt nicht-medizinisches Personal eigentlich meinen Weg ins Gesundheitssystem und das ist ja wirklich auch oft sehr unterschiedlich für verschiedene Leute. Also wir sind jetzt irgendwie in einer Umgebung, wo es halt irgendwie sehr klar ist, aber das ist zum Teil auch nicht so. Und irgendwie am Anfang startet es ja immer damit, was man irgendwie merkt, irgendwas passt nicht. Also man nimmt ein Symptom wahr. Zum Beispiel Nase zu, Hals kratzt, Energie weg. Womit fängt es bei euch immer an? Bei so einer Krippe. Ich werde nicht krank. Ich glaube, Leo wird wirklich nicht krank. Ich glaube, das Cortisol ist immer so hoch. Alles, alles supprimiert. Nee, aber also ich merke es immer richtig im Hals. Mir geht's da jetzt los und dann kommt die Nase und dann. Oh, weil mir, nee, es schenkt, glaube ich, oft so an mit so einem ganz latenten Kopf weh. Und ja. Dann wird man langsam, ja, keine Ahnung, irgendwie so nach und nach haut das halt hin. Naja, aber dann kommt ja erstmal so die Laienetheologie. Dann denke ich mir so, ja, keine Ahnung, irgendwie in der Uni, die Klimaanlage war aber auch wieder in die Trick gedreht. Und dann macht man so ein bisschen Selbstdiagnose, entwickelt eine subjektive Krankheitstheorie und denkt sich zum Beispiel, na gut, vielleicht eine Erkältung. Naja, und dann bin ich ja immer noch, wie gesagt, in so meinem privaten Umfeld, bin quasi im Laiensystem und ab mein Umfeld, keine Ahnung, zum Beispiel meine Familie und dann geht man da erstmal hin, fragt um Rat und, keine Ahnung, die Mama oder die Oma oder wer auch immer sagt, hast du dich mal wieder nicht warm genug angezogen.

LEO

Leg die Affen mal ein bisschen hin und morgen sieht die Welt wieder ganz anders aus. Mach dir doch einen Tee. Wir trinken das richtig.

HARI

Geil.

TIM

So, das heißt, also wenn es jetzt nicht schlimmer wird, dann hat mir Leo jetzt quasi schon geholfen. Aber vielleicht denke ich mir doch irgendwann, naja, gut, das in aller Ehren, aber wir können ja auch professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Und sag mal, jetzt sag mal mal, keine Ahnung, jetzt habe ich auch noch aus irgendeinem Grund Füber, Fieber, Schüttelfrauß, das wird irgendwie nicht besser. Dann geht man halt mal zum Arzt oder zur Ärztin und die schauen sich das dann an, schreiben irgendwas und jetzt sind wir im Gesundheitssystem angekommen. Und ja, also ein bisschen trivial, irgendwie man nimmt Symptome wahr, dann schaut man erstmal so privat, was geht und dann geht man ins Gesundheitssystem. Das ist so der klassische Weg. Und dann gibt es natürlich noch einen vierten Schritt sozusagen, dass wir dann noch so eine Hilfesuche in alternativen medizinischen Angeboten oder online oder wie auch immer. Wenn man Lust drauf hat. Heil-Tee.

LEO

Ja, Tee, ich hab's gesagt. Ich hab's gesagt.

TIM

Genau, also zum Beispiel der Heil-Tee. Witzigerweise in den Staatsexamen werden zum Teil auch, wird dann so gefragt, so welche Pflanze hilft bei was. Also die haben ja tatsächlich oft irgendwelche Wirkstoffe in sich. Das ist immer spaßig. Wild, oder? Ja, das sind immer so Fragen, da hoffe ich dann, oder da hätte ich gerne damals irgendwie im Kinderhort, wenn man so ausflügig gemacht hat, besser zugehört, welches Kraut am Wegesrand da was macht. Oh.

LEO

Ja, guck mal, ich habe heute eine Frage gekreuzt zu.

TIM

Ich glaube, Kindergärtnerinnen wissen zum Teil sowas extrem gut.

LEO

Ja, ich habe heute eine Fahrge gekreuzt zu anti-entzündlichem Zeug, damit ich in die Küche gegangen und habe mir das in meine Nudeln gemacht. Stark. Zwar Thymian.

Speaker 3

Thymian.

LEO

Ja. Cool, oder?

Speaker 3

Ja, dann hast du alles so rausgekocht, wahrscheinlich. Deswegen ist Leo immer so gesund.

LEO

Ich esse einfach Thymian als Stange, jeden Morgen. Zwei Bünde. Zwei Spinder. Wie so eine Kuh. Okay, jetzt sind wir im Gesundheitssystem drin. Was haben wir denn überhaupt für verschiedene Systeme, die da, die sich bedienen, den man sich bedienen kann, um ein Gesundheitssystem zu bauen?

Speaker 3

Ja, da haben wir einmal das klassische Sozialversicherungsmodell, auch Bismarck-Modell, weil der Werte her für uns eingeführt hat. Seitdem gibt es überall Bismarcktürme.

TIM

Stimmt. In gefühlt jeder Stadt gibt es auch im Bismarckturm. Ich weiß gar nicht, ob wir einen haben. Wir haben einen. Naja, Heidelberg hat einen, aber hier, Rosenheim. Ja, okay. Hof hat zum Beispiel auch einen.

Speaker 3

Naja, auf jeden Fall Sozialversicherungssystem, wie wir es in Deutschland kennen, hat halt eben das wichtige Prinzip: Gesundheitsleistungen werden eben durch die Krankenversicherung übernommen. Dann gibt es noch das sogenannte Beverage-Modell, nicht so wie das Getränk auf Englisch, sondern einfach mit E Beverage. Das ist der staatliche Gesundheitsdienst, den gibt es zum Beispiel in Großbritannien. Hier ist es so, dass Gesundheitsleistungen durch Steuerannahmen übernommen werden. Dann gibt es das marktwirtschaftlich orientierte System. Hier ist es so, dass medizinische Versorgung privat finanziert werden muss. So ist es, wenn ich mich nicht erinnere in den Vereinigten Staaten. Und dann gibt es noch das planwirtschaftlich orientierte Modell, das sogenannte Semaschko-Modell. Hier ist es eben das gesamte Gesundheitssystem praktisch unter staatlicher Lenkung.

LEO

Ja, okay. Jetzt haben wir gerade schon besprochen. Es geht ja immer auch, wo die Kohle beiherkommt. Ja, ist halt so, gell? Kostet alles Geld. Und am Ende des Tages würden wir uns jetzt aber einmal auf Deutschland beschränken, weil das halt auch das Land ist, in dem wir gerade leben und wahrscheinlich auch später mal arbeiten. Weshalb, wo kommt denn die Kohle in Deutschland her?

TIM

Ja, also Leo, in Deutschland, da sind alle BürgerInnen verpflichtet, sogar eine Krankenversicherung beizutreten.

Speaker 3

Du bist doch wieder hier diese Verhältnisprävention an, oder?

TIM

Genau.

LEO

Ja, stimmt, eigentlich schon.

TIM

So, und Harry, wenn ich dir jetzt noch deine Fanta wegnehme, dann bist du quasi so gesund. Dann brauchst du keine Versicherung mehr. Ich trinke aber keine Fanta, ich weiß gar nicht, wie du drauf kommst. Du hast vorhin von Fanta erzählt.

LEO

Das war ich.

TIM

Oh, schwach. Ich habe Pommes gegessen.

LEO

Ups.

TIM

Naja, aber wie gesagt, also in Deutschland ist man Pflichtversichert. Also man kann sich zwar noch entscheiden zwischen gesetzlich und privat, aber eines von beiden braucht man. Genau. Fangen wir erstmal mit der gesetzlichen an, weil das ist so der Standardfall für 90% der Versicherten. Und da gibt es so ein paar Prinzipien, die auch. Ich glaube, die gehen sogar noch so auf Bismarcks Zeiten fast zurück. Also das eine ist das Solidaritätsprinzip. Die Idee, dass der Beitragssatz einkommensabhängig berechnet wird. Ja, also unterschiedliche Versicherte zahlen unterschiedlich viel für dieselbe Leistung. Dann gibt es das Paritätsprinzip. Das bedeutet, in der Regel wird bei der Krankenversicherung die Hälfte vom Arbeitgeber und die Hälfte vom Arbeitnehmer gezahlt. Und dann das dritte Prinzip, ist eigentlich lustig, dass es ein Prinzip ist, ist das Sachleistungsprinzip. Also Leistungen werden in Form von Dienstleistungen, zum Beispiel, keine Ahnung, ich bekomme ein MRT oder so zur Verfügung gestellt und nicht in Form von finanziellen Mitteln. Also nur weil ich zum Beispiel, keine Ahnung, mein Knie verletzt habe und Anspruch auf ein MRT habe, kann ich nicht wie bei einem Auto-Schaden sagen, naja gut, ich will, gib mir einfach das Geld, ich will die Untersuchung nicht.

LEO

Ja, gib mir 80%, dann geh mal rein, passt schon. Dann lassen wir die Della drin, sage ich schon kein Shaus vorher.

Speaker 3

Also das ist das Sachleistungsprinzip. Genau. Und die restlichen 10% der Versicherten in Deutschland sind in der privaten Krankenversicherung. Die beruht auf ein paar anderen Prinzipien. Und das ist nämlich zum einen das Äquivalenzprinzip. Und da ist es nämlich so, dass die Beitragshöhe äquivalent zum individuellen Risiko und den gewünschten Leistungen ist. Also da kann man sich dann aussuchen, ob man noch das Einzelbett haben will und dies und jenes und dieses Sonderprodukt und was weiß ich. Und dementsprechend berechnet sich dann der Beitragssatz. Und es ist eben nicht so wie in der gesetzlichen Krankenversicherung, dass eben dieses Solidaritätsprinzip herrscht und der die bisschen reichere Person mehr zahlen muss als die Einkommensschwächere. Dann gibt es noch das Kostenerstattungsprinzip. Hier ist es nämlich so, dass im Gegensatz zur GKV, also zur gesetzlichen Krankenversicherung, die Privatversicherten die Rechnung zunächst selbst zahlen müssen und dann den Betrag nachträglich zurückerstattet bekommen. Also man zahlt dann zum Beispiel das MRT erstmal selbst und dann kriegt man das Geld von der Krankenkasse zurückerstattet. Und dann gibt es noch das Personenversicherungsprinzip. Das heißt nämlich, dass jede versicherte Person in der privaten Krankenversicherung einen eigenen Beitrag zahlen muss. Das heißt, es gibt nicht wie zum Beispiel in der gesetzlichen Krankenversicherung eine Familienversicherung. Und das sind so diese drei wichtigen Prinzipien, die die private Krankenversicherung von der gesetzlichen unterscheiden.

LEO

Und in die private kann auch nicht jeder. Also es gibt Kriterien, wann man sich das quasi aussuchen darf, ob man gesetzlich versichert bleibt. Beispielsweise ein gewisses Jahresgehalt oder wenn man selbstständig in die Selbstständigkeit geht, kann man das auch machen. Da gibt es verschiedene Kriterien.

TIM

Oder witzigerweise ja auch Beamte.

LEO

Ja, aber bei Beamt ist ja noch komplexer.

TIM

Genau, weil klar, da gibt es dann noch die Beihilfe und so, aber es ist ja schon lustig. Ja, schon, ja. Dass der Staat so für seine Angestellten ist, nicht die gesetzliche. Ja, genau. Es gibt allgemein für das deutsche Gesundheitssystem und die gesetzlichen Krankenversicherungen und so, so eine relativ wichtige Instanz, die viel entscheidet. Und das ist der gemeinsame Bundesausschuss. Der wird gebildet von so vier großen Selbstverwaltungsorganisationen im Gesundheitssystem. Da gibt es einmal die Kassenärztliche Bundesvereinigung, die Kassen-Zahnärztliche Bundesvereinigung, die Deutsche Krankenhausgesellschaft und der GKV-Spitzenverband. Also quasi dreimal irgendwie Zusammenschlüsse von ÄrztInnen, ja, also Kassenärzte, Kassenzahnärzte und Krankenhäuser. Und dann einmal die gesetzlichen Krankenversicherungen, die sich in so einem Spitzenverband zusammenschließen. Und genau, wie gesagt, das sind diese vier Gremien, die bilden den gemeinsamen Bundesausschuss. Der gemeinsame Bundesausschuss trifft relativ viele Entscheidungen im deutschen Gesundheitssystem. Und wir hatten jetzt schon die Kassenärztliche Bundesvereinigung erwähnt. Und es gibt was, was leider sehr ähnlicher ist und was man auf jeden Fall unterscheiden muss. Es gibt nämlich noch die Ärztekammer und die ist auf jeden Fall was anderes.

Speaker 3

Ja, und das ist leider eine Unterscheidung, die wird somehow total gerne auch vom IMPP gefragt, ist auch irgendwo wichtig. Ich weiß leider nicht, wie ich es mir über die komplette Klinik behalten soll, aber ich werde es euch jetzt einfach mal probieren, ein bisschen zu differenzieren. Und zwar ist es so, dass die kassenärztliche Vereinigung die ambulante Versorgung der gesetzlichen Versicherten gewährleistet. Und die Aufgaben der Kassenärztlichen Vereinigung sind nicht mit denen der Ärztekammer zu verwechseln, die nämlich die komplette Ärzteschaft vertritt. Und zwar, was sind diese Aufgaben der Kassenärztlichen Vereinigung? Das sind einmal die Gewährleistung der ambulanten medizinischen Versorgung. Das ist auch der sogenannte Sicherstellungsauftrag. Also die KV muss sicherstellen, dass überall eine Haushaltspraxis zum Beispiel vorhanden ist. Darüber hinaus werden noch zahlreiche Verträge mit Krankenkassen vereinbart und Vertragsärzte, also deren Interessen werden vertreten, etc. Und die Ärztekammer ist im Grunde das politische Organ, also das vertritt im Grunde die Ärzte in politischen Belangen im Gesundheitswesen und vertritt da auch die beruflichen Interessen und ist dann aber auch für die Organisation von Fort- und Weiterbildungen wichtig. Also die hat die sogenannte Weiterbildungsordnung ja inne. Also, keine Ahnung, wenn man zum Beispiel seine Assistenzarztstelle antritt, dann geht das natürlich auch irgendwie über die Ärztekammer.

TIM

Also wenn man es so grob zusammenfassen will, die Kassenärztliche Vereinigung macht alles, was irgendwie mit Geld zu tun hat, mehr oder weniger. Also die verhandeln irgendwie die Tarife und machen Abrechnungen und was weiß ich. Da haben sie so ein Special-Ding, das sind so die Behandlungsstandards. Aber der Rest hat immer irgendwas mit Geld zu tun. Und dann gibt es die Ärztekammern, die sind eher so dieses politische Organ, was die beruflichen Interessen vertritt und so weiter, wo jeder Arzt, jede Ärztin tatsächlich quasi zwangsläufig drin sein muss, auch tätig zu sein. Genau, da auch wieder Vater Staat. Und das Special Ding der Ärztekammer zusätzlich zu diesem politischen Zeug ist quasi die Fort- und Weiterbildung. Ich glaube, so kann man sich ganz gut merken.

Speaker 3

Das sind zum Beispiel auch da, wenn du irgendwie Mist baust, dann kommen Sanktionen von der Ärztekammer. Genau, ja.

TIM

Das ist ja quasi, das ist ja, kann man dann das vergleichen mit so Zünften früher wahrscheinlich schon, oder? Ärztekammer ist quasi unsere Zunft.

LEO

Also jetzt haben wir uns quasi einmal das deutsche System angeschaut, wie es finanziert ist, verschiedene Systeme besprochen. Muss da trotzdem halt immer noch schauen, dass das Gesundheitssystem halt eben auch läuft. Und deswegen haben sich mal irgendwelche schlauen Menschen drei verschiedene Qualitäten ausgedacht, anhand derer man das bewerten kann.

Speaker 3

Oh, was eine Überleitung wieder.

LEO

Ich meine, das Einzige, was ich kann. Ihr müsst die ganzen wichtigen Inhalte machen. Und ich kann labern.

TIM

Ja, aber du bist halt einfach on fire, Leo.

LEO

Danke.

TIM

Kein Problem. Also, wir können ja mal, wir können das ja auch wieder anhand von dem Beispiel durchgehen, sozusagen. Zum Beispiel am Beispiel von Situs Inversos. Es gibt drei Fragen von Qualität. Es gibt einmal die Strukturqualität, das sind quasi die Rahmenbedingungen, ja, welche Ausstattung, welches Personal, welche Bettenanzahl gibt es. Da würde ich sagen, aktuell eigentlich sind wir ganz zufrieden. Also Leo hat hier irgendwie so ein schönes Mischpult und wir haben jetzt auch personalmäßiges Gutgut. An Betten fehlt. An Betten fehlt es. An Betten, ja. Dann könnte man das Zweite, was man sich anschauen könnte, ist die Prozessqualität, ja, die Qualität der Abläufe von Diagnostik, Therapie und Pflege. Zehn von zehn. Genau, also zum Beispiel wurde mir hier ein Wasser hingestellt von Jung. Das ist ein guter Prozess. Und dann ist natürlich die Frage, die Ergebnisqualität, das ist dann das, was ihr bewerten dürft. Quasi die Frage, was kommt am Ende bei rum? 12 von 10. Und im Gesundheitssystem geht es dann bei der Ergebnisqualität natürlich darum, inwieweit die medizinische Behandlung ihre Ergebnisse erreicht hat. Zum Beispiel, der harte Wert sind immer so Mortalitätsraten, die irgendwie gesenkt werden. Was aber auch sehr relevant ist und nicht vergessen werden sollte, ist subjektiv, wie zufrieden sind PatientInnen, wie hat sich die Lebensqualität verändert nach der Behandlung.

Grundlagen der Demografie und Soziologie

LEO

Und nach diesen ganzen Prinzipien, Modellen und schönen Übersichten haben wir jetzt als letzten Teil der Folge noch für euch quasi so alles, was ihr so tief geschnallt am Gürtel hängen haben müsst, um in der Soziologie quasi alles niedermähen zu können, was euch entgegenkommt. Sprich, so ein bisschen das kleine Einmal eins der Demografie und Soziologie, die Grundbegriffe der Demografie und Epidemiologie, Morbidität, Moralität, Mortalität, Prävalenz und vieles mehr haben wir heute für euch hier eingeladen, die sich hier alle nacheinander vorstellen. Viel Spaß, es geht um Ziffern, Zahlen und Fachbegriffe.

TIM

Ja, und erstmal geht es um Leben und Sterben.

LEO

Gehen wir direkt mal rein. Direkt ins Volle.

Speaker 3

Ja, aber beginnen wir doch erstmal mit dem Schönen, mit den Geburten. Und da gibt es nämlich eine schöne Zahl und das ist die allgemeine Fertilitätsziffer oder auch die allgemeine Fruchtbarkeitsziffer. Und die meint die Anzahl der Lebensgeburten innerhalb eines Jahres im Verhältnis zu Frauen im gebärfigen Alter. Also das meint die allgemeine Fertilitätsziffer im Vergleich zur Netto-Reproduktionsziffer.

LEO

Was ist das?

TIM

Naja, also eigentlich so trocken ist ja gar nicht, weil man kann sich ja mal überlegen, so eine allgemeine Fertilitätsziffer, wie hoch sollte die denn ungefähr sein?

LEO

Naja, bestenfalls sollte man sich genau so viel vermehren, wie man stirbt.

TIM

Aber Leo, wenn die eins werde, dann würde jedes Jahr jede Frau im gebärfigen Alter ein Kind kriegen. Ach so. Das wäre völliger Wahnsinn.

LEO

Das ist ja schon viel, ja.

TIM

Und das meinte ich auch gar nicht, sondern ich meinte das quasi, wenn. Wir müssen es quasi durch die Zeit, die du im gebärfigen Alter bist, teilen. Genau. Also dann gucken wir irgendwie auf was Sinnvolles. Also, was Leo gemeint hat, ist nämlich eher so die Netto-Reproduktionsziffer. Da ist quasi mehr oder weniger die Frage, ich als gebärfähige Person, in der Regel eine Frau, wie viele andere gebärfähige Personen, also in der Regel Mädchen, würde ich auf die Welt bringen. Ja, also wenn quasi jede Frau ein Mädchen auf die Welt bringt, dann bin ich ja bei eins. Ist man bei eins.

Speaker 3

Dann geht die Gesellschaft voran.

TIM

Naja, eigentlich leider halt nicht, ne? Oder die stagnieren so. Ja, und selbst das ja nicht ganz, weil wie ist das? Wie viele Kinder muss man irgendwie durchschnittlich haben, damit die Bevölkerung nicht schrumpft? Auf jeden Fall mehr als zwei für einen. Ja, ich weiß nicht genau, wie viel, aber auf jeden Fall mehr als zwei, ja. Ja, auf jeden Fall, das ist die Netto-Reproduktionsziffer. Also die allgemeine Fertilitätsziffer sollte allgemein niedriger sein als die Netto-Reproduktionsziffer.

Speaker 3

Also die meint auch einfach die Anzahl an allgemeinen Lebendgeburten pro Frau im gewerfigen Alter. Und die Reproduktionsziffer meint die lebendgeborenen Mädchen pro Frau.

LEO

So, jetzt haben wir Leute auf die Welt gebracht, jetzt müssen wir wieder loswerden.

Speaker 3

Ja, und jetzt kommen wir zu ein paar Begriffen zur Krankheit und das ist einmal die Morbidität. Und das ist im Grunde ein Überbegriff zur Beschreibung der Häufigkeit von Erkrankungen. Und hier haben wir einmal die Inzidenz, die meint die Anzahl der Neuerkrankungen innerhalb eines Zeitraums bezogen auf eine Krankheit. Und im Gegensatz dazu die Prävalenz, die im Allgemeinen die Anzahl der erkrankten Personen insgesamt oder Risikofaktoren in einer bestimmten Population betrachtet. Also die Inzidenz, Neuerkrankungen, Prävalenz allgemein generell die Anzahl der erkrankten Personen. Und da kann man dann unterscheiden zwischen der Punktprävalenz, da schaut man sich die erkrankten Personen zu einem bestimmten Zeitpunkt an, oder die Periodenprävalenz, da schaut man sich die zum Beispiel über einen bestimmten Zeitraum ein, also ein Jahr, Monat, etc. Und dann unterscheidet man noch zwischen zwei weiteren Begriffen, die jetzt in Richtung Ende des Lebens, Ende der Gegenwart.

TIM

So von Geburt zu Krankheit zu sterben. Genau. Und es gibt einen Begriff, der ist einfach die Sterbeziffer, die sogenannte Mortalität. Das sind in einer bestimmten Bevölkerungsgruppe, zum Beispiel in der Bundesrepublik Deutschland, die Anzahl an Sterbefällen in einem bestimmten Zeitraum ist die Mortalität.

Speaker 3

Genau, wohingegen die Letalität jetzt die Anzahl der Todesfälle zu den Anzahl an Erkrankten bezogen auf eine Krankheit bedeutet. Also die Mortalität ist bezogen auf die gesamte Bevölkerungsgruppe, wohingegen die Letalität bezogen auf die Erkrankten dieser Krankheit ist.

LEO

Wie viele Leute sterben pro Männergrippe?

TIM

Zum Beispiel, genau. Aber dann gibt es eine eher so demografische Größe, den sogenannten alten Quotient. Das ist eigentlich wieder, das geht dann wieder zurück Richtung Solidaritätsprinzip in der Versicherung und so. Der alten Quotient sagt uns nämlich, wie das Verhältnis ist von Altersrentenbezieher in, also ungefähr die Person über 65 Jahren zu erwerbstätigen Menschen. Ja, so Personen zwischen 20 und 65. Ja, oder ein bisschen mehr als 20, wenn man hier so ein Studi-Leben lebt.

Speaker 3

Und davon unterscheiden muss man den Altersabhängigkeitsquotienten oder auch Belastungsquotienten. Da geht es nämlich darum, das Verhältnis von mutmaßlich nicht erwerbstätigen Personen, also kleiner 20, größer 65 oder bei uns Studis kleiner 30, größer 65, zu einer vermutlich erwerbsfähigen Altersgruppe, also zwischen 20 und 65 zu nehmen. Also der Altersabhängigkeitsquotient, der nimmt eben allgemein alle Nichterwerbstätigen im Verhältnis zu den Erwerbstätigen und der alten Quotient nimmt wirklich die Leute über 65 zu den Leuten, die arbeiten zwischen 20 und 65 arbeiten.

TIM

Genau, und keine Zahlen einsetzen an der Stelle, weil sonst Schocking. Aber deshalb gehen wir jetzt einfach erstmal weiter. Nämlich in Richtung, wie können wir denn irgendwie trotzdem noch mehr Leute reinkriegen? Und unsere Population verändert sich ja ständig. Einerseits eben dadurch, dass neue Menschen geboren werden und manche Menschen sterben. Und andererseits dadurch, dass Menschen in die Population reinkommen oder rausgehen. Also letztendlich damit wir nicht stagnieren. Ja, also letztendlich durch Migration, Bevölkerungswanderung. Und da gibt es einen interessanten Effekt, der das IMPP interessiert. Nämlich, wenn man sich überlegt, also keine Ahnung, wir nehmen irgendein random Land und jemand wandert nach Deutschland aus, ist das eher eine gesunde oder eher eine kranke Person, die quasi diesen Weg auf sich nimmt. Wo eher gesund? Genau, also natürlich eher eine Person, die irgendwie Ressourcen hat, gesundheitlich. Und deshalb gibt es das sogenannte Healthy Migrant Phänomen, beziehungsweise den Healthy Migrant Effect. Das ist ein Phänomen, das letztendlich darin besteht, dass migrierte Bevölkerung im Vergleich zur Bevölkerung des Landes, in das migriert wird, überdurchschnittlich gesund ist erstmal, weil es eben diese Positivselektion gibt. Und natürlich gibt es dann aber quasi down the line oft irgendwie Probleme und Unterversorgung. Aber genau dieser Healthy Migrant-Effekt ist erstmal ganz spannend. Der Mod eben, wie gesagt, da auf dieser Positivselektion.

Speaker 3

Genau. Und wenn man sich jetzt zum Beispiel die Migration anguckt, also die Bevölkerungswanderung, dann ist natürlich auch ein wichtiger Aspekt, wie eine Person sich in die Gesellschaft und in die neue Kultur eingliedern kann. Und das nennt man dann auch die sogenannte Akkulturation. Und da kann man jetzt vier verschiedene Formen unterscheiden. Und das ist so die klassische Integration. Also wenn man jemand sagt, eine Person oder ein Migrant ist gut integriert, dann meint man, wenn diese Person sich in die neue Kultur gut eingegliedert hat, seine ursprüngliche Kultur aber noch beibehält. Das heißt, man hat sich jetzt gut in die neue, in die Heimat irgendwie eingelebt, man hat die Kultur angenommen, aber man hat seine eigentliche Herkunft nicht vergessen und nimmt diese Kultur auch noch wirklich wahr und bei.

TIM

Genau, und vor allem im Vergleich zu dem nächsten Begriff ist Integration ja auch so ein Hin und Her, ja. Also das kann quasi nicht eine Person allein machen, sondern es kommt quasi auch auf das Umfeld an, in das die Person einwandert in dem Fall, während Assimilation ja ein bisschen anders ist.

Speaker 3

Genau, Assimilation ist im Grunde die vollständige Aufgabe der alten Kultur. Das heißt, man vergisst im Grunde, wo man herkommt. Also man widmet sich im Grunde voll und ganz der neuen Kultur und hat im Grunde gar nichts mehr mit seiner Herkunft zu tun. Und das ist der wichtige Unterschied zur Integration. Und dann haben wir noch die Separation, die beschreibt den Zustand, in welchem aufgrund von Bestrebungen einer bestimmten Einwanderungsgruppe kein oder nur geringfügiger Kontakt zur heimischen Mehrheitsgesellschaft besteht. Weil man zum Beispiel an die kulturellen Lebensweisen oder Traditionen noch festhält. Wohingegen die Marginalisierung erfolgt, wenn eine Person weder an seine ursprüngliche Kultur noch an die neue Kultur festhält. Also man ist wirklich so nirgendwo gefallen, weil man einfach weder seine alte Kultur noch irgendwie die neue Kultur hat.

TIM

Ja, und so eine Bevölkerung, die ist ja nicht nur durch Migration im Wandel, sondern auch, wir haben vorhin schon kurz über diesen Altersquotienten und sowas geredet. Es gibt einen demografischen Wandel und da geht es eben zum Beispiel darum, dass Menschen zunehmend älter werden in Deutschland, wenn die Geburtenrate rückläufig ist. Das würde man dann als demografisches Altern bezeichnen und es gibt eben da allgemein diese Veränderung. Und gerade zum Thema demografisches Altern, da ist ja so ein bisschen die Frage, woran liegt es? Und es gibt da zwei Hypothesen.

Speaker 3

Genau, das eine ist eben die Theorie der Kompression der Morbidität. Die sagt im Grunde, dass neben der steigenden durchschnittlichen Lebenserwartung auch die Zeit im Menschen oder die Zeit im Leben eines Menschen zunimmt, in der er gesund ist. Also je länger ein Mensch lebt, desto mehr Zeit hat er ja dann auch im Grunde gesund zu sein. Und schlicht und ergreifend wird der Mensch damit erst im hohen Alter krank. Das sagt die eine Theorie.

TIM

Genau, und die andere Variante wäre natürlich, naja, man wird zwar älter, aber einfach dadurch, dass man mehr Zeit in Krankheit verbringt. Also die Idee ist grundsätzlich, es gibt irgendwie einen Teil des Lebens, da ist man hauptsächlich gesund und einen Teil des Lebens eher am Ende des Lebens, da ist man hauptsächlich krank. Und es ist eben die Frage, verlängert sich der gesunde Teil oder verlängert sich der kranke Teil? Und wenn man davon ausgeht, dass sich der kranke Teil verlängert, dann ist es die Medikalisierungsthese. Das ist die Idee, die Bevölkerung wird älter, aber man verbringt eben mehr Zeit in Krankheit und der Zugewinn an Lebenserwartung wird quasi dadurch erkauft, dass wir diesen Zustand in der Krankheit weiter hinauszögern können. Genau.

Speaker 3

Aber am Ende des Tages ist es leider so, sterben tut jeder. Und so hart es auch klingt. Und jetzt, wo ich das gerade so angesprochen habe, würde ich nämlich damit auch die Haupttodesursachen in Deutschland aufgreifen. Und hier ist es nämlich so, dass die Haupttodesursachen in westlichen Kulturen, so wie sie bei uns ist, nicht mehr infektiöse, akute Erkrankungen sind, sondern vermehrt chronische psychische Erkrankungen. Also das nennt man die sogenannte epidemiologische Transition, also hin von den übertragbaren Krankheiten, die früher eben Haupttursachen waren, jetzt zu diesen nicht mehr übertragbaren Krankheiten. Und laut WHO gibt es eben vier Risikofaktoren dafür. Und das ist einmal das Tabakrauchen, der Alkohol, die körperliche Inaktivität und die ungesunde Ernährung. Ganz klassisch. Und ja, jetzt haben wir so ein bisschen so die ganzen Gesundheit-Krankheitssachen nochmal durchgegangen, Bevölkerung. Aber so eine Bevölkerung ist ja auch nicht wirklich starr. Es gibt unterschiedliche Personen und unterschiedliche, ja, ich weiß nicht.

TIM

Das ist ja immer so ein bisschen die Frage auch, für jeden funktioniert ja das Gesundheitssystem am Ende auch unterschiedlich gut, beispielsweise. Und was da auf jeden Fall mit reinspielt, ist die soziale Schicht. Und es gibt so, es gibt ja so diese Idee von Schichten und Status und was weiß ich. Und es ist so ein bisschen die Frage, woran bemisst sich das? Und eine Möglichkeit, das irgendwie zu versuchen einzuteilen, ist die meritokratische Triade, also drei Dinge. Das ist die Idee, man schaut auf Ausbildung, Beruf und Einkommen, um quasi eine Schichteinteilung in soziale Schichten zu machen. Und die Idee ist im Grunde einfach, je besser eine Person ausgebildet ist, je angesehener der Beruf ist und je höher das Einkommen ist, desto höher ist die soziale Schicht. Interessanterweise, also einerseits ist es natürlich irgendwie fluider als das, aber interessanterweise gibt es da noch so zwei Zustände, in denen man sich befinden kann nach der Theorie, nämlich entweder in der Statuskonsistenz oder in der Statusinkonsistenz. Da ist die Frage, naja, wenn ich eine sehr gute Ausbildung habe, habe ich denn dann auch einen angesehen Beruf und verdiene viel Geld oder ist es irgendwie doch ganz anders? Oder habe ich vielleicht eine sehr gute Ausbildung und einen super Beruf verdiene, aber trotzdem super wenig Geld, dann würde man das als Statusinkonsistenz bezeichnen. Während wenn halt alles quasi top oder alles ziemlich schlecht ist, man das wiederum als Statuskonsistenz bezeichnen würde.

Speaker 3

Genau. Und jetzt ist es nämlich nicht so, dass man in einem dieser Schichten verbleiben kann oder muss, sondern sich das auch ändern kann. Und das nennt man dann die sogenannte soziale Mobilität. Also darunter versteht man die Änderung der sozialen Position in verschiedensten Weisen. Und da kann man einmal die vertikale von der horizontalen Mobilität unterscheiden und die Intra von der Intergeneration Mobilität. Und die vertikale Mobilität meint im Grunde den Übergang von einer sozialen Schicht in die anderen. Also das kann jetzt einmal vertikal einen sozialen Aufstieg, aber auch einen Abstieg bedeuten. Hier wäre zum Beispiel die Putzkraft, die ihren Abschluss noch fertig macht und dann anfängt zu studieren, so etwas für ein Beispiel für einen sozialen Aufstieg, wohingegen die horizontale Mobilität die Veränderung eines Statusmerkmales ist, ohne dass sie die Schichtzugehörigkeit verändert. Das heißt, zum Beispiel eine Studentin, die einen gewissen Status hat, wechselt vom Fach Physik auf Mathematik. Das heißt, da verändert sich was, aber ihre Schichtzugehörigkeit hat sich noch lange nicht geändert. Und dann gibt es eben noch die Inter- und die Intra-Generationenmobilität. Und die Intergenerationen Mobilität, die bezieht sich auf die soziale Mobilität zwischen, inter, zwischen zwei Generationen. Zum Beispiel wird der Sohn eines armen Bauers, kriegt ein Stipendium und wird Arzt. Dann ist der Vater eben noch in einer geringeren sozialen Schicht, wohingegen der Sohn, der dann Arzt wird, in einer höheren sozialen Schicht ist, das ist die Intergeneration Mobilität. Wohingegen die Intra-Generation Mobilität innerhalb von einer Generation stattfindet. Das heißt, die Putzkraft, die wie gesagt ihren Abschluss noch fertig macht und dann anfängt zu studieren, hat innerhalb von einer Generation ihren sozialen Aufstieg geschafft. Und das ist dann die Intra-Generation Mobilität.

TIM

Ja, und dann hatte ich ja vorhin schon kurz so ein bisschen angedeutet, das Gesundheitssystem funktioniert ja irgendwie unterschiedlich gut, auch für unterschiedliche Personen. Und es ist eben auch das Gesundheits- und Krankheitsverhalten für verschiedene soziale Schichten unterschiedlich ausgeprägt. Es gibt ja einen sogenannten sozialen Gradienten. Es ist halt zum Beispiel tatsächlich so, dass Menschen, die nach der oberen Definition eher unteren Schichten sich befinden, auch eher gesundheitsgefährdetes Verhalten durchschnittlich, immer durchschnittlich, an den Tag liegen als Personen aus höheren Schichten. Zum Teil aber auch eben völlig ohne, dass es jetzt selbst verschuldet sein muss. Also das ist quasi kein Vorwurf, sondern zum Beispiel sind Arbeitsbedingungen in den Schichten einfach oft deutlich schlechter. Aber den Zusammenhang zwischen dem sozialen Gradienten und Gesundheits- und Krankheitsverhalten, den versucht man so ein bisschen anhand von zwei Hypothesen zu erklären. Die erste ist die Verursachungshypothese. Da ist quasi die Idee, dass höhere Belastungen zum Beispiel auf der Arbeit oder schlechte Wohnverhältnisse und so weiter und ein gesundheitsgefährdendes Verhalten quasi zusammenkommen und zu Erkrankungen führen. Die andere Idee beschreibt im Grunde eigentlich eher die andere Richtung. Da ist die Idee in der sogenannten sozialen Drift-Hypothese, dass Erkrankungen zum Beispiel psychisch oder auch körperlich am Ende zu einer sozialen Ungleichheit und zu einem sozialen Abstieg führen können. Achso ein Ritt.

LEO

Wo sind wir einmal durch die Soziologie geritten? Einmal nochmal kurz eine Recap, was wir alles besprochen haben.

TIM

Man kann es auch in vielen Semestern studieren und ich glaube, wir haben, ich glaube, das Schlimme ist ja immer, wenn man dann mit Leuten redet, die sowas tatsächlich studieren, dann sind die ein bisschen sauer, weil man ihr Fach so wirklich auf eine Folge auf ganz wenig runtergebrochen hat. Deshalb Entschuldigung an der Stelle.

LEO

Also auf was haben wir jetzt alles runtergebrochen heute? Verschiedene Normen im Sinne von Gesundheit und Krankheit. Den Unterschied zwischen Stigmatisierung und Diskriminierung, die verschiedenen Präventionsformen, von primär bis quartär. Dann sind wir auf die einzelnen Modelle von gesundheitsförderndem Verhalten eingegangen und welchen Stufen man da sein Verhalten stereotypisch ändert. In unserem Gesundheitssystem den Unterschied zwischen privaten und gesetzlichen Krankenkassen und ihren Prinzipien und zuletzt dann die Grundlage zu Demografie und Soziologie. Viele Definitionen, lohnt sich aber, sich das durchzulesen, weil man da halt eben auch viele Punkte abholen kann. Und somit vielen Dank, dass ihr euch mit uns und für uns durch die Psychologie Soziologie bewegt habt, geschwommen seid, getaucht seid. Wir danken nochmal Kai, dass er da war. Hört positiv korreliert, wenn ihr weiterbilden wollt, psychologisch. Oder statistisch.

TIM

Also mittlerweile macht ihr extrem viel Statistik und ist echt gut.

LEO

Deswegen Freunde in der Sonne, Schlafcode dran, was Schönes. Bis zum nächsten Mal.

TIM

Für die Inhalte in diesem Podcast übernehmen wir keine Gewäre. Der Podcast kann den Besuch von Vorlesungen nicht ersetzen. Wir empfehlen das Studium von einstiegiger Fachliteratur über den Inhalt des Podcasts hinaus.

LEO

Für riesigen Monebenwirkungen fahren Sie an Affen und Apotheker.