Future Weekly

#16 - Startup Rettungsschirm, Hack The Crisis AT, Denunziantentum vs Zivilcourage

Daniel Cronin & Markus Raunig von Austrian Startups Episode 16

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Markus Raunig und Daniel Cronin diskutieren diese Woche folgende Themen:

1. News der Woche: 

  • Hack the Crisis Austria - Recap & Reflektionen, 
  • Masken - besser spät als nie, 
  • Arbeitslosenrekorde und Bullshit Jobs, 
  • Denunziantentum vs Zivilcourage, 

2. Deep Dive: Rettungsschirm für Startups,
3. Rockstar der Woche: Hack the Crisis Team & Community,
4. Moonshots & Predictions: Lokale Gütesiegel & digitaler Sozialstaat

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Weiterlesen:
Die Hack the Crisis Projekte: https://t1p.de/q0dt
David Graeber / Bullshit Jobs: https://t1p.de/n5cc
Harald Mahrer zum Startup Rettungsschirm: https://t1p.de/kn15
Sozialstaat für das digitale Zeitalter: https://t1p.de/lhxz

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Musik (Intro/Outro): www.sebastianegger.com

Production: Hanna Moser

Musik (Intro/Outro): www.sebastianegger.com

News der Woche (Hack the Crisis Austria, Masken, Arbeitslosenrekorde, Denunziantentum vs Zivilcourage)

Daniel

Einen wunderschönen guten Morgen, guten Mittag oder auch guten Abend und herzlich willkommen zum Future Weekly, dem Startup Podcast. Selbstverständlich mit mir, dem Daniel und dem Markus. Hallo, lieber Markus. Und natürlich, ganz klar, wir haben das natürlich voll und ganz remote wie alles heutzutage. Markus und ich sitzen natürlich jeweils in unseren Homeoffices und ich weiß, du wahrscheinlich auch, der du gerade zuhörst. Vielen, vielen Dank fürs Zuhören. Und das ist schön. Selbstverständlich, wir werden über viele, viele, viele Dinge sprechen diese Woche. Einer der Dinge ist natürlich, und das ist ganz klar, da gibt es so einen kleinen widerlichen Virus und ja, gemeinsam mit der Startup-Communitzen Tage damit verbracht, ein bisschen diesen Virus richtig gepflegt in den Hintern zu treten. Das heißt, wir werden über Hack the Crisis sprechen, wie wir ein bisschen auch in die Offensive gegangen sind. Wir werden natürlich auch beim Thema bleiben und auch drüber spekulieren, ob nicht auch Covid-19 bei all den schrecklichen Dingen auch ein bisschen ein Motor einer digitalen Transformation ist. Zeitgleich werden wir natürlich auch drüber sprechen, wie man sich schützt. Wir werden über Masken sprechen, wir werden über Social Distancing sprechen, ob das immer funktioniert oder auch vielleicht zu der einen oder anderen Kaltverformung einer Nase führen könnte. Wir werden natürlich auch drüber sprechen, welche Auswirkungen diese Krise auf den Jobmarkt hat. Wir werden darüber sprechen, dass es doch einen schmalen Grad geben wird zwischen Zivilcourage und einem modernen Denunziantentum, das vielleicht auch nicht immer ganz fein ist. Wir werden unseren Deep Dive haben und dort werden wir auch ein bisschen darüber diskutieren, warum gerade jetzt auch klare Initiativen seitens der Bundesregierung notwendig sind, um in Zeiten von Corona auch Startups in der Krise zu helfen. Selbstverständlich werden wir auch diese Woche einen Rockstar oder Rockstars der Woche haben und natürlich auch ganz klar Moonshots on Predictions. Also, ich hoffe, ihr habt eure Hände schön gewaschen. Haltet den Abstand, spitzt die Ohren und los geht's. Ja, und jetzt kommen wir zu den News, eigentlich wie immer, und es war wieder eine Woche, wo unfassbar viel passiert ist. Wo wir unfassbar wenig echte Menschen gesehen haben. Unglaublich. Aber man gewöhnt sich auch sehr schnell dran. Sag mal, Markus, wie geht's dir jetzt eigentlich in der Isolation?

Markus

Also Principally geht es mir in der Isolation gut. Ich, keine Ahnung, ich bin vielleicht auch nicht der Mensch, der jetzt so notwendig braucht, dass er ständig an der frischen Luft ist. Also ich öffne das Fenster und bin schon glücklich. Der Sport geht mir ein bisschen ab. Also ich bin ja eher so ein Teamsportfreak und das ist halt derzeit alles eher schwierig. Ich bin halt anders als du kein Läufer oder ähnliches. Das heißt, für mich ist derzeit eher wenig Bewegung angesagt und das fehlt mir ein bisschen.

Daniel

Ja. Das ist schon ungewöhnlich, oder? Was mir auch so ein bisschen fehlt, ich meine, es gibt zwar jeden Tag Termine. Aber dadurch, dass man einfach dann jeden Tag da ist, ist auf der einen Seite sehr schön, aber es ist dann irgendwann schwierig zu wissen, jetzt welcher Tag genau ist. Ja, ich habe meine Kalender und der ist noch immer prall gefüllt. Ich arbeite auch nicht weniger, eigentlich deutlich mehr, wie jeder, mit dem ich spreche. Aber ja, es ist halt jeden Tag. Aber andererseits, mir gefällt das auch. Also auf eine gewisse Art und Weise. Es hat auch viele Vorteile. Es ist schön, man ist in seinem engsten Kreis mehr, also mehr Zeit mit der Frau und dem Hund. Das ist echt schön. Aber man gewöhnt sich wirklich schnell dran. Gewisse Dinge sind allerdings auch sehr weit weg. Zeitgleich ist natürlich das Spannende, wenn man dann nun da so zu Hause rumsitzt, dann gibt es die einen, die einfach sitzen und machen, also nichts machen und die anderen, die sitzen und machen. Und ja, unser beider Wochenende war jetzt auch nicht so unbedingt entspannt, wenn ich mal so sagen möchte. Das haben wir ja auch quasi miteinander verbracht. Erzähl doch mal, was haben wir und unsere 500 engsten Freunde über das Wochenende gemacht?

Markus

Ja, na wenig geschlafen haben wir. Wir hatten ja unseren Hack The Crisis Austria-Hackathon und der war sehr intensiv. Also du hast angesprochen, es ist nicht mehr so richtig klar, welcher Tag ist. So ging es mir auch. Es war irgendwie ab Sonntag war es für mich dann sowieso schon irgendwie so, war ich im Zombie-Modus unterwegs und es war alles irgendwie automatisiert für mich. Und es war irgendwie nur von einem Call zum nächsten. Und ja, wenig Zeit für Reflexion oder irgendwie ein, also irgendwie war es auch ein bisschen surreal dann teilweise schon. Aber insgesamt war es natürlich eine großartige Erfahrung. Also wir hatten da schon sehr, sehr coole Dinge, die passiert sind, wo wir über 600 Teilnehmer hatten, die dann wirklich das Wochenende damit verbracht haben, Lösungen für die derzeitige Krise zu entwickeln. Es gab über 100 Mentoren, die diese Projekte unterstützt haben. 100 Mentoren jetzt. Das ist auch absolut crazy. Also ein Wahnsinn, was da auch für das aus dem Ökosystem für einen Support gekommen ist. Wir hatten auch 30 Partnerorganisationen, die uns unterstützt haben, mit ganz unterschiedlichen Hilfeleistungen auch, teilweise mit Challenges, die sie eingereicht haben, wo sie gesagt haben, hey, das ist gerade ein Problem, das wir haben. Vielleicht kann man da eine Lösung dafür entwerfen, aber auch durchaus Leute, die uns Arbeitskräfte zur Verfügung gestellt haben. Also wo dann einfach ein Mitarbeiter von ihnen zwei Tage lang voll bei uns mitgearbeitet hat im Organisationsteam. Viele Preise wurden zur Verfügung gestellt. Und ja, ich glaube, am Ende hatten wir über 80 Challenges, die eingereicht wurden. Und dann auch 50 finale Projekte, die am Sonntag dann auch ein Video eingereicht haben, wo sie ihren Progress auch gezeigt haben und echt beeindruckend.

Daniel

Ja, wirklich beeindruckend. Und natürlich auch Unterstützung vom Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort, die auch mal eben gesagt haben, ja cool, finden wir auch super, sind wir dabei. Aber wirklich unfassbar und vielleicht mal für die, die letzte Woche nicht zugehört haben, Hack the Crisis war einfach die Idee, Lösungen in der Krise zu finden, ganz ähnlich nach einem Hackathon, wo Leute eigentlich aus verschiedensten Ecken zusammenkommen und einfach innerhalb von etwas über 48 Stunden an Lösungen bauen. Und da war ganz, ganz, ganz viel Erstaunliches dabei und war aber auch, wie du sagst, einfach ein ganz, ganz schräger Zugang. Ich habe das Ganze ja moderiert und auch das war für mich ganz wild. Und du hast da einen Satz gesagt, ein Call nach dem anderen. Vielleicht um einfach diese Dimension zu sagen. Also für mich war es dann teilweise so, dass tatsächlich dann Skype offen war, Zoom war offen, dann die Plattform fürs Livestream, WhatsApp und alles parallel und tatsächlich dann einer unserer Teammitglieder einfach nur mir permanent Links geschickt hat, geh noch da hin. Da müssen wir auch noch ein Gespräch haben, da auch noch. Ich bin mir vorgekommen, wie so ein altmodischer DJ, der einfach ein Call nach dem anderen öffnet. Und ich weiß noch, wie ich dann der Josie irgendwann geschrieben habe, wo muss ich jetzt hin? Ich weiß nicht mehr, wo ich hin muss, weil es einfach so viele verschiedene Calls waren, die da in Parallel stattgefunden haben. Das war unfassbar. Das war unfassbar. Und ich weiß noch, wir haben einfach am Abend die Ohren geglüht, weil einfach die ganze Zeit die Airpods drin. Unglaublich. Und das Spannende war aber auch für mich, persönlich, ich meine, ich bin ja ein echt alter Hase, was moderieren betrifft. Das erste Mal quasi zu moderieren, auch da, was man einfach, wie man sich anpassen muss an neue Gegebenheiten, das war schon spannend. Und das Lustige war dann, wie mich der Kollege dann, mit dem wir das gemacht haben, dann anzählt übers Ohr und sagt, okay, in 3, 2, 1. Und man spürt plötzlich diese wunderbare Aufregung, die ich sonst nur von Bühnen kenne, obwohl ich immer im Büro hocke, vor meinem Notebook, quasi in vertrautester Umgebung. Und wie es eigentlich fast genauso ist wie The Real Thing. Und weil das Publikum quasi in Anführungszeichen, wir hatten ja ein Live-YouTube-Video, da wir quasi live mitkommentieren und auf Sachen eingehen, das war schon richtig gut und das war schon richtig nah. Und es war spannend zu sehen, wie unser Team das so schnell aufbaut und wie man auch selber sich beginnt, an diese Sachen anzupassen. Das war schon ganz, ganz, ganz toll. Aber sehr stressig. Und das skurrile ist allerdings, und das geht wahrscheinlich sehr vielen Leuten so, weil für mich, dann direkt danach, dann macht man das und freut sich und das Ganze ist vorbei. Boom. Und man steht auf und ist in seinem Büro, geht raus und ist plötzlich in seiner Küche. Und es ist so, diese Transition ist dann kaum da. Und das ist dann schon lustig. Ja, man ist schon im Tunnel.

Markus

Es ist wirklich alles andere ausgeblendet. Und der Speed, den du, den, du hast gesagt, alles sehr stressig, es ist ein unfassbarer Speed gewesen. Denn eigentlich die ganze Woche, wo du zuerst angesprochen hast, die Partner, die viele komplett unkompliziert, also wo ich oft noch nie erlebt habe, dass so große Institutionen sich so schnell bewegen können. Und es war so schnell einfach, ja, okay, das ist super, das müssen wir supporten, da sind wir dabei und eben aus ganz verschiedenen Ecken, ganz verschiedenen Backgrounds.

Daniel

Ja, wir haben natürlich jetzt aber auch ein Thema und das ist immer so interessant. Man kann es nicht überstrapazieren. Wir haben a common cause. Wir haben etwas gemeinsam, wofür wir kämpfen und etwas, was uns gemeinsam betrifft. Und für mich ist es so klar, ich lerne so viel gerade einfach auch aus dieser Krise, was Kommunikation betrifft. Und ich denke mal auch, ich habe hunderte von Malen in Keynotes erklärt, warum es so wichtig ist, ein Y zu haben, warum es so wichtig ist, ein Y zu kommunizieren, jedem mitzuteilen, wie sie Veränderungen betreffen. Und ich weiß, ich werde in Zukunft einfach nur noch ein Beispiel haben müssen, sagen, wisst ihr noch, in der Corona-Krise, uns war allen klar, was das Problem ist, uns war allen klar, dass wir was verändern müssen. Und es war von oben bis unten, von links nach rechts, jeder war dabei. Und das ist, glaube ich, so wichtig. Diese Common Cause. Und das Lustige ist, wenn man dann zum Beispiel wie wir seit Jahren um das Startup-Thema rettert und viele sagen, Startups, kleine Nische, interessiert uns nicht. Dann merkt man halt ganz einfach, ja, da wird nicht immer ganz verstanden, warum und wo es das Ganze quasi nachhaltig betreffen wird, warum auch Startups ein fundamentaler Teil der Thematik sind. Das ist schon interessant und dass man auch nur sieht, es wird immer nur Veränderungen geben, wenn Leute selber kapieren, wie es sie betrifft. Und ich glaube bis immer, bis heute noch, dass wir, nicht wir, sondern wir quasi, die wir sind in unserer Text-Szene und die wir, die wir quasi auch auf unserer Ebene agieren, nicht immer einfach genug kommuniziert haben. Das Menschen sehen, wie es sie betrifft. Es ist skurril. Es ist wirklich skurril. Jetzt haben wir gesehen, wie viel möglich ist. Jetzt haben wir wirklich gesehen, auch wie schnell man Veränderungen vorantreiben kann. Und ich habe irgendwo ein Bild gesehen, das war ziemlich makaber eigentlich, und das macht gerade in meiner Facebook Bobble die Runde. Anders stand. Das ist einfach am etwas, da steht drin. Es ist ein Question. Who led the digital transformation of your company? A, the CEO, B, the CTO, C, Covid-1919. Under das hat schon viel Wahres, dass das Covid-19 eigentlich der Motor der digitalen Transformation auch irgendwie ist. Vor allem ganz klar, es jetzt geht es nicht darum, irgendwelche Vanity-Sachen zu machen. Es geht nicht darum, irgendwas Lustiges zu tun, sondern klarer Anlass, klare Lösung, los. Das hat schon was für sich.

Markus

Ja, und das haben wir am Wochenende, glaube ich, auch absolut gesehen, dass da jetzt einfach sehr viel Wille da ist, Veränderungen anzustreben, die davor vielleicht nicht unbedingt auf der Agenda gestanden ist. Und es war trotzdem für mich als Erfahrung nochmal was ganz Neues, obwohl wir so stark auch in diesem Umfeld schon dabei waren, obwohl ich schon so viel auch bei solchen Programmen involviert war, obwohl ich so viel auch in Jurys dabei war. Also da waren so viele, ich habe gestern ein bisschen drauf reflektiert und es ist schon losgegangen am Donnerstag, als wir diese Challenges bekommen haben. Wir haben eben über 80 Challenges bekommen, am Donnerstag in der Früh waren es noch 20. Und innerhalb von einem Tag sind dann plötzlich 60 Challenges reingekommen. Und die Komplexität, auch diese Challenges so hinzubringen, dass man darauf aufsetzen kann, einen Hackathon, das haben wir komplett unterschätzt. Also da kamen natürlich viele, die sehr ähnlich waren. Es kamen einige, die eigentlich, wo man eigentlich gesehen hat, okay, das hat jetzt ein Startup eingereicht, das gerade an einer Lösung arbeitet, sodass sie dann halt während dem Hackathon auch dann arbeiten können und die Zeit irgendwie auch und die Mentoren und die Unterstützung auch irgendwie nützen können. Und gleichzeitig kamen aber auch wirklich, sage ich jetzt mal, klassisch ganz authentische Challenges von den Leuten an der Front rein, die halt gerade mit denen zu kämpfen haben. Und es war dann auch da schon wirklich schwierig zu entscheiden, okay, nehmen wir jetzt nur diese authentischen Challenges, was dann halt einige, die vielleicht übers Wochenende Gas geben wollen würden, davon abhält oder nehmen wir alle oder probieren wir sie zu merchen irgendwie. Und am Ende, glaube ich, haben wir dann 59 gehabt, also immer noch sehr viele. Wir sind dann eher den Weg gegangen, dass wir möglichst viele zulassen und halt nur die, die wirklich irgendwie doppelt waren, möglichst unter einer Challenge vereinen. Aber das führt natürlich auch dazu, dass es extrem breit wird und extrem schwierig auch zu vergleichen, die Projekte, was dann im Jury-Prozess am Sonntag und am Montag wiederum unfassbar komplex war. Ich war wirklich noch nie in einer Jury, wo es mir so schwer gefallen ist, die Projekte zu bewerten und die Projekte in irgendeiner Form auch auszuwählen, weil einerseits war es einfach eine sehr hohe Dichte an bemerkenswerten Projekten, die übers Wochenende wirklich was auf die Beine gestellt haben. Also es ist crazy, was da für Videos teilweise eingereicht wurden, die hochprofessionell gemacht sind und trotzdem innerhalb eines Wochenendes entstanden sind. Genauso auch ein paar Prototypen, wo man sich denkt, holla, holla, die haben sicher die ganze Nacht durchgearbeitet. Und da dann zu sagen, und gleichzeitig aber auch super Ideen dabei, super kreative Ideen, die vielleicht noch nicht so weit sind im Prozess. Und wie kommst du dahin, dass du dann solche Projekte miteinander vergleichst, wie schaffst du es, da auch Entscheidungen zu treffen? Weil normalerweise bin ich immer ein Fan von in den Jury-Prozessen, wenn du von den Judges auch wirklich Ja-Nein-Entscheidungen kriegst. Also eigentlich so, okay, das ist ein Projekt, das sollte pitchen dürfen, das sollte in die Top 10 kommen, das sollte bei den Gewinnern dabei sein, das sollte Preise bekommen. Und wir haben das auch diesmal bei der initialen Vorentscheidung, da hatten wir zweieinhalb Stunden Zeit, um halt aus diesen, ich glaube, 54 Projekten waren es dann am Ende, circa 10 rauszufinden, die dann im Livestream gezeigt werden. Und jedes Projekt wurde von zwei Judges bewertet. Und da gab es dann die Möglichkeit, am Ende hat dann jeder Judge einfach gesagt, okay, gibt es eine Empfehlung, dass dieses Projekt pitcht oder nicht. Und bei 28 Projekten haben beide Mentoren oder beide Judges gesagt, ja, die sollen pitchen. Und das war also komplett unmöglich natürlich von der Zeit. Und dann mussten wir auf ein numerisches Ranking gehen, aber das ist natürlich dann, hat immer irgendwie auch, besonders wenn es schwierig ist zu vergleichen, ist unglaublich schwierig. Also das war so ein schwieriger Prozess, wo für mich auch so viel Bauch wäre am Ende dabei war, weil es so viele coole Projekte gab, wo die dann halt nicht pitchen durften, wo ich sehr, sehr viel auch wirklich an diesem Wochenende gelernt habe.

Daniel

Absolut. Und ich meine, das Richtige ist auch, du hast gesagt, wir haben einfach so unfassbar viel über das Wochenende gelernt. Das ist schon spannend und es ist schon krass, was da eigentlich so alles passieren kann innerhalb von so kurzer Zeit. Ich bin neugierig. Ich bin neugierig, wie stark eigentlich auch, wenn man es nochmal so einen Schritt auch zu mitnimmt, wie stark vielleicht auch Covid-19 oder die Krise, die daraus hervorgegangen ist, eigentlich, wie gesagt, als Motor einer neuen Transformation dasteht, dass Leute da rausgehen und sagen, okay, verdammt, wir mussten uns so schnell ändern, verdammt, das darf nicht nochmal passieren. Was machen wir jetzt anders? Und ich bin neugierig. Wir sind allerdings natürlich noch ein bisschen weit davon entfernt, muss man natürlich auch einfach so sagen. Die Zahlen, ja, sie verlangsamen sich, aber steigen dennoch täglich. Und man merkt, es ist ein Team-Effort, um das Ganze runterzutreiben. Und ja, ich meine, jetzt sind wieder neue Veränderungen da und jetzt kommt natürlich das Thema der Masken nach dem Social Distancing. Ja, ich finde es eine gute Entscheidung. Es ist aber auch amüsant, etwas, was noch bis vor kurzem belächelt wurde, wird jetzt auch Alltag. Wie siehst du das mit den Masken?

Markus

Ja, gute Frage. Also ich glaube, Anna für sich rein logisch gesehen müssen Masken Sinn machen. Weil in dem Moment, wo ich nicht mehr meinen rumhuste in der Öffentlichkeit, wo ich nicht mehr meine Atemluft überall verbreite, bin ich weniger eine Gefahr für andere. Deswegen war ich von Anfang an auch recht kritisch, dass wir in der westlichen Welt und besonders halt auch in Europa sehr stark die Linie vertreten haben und sehr stark auch da rausgepusht haben, mehr Masken bringen eh nichts. Meine Wahrnehmung ist wahrscheinlich gab es einfach zu wenig auch Angebot an Masken und deswegen wollte man jetzt nicht, wollte man verhindern, dass die Masken, die es gegeben hat, quasi der Medizin dann auch weggenommen werden, wo sie halt noch viel dringender gebraucht werden. Und dementsprechend glaube ich, dürfte es jetzt eben ein besseres Angebot geben und die Regierung hat es, glaube ich, auch geschafft, da jetzt international Nachschub zu organisieren. Und da macht es sicher Sinn, dass man Masken trägt, um einfach andere Leute zu schützen. Also die meisten Masken, glaube ich, und über die, die wir jetzt sprechen, sind eher zum Schutz anderer gedacht als zum Schutz von sich selbst. Also das ist auch ein Thema, dass man Rücksicht nimmt auf andere, dass man möglichst halt nicht selbst den Virus ausbreitet. Und ja, ich halte es für sehr sinnvoll.

Daniel

Ja, ich auch, also ich finde auch, es ist das einzig Richtige. Und ich weiß, wie ich für mich einfach, also ich bin, ich bin auch jemand, der sich sehr stark an diese Isolation hält. Ich nehme das alles sehr ernst, muss ich dazu sagen. Und ich probiere so wenig wie möglich rauszugehen. Und wenn ich dann im Supermarkt war, das ist bis jetzt erst, ich glaube, einmal passiert seitdem, da fühle ich mich unwohl. Aus dem einfachen Grund. A, ich weiß nicht, was ich verbreite. Und B, aber auch was anderer. Und die Idee mit den Masken, das wird einfach, es macht einfach für mich vollkommen Sinn, dass man zumindest in solchen Settings eine Maske trägt, nicht andere anstecken kann. Und vor allen Dingen ist es so komisch, ich habe mich so unwohl in den Supermärkten gefühlt oder in dem Supermarkt gefühlt. Und dann bist du dann bei der Kassiererin oder bei dem Kassierer und denkst dir, meine Güte, meine Güte, die sitzen da ohne Schutz. Da ist es so eine hohe Chance, dass da irgendjemand vorbeikommt und etwas hat. Das ist einfach, es ist, es ist nicht fair. Und ich glaube, alle, die auch dann Masken in den nächsten Tagen ein bisschen belächeln werden. Man muss, glaube ich, an die anderen einfach denken und auch verstehen, dass man für die anderen eine Verantwortung hat. Und dass wir hier, einige sagen das halt sehr hart, dass wir uns in einem Krieg befinden. In einer gewissen Form ist es ein Krieg gegen diesen Virus. Und ich glaube, man muss die Leute, die eben an Vorderstorn kämpfen, auch so stark wie möglich schützen und unterstützen. Und ich finde, das Schlimme an einem Virus ist, man kann den Virus nicht schlagen und man kann nicht auf ihn schießen und nichts. Man sitzt einfach dort und hofft, dass es einen nicht trifft. Und das ist schon richtig hässlich, das Gefühl. Das ist unsichtbar, ja. Das ist das.

Markus

Das unsicht ist so ein bisschen auch wie damals die Atomkatastrophen, oder? Das ist so etwas, was halt wirklich gefährlich ist, aber trotzdem nicht sichtbar und irgendwie so, man auch nicht wirklich mitbekommt am Anfang.

Daniel

Du wirst das Lustige mit der Atomkatastrophe ist, ich bin ja ein paar Semester älter als du und tatsächlich habe ich eine sehr kindliche Erinnerung daran. Und das war einfach, Tschernobyl war, wann war das, glaube ich, 1986, bilde ich mir ein. Und wenn ich es richtig habe, ich glaube 86. Und ich weiß, dass ich plötzlich nicht mehr in der Sandkiste spielen durfte. Weil eben die Idee war, da habe ich damals in Hamburg gewohnt, weil die Sache der war, man wusste nicht, wo dieser Niederschlag sein würde. Und einer der Dinge, wo es auch sein würde, wäre in Sandkisten. Und ja, ich habe jetzt gerade geschaut, es war 1986, da war ich fünf Jahre alt und ich habe die Welt nicht verstanden, weil alles war gleich. Und meine Eltern haben mir erklärt, nein, nein, nein, jetzt ist diese Sandkiste hochgradig giftig. Und in meiner kindlichen Vorstellung war es davor, wann durfte ich nicht in die Sandkiste, wenn irgendein Hund reingemacht hat? Kann ich auch nachvollziehen. Und den Haufen sehen, habe auch selber nicht unbedingt Bock drauf gehabt. Aber plötzlich diese wunderbare Sandkiste, und sie mir erklärt, da ist irgendwas in der Luft und das kommt von irgendwo weit her und das ist total gefährlich, ich kann es nicht nachvollziehen. Und da war natürlich auch viel Frustration, plötzlich nicht mehr die Sandkiste zu dürfen. Und das ist schon, es ist schon eine sehr abstrakte Gefahr und das ist das Problem, warum Menschen es so unterschätzen. Eben, wenn da jemand auf einen schießen würde, wenn das Gebäude brennen würde, glaube ich, würde jeder Mensch sofort alles tun. Aber weil es eine abstrakte Gefahr ist, machen Menschen sehr dumme Dinge und sehr dumme Dinge. Ich merke halt auch bei mir, wie mich ein Thema richtig, richtig, richtig nervt und auch aggressiv macht, ist das Thema Social Distancing. Ich merke, dass sich die meisten Menschen dran halten. Wie gesagt, Stichwort Supermarkt. Und ich merke es auch, ich schaue noch immer, dass ich alle zwei Tage laufen gehe und wie gesagt mit Vierbeiner, ich muss dann auch vor die Tür. Und die meisten Menschen halten sich dran. Und da gibt es ein paar Schmuckstücke, die sich einfach nicht dran halten. Und das finde ich, das macht mich sowas von dermaßen wütend. Und auch das letzte Mal, dass ich im Supermarkt war, es war genau so, dass dann Leute dort plötzlich sind, die zu fünf hinter mir standen und was ich sowieso schon mal Weltklasse fand, die sich dann auch einen billigen Wodka und ein billiges, äh, einen billigen Energy Drink gekauft haben und sich darüber amüsiert haben, dass das ja nicht Social Distancing sei. Und einer von ihnen das dann auch abgetan hat. Die wirkten auch direkt wie aus irgendeiner ATV-Doku, muss ich dazu sagen. Also lauter Piercings im Gesicht und ich würde sagen, IQ nicht viel höher als ihre Schuhgröße. Und meine Güte. Und dann steht man da und ich muss dazu sagen, ich habe zu dem Zeitpunkt schon eine Maske aufgehabt, weil ich das Ganze, wie gesagt, vielleicht auch ein bisschen zu ernst nehme, aber mir ist lieber zu ernst als nicht. Und ich war so dankbar, eine Maske aufzuhauen. Ich habe mir aber auch in der Situation gedacht, weißt du, wenn ich ihnen sagen würde, bitte Abstand halten. Ich weiß, dass diese Leute nicht sagen werden, okay, klar, nee, sondern die werden dann natürlich auch voller Provokation gehen. Und das war so eine Situation, die hat mich richtig geärgert. Und der Instinkt in mir, ein Instinkt in mir sozusagen, da kommt der alte Rugbyspieler raus, ist, ich hätte einfach Lust, dem ersten von denen einfach eine Kaltverformung seiner Nase zu geben, was ich natürlich nie tun würde, weil Gewalt ist nie eine Lösung.

Markus

Ist ja auch wahrscheinlich strategisch, wenn das fünf sind, schon recht gewagt.

Daniel

Extrem doof. Aber ich merke einfach in mir so eine richtige Wut, die da aufgekommen ist. Und ich denke mir, how hard can it be, einen Meter Abstand zu halten? Einfach für andere. Und das Problem ist, ist, man hört, 90%, 95% der Bevölkerung halten sich dran, die anderen aber nicht. Und die machen es sehr schwer. Und das ist sehr frustrierend.

Markus

Ja, das ist halt, leider gibt es diese Gruppe an Menschen, die einfach von Grund aus sehr rücksichtslos sind. Und das zeigt sich halt auch hier wieder. Wenn es für sie selbst nicht greifbar ist, die Gefahr, dann ist es wurscht, was das für andere bedeutet. Und wie sehr das ihre Handlungen jetzt auch sehr gravierende Effekte auf viele Menschen haben können. Richtig. Ja, also ich glaube, da ist ein schmaler Grad auch zwischen unnötigem Denunziantentum, wo man sagt, okay, man hat unvollständige Informationen kritisiert und verurteilt und judged jetzt Menschen, ohne dass man sieht, was halt wirklich der Hintergrund davon ist. Gibt sich ja auch solche Beispiele, wo Menschen halt einfach dann anfangen, den, keine Ahnung, wenn du mit dem Hund rausgehst, dich dann anzuschreien, dass du nicht draußen sein sollst oder ähnliches. Gleichzeitig glaube ich, muss man aber schon auch die Zivilcourage haben und wirklich ganz klar rücksichtsloses Verhalten ansprechen und aufzeigen und schauen, dass man einen Beitrag dazu leistet, dass das nicht passiert, weil de facto ist die Realität, dass das derzeit auch Leben retten kann.

Daniel

Richtig. Und ich meine, du hast es auch schon gerade angesprochen, das Thema Denunziantentum. Ich merke es an mir selber, ich merke es auch an meinem Umfeld, es ist ein ganz schmaler Grad zwischen Zivilcourage und Denunziantentum. Und ich glaube, das wird sich auch in den nächsten Tagen und Wochen noch zuspitzen. Weil der Punkt ist, ich glaube, wir sind zunehmend frustrierter und gereizter mit dem Thema. Ich muss dazu sagen, ich bin für mich alles gut, weißt du, was ich meine. Aber ich verstehe viele Menschen, die, wie soll ich sagen, auch, ich kann mir gar nicht vorstellen, wie es sein muss. Zu dritt, äh, nicht zu dritt mit drei Kindern zu Hause sitzen, alle machen Homeschooling, man selber hat einen Job, der Mann auch noch oder die Frau auf engsten Raum, da ist man, glaube ich, auch schon richtig gereizt. Und das wird verlängert, weil sich ein paar Leute nicht an die Spielregeln halten. Das muss man einfach so sagen. Ich glaube, wenn jeder sich dran halten würde, wären wir schneller draußen, als wenn es ein paar Idioten gibt, die es nicht tun. Und dann ist es natürlich ganz klar, wenn man dann zehn Leute im Park sieht, das muss man melden, ganz klar. Aber wie du auch richtig sagst, was ist denn mit denen, die noch mit dem Hund rausgehen müssen? Oder was ist mit der Familie, die zwei Kinder haben, die vielleicht 15, 16 sind und aus zehn Meter Entfernung sieht das aus, wenn die Eltern mit den Kindern spazieren gehen, wie vier Leute, die zusammen sind, die werden sicherlich angepöbelt werden. Man sieht natürlich auch, wie, das habe ich Gott sei Dank hier noch gar nicht erlebt und auch nicht hier davon gelesen, aber man sieht, dass zum Beispiel in Amerika es Anfeinde gegenüber Asiaten oder Personen mit asiatischem Hintergrund gab, den vorgeworfen wurde, den Wuhan-Virus mitzubringen, wie sie es so schrecklich nennen. Da liegen die Nerven blank. Und es ist ein sehr schmaler Grad, wie Leute damit umgehen. Und ich glaube, es wird sich auch nicht verbessern. Ich glaube, vielleicht ist es einfach ein Lösungsansatz, dass man einfach noch klarere, ich sag auch mal, physische Distanzierungsmethoden einzieht, wie zum Beispiel in Supermärkten. Das ist schon mal, glaube ich, ein ganz guter Schritt, um nochmal auf das ursprüngliche Thema zurückzukommen. Aber ja, ich glaube, es wird dann noch ein bisschen Unruhe geben in die Richtung. Und ich glaube, es wird dann bestimmt auch mal die eine oder andere kleine Hauerei geben wegen Social Distancing. Könnte ich mir vorstellen. Und nicht einhalten davon und Masken und so weiter und so fort. Ja, let's see. Man muss natürlich auch sagen, zusätzlich zu dieser Frustration für viele zu Hause rumzusitzen, dann haben sie natürlich noch diesen Unsicherheitsfaktor. Und dann kommt natürlich auch dazu ganz, ganz, ganz vielen Menschen, wie es einfach die Existenzgrundlage genommen wurden. Ganz viele Menschen sitzen vor den Scherben ihrer Existenz, sind unsicher, wie es weitergeht. Das macht natürlich Angst, and there is natürlich sehr, sehr, sehr viel, wie soll ich sagen, ein gewisses Pulverfass, auf das man einfach Acht geben muss. Ich bin gespannt, wie man damit umgehen wird. Auch dass man Menschen vermittelt, ja, da ist Sicherheit. Ich finde, es macht die Bundesregierung zurzeit sehr gut, muss man dazu sagen. Aber eben die Arbeitslosenzahlen sind natürlich auf einem absoluten Rekord hoch.

Markus

Ja, es sind Höchststand seit 1946, das liste ich schon ziemlich schlimm. Mehr als 500.000 Menschen. Ja, und es ist jetzt natürlich die Frage auch, das ist schon sehr viel ist. Das ist auch sehr viel für eine Volkswirtschaft. Es ist die Frage: Ist das jetzt nur temporär? Ist das jetzt etwas, das ein paar Monate anhält und dann werden die meisten wieder einen Job finden? Dafür würde sprechen, dass halt viele aus der Gastronomie oder aus der Baubranche gekommen sind, wo eine gewisse Saisonalität ohnehin vorhanden ist, wo das sowieso relativ flexibel auch gehandhabt wird. Also das finde ich ist ein positives Signal. Andererseits muss man halt auch sagen, dass Wirtschaftskrisen immer zu gewissen Korrekturen im Markt auch führen. Also wenn man sich anschaut, zum Beispiel die Finanzkrise 2008, 2009, da sind viele Jobs gestrichen worden, die in der Form danach nicht wieder aufgebaut wurden. Und es sind aber andere Jobs auch entstanden, das muss man da wieder sagen. Also das kann generell ein Motor der Veränderung sein. Aber ich habe schon lange für sich so am Radar, ich glaube, dass viele Jobs derzeit auch vielleicht gar nicht so sinnvoll sind, dass Menschen in diesen Jobs auch irgendwie der Sinn fehlt. Also das Gefühl haben, sie haben eigentlich nicht wirklich einen Impact, nicht wirklich eine Existenzberechtigung für, oder es gibt nicht wirklich eine Existenzberechtigung für die Tätigkeit dieser Jobs. Es gibt dazu ein Buch von David Graeber, das heißt Bullshit Jobs und der sagt überhaupt, ein Drittel unserer Jobs ist sinnlos. Ob es jetzt wirklich ein Drittel ist, ist eine andere Frage. Aber am Ende, glaube ich, ist das schon auch ein Element, das man sich da anschauen muss, wie viele Jobs poppen halt jetzt auch so auf, dass man sieht, okay, auch wenn sie nicht ausgeführt werden, ist jetzt kein Drama für die Company. Und was bedeutet das für diese Jobs auch nach der Krise, wenn diese Kurzarbeitsperiode wieder vorbei ist? Und ich glaube, da kommen dann eben auch Startups sehr stark ins Spiel, weil die sind natürlich ein Jobmotor und jemand oder sind auch die Treiber von neuen Jobs, die dann entstehen und vielleicht auch diese Arbeitslosigkeit, Nachhaltigkeit oder diese Arbeitslosigkeit nachhaltig wieder nach unten bringen können.

Daniel

Absolut. Ich meine, das einzige Thema ist natürlich immer dort. Ich sehe es immer so mit so einem Lachenden unseren meinen Auge. Das Lachende an mir ist so, mein Gott, endlich diese Transformationen, für die wir alle, auf die wir alle schon so lange hinweisen und ein klares Why und danach wird hoffentlich viel schneller gehen, bla bla bla. Mein anderes Herz natürlich in meiner Brust ist natürlich auch jemand, der stark in der Event-Branche verortet ist. Für mich als Moderator und Speaker, ja, da ist die Transformation recht leicht, in Anführungszeichen. Ja, die Business Models werden adaptiert, es wird ein paar Monate hart sein, das sehe ich so, aber es wird Lösungen geben. Was aber schwierig ist, ist, und ich sehe es, ich habe heute wieder ein Posting gesehen, wo jemand sagt, ah super, in Zukunft Pressekonferenz nur noch von zu Hause, das ist ja total schön. Ich möchte nicht darauf eingehen, wer man CEO von einem großen österreichischen Unternehmen. Und ich denke mir aber in dem Moment, wenn das aber so ist, wenn das die Art und Weise ist, wie weitergedacht wird, dann werden fünf oder zehn Menschen einfach in dem Moment keinen Job haben. Und das sind Menschen, denen es aber schwerfallen wird, vielleicht in den neuen Unternehmungen Jobs zu finden. Und das ist immer so ein bisschen auch die Härte des Ganzen, gerade in der Eventbranche. Es werden so viele gestrichen, es sind so viele Lichttechniker und so viele Soundmenschen und so weiter und so fort. Und einfach ganz einfache Stage-Hands, großartige Menschen. Für die wird es richtig hart. Und das macht mir einfach große, große, große Angst. Weil das ist einfach nicht schön. Und zuzusehen, wie das Ganze weggeht, das ist schrecklich. Oder ich glaube auch, viele, viele Lokale werden monatelang nicht geöffnet haben. Das ist natürlich einerseits für die Betreiber schrecklich, aber ich denke mir immer, weißt du auch gerade für die Kellner, ich bin, es gibt ein Lokal, wo ich regelmäßig hingehe, ganz, ganz, ganz toll ist. Jeder, der mal mit mir frühstücken war, weiß genau, wo das ist. Und ich denke mir, als Kellner ist es so, wenn du einen guten Job machst, du weißt, du wirst immer einen Job finden. Das ist krisensicher, weißt du, was ich meine? Und plötzlich fällt das weg und das sind Menschen, die haben aber in keinster Weise, oder kann ich mir nicht vorstellen, Rücklagen für Monate und vor allen Dingen dann perspektivisch auf der anderen Seite. Ich glaube, die neuen Jobs werden immer eher im oberen Segment angelagert sein und nicht auf der anderen Seite. Das ist schon richtig hart und das macht mir auch Angst, weil natürlich hohe Arbeitslosenzahlen heißt auch hohe Frustration in einer Regierung, äh, in einer Gesellschaft und wo die Frustration hoch ist, da ist auch immer Raum für Spinner politischer Natur. Das ist immer ein bisschen gefährlich. Vielleicht muss ich auch dazu sagen, habe ich die Lösung dafür? Nein, natürlich nicht. Das ist ein komplexes Thema, aber ich kann nur einfach für mich nochmal zum 500. Mal ist es für mich eine Bestätigung, warum ich so hundertprozentig an den Sozialstaat glaube, warum ich das so unendlich wichtig und so schön finde, dass es das gibt. Und ich habe die letzten Jahre liefen gut für mich. Und ich habe viel Steuern gezahlt und ich muss einfach sagen, ich zahle gerne Steuern. Ich finde es gut, dass es so hohe Steuern und Abgaben gibt, wenn wir so vielen Menschen in so schweren Zeiten helfen können. Und genau das muss so sein, weil mir wird fast schlecht, wenn ich nach Amerika schaue und mir denke, dass dort eben beschriebene Menschen dann, ja, den bleibt nicht viel, da ist auch nichts. Ach so, ja, hast du schwere Krankheiten. Bist du versichert? Nein, naja, puh, wow, schlecht, aber let's make America great again. Was für ein Idiot. Und hier habe ich den Eindruck, ja gut, du kannst auf uns vertrauen, wir werden dir helfen. Das ist ein so wichtiges Zeichen für einen Staat und auch etwas, was auch eine existenzbedrohende Unruhe auch ein bisschen zumindest abfangen kann. Und ich denke es mir in Zeiten wie diesen einfach so sehr, ich finde es so gut, dass wir einen Sozialstaat haben. Und das ist etwas, das muss für immer in unseren Grundfesten verankert sein. Und ich glaube, dieser europäische Stil, auch auf die, denen es gerade nicht so gut geht, zu schauen, das ist einfach eine Art und Weise, die müssen wir uns für immer beibehalten. Und ich glaube, das ist etwas, was auch nach der Krise richtungsweisend wieder sein werden muss.

Markus

Ja, ja, ja, ja. Und dabei vielleicht noch als Schlusswort, ich glaube, das wird die große Herausforderung sein und das wird das sein, was nach der Krise eine ganz zentrale Rolle auch einnehmen wird, wenn wir uns überlegen, wie sich Europa positioniert. Wir müssen diesen Sozialstaat ins 21. Jahrhundert bringen und an unsere digitale Welt anpassen und an die Welt, die sich jetzt entwickelt hat. Weil derzeit ist das auf gewissen Themen aufgehängt, die vielleicht in der Form auch gar nicht mehr so stark weiter bestehen. Also das ganze Thema Geek Economy und so weiter, das wird vom Sozialstaat derzeit überhaupt nicht erfasst. Und ich glaube, das ist eine Riesenherausforderung, aber eine ganz zentrale, die sich unsere Regierungen definitiv vornehmen sollten.

Deep Dive: Rettungsschirm für Startups

Daniel

Und hier ist ein, ich weiß nicht, ich habe Moonshot oder Prediction, aber ich möchte es einfach mal machen. So ähnlich wie wir Konsumenten, ich glaube, ich habe es schon eins von Mal gesagt, so ähnlich wie wir Konsumenten wissen, wenn wir zum Beispiel ein Bio-Produkt kaufen, dass wir bereit sind, etwas mehr für ein Produkt zu zahlen, weil wir wissen, dass es nachhaltiger produziert wurde. So sehr wünsche ich mir ein Produkt in der Zukunft, das von mir aus ein paar Euro mehr kostet oder ein paar Prozent mehr kostet. Und ich weiß, es ist ein europäisch produziertes Produkt. Ich weiß, es ist etwas, das irgendwo in unser System einfließt, das Jobs in Europa oder in Österreich schafft. Das ist, glaube ich, etwas, da müssen wir eine Bevölkerung darauf hinführen und hinweisen, dass man sagt, ja klar, kannst du das Produkt aus China kaufen, das 2 Euro kostet. Du kannst es aber auch für 3,50 Euro kaufen. Das zahlt aber in unser Ökosystem ein und hilft uns, dass wir da gemeinsam stark aus dieser Krise hervorgehen. Und das ist, finde ich, einfach etwas, das wird kommen, das muss kommen. Und ja, das ist mein Moonshot, aber auch meine Prediction schon mal in einem. So, jetzt kommen wir ja auch wieder traditionell zu unserem Deep Dive und der Deep Dive heute, ja, sehr passend. Wir wollen verstehen, wie sieht es aus mit einem möglichen Corona-Startup-Paket der Regierung? Was tut denn die Regierung für uns Startups? Tut sie etwas, tut sie nichts, was soll sie tun? Und um Gottes Willen, was wird passieren? War das eine gute Anmoderation?

Markus

Es wird sich rausstellen.

Daniel

Das stimmt, das stimmt, das stimmt.

Markus

Ich meine, was vielleicht da ganz spannend ist, in Deutschland wurde das nämlich heute angekündigt. Da hat oder gestern was der Finanzminister Scholz hat angekündigt, dass es eben einen Extra Rettungsschirm, ein Extra Rettungspaket für Startups gibt, weil die halt bei den derzeitigen Maßnahmen etwas durch den Rost fallen, weil halt Startups, wie wir hier auch schon, glaube ich, oft erläutert haben, ein bisschen anders sind als andere Unternehmen und dadurch gewissen Kriterien auch nicht entsprechen, die derzeit notwendig sind. Und dementsprechend ist es natürlich jetzt ganz spannend, ob Österreich danach zieht. Im Prinzip glaube ich, bin ich ganz zuversichtlich. Es sind eher positive Signale, die man wahrnimmt. Das hat zum Beispiel der Harald Maherer am Wochenende ein Interview gegeben, wo er auch ganz klar angesprochen hat, dass es sowas braucht. Und ich gehe schon davon aus, dass es da auch eine enge Abstimmung gibt. Und da Harald Maara nur mit sowas rausgeht, wenn es da auch eine durchaus realistische Chance dafür gibt. Und ich glaube, da ist jetzt halt wichtig, dass man auch den politischen Entscheidungsträgern dabei hilft, die richtigen Maßnahmen zu setzen. Und da hat eh eben der Harald Maara gestern einen ganz guten Vergleich gezogen in einem Call, dass man halt auch in Phasen denken muss, so wie das Mediziner tun, geht das derzeit auch unserer Wirtschaft so und jetzt nicht nur den Startups, sondern vielen. Derzeit ist es halt ein absolut akuter Notfall, wo viele Unternehmen, wenn jetzt nicht sofort etwas passiert, sie sehr schnell sterben, beziehungsweise in dem Fall pleite gehen. Das heißt, die erste Phase wird sein, dass man jetzt halt als Notarzt ankommt mit Blutkonserven und Herzdruckmassage und den Patienten irgendwie im Leben erhält. Die zweite Phase und idealerweise irgendwie halt auch ins Krankenhaus bringt, die zweite Phase wird dann sein, eine Notop am offenen Herzen, wo es ein bisschen struktureller geht und vieles repariert wird. Und die dritte Phase wird dann sein, wenn es darum geht, dass man sich generell wieder erholt, also ein bisschen eher ein Konjunkturpaket, was dann wahrscheinlich in einigen Monaten folgen wird. Und da glaube ich, ist auf allen Ebenen wichtig, dass man Startups im Auge hat, dass man versteht, okay, was sind die Besonderheiten von Startups und wo muss man ansetzen?

Daniel

Ich stelle mal eine sehr unpopuläre, hässliche Frage. Wenn mir die Analogie des Rettens und des medizinischen Nehmens, meinst du, müssen wir auch eine Triage bei Startups ansetzen? Sprich, haben wir die Kapazitäten, jedem Startup zu helfen? Oder müssen wir wie ein Mediziner am Schlachtfeld auch tatsächlich sagen, okay, diese Startup keine Chance. Diese Startup wird sich vielleicht noch ein bisschen halten können und diesem Startup kann ich jetzt mit meinen Fähigkeiten helfen?

Markus

Das hoffe ich nicht. Also ich glaube, das Ziel muss sein, dass man genauso wie auch medizinisch das Ziel sein muss, dass man keine Triage durchführt, sollte es auch das Ziel sein, dass wir möglichst probieren, alle, die prinzipiell funktionieren, dass man die auch erhält. Weil, und das ist ganz wichtig, glaube ich, wie wir es vorher schon angesprochen haben, Startup natürlich langfristig nach oder mittelfristig nach, wenn die Krise sich langsam etwas lindert und wenn sich die Wirtschaft wieder etwas erholt, dann werden Startups einer der ganz großen Jobtreiber sein und nochmal wichtiger als davor. Da bin ich, habe ich selbst eine wirklich große Überzeugung in der Hinsicht. Und dafür muss es aber eine gewisse Basis geben, dafür muss es einen Ausgangspunkt geben. Und wenn jetzt Teile der Startup-Szene wegbrechen, aufgrund einer unvorhersehbaren Krisensituation, dann ist das natürlich schwierig, weil dann starten wir wieder von null oder von weit weniger, als wir derzeit haben. Und da glaube ich ist ganz essentiell, dass wir es schaffen, auch den Innovationsmotor und den Jobmotor-Startups möglichst in der Gesamtheit zu erhalten.

Daniel

Ich stelle jetzt nochmal so eine Frage für die von uns, die jetzt zuhören, die vielleicht nicht zu 100% Sattelfest sind. Warum brauchen Startups da jetzt besonderen Support? Warum nicht die ganz normalen Maßnahmen?

Markus

Ja, es liegt halt auch an den Kriterien der normalen Maßnahmen. Die meisten normalen Maßnahmen sind halt darauf zugeschnitten, dass das klassische Unternehmen sind. Also jetzt zum Beispiel nicht Unternehmen, die viel Risikokapital aufgenommen haben, Unternehmen, die vielleicht schon profitabel sind auch. Weil Startups ist ja eben besonders am Anfang oft durch diesen starken Fokus auf Wachstum, so dass das hauptsächlich durch Investoren auch finanziert wird. Und das ist problematisch. Also wenn wir jetzt zum Beispiel an die Überbrückungsgarantien, wenn wir uns die anschauen, dann gibt es da URG-Kriterien, wo eine gewisse Eigenkapitalquote auch vorgeschrieben ist, die einfach Startups, wenn sie nicht gerade eine Investmentrunde abgeschlossen haben, sehr oft nicht erfüllen, weil sie halt auch Verluste eingefahren haben in den letzten Jahren oder derzeit. Und das darf man nicht unterschätzen, dass dadurch relativ viele tatsächlich einfach keine Überbrückungsgarantie bekommen. Gleichzeitig ist es auch so, dass die Banken sich trotz hoher Haftung dann manchmal sehr zieren und sehr lange brauchen, um Kredite freizugeben. Und dann erst recht wieder persönliche Haftungen für die restlichen 20% wollen, was halt auch für Gründer oft nicht möglich ist, weil die halt schon ihr gesamtes Erspartes ins Unternehmen gesteckt haben. Können auch sicher den Punkt anmerken, es gibt ja diese Kurzarbeitsmodelle, die für manche Startups schon attraktiv sein könnten, wo man sagt, okay, man reduziert die Arbeit der Mitarbeiter und der Staat übernimmt dann einen Teil des Gehalts dafür. Aber da ist ein Punkt, dass das halt wiederum nicht vorfinanziert wird, sondern erst im Nachhinein, ein bis zwei Monate später, ausgezahlt wird. Und viele Startups sind halt von der Liquidität auch so knapp bemessen und so gut getaktet oder halt auch hier quasi dieses Just-in-Time-Prinzip, dass es manchmal auch nicht möglich ist, dass man das vorfinanziert und zwar ein bisschen eine Liquiditätsfalle auch schlittert. Und das sind jetzt ein paar Beispiele, wo ich das Gefühl habe, okay, das sind gute Maßnahmen, die der Wirtschaft helfen, aber Startups mit ihrer Besonderheit teilweise halt bei ihnen nicht wirklich greifen. Ich glaube, gleichzeitig gibt es auch ein wichtiges Element, das man schon anschauen muss. Wir haben in der Vergangenheit immer wieder gesehen, dass Förderungen in Krisenzeiten oder wenn halt irgendwie die Budgets nicht da waren, dass dann halt einfach auch laufende Förderungen, die sowieso schon da sind, dass dann halt plötzlich kein Geld mehr für die da ist. Und das, glaube ich, ist auch ein Risiko, das ich da derzeit sehe, dass halt, weil das Budget woanders gebraucht wird, dann halt kein Budget mehr für die laufenden Förderungen zur Verfügung steht. Und das ist ein extremer Unsicherheitsfaktor, der vielen Startups, denen es vielleicht normalerweise ganz gut ginge und die eigentlich auch so vielleicht durch die Krise durchkommen würden, dann plötzlich damit konfrontiert sind, dass sie eine Förderung nicht ausgezahlt bekommen oder viel später ausgezahlt bekommen. Und da, glaube ich, muss man auch ganz gut hinschauen. Genauso gibt es natürlich bei Förderungen immer wieder auch Milestones, die man erreichen muss, um gewisse eine weitere Auszahlung zu bekommen. Und das ist natürlich, keine Ahnung, das sind zum Beispiel Umsatzkennzahlen oder Kundenkennzahlen oder ähnliches. Und das ist halt jetzt in der Krisenzeit umso schwieriger, irgendwie in die Nähe dieser Milestones zu kommen. Das heißt, ich glaube, es würde auch Sinn machen, dass man da sehr klar sagt, hey, diese Milestones sind jetzt ausgesetzt, es wird trotzdem ausgezahlt, um die Liquidität zu erhalten. Und es ist klar, dass das eine Krisensituation ist. Und das, glaube ich, ist sicher ein wichtiges Element auch, weil sonst ist das zusätzliche Unsicherheit.

Daniel

Ich meine, man muss natürlich dazu sagen, bei den Startups gibt es natürlich noch einen Faktor. Gerade in Österreich Startups leben ja ganz, ganz, ganz stark vom Business Angel Geld. Und ich meine, man muss, glaube ich, kein Hellseher sein, um zu sagen, dass das wahrscheinlich jetzt nicht mehr ganz so locker sitzen wird. Das heißt, neben Umsatzeinbußen, neben Marktveränderungen, neben Produktionsherausforderungen müssen wir, glaube ich, auch einfach davon ausgehen, dass da einiges nicht mehr kommen wird. Wie siehst du das?

Markus

Ja, natürlich sind Investoren jetzt auch vorsichtiger und besonders, ich glaube, die Investoren fokussieren sich jetzt halt sehr stark auf das bestehende Portfolio, weil die brauchen Hilfe, die brauchen oft Liquidität. Das heißt, neue Investments sind derzeit sicher schwierig. Alle, die jetzt gerade in einer Fundraising-Runde waren und probiert haben, Geld aufzustellen, für die ist es besonders schwierig. Ich glaube, es wird natürlich helfen, wenn man auch da Anreize schafft. Also in irgendeiner Form Kofinanzierungsmodelle für private Investoren, um einfach auch hier ein bisschen einen Anreiz für die Investoren zu schaffen, wird Sinn machen. Vielleicht Verlustverrechnungen für Investoren, das ist ein Thema, das schon sehr lange am Tisch liegt und diskutiert wird. Dass man vielleicht ihnen auch rückwirkend ein bisschen Möglichkeiten gibt, hier die Verluste aus den vergangenen Jahren irgendwie Geltend zu machen, um so ein bisschen einen Steuernachlass zu bekommen, um halt auch ein Geld zu haben, das man dann vielleicht auch in die Start-ups stecken kann. Ich glaube, da gibt es verschiedenste Modelle, die man aufgreifen kann, um in irgendeiner Form auch das private Kapital hier zu aktivieren, weil ich glaube, das war oder das wäre auch ein sehr wichtiger Punkt, dass hier auch nicht alles der Staat machen muss, sondern man in irgendeiner Form auch Anreize schafft, dass die private Seite das ermatcht oder mitmacht. Ich glaube, was dann auch noch ein wichtiger Punkt ist, ist, dass man in irgendeiner Form auch Startups als Teil der Lösung sieht. Wir haben in Italien gesehen, wie halt dann aus der 3D-Druck-Community sehr schnell und unkompliziert Teile für Beatmungsgeräte gebaut wurden, die sonst nicht mehr vorhanden gewesen wären. Und ich glaube, die Innovationskraft der Startup-Communities kann ein sehr wichtiger Bestandteil werden. Ich glaube, dafür muss man auch sehr transparent und offen umgehen mit den derzeitigen Problemen. Also ich glaube, dafür ist es wichtig, dass man auch auf der Ebene der politischen Entscheidungsträger offen kommuniziert, wo könnte man Hilfe benötigen. Und da muss man auch wirklich sagen, Hut up an alle, die jetzt am Wochenende bei Hacticrisis dabei waren. Da haben wir sehr viele auch offene Challenges bekommen von Entscheidungsträgern auf den verschiedensten Ebenen, die ganz klar gesagt haben, hey, hier bräuchten wir Hilfe, gibt es dafür Lösungen, könnten wir es entwickeln. Und ich glaube, genau diesen Spirit muss man auch weitertragen, weil da liegt viel Potenzial und man muss es halt aber auch in irgendeiner Form aktivieren. Und da glaube ich, können Startups eben durchaus auch ein beträchtlicher Teil der Lösung werden.

Daniel

Glaubst du eigentlich auch, dass es eine Möglichkeit ist, Startups einfach noch stärker in unserer Mitte zu verankern?

Markus

Das wäre schön. Also du hast vollkommen recht, das ist ein sehr spannender Punkt, dass man sagt, okay, das ist auch eine Möglichkeit, dass man das Innovationspotenzial der Startups einer breiten Gesellschaft besser zugänglich macht, dass man dadurch auch besser zeigt, was können Startups auch leisten und was ist die Rolle auch für unsere Gesellschaft. Und ich glaube, das muss auch das Ziel für die Startup-Szene sein, dass man sich halt auch in dieser Zeit nützlich macht und dass man dieser Zeit einen gesellschaftlichen Mehrwert stiftet. Und das machen ja auch schon sehr viele. Also wenn man sich jetzt anschaut, wie zum Beispiel Magda in den letzten Wochen sich entwickelt hat, auch in die Breite, wo halt viel mehr Aufmerksamkeit auch entstanden ist von Leuten, die davor gar keine Touchpoints hatten, dann glaube ich, sind wir da auch auf einem guten Weg.

Daniel

Und ich glaube, das Interessante ist natürlich auch, man muss, glaube ich, auch verstehen nochmal, dass ich finde manchmal, dass Startups noch von vielen noch immer so als so eine Schnapsidee angesehen werden oder als eine kleine Gruppe von Leuten, die ganz schnell ganz reich werden. Und ich glaube, mehr denn je ist es für uns wahnsinnig wichtig, einfach zu kommunizieren, was Startups sind und was sie nicht sind und warum sie unendlich wichtig sind für die Gesellschaft. Und das ist eingangs gesagt, sie sind natürlich auch ein Jobmotor und sie sind natürlich auch die, die Veränderungen vorantreiben können, wahrscheinlich noch viel schneller als alle anderen. Und ich glaube, jetzt ist diese Zeit auch nochmal und hoffentlich das auch medial so ein bisschen stärker auch so zu erklären, warum Startups spezifisch auch supportet werden müssen. Jetzt haben wir schon ein bisschen gesagt, Startups sind ein bisschen anders. Wir haben es auch schon ein bisschen angesprochen. Was gibt es da für konkrete Ansätze? Was kann da passieren, um jetzt zu helfen?

Markus

Ja, also ich glaube, es bräuchte ein Commitment, wie gesagt, dass man die Förderungen in irgendeiner Form sicherstellt und da auch die Budgets unangetastet lässt, die es da gibt, sodass es da keine verzögerten Auszahlungen gibt. Dass man die Milestones da aussetzt. Ich glaube, das ist ganz wichtig, dass man auch sehr schnell Liquidität reinbringt, dass man idealerweise auch trotzdem halt alle Prüfungen sehr schnell durchführt, die jetzt bestehen. Also es sollte einfach, die Zahlungen, die es gibt in bestehenden Förderungen, sollen absolut pünktlich ausgezahlt werden, weil alles andere wäre jetzt eine zusätzliche Unsicherheit, die Startups sehr wehtun wird. Man muss schauen, dass man die Hilfspakete, die es gibt, an Start-ups anpasst, beziehungsweise da andere Modelle schafft, also die Überbrückungsgarantien, dass man da für Startups gewisse andere Kriterien schafft, die auch machbar sind, dass man den Banken halt auch ganz klar sagt, ja, das bitte schnell und ohne Privathaftung. Ich weiß nicht, was da die Handhabe des Staats ist, aber da muss man sich halt sonst ein Modell überlegen, das entweder in Akkordanz mit den Banken funktioniert oder ohne Banken.

Daniel

Da muss ich mal ganz kurz einhaken, Entschuldigung, jetzt mit den Banken ist natürlich als alter Start-up-Hase, weiß ich immer, Startup und Bank, das ist so ein, das geht gar nicht, das ist wie Feuer und Wasser. Finde ich natürlich sehr spannend. In der Schweiz gibt es ja den Ansatz, das bilde ich mir zumindest ein, dass es dort Kredite gibt, die ohne irgendwelche Art von Zinsen vergeben werden sollen.

Markus

Und 100% Haftung des Staats. Das ist auch ein.

Daniel

Richtig, und das ist, glaube ich, wahnsinnig wichtig, weil man muss natürlich auch sagen, Startup ist und bleibt Hochrisiko. Und das Thema ist, wenn es dann noch alle möglichen Unterstützungen gibt und auch von Banken, dann darf es aber nicht so sein, dass man weniger Risiko fährt, nur weil man noch stärkere Haftung hat. Sondern es muss noch stärker darauf geachtet werden, dass Startups meines Erachtens noch aggressiver und noch schneller handeln können, um wieder positiven Impact zu erzeugen. Weil das ist natürlich auch eine Chance. Richtig, das sehe ich auch so. Das ist eine enorme Chance. Und umso mehr muss man sagen, weißt du was, noch mehr Feuer frei, gib noch mehr Gas, fahr noch mehr Risiko, weil eben jetzt gerade die Karten neu gemischt werden. Sollte es dann aber so sein, persönliche Haftung und so viel Sicherung und bla bla bla, dass die Leute sich denken, boah, meine Güte, wenn das dann eben geht, bin ich so richtig, richtig, richtig am eh schon wissen. Dann sind diese schönen Sachen auch wieder komplett sinnlos. Und das ist, glaube ich, ein sehr schmaler Grad, weil natürlich Startup ist, wie wir tausend und Millionenfach sagen, das ist Hochrisiko, das sind Hypothesen, da werden Dinge nicht funktionieren, wenn dann im Nachhinein irgendjemand dann jault und sagt, boah, da wurden hier Steuergelder leicht verschleudert. Nein, nein, nein. Und das muss man unendlich häufig kommunizieren und sagen, aber genau das ist ja der Job. Wir sind quasi die Explorer unseres Wirtschaftssystems, wir sind die Scouts, wir sind die, die als erstes quasi durch die Tür gehen und nach Lösungen suchen. Und das sind immer die, die das höchste Risiko fahren. Aber die, die den ersten Weg gehen, sind dann auch die, die den Weg für andere vorbereiten. Und genau das muss einfach noch, noch, noch stärker gesagt werden. Da werde ich nie müde, das zu sagen. Ich bin neugierig. Ich bin sehr neugierig. Ganz klar ist aber, die pfeifen alle aus ihren letzten Löchern. Das muss dann auch bald mal passieren. Das muss unkompliziert passieren. Und ich bin aber auch entspannt.

Markus

Er braucht jetzt mal diese Erste-Hilfemaßnahme.

Daniel

Richtig. Und ich bin aber auch gespannt, ob das dann nicht auch nachhaltig unser Ökosystem und den Umgang mit Startups verändern wird. Weil ganz klar zurzeit hängt stark an gewissen Förderungen und rein an Business Angels. Ob das nicht vielleicht auch den Weg aufbereitet, das ein bisschen stärker zu reduzieren und dort völlig andere Gelder freizumachen, sprich Stiftung und so weiter und so fort. Ich wäre neugierig.

Markus

Ja, das ist sicher etwas, wo man sich dann jetzt auf der dritten Ebene zum Konjunktur geht, glaube ich, genau das kann ein Hebel sein, wo man dann sehr schnell auch in Europa vielleicht eine schnelle Positionierung auch kennt. Weil ja, auch hier werden die Karten neu gemischt. Diese Krise ist auch eine Chance, es wird sicher viel MD geben, also auch viele Startups, die andere Startups kaufen oder gekauft werden. Und wenn man es schafft, hier auch österreichische Startups in einer Pole Position zu positionieren, wenn man es schafft, europäische Startups in einer Pole Position zu positionieren, dann ist das natürlich wieder eine Möglichkeit, sich ein bisschen besser zu positionieren. Gleichzeitig kann es natürlich auch in die andere Richtung passieren. Also ich glaube, da ist es eben ganz wichtig, dass man schnell handelt, jetzt einmal viele auffangt und dann hilft auch die Krise nachhaltig zu bewältigen und sich auch international gut zu positionieren. Und da bin ich auch und für sich zuversichtlich. Wir arbeiten da auch derzeit noch an konkreten Vorschlägen und sind natürlich im Austausch mit vielen anderen Organisationen, auch mit Elisa Fassel da sehr lange auch drüber schon gesprochen, die sehr viele Gedanken auch schon da reingesteckt hat. Ich glaube, ich bin zuversichtlich, dass ich da was tun werde. Man kann nie wissen, aber es gibt, glaube ich, auf allen Seiten ein klares Verständnis, dass es etwas braucht.

Daniel

So, und nachdem wir jetzt unseren Deep Dive beendet haben, kommen wir zum Rockstar der Woche. Und haben wir auch wieder lange diskutiert, weil sich zurzeit sich so viele Menschen hervort und so viel Unglaubliches leisten. Eigentlich ist ja für mich ja jeder ein Rockstar der Woche, der zu Hause bleibt, ein bisschen Abstand hält und auch seine Mitmenschen Rücksicht hält. Wir haben uns aber geeinigt, dass es da Personen gibt, die wir dann doch vor den Vorhang holen wollen. Und wir waren uns beide eigentlich sofort einig, dass das muss so sein, haben dann diskutiert, in welcher Form und dann war ganz klar, nee, Teamleistung. Wer sind unsere Rockstars der Woche, lieber Magos?

Markus

Ja, das ist das Hack der Crisis Team. Also ich muss echt sagen, ich bin so stolz auf das ganze Team. In dem Fall, das Ganze ist wirklich innerhalb von ziemlich genau einer Woche entstanden. Am Freitag haben wir das Projekt gestartet vor einer Woche. Also mittlerweile fast schon vor zwei Wochen, aber quasi eine Woche bevor der Hackathon gestartet ist, ist dieses Projekt losgegangen. Und dann hat sich hier wirklich ein Team von, sehr schnell ein Team von fast 20 Personen gebildet, die diese Woche wirklich durchgearbeitet haben und sehr, sehr wenig Schlaf bekommen haben, sehr, sehr viel, glaube ich, auch geopfert haben an anderen Tätigkeiten und Aufgaben und so weiter. Und eine unglaubliche Dynamik erzeugt, einen unglaublichen Speed. Und das war wirklich, wirklich bemerkenswert zu sehen, wie sehr da auch jeder mit dem Projekt sich identifizieren konnte, wie jeder alles stehen und liegen gelassen hat, um da jetzt Vollgas zu geben, um den Projekten zu helfen. Wo jeder auch in irgendeiner Form, wo er gesehen hat, okay, da funktioniert jetzt etwas nicht, sofort reingesprungen ist, sofort probiert das, das zu lösen. Und da gab es natürlich vieles, also war nichts, war definitiv nicht perfekt. Aber die Art und Weise, wie das auch sehr agil angegangen wurde in der Fehlerlösung, war wirklich bemerkenswert und ich bin da definitiv sehr stolz.

Daniel

Ich sehe es ganz genauso. Also es war wirklich, wirklich, wirklich beeindruckend. Mit der Geschwindigkeit, mit der Leidenschaft, mit dem Humor und auch mit dem Biss, wie dort rangegangen wurde. Das war schon eine ganz andere Baustelle und ich glaube, es war einfach so wahnsinnig wichtig. Und deswegen haben wir auch gesagt, nein, das müssen wir würdigen. Weil, ja klar, machen gerade viele Menschen in der Krise herausragende Dinge. Aber es hat, finde ich, uns auch als Startup-Szene und uns als Ökosystem auch dieses Gefühl gegeben, okay, wir sind jetzt auch nicht mehr nur Passagier. Nein, wir greifen das Ruder wieder gemeinsam an, wir halten das zusammen und wir greifen an. Und wir emanzipieren uns in diesem Moment. Und das war einfach schön. Und es war und ist einfach extrem wichtig. Und diesem kleinen blöden Virus richtig ordentlich ans Draufzuhauen, das war schon verdammt. Arsch zu treten.

Markus

Ja, und das ist auch das, was, ich glaube, weitere Rockstars hier könnten auch die mehr als 100 Mentoren sein. Also wie das ganze Wochenende wirklich den Teams auch zur Verfügung gestanden ist. Viele in irgendeiner Form auch Teil des Teams geworden sind. Da waren so viele Menschen, die das zu dem gemacht haben, was es war. Und da verdienen eigentlich alle wirklich eine Würdigung.

Moonshots & Predictions: Lokale Gütesiegel & digitaler Sozialstaat

Daniel

Und ich denke mir auch einfach, jeder Einzelne, der was gemacht hat. Und vielleicht, was heißt, vielleicht ist es ganz lustig. Wir haben ja auch live auf YouTube gestreamt und was ich halt schon interessant finde, ist auch so, wie sich unsere Gesichter über die Tage geändert haben. Und man einfach auch den Menschen aus dem Gesicht lesen konnte. Ja, das war doch recht anstrengend. Fand ich ganz gut. Einfach als Abbild diese Anstrengung, das zu sehen. Aber wie gesagt, das Schöne war einfach endlich wieder auch ein bisschen was machen zu können. Und das war nur der Anfang. Das war nur absoluter Anfang. Die Weichen sind gestellt und jetzt sind wir wieder zurück und machen unser Ding. Und das war, glaube ich, wichtig. Wir haben ein ganz, ganz, ganz wichtiger Mund und deswegen ganz klar Rockstar der Woche, jeder Einzelne von unserem Team, jeder Mentor und jeder, der vor und auch hinter der Bühne, der Bühne sozusagen, da unterstützt hat. Jeder, der irgendwie auch von den Sponsoren mitgeholfen hat, von den Unterstützern, auch da auch dem Bundesministerium, die sofort gesagt haben, klar, mach mal. Das ist schon richtig, richtig stark. Und toll, ganz klare Rockstars der Woche. Jawohl. So, und nun natürlich ist es wieder Zeit für unsere Moonshots on Predictions. Und wir haben es eigentlich schon eingangs angerissen. Unser Ziel ist, und das ist für mich auch, auch sowohl Prediction als auch als auch Moonshot ist, es geht weiter, wir werden wieder aufstehen, wir werden stärker zurückkommen, aber wir müssen auch resilienter zurückkommen. Und meine Prediction, wie auch Moonshot, ist, dass wir einfach ganz klar, ich weiß gar nicht, was es ist, eine Produktklasse, eine Kategorie, wie auch immer machen, ähnlich einem Bio-Label, wo man sagt, man zahlt ein bisschen mehr für ein Produkt, aber man weiß, es ist ein Produkt, das regional gesourced wurde, das in Europa gesourced wurde und auch unser Ökosystem dadurch resilienter werden lässt, dass wir auch langfristig nachhaltig und krisensicher uns wieder aufbauen können, dass die Wertschöpfung auch irgendwo hier bleibt. Halt ich für extrem wichtig. Wie gesagt, ich bin Riesenfan auch von der Globalisierung, das finde ich auch ganz was Feines und ganz was Tolles. Aber eben, wir müssen auch aus der Krise lernen und sagen, okay, was können wir machen? Wie können wir dafür sorgen, dass wir auch weiterhin ein Sozialstaat bleiben, der alles trägt und alles macht, wie können wir wieder Jobs schaffen? Wie können wir Wertschöpfung hier haben? Das ist mein Wunsch.

Markus

Da kann ich gleich anschließen, weil ich auch glaube, dass die Sozialstaat hier eine sehr zentrale Rolle spielen wird. Aber wie schon gesagt, ich auch überzeugt bin, dass es hier eine Anpassung an das 21. Jahrhundert braucht, an unsere digitale Welt, an unsere Welt wenigen Gatekeeper. Und ich glaube, da wird die Corona-Krise ein Motor der Veränderung sein. Ich glaube, wir werden unsere sozialen Auffangnetze daran anpassen, an die Situation, die derzeit vorherrscht. Und ich glaube, das ist eine sehr positive Entwicklung. Und ich glaube, auch Startups werden ein Teil dieser Lösung sein. Ich glaube, die werden diese Auffangnetze durchaus auch mitgestalten und werden jetzt auch gut durch die Krise durchkommen, weil ich bin überzeugt, dass die Bundesregierung auch die Notwendigkeit erkennt, dass man hier nochmal ein bisschen Maßnahmen für Startups ausarbeiten muss. Und ich glaube, da sind wir uns einig, dass das passieren soll. Und ich bin zuversichtlich, dass das passieren wird.

Daniel

Man darf gespannt sein. Und hoffnungsvoll. In dem Sinne. Vielen, vielen Dank fürs Zuhören. Und ja, wir sind gespannt. Auch eure Meinung zu hören. Wie gesagt, ihr findet uns auf Social Media, einfach uns was schreiben. Wir sind da immer sehr, sehr, sehr neugierig. Und in diesem Sinne, ja, gut aufpassen, schön Abstand halten, schön die Hände waschen und diesem widerlichen Virus bei jeder Chance richtig kräftig in den Arsch treten. In dem Sinne, wir sehen uns nächste Woche. Bleibt gesund.