Future Weekly

#337 - Sarah Buchner über Baustellen-Technologie, Ehrgeiz & Solo-Founder

Daniel Cronin & Markus Raunig Episode 337

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Im Deep Dive hat Markus diese Woche Sarah Buchner zu Gast. Sarah ist Gründerin und CEO von Trunk Tools - einem amerikanischen Startup, dass im Sommer knapp 10 Millionen Dollar eingesammelt hat, um AI und bessere Incentives in die Bauindustrie zu bringen . Im Podcast sprechen die beiden über ihren Weg zur erfolgreichen Solo-Gründung - aus der Tischlerei in Oberösterreich über Stanford nach New York!  

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Redaktion & Produktion: Jakob Seybold
Musik (Intro/Outro): www.sebastianegger.com 

Production: Hanna Moser

Musik (Intro/Outro): www.sebastianegger.com

Markus

Einen wunderschönen guten Morgen, guten Mittag, guten Abend, willkommen bei Future Weekly dem Startup Podcast. Heute mit mir Markus und weil Deep Dive Dark ist, weil es Sonntag ist, mit einem super spannenden Gast und das ist die Sarah Buchner. Hallo Sarah. Wir freuen uns sehr, dass du bei uns bist und ganz traditionell starten wir mit einem Blick auf LinkedIn und da steht Sarah Buchner. Und sie lacht Founder und CEO at Trunk Tools, Stanford MBA, PhD und Forbes 30 und 30. Jetzt erzähl einmal, was macht sie mit Trunk Tools?

SPEAKER_01

Wir versuchen, Baustellen zu optimieren. Also wir verkaufen Software an Baufirmen und haben verschiedene Produkte draußen, aber alles, was wir machen, ist künstlich intelligenzbasierend und wird an die User über Textnachrichten gegeben. Also wir haben verstanden, ich war schon lange in der Baubranche, aber wir haben verstanden, dass Bauarbeiter nicht zwingend die Leute sind, die sich Tag und Nacht mit Technologie beschäftigen wollen. Und deshalb bauen wir Produkte, die so einfach sind, wie eine SMS zu schreiben. Und dann haben wir verstanden, dass es am einfachsten ist, einfach nur SMS zu schreiben. Und alle unsere Produkte sind im Endeffekt, also dass das User Interface ist, eine Textnachricht und alles, was dahinter passiert, ist künstliche Intelligenz.

Markus

Hast du gesagt, du hast schon recht viel Erfahrung in der Baubranche. Wenn du jetzt einen Blick zurück wirfst auf die fünfjährige Sarah, war damals auch schon eine Leidenschaft fürs Bauen da oder hat sich das erst später entwickelt?

SPEAKER_01

Das wurde mir in die Wiege gelegt. Quasi unfreiwillig eigentlich. Mein Vater war Tischler und der hat mich eigentlich, seit ich ein kleines Kind bin, in die Baustelle, in die Werkstatt mitgenommen und dann auch auf Baustellen. Und ich glaube, also ich bin am Land groß geworden und am Land ist es relativ normal, als Kind mitzuarbeiten, also im Haushalt, am Bauernhof, aber halt auch im Job der Eltern. Und das war ganz normal. Also ich bin mit Arbeit groß geworden und bin dafür auch sehr dankbar.

Markus

Hast du dann auch eine Lehre gemacht?

SPEAKER_01

Ich habe keine offizielle Lehre gemacht. Also ich habe immer mitgeholfen, aber ich habe jetzt keinen Lehrabschluss. Die Vaterlehre, ja. Nein, keinen Lehrabschluss, bin ganz normal ins Gymnasium gegangen und habe halt nebenbei gearbeitet.

Markus

Ja, okay. Und dann, okay, hast gemeint, eher im ländlichen Raum aufgewachsen, dass das Tisch mitbekommen in Vierteln, dann bitte. Und dann nach der Schule, was war der nächste Schritt?

SPEAKER_01

Also es war schon irgendwie, ich wollte schon ganz früh irgendwie raus. Also ich habe schon irgendwie in der Unterstütze, Oberstufe quasi, ja doch, Unterstufe, Oberstufe schon immer geträumt, irgendwie im Ausland zu studieren etc. Hab dann, als es soweit war, irgendwie mit 17, 18 festgestellt, dass im Ausland studieren ganz schön teuer ist und dass ich mir das eigentlich nicht leisten kann. Also ETH Zürich war mal so mein Traum und dann habe ich festgestellt, dass Zürich unfassbar teuer ist und ich das einfach mir nicht leisten konnte. Also ging es dann, München war auch etwas, was mich interessiert hat und natürlich Amerika, aber das war unbezahlbar. Und dann ging es halt als erster Schritt mal nach Wien zum Studieren und habe in Wien dann auch sofort zu arbeiten begonnen, eigentlich, um mir das Studium mit zu finanzieren und habe alles Mögliche an Jobs gemacht, also von Kellnerin am Oktoberfest bis irgendwie bis zum Architekturbüro. Und dann habe ich im Architektur, also ich habe zuerst Architektur studiert und habe eigentlich festgestellt, dass das wahnsinnig unproduktiv ist für und mir ging es zu langsam, also irgendwie da was zu designen, was dann eh keiner haben will und das immer wieder zu machen. Das war nicht meine Welt. Und bin dann sehr schnell eigentlich von der Architektur auf die Baustelle gewechselt und war dann ja Bauleiter, also sehr jung schon am Anfang meines Studiums.

Markus

Okay, Bauleiter stelle ich mir jetzt einen Job vor, der wahrscheinlich doch sehr männlich geprägt ist. Liege ich da richtig und wie bist du damit auch rumgegangen als junge Frau?

SPEAKER_01

Ich meine, ich war, also ich bin auf Baustellen unterwegs, seit ich zwölf bin und das war halt irgendwie noch unter dem Schutz meines Vaters irgendwie. Aber auch da war ich schon eine Frau und auch da war es schon total unangebracht und das hat sich eigentlich nicht geändert. Also ja, als ich mit 19, 18, ich weiß nicht, was es war, 19 wahrscheinlich meine erste Baustelle geleitet habe, habe ich meinen damaligen Chef versprochen, dass ich niemandem sage, wie alt ich bin. Und das heißt, wir haben halt so getan, als wäre ich älter. Und ja, es war wahnsinnig hart. Ich bin darüber, ich habe es halt eigentlich, ich habe mir Respekt quasi erschaffen durch dadurch, dass ich halt auch von deren, von der Welt kam. Also ich wusste halt, wie man einen Hammer hält und ich wusste, wie welches Material heißt. Und das half mir dabei, halt mit anderen Leuten irgendwie viel Respekt zu bekommen. Aber natürlich hörst du den ganzen Sexismus jeden Tag und diese ganzen, ja, die blöden Witze und alles Mögliche. Ich bin froh, dass ich so früh begonnen habe in meiner Karriere, weil ich es einfach noch allen beweisen wollte, dass ich das als Frau auch kann. Wenn man mich jetzt da reinsteckt, glaube ich, würde ich sagen, es seid ihr alle tepper. Danke, widerschauen. Ja.

Markus

Cool.

SPEAKER_01

Ich war jung und brauchte das Geld.

Markus

Früh die berufliche Karriere gestartet. Studiert hast du dann auch noch Philosophie, wenn ich das richtig sehe.

SPEAKER_01

Wie kannst du das tun? Nein. Nein, ich habe nie Philosophie studiert. Ich habe Bachelor in Architektur, glaube ich, und dann ein Master in Bauingenieurwesen, ein Master in Architektur und dann habe ich mein Doktorat gemacht, was ich auf Englisch als PhD übersetzt. Das ist auf meinem LinkedIn für die Amis. Nein, wer meines Doktorat gemacht im Bauingenieurwesen mit einer Kollaboration im Data Science-Bereich.

Markus

Alles klar. Gut. Und dann zu Straburg, wenn ich das richtig gesehen habe.

SPEAKER_01

Ja, früh, also ich habe zuerst eben Bauleiter gemacht auf kleineren Baustellen und bin dann zu Straburg. Straburg, das war eine tolle Phase eigentlich in meinem Leben, weil mein Riesenkonzern, davon kann man jetzt mehr oder weniger halten. Also jetzt zurückblicken würde ich, will ich nicht mehr zwingen zurück in den Konzern. Aber für damals war das herrlich, weil die mir einfach alle Bereiche gezeigt haben und die haben so ein High-Potential-Programm gehabt und da konntest du wirklich von Accounting bis ins Marketing bis zur Baustelle, bis in die Vorstandsetage eigentlich alles irgendwie mitnehmen. Und das war sehr lehrreich, auch jetzt für die eigene Unternehmensgründung, weil ich halt weiß, wie es dann ausschaut, wenn es groß ist oder wie es ausschauen kann, wenn es groß ist. Und ja, viel gelernt.

Markus

Und du warst dann dort schon sicher für dein Alter in einer durchaus bemerkenswerten Managementposition auch schon und hast dann aber den Schritt nach Amerika gemacht. Wie war da auch der Gedankengang dazu?

SPEAKER_01

Ja, ich hätte, also ich hätte bei der Straber, glaube ich, auch gut Karriere machen können. Das war nicht irgendwie das Problem. Es war so, dass ich eigentlich in der Straberk von einer Baustelle reingerutscht bin in den Innovationsbereich, weil ich Baustellen geleitet habe und da halt viel passiert und einige von den Themen, die da draußen halt schief gehen, habe ich früh festgestellt, kann man mit Software halt lösen oder zumindest unterstützen. Und habe dann das eben mit genügender Unterstützung vom Management eigentlich meine eigene Abteilung aufbauen können, wo es eben darum ging, wie bringe ich Software in die Baustellen rein, was bauen wir selber, so Entrepreneurship, was kaufen wir zu, wo investieren wir in andere Startups. Und es war ein ganz spannender Bereich. Und mein Schritt eigentlich nach Amerika zu gehen, war, dass ich festgestellt habe, dass es sehr schwierig ist im europäischen Raum, oder zumindest damals sehr schwierig war, selbst ein Startup aufzubauen. Die Funding-Landschaft ist ganz anders. Die Hürden, um eigentlich wirklich einfach zu starten, sind viel größer als in Amerika. Und da habe ich eben beschlossen, ich will es mir leicht machen und gehe nach Amerika rüber. Und ja, wusste natürlich, ich brauche irgendwie ein Visum, um hier zu starten und wusste, ich brauche auch ein Netzwerk. Also ich wollte nicht einfach nur als Immigrant irgendwie reinhüpfen und mir alles selber aufbauen müssen. Und habe dann eben beschlossen, dass ich noch einen NBA draufsetze, um ein Visum zu bekommen und um einfach eine Starthilfe zu haben, um für mich hier mein eigenes Unternehmen aufzubauen.

Markus

Und das in Stanford.

SPEAKER_01

Das war der Glück, ne? Also ich habe mich schon bei anderen Unis auch beworben, aber das war natürlich die Traum-Uni und ja, bin da Gott sei Dank reingekommen.

Markus

Okay, und wenn du jetzt vergleichst so die Erfahrung in Wien und die Erfahrung in Stanford? Kulturshock, oder?

SPEAKER_01

Ja, ja, Kulturshock und Brainwash of Steroiden. Also das ist halt einmal eine ganz andere Welt. Ich habe schon damit gerechnet, dass es irgendwie verrückt ist, aber ich habe eigentlich nicht geglaubt, wie intensiv das alles is. And ich glaube so der größte, der beste Kulturschock, wir können jetzt fünf Stunden über Kulturschocks reden, but the beste Kulturschock is eigentlich der, von dem man viel hört in Österreich, aber den ich nicht verstanden habe, bevor ich hier war, dass Failure eigentlich gefeiert wird. Also irgendwie Versagen ist was sehr, sehr Positives. Und was das, und ich habe es nicht verstanden in Österreich, darüber reden sie immer. Und sagen, ja, Versagen ist was Gutes. Und ich denke, Versagen ist doch schrecklich. Wer will denn irgendwie versagen? Und seit ich hier bin, verstehe ich aber, dass Versagen was Gutes ist, weil dadurch bist du riskanter unterwegs und denkst größer. Und es ist dir, du schaust nicht immer auf die Downside und du schaust eigentlich nur auf die Upside. Und dadurch geht halt alles schneller, alles ist größer, alles ist riskant natürlich. Aber dadurch geht es halt auch, wenn es aufgeht, geht es halt wirklich auf. Und der Fortschritt von einer makroökonomischen Sicht ist halt der Fortschritt viel besser, wenn mehr Leute so denken, als wenn alle denken, oh Gott versagen, ist schrecklich. Und das war sicher für mich die größte Lernkurve, die ich auch jetzt merke. Weil ich habe natürlich Freunde in Österreich und Freunde in Amerika. Und wenn die Amerikaner halt daran schauen, was ich mit meinem Startup mache, dann sind die halt, ja, das ist super und alles toll. Und wenn die Österreicher drauf stehen, dann sind die, bist ja wahnsinnig, du hast irgendwie da 10 Millionen gerast. Also das ist doch alles hochriskant. Und ja, ich kann mich irgendwie erinnern, als ich das erste Mal wie in meinem privaten Umfeld in Österreich erzählt habe, dass ich da jetzt irgendwie ein paar Millionen gerased habe, weil die Antwort sagt, naja, können sie dir dann deine Wohnung wegnehmen, wenn du das jetzt irgendwie, wenn das jetzt nicht funktioniert? Also diese Angst irgendwie, dass das, was mit mir im Privatleben zu tun hat, ist sehr spannend.

Markus

Jetzt finde ich ja bemerkenswert, du bist tatsächlich bei der Strabag raus in Richtung in Amerika, weil du ein Startup gründen wolltest. Und da war dann ja auch der MBE ein Zwischenstopp, um halt da auch eine Basis dafür aufzubauen. Bist du dann während dem Studium schon ganz strategisch auf potenzielle Co-Founder auch zugegangen oder wie hat sich das dann auch abgespielt?

SPEAKER_01

Ja, also ich hatte ja irgendwie so einen 15, 10 Jahre Plan. Und da war halt eben, wie du sagtest, Stanford oder halt ein NBA im generellen halt nur so ein Schritt, um das danach möglich zu machen. Und mein ganzes Studium war darauf aufgelegt, halt zu sagen, ja, mir war klar, ich will eine Firma haben beim Ende vom Studium. Und das heißt, mein erstes Jahr habe ich noch eher irgendwie die Grundlagen gelernt. Und das zweite Jahr vom Studium war eigentlich nur noch Firma aufbauen, also Mitarbeiter einstellen, Firma gründen, Geld raisen und alles, was man also machen muss. Und Co-Founder ist eine spannende Frage. Ich habe mir das lange, ich habe keinen Co-Founder aktuell. Ich habe mir das lange überlegt, habe verschiedene Co-Founder gedatet und habe mich dann dazu entschieden, eigentlich das alleine zu machen. Das hat Vor- und Nachteile. Es ist nicht, also ich habe immer schon irgendeine kleinere Firma gehabt auf der Seite. Es ist jetzt nicht mein allererstes Mal, irgendwie eine Firma zu haben. Von dem her habe ich genügend Selbstbewusstsein gehabt, um zu sagen, okay, ich mache das. Und ich bin seit zwölf Jahren in Therapie, also in Psychotherapie quasi. Und das hat mir eigentlich den Anstoß gegeben, zu sagen, hey, Entrepreneurship hat viele Probleme. Eines ist es quasi, es ist wahnsinnig viel Arbeit, und das andere ist es ein ständiges Auf- und Ab emotional. Und ich wusste, dass ich mit dem emotionalen Auf- und Ab sehr gut umgehen kann, weil ich eben psychologisch extrem stabil bin. Und deshalb habe ich mich dazu entschieden, das alleine zu machen. Aber ich habe viele Mentis und sage ihnen halt immer, wenn ihr euch nicht sicher seid, dass du psychologisch und emotional überlebst, dann bitte, bitte nimmt seinen Co-Founder das. Weil das ist natürlich viel härter, weil du halt mal alleine bist jahrelang.

Markus

Ja. Sehr spannend. Wie bist du dieses Co-Founder-Dating angegangen? Weil das ist, glaube ich, auch ein Thema, was viele Leute auch nicht wissen, wie sie mit sowas anfangen.

SPEAKER_01

Ja, ich finde es immer ganz schrecklich, wenn ich Leute sehe, die mit ihren besten Freunden irgendwie was gestartet haben, weil das geht ganz, ganz selten auf. Also meistens ist die Freundschaft dann kaputt und die Firma auch. Ich habe mir, ich habe analysiert, wo ich, wo ich, wo ich nicht gut bin, quasi, oder wo ich, wo ich, wie heißt denn das auf Deutsch, Lack of Knowledge. Also wo ich irgendwie Wissen, wo mir Wissen fehlt und habe halt dann versucht, jemanden zu finden, der das hat. Und dann aber auch versucht, jemanden zu finden, dem diese Firma genauso wichtig wird wie mir. Und das hieß halt für mich die ersten ein, zwei Jahre kein Privatleben, ständig reisen, sich selber nichts bezahlen etc. Und halt wirklich wieder karrieremäßig zurückgehen. Du bist dann irgendwie wieder 18 Jahre alt und bliebst im Studentenheim und isst irgendwie deine Erbsen und deinen Reis und das war es so quasi. Und jemanden zu finden, der genügend Erfahrung hat, sodass er mir das wert ist, irgendwie 50% von diesem IQD abzugeben und dem das privat genug wert ist, um alles aufzugeben, war wahnsinnig schwierig und habe niemanden gefunden, wo ich mir dachte, okay, mit dem will ich das machen und mit dem ist es mir auch wert und die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass wir das gemeinsam durchstehen. Und das zweite Argument ist halt, ich habe mir angeschaut, the biggest reasons why startups are failing. Und es gibt zwei große Gründe dafür. Und einen ist halt, dir rennt das Geld aus und das andere ist, du hast Co-Founder-Probleme. Da haben wir gedacht, naja, wenn ich das mal wegeliminieren kann, great. Und doppelte Chancen, dass es aufgeht.

Markus

Und weil du jetzt die Wissenslücken angesprochen hast, nach denen du gesucht hast, wie hast du das dann gelöst?

SPEAKER_01

Du könntest schon mit mir zusammenarbeiten. Wie habe ich das gelöst? Ich habe sehr früh Leute eingestellt. Also ich habe früher Geld genommen, was ich mir halt früher angespart habe in meiner Karriere und habe diese Firma gestartet ohne Investoren anfangs. Und habe halt mit meinem eigenen Geld sofort die Leute quasi eingestellt, die ich glaubte, zu brauchen. Also das war einmal einfach bei mir halt natürlich im künstlichen Intelligenzbereich, ich bin nicht der beste Programmierer auf der Welt. Also das war natürlich was, was ich mir gleich am Anfang mal dazu geholt habe. Und das zweite Thema ist, ich habe halt auch nur, keine Ahnung, 90, 100 Stunden in der Woche, die ich arbeiten kann. Wenn ich einen Co-Founder hätte, wären das 200 Stunden. Das heißt, ich habe mir von Tag 1 einen Chief of Staff eingestellt, also quasi eine Verlängerung von mir selbst und einen Executive Assistant, also ja, einen Assistenten quasi, damit sich meine Zeit eigentlich verdoppelt, damit ich so viel wie möglich auslagern kann von Tag 1 auf Arbeitskräfte, die quasi günstiger sind jetzt als meine eigene Arbeitsstunde.

Markus

Jetzt hast du gemeint, okay, du hast dafür genutzt, um auch diese Leute zu zahlen, hast du einfach Ersparnisse benutzt. Aber ich schätze, auch die sind halt nicht endlos, das heißt, irgendwann war klar. Genau, ja, das wäre the best case. So viel haben sie mir nicht mehr gesagt bei der Straße. War irgendwo auch, sag ich mal, ein klarer Runway da. Oder es war ein Druck da, entweder man macht jetzt schnell Umsätze oder man kriegt schnell ein Investment. Wie bist du da rangegangen?

SPEAKER_01

Also wir haben schnell, wir haben schnell Umsätze gehabt, jetzt nicht genügend, um so eine Firma am Laufen zu halten. Aber wir haben mal, wir sind ohne Investoren mal zu einem Punkt gekommen, wo wir Umsatz hatten. Also durch meine Spartas und einfach, weil ich mich selber nicht gezahlt habe und so weiter. Und dann haben wir ja eigentlich schnell, also dann habe ich schnell Investoren gehabt. Es hat halt sehr geholfen wiederum, es ist viel einfacher in Amerika, Investoren zu finden und es ist viel einfacher, Investoren zu finden, wenn man in Stanford war. Also das muss man ganz einfach sagen. Das hat ganz wenig mit mir zu tun und ganz wenig auch mit unserem Geschäftsmodell zu tun. Das hat ganz viel einfach damit zu tun, dass Investoren so eine self-fulfilling prophecy gibt es dann. Die glauben halt an Startups von Stanford sehr und dann kriegt ein Startup von Stanford einfacher Geld und dann ist das auch einfach, und dann ist es wahrscheinlich ja, dass es erfolgreich wird, weil wir mehr Geld haben und so. Ja, es ist eine fragwürdige Welt, aber es funktioniert halt für uns gerade sehr gut.

Markus

Okay. Und jetzt erzähl vielleicht nochmal ganz konkret, wie ihr dieses Produkt entwickelt hat. Ich glaube, du hast wahrscheinlich auch aus der Zeit mit der Strawach schon so ein bisschen eben Insights gehabt, in welche Richtung es gehen könnte. Wie hat sich die Idee dann wirklich auch nach und nach konkretisiert? Wie habt ihr validiert, dass da auch wirklich Zahlungsbereitschaft da ist und auch Leute das nutzen wollen? Was war da der Prozess?

SPEAKER_01

Ich habe in Stanford eine Klasse gemacht, die das heißt RDI Research-Driven Innovation. Und das ist so ein Prozess, den eben die ersten Forder-Professoren entwickelt haben, den ich extrem spannend finde. Ich wäre der perfekte Fall dafür. Ich wusste, ich will ein Startup machen. Ich wusste, es war in der Baubranche, weil ich kann nichts anderes, um ehrlich zu sein. Also auch so oft in der Baubranche, das Einzige, wo ich wirklich Erfahrung habe. Und ich wusste quasi, ich hatte ein Team. Und wenn du quasi schon mal das alles hast, dann kannst du an das Problem, das du lösen willst, eigentlich sehr research-driven herangehen. Und das passt natürlich für jemanden wie mich mit einem Doktorat, das ist einfach, weil ich kann halt Regeln folgen und irgendwie Research machen. Und der ganze Prozess war eigentlich mal herauszufinden, was ist das größte Problem aktuell in dem Markt, in dem du herangehst. Und für mich war der Markt klar, also Baubranche. Und ein Teil von diesem Research-Prozess war halt Interviews. Also ich habe 50 von den Top 100 Vorständen irgendwie in der Baubranche in Amerika interviewt und du stellst all denen halt immer wieder dieselben Fragen und dann kriegst du plötzlich Daten, was sind denn deren Probleme? Und für uns war das sehr schnell sehr klar, dass das größte Problem der Facharbeiter im Mangel ist. Also in Amerika gibt es einfach keine Leute oder fast keine Leute mehr, die in der Baubranche arbeiten wollen. Und jetzt können wir ganz viel Pack und Innovation und alles machen, aber Baubranche ist noch immer was, wo 65% der Baukosten sind, Arbeitskräfte. Also das kannst nicht wegrationalisieren. Und dann haben wir eigentlich sehr darüber beschlossen, okay, das ist das Problem oder das, was wir lösen wollen oder wo wir hingehen wollen, ist, wie schaffen wir es, dass wir diesen Facharbeiterkräftemangel irgendwie lösen. Und dann haben wir ganz viele verschiedene Ideen gehabt, die wir getestet haben, eben dann auf, ist es realistisch, das wirklich in ein Produkt umzubandeln und ist irgendwie jemand bereit, dafür zu zahlen? Und wenn jemand bereit ist, dafür zu zahlen, geht sich das jemals irgendwann finanziell ausnahmen? Oder es ist so ein Bird oder Scooter-Business, was niemals profitabel wird. Sowas wollte ich einfach nicht bauen. Ja, und dann kamen wir eigentlich zu der ersten Lösung, dass wir verstanden haben, dass Facharbeiter hier in Amerika wahnsinnig falsch eigentlich inzentiviert sind. Die werden nach Stunden bezahlt, und wenn du nach Stunden bezahlt bist, dann willst du hauptsächlich viele Stunden dort sein und nicht wirklich zwingend viel arbeiten oder nicht zwingend das Richtige arbeiten, weil es dir eigentlich alles egal ist. Und unser erstes Produkt war eben, Bauarbeiten monetär zu inzentivieren, zu sagen, okay, anstatt acht Türen, du machst zehn Türen und du kriegst am Schluss 50 Dollar extra. Und das heißt in Österreich Akkordarbeit und wird stark kritisiert eigentlich vom europäischen. Markt, weil this is so the anti-socialist, or this is a lot of feedback that we become, which I not really for, weil in America wahnsighted good ankommt, but the level tatsächlich at the end of the day next. And 80% of the Facharbeiter here in America live paycheck to paycheck. And when I plotten a dollar mehr zahle im Monat, dann können ihre Kinder aufs College gehen. Also das ist etwas, was schwierig nachzuvollziehen ist aus dem europäischen Raum, wo alles irgendwie, you know, Rainbows and Unicorns ist, weil alle haben Versicherung und alle haben irgendwie gratis Schulen und so weiter. Ja, das ist eine andere Struktur in Amerika, deshalb funktioniert das hier sehr gut. Und ja, was wir halt immer schon gehabt haben, ist irgendwie, wir wussten, dass künstliche Intelligenz ist in jedem von unseren Produkten drinnen, aber wir wussten immer, dass wir ganz vorne mit dabei sein wollen, egal was sich da tut, irgendwie eine neue Technologie. And we haben schon mit Large Language Mouse gearbeitet, also viel bevor ChatGPT tatsächlich irgendwie rausgekommen ist, und haben schon viel getestet, was damit möglich ist. Und das hat uns halt dazu geführt, dass jetzt unser aktuell größtes Produkt ist nicht mehr das Facharbeiterkräftemangelprodukt, sondern ist jetzt tatsächlich ein General DVI-Produkt in der Baubranche und hat lustigerweise wenig damit zu tun, was wir grundsätzlich gesagt haben, dass wir Lösen, wo wir sagen, hey, wir wollen Facharbeiterkräftemangel lösen. Jetzt aktuell ist unser größter Revenue-Treiber, ist General DVI in Construction, was, wie gesagt, nicht viel damit zu tun hat, was wir eigentlich machen wollen.

Markus

Das würde mich nochmal interessieren, du hast, du bist Solo-Founderin und das ist ja oft etwas, wo auch, es gibt manche Investoren, die sagen, investieren wir nicht, wenn es nur einen Founder gibt oder eine Founderin. Ganz einfach auch, weil es ein Risiko ist, falls die oder der ausfällt. Wie bist du damit umgegangen, auch im Fundracing-Prozess? Warst du da konfrontiert mit Ablehnung wegen diesem Umstand oder hast du das Gefühl, das konntest du auch als Stärke nutzen?

SPEAKER_01

Ich habe Fragen dazu bekommen. Also ich habe nie, ich bin nie deshalb abgelehnt worden, natürlich wirst du abgelehnt, aber das haben sie mir nie als Argument gegeben. Vielleicht wollten sie das nicht sagen, aber ich glaube ich eigentlich nicht. Ich habe die Frage ja fast jedes Mal bekommen. Ich habe dann fast jedes Mal dieselbe Antwort gegeben, dass ich eben niemand, dass ich Risiko minimieren wollte und Co-Founder ist Risiko. Das finden sie dann gut. Das ist eine Antwort, die Sie Investoren gern haben wollen. Umso umso arroganter du antwortest, umso umso besser manchmal. Ja, und das zweite war halt, glaube ich, auch einfach, weil sie gesehen haben, dass ich sehr früh ein wahnsinnig starkes Executive Team um mich herum gehabt habe. Also ich habe einen, ich habe jemanden, der mein Engineering-Team leitet, der halt 25 Jahre Erfahrung in dem hat, der drei Startups vorher gemacht hat, die er verkauft hat und so weiter. Also das ist halt so ein All-Star. Ich habe einen Head of Product, der seit 15 Jahren das macht in der Baubranche, der auch sein Host ist. Also ich glaube, die haben dann früh gesehen, okay, es ist jetzt egal, wer das gestartet hat, aber das Team ist jetzt auch seit langer Zeit zusammen und extrem stark. Ich hatte mehr Themen halt mit dem Thema, glaube ich, Frau als mit dem Thema jetzt Solo Founder. Da hört man viele dumme Kommentare und Co. Ich glaube aber lustigerweise, dass ich ganz viele Meetings bekomme, weil ich eine Frau bin, weil jetzt zumindest in Amerika wollen sie mehr in mehr Frauen investieren und du dann aber anders bewertet wirst. Also ich habe halt viel, ich habe eine Absage bekommen von einem größten Fun und habe dann gehört, warum und so, ja, Sarah is too aggressive. Und das ist halt was, was sie niemals über einen Mann sagen wollen, weil sie würden. Aggressive in einem für einen Gründer ist halt was, was du eigentlich willst. Also das ist ja, vor allem im amerikanischen Raum. Solche Dinge ja, aber ich will eigentlich irgendwie, es gab Frauen, weiß nicht, die sind jetzt 50, 60 Jahre alt, das waren die ersten Frauen, die irgendwie in einem Vorstand gesessen sind, in einem Falls and Five Hunger Company. Und ich bin dankbar, dass sie das gemacht haben, weil jetzt plötzlich ist es für mich leichter, auf eine Uni zu kommen. Es ist leichter für mich, irgendwie auch in eine Vorstandsposition zu kommen. Und ich sehe es ein bisschen als teilweise auch meine Aufgabe, dasselbe zu machen für die Gründerwelt. Ich habe zwei, drei Frauen auf meinem Cap-Table, die halt mal selber was gegründet haben und die damit erfolgreich waren. Und ich bin denen wahnsinnig dankbar, weil das waren halt wirklich die ganz, ganz ersten Pionierenden. Und ich sehe es halt jetzt einfach auch teilweise meine Aufgabe für die nächste Generation, das irgendwie zu machen.

Markus

Das hast du vorher auch angesprochen, die Achterbahnfahrt, die emotionale, dass du auch schon lange in Therapie bist und das ist etwas, was wir immer wieder auch hören, dass viele Founder in irgendeiner Form Therapie oder Coaching in Anspruch nehmen. Wie glaubst du, präg dich das auch? Wie macht dich das auch resilienter?

SPEAKER_01

Ich persönlich kenne keinen Gründer übrigens in West America, der nicht in Therapie is oder in Coaching. Ja, die nennen es halt dann executive coaching, same, same. Ich weiß sogar nach meiner letzten fundraising Runde, dass my haupt investor and board member quasi how about executive coaching or therapy, and it's so goddamn covered and the firma quasi. Also that is, that can be, in America. The frage is a bisschen quasi: sind alle Gründe in Therapie, weil das Gründen so hart ist, oder sind alle Gründe in Therapie, also weil sie psychologisch was haben, was sie Gründer macht. Und ich glaube eher das Weitere, also gibt es auch ganz gute Bücher darüber, die halt einfach sagen, jetzt nicht nur Gründer, aber auch wahnsinnig erfolgreiche Menschen haben meistens was, was wir in Englisch chip on your shoulder nennen. Also es gibt irgendeinen Grund, warum die sich beweisen müssen. Und leider sind diese Gründe sehr oft mental health Probleme, die irgendwie aus einer harten Kinder kommen oder aus irgendwas, was denen in ihrem Leben passiert ist, was jetzt nicht zwingend positiv ist. Und darüber wird wenig gesprochen. Aber ich alle, also wirklich fast 100% von den Leuten, die ich wirklich gut kenne, die wahnsinnige Erfolge sind, denen ist irgendetwas passiert in ihrem Leben, was halt dazu führt, dass sie sagen, hey, ich beweise mich jetzt und ich beweise der Welt, dass mir nichts passieren kann und dass ich besser, stärker, schneller, was auch immer bin. Und diese Ärger kommt ganz, ganz selten aus einer perfekten Kindheit oder aus einem perfekten, aus einem perfekten bisherigen Leben, wo alles sicher und stabil und einfach war.

Markus

Chip on the Shoulder ist ein sehr, sehr guter Begriff, glaube ich, der die Essenz von vielen Foundern beschreibt, dass man wirklich Bemerkenswertes auch erreichen will. Wenn wir jetzt ein bisschen den Blick in die Zukunft wagen, ihr seid gut finanziert, es ist ein spannender Markt. Ihr seid dann, das ist vielleicht noch eine Frage. Du bist dann aber, wenn ich das richtig sehe, mittlerweile based in New York. Stimmt? Warum New York, wenn du eigentlich in Valley quasi in Stanford warst?

SPEAKER_01

Eigentlich nur persönlich. Also ich habe die Firma in Silicon Valley gegründet, and habe mir dann angeschaut, was my firma is sicher mein number one, my, but festgestelled, okay, ich brauche ein bisschen Leben, zumindest außerhalb der 90 Arbeitsstunden. And habe ich gedacht, okay, wo kriege ich wo kann ich das bisschen Leben, das ich habe, irgendwie maximal genießen? And nachdem ich an immigrant bin in diesem Land, habe ich jetzt nicht zwingend Freunde in jeder Stadt and überall. And eigentlich gab es für mich nur zwei Orte, wo ich auch Sozialleben hatte, and that was Silicon Valley and New York. And New York ist mehr dran an Europa, ist europäischer, ist kulturell besser, da brauchen wir jetzt, also da kann ich jetzt jeder publicly scrutinizen, aber für mich steht da 100% dahinter. Mehr Flughäfen, alles toll. Ja, und das zweite Thema ist einfach eine im Silicon Valley ist es sehr homogen von der Denkweise her. Es gibt halt, du bist entweder ein Tech-Entrepreneur oder nicht. Und es geht auch den ganzen Tag irgendwie nur darum und es ist dann doch, das hilft sehr und das ist gut eben für eine gewisse Phase. Aber für mich war es dann auch genug, weil ich wollte einfach doch, ich habe europäische Wurzeln und ich glaube, als Europäer ist man generell mehrschichtiger geprägt eigentlich, einfach nur weil wir dadurch aufwachsen, dass wir mit Musik aufwachsen und mit Kultur und mit Geschichte und mit Tradition. Und ich wollte mehr davon haben und da gibt es in New York einfach wesentlich mehr als jetzt dann im Silicon Valley selbst. Und ja, es war ein guter Schritt. Ich bereue es nicht und hat auch das Funding nicht beeinflusst. Also ich habe ganz viele Leute, die mich davor gewarnt haben, aber es sind mittlerweile extrem viele, also Musikhoya, Excel und so, die haben mittlerweile alle Offices in New York und es wird ein größerer Tech-Hub, vor allem post-Covid.

Markus

Und hast du, seid ihr grundsätzlich remote oder hast du das Team dann quasi mitgenommen nach New York?

SPEAKER_01

Ich habe das Team, soweit es ging, mitgenommen. Wir haben hybrid, also wir sind circa zwei Drittel der Leute, die sind in New York, der Rest ist irgendwo in Amerika und wir fliegen die dann halt mindestens einmal im Quartal für eine Woche alle ein und arbeiten dann zusammen. Und ja, es ist, wenn es nach mir ginge, wären alle im Büro, jeden Tag in die Woche. Das ist aber einfach nicht mehr adäquat und ich verstehe es auch. Es ist, wir haben ganz viele Mitarbeiter mit Kindern und alles und es ist einfach auch schön zu sehen, dass die mit den Kindern frühstücken können und mit den Kindern mitergessen und arbeiten lassen können. Und das gibt ihnen so viel mehr als es jetzt. Und dann ist ihre Arbeitsleistung einfach auch besser, weil sie holistisch glücklicher sind.

Markus

Gut, jetzt der versprochenen Blick in die Zukunft. Was sind aktuell eure größten Herausforderungen? Wo sagst du, das ist jetzt so der nächste Schritt, den ihr machen müsst, um deine Vision auch zu verwirklichen?

SPEAKER_01

Es ist wahnsinnig spannend, dass wir, also was wir aktuell machen mit der künstlichen Intelligenz auf der Baubranche, vielleicht ganz kurz zu Verständnis ist. In der Baubranche gibt es unfassbar viele Dokumente, die alle quasi Vertragsbestandteil werden. Und wir reden aber wirklich auf so einem 500-Millionen-Projekt, reden wir von vier Millionen Seiten an Dokumenten. Und theoretisch soll ein Bauleiter vier Millionen Seiten und Dokumenten wissen, die sich jeden Tag ändern. Und das ist halt einfach menschlich nicht machbar. Und wir haben es quasi einen Co-Piloten geschaffen für die Baubranche, wo du schnell eine Frage stellen kannst und wir dir aus vier Millionen Dokumenten die Antwort geben, wo du für ein, bevor du in ein Meeting reingehst, von unserem Co-Piloten genau gesagt wirst, das sind die wichtigsten drei Punkte, das sind die Dokumente, die du dafür brauchst. So quasi ein persönlicher Assistent für die Baubranche, der einfach für dich mitdenkt und für dich das alles macht. Alles, was an Bürokratie irgendwie im Hintergrund laufen sollte. Das ist hochspannend. This is natürlich jetzt kein Edge from a technologie perspektive, weil we mit den Arbeiten mit Microsoft and OpenAI and Anthropic and you name it zusammen, die halt all these large language models and vectordaten bases and what produzieren, and fast keiner macht das für die Baubranche. Deshalb sind wir wahnsinnig spannend für die, weil wir halt mit ihnen direkt zusammenarbeiten. And die Baubranche weltweit ist 13% vom Weltbruttoeinkommen. Also ein Riesenteil eigentlich der gesamten Marktwirtschaft ist die Baubranche. Und für uns ist, glaube ich, das Spannendste zu sagen, hey, ja, wir sind cunning edge und das ist auch alles ganz wichtig, dass wir wirklich immer am weitesten sind. Aber auf der anderen Seite müssen wir diese Technologie so runtertrimen, dass es halt für den durchschnittlichen Bauarbeiter verwendbar ist. And das war für mich von Tag 1 innerhalb des Teams sehr spannend. Wie verbindest du die Uber-Nerds quasi, also die absoluten Top-Notch-Ingineers of dieser Welt, die sich halt mit diesen Sachen wirklich Tag und Nacht beschäftigen? Wie bringst du die jemals zusammen mit einem Bauarbeiter, der Beton gießt? Und kulturell auch. Und das ist bis heute wahnsinnig spannend, weil wir in unserer Firma die Bauarbeiter haben und die PhDs von Stanford und wir alle irgendwie unter einen Hut verbringen und gemeinsam eben versuchen, dieses Thema zu lösen.

Markus

Jetzt ist besonders hier in unseren Gefühlten in Europa natürlich ein unglaublicher AI-Hype ausgebrochen in den letzten Monaten. Ja. Und es haben viele Startups, die jetzt eigentlich auch was ganz anderes machen, dann, sag ich mal, einen Weg gefunden, sich auch als AI-Startup zu bezeichnen und ein AI-Produkt herauszubringen oder so. War das das Thema AI für euch von Anfang an im Fokus oder ist das erst nach und nach gekommen?

SPEAKER_01

Nee, für uns war das von Anfang an im Fokus, weil auch viel AI im Originalprodukt drinnen steckt. Wir haben, glaube ich, also ich habe schon in meiner Doctorarbeit mit Natural Language Processing zu tun gehabt. Also das war schon alles irgendwie ewig Thema. Das war jetzt nicht so U der neueste, truste, Hype irgendwie. Und ich bin überhaupt kein Hype-Mensch. Also es ist für mich eher eher fragwürdig für mich, gerade was passiert. Ich werde gerade auf jede Konferenz eingeladen, um über AI in der Baubranche zu reden und wo ich mir wirklich denke, das habe ich, ich habe mich vor drei Jahren schon beworben und da hat es keinen interessiert. Also das ist eigentlich ganz spannend. Ja, ich glaube, es ist gefährlich, jetzt als Star dabei einfach nur auf irgendeinen Trend zu hüpfen und zu sagen, uh, jetzt Schatz, wir machen jetzt auch AI. Weil wenn du wirklich AI machst, ist es extrem teuer. Und wir verwenden jeden Umsatz, der bei uns in der Firma reinkommt, in unser Core-Produkt, wir verwenden jeden einzelnen Dollar, um den rein zu investieren in unsere AI-Entwicklung. Plus wir haben wahnsinnig viel Outside Capital gewast. Also ich sehe es bei uns selber, wie viel Geld in AI reinfließt, weil wir halt auch versuchen, was zu bauen, was eben jetzt nicht durch die nächste Open AI Wave irgendwie wieder rausgerissen wird. Aber ich glaube, wenn du nicht den Background hast und nicht das Talent dazu hast, weil auch die sind wahnsinnig schwer, irgendwie die Mitarbeiter da reinzukriegen, dann ist es halt nur von einem Hype zum nächsten hüpfen. Und das sind genau die Startups, die vorher die Krypto gemacht haben und dann Web3 und jetzt hüpfen sie ja auf irgendwie Gen AI und ja, und nächstes Jahr wird es Knowledge Graph oder keine Ahnung.

Markus

Und jetzt Nordstern, wo siehst du dich in zehn Jahren?

SPEAKER_01

Ich will gar nicht wissen, wo ich in zehn Jahren bin. Also das war ein lustiger Wechsel, weil in meiner Jugend war es immer klar, ich hatte fünf Jahrespläne, zehn Jahrespläne und das war immer ganz klar, da wird darauf hingearbeitet und so. Und da gab es dieses Shift in den letzten paar Jahren, dass es eigentlich wahnsinnig toll ist, nicht genau zu wissen, wo ich bin. Aber es ist jetzt auch, ich bin jetzt in der Phase, bin in meinen 30ern, wo es nicht mehr diese Checkboxen gibt, ich brauche jetzt keinen MBA und keinen Doktor mehr, weil das ist jetzt alles erledigt und jetzt geht es plötzlich eigentlich nur noch, was will ich leben? Und das ist eine sehr spannende, es ist eine viel kompliziertere Frage und viel härter für mich, als jetzt irgendwie einen Doktor zu machen oder irgendwie ein Stanford zu kommen, weil da gibt es Regeln und was will ich leben, ist so eine breite, fast philosophische Frage. Also wo bin ich in zehn Jahren? Ich habe keine Ahnung, die durchschnittliche Lebensdauer von einem Startup wie meinem ist irgendwie um die sieben Jahre bis entweder Exit oder IPO. Also ich hoffe, wir haben in zehn Jahren entweder die Firma erfolgreich verkauft oder wir sind einer Börse damit. Werde ich das in zehn Jahren noch machen? Schauen wir mal. Keine Ahnung. Werde ich noch in Amerika sein, weiß ich auch nicht. Ich vermisse Europa schon. Darf ich nicht laut sagen in Amerika, aber ich verstehe dich nicht gerne. Ich glaube, dass man jetzt viele Europäer überhaupt nicht wertschätzen, was sie eigentlich haben an Infrastruktur, jetzt sowohl eben politisch als auch Gesundheitssystem, ein Schulsystem. Also meine Freunde hier, die schon Kinder haben in Amerika, die Probleme, die die haben, obwohl die ja, ich sage, ich rede von Leuten, die in Harvard und in Sanford waren und die nicht wissen, ob sie sich ein Kind leisten können. Das ist einfach eine absurde Einstellung. Leute, die hier Krebs kriegen, wissen, dass sie bankrott sind dann auch. Und das sind einfach so absurde Themen, wo ich eigentlich sage, will ich in einer Gesellschaft leben, wo von links und rechts die Leute nicht wissen, wie sie Schwierigkeiten überstehen können, weil das System nicht dafür da ist.

Markus

Sehr spannend. Wir kommen ganz langsam zu unserer Speedrun. Fünf Fragen, fünf Antworten. Wenn du jetzt zurückblickst auf die letzten Jahre, was ist dein größtes Learning?

SPEAKER_01

Das habe ich vorher schon erwähnt, mein größtes Learning sicher, dass ich Versagen, dass Versagenwachstum bedeutet und dass Sagen eigentlich was ist, was wir feiern sollen.

Markus

Und was ist dein bester Life Hack?

SPEAKER_01

Alles. Ich delegiere alles in meinem Leben, wo ich jemandem weniger pro Stunde zahle, als ich in der Stunde verdienen würde.

Markus

Was ist deine Buchempfehlung für uns?

SPEAKER_01

The Psychology of Money.

Markus

Morgenhauser. Was ist dein Lieblingsprodukt?

SPEAKER_01

Ein Lieblingsprodukt. Du hättest mir die Frage vorstellen sollen.

Markus

Sehr unfair.

SPEAKER_01

Was ist mein Lieblingprodukt? Okay, hier was für Österreicher. Carf. C-A-R-Vogel V. Das sind Sohlen, die du in deine Ski, wie heißt das, Skiboots?

SPEAKER_02

Skischuhe?

SPEAKER_01

Skischule, danke. Sohlen, die du in deine Skischuhe reinsteckst, die sich dann mit deinem Handy verbinden und mit deinen Airpods und dir dir während dem Skifahren sagen, wie du dein Skifahren verbesserst, wie schnell du bist, bla bla bla. Also ein digitaler Skicoach. Wirklich cool.

Markus

Sehr cool. Geht das auch an der Ostküste oder bist du dann an der Westküste Skifahren?

SPEAKER_01

Nee, ich fliege nach Österreicher.

Markus

Ah, sogar nach Österreich, sehr gut.

SPEAKER_01

Bestes Skifahren der Welt.

Markus

Gut, und jetzt stell dir vor, deine Calf-Sollen gehen am Zoll verloren und du musst jetzt ohne sie Skifahren. Was ist dein Lieblingsschimpfwort?

SPEAKER_01

I mean, auf Englisch vermutlich, wäre das F-Wort, aber nachdem man das nicht mehr sagen darf, wird es dann immer ein Freaking.

Markus

Wirklich, darf man nicht mehr sagen, das F-Wort?

SPEAKER_01

In der Baubranche geht es schon noch, aber publicly nicht so.

Markus

Unser Podcast ist mit der Baubranche zu vergleichen, bei uns darf man kräftig schimpfen, das ist voll okay.

SPEAKER_01

Ja, dann wäre es definitiv fuck. Das kommt einfach oft raus mittlerweile. Auch wenn ich Deutsch rede, das ist ein Problem. Am Anfang habe ich auf Deutsch geschimpft und jetzt schimpfe ich auf Englisch.

Markus

Also du bist in bester Gesellschaft mit Fuck. Scheiße und Fuck sind die meistgenannten hier. Es gibt dann manchmal so kommen die Ursprünge heraus und es gibt dann oberösterreichische oder steirische.

SPEAKER_02

Geschießen.

Markus

Ja, geschissen, genau. Also da glaube ich, sind wir uns alle einig. Wunderbar, das bringt uns zu unserer finalen Rubrik. Und da haben wir wie immer für dich die Aufgabe, einen Moonshot aufzustellen, eine große Vision, Frei nach JFK und eine Prediction. Eine ganz nüchterne Vorhersage.

SPEAKER_01

Ja. Moonshot. Was ich glaube, wo es hingehen könnte. Ich glaube nicht, dass wir es dahin schaffen, aber es ist unglaublich. Es ist unglaublich, was wir in der Gentechnologie können, was wir wirklich mit Genveränderungen, wie wir Krankheiten komplett auslöschen können und verhindern können. Es ist ein Wahnsinn, was sich im Farming-Bereich tut, mit vertical farming, in-house farming, wo du einfach Essen produzieren kannst für die ganze Welt ohne Pestizide, ohne irgendwelche Probleme. Es ist ein Wahnsinn in der Medizin im Generellen, was sich mit personalisierter Medizin tut, was ich mit Automation im Manufacturing-Bereich tut. Also ich bin da ein Traum wäre natürlich, wenn ich mir denke, was wir erreichen könnten als Gesellschaft ist, wir könnten alle Leute mit Nahrung und mit Wasser irgendwie versorgen. Wir könnten so viel automatisieren, dass wirklich jeder auf dieser Welt, again Moonshot, jeder auf dieser Welt essen, Ausbildung und Sicherheit hätte. Und dann ist die Frage nach Universal Basic Income und so weiter. Und das ist halt ein sehr fast sozialistisch, fast kommunistische Moonshot, den man erreichen könnte. Das ist nicht meine Prediction, weil einfach die Menschheit gezeigt hat, dass das nicht in unserer Genetik ist oder nicht in unserer Nicht zu ticken. Und die prediction ist ein bisschen trauriger, weil auch wenn wir denken, was wir an technologie schon alles haben und was wir mit jetzt nehmen, nimm social media, was wir mit Social Media eigentlich erreichen können, es Leute zu vernetzen wissen, oder mit dem Internet, nein, im Internet plötzlich alles wissen, diese Welt ist über einem Knopfdruck erreichbar. Und worüber, wie verwenden wir solche Menschheit, um uns Katzenvideos anzuschauen. Also ich könnte den ganzen Tag auf meinem Handy Sprachen lernen oder Geschichte lernen oder was auch immer. Und was macht der Durchschnittsmensch? Es schaut sich Videos an von Katzen oder wie Leute irgendwie ausrutschen und auf den Rücken fallen. Das ist halt meine Prediction, auch wiederum mit der AI. We können mit AI sehr, sehr viel lösen, aber ich glaube halt, dass der Mensch einfach wieder dazu strebt, halt wieder irgendwie einfach was mindnomingly, stupid zu machen damit. Ich glaube nicht, dass wir uns alle zerstören und so. Ich glaube nicht an die Doomsday-Szenarien von jetzt künstliche Intelligenz. Weil so viel man es auch fürs Negative nutzen kann, so viel kann man es auch wieder fürs Positive nutzen. Und ich glaube generell ins positive Menschen. Aber ich glaube, dass wir eine Tendenz haben, wahnsinnig tolle Technologien für wahnsinnig dumme Sachen zu verwenden.

Markus

Naja, dann glaube ich, ein guter Appell auch an alle da draußen, die zuhören, dass man das anders macht und dass man die Technologien für die guten Dinge in der Welt einsetzt. Vielen Dank, Sarah, fürs Dabeisein und diesen Ausblick auch in eure Zukunft, in eine hoffentlich positive Zukunft. Sehr spannende Einblicke, liebe Grüße nach New York und auch einen großen Dank an alle da draußen, die zugehört haben. Wir hören uns wieder am Donnerstag bei einer Future Weekly News Episode.