Future Weekly

#484 – Marcus Ihlenfeld über Kinderfahrräder, Crowd-Investing & Erfolgsmuster

Markus Raunig & Marcus Ihlenfeld Episode 484

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Im Deep Dive spricht Markus mit Marcus Ihlenfeld, Co-Founder von Woom, dem weltweit größten Hersteller von Kinderfahrrädern, und Co-Founder der Kindermöbelmarke Poptop. Vom Container-Business während des Studiums bis zu einem Jahr als Staubsauger-Vertreter erzählt Marcus, wie sein Unternehmergeist entstanden ist.

Er spricht über den Aufbau von Woom, darüber, wie Kund:innen zu Investor:innen wurden, warum persönlicher Kundenservice und klare Werte Wachstum ermöglichen und weshalb Sichtbarkeit als Unternehmer heute entscheidend ist.

Production: Hanna Moser

Musik (Intro/Outro): www.sebastianegger.com

Markus

Einen wunderschönen guten Morgen, guten Mittag, guten Abend, willkommen bei Future Weekly. Und wie ihr wahrscheinlich euch schon denken könnt, nachdem das eine Episode is, die am Sonntag rauskommt. Wir sind mit unserem Deep Dive zurück und haben uns dafür gleich einen großartigen ersten Gast gesucht. Und das ist der Markus Illenfeld, einer der Gründer von WOM. Markus, willkommen bei uns. Es freut uns sehr, dass du bei uns in FutureWiki bist. Und ja, vielleicht lass uns kurz mal rein starten. Vielleicht magst du kurz erzählen für die, die es noch nicht wissen, was macht Wum und was machst du bei WOM?

SPEAKER_00

Ja, guten Morgen, danke Markus für die Einladung. Ja, Wumm, ja, lange Geschichte, also kurze Geschichte, lange Geschichte. Ich bin der Mitgründer von WOM, neben dem Christian Petzdecker. Wir haben gemeinsam vor über zehn Jahren, also das war so 2012, uns oder 2011 kennengelernt, zufällig in Wien, und haben uns beschlossen, haben uns geschlossen, haben uns beschlossen, gemeinsam beschlossen, dass wir eine Fahrradfirma gründen und die soll Wuhm heißen. Und das soll das in Anführungszeichen bessere Kinderfahrrad sein. So fing das Ganze an. Also du musst aufpassen mit der Frage, weil das kann zehn Stunden Antwort haben, aber ich bin gemacht.

Markus

Zu der 10 Stunden Antwort, zu der kommen wir noch. Aber man muss jetzt mal sagen, auch WOM ist mittlerweile einer der, ich glaube, größten Fahrradproduzenten weltweit, ist fokussiert auf Kinderfahrräder. Und gleichzeitig bist du mittlerweile nicht nur nochmal mit Fahrrädern beschäftigt, sondern machst auch andere, ich nenne es jetzt mal Utensilien für Kinder. Was ist da mittlerweile auch noch in eurem Portfolio?

SPEAKER_00

Ja, wir haben 2013 dann die Firma gegründet in der Garage, haben sie aufgebaut zu einer der größten Fahrradfirmen der Welt und nach dem größten Kinderfahrradhersteller der Welt, haben dann Investoren reingenommen, um dann das Working Capital zu finden, um das weiter wachsen zu lassen. Und haben uns dann aber auch entschlossen, dass das nicht mehr so wirklich unsere Firmengröße ist, wo wir das Maximale aus uns rausholen und für die Firma oder für die Marke und haben uns dann beschlossen, keine operative Funktion mehr in der Firma zu haben. Und dann nach sechs Monaten sozusagen Frührente ist uns eigentlich die Decke auf den Kopf gefallen und wir haben gesagt, okay, das ist nicht das Gras ist grüner auf der anderen Seite des Zaunes und auch wenn man dann auf dieser Seite des Zaunes steht, merkt man, dass das eigentlich nicht die Erfüllung ist. Im Endeffekt nichts zu tun. Und kam dann relativ schnell dazu, uns zu überlegen, welche neuen Ideen wir denn haben könnten oder welche neuen Ideen wir haben, um nochmal zu versuchen, ja, auch nochmal eine Firma zu gründen oder eine Brand aufzubauen und kam dann eben auf Kindermöbel, weil das halt auch wie am Anfang der Fahrrad der Kinderfahrradmarkt ein sehr, würde ich sagen, stiefmütterlich behandelter, behandelter Markt ist, mit wenig Liebe und mit wenig Design und mit wenig Funktionen für die User, nämlich für die Kinder. Und das ist dann auch immer einfach, wenn man als Partner einen begnadeten Industriedesigner hat, wie ich zum Beispiel den Christian, dann kommen da ganz automatisch immer irgendwelche Ideen aus ihm raus. Und dann ist es dann nur die Frage, ob wir die dann verfolgen oder nicht. Und in dem Fall haben wir gesagt, ja, lass uns das machen. Und haben dann eben eine Kindermöbelfirma, die heißt Pop Top, ins Leben gerufen und haben das gestartet mit dem John Brady gemeinsam als CEO und Partner, haben das Ganze vorangetrieben und ja, und sind jetzt, sind jetzt im dritten Jahr, wir haben jetzt 10.000 von diesen höhenverstellbaren Tischen verkaufen und natürlich auch Stühle und Lampen, haben das Produktportfolio aufgebaut und wir werden dieses Streben, liest ja so 6 bis 7 Millionen Euro Umsatz an im dritten Jahr. Also das heißt, es funktioniert ganz gut. Und der Markt ist da, das Produkt ist gut, das Team ist extrem gut drauf und extrem krass unterwegs. Und ja, das ist jetzt unser neues Ding. Und nachdem wir das begonnen haben mit, nachdem wir das, sagen wir mal, mit Pop-Top im Endeffekt unsere Zweifel bestätigt, ne, nicht bestätigt begonnen haben, aber widerlegt haben, dass es doch ziemlich viel Glück war, was wir bei WUM aufgebaut haben, haben wir so ein bisschen Luntergerochen auch und haben jetzt gesagt, hey cool, wenn wir das einigermaßen können. Wir kennen neun von zehn Fragen haben wir eine Antwort, wenn es um Produktentwicklung und Produkt go-to-market und so weiter geht. Und wir total viel Freude daran haben, Dinge aufzubauen, also von 0 auf 1 aufzubauen. Wenn wir doch da Freude dran und es sehr viel Energie gibt, auch fürs Privatleben, dann lass uns das doch noch ein paar Mal machen und so kamen wir irgendwie dazu. So nach dem vierten, fünften Kaffee, dann kommt man dann dazu und sagt, eigentlich ist es geil, das macht voll Spaß, sowas aufzubauen, einen neuen Markt zu generieren, sich da reinzufuchsen. Ja, wir hatten keine Ahnung von der Fahrradbranche, bevor wir nicht da drin waren und hatten auch keinen Dunst von der Möbelbranche, also null. Null Dunst von der Möbelbranche haben dann angefangen und sind dann da im Endeffekt auf Fuß gefasst. Und so wollen wir es noch ein paar weitere Male machen und werden jetzt noch weitere Startups gründen und nebenbei beraten wir auch mit unserer GmbH. Also beraten, wir werden jetzt letzte Woche angefangen, wir werden eine Academy eröffnen, eine, die wird Sounds Like a Plan Academy heißen. Dort werden wir Startups und Scale-Ups unterstützen, mit dieser Academy erfolgreich zu sein. Und das geht jetzt auch los. Also wir haben ein paar Eisen im Feuer, wir haben zwei weitere Startups, beziehungsweise drei, die jetzt noch so auf dem, die jetzt mal so aufs nächste Level kommen und dann beginnen. Und ja, wir sind da sehr umtriebig, würde ich mal sagen. Es ist schwierig, das in Einsatz zu fügen, aber wir sind, wir wollen in jedem Jahr, in den nächsten zehn Jahren noch ein Startup auf den Markt bringen. Auch mal scheitern mit einem Startup, auch klar. Und ja, sind noch nicht am Ende unserer Tage, sagen wir mal so. Es geht jetzt das richtig los.

Markus

Das klingt sehr unternehmerisch, passt wunderbar in diesem Podcast. Du hast uns jetzt quasi in fünf Minuten einmal so einen Schnellüberblick gegeben. Lass uns ein bisschen tiefer eintauchen. Denk an den kleinen Markus, ich weiß nicht, der in die Volksschule gegangen, in die Grundschule gegangen ist. Gab es da schon, sag ich mal, eine Liebe zu Unternehmertum, zu eigenen Dingen aufzubauen, vielleicht Produkte zu entwickeln. Ist das etwas, was da schon sichtbar gewesen ist oder hat sich das erst später entwickelt?

SPEAKER_00

Ja, es ist ganz spannend. Es ist total spannendes Thema, weil eigentlich bin ich in einem Umfeld aufgewachsen, mit meinem Bruder auch, der ist mittlerweile dann auch, der Wum-USA aufgebaut hat für uns oder mit uns gemeinsam auf 20, 30 Millionen Dollar. Wir sind total antiunternehmerisch aufgewachsen. Wir sind aufgewachsen mit such den Job, Sicherheit, 9 bis 5. So nach dem Motto, was sollen die Leute denken? Also in diesem super beschützten Arbeitnehmer, Arbeitnehmerumfeld sind wir aufgewachsen. Sehr, sehr wenige Leute, die sich selbstständig gemacht haben in unserem Umfeld. Es waren dann höchstens die Leute, die so eine andere Kaste angehört haben, also die Oberschicht und es waren dann die feinen Leute und so. Also, ich bin in einer Arbeiterfamilie aufgewachsen, wo wirklich auch was gehackelt wurde. Also meine Eltern waren super fleißig. Mein Vater war Schichtarbeiter, Nachtschichten und so weiter. Meine Mutter war Fleischauerin oder Verkäuferin. Wir haben dann nie einen Impuls zur Selbstständigkeit bekommen. Auch durch meine Umgebung nicht. Es war irgendwie klar, dass ich Abitur mache, also Matura. Hatte ich das Glück, dass ich gut Tennis gespielt habe. Das war so die Strategie von meinem Vater, um mich aus dieser Unterschicht rauszubringen von Arbeitern oder Junges oder was soll es mal besser haben wie wir. Ich soll Tennis spielen und damit sollen die Türen aufgehen. Das war so seine Philosophie. Ich habe damit ein Stipendium bekommen in den USA und hab dazu ein Studium finanziert. Und da ging eigentlich dieses Unternehmerische eigentlich los, das war so Anfang der 90er, dass man drüben dann eben diese, das war noch nicht so, wir waren ja noch nicht so global aufgestellt wie jetzt, dass man jeden Nike-Schuh und jede Kappe und jede Nieweis in jedem Land bekommen hat, sondern das waren damals eigentlich, das war damals noch nicht so global, es war sehr, ging es nur darum, mal nach USA zu fliegen mit dem Koffer und sich dann da Nieweis zu kaufen und dann warst du schon der Checker seiner Zeit so. Und das habe ich natürlich gewusst, als ich dort studiert habe. Bin mit meinem Fahrrad dann eigentlich die Geschäfte drüber abgefahren und habe halt eben die Weiß 501, Lieweis Hemden, die sehr teuer bei uns in Deutschland waren damals, hab die dann mit nach Hause gebracht und hab die dann hier meinen Freunden und Bekannten verkauft. So fing das tatsächlich an. Und das ist irgendwann komplett eskaliert, weil das so gut funktioniert hat, dass ich mir damit theoretisch eigentlich mein ganzes Studium finanziert habe. Das ging bis zur Containerlieferung von 50 Candle-Fahrrädern, die ich dann dort gekauft habe am Ende.

Markus

Wahnsinn.

SPEAKER_00

10.000 Dosen Dennis-Tennis-Bälle beim Walmart. Ich habe Grills rübergebracht. Ich habe alles Mögliche dann in diesen Container reingepackt, habe den rübergeschickt und wir haben den dann in den Ferien hier zwischendurch, aus dem Haus meiner Eltern da, aus dem Keller, aus der Garage, haben wir das Zeugs verkauft. Also das war schon immer mein Ding, irgendwo dann, und ich bereue irgendwo, das war so eine Zeit, wo es mit den Mountainbikes eigentlich erst losging. Es ging mit vielen Dingen eigentlich erst so, mit Weber-Grills ging es erst los. Oder mit der Grillerei ging es erst los. Mit den Mountainbikes ging es erst los. Mit diesen Klamotten. Ja, ich habe im Walmart Cardinals, Kappen, also NFL, MBA, dieses ganze Zeugs gab es bei uns irgendwo gar nicht oder bin dann halt total überpreist. Und ich bereue es total, dass ich damals nicht da gesagt habe, hey, lass mal das Studium sein, Junge, und konzentriere dich mal auf Export, Import und bediene mal ein paar Läden. Aber irgendwie habe ich diesen, ich habe gut Geld damit verdient, alles schwarze Kasse war das natürlich. Aber nie hätte da doch eigentlich einen nächsten Schritt draus machen sollen. Aber den habe ich nicht getan, weil ich, wie gesagt, in meinem Umfeld irgendwo immer hieß es, du musst einen guten Job und bla bla bla und du wirst mal Karriere machen und musst mal ein oberes Stockwerk einziehen dann als Chef und ich weiß es nicht. Ganz komisch, dass ich da nie Impulse bekommen habe. So schade, weil da hätte wahrscheinlich eine einzige Person aus meinem Umfeld, die sich, wenn die sich mir irgendwo angenommen hätte, zumindest mit einem Satz oder einem Halbsatz, hätte da schon einen Unterschied machen können. Es ist jetzt aber nicht so, dass ich da jetzt nachts im Bett liege und denke, du mein Gott, ich bereue das. Mir ging es ja extrem gut. Bin dann nach dem, ich habe dann ein Jahr in Amerika, nach meinem ersten, nach dem Bachelor, habe ich einen Job gesucht in San Francisco, in Kalifornien, habe aber keinen gefunden. Es war gerade Rezession und ich hatte höchstens Kosmetik verkaufen können, irgendwie Tupper oder Staubsauger. Habe mich dann dafür entschlossen, Staubsauger zu verkaufen. Es war im Nachhinein mein wichtigster Job in meinem ganzen Leben. Es ist tatsächlich dieses, das ist das, was ich glaube, es sagen zu können. Ich habe ein ziemlich dickes Fell und das kam aus der Zeit, wo man 100 Menschen an die Tür klopft und sagt, ey, ich guck mal her, ich hab mir einen super Staubsauger und einen Champonnierer und man kriegt halt immer wieder, man kriegt 90 Mal die Tür ins Gesicht geschlagen. Also das mit dem Rejection, mit dem Rejection-Auskommen und das war mein wichtigster Job eigentlich. Den hatte ich aber nur ein Jahr machen können, weil ich nur so lange eine Arbeitsgenehmigung hatte. Und dann war ich entweder am Ende der Arbeitsgenehmigung und dann hieß es, okay, entweder ich, oder da habe ich mir gesagt, entweder ich gehe jetzt nach Deutschland. Da war das aber noch nicht so, da waren eigentlich so diese amerikanischen Studiengänge noch nicht so akzeptiert. Da hätte ich dann schon ein MBA machen müssen, um dann in Deutschland Fuß zu fassen. Und da habe ich gesagt, okay, komm, mach's noch ein MBA. Bin nochmal zur Uni gegangen, habe den MBA gemacht, bin dann nach Deutschland und hab dann dort ein Praktikum gemacht und Trainee bei General Modus Europa, also bei Opel war das seinerzeit. Und hab dann bei Opel diese Karriere durchlaufen von Praktikant, Trainee bis zum dann am Ende Vorstandsassistent in Zürich. Das war ein guter Job, so einen Taschenträger, Präsentationen machen und Leute dazu bringen, Dinge zu tun, die sie nicht machen wollen, die sie nicht tun wollen. Und dann am Ende dann Marketingdirektor für Opel in Österreich. Und so habe ich den Christian dann auch kennengelernt. Und so kam es dann dazu beim Büro bei mir, beim Gespräch, der sollte als Freelancer über eine Agentur so eine Spieleecke für den Opel Zafirer, für die Händler bauen oder entwickeln als Industriedesigner. Er war Freelancer. Und so kamen wir ins Gespräch. Und dann stand bei mir im Büro, also ich hatte ein Fahrrad jedes Mal, wenn wir uns gesehen haben, statt meinem Rennrad. Und er hat es halt nicht gepackt, dass ich in der Autobranche arbeite und mit dem Fahrrad zur Arbeit fahre. Das hat er nicht, das hat er bis heute nicht verdaut. Und so hat er mich halt gesehen, so als so, das ist ja doch einer von den anderen, das war das einer von uns, ja, von den Fahrradfahrern. Und so kamen wir ins Gespräch und dann kam eigentlich die Idee, wo er gesagt hat, er hat in seinem Computer, er arbeitet gerade an Woom und das ist eine Kinderfahrradfirma. Und so kam wir da ins Gespräch und nach dem dritten Mal Kaffee trinken oder Bier trinken, hat er dann gesagt, du hast eine Kompetenz, die ich nicht habe. Ich habe eine, die du nicht hast, und hast nicht Bock, dass wir das zusammen machen. Und dann war das für mich völlig klar, dass wir das machen. Hab aber irgendwie nicht am Radar gehabt, dass wir eh schon 50-Stunden-Jobs hatten. Wir hatten zwei kleine Kinder jeweils. Eine funktionierende Beziehung mit unseren Frauen und hatten selbst ja auch noch ein paar Hobbys. Und dann haben wir halt gesagt, okay, wir gründen WOM da rein, weil da ist eh noch Platz. Und das war dann halt eben den Schlaf, den wir dann halt verloren haben damals. Normalerweise hätten wir geschlafen in der Zeit, wo wir das aufgebaut haben.

Markus

Cool. Bevor wir jetzt in Wuom eintauchen, noch ein, zwei Fragen zu der Story. Zuerst einmal, finde ich spannend, Import-Export, aber nie dann wirklich so diesen Schritt in die professionelle Firmengründung. Trotzdem hast du aber gesagt, du hast Container verschifft. Das ist schon, finde ich, ein Schritt, der fordert Mut, weil okay, dann, wenn man halt hin und her fliegt, ein bisschen was mitzunehmen, das macht man vielleicht nebenbei, aber so einen Container zu organisieren, da muss man sich dann schon wirklich damit beschäftigen. Wie war dieser Schritt für dich? Wann war klar, okay, du machst jetzt einen Container und wie bist du das angegangen?

SPEAKER_00

Ja, das war, das war schon ein großer Schritt, aber das ist, glaube ich, das, was ich schon immer irgendwie hatte, ist so dieser naive, also dieser kalkulierte naive Optimismus, weil man rechnet es natürlich durch, man hat sein Netzwerk, ich habe immer gewusst, es hing und das ist halt das halt auch, was, ich wusste, ich kann verkaufen. Und ich wusste, es ist nur Frage von Frage von Einsatz, den ich bringen muss, um das zu verkaufen. Also ich kann, wenn ich 10.000 Dosen rübergebracht habe, das waren so Pennbälle, die habe ich eingekauft für Dollar,99 Dollar und habe die dann für 4 Dollar verkauft. Also ich wusste schon, was mein Break-Even war, um mein Risiko wieder zu eliminieren, weil ich schon immer so einigermaßen analytisch irgendwo unterwegs war. Und ich wusste auch, dass es, ich kenne schon mal 1000 Tennisspieler, denen verkaufe ich jeweils eine Dose und dann ist das auch, also es ist nur eine Frage von Effort, das wieder wegzubringen und nicht von, muss ich jetzt da ein Konstrukt aufbauen und in Vertriebskanäle und irgendwas, sondern es ist nur eine Frage von mit Wiffelleuten rede ich, wie viel Zeit investiere ich? Ich kann mich den ganzen Sonntag auf die Tennisanlage stellen und habe schon mal 100 Dosen verkauft. Okay, dann mache ich das 200 Tage und dann ist der Rest weg. Also im Endeffekt ist es, weil ich nie, habe ich mich immer verlassen können, auf meine Ausdauer Dinge umzusetzen. Also es ist dann nur eine Frage, wenn es, und das war auch dann, hat uns so durchbegleitet, die letzten 15 Jahre oder eigentlich mein Leben lang ist, wenn ich auf mich selbst gestellt war und ich wusste, es hing nur daran, dass ich die extra Meile ging, dann bin ich die immer gegangen und dann hat es funktioniert. Und Christian tickt genauso bei Wumm auch. Da ist dann erst in dem Moment, wo man sich selbst, wo man selbst nicht mehr die Relevanz hat in einem Unternehmen und ein Team aufbauen muss mit Mitarbeitern, wo man dann versuchen muss, diese Einstellungen zu skalieren. Aber das ist ein anderes Thema, das ist ein Thema für später. Aber ich hatte da nie groß Sorgen drum gehabt. Im Nachhinein sind interessanterweise wird einem im Nachhinein erstmal bewusst, was man da eigentlich von Risiko oder was man da eigentlich losgetreten hat. Und das ist wahrscheinlich auch gut so, dass in dem Moment gar nicht so gar nicht so bewusst war, was man da macht.

Markus

Ja, das höre ich oft, diese gewisse Naivität, die halt auch am Anfang von sowas da ist, dass die eigentlich notwendig ist, um was durchzuziehen. Und noch kurz Teppich verkaufen. In Amerika ist ja wirklich sensationell. Jetzt hast du gesagt, okay, jetzt hat die eine dicke Haut gemacht, das kann ich gut nachvollziehen. Gab es noch etwas anderes, wo du sagst, das hast du gelernt in diesem Teppichverkauf, dass dann.

SPEAKER_00

Entschuldigung, Staubsauger, ja. Naja, was du da gelernt hast, was du da gelernt hast, ist Nummer eins, ist erstens mal mit Neins umzugehen. Also was heißt umzugehen, die einfach zu akzeptieren. Was ich gelernt habe, ist auf mich selbst zu verlassen, weil ich wusste, wenn ich drei Präsentationen gemacht habe vor Menschen, habe ich eine Maschine verkauft. Also mir war das völlig klar zu wissen, okay, es ist wieder mal ein, es ist vieles, ist ein Zahlenspiel. Ich muss hundertmal mit Leuten reden, davon kriege ich eine Präsentation. Die lassen mich rein oder die schauen mir zu, wie ich diese Maschine präsentiere. Und die Maschinen waren halt auch exzellent. Das war jetzt kein Klumpert. Sonst hätte ich es nicht gemacht. Also so, da habe ich schon einen Qualitätsanspruch auch. So, und wenn ich drei Maschinen zeige, verkaufe ich eine. Wenn ich an einem Tag halt eben, sagen wir mal, 300 Mal was zeige und nichts verkaufe, weiß ich, am nächsten Tag verkaufe ich was. Also so ein bisschen so dieses Bewusstsein für Erfolgschancen irgendwo. Natürlich war es das Nein-Sagen und das andere war halt eben, der Job hat halt nur funktioniert, indem ich die Leute eben mit meinem Service so zufrieden gemacht habe, dass die eben mich weiterempfohlen haben an andere. Und das ist der einzige Art und Weise, wie das Geschäftsmodell auch funktioniert. Das ist wie der Thermomix-Väufer. Wenn der nach Schweiß riecht und einen schlechten Job macht, dann wird die keinem weiterempfehlen. Aber wenn das funktioniert und es ist ein guter Schmäh und es funktioniert und das ist, alle haben Spaß und dann wird man auch weiterempfohlen. Und da war das, glaube ich, dieses Service-Gedanke auch, auch irgendwo mal hinzufahren, um nur jemanden ein Päckchen, also eine Dreiviertelstunde Stunde zu fahren mit einem Auto in Kalifornien, nur um jemanden Staubsaugerbeutel für 10 Dollar zu bringen, ist schon eine Chance, auch eine ganze Maschine zu verkaufen oder einen guten Eindruck zu machen, um dann die Visitenkarte zu geben und zu sagen, hey, wenn ihr in eurem Bekanntenkreis irgendjemanden habt, ich verkaufe auch gerne eine Maschine dazu, ja. Also dieses Risk and Reward Customer Service da ganz klar gelernt, war immer ein Riesenhebel. Und natürlich das niemals aufgeben.

Markus

Und der Schritt zurück nach Deutschland, war das als Überzeugung, weil du wieder in Deutschland leben wolltest?

SPEAKER_00

Es hat halt nicht funktioniert, in Anführungszeichen. Ich hatte nur diese eine, ich hätte dann heiraten müssen und das war es mir dann doch nicht wert.

Markus

Okay, es war wirklich die Visa-Geschichte.

SPEAKER_00

Es war die Visa-Geschichte, es war ganz schwierig in der Zeit. Das ist immer schwierig, aber manchmal gibt es so ein paar Momente in den paar Jahren so, da funktioniert es und dann funktioniert es wieder nicht. Ich war da jetzt nicht böse drum, auch wieder zurückzukommen und bin jetzt natürlich auch extrem froh, wieder hier zu sein oder in Europa zu sein, weil ich fühle mich eher als Europäer als. Ich war acht Jahre dann drüben, das war schon eine lange Zeit, aber ich bin von Tipp her eher der Europäer als der Amerikaner. Deswegen bin ich eigentlich ganz froh.

Markus

Wom. Also kann ich mir super vorstellen, ein Gründungsteam mit deiner Sales Marketing-Kompetenz und der Christian mit dem Produkt. Wie seid ihr da, also du hast schon gesagt, es gab quasi erste Konzepte. Wie seid ihr dann tatsächlich in den Markt reingegangen? Wie habt ihr getestet, ob es da einen Bedarf gibt? Was waren die ersten Schritte?

SPEAKER_00

Ja, das war ziemlich, also wir hatten es ziemlich früh am Computer, also so im CAD, 3D-Files hatten wir es drin. Dann hatten wir ziemlich früh fünf Prototypen bauen können. Und dann haben wir halt angefangen, Christian hat angefangen. Das war halt eben ganz cool, dass wir so nicht beide den gleichen Background hatten, sondern dass wir halt komplett verschiedene Backgrounds hatten. Der eine kümmert sich um Produkt, Design, Marke. Christian hat schon in seinem Kopf gewusst, wie die Photoshootings aussehen werden, wie die Marke dort präsentiert wird auf der visuellen Seite und was das Produkt ausstrahlen sollte. Und ich bin halt der Typ, der, sagen wir mal, der der Sales-Typ, der organisatorische Typ, der auch dann, ich bin immer der Typ, der die Marge im Implik hat. Was für eine Crossmarge brauchen wir um dort, der sich über den Vertrieb Gedanken macht. Und so haben wir eigentlich als Yin und Yang relativ gut nebeneinander gearbeitet, viel voneinander gelernt, da ich überhaupt nicht der Typ bin, der so viel Geduld hat einem Produkt. Also ich könnte mir so lange, wie Christian sich Farbmuster angeschaut hat für die Wuhmräder, und da ging es am Anfang nur um einen Rot. So viele hunderte Farbmuster in Rot, die er sich angeschaut hat, bis wir dann den finalen Farbton hatten, das hätte ich im ganzen Leben nicht geschafft. Ich wäre schon nach dem fünften Rot, hätte ich gesagt, okay, das jetzt sieht cool aus, nehmen wir das. Und er hat halt hunderte Rotttöne gehabt. Also nur so als Beispiel, dass wir halt komplett auf verschiedenen Dingen unterwegs waren und er hat auch gesagt, Mann, was rechnest du denn da immer rum? So viel kann man doch da gar nicht rumrechnen. Und wir müssen schon gucken, wo wir dann, in welchen Teilen wir welche kosten und Minimum Order Quantity. Ich kann ja jetzt nicht einfach sagen, ich nehme jetzt hier drei Lenker und dann war es das, sondern ich muss halt 3000 Lenker nehmen und dann müssen wir das schon kalkulieren für unseren Cashflow, wie viel Geld haben wir noch im Konto und wo kriegen wir die Kohle überhaupt her. Das war eigentlich einer meiner Hauptsaufgaben, permanent Kohle beizuschaffen, dass wir da, dass wir das zum Wachsen bringen. Und so fing das eigentlich an und dann hatten wir am Anfang ein paar Versprechungen noch von dem einen oder anderen Händler, der gesagt hat, ja, wenn ihr die Rede habt, dann nehme ich es euch ab und hat es uns dann doch nicht abgenommen. Und dann kamen wir eigentlich dann dazu, dass wir gesagt haben, ja, da sind wir dann halt von einer Messe zur anderen gegondelt im Endeffekt, ja, haben uns mit Zulieferern unterhalten und haben geschaut, dass wir die Produkte zusammenkriegen. Also vom Prototyp zum, das ist ja der Wichtige, den Prototyp haben wir selbst testen können durch unsere Kinder. Also die haben den selbst, die haben sie testen können und da haben wir gesehen, wo es hängt, haben da die Geometrie und alles noch so justieren können, wie wir es wollten, und waren dann in dem Moment, wo wir gesagt haben, es ist jetzt okay, das ist jetzt gut, um auf den Markt zu gehen, haben wir die Minimum Vibral Product Linie überschritten und haben dann von jedem Rad dann 100 Komponenten, 100 Rahmen bestellt und haben dann die Räder dann bei uns in der Garage am Anfang zusammengebaut und hatten dann viel zu wenig Marge auf den Rädern, weil der dann doch am Ende alles teurer war, als wir gedacht haben. Konnten es nicht über Händler bestellen und haben dann gesagt, okay, shit, da bauen wir jetzt einen Webshop. Dann haben wir jetzt einen Webshop hingestrickt. Da waren dann tausend Fehler auch drin. Es war eigentlich ganz interessant, da kam jeden Tag eine E-Mail von irgendeinem Kunden, der dann gesagt hat, Leute, auf Seite XY und da sind drei Rechtscheinfehler drin und hier ist die berichtigte Version. Es war dann halt so ein volles Kundending. Und wir haben ja sorry, wir sind beide Legastyniger. Und da gab es ja noch keinen, da gab es ja noch nichts, was uns irgendwie helfen konnte. Und wir haben halt irgendwas gemacht. Haben uns aber den Kunden bedankt. Ja, und haben dann Räder aus der Garage verkauft im 14. wirklich tatsächlich knock, knock, knock. Wenn jemand eins sofort mitnehmen wollte, dann haben wir gesagt, du, hier ist ein Kaffee. Setzt dahin, trink deinen Kaffee, hast du eine Stunde Zeit und dann haben wir das Rad zusammengeschraubt und haben es denen mit den Leuten mitgegeben. Wir haben dort Kinder, Fahrradfahren beigebracht in der Straße. Also es war eine super, super krasse Zeit. Vor allen Dingen war das halt eine Zeit, wo wir hauptsächlich ja nebenbei noch gearbeitet haben. Also wir hatten ja noch Jobs. Das ist ja das, mit Anfang 40 kannst du ja nicht einfach sagen, okay Leute, zwei Kinder, Frau, wir haben jetzt kein Geld.

Markus

Das heißt, du hast weiter deine Position bei Opel gehabt in der Zeit.

SPEAKER_00

Ich bin mit dem Anzug nach Hause gekommen, hab dann geschaut, dass ich das dort ein bisschen kürzer trete, dass ich dort kürzer trete. Also kürzer trete, dass ich dann nicht um 8 nach Hause komme, sondern um sechs, habe meinen Anzug ausgezogen, habe meine Jeans und meine Handschuhe genommen und habe dann Räder zusammengeschraubt in der Garage. Dann haben wir den ersten Mitarbeiter, den Bojan gehabt, der hat dann Fulltime in der Garage geschraubt, aber der kam auch nicht hinterher. Und halt permanent nicht genug Geld gehabt, um Leute einzustellen, die das zu machen und eigentlich Bootstrapped waren am Anfang. Und so ging das eigentlich los, bis dann nach sechs Monaten, bis ich dann mit meiner Frau gesprochen habe und gesagt, du, pass auf, das funktioniert. Also was heißt, das funktioniert? Wir haben jetzt 300 Räder verkauft in sechs Monaten. Das ist ziemlich über den. Das war so der Moment, wo wir gewusst haben, okay, die Leute kommen, dann kamen die Leute und haben gesagt, hey, mein Freund hat es oder meine Nachbarn haben das hier gekauft, die haben gesagt, ich soll hierher kommen, es soll es auch kaufen. Und dann wurden das immer mehr Leute, hast du wirklich gemerkt, okay, wir haben permanent ausverkauft, die sind immer auf, wir haben immer hinterher gebaut, hinter den Orders. Und irgendwann dann merkst du halt auch, okay, okay, da ist ein Markt da. Das, was du selbst dir als du dir schön geredet hast, was fehlt im Markt, fehlt nicht nur dir, sondern fehlt auch anderen Leuten. Es ist ja immer so, wenn man so lange an einem Startup oder an einem Produkt arbeitet, kann ja auch sein, dass man dann auf den Markt kommt und kein Mensch interessiert sich dafür. Und du lebst so in dieser Bubble jahrelang und entwickelst das Produkt und dann kommt es auf den Markt und keiner braucht es. Und das wäre unsere größte Angst, dass wir die einzigen zwei Vögel waren, die sowas kaufen würden. Und wurde aber nicht bestätigt. Es kam im Endeffekt raus, dass da tatsächlich ein Bedarf am Markt war, die Leute das total verstanden haben, was wir da machen. Ergonomie, Qualität und Gewicht. Das war ein Riesenthema am Anfang natürlich, heute immer noch. Das ist unser USB oder sind unsere USBs. Und dann haben wir gemerkt, okay, das funktioniert, wir können skalieren. Und dann habe ich mit meiner Familie besprochen, hey, meine Frau ist wieder arbeiten gegangen. Ich habe die Kinder dann gemacht, die morgens in den Kindergarten gefahren und in die Schule und habe die dann mittags in der Garage mitbetreut, sozusagen zwischen den Kartons und den Lenkern und den Griffen und alles, ja. Und so haben wir das dann eineinhalb Jahre in der Garage gemacht und haben dann, hat Christian auch seine Aufträge als Privater, als Designer und als Industriedesigner auch immer weiter zurückgefahren und hat dann auch sich immer mehr auf Wuhm konzentriert und dann habe ich da meinen Job gekündigt bei Opel, was schon ein krasser Schritt war. Und was halt, ja, was du halt auch in unserer Gesellschaft nicht wirklich, du kriegst ja nicht wirklich eine Runde Applaus, sondern du kriegst nur so, oh mein Gott, bist du dumm. Du gibst deine, du bist Direktor und gibst deine, du bist auf dem Level hast du da hochgearbeitet und bist du so dumm und machst jetzt, baust jetzt Kinder in der Kinderräder in der Garage zusammen. Du kriegst halt von überall halt eben solche negativen Vibes und Impulse, dass du dann irgendwann nachts im Bett legst, denkst, oh Scheiße, was ist, wenn die recht haben? Ja, und ja, und das, damit musst du halt erstmal klarkommen, das war halt echt schwierig. Die Leute dann einfach gesagt haben, so, bist du bescheuert. Ja, und halt fünf Jahre, fünf Jahre später dann, das war eh klar, dass das war. Ja, ja, das war uns von Anfang an klar. Und dann so zwischendurch so, Mann, Mann, Mann, der ist, der hat eine Karriere, ich hatte eine super Karriere über Open gelingt, war da total gut unterwegs und dann halt sowas. Aber dann haben wir, habe ich halt gesagt, okay, ich gehe jetzt Volltime in die Garage und bau das Ganze auf. Und dann haben wir halt eben das Ganze, die Maschine zum Laufen gemacht. Die hatten im ersten Jahr 120.000 Euro Umsatz, sowas und aber 60.000 Euro Verlust und im zweiten Jahr dann 500.000 Umsatz und auch noch Verlust und dann 1,5 Millionen, dann 5 Millionen, dann waren es 15 Millionen und so ist das eigentlich schon Jahr zu Jahr gewachsen. Mit Mitarbeiter dann aber ab dem Moment. Ab Jahr zweieinhalb.

Markus

Also sensationell. Diese erste Zeit, wo du auch noch gearbeitet hast, wie habt ihr das finanziert? Waren das Ersparnisse? Ich meine, natürlich waren Umsätze dabei, aber grundsätzlich gewisse Investments müssen ja getätigt werden. Du hast gesagt, habt ihr dann auch einen ersten Mitarbeiter mal angestellt? Woher kam das Geld?

SPEAKER_00

Ja, also das Geld war, wir haben es irgendwie hier und damit erspart und versucht, durch diese Prototypenzeit durchzukommen. Dann gab es von der AWS einen Impuls XL-Förderung, die war ziemlich signifikant. Da gab es dann die Hälfte der Kosten zurück, die wir als Investment getätigt haben. Da gab es dann, glaube ich, 120.000 Euro, weil wir haben aber auch 260.000 ausgegeben, muss man auch sagen. Und haben dann die Hälfte davon als Förderung bekommen von der AWS bekommen. Das war ziemlich signifikant. Und dann ging es eigentlich hardcore: nur mit Friends, Family, Fools, 10% Rendite, 10% Zinsen, Darlehen von all möglichen Menschen. Dann kam in 2016 zum Glück das alternative Finanzierungsgesetz in Österreich. Und das war eigentlich der Grund, warum es Wuhm überhaupt gibt. Weil wir dann damit so und so viele Leute annoten so und so viele Leute ansprechen im Jahr, man konnte so und so viele Angebote abschicken und so und so viele Verträge abschließen. Und das haben wir dann gemacht und haben einfach Kunden angeschrieben und haben gesagt, hast du Interesse, uns zu unterstützen? Wir kriegen kein Geld von der Bank. Die Bank finanziert dich ja nicht. Das habe ich ja, da habe ich zwei Jahre für gebraucht, weiß gar nicht, ärgere ich mich noch über mich selbst, wie dumm ich damals war, zu denken, dass eine Bank in irgendeiner Weise ein Konstrukt findet, da Geld zusammenzubringen. Auch mit dem Steuerberater da zu sitzen und zu überlegen, wie kann man da jetzt was machen, ist einfach, wenn du ein Produkt hast, du hast Working Capital, ist ausgeschlossen, dass du profitabel bist in den ersten drei Jahren. Das ist völlig, es sei denn, du verkaufst Drogen oder Waffen oder sowas. Wenn du ein normales Produkt hast, ausgeschlossen, dass du profitabel bist. Und ausgeschlossen, dass du bei der Bank irgendwo auch nur irgendwas bekommst, wenn du nicht selbst irgendwas zum Verpfinden hast, irgendwelche Häuser, irgendwelche Grundstücke oder irgendwas oder irgendwelche Goldreserven, da habe ich halt eben 10, 15 Banken abgeklappert und halt eben dann irgendwann gemerkt, okay, da kommt nichts. Ziemlich bescheuert, ärgere ich mich schon ein bisschen bei mich selbst. Weil der Bankberater meistens so, ja, super Idee, total toll, was? Ihr habt schon 500 Stück verkauft. Und dann Risk Manager sagt, nein. Risk, ja, Computer says no, Computer Casen No. So, und dann haben wir irgendwann gesagt, okay, wir kriegen hier irgendwo Kohle. Wir haben am Anfang nicht das, das war jetzt nicht so das Geschäftsmodell, wo man sagt, dann nimmt man jetzt VCs rein oder so, weißt du, so Early Investoren, weil du dann, du bist noch zu, du hast ja weniger Umsatz wie so ein Fahrradladen und da hat noch keiner so das gesehen, was da draus werden konnte. Was eigentlich schade im Nachhinein ist, wenn jemand damals uns gesagt hätte, ich gebe euch eine halbe Million und ich nehme 10% vom Umsatz, dann hätten wir das gemacht. Aber dann wäre halt heute, dann wäre das ein geiles Investment für die Person auch gewesen. Also es kam halt keiner und hat uns irgendwo ein Angebot gemacht, das hat keiner gesehen. Wir hatten auch ehrlich gesagt an Investoren gar kein Interesse, weil wir wollten unser eigenes Ding machen. Wir wollten auch nicht noch ein bisschen hundertprozentig.

Markus

Ich finde, da sind so viele Signale bei euch dabei, auch wie viel Skin in the Game dabei war und euer Werdegang auch davor, die mir schon vorstellen könnte, wenn ihr da Business Angels strukturiert angegangen wärt, dass da schon ein paar gesagt hätten, sie machen das, aber das war auch Überzeugung von euch, keine Equity herzugeben.

SPEAKER_00

Wir wollten keine Equity hergeben. Das war jetzt bei Poptop was anderes, weil bei Poptop haben wir sofort im zweiten Jahr. Aber dann haben wir auch eine ganz andere Ausgangsbasis. Wir wussten, was das heißt, wir wussten, kannten die Pros und Cons, wir wussten, wie viel Geld man für sowas braucht, das wussten wir aber wurm ja nicht. Du weißt ja nicht, was dein Wachstum ist. Und wenn du sagst, du nimmst 20, 30 Prozent Wachstum an, dann kannst du das aus dem Cashflow generieren, dieses Kapital für Wachstum. Aber wenn du 200, 300 Prozent wächst, schaffst du das gar nicht aus deinem Cashflow raus. Dann brauchst du externes Working Capital, um laufen zu lassen. Auf jeden Fall haben wir halt eben gewusst, okay, wir brauchen da jetzt ein System und dann kam dieses alternative Finanzierungsgesetz und dann habe ich einfach, das weiß ich noch, war ich mit meiner Familie im Urlaub auf Mallorca, dann habe ich mir einen Drucker-Scanner gekauft beim Mediamarkt, habe mich hingesetzt und habe angefangen, ich wusste, ich brauche 250.000 Euro oder so eine Hausnummer bis Ende des Jahres, um Ware zu kaufen fürs nächste Jahr. Und habe dann angefangen, einfach die ersten Leute anzuschreiben mit einer E-Mail und gesagt, hey, wir kriegen kein Geld von der Bank. Und nee, wir wollten, sorry, wir wollten ein Crowdfunding machen. Und dann haben wir uns überlegt, okay, Crowdfunding über eine Plattform, die es schon gibt, super, dann erklären wir über ein Video, wie gut unser Produkt ist. Und irgendwann haben wir gesagt, hä, die sind ja bescheuert. Wir erklären Leuten, die uns nicht kennen, dass sie in uns investieren wollen, haben aber tausende Kunden schon gehabt, die unser Produkt kennen, die unseren Kundenservice kennen, die wissen, wenn sie mich angerufen haben, am 25. Dezember nach Weihnachten, sie haben ein Problem mit irgendeinem Pedal, habe ich abgehoben und habe ihnen geholfen. Und habe gesagt, das sind ja die Leute, die du eh schon überzeugt hast. Und die sind wir dann angegangen und haben sofort die Kohle zusammengehabt und haben das halt jetzt dann jedes Jahr wiederholt.

Markus

Und das war aber dann eigentlich Crowdinvesting und nicht Crowdfunding, weil es waren ja Darlehen, oder?

SPEAKER_00

Korrekt, das waren alles Darlehen, das waren Darlehen ohne Sicherheiten, Nachrangdarlehen, da gab es bei dem einen, der hat noch einen Rabatt dazu bekommen, der andere wollte keinen Zins, sondern einen Fahrrad. Und so haben wir dann eh individuelle Dinger gestrickt und haben dann echt tatsächlich viel Kohle zusammengesammelt und haben es dann geschafft, die zwei, drei Jahre zu überbrücken, bis wir positives Eigenkapital hatten zum ersten Mal und dann erstmal einen Bankkredit bekommen haben. Und dann haben sich natürlich alle Leute, die sich irgendwann mal unsere Bilanz angeschaut haben, weil da waren halt hinten auf Seite 25, 26, 27 standen halt dann hunderte von Leuten, die uns irgendwie 1000 Euro gegeben haben oder 5000 oder. Ne, es war noch krass. Hast du halt gedacht, es klopft, habe ich angesprochen, hey, das war doch voll krass. Dass dann Leute mich angesprochen haben, sie sind so quasi Kreditgeber für uns und ich kannte die dann gar nicht. Ich kannte dir nur per E-Mail. Das war dann, das war immer eine coole Geschichte und es war eigentlich strategisch extrem sinnvoll, weil du die Leute, die dann auch 1000 Euro geben, also auch die Leute, die normal nie mit diesem Private Equity und Investment zu tun haben, das waren ja die meisten, die haben gesagt, okay, 1000 Euro oder 5000 Euro, das tut uns nicht weh, das geben wir den Vögeln jetzt darüber für 5 oder 10 Prozent. Es wurde halt immer weniger Zins dann über die Zeit, war das Risiko natürlich überschaubar. Und was wir gar nicht, was mich so ein bisschen unterschätzt haben, die Leute haben das natürlich überall rumerzählt, dass sie jetzt Investoren bei sind.

Markus

Heutzutage würde man sich so flink den schreiben.

SPEAKER_00

Ja, klar, ich bin Investor über Wuhm und ich drehe nach einem ganz großen Rad und eigentlich waren das voll, die Leute waren voll die Ambassadors für uns und haben anderen Leuten am Kind am Spielplatz erzählt, wenn sie gefragt wurden, wo ist das? Ja, das ist ein Fahrrad, ich bin da Investor, ja, und haben den Leuten dann die Wurmräder verkauft und am Ende war das voll strategisch der richtige Move, dann mit so vielen Leuten dann sozusagen da draußen auf Kundenfangen zu gehen. Aber nichtsdestotrotz, Kapital aufzusammeln, Kapital einzusammeln, Finanzierung auch mit Banken und mit Adem Pippapo. Also das war wahrscheinlich der größte Schmerz in dem ganzen Prozess. Und maximal, ich denke, maximal unterschätzt von jedem, der uns, der ein Startup gründet. Aber auch das alternative Finanzierungsgesetz auch unterschätzt, finde ich, weil es ist ein Mega-Tool, wenn jemand schon Kunden hat als Startup, auch wenn es nur 100 sind oder 50 sind, also ich rede nur über ein Direct-to-Consumer-Business natürlich, ja, dann die Leute dazu zu bringen, wenn die happy sind, dir ein bisschen Geld zu leihen. Wenn jemand 1000 Euro dann verliert, geht die Welt auch nicht unter. Und tut aber was Gutes. Also irgendwo ist das ein ganz cooles Konstrukt und es wird halt heute viel zu wenig genutzt, finde ich.

Markus

Ja. Ich meine, das, was, wenn ich mir das so anhöre, glaube ich, schon auch sehr essentiell war, ist dieser Customer Service, den du eingesprochen hast mit den ersten Kunden, die ihr gehabt habt. Also dann auch für dieses Finanzierungsmodell, aber dieses die extra Meile, die du am Anfang angesprochen hast von euch beiden, dass dann halt man halt auch den Kindern Fahrradfahren beibringt, das ist schon genau die Essenz von Unternehmertum, das zahlt sich besonders am Anfang wirklich immer aus.

SPEAKER_00

Ja, und das rate ich auch jedem, der sagt am Anfang, ich habe ein Startup, ich habe nur zehn Orders am Tag oder drei Orders am Tag, sage ich, sei froh, dass du nur drei hast. Dann schreibst du eine persönliche Nachricht da rein. Du rufst den Kunden an und fragst, kann ich dir noch irgendwas tun? Funktioniert das, hast du das alles so wie, funktioniert das so, wie du es willst? Kann ich dir noch einen Tipp geben? Das ist am Anfang absolut, wir haben teilweise, ich weiß noch, ich hatte einen Kunden in Nürnberg, die hatten irgendein Problem mit der Post, denen habe ich drei Fahrräder geschickt. Hinterein. Bist dann bei denen dann in den nächsten vier Wochen dann drei Fahrräder eingeschlagen sind, die musste ich dann alle wieder zurückholen. Aber einfach, mein Kind hat Geburtstag, ich brauche bis in zwei Wochen das Fahrrad, ich so kein Problem. Das erste geschickt, sie so, das ist nicht mehr auffindbar von der Post. Okay, shit. Das nächste Geschichte, da habe ich gesagt, ich schicke euch jetzt das zweite. Wenn du das erste auftaucht, schickt der mir das bitte zurück. Das muss ja auch nicht unbedingt passieren. Und in der Start-up-Phase wäre das einfach fatal gewesen, wenn wir drei Fahrräder verloren hätten. Und dann habe ich nun, und dann, nee, es ist schon wieder nicht an und okay, ich schick's euch jetzt mit GoExpress. Das ist dann, hat dann, glaube ich, 100 Euro gekostet, habe ich das dritte Rad dann geschickt. Und dann irgendwie kamen die dann alle irgendwie, dann hatten die dann die drei Räder und die Leute sind halt dann total happy. Und das ist halt eben das Faktor, das unterschätzen ganz, ganz viele. Es sind auch viele, die sagen, oh, ich mache hier nur mein Produkt, ich fummel mein Produkt rum und ich nehme auf gar keinen Fall meine E-Mail-Adresse auf die Webseite, meine Telefonnummer schon gar nicht. Und wenn du Glück hast, kannst du ein Kundenformular ausfüllen und das schaue ich mir einmal die Woche an. Du kannst nur heute gewinnen, wenn du einen guten Service hast. Und das ist das Einfachste auf der Welt, ist, einfach einen Service anzubieten. Genau den gleichen, den du dir wünschst, wenn du ein Problem hast. Und es waren Leute dann, die dann angerufen haben und ich hatte die Handynummer dran oder ich war dann dran und die Leute so, ja, hallo, und ich so, ja, hier ist der Markus von Wuhm, ja, und die ist halt null gepackt haben, dass dann da auf einmal jemanden dran war, mit dem die sprechen konnten. Und dann denke ich mir so, das ist doch heute so ein einfacher Differentiator zu Amazon und zu allen großen Spielern, ist zu sagen, hey, hier ist der Thomas, ich bin der Gründer, ich bin hier, um dir eine Frage zu beantworten. Und ich auch nicht die KI nutzen heute und den Chatbot, sondern wirklich sagen, hey, ich bin's. Ja, was kann ich für dich tun? Am Anfang, irgendwann musst du skalieren und Systeme finden, das dann auf tausende Leute dann natürlich zu übertragen. Aber das ist so eine schöne Chance, am Anfang diesen persönlichen, eine Marke, ein persönliches Gesicht auf eine Marke noch drauf zu geben und sicherzustellen, dass die Leute verstehen, hey, den geht es nicht nur um den Verkauf von dem Produkt, sondern auch, dass du es auch nutzen kannst und dass du damit happy bist.

Markus

Jetzt hast du ganz am Anfang schon mal angesprochen, das, was sowohl den Christian als auch dich schon irgendwie auch ausgemacht haben, ist, dass ihr diese extra Meile geht und dass ihr einfach auch bereit seid, wenn Dinge nicht funktionieren, dann schafft sie es auch einfach durch Zusatzarbeit Dinge auf die richtige Bahn zu bringen. Das ist natürlich besonders am Anfang auch einfach. Und mit zunehmendem Wachstums, mit zunehmender Teamskalierung ist das dann natürlich auch die Herausforderung, das in eine Kultur zu gießen, die dann auch von allen Mitarbeitern mitgetragen wird. Erzähl einmal ein bisschen von der Zeit. Wie ist Wumm gewachsen? Wie ist es euch damit gegangen? Was waren da die großen Challenges?

SPEAKER_00

Ja, die großen Challenges war tatsächlich unseren Anspruch an die Marke und unser, was du jetzt gerade gesagt hast, irgendwie zu skalieren aufs nächste Level. Und das ist ja eigentlich auf die Art und Weise, wie man miteinander arbeitet, diese Kultur. Und das war eine ganz interessante Transition und das ist ja nicht die Transition von einem Startup, sondern das ist ja schon eigentlich dann so ein Scale-Up-Thema. Wie kriege ich das jetzt? Wie schaffe ich das jetzt mit fünf Leuten in einem Customer Service, dass man da einen guten Service dran hat und dass man halt auch den schafft, diese Philosophie weiter aufrechtzuhalten und diese und diese Kunden so zufrieden zu machen, wie du es gerne hättest. Du wächst als Firma an die Fassade von dir ist auch natürlich, die Fassade, wenn du ein gutes Marketing hast, sehen die Leute natürlich von außen immer nur diese Fassade von der Marke. Die reflektiert sich in Produkten, in Schaufenstern, in Online-Werbungen und in Social Media und dann nochmal hinten dran das zu translaten, dann in eine Beziehung, die du mit dem Kunden aufbaust und dann halt auch dieses Service-Level hochzuhalten. Wenn ein Kunde anruft und sagt, der Lenker hat sich verbogen. Ja, was, also wir hatten tatsächlich solche Fälle, wo ein Kunde angerufen hat und hat gesagt, der Lenker ist verbogen. Mein Kind ist gefahren und dabei hat sich der Lenker, ganz von allein hat sich der Lenker verbogen. Also völlig ausgeschlossen, also dann hast du jetzt dann als Kundenservice dann drei Möglichkeiten, wie du damit umgehst. Du sagst, erstens sagst du, okay, jetzt pass mal auf, den Lenker verbiegt kein Kind, kein Mann, keine Frau. Wir können mit 50 Leuten an dem Lenker verbinden, wir schaffen es nicht mit 50 Leuten ohne Werkzeug, den Lenker zu verbiegen. Es ist ausgeschlossen. Ich kann an den Kunden also eben erklären, warum er falsch liegt und warum er dumm ist. Oder warum ich es nicht gut finde, dass er mich versucht zu verarschen. Oder ich sage halt, es gibt so zwei Möglichkeiten. Oder ich sage, alles klar, gib mir deinen Namen, ich finde deine Adresse bei uns im System und ich schicke dir einen neuen Lenker zu und ja. Vielleicht gibst du deinem Kind ein bisschen weniger Spinat zum Essen oder sowas. Und du schickst dir immer einen neuen Lenker und sagst, weißt du eh, wie den anbaust, wenn du nicht weißt, wie den anbaust, melde dich, rufst dich bei mir, ruf mich an, ich helfe dir, den drauf zu bauen. Ja, und das ist halt eben, wie skalierst du das? Nur die zweite, dass die Leute nicht versuchen, dem Kunden zu erklären, dass er falsch liegt. Obviously liegt er falsch, aber was habe ich da gewonnen, wenn ich dem sage, dass ich weiß, dass er Quatsch redet, da kann ich nicht gewinnen. Und das ist halt permanent eben die Schulung, das ist dann da dabei zu sehen. Da sagt dann jemand, ja, aber warum willst du denn dem, ich habe immer gesagt, wenn ein Kunde anruft und sagt, für so ein teures Rad, ich habe jetzt ein Rad bekommen, da ist ein Kratzer drauf, dann möchte ich nicht dem Kunden, dass wir dem Kunden sagen, er ist ja eh nur ein Kratzer, du kriegst eh tausend Kratzer an das Rad, wenn dein Kind es erstmal mitfährt. Das ist nicht die Aussage. Die Aussage ist, okay, ich habe vier Alternativen für dich. Die erste ist, kann ich dir ein Lackstift schicken oder kann ich dir einen Gutschein als Zucker einen Gutschein schicken, kannst du dir noch irgendwie eine Flasche oder einen Helm dazu kaufen für den Gutschein. Nummer zwei ist, kann ich dir einen Lackstift schicken? Nummer drei ist, ich tausche dir das Fahrrad aus. Ich schicke dir ein neues Fahrrad. So, und jetzt steht es da ein natürlich, und wenn ich ihm die drei Alternativen gebe, kommt meistens zu 99%, ja, ach, total toll. Ich will eigentlich nur sehen als Hersteller, dass du mit, dass du auf mich eingehst. Komm, schick mir einen Gutscheincode oder einen Lackstift, das passt. Also nur einer von 100 wird sagen, okay, wir tauschen das ganze Fahrrad aus. Aber ich biete es ihm trotzdem an, weil einer von 100 wird es machen. So, und wenn ich 100, wenn ich 1000 Lackschäden habe, dann machen das 10 Leute. Okay, gut. Und da halt dann eben die Kundenservice-Leute dann auch immer wieder hinzubringen und zu sagen, gib ihm die dritte Option. Ah ja, aber das ist doch viel zu viel Aufwand. Egal, gib ihm die dritte Option. Und dann immer wieder dieses, dass du die Leute, ja, aber dann verlieren wir ja, dann zahlen wir ja zweimal Versand. Und da habe ich gesagt, wir leben nicht von dem verkauften Fahrrad, wir leben von fünf verkauften Fahrrädern. Ja, wir leben von einem Lifetime Value of a Customer. Und wir leben davon, dass Kunden des anderen Kunden erzählen, das Rad ist gut, aber stell dir mal vor, was die mir angeboten haben. Die haben mir angeboten, ein neues Fahrrad zu schicken, nur wegen dem Kratzer. Wow, die sind ja super kollant. Das heißt, wenn es wirklich ein Problem gibt, sind die auch für mich da. Und das ist das Gefühl, dass da eine Partnerschaft entsteht und ein Vertrauen in den Hersteller auch dasteht. Und das, um das halt eben in ein Customer Service Team reinzubringen, musst halt, das dauert halt und das musst du halt permanent einen Einsatz bringen und das halt wollen, dass es so funktioniert. Und du brauchst halt vor allen Dingen, ich meine, das ist halt das Thema, du brauchst halt auch Leute, die da auch in der Lage dafür sind, aus ihrem normalen Mindset rauszugehen und sich das und den extra Schritt zu gehen und das zu verstehen, was es heißt, diesen Customer Service Mindset zu haben. Du brauchst eigentlich im Endeffekt deswegen in dieser Skalierungsphase brauchst du die richtigen Leute, die dann auch die richtige extra Meile gehen wollen und können und die dann auch einen Sinn darin sehen, das zu tun. Und das ist unsere Aufgabe, dann im Endeffekt bist du der, der am Anfang die Cartons gepackt hat, zu der, der dann da mitpackt, zu dem, der dann da zuschaut, wie gepackt wird, und dann im Endeffekt der, der, der dafür sorgt, dass ein Klima und eine Atmosphäre in dem Unternehmen dann herrscht, wo diese Art von Kultur Teil der Werte sind, die du, die wir vertreten. Und das ist das, wo wir sehr viel Zeit mit verbracht haben, ist diese Markenpositionierung. Nicht nur, was ist die Vision oder die Mission. Wir wollen Millionen von Kindern die Liebe zum Fahrradfahren vermitteln, um die Welt ein bisschen besser zu machen. Okay, bla bla bla. Was heißt es jetzt? Was brauche ich da? Da brauche ich die richtigen Werte. Ja, da brauche ich die richtigen, bei uns der Claim intern ist, think like a child, act like a pro. Versetz dich in das, und das ist bei Pop-Top genau das Gleiche, versetz dich in das Kind als Endkunde, wen du das Produkt entwickelst. Versetz dich in die Eltern, wenn sie das Produkt kaufen in der Webseite, wenn sie ein Problem haben. Wie würdest du behandelt werden wollen und wie viel Fokus würdest du aufbringen auf den Kunden? Auf die Oma und Opa, die was zu Weihnachten kaufen? Ja, wie können wir denen helfen? Also dieses Think like a child, act like a pro ist eigentlich immer auf den Kunden in dem Moment einzulassen, wo er gerade ist, auf der Webseite im Kundenservice, beim Produktaufbau, bei der Anleitung. Welche Anleitung hättest du gerne zu Hause? Ich hätte gerne eine, die, sagen wir mal, ohne Worte gerne schnell zum Assemblieren ist und das Produkt auch noch schnell ohne Erklärung eigentlich aufbauen kann. Und das brauchst du, das ist halt ein Teamme-Effort und halt um die Leute dann halt eben, und dafür brauchst du diese Positionierung und diese Werte. Und die musst du definieren als Führungskraft und die darfst du halt nicht einfach erfinden und an die Wand schreiben, sondern das musst ja deinen Werten auch entsprechen. Und das ist halt die Schwierigkeit. Und deswegen kommt auch diese Diskussion oft nach Henne und Ei, Mitarbeiter und Führungskraft. Und eigentlich musst du als Führungskraft die richtigen Werte in dich, in dir schon oder als Führungsteam die richtigen Werte vermitteln in deinem täglichen Tun und in deinem allem, was du sagst, um es halt auch eben als Wert definieren zu können, als Company Value und dass es dann von dem Team auch gelebt und exekutiert wird. Nur so entsteht nur so entsteht eins. Und nur so entsteht eine ordentliche Skalierung von mehreren Menschen in einem Objekt und nur so kriegst du auch ein Wachstum hin. Wenn nämlich alle sagt, ach was was, leck mich, ich habe keinen Bock mehr hier. Noch mehr Kunden, noch mehr Probleme, ich gucke lieber, ich bleibe mal da, wo wir sind, wir bleiben besser mal da, wo wir sind. Ohne Wachstum ist eh auch geiler. Dann ist das eine tolle Einstellung, aber dann ist das halt die falsche für unsere Firma.

Markus

Mit deinem Auge auf die Zeit lassen wir uns jetzt ein bisschen springen. Ihr habt dann diese Kultur gehebelt, seid ihr zum größten Kinderfahrradhersteller der Welt geworden, also unglaubliche Leistung. Und irgendwann, also amerikanischer Markt, da könnten wir natürlich jetzt auch lange drüber reden, aber mich würde sehr interessieren, wann war der Moment, wo du dann gesagt hast, es ist Zeit, dass du operativ rausgehst. Was war da auch die Motivation dahinter? Wie ging es dir damit?

SPEAKER_00

Das ging eigentlich ganz gut. Das ging aber auch nicht über den Umsatz oder um die verkauften Stückzahlen, sondern es war eigentlich die Anzahl der Mitarbeiter. Ich glaube, so bei 120, 130 oder 150 Mitarbeitern haben wir gesagt, dass du, wir waren, unsere Stärke war, Leute mitzureisen, auch in der Kultur, eben indem wir halt sagen, hier ist ein Gong, der wird Gong, Gong, Gong, alle kommen zusammen, es wurde was announced, ob es negativ oder positiv war, es war immer unsere Idee, dann die Leute transparent mitzunehmen auf unsere Reise. Auch wenn Dinge schiefgelaufen sind, mussten es die Leute ja auch erfahren. Wir waren eher so die, ich denke, uns hat es sehr erfüllt und wir waren sehr effizient in der Zeit noch, wo wir mit dem Gong alle Leute noch zusammenbringen konnten und haben was kommuniziert. Dann ab, sagen mal, 120 oder 150 Mitarbeitern geht es schon so weit, dass ich sage, ich muss schon eine Memo schreiben, dann muss ich es auf Slack hochladen und dann gibt es eine QA und dann, wenn wir ein Video machen, wird das gescriptet. Was sagen wir denn eigentlich? Jetzt gibt es eine Organisationsänderung, jetzt muss man das erklären und das hat uns ziemlich viele Körner gekostet. Also ich glaube, wir hätten das schon operativ noch weiterführen können, aber einfach haben wir gemerkt, dass das überhaupt nicht Effizienz ist für die Mitarbeiter, dass unser Managementstil auch jetzt nicht mehr der ist, den es jetzt braucht in der Phase. Also das muss man halt auch sagen. Dass wir waren Typen, wir haben um 9 Uhr was kommuniziert, wenn wir um zwölf neue Informationen hatten, waren wir um drei Uhr wieder da, wo wir vorher waren, um neun Uhr und völlig ohne Probleme haben wir das, haben wir dreimal die Richtung am Tag geändert. So, und das ist nicht mehr möglich mit so vielen Mitarbeitern, dann muss ich den Abteilungsleitern das kommunizieren. Und dann, ich glaube, Dinge wie Company-Kar-Regelungen, Handy-Regelung, für wer kann schon alleine so eine, welche Jobtitles, Gehälter, also so diese Dinge sind so unsere Horrorszenarien. Wir wollen einfach gute Produkte auf den Markt bringen und Kundenglücklich machen und Wachstum haben und eine schöne Marke, eine gute Marke sein. Und wir sind, da haben wir keinen Bock drauf, irgendwie zu eine Regelung zu finden, welches Handy jeder Mitarbeiter kriegt, auf welchen Level. Ja, das ist, so sieht man eine Hölle aus. Und deswegen haben wir gesagt, da suchen wir uns Leute, die da stark drin sind. Die gibt es nämlich, gibt es eine ganze Menge. Und bauen ein Team auf, was uns, was im Endeffekt dafür sorgt. Erste Position natürlich oben, CEO, CFO, dann die ganze Führungsriege dann darunter auf dem Bordlevel. Die bauen wir uns auf, dass wir Leute einstellen, die das besser machen, als wir es jemals machen konnten. Und das war immer unsere Einstellung und es war auch immer unsere Philosophie, dass wir immer gern gehabt haben, dass wir die Dümmsten im Raum waren. Und es ist immer ganz gefährlich gewesen, wenn wir die waren, die gesagt haben, warum machen wir es denn nicht so und so? Und zwar dann die richtige Idee. Weil das heißt eigentlich, dass alle Leute immer noch drauf gewartet haben und gesagt haben, schauen wir mal, wann der Ilenfeld jetzt die Lösung bringt, für wie wir jetzt den Gepäckträger verschicken. Das ist so immer ein Albtraum für mich oder für uns, für Christian und mich. Und dadurch, dass wir das beide immer als Partner, als Equal Partners immer gleich gesehen haben, war das im Endeffekt dann eine Erlösung, zu sagen, okay, jetzt holen wir uns Leute rein, die Experten im Supply Chain sind, Experten im Marketing und in der Finanz. Dass wir jetzt endlich mal als Armateur, wir haben uns ja immer so ein bisschen als Amateure gesehen, dass wir jetzt einen Schritt zurückgehen und überlassen es den Profis. Das war immer unser Wunsch. Und das haben wir auch geschafft und das war auch der Schlüssel zum Erfolg dann. Und es war dann auch sehr befreiend, dann auch zu sehen, ey, die machen einen guten Job und der Laden wächst weiter und es ist gute Stimmung dort und Kultur ist immer noch auch da, wo es sein sollte, unserer Meinung nach.

Markus

Und du hast vorher gesagt, okay, dann haben diese Riesenerfolgsstory hinter euch legend, war Pop-Top auch ein Weg zu beweisen, dass das nicht nur Glück war, das erste Mal. War das etwas, wo ihr auch selbst euch nicht sicher wart, ob das nur Glück war, trotz all dem, was du jetzt erzählt hast, oder war das eher ein Kommentare von außen, die gesagt haben, das war nur Glück?

SPEAKER_00

Naja, also du reagierst schon ziemlich angefressen, wenn jemand sagt, das war eher einfach zwei klar, dass es das gebraucht hat. Dann reagierst du natürlich, sagst du, du bist dann Schwachstecker, du hast gar keine Ahnung, was wir da alles gemacht haben. Dann ist es natürlich dein Wissen, aber wenn du dann da so, wenn du dann da zu Hause dann so sitzt irgendwie im Garten und guckst raus und denkst so, naja, okay, es war halt echt zur richtigen Zeit, die Idee war gut, die Execution war sehr gut und das Timing haben wir halt eben Glück gehabt, dass es genau in dem Zeitpunkt war, wo dieser Online-Handel anfing, wo dieses Thema Qualität, Nachhaltigkeit, die Eltern wollen dann eine nachhaltige Marke und alles. Das Timing war schon ein Glücksfaktor. Und naja, also so und das war jetzt ein Ego-Ding war jetzt Pop-Top nicht. Es war eher, glaube ich, dass wir gesagt haben, hey du, die neun von zehn Fragen haben wir eine Antwort. Und wäre ja echt dumm, wenn wir da mit den, wenn wir das jetzt sozusagen, wenn wir da nichts mehr mitmachen würden. Und halt auch nochmal anschauen, was ist denn die zehnte Frage, auf die wir wieder jetzt keine Antwort haben. Ja, wie so, und das ist jetzt die KI, wie tun wir denn mit der KI jetzt in einem Produktding, Produktstartup. Und haben dann eigentlich ganz recht motiviert angefangen, die zehnte Frage rausfinden zu wollen. Und es hat halt auch total Spaß gemacht, da mit dem John zusammenzuarbeiten und halt auch mit dem Team, was sich jetzt da entwickelt. Das ist ein mega gutes, mega geiles Team. Der Unterschied halt, die wir jetzt auch gemacht haben, wir haben halt weniger Generalisten am Anfang reingenommen, sondern wir haben gleich echt Leute reingenommen, die genau wissen, was sie tun und haben damit auch einen ganz anderen Headstart und finden die zehnte Frage raus und befriedigen unser Ego auch noch, was wir sagen können, ah okay, also ganz so glücklich war es dann doch nicht, wir haben da doch was gewusst.

Markus

Perfekt, hey, dann lass uns schließen mit unserer Speedrun und Mutterstones Predictions. Fang mal an, was war dein größtes Learning aus all den Jahren?

SPEAKER_00

Also das allergrößte Learning war, vorneweg, es geht nur um Leute. War die Gründung mit Christian, dass wir das zusammen gemacht haben, größtes Learning kann, das schaffen einige Leute alleine, aber die sind absolute Ausnahmemenschen. Wir sind es nicht, wir sind normale Menschen, wie du und ich, in Anführungszeichen. Und wir haben das geschafft, weil wir zu zweit sind und uns mal abfangen, mal hochziehen, mal runterziehen auch, um wieder aufs gleiche Level zu kommen. Also es geht nur um Leute in allem, was du tust. Glauben wir. Und die im Endeffekt so die Executional Big Learning ist, fang gleich mit A-Playern an und sei selektiv in den ersten Leuten, die du einstellst. Und wenn es nicht passt, lass gehen. Sonst was anderes suchen. Mitarbeiter werden immer irgendwo glücklich, irgendwo, wenn immer irgendwas finden. Es ist nicht das Ende der Welt. Wechseln die Leute aus, dass sie zu A-Player werden und dass du Leute hast, die alle am Kant ziehen und nicht nur einer.

Markus

Das ist dein bester Life-Hack?

SPEAKER_00

Ist mir jetzt erst so mit 50 bewusst geworden, also ich bin jetzt 54 dieses Jahr, mit 50 ist. Das Wichtigste ist tatsächlich, dass du fit bist und dich gut ernährst. Also diese, ich will nicht sagen, diese Longevity-Geschichte, aber gesunde Ernährung, kein Alkohol, super viel Fitness, einfach, dass die Birne frisch bleibt, der Körper knusprig bleibt, dass du den Belastungen auch statthältst und dass du einfach auch viel mehr Freude an Herausforderungen hast, tagtäglich. Schon immer wichtig gewesen, aber irgendwie jetzt so total klar. Wenig Kohlehydrate, kein Zucker. Was ich früher hätte nie gesagt, wo ich gesagt habe, da sterbe ich lieber zehn Jahre früher, aber dafür esse ich jetzt die Milga-Schokolade hier abends. Da verzichte ich jetzt drauf und es geht mir tausendmal besser, mich jetzt super gut. Volle Lifehack ist zu sagen, Gesundheit und Fit sein. Total wichtig.

Markus

Hast du eine Buchempfehlung für uns?

SPEAKER_00

Ich habe gerade gelesen zum vierten Mal Atomic Habits.

Markus

Ah ja.

SPEAKER_00

Weil genau aus dem Grund, weil ich den Wunsch hatte, denke halt, okay, wie komme ich da hin? Da komme ich nicht mit, da komme ich nicht auf einmal hin, da, wo ich hin will. Also mir geht es nicht darum, 150 Jahre alt zu werden, sondern mir geht es einfach darum, gesund alt zu werden und nicht krank alt zu werden. Und da geht es halt darum, wie man sich verhält. Und das sind halt sehr, sehr viele Gewohnheiten, die man dann irgendwo, ich packe mein Auto 500 Meter weg und laufe dann zum Einkaufen. Das sind ja alles Gewohnheiten, die man hat, möglichst nah am Parkpass, am SCS zu finden, um wenig, um möglichst wenig. Und dann bist du dann freitagsabends, stehst du auf dem Ergometer und machst deine Schritte total bescheuert. Also einfach zu versuchen, irgendwie mit kleinen Änderungen der Gewohnheiten ein besseres Leben auch für sich und andere zu gestalten.

Markus

Hast du ein Lieblingsprodukt außer Wuhm?

SPEAKER_00

Ja, ich bin schon, ich bin, ja, habe ich, habe ich, ich habe mir gerade, ich habe ein Fensterreinigungsroboter. Auch für eine Ferienwohnung auf Mallorca oder ein Haus und Kidsbühel und dort haben wir überall einen Fensterreinigungsroboter und den liebe ich, den hänge ich dorthin. Geh einkaufen oder geh irgendwo Skifahren und komm zurück und das Fenster sauber geputzt. Und das kann was oder das hat was. Und man denkt immer, das fällt immer wieder, das würde runterfallen, aber es tut es nicht, saugt sich schön fest und kann ich nur absolut jedem empfehlen, es seine Fenster reinigen zu lassen von einem Fensterreinigungsroboter.

Markus

Du, und jetzt stell dir vor, du kommst vom Skifahren zurück und der Fenstersaugroboter ist dann doch einmal runtergefallen. Was ist dein Lieblingsschimpfwort?

SPEAKER_00

Bist du Depprat, ja. Die Österreicher, ich meine als Deutscher. Ich liebe diese Österreichischen, auch wenn jemand sagt, so, ah, du Trottel. Ich liebe die österreichischen Schimpfworter, die sind einfach, es ist so viel charmanter, es ist so viel mehr, da ist so viel mehr Spaß dabei als im Deutschen.

Markus

Super. Gut, dann zum Abschluss brauchen wir noch zwei Dinge von dir. Einerseits einen Moonshot, eine große Vision für die Zukunft Frei nach JFK und eine Prediction. Etwas, von dem du felsenfest überzeugt bist.

SPEAKER_00

Ist ja gerade so eine Zeit, wo man sagt, okay, das ist eine Zeit, wo wir es. Ich glaube, was wir schauen sollten, ist, dass wir als Menschen uns ein bisschen mehr bei uns selbst bleiben und unser eigenes Umfeld kontrollieren und versuchen zu beeinflussen, positiv zu beeinflussen. So schwierig auf Welt, auf internationalen politischen Ebenen mitzuwirken, als kleiner Erdenbürger, aber irgendwo zu schauen, dass wir eine eigene Welt kreieren und uns tatsächlich dazu hinbringen, dass wir uns miteinander, dass wir unsere Welt gut machen, in der wir leben. Mit den Menschen, die um uns herum sind und mit den Dingen, die wir tun können und sagen können. Und manchmal macht ein kleiner Satz, gerade bei jungen Menschen, einen absoluten massiven Unterschied. Ich habe eine Tochter von Freunden im Nebensatz gesagt, du kannst alles, du kannst, wenn du willst, alles erreichen, was du willst im Leben. Und das war vor zehn Jahren und die studiert jetzt Medizin und hat mir das gesagt und hat gesagt, weißt du, du hast mir das damals gesagt und daraufhin habe ich mich entschlossen, das Medizinstudium anzugehen, weil du mir den Satz gesagt hast. Und dann denke ich mir so, meine Güte, ich kann mich überhaupt nicht mehr erinnern, dass ich das gesagt habe. Natürlich ist es völlig gerechtfertigt gewesen, das würde ich auch immer sagen. Ich denke so, meine Güte, stell dir mal vor, das ist so dem, was damals ein Kind war, das ist hängen geblieben, dass ich den einen Satz gesagt habe. Wenn wir was wir für einen einflusshafen Menschen hätten, wenn wir uns darauf konzentrieren, nicht auf das, was in Grönland ist oder in Venezuela oder wo auch immer, sondern auf die Kinder um uns rum und die mit einem Satz irgendwo denen ihr Leben positiv beeinflussen, viel mehr Einfluss als auf alles andere, was politisch in der Gegend läuft. Und das zweite war, weiß ich nicht, meine Predictions. Ich glaube, dass es wichtig ist für Menschen, das ist jetzt für die Businessmenschen, für die Startup-Menschen, die sich, sagen wir mal, auf Titel ihrer Marke verstecken. Ich glaube, das ist wichtig, Personal Brands aufzubauen. Ich glaube, Kunden haben ein Bedürfnis zu sehen, wer steht hinter den Marken, was sind das für Menschen, was haben die für Werte, wie sind die drauf und versprühen die positive Energie. Und ich glaube, dass man sich als Unternehmer da nicht mehr so ganz verstecken darf, sondern man muss ein bisschen aus der Verdeckung, aus der Versenkung rauskommen und muss sich irgendwo da auch ein bisschen präsent machen. Was nicht jedem taugt, was auch okay ist, aber ich denke, wenn jemand jetzt am Start-up arbeitet, muss er schon schauen, dass er auf LinkedIn aktiv ist, um eben auch da eine gewisse Präsenz aufzubauen. Auch wenn es nur im kleinen Kreis ist, glaube ich, wird es den Menschen immer wichtiger werden.

Markus

Vielen Dank. Das ist sowohl ein Mundschot als auch eine Prediction, die ich hundertprozentig unterschreiben würde. Vielen Dank für die wirklich sensationelle Reise, auf die du uns da jetzt mitgenommen hast. Viel Erfolg. Auch bei den Startups, die jetzt noch folgen. Wir werden da mit Spannung hinschauen, was der nächste Schritt ist. Und sagen vielen Dank an dich fürs Mit dabeisein, sagen vielen Dank an euch da draußen fürs Reinhören. Wir hören uns wieder am Donnerstag mit einer News-Folge und wünschen euch einen guten Start in die Woche.