Future Weekly

#512 - Mathias Haas über TEDx, Storytelling & Social Impact

Hannah Wundsam & Mathias Haas Episode 512

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In diesem Deep Dive spricht Hannah mit Matthias Haas, CEO von Super Social und TEDx-Organisator. Matthias erzählt, wie er mit 20 Jahren während seines Jusstudiums zufällig zum Unternehmer wurde, weil Red Bull, Adidas und Volkswagen gleichzeitig seine Hilfe im Social Media wollten. Wie ein TEDx-Event in Delhi sein Leben verändert hat. Und warum die beste Präsentation oft die hässlichste ist.

Sie sprechen über:

  • Wie Matthias TEDx Donauinsel aufgebaut hat und was nach 12 Jahren daraus geworden ist
  • Warum gute Ideen wichtiger sind als perfekte Präsentationen
  • Wie aus einem Spaßprojekt der Kanal Easy German mit 3 Millionen Followern wurde
  • Global Shapers: Warum Netzwerke mehr sind als Business-Connections
  • Seine Prediction: Wer Narrative nicht versteht, wird zurückbleiben

Production: Hanna Moser

Musik (Intro/Outro): www.sebastianegger.com

SPEAKER_00

Einen wunderschönen guten Morgen, guten Mittag oder auch guten Abend und willkommen bei Future Weekly, dem Startup Podcast. Heute wieder mal mit der Hannah und weil heute Deep Dive Tag ist, mit dem großartigen Matthias Haas. Willkommen Matthias.

SPEAKER_01

Servus.

SPEAKER_00

Ja, schön, dass du da bist. Wie immer machen wir mal einen kurzen Blick auf LinkedIn. Und da steht Matthias Haas, Event Experience Design, Curation, Social Media, Algorithms, Marketing, Digital Storytelling, Pitching, Public Speaking, Social Media and Environmental Impact, UN, SDGs, Editor, Host, TEDx, Ambassador. Matthias, wer bist du? Was machst du? Ich glaube, dieser LinkedIn, diese Zeile zeigt schon, es ist nicht auf ein Thema runter zu fokussieren, aber kannst du uns vielleicht so kurz erklären, wer du bist, was du machst?

SPEAKER_01

Die allerschwierigste Frage, die es gibt, mir vorzustellen. Ich sage immer, ich liebe es, Menschen zu helfen, ihre Ideen auf eine Bühne zu bringen. Und die Bühne kann entweder eine echte Bühne sein in einem Theater oder die Bühne kann sein, ein YouTube-Video oder die Bühne kann sein, sozusagen, alles, was im Social Media so passiert. Und habe das eigentlich in meiner ganzen Karriere, in meinen verschiedenen Rollen immer wieder gemacht, als Kurator bei TEDx oder als Lektor an der Uni zum Thema Kommunikation oder wenn ich meine Unternehmen berate sozusagen im Thema Social Media, dann geht es ganz oft um Bühnenmomente. Es geht ganz oft um Storytelling und es geht ganz oft darum, eine Idee an die richtige Person zu bringen im richtigen Setting.

SPEAKER_00

Okay, ich glaube, wir werden dann noch im Zuge des Gesprächs ein bisschen mehr aufdecken, was es alles ist, konkret ist, was du schon gestartet, initiiert und gestaltet hast. Aber bevor wir das tun, vielleicht gehen wir einen Schritt oder mehrere Schritte zurück und schau mal in deine Kindheit, der kleine Matthias. Wenn du daran denkst, du bist in Salzburg aufgewachsen, wie ich weiß. War damals Unternehmertum, selbstgestalterisch kreativ tätig zu sein, schon etwas, was dich begeistert hat?

SPEAKER_01

Hervorragende Frage, überhaupt nicht. Also selbstgestalterisch und kreativ, absolut. Meine Mama ist Kindergartenpädagogin und jetzt sogar Direktorin am Kindergarten. Das heißt, dieses kreativarbeiten total, aber dieses Entrepreneurship sein oder Selbstständige kenne ich eigentlich eher nicht. Ja, meine Opa war auch selbstständig, aber sonst, glaube ich, in der Familie kenne ich niemanden. Somit war das gar nicht so ein großes Thema.

SPEAKER_00

Und wann ist es dann zum ersten Mal irgendwie in dein Leben gekommen, das Thema Unternehmertum?

SPEAKER_01

Ja, ich bin da ein bisschen hineingerutscht. Das war gar keine so freie Entscheidung eigentlich. Ich habe meinen Zivildienst gemacht, bin ein Jahr auf Reisen gegangen und dann nach Wien gekommen, um Just zu studieren. Und habe lustigerweise und habe den glücklichen Zufall gehabt als Salzburger. Mein erster wirklicher Job war bei Red Bull, mein erstes Praktikum, vier Monate, habe dort extrem viel gelernt und habe dann einen Studentenjob bei Red Bull gekriegt und war Red Bull Student Brand Manager für die Uni Wien und habe dort schon mein seit ersten Semester an die Uni Wien und alle Partys dort mit Red Bull versorgt und eigentlich ziemlich coole kleine Hacks gemacht, wie man Red Bull am Campus gut verteilen kann und habe da einfach echt viel gelernt. Und habe auch den lustigen Zufall gehabt, dass ich in einem Jahr bei Red Bull angefangen habe, 2006, glaube ich, war das, wo ich sozusagen einer der ersten Mitarbeiter von Red Bull Media House war. Also war der erste Praktikant und der erste Person, die dort dabei war beim Red Bull Digital Media Archive und habe dort unter anderem, neben MySpace-Seiten, aber auch Social Media schon mitbetreut für Red Bull. Und während beim Studium war das dann so, dass ganz viele von meinen Kollegen, das ist dann schon jetzt zwei Jahre später, auch weggegangen sind von Red Bull, Fluktuation, wie das ja dies. Aber die sind halt zu anderen Unternehmen gegangen, nämlich zu Adidas, zu Adidas IWare damals, Volkswagen und Nordica Ski zum Beispiel. Und die haben dann alle, wenn braucht der hilft, mit Social Media verschiedene Sachen zu machen, weil das war relativ neu. Und die haben gewusst, Adam Matthias macht das für Red Bull und haben bei mir sozusagen angefragt. Und ich war bei der richtigen coolen Situation, dass ich während meinem zweiten Semester Just mir entscheiden müssen habe, ich habe jetzt vier echt coole Unternehmen, die mit mir zusammenarbeiten wollen, nämlich Red Bull, Adidas, Nordika Ski und Volkswagen. Und in Wirklichkeit haben wir gesagt, ich muss jetzt gründen. Ich kann nicht weiter regelmäßige Zahlungen kriegen, ohne dass ich mich darum kümmere.

SPEAKER_00

Und das heißt, du hast dann ein Gewerbe angemeldet?

SPEAKER_01

Mein Gewerbe angemeldet und mein Youth Studium lassen. Und die Mama hat dann gesagt, das Youth Studium läuft mir nicht davon, wenn da eine coole Opportunity ist, dann soll ich das machen. Was echt voll wichtig war, das ist ein Support, weil das erste, was ich mir dachte, boah, was wird die Mama denken?

SPEAKER_00

Coole Mama.

SPEAKER_01

Und die war da eigentlich sehr hilfreich, auch in einem ganzen Entscheidungsfindungsprozess. Und dann bin ich eigentlich zur Wirtschaftskammer gegangen und habe mich informiert. Und dann habe die ganzen Schritte gemacht und habe mein Just Studium lassen und in Wirklichkeit einer Wirtschaftskammer diese ganzen Gratiskurse gemacht, die für Kunde damals gegeben hat. Und da habe ich extrem viel gelernt. Was man halt als Kunde oft nicht so weiß. Steuern, rechtliche Sachen und so weiter. Trotz Just-Studium.

SPEAKER_00

Okay, cool. Und dann hattest du, ich meine, Anfang 20 diese Top-Unternehmen quasi schon als deine Kunden. Total. Wie ging es dann weiter? Also, wie bist du das angegangen?

SPEAKER_01

Ja, das Ding war, dass die Kunden eh schon da waren und ich habe schon gemerkt, dass ich sicher da was kann oder bei Red Bull was gelernt habe, was voll gebraucht wird. Und habe halt versucht, das so weit wie möglich mal auszubauen, mal Wissen auszubauen, schauen, was gebraucht wird, so ein bisschen Bedarfsanalyse. Ich habe dann schon gemerkt, dass ganz viele von diesen Unternehmen auch bei Red Bull Proposals kriegen von Marketingagenturen, die eigentlich spezialisiert auf etwas anderes waren und dann gesagt haben, ja, wir machen euch jetzt Social Media auch. Und ich dann an der Stelle war, damals nur als Praktikant bei Red Bull, weil ich gesagt habe, nein, nein, nein, das geht viel einfacher und viel billiger und ich kann das viel schneller, lasst mich das machen. Und so ist dann halt bei den anderen Unternehmen angegangen und das war richtig cool. Ich habe einfach anfangen können, mit richtig tollen Bestandskunden mein Glanzunternehmen aufzubauen und gerade in der Übergangsphase von Studium noch nicht so ganz beendet, aber schon mental beendet, bis hin zu, ich muss davon leben kennen, das so aufgebaut, so schnell, dass das funktioniert hat. Das, was ich schauen müssen habe, ist natürlich, dass ich nicht nur bei diesen vier Kunden bleibe, sondern ein paar weitere dazugriege. Und mein erster Schritt war da, Empfehlungen zu holen von Red Bull. Und so hat sich eigentlich meinen Kundenstock am Anfang im Red Bull-Universum erweitert. Ich habe dann ServiceTV dazuger, ich habe dann Red Bull TV dazugeregt, ich habe das Red Bullitin und Red Bull Mobile dazugekriegt, ich habe dann KPDM dazugekriegt und habe dann auch gleich einmal lernen müssen, dass ich so viele Kunden als Ein-Personenunternehmen mit Content und so weiter gar nicht betreuen kann. Und dass mich die meisten ähnelt wollen, dass ich für sie unbedingt was machen konnten, sondern dass sie ihnen hilft, dass sie es selber machen können. Das war eigentlich so der große Knackspunkt, wo ich über die Jahre gemerkt habe, ich muss weg von einer Social Media Angentur, die Full Service macht, wie so viele, sondern hin zu strategischer Beratung, mein Wissen an die richtigen Leute zu bringen und so weiter.

SPEAKER_00

Und hast du dir irgendwann mal dann auch wen dazu genommen oder hast du es als Einzelperson gemacht?

SPEAKER_01

Also ich bin nach wie vor EPU, bin aber nie alleine, sondern wir sind ein Netzwerk aus EPUs, die zusammenbeiten. Ich habe unglaublich tolle Leute, mit denen ich fast täglich zusammenarbeite, Fotografen, Designer, verschiedenste Leute aus der Schulung, sozusagen, aus Content Creation School und so weiter. Und bin aber rein rechtlich immer EPU geblieben. Das, was ich schon gemacht habe, ist, dass ich ganz regelmäßig Praktikantinnen und Praktikanten und Erasmus Entrepreneure bei mir habe. Es gibt ein richtig tolles Programm, für die, die das noch nie kennenlernen oder nicht gehört haben, Erasmus for Young Entrepreneurs, so etwas Tolles. So wie Erasmus für Studenten gibt, gibt es das auch für Entrepreneure. Und man kann einfach bis zu sechs Monaten voll bezahlt von der EU-Kommission in ein anderes EU-Land gehen und dort bei einem anderen Unternehmer mal mitschauen, ob das überhaupt so ist, wie man sie das vorstellt und mitlernen. Und da habe ich mittlerweile über zehn oder elf Leute jetzt bei mir schon gehabt in den letzten Jahren, die dann sechs Monate ihre Ideen einbringen und ihr können und ihr Wissen und so weiter. Und das ist unglaublich toll.

SPEAKER_00

Ja, vor allem, wir haben das auch schon einmal genutzt, das ist richtig ein richtig cooles Programm. Wobei das bei uns Studierende waren.

SPEAKER_01

Ah, das Erasmus Internship, das ist tatsächlich was anderes. Die Erasmus für Young Entrepreneurs, das müssen Leute sein, die dürfen sich nur mit einem Businessplan bewerben in diesem Programm. Das heißt, das sind Leute, die schon wissen, genau, was sie machen wollen, in welchem Bereich sie selbstständig werden wollen oder Startup gründen wollen und können dann in ein ähnliches Startup ins EU-Ausland gehen und genau. Das ist ein anderes Programm. Cool. Und das Coole ist, man kann das ein Leben lang machen. Es heißt Young Entrepreneurs, weil es nur um als junge Unternehmen geht. Man kann das auch mit 70 machen.

SPEAKER_00

Okay, geil. Ja, gut zu wissen, muss man ein bisschen mehr streuen.

SPEAKER_02

Voll.

SPEAKER_00

Jetzt, wenn ich gerade auf LinkedIn, sehe ich Super Social, der Name auch deines Unternehmens, ist nicht deine einzige Initiative, sondern da gibt es noch ganz viele andere Bereiche. Was war denn dann noch so, was hat sich denn dann als nächstes bei dir ergeben?

SPEAKER_01

Also das muss ich kurz ausholen, aber ich versuche es kurz zu lassen. Ich bin mit meinem blinden Uropa aufgewachsen. Den hat meine Mama gepflegt und das war einfach durch Kindergarten und Elementarpädagogik und mein blinder Uropa daheim, alleine zähnd die Mutter. Das war ein sehr soziales Umfeld. Ich habe voll viel gelernt, was Inklusivität und solche Sachen betrifft. Und mein Uropa war eine ziemlich coole Sacke. Der ist nämlich an seiner Pension dann ein halbes Jahr immer im Winter nach Indien gegangen und hat dort überwintert, weil er die Kälte in Österreich nicht so gerne Maggen hat. Und dadurch, dass er blind war, hat er jedes Jahr jemanden gebraucht, der ihn nach Indien bringt und wieder abholt. Und er hat in Indien sein Supportnetzwerk gehabt, aber das Hin- und Herkommen war schwierig. Und wie ich mit dem richtigen Alter war, habe ich meinen Uropa in Indien abholen dürfen. Zu Ostern immer meistens. Da waren dann die Schulferien und ich habe meinen blinden Uropa für die zwei Wochen besuchen dürfen und dann heimbringen dürfen. Und habe eigentlich sehr schnell Indien kennengelernt schon als Kind und habe dort viel Freunde gefunden und auch ganz viele soziale Ungerechtigkeiten, aber auch Einblicke gekriegt und habe angefangen mit dem Wissen von Social Media, das ich auch bei Red Bull gelernt habe, soziale Projekte zu machen. Das war damals das erste Projekt Findia, Find Out More About India, wo man österreichische Studierende nach Indien gebracht haben und mit denen dort journalistische Projekte gemacht haben. Sie haben durchs Land gereist und haben Menschenrechtsorganisationen besucht und Journalistinnen besucht und mit denen einfach redaktionelle Projekte gemacht und ganz erste Versuche von Multimedia-Projekten. Genau. Cool. Und ich habe meinen Kollegen, der war bei meinem ersten Tag bei Red Bull als Praktikant, war auch er der erste Tag als Praktikant bei Red Bull, der Stefan Hamberger, hat mit mir verschiedenste digitale Projekte gebaut für dieses Indien-Projekt, für das wir dann immer wieder Preise gekriegt haben. Und das war so schön, dass sie es immer zusammengefügt hat. Red Bull hat gesehen, wir gewinnen auf einmal Preise mit unseren anderen Sachen. Also wir machen was richtig und haben das aber auch teilweise von Red Bull gelernt, dieses Storytelling und wie man Narrative aufsetzt. Und somit habe ich dann Organisationen gegründet und dieses Soziale ist mir geblieben. Also dieses ganze Thema im Mechat, was wir machen, was auch an sozialen und ökologischem Mehrwert hat, war extrem wichtig. Diese Schiene hat mir dann Awards winnen lassen. Der erste war der UN World Summit Youth Award damals, dann sind wir nach Mexiko eingeladen worden. Und da hat sie eine ganz neue Welt für uns auf. Damals waren das noch im Millennium Development Goals, die wir dann alle nicht geschafft haben. Und jetzt sind es die Sustainable Development Goals, um die es geht. Und in dieser Welt habe ich echt tolle Menschen kennengelernt und Netzwerke. Da hat sie ein bisschen daraus ergeben, dass ich mich mit TEDx interessiert habe und in Indien bei meinen ersten TEDx war in Delhi und gesagt habe, das war genial, ich will sowas auch machen in Wien. Oder ich habe gesehen, dass ich mit dieser sozialen Social Media Storytelling, aber auch mit Social Impact, dass es da noch viel mehr zum Toren gibt. Also Indien-Projekt haben wir gar mal gemacht und dann haben wir gesagt, wir wollen eigentlich versuchen, andere Jugendliche mit digitalen Skills auszustatten und haben da eine Organisation gegründet. Und so hat sich das immer wieder weiter gespannt, bis sie die richtigen Leute einfach immer im Leben getroffen habe. Wie zum Beispiel, als steht die Kage Schmidt, eine meiner ganz enge Freundin, mit der ich soziale Projekte gemacht habe und die damals dann Easy German gegründet hat, mit ihrem Mann, einem YouTube-Kanal, um Menschen helfen, Deutsch als Fremdsprache zu lernen.

SPEAKER_00

Wie hat sich das ergeben? Das ist jetzt auch nicht, ich meine, du bist selbst deutschsprachig, siehst du, deutschsprachig, warum?

SPEAKER_01

Wir haben mit so vielen internationalen Projekten zusammengearbeitet und wir haben in diesem ON-Kontext immer wieder mal Menschen nach Deutschland und nach Österreich eingeladen, um an coole, innovative Ideen für Social Impact zu arbeiten. Und haben einfach gemerkt, okay, wir brauchen einfach was, wo wir ein Welcome-Package haben, wo diese Menschen ein paar einfache Phrasen Deutsch lernen und haben einfach auch zum Spaß damals Videos gemacht mit ein paar Deutsch-Lernübungen. Und Dicari hat es dann eigentlich übernommen und weitergeführt und ein Riesenunternehmen aufbaut. Mittlerweile produzieren wir in zahlreichen Sprachen und Easy German ist das erfolgreichste Produkt. Unser Kanal hat über drei Millionen Follower. Wir helfen Menschen auf der ganzen Welt Deutsch zu lernen mit unserem Kanal. Und da ist ein riesiges Unternehmen dahinter jetzt mit Plattformen und Memberships und so weiter. Aber eins haben wir da schon verstanden, nämlich Content Creation, wie das funktioniert, wie kann ich mit der Videokamera gut umgehen, was für Sachen funktionieren auf Social Media gut. Und da war ich eigentlich schon sehr von den Anfang an dabei.

SPEAKER_00

Ja, du machst ja immer noch Videos dafür, oder? Oder Interviews? Genau, ich bin Host.

SPEAKER_01

Ich bin quasi Host für Easy German. Ich mache die ganzen Beiträge aus Österreich. Also gerade wenn Menschen nach Österreich kommen und Deutsch lernen und dann den großen Schocker haben, dass wir da nicht reden wie im Textbuch Deutsch, dann landen sie früher oder später bei meinen Videos und kennenlernen und üben, wie das mit dem Dialekt geht. Und das System ist so einfach.

SPEAKER_02

Das ist wirklich besonders.

SPEAKER_01

Genau, wir sind keine Deutschlehrer und LehrerInnen, sondern wir sind einfach nur Menschen, die Straßeninterviews machen und diese Straßeninterviews kriegen deutsche und englische Untertitel. Das ist unser Gratis-Angebot, alle Videos gratis. Und das Businessmodell ist dazu, dass es dann für die Members Übungen gibt. Also Applied German, so wie es wirklich gesprochen wird auf der Straße von den Menschen, nicht wie es im Buch steht. Mit all den Fehlern und Dialekte und so weiter.

SPEAKER_00

Was ich irgendwie so schön finde an sowohl dem Projekt in Indien als auch diesem Projekt, ist, dass es so von Tag 1 an eben mit einer sehr diversen Zielgruppe gedacht wurde. Und eben auch mit, also gerade das Projekt in Indien, vielleicht eine Zielgruppe, die die meisten Unternehmer, die jetzt einfach in Österreich mal starten, vielleicht nicht so am Schirm haben. Was war da für dich irgendwie auch das größte Learning, eben in Indien auch ein Projekt zu machen und da auch mit den lokalen Organisationen, mit den Menschen dort zu arbeiten?

SPEAKER_01

Es war extrem spannend. Also das erste größte Learning für mich war, okay, die Narrative stimmen nicht. Alle Menschen, von denen ich in Österreich über Indien jetzt, haben auch ganz fixiertes Bild, Prior Knowledge Effekt, die noch nie dort waren. Und das wird halt oft getrieben von NGOs oder wenn man noch nie in Indien war, muss man halt alles glauben über das Land, was man halt an meinem Fernsehen gesehen hat und in der Zeit lang gelesen hat. Und das war für mich schon das erste Learning, ein Riesenmissmatch von Narrativ von einem halben Sub einem Subkontinent, der so viel zu bieten hat. Und ich habe dort einfach seit Kindheit an meinen Freund gehabt und habe irgendwie einen anderen Einblick gehabt. Und das war so die größte Motivation, diese Projekte zu machen. Und vor Ort, aber auch, das geht natürlich in beide Richtungen. Viele haben vielleicht dann von Österreich gar nicht gehört oder dann ganz bestimmte Sachen. Es ist ganz oft, wenn man in Indien fragt, man sieht sofort, wer da eine gute Schulbildung hat, das erste, was immer kommt, ist Österreich-Ungarn oder die Monarchie oder hier historische Fakten von Österreich. Was ganz spannend ist, weil das ist nicht das erste, also wenn ihr einen Amerikaner fragt, über Österreich habe ich vielleicht The Sound of Music, aber in Indien ist dann die Österreich-ungarische Monarchie und jemand, der Geschichte studiert oder Geschichte gelernt hat. So spannend. Und außerdem Zeitmanagement, extrem spannend, was immer so klingt, wie wenn in Indien alles spät sind, ja, da laufen sicher andere Zeiten, aber es funktioniert trotzdem an so viel. Das heißt, auch mal mit mehr Gelassenheit an Sachen ranzugehen. Und wenn der Termin gerade jetzt nicht stattfindet, sondern wenn wir auf die NGO oder auf den Polizeipräsidenten, den wir damals getroffen haben, mal eine Stunde warten müssen, dann ist das halt so. Und kann die Zeit auch gut nutzen, wenn man schon da ist und einfach da gelassener zu werden. Sicher ein richtig cooles Learning bist.

SPEAKER_00

Ja, das kann man definitiv nutzen, auch wenn manchmal in Österreich Sachen länger dauern und man dann vielleicht gelassener drauf schauen kann. Du hast vorhin auch erwähnt, dass du in Indien zum ersten Mal in einem TEDx warst.

SPEAKER_01

Genau.

SPEAKER_00

Was hat das bei dir eingestoßen?

SPEAKER_01

Also ich habe das Format nicht gekannt, muss ich ganz ehrlich sagen. Wir waren mit Findia auf unserer Indien-Tour und sind von einem Freund von diesem ON-Netzwerk eingeladen worden zum TEDx in Delhi. Und wir haben uns gedacht, ja cool, Konferenz, passt, schauen wir uns an. Und dann bin ich zum ersten Mal in einer Konferenz, wo alles anders ist. Es gibt keine Pendels, jeder Speaker hat maximal 18 Minuten auf der Bühne, jeder ist super vorbereitet und das, was mich so anzipft bei ganz vielen Konferenzen, ist das ganze Protokoll. Die Leute kommen und sagen, Hallo, mein Name ist, ich bin CEO Fun, ich möchte mich herzlich bedanken, dass ich heute sprechen darf. Und so viel bla bla und Protokoll, was um nichts geht. Und es ist bei TEDx hundertprozentig anders. Die starten ihre Pitches und Reden rein, du bist emotional involviert, es gibt eine persönliche Storyline, es gibt, heute würde ich sagen, es gibt einen Hook von Anfang an, wo ich dann was lerne. Es ist nicht nur Entertainment, sondern es ist Infotainment und auf einmal lerne ich etwas, was ich vorher noch nie so gesehen habe. Und da ist ganz viel gegangen um das Thema Entrepreneurship. Ich glaube, Indien hat die meisten Entrepreneure wie nirgendwo auf der ganzen Welt, aller von der Anzahl der Menschen dort und extrem viel Einpersonen-Businesses und Leute, die Street Vendors sind, wenn man so will, die extrem viel Entrepreneurship Spirit haben, wo ein Talk darüber war. Oder es ist ein Talk davon gewesen über das Thema Verkehrssicherheit und Verkehrstote und wie viel Geld zu dem ausgeben wird versus Terrorismus und wie viel eigentlich in Indien passiert, also wie viele Leute sterben durch Terrorismus, wie viele Leute sterben durch Safe Road oder Road Safety und wie viel Geld wird für Terrorismusbekämpfung ausgeben und wie viel Geld wird für Straßen ausgegeben und überhaupt kein Verhältnis gestanden ist. Und da die Insights auf einmal von Leute da waren, wo ich echt gebuffelt da sind, wenn man dachte, wow, aha, aha, ich habe voll verstanden. Du hast nur zehn Minuten perspektive geöffnet and jetzt möchte ich noch mehr wissen. Und das war unser Tädex, ja. Und ich habe gedacht, boah, das will ich auch machen. Ich möchte solche Leute mit solchen Ideen helfen, diese Ideen an die richtigen Menschen zu bringen. Und mich hat sowas so weit machen.

SPEAKER_00

Und das hat ja auch schon in deine ganze, also Storytelling hat sich da irgendwie schon so von Anfang an durchgetragen und da natürlich eine super Plattform dafür auch gefunden.

SPEAKER_01

Absolut.

SPEAKER_00

Wie hast du das dann weiterverfolgt?

SPEAKER_01

Naja, also der Flad in Wien hat TEDx Wiener gemacht und wir haben schon das erste war, dass ich bei der Türme angeklopft habe, wo ich gesagt habe, wow, wir würden voll gerne was machen und ich war da total beschwingt und jung und habe gesagt, ich würde voll gerne TEDx-Jugend machen. Also ich möchte gerne U30 TEDx machen, wo wir nur junge Menschen auf die Bühne holen. Und habe dann mit Flad und Ted, die die Lizenzen in New York vergeben, geredet und die haben gesagt, naja, das gibt es so nicht. Man kann eine TEDx Youth machen, aber das ist U18 sozusagen. Und dann haben wir gesagt, da waren wir dann selber schon ein bisschen raus. Und haben gesagt, okay. Sie haben gesagt, wir können durchaus unser eigenes TEDx machen. Wir brauchen einen eigenen Lizenznamen und ich kann mich wie ein Franchise sozusagen mich für eine Lizenz bewerben. Und ich habe das dann gemacht. Damals mit der Steffi Cox, die ich, glaube ich, Shepers lustigerweise kennengelernt habe und mir gedacht habe, ja, das möchte ich noch machen. Und haben TEDx Donauinsel ausgewählt, weil die Donauinsel einfach so geil ist. Das war für uns der Inbegriff für Jugend, für Natur, für Nachhaltigkeit, für eine der besten Ideen, die Wien jemals gehabt haben. Ein Bauwerk sozusagen, das nicht natürlich entstanden ist, sondern das forciert worden ist, um Wien zu schützen. Und dann gedacht, hey, das ist unser Name und das war die Geburt von TEDx Donnerinsel.

SPEAKER_00

Cool. Und wie lange hat es denn gedauert von, okay, du hast dein erstes TEDx in Indien gesehen, zu du hast eine Lizenz und organisierst dein erstes eigenes TEDx?

SPEAKER_01

Das ist eine super Frage, weil das ist gar nicht so einfach. TEDx, die Lizenzen, es war circa anderthalb Jahr, würde ich jetzt einmal sagen, die spanne mich an mich genau zurückerinnere. Man bewirbt sie bei TEDx, bei TED in New York für eine TEDx-Lizenz. Und die ist schon, das ist schon eine sehr umfangreiche Bewerbung, was die haben wollen. Und im ersten Jahr kriegt man mal nur eine Lizenz für einen Event bis 100 Personen. Das heißt, man startet mit einem kleinen Event. In dieser Bewerbungsphase reicht man ein und dann wartet man drei Monate, bis man zurückhört und dann kriegt man Ja oder Nein. Und dann muss man innerhalb von einem Jahr sozusagen das erste Event für bis zu 100 Personen machen. Und genau so haben wir das gemacht. Wir waren damals auf der Sunsi Bar, auf der Donauinsel, wie es noch gegen hat, leider mittlerweile abgebrannt und nicht mehr da. Wir haben nichts damit zum Dachen kommen. Das ist ja gleich. Und bei TEDx kann man immer nur Events bis zu 100 Personen machen, bis man ins nächste Tier von Event-Lizenz kommt. Und da kommt man nur rein, wenn man einmal zu TED gefahren ist, das heißt, man muss selber bei TED einmal teilnehmen, was doch meistens und sehr oft mit erheblichen Kosten verbunden ist, dass man TEDx sozusagen selber weiterführen darf mit mehr als 100 Personen. Und das war dann dieses Investment, was ich gemacht habe. Und dann hat sich mein TEDx auf einmal bis zu, darf jetzt TEDxes machen bis zu 1000 Personen und mittlerweile unbegrenzte Größe, ja. Cool. Das heißt, man startet klein in dem Prozess und jetzt nach zwölf Jahren kennen wir, sind wir im eigentlich im fast fünfsten Tier drinnen.

SPEAKER_00

Und was war dein Lieblings-TEDEX-Talk bei deinen TEDx-Events bis jetzt?

SPEAKER_01

Das ist fast eine unmögliche Frage. Wir haben unglaubliche Leute gehabt, also Ideen, die man sich gar nicht vorstellen kann. Ich glaube mir auf eins zu spezialisieren, ich kann es kurz zusammenfassen, weil es wahrscheinlich mehr sind. Das Außergewöhnlichste war ein Entrepreneur aus Atmann-Buchheim, der eine Einrichtung für Menschen mit Behinderung gemacht hat, um denen am Sexual Pleasure sozusagen anzubieten. Nämlich mit einem Dollhouse, wo lebensechte Puppen für Menschen mit Behinderungen gibt, wo die zum ersten Mal Sexualität ausleben können. Das war sicher eines der außergewöhnlichsten Ideen und Geschichten, die ich jemals gehört habe. Dann eine ganz besondere Geschichte war, zu meinem zehnjährigen Tätigksjubiläum hat meine Mama gesprochen, weil ich gesehen habe, die leitet dann UN SDG-Kindergarten in Salzburg, wo die auf spielerische Art und Weise drei- bis sechsjährige, die allen Nachhaltigkeits-Entwicklungsziele beibringt mit so coolen Sachen und einfach mit ihrem ganzen Team so kreative Projekte macht, wo schon die kleinsten die schwierigsten Sachen lernen. Und habe dann gesagt, passt, Mama, du musst auf die Bühne und hat einen unglaublich tollen Talk halten. Und ja, der dritte Schwert.

SPEAKER_00

Kann man dich den anschauen? Weil man kann ja viele auf YouTube sehen.

SPEAKER_01

Absolut, die sind alle frei zugänglich. Anna Maria Haas und SDG Kindergarten, das sind die Stichwörter, die im Ding reinschauen. Und der dritte noch, den ist so schon mal so ein Uni-Professor von der Uni St. Gallen, da Dr. Martin Eppler, der echt einen cool Design-Talk gemacht hat, um sagen, perfekte Präsentationen und perfekte Sachen sind abgeschlossen, weil sie perfekt sind. Und wir dürfen nicht für Perfektion sozusagen gehen, sondern wenn du was Powervolles machen willst, mach es absichtlich schief. Make your presentations ugly. Weil das, was passiert psychologisch, ist, dass die Menschen, die dazuhören und mit dir arbeiten sollen, auf einmal lauter Verbesserungen sägen und sie persönlich in dem Thema involviert sehen. Wenn das schon perfekt ist, ist das abgeschlossen und man distanziert sie davon. Und die haben ganz viel daran geforscht, dass sozusagen Hässlichkeit voll die Einladung für Mitarbeit ist. Und das so genial war. Und über Millionen Views mittlerweile, der Talk ist ja vor zwei Jahren erst gegangen und unglaublich cool.

SPEAKER_00

Voll interessant. So habe ich das noch nie gesehen. Ich habe dann eher das Gefühl, es lenkt mich ab vom Inhalt, weil ich mir denke, ah nein, diese Slides, den hat sich sonst so gestartet.

SPEAKER_01

Genau. Also es geht, es ist nicht, also hässlich hat sicher mehrere Formen. Es geht nicht über Laden und so weiter, sondern es geht darum, sie haben das Institut für Sketches und wie kann ich sozusagen mit einfachen Flipchat-Sachen das meiste rausholen und um das ist gegangen. Eh nicht über ladendes Leid, sondern wie kann ich mit einfachsten handgezeichneten Sachen den größten Impact haben.

SPEAKER_00

Ja, so wie dieser Golden Circle. Absolut. Das ist ja wirklich, also dieses Video selber gibt Qualität ist schlecht, er zeichnet das da irgendwie auf dieses Flipchat, aber so powerful.

SPEAKER_01

Ich sage das so oft und da sagst du, du kommst mir jetzt so vor, weil das ist eigentlich eine der wichtigsten Sachen, die alle unsere Speaker gibt. Die Production Value is so wurscht. Also es gibt sicher, wenn das Video perfekt geht, ist das super. Aber the Content Value is so viel wichtiger. Der Talk von Simon Cynic ist, das Mikrofon fällt aus, das hängt auf einer Schnur, das geht hin und her, die Gildqualität ist schlecht. Und er schmiert da auf seinem Flipchart ohne PowerPoint. Aber was er sagt, ist so genial und nur um das geht's. Und das versuchen wir bei allen unsere Speaker zu machen. Wir wollen keine overcoachten Super Speaker, weil wir wollen ja keine Speaker. Wir wollen Leute mit geilen Ideen. Wir haben lieber eine geile Idee, medium gut präsentiert, wie nichts geil präsentiert. Und das ist sowas, wo wir ganz oft hinkommen. Wir kriegen ganz oft Bewerbungen von Leuten, die sagen, ich bin Speaker, ich kann über alles reden, lade es mir ein. Und dann sagen wir immer, sorry, so funktioniert das bei uns nicht. Hab eine geile Idee und komm dann wieder, wenn die reif ist, wo du sagst, boah, du hast die eine Idee, die du allen sagen magst, dann bist du richtig bei uns.

SPEAKER_00

Und ich finde, das ist ja auch gar nicht so einfach, oder? Das so runterzudistillieren. So, okay, das ist so meine Core Message, das ist die Idee und auch diesen Neuigkeitsgrad darin zu suchen, weil manchmal hat man das Gefühl, es ist ja alles schon gesagt, es ist irgendwie alles schon da draußen.

SPEAKER_01

Und dann kommt man trotzdem immer wieder drauf, dass so viel Leute auf Wisse sitzen, das noch nie so gesagt worden ist. Und das ist das Tolle. Die meisten Bewerbungen, die wir kriegen von Menschen, kommen mit derselben Idee. Ich habe was geschafft, von denen keiner geglaubt hat, dass ich das schaffen kann. Und weil ich mir selber geglaubt habe oder weil ich Mut genießen habe, habe ich es jetzt geschafft. Und dann sage ich, das ist super, das ist so cool, ich freue mich voll für dich, gratuliere. Und super, dass du es geschafft hast, aber das ist keine Idee. Das ist keine Idee. Die Idee ist jetzt, reinzuschauen, was waren genau die Dinge, wo du gelernt hast, auf dich selbst zu vertrauen. Was hat denn Switch gemacht? Was kann ich jetzt von dir lernen, dass der Switch möglich war? Sag das, bricht es in sieben Punkte runter und dann schreiben wir es uns auf und schauen, was möglich war, dass andere davon lernen können. Weil bei TEDxTalk geht es nie um die und deine Geschichte, sondern nur um dieses Learning und die Idee, was sozusagen geschafft hat. Und wenn man diesmal verstanden hat, das macht es uns so spannend.

SPEAKER_00

Spannend. Was sind andere Tipps, die du allen Speakern mitgibst?

SPEAKER_01

Also eines der wichtigsten Sachen ist, dass ich schaue, dass die Leute ihre Idee in einem Satz, maximal zwei Satz sagen können. Es geht so arg darum, dass die Leute sie fokussieren auf eine Hauptidee. Das sind diese ein bis zwei Sätze und dann bauen wir diesen Talk rund um das. Weniger ist sicher mehr. Die Menschen sehen, dass sie oft alles sagen wollen und da gehen wir raus, raus, raus. Es gibt so eine ganz komische Angewohnheit bei ganz vielen SprecherInnen, dass sie so ganz viele Floskeln verwenden. Let me tell you a story. Oder I want to start my presentation today with und dann sage ich mir, nah, das sind lauter Füllwörter und Füllsätze, die streichen wir alle raus, gleich rein in die Geschichte gehen. Sagen wir nicht, dass du eine Geschichte erzählen wirst, sondern dann erzählen wir die Geschichte gleich. Das heißt, wir lassen wirklich die Speaker die Texte aufschreiben, so gut wie es geht, und schauen da ganz oft auch mit mehreren Personen drüber, streichen raus, gehen nochmal zurück, hin und retour. Wir schauen, haben wir alle mitbedacht, was ist der Impact von dem Talk und haben die Leute, für die es geht, richtig abgeholt. Das geht spannend nicht. Das sind ganz viele Reden, wo die Leute sagen, ich kann sicher mich hinstellen und spontan was reden, aber so den richtigen Impact, um alle mitzudenken, muss ich mir vorbereiten. Ganz kurz: die Kimberly, the talk about intersektionality, sicher a wunderschöner Talk, where the intersection of people of color and friends in the USA gets. And he said impressive: Everybody who is able, please stand up. And this is a game when I hear, but it is so good, but normally each speaker makes a speaker engagement and said, So, everybody stand up. But he had all withbeday, and this gets often spontaneous, but it is during long training and each gedaff. And the first one have all the people in a rollstuhl, or they have mirrored one or gefühlt. Einfach nur where they un beautiful sentence had to bedenken. And then war das super. And this meine ich, das geht. And then geht es auch in ihrem Tag nur genau um das, um das sichtbar machen von Menschen, die oft nicht gesehen werden und dort gut dazu passt. Das braucht Training, das braucht Zeit, das braucht Feedback, das braucht immer wieder mitdenken, für wen ist das und haben wir die mitbedacht und dann wird das.

SPEAKER_00

Das ist schon super spannend. Also wenn man in einem Job ist wie wir, wo man immer wieder mal auf einer Bühne steht, dann wird man ja oft ein bisschen faul und denkt, das geht schon und ich brauche mich nicht so viel vorbereiten. Und jedes Mal, egal ob es eine Moderation ist, ob es eine Präsentation ist, ob es eine Keynote ist, ein Panel, wenn ich mich vorbereite und mir wirklich davor einfach, also ich mag es am liebsten, wenn ich es mir händisch aufschreibe, Notizen mache und mir durchdenke, was ich sagen möchte, es ist einfach ein Riesenunterschied. Und es geht dann noch gar nicht darum, dass man Karten in der Hand hat und so weiter und dann genau runtergeschrieben hat, was und genau das sagt, was man geschrieben hat, aber einfach dieser Prozess, da durchgegangen zu sein und das vielleicht einmal irgendwie gedanklich festgehalten zu haben, ist extrem powerful.

SPEAKER_01

Und vor allen Dingen, je weniger Zeit ich habe, sage ich immer, braucht es mehr Vorbereitung. Je kürzer, je kürzer die Zeit, desto mehr Vorbereitung. Und TEDx-Talks sind auf 18 Minuten limitiert, wir bei TEDX Toninsel limitieren alle auf 10 Minuten und wir haben ein Drittel unserer Talks, wo die Speaker nicht mehr wie drei Minuten reden dürfen für Idee. Und das haben wir eingeführt, weil wir somit mehr Menschen auf die Bühne kriegen, mit der Zeit, mehr Ideen rausgeben können. Und die werden extrem gut angenommen. Aber die müssen auch härter arbeiten, wie die, die zehn Minuten sprechen.

SPEAKER_00

Du hast vorhin erwähnt, du warst dann bei einem echten Ted oder echt, du warst dann bei einem Ted. Ja, genau, beim Ted, genau. Wie war diese Erfahrung für dich? War das was ganz Besonderes oder wie war das?

SPEAKER_01

Ja, das ist unglaublich. Also es gibt kaum eine Konferenz, die so viel durchdachte Sachen haben. Jetzt haben wir ja nur über die Menschen auf der Bühne geredet, aber alles, was abseits der Bühne ist, das ist unglaublich, was die machen. Also erstens einmal, ein TED-Ticket kostet zwischen 6.500 Dollar und 15.000 Dollar. Das heißt, das ist jetzt nicht so etwas, wo man schnell hinkommt. Und ich muss jetzt noch eine fähre halbe dazu sagen, dass wir einen 50-50%-Discount kriegen, wenn man einen aktiven Lizenzhäuter ist, der eine große Lizenz haben will. Also vergünstigt. Aber dann muss man auch erst hinfliegen und wohnen, wo er immer Teddy ist. Mein erster war da in Vancouver und ich war in Whistler mit TED Active untergebracht und mein zweites Mal war bei Ted Afrika in Arusha, in Tansania. Unglaublich toll. Und wenn dann, es ist auch das Publikum kuratiert, also man kann nicht einfach nur so ein Ticket kaufen, sondern Ted wählt dann eigentlich auch noch aus, wer kommt, bei den ganzen Leuten. Und dann sitzt du halt auf einmal in der Präsidentin von Mauritius im Saal und dann sagst du, und was machst du so? Ah ja, ich bin der Präsidentin von Mauritius. Und dann so, ah, cool. Ich mache Teddy X Donerinsel in Wien. Nein, es war eine lustige Situation, ich habe sie nicht gekannt vorher, was ich gestehen kann. Und das Tolle ist, alles, was da mitbedacht wird. Also du hast dort einen Badge, wie bei so vielen Konferenzen, nur dass das halt ein Smart Badge ist, der zum Beispiel im Gebäude mittrackt, wo du gerade bist. Du hast eine App, mit der du connected bist und du kannst im Gebäude selber immer schauen, wo jeder Konferenzteilnehmer ist und kannst die Leute dann erfinden. Das muss man melden, klarerweise, das kann man abstellen, aber bei Default ist das drinnen. Mein Badge, wenn ich meine Badges zusammenhalte, merkt sie der Badge, wen ich heute getroffen habe, was ziemlich geil ist. Dann, ich habe in der ganzen Vue interaktive Sachen, die ich mit meinem Badge aktivieren kann. Das sind große Tabbookstaben, wo man Gruppenfotos machen kann und mein Badge aktiviert das, dass das Foto gemacht wird. Und es gibt einen Fotografen, der vor Ort jeden Tag, das immer 50 Conference herumläuft und Fotos macht. So kommt gleich wieder dazu. Und ich höre mir die Talks an und die, die mir besonders gefallen, like in der App oder genau. And at Ende des Tages, jeden Konferenztag, kriegt jeder Konferenzteilnehmer ein personalisierten Newsletter, wo drinnen ist die Menschen, die ich getroffen habe, meine Lieblingstalks, die Stationen, die ich besucht habe, die Fotos, die ich gemacht habe und das ist das Allercoolste, was ich jemals gesehen habe, ist, der Fotograf, der vor Ort herumgeht und fotografiert, ich nehme an, dass das mit diesem Badge funktioniert. Es sind alle Fotos, wo ich oben war, in meinem Mail personalisiert, automatisiert drinnen.

SPEAKER_00

Geil.

SPEAKER_01

Das ist nur so ein Glanzding, das bei Ted passiert.

SPEAKER_00

Ja, da gibt es schon extrem viel, was man machen kann, um so eine Experience wirklich zu etwas Besonderem zu machen. Das ist schon sehr, sehr cool.

SPEAKER_01

Cool. Ja voll. Tomi sage ich immer dieses Event Experience Design, das ist was, was ich jetzt auch in meiner Bio drin stehen habe, weil das machen wir ganz stark auch für unser Event. Und so hat sich dann mein Unternehmen mit Super Social erweitert, weil vorher habe ich Social Media gemacht, aber mittlerweile mag ich sicher 50% Event Experience Design für andere Events.

SPEAKER_00

Okay. Das ist auch Teil des Portfolios geworden. Sehr schön.

SPEAKER_01

Einer unserer Kunden ist zum Beispiel die internationale Atomenergiebehörde in Wien. Und die machen Konferenzen an der UNO, wo jeder sie heute einmal drei Minuten bei allen bedankt. Und so weiter. Die Excellency, the Protokoll. Und dann kommen wir rein und sagen, hä, Briefing an alle Speaker, niemand darf Hallo sagen, niemand darf ihn begrüßen und niemand darf sie bedanken, dass sie da sind, sondern jeder muss gleich anfangen. Und auf einmal können alle eine Stunde früher heimgehen. Nach so einem Event da.

SPEAKER_00

Herrlich.

SPEAKER_01

Aber ja.

SPEAKER_00

Ja, das ist, also wenn man einen Tipp für, wenn ein Eventmanager zuhört und Speaker, der mit Speakern arbeitet, dann diesen, dass man die Vorstellungen und die Danksagungen mal kicken kann.

SPEAKER_02

Absolut.

SPEAKER_00

Vielleicht bevor wir in unsere Speedruns und so weiter reingehen, du hast noch ein Thema erwähnt, nämlich dass du die Steffi Cox, mit der du TEDx gegründet hast, bei den Shapers kennengelernt hast. Da haben auch wir uns besser kennengelernt. Magst du vielleicht noch kurz erzählen, was diese Organisation ist und was sie so für eine Rolle in deinem Werdegang gespielt hat?

SPEAKER_01

Total gern, weil ziemlich viele eigentlich, also die Global Shapers sind eigentlich ein Jugendprojekt des Weltwirtschaftsforums. Der Herr Schwab hat da quasi eine Foundation gegründet, wo er gesagt hat, hey, wir bringen die Leaders der Welt zusammen in der VOS, aber wer sitzt da nicht an den Tisch, die Jugend, wir müssen das ändern. Und hat dann geschaut, dass in lokale Hubs, die sind noch Städte sozusagen organisiert, junge Leute sie einbringen können, um lokal einen Impact zu schaffen. Und das ist damals, ich glaube, im zweiten Jahr bin ich dazukommen. Und bei meinem ersten Treffen damals im Impact Hub ist die Steffi Cox neben mir gesessen. Und wir haben uns von Anfang an einfach super verstanden, haben uns echt an dem Tag überlegt, was wir für Projekte machen können, haben damals dann noch ein kleines Bildungsprojekt gemacht mit Land der Bildung, wo die Steffi durch ganz Österreich per Autostop gegangen ist und um Bildungsgeschichten sie anzuwachen von den Menschen. Und haben auf das gemeinsam TEDx gegründet, ja. Und die Sheppers haben mich bisher sehr viel begleitet. Es sind unglaublich tolle Freundschaften entstanden mit Menschen, die aus den unterschiedlichsten Bereichen sind. Andi ONEA als paralympischer Schwimmer oder die Alma Sadic als ehemalige Justizministerin und wir klarerweise. Aber es sind ganz viele Menschen, die mich da immer wieder mit begleitet haben, wo ich extrem viel Neues gelernt habe, wo neiche Opportunities gekommen sind. Also geschäftlich auch, aber hauptsächlich im Privaten unglaublich viel Energie geben hat, auch durch Corona und so weiter, einen Austausch und ein Netzwerk zu haben von Menschen aus allen verschiedenen Bereichen. Das war unglaublich wertvoll. Kann ich alle nur, alle, die 27 sind oder jünger, kann ich herzlich empfehlen, einmal bei die Global Shapers Vienna vorbeizuschauen. Da gibt es einmal im Jahr an einer Bewerbungsphase und kann ich herzlich empfehlen.

SPEAKER_00

Wenn wir schon da bei Empfehlungen sind, wann ist denn dein nächste TEDx-Talk, den man sich anschaut?

SPEAKER_01

Super Frage. Und zwar ist er heute 21. Mai, gar nicht mehr so lang, 23. Mai im Mut im Augartenspitz, im großen Theater. Und wenn man da nicht kann, weil es da Pfingst Samstag, verstehe ich vorher, gibt es am Freitag, den 12. Juni, unser TEDx Pride im Rahmen der Vienna Pride, wo LGBTQI Plus Personen die Bühne kriegen, genau. Es wird auch sehr cool.

SPEAKER_00

Toll, sehr gut. Eine große Empfehlung, auch von meiner Seite. Sehr schön, danke. Dann würde ich sagen, gehen wir in unsere letzte Kategorie und das ist, oder vorletzte eigentlich, weil zuerst kommen die Learnings dran. Und ja, genau. Unser Speedrun. Von dem her. Matthias, starten wir hinein mit was war dein größtes Learning?

SPEAKER_01

Ja, glücklich mache ich mich selber. Die größte Quelle für mein Glück bin ich und ich kann mein Glück nicht von anderen abhängig machen.

SPEAKER_00

Sehr schön. Was ist dein bester Lifehack?

SPEAKER_01

In alle meine Projekte eigentlich Freunde, Familie und Hobby-Inklusiveness. Also ich habe kein Work und Life Balance, weil alle meine Projekte Herzensprojekte sind und Menschen involvieren, mit denen ich befreundet oder verwandt bin. Und das macht es unglaublich toll zu arbeiten.

SPEAKER_00

Schön. Und der Streich, dass wir das gerade am 1. Mai aufnehmen. Ja, voll. Am Feiertag. Was ist dein bester Lifehack? Buchempfehlung, Entschuldige.

SPEAKER_01

Buchempfehlung wird dazu sagen, das ist die Inclusive, ja genau. Buchempfehlung, ich würde gerade sagen, Life Factors war. Sorry. Buchempfehlung an sicher Factfulness von Factfulness von Hans Rosling. Also die Things are better than we think they are. Habe ich sogar sein TED Talk live gesehen, unglaublich toll und dann mal das Buch gekauft.

SPEAKER_00

Okay. Hast du ein Lieblingsprodukt?

SPEAKER_01

Ganz sicher kann man.com.

SPEAKER_00

Ja, ich glaube ich auch. Hast du ein Lieblingsschimpfwort?

SPEAKER_01

Ja, also ich schimpfe tatsächlich sehr wenig, aber ich habe mich ein bisschen noch umhochen müssen und fragen müssen, wenn ich was sage. Und tatsächlich ist mein Go-To, das ist so ein Chance. Aber das schimpft ich, glaube ich, nicht sehr viel.

SPEAKER_00

Und jetzt noch einen Moonshot und eine Prediction, bitte.

SPEAKER_01

Ja, also Moonshot wäre so Narrative Literacy für alle. Das wäre mir so das Allerliebste, dass irgendwie jedes Kind lernt, wie Narrative funktionieren. Und die Prediction für mich ist, dass wer Narrative nicht verstehen wird, wird zurückbleiben, ganz massiv. Und genau. Das ist so in a nutshell kurz my future outlook.

SPEAKER_00

Wer Narrative nicht verstehen wird, also im Sinne von auch, wie Sachen geframed sind, auf die Medien.

SPEAKER_01

Gerade im Informationsdesign, in Social Media, in Nachrichten und so weiter. Und das wird immer krasser.

SPEAKER_00

Was steckt hinter den Worten? Und spannend.

SPEAKER_01

Und wer spricht mit mir, der kann ich den Bildern vertrauen, die ich sie, kann ich dem Video vertrauen. Vertrauen wird sicher eins der größten Sachen. Content wird es im Überfluss geben und Vertrauen wird sicher so stark kommen wie noch nie zuvor. Wem kann ich vertrauen und warum? Und wird sehr spannend werden.

SPEAKER_00

Super. Vielen lieben Dank, Matthias. Sehr schön, dass wir diese Dreiviertelstunde Zeit hatten, in deine Geschichte einzutauchen. An euch da draußen, danke fürs Zuhören. Wir sehen und hören uns wieder nächste Woche. Tschüss.

SPEAKER_01

Ciao, ciao. Herzlichen Dank. Ciao, ciao.