Future Weekly

#514 - Anna Greil über Secondhand-Tech, Co-Founder-Trennungen & Neustart

Hannah Wundsam & Anna Greil Episode 514

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In diesem Deep Dive spricht Hannah mit Anna Greil, Co-Founderin und COO von Minimist, über fünf Jahre Uptraded, mehrere Co-Founder-Trennungen und den Wechsel zu einem Startup, das Secondhand-Verkäufern hilft, ihre Operations zu digitalisieren.

Anna spricht offen darüber, warum der Marktplatz nicht funktioniert hat, wie sie das Investorenkapital freiwillig zurückgezahlt hat und was sie über das richtige Co-Founder-Setup gelernt hat. Dazu: Warum Minimist im DACH-Markt nicht ankam, aber in England und Australien schon.

Production: Hanna Moser

Musik (Intro/Outro): www.sebastianegger.com

SPEAKER_02

Einen wunderschönen guten Morgen, guten Mittag oder auch guten Abend und willkommen beim Future Weekly, dem Startup Podcast. Heute mit der Hannah und weil Deep Dive Tag ist, mit einem großartigen Gast, der Anna Greil. Hallo Anna. Hallo, danke für die Einladung. Sehr schön, dass du heute bei uns dabei bist. Und wie immer schauen wir erst einmal auf dein LinkedIn-Profil und da steht Anna Greil, Helping Charity Retailers and Secondhand Sellers Price and List. Co-Founder and COO at Minimist. Kannst du uns mehr dazu sagen?

SPEAKER_01

Genau, also ich bin mittlerweile Co-Founder bei Minimist und ich glaube COO beschreibt irgendwie die Person, die Sachen übernimmt, die sonst keiner machen will. Also ich mache bei Minimist alles, vom Fundraising bis teilweise Marketing und Sales. Und was wir bei Minimist machen, also wir verfolgen die Vision, dass Secondhand zur Standardwahl wird. Und wir sehen, dass ein Riesenproblem gerade auf der Angebotsseite liegt. Also es ist im Moment extrem mühsam, Sachen zu digitalisieren und die ganzen Operations dahinter und wollen das mit neuen Technologien vereinfachen und arbeiten eben mit Charity-Retailern, also es sind Non-Profit-Organisationen, die Secondhand verkaufen, aber auch For-Profit-Organisationen, die das online betreiben wollen?

SPEAKER_02

Sehr cool. Da könnte man jetzt schon gleich in die Tiefe tauchen. Aber dieses Thema Secondhand, das begleitet dich ja auch schon länger. Ist das etwas, das du schon, wenn du jetzt an die kleine Anna zurückdenkst, war Fashion, war Nachhaltigkeit oder auch Entrepreneurship da schon Teil deines Upbringings?

SPEAKER_01

Ich glaube nicht, dass es mir bewusst gewesen wäre. Also ich komme jetzt nicht irgendwie aus der klassischen Unternehmerfamilie. Also ja, wir hatten eine Tischlerei daheim. Ich weiß jetzt nicht, ob das da ein Thema so reinfällt. Aber ja, also das Thema Selbstständigkeit mit dem, also bin ich schon aufgewachsen, was das bedeutet. Und das Thema Mode oder auch Secondhand-Mode jetzt nicht so wirklich. Also ich habe eine ältere Schwester, da ist es irgendwie normal gewesen, dass ich die Sachen von ihr bekomme. Also das wäre irgendwie so mein Bezugspunkt. Aber sonst eigentlich, ja, mir war ganz, ganz lang nicht klar allgemein, was ich machen will oder auch für was ich irgendwie eine Leidenschaft habe. Und das kam dann irgendwie so plötzlich, ich glaube, als ich so 19, 20 Jahre alt war erst, wurde mir das dann bewusst und dann seitdem bin ich in einem Sektor hängen geblieben, sozusagen.

SPEAKER_02

Und was war, kannst du dich erinnern mit 1920, gab es irgendwer den anders? Hast du etwas mitbekommen, was dich da beeinflusst hat? Du bist ja aus Tirol, oder? Warst du da damals gerade am Anfang deines Studiums? Wie war das?

SPEAKER_01

Genau, also ja, also bis zu dem Alter, ich war das klassische Fast-Fashion-Opfer, würde ich sagen. Also wöchentlich irgendwie Einkaufen gegangen und so weiter. Und zu dem Zeitpunkt, wo sich das dann geändert hat, war ich gerade in Neuseeland für mein Auslandssemester. Und dort haben wir uns mit dem Thema Kreislaufwirtschaft, Creative Industries und so weiter mehr beschäftigt. Und ich habe auch einen Entrepreneurship-Kurs besucht. Und zur gleichen Zeit, und das war purer Zufall, hat ein Studienkolleg von mir damals, der Bruno, an einem Projekt gearbeitet, Secondhand und wie man das irgendwie zugänglicher machen könnte für den Mainstream. Und hat mich dann angerufen, er hat eine Idee, ob für mich das interessant ist. Ich soll mir doch einmal die Doku anschauen. Da ging es um die Konsequenzen von der Modeindustrie, also auf die Umwelt und die Gesellschaft. Und ab dem Zeitpunkt war es dann irgendwie glasklar, irgendwie, also so, was habe ich getan die letzten Jahre? Und irgendwie so, also ja, also mir war es bis dahin überhaupt nicht bewusst. Und habe es dann auch, also mir selber als Experiment oder Herausforderung gesetzt, nur mehr Second Nent zu konsumieren. Ist es überhaupt möglich? Macht es Spaß? Und was braucht es dann noch für Lösungen? Und genau, da um die Zeit hat sich das dann sehr, sehr gewändert.

SPEAKER_02

Und wie war das damals? Ich meine, das ist ja lustig, dass das in Neuseeland quasi entstanden ist, wo jetzt dein Co-Founder Stefan Neuseeländer ist. Oder Halb Neuseeländer, Halbösterreicher. War Neuseeland da schon weiter fortgeschritten, auch was Nachhaltigkeit anbetrifft, beziehungsweise auch die Universität vielleicht auch im Entrepreneurship-Bereich schon fortgeschritten hat. Ich finde das sehr witzig, ich habe auch in Australien mein Auslandssemester gemacht, habe dort zum ersten Mal quasi in so einem Entrepreneurship-Pitch gesessen, ähnlicher Zeitpunkt. Aber wie war das?

SPEAKER_01

Also ich glaube jetzt nicht, also so der Second-Hand-Bereich oder Nachhaltigkeitsbereich, da werden wir jetzt nicht vorkommen, dass es also so viel weiter fortgeschritten ist wie bei uns, aber es kann auch sein, dass mir es damals einfach nicht aufgefallen ist. Ich war in Neuseeland in Hamilton, Stadt auf der Nordinsel, die jetzt nicht unbedingt großartig bekannt ist. Aber was spannend ist an der Gegend, es gibt einen Impact-Hub in der Gegend. Und ich glaube, dass die Uni, das weiß ich auch nicht genau, aber ich glaube, dass die Uni teilweise auch Kooperationen mit dem Hub hatte. Und genau, ich konnte zum ersten Mal, ich bin in, also ich habe in Innsbruck studiert, Fachhochschule und an der Fachhochschule sind ja die Kurse vorgegeben. Und im Auslandssemester war es dann zum ersten Mal, wo man sich selber die Kurse aussuchen konnte. Und irgendwie hat es mich also zu dem Thema Entrepreneurship und ich glaube, es war Creative Thinking und Creative Industries und sowas hingezogen. Und da hat es dann begonnen. Aber ich glaube, es war jetzt gar nicht allgemein so ein Fokus auf der Uni. Es war jetzt nichts ultra präsent, irgendwie hat es mich da einfach hingezogen, glaube ich.

SPEAKER_02

Es hat so sein sollen. Und du hast dann gesagt, du hast dir diese Challenge gesetzt, nur Secondhand zu konsumieren. Wie einfach ist dir das gefallen? Wie war dann dieser Prozess für dich?

SPEAKER_01

Ja, also zu Beginn schon schwierig. Und also ich finde nach wie vor, wir sind immer noch nicht leider bei dem Level, wo man sagen kann, es ist ja viel einfacher, das jetzt Secondhand zu kaufen, als jetzt irgendwie neu zu kaufen. Viel mehr convenient oder ich hab das schneller oder was auch immer. Wir kommen langsam dahin, aber vor sechs, sieben Jahren war das nochmal was anderes. Also da war Vinted noch viel weniger präsent in Österreich oder im Dachraum und auch andere Plattformen anders und Marktplätze. Und dann, ja, auch während der Pandemie gab es dann wieder weniger Secondhand-Events und sowas, das hat davor ein bisschen geboomt. Aber es war, also ja, es war gar nicht so einfach. For all Secondhand Shops voll, die gibt es eh schon seit hunderte von Jahren. Und wenn man da Zeit hat und Lust hat und sich mit dem Thema auseinandersetzen will, was ich damals dann auch gemacht habe, dann findet man schon die Sachen. Aber ich konnte damals nicht von mir behaupten, dass es super einfach ist, das zu machen. Also da braucht man, oder damals finde ich, hat man schon braucht schon eine irgendwie besondere Motivation, das zu machen. Mittlerweile sehe ich schon, dass sich extrem viele Dinge verbessert haben. Also eben so Plattformen wie Vinted und Co., die es auch schon ewig gibt eigentlich. Also ich glaube Vinted, die haben 2012 gestartet und irgendwie so seit zwei Jahren, ja, seit zwei, drei Jahren sind in Österreich irgendwie präsenter und Leute meinen, die gibt es erst seit kurzem, aber die gibt es eigentlich schon ewig. Ja, und jetzt also solche Sachen, Logistiklösungen und dann aber auch irgendwie Influencer und so Thoughtleader, die zu dem Thema mehr machen und auch zeigen, wie das cool ausschauen kann. Und dass sie eben dadurch irgendwie meinen eigenen Stil finden kann. Also da hat sich schon sehr, sehr viel getan.

SPEAKER_02

Und du hast dann gesagt, der Bruno hat dir geschrieben, ob du bei deinem Projekt mitmachen möchtest. Was war das für ein Projekt? Und ist das dann noch in Neuseeland gestartet oder wie war das damals?

SPEAKER_01

Ja, ich, also die erste Idee damals war eigentlich, ich glaube, er hat sie Second Brand genannt. Und also mit der Idee irgendwie, dass, ja, Secondhand hat er schon irgendwie noch, also allgemein gab es schon irgendwie noch die Ansicht, also gebrauchte Kleidung und das ist jetzt nicht irgendwie so neuwertig und also irgendwie ein bisschen das Stigma auch. Und die Idee war, Secondhand-Kleidung anzukaufen und die zu rebranden, teilweise upcyceln, reparieren und dann diese Second Brand irgendwie anbringen oder was auch immer und dann weiterverkaufen. Und da hat es gestartet eigentlich. Und die haben auch, der war damals eben in Portugal, die haben auch ein bisschen experimentiert mit dem, aber ja, also logistisches Nightmare, Secondhand-Stücke, da irgendwie zu rebranden und vor allem, also wenn man nicht aus der Modebranche kommt oder aus der Branche, ist es am Anfang schon auch schwierig. Und dann ging es eigentlich weiter, dass wir Community aufgebaut haben für Secondhand-Events und es waren dann Tausch-Events zu beginnen. Und das war dann schon, als wir beide wieder vom Auslandssemester zurückfahren. Also Auslandssemester war so ein bisschen Exploration, die Branche ist spannend, einlesen, was gibt es schon und so weiter. Also was für Probleme gibt es auch, was braucht es da noch. Und dann aber, als wir zurück waren, haben wir dann angefangen, wirklich an dem Thema zu arbeiten und haben dann ja mit sehr, sehr simplen Steps zu Beginn angefangen, einfach eine WhatsApp-Gruppe gemacht für Leute, die tauschen können. Dann das erste MVP, das dann schon viel, viel mehr in die Richtung von Uptraded gegangen ist, also das erste Startup von mir. Und ja, also es war einfach ein super lustiger Zufall, finde ich jetzt im Nachhinein, aber extrem spannender Prozess irgendwie. Also wir haben am Anfang ultra viele Ideen validiert, invalidiert und dann step-by-step eigentlich direkt aus der Uni raus mit null Arbeitserfahrung einfach mal reingestartet und versucht in dem Bereich was zu machen.

SPEAKER_02

Und das war alles quasi parallel neben der Uni und ihr habt es mal so als Projekt am Anfang gesehen oder wie mit wie viel Seriousness seid ihr damals schon reingegangen?

SPEAKER_01

Ja, ich, also ja, ich glaube schon, also wir haben es schon irgendwie ernst genommen. Und also wir mussten damals im sechsten Semester ein Praktikum machen. Und dann war die Idee, okay, wir pitchen jetzt einfach dem Rektorat, dass wir jetzt ein Start-up gründen und kein klassisches Praktikum machen. Das war zum Beginn eine bessere Herausforderung, aber ging dann im Endeffekt durch, was super, super cool war. Und das heißt ja, wir mussten halt dann Reporting machen, also wir hatten ja keine Vorgesetzten irgendwie. Und konnten dann die vier, fünf Monate nutzen, die die anderen im Praktikum verbracht haben, da zu starten. Und das war unglaublich hilfreich. Also weil man irgendwie nicht das Gefühl gehabt hat, man verpasst was oder man muss jetzt irgendwie was machen, weil jeder macht ja jetzt gerade höchstwahrscheinlich ein unbezahltes Praktikum. Also das können wir später auch noch machen. Und ich glaube, dann, wo es so wirklich irgendwie ernster worden ist, wir haben dann auch bei der Uni, beim MCI, beim Award teilgenommen, haben dann dann auch gewonnen. Und da war ein Investor in der Jury, der uns danach kontaktiert hat und irgendwie gemeint hat, das ist spannend. Und wir hatten dann unser erstes Investoren-Meeting. Und also ja, das war irgendwie alles super neu und ich kann mich bis heute noch erinnern, wie aufgeregt wir waren vor dem Essen. Ich glaube, ich habe in der Nacht nur drei Stunden geschlafen oder sowas, weil man halt so von ja, Uni und jetzt ist es ein Projekt und dann, okay, man hat den Award jetzt gewonnen und dann sitzt man aber wirklich bei einem Investor, wo es jetzt so viel, viel ernsthaft, dann ist das Ganze. Und ich glaube, das hat uns wirklich, das hat wirklich einen Stein ins Rollen gebracht. Also wir haben das Investment dann nicht bekommen, wir waren viel zu früh und das ist sonst noch viele Dinge. Aber das hat wirklich den Stein ins Rollen gebracht, dass wir selber irgendwie mehr dran geglaubt haben und gedacht haben, spannend da, also jemand anderer sieht da den Business Case darin. Wir machen da jetzt weiter. Und ja, also alles in allem, wir haben dann, oder ich war dann fünf Jahre lang nicht an Uptraded gearbeitet. Also das waren schon wichtige erste Support da eigentlich da in den ersten Monaten.

SPEAKER_02

Und wie war dann damals das Businessmodell? Also du hast vorhin gerade erzählt, ihr habt dann eigentlich eine Community für Secondhand Events aufgebaut. Aber also ich habe dich ja auch dann öfter mal Pitchen gesehen bei unterschiedlichen Events. Das hat sich ja dann ordentlich weiterentwickelt.

SPEAKER_01

Genau, also ja, wir haben zu Beginn, also wir wussten irgendwie, es gibt nicht so, oder wie wir fanden damals, dass es nicht so die richtigen Communities gibt oder Marktplätze, vor allem für jüngere Personen, um da Kleidung und auch andere Gegenstände zu tauschen oder zu verkaufen. Und der elste einfachste Schritt für uns war, Events zu veranstalten, also halt wirklich auch vor Ort zu sein, also in einem physischen Raum und dann mit den Personen zu sprechen, was sind eure Erfahrungen mit Secondhand und so weiter, also einfach so einen direkten Touchpoint mit potenziellen Kunden oder Community-Mitgliedern zu haben. Und damals, ja, wir haben das einfach for free gemacht am Anfang. Da waren jetzt auch keine großartigen Gedanken, obwohl wir alle Business studiert haben, aber das war einfach einmal so, wir wissen, wir wollen jetzt einmal eine Community haben und dann irgendwie so mehr draus lernen, finde ich, macht auch voll Sinn. Da jetzt irgendwie von Anfang an gleich meinen, das monetarisieren zu müssen, vor allem wenn es um so ein Thema geht. Und ja, und dann haben wir das weitergemacht. Dann irgendwann, also ja, für die Community gab es dann die Idee, so ein Subscription-Modell zu machen. Das ist nie richtig angenommen worden. Also das war irgendwie ein unpassendes Modell für das, was wir gemacht haben. Und dann, und das hat schon, also wir sind dann Strich durch die Rechnung gezogen, aber es war immer irgendwie gedacht, okay, online und offline. Aber es war dann die Pandemie. Und ja, dann ist der Offline-Event-Teil komplett weggefallen. Und dann war es okay, ja, passt, wir bauen jetzt eine Online-Community auf. Und das soll irgendwie ein Marktplatz sein, aber es soll eben auch irgendwie ein Raum für Austausch sein und andere Dinge. Und haben dann eben angefangen, eine Kleidertausch-App zu entwickeln. Ganz zu Beginn hat die funktioniert via Dating-App. Also wir wurden öfter das Tinder für Kleidung genannt. Man hat Kleidung hochgeladen, geswiped und gematcht und dann ausgetauscht. Und sind da im elfsten Jahr, ich glaube, also so, oder im 11. halben Jahr, wo wir das gestartet haben, haben wir über die Unis und über Netzwerke und über die bestehende Community 3000 Leute angebeutet, die dann getauscht haben und so weiter. Und ja, Marktplatz, Riesenherausforderungen, Marktplatz aufzubauen, Hut up vor jedem Founder, der, jeder Founderin, die in diesem Bereich unterwegs ist. Das ist echt, ja, also finde ich schon super, super schwierig, die Challenges am Anfang zu bewältigen. Vor allem als.

SPEAKER_02

Was sind das für euch die größten?

SPEAKER_01

Ja, also ich glaube, das ist halt, jetzt nicht, dass es unterschiedliche Schwierigkeitsgrade gibt an Arten von Startups, aber jetzt so in meiner Erfahrung und das, was ich gesehen habe, ist Marketplace schon so Premier League irgendwie, da wäre es schon gut, wenn man ein bisschen Erfahrung hat, wie man Dinge skaliert, da wäre es schon gut, wenn man InvestorInnen kennt oder schon einmal mit jemandem gesprochen hat, weil es extrem viel Kapital braucht, weil man extrem schnell skalieren muss. Ja, und die klassischen Marketplace Challenges, also Chicken and Egg, wen holt man erst da rein, wie hat man am Anfang genug Angebot oder Nachfrage. Und ja, da muss man also Vollgas reingehen. Also unglaublich viele Learnings um das Thema rum. Ich finde für das, dass wir das so gestartet haben, war es, also ich bin ultra zufrieden mit dem, wie es war. Und ja, wir haben dann eh weitergemacht, Investment aufgenommen, sind auch mit Förderungen voll unterstützt worden und haben dann die Community weiter aufgebaut und hatten dann irgendwann um die 20.000 aktiven UserInnen auf der Plattform und haben verschiedene Business-Modelle getestet, also von Transaktionsgebühr bis hin zu irgendwie B2B-Komponenten, Advertising, was auch immer, wir hatten so eine Excel-Liste mit, ich glaube, es waren 37 Ideen, die wir so validieren wollten, wie wir das auch profitabel betreiben können. Weil das, was auch oft passiert, also vor allem in dem Bereich, also ja, als Founder in dem Bereich hört man immer, das wird nicht möglich sein. Oder mir ist es echt selten passiert, dass jemand gesagt hat, coole Herausforderung, ich bin mir sicher, ihr findet es da was. Sondern es war immer so, wie macht man denn damit Geld? Das geht ja nicht, dass man damit Geld macht. Und faires Feedback, also wir haben es auch im Endeffekt dann nicht geschafft, das umzusetzen, aber wir haben schon irgendwie die Ambition gehabt, das strukturiert durchzugehen. Und nur weil der allgemeine Glaube ist, es ist unmöglich, wollte man es halt dem nachgeben. Genau, und dann haben die ganzen Ideen validiert und dann irgendwann sind wir zu einem Punkt gekommen, wo man gesagt haben, okay, also we ran out of ideas, es ist super schwierig und also ja, vielleicht gibt es andere, die irgendwie kreativer an das Ganze rangehen oder wo der Zeitpunkt besser passt oder in einem anderen Markt oder es sind so viele Komponenten rein. Und haben dann gemeinsam mit den Investoren beschlossen, dass wir den Community-Teil, der, bis die Community bis heute weiter eigentlich, also weil der immer die stärkste Komponente war in dem Ganzen, dass wir den weiterlaufen lassen, dass es irgendwie am Place gibt für die Community, aber wir wollen jetzt nicht den Marktplatz so weiter betreiben. Genau. Und in dem Prozess bin ich dann eben dann auch zum Minimester zugekommen.

SPEAKER_02

Vielleicht noch eine Frage zu Updraded, wenn du, warst du die ganze Zeit dann mit deinem Co-Founder, dem Bruno, gemeinsam in dem Business oder weil ich habe immer nur dich wahrgenommen. Und wie habt ihr euch das damals aufgeteilt? Gab es da irgendwie so Innen- und Außenminister, dass man ihn weniger wahrgenommen hat oder bist du irgendwann mal ohne ihn dann weitergezogen?

SPEAKER_01

Ja, also Co-Founder-Setups, ich glaube, vielleicht schreibe ich da irgendwann noch ein Buch drüber, wenn man Ich hatte viele verschiedene Co-Founder. Bruno and Lauren damals waren meine ersten Co-Founder. Lauren ist dann irgendwann rausgegangen, Bruno ist dann irgendwann rausgegangen, dann ist jemand neuer dazu gekommen, der ist dann auch wieder rausgegangen und dann ist wieder wer neue dazugekommen. Anders, also wenn Co-Founder auseinandergehen und schon mal miterlebt haben, das ist nicht der angenehmste Prozess. Also für mich fühlt es sich an, als hätte ich zwei oder drei Scheidungen schon gehabt in meinem Leben. Also es ist, also ja, das ist super, super schwierig. Ich, also ich bin echt, ich finde, das ist mit Abstand die schwierigste Sache, wirklich ein gutes Team zu finden. Und es ist so einfach, das so zu sagen, wir verstehen uns alles gut und wir haben andere Skillsets und so weiter. Aber ich finde, da muss man wirklich ultra ehrlich zu sich selbst sein. Und wenn man nur so die kleinste Ahnung hat, dass irgendwas nicht passt, das kommt spätestens in ein bis zwei Jahren auf. Und dann ist es super unangenehm. Vor allem, ja, wenn man halt aus so einem freundschaftlichen Kontext rausstartet, ist halt irgendwie so die, ja, hat man jetzt nicht voll die Bulletproof-Verträge und denkt sich die ganzen Szenarien durch, sondern ja, man steht dann halt da und hat gar nichts oder vielleicht irgendwie so einen Schmierzettel. Und das macht das Ganze dann noch unbequemer. Also ja, super viele Learnings in diesem Bereich. Aber ich glaube, warum man hauptsächlich mit mich wahrgenommen hat, ist, weil es viel Wechsel gab. Und ja, also weil ich schon die Rolle auch eingenommen habe, da so uptraded nach außen zu präsentieren und die anderen, meinen anderen Co-Founder mehr, das interne oder technische.

SPEAKER_02

Und wenn du jetzt sagst, du hattest da schon quasi zwei bis drei Scheidungen hinter dir, was war das, was du für dich für die Zukunft dann rausgenommen hast? Was ist für dich jetzt wichtig, wenn du eben oder war dir auch wichtig, als du bei Minimist eingestiegen bist, als du das Co-Founder-Setup angeschaut hast?

SPEAKER_01

Ja, ich finde, also mir ist bewusst worden und es ist voll schwierig, irgendwie den Tipp weiterzugeben. Es gibt, also ich habe keine so Kategorien oder irgendwie eine Checklist oder so ein reines Bauchgefühl. Und mir fiel es voll lang schwer, das zu akzeptieren, weil ich mal denke, irgendwie Bauchgefühl ist so emotional und bla bla bla. Und ich habe irgendwann dann mal gelesen oder irgendem Coaching ist es dann aufkommen, dass eigentlich das Bauchgefühl ja voll viel auf Experience basiert. Und also es gibt ja Datenpunkte und sicher gibt es irgendwie ja emotionale Bias oder was auch immer. Aber da ist auch schon extrem viel dran, wenn man da Gefühl dafür hat. Und ja, also ich merke das nach wie vor. Also ich habe beim Stefan, beim jetzigen Co-Founder, er war mir am Anfang ultra unsympathisch, das muss ich auch sagen. Also es hat am Anfang so erstmal überhaupt nicht geweibt. Und dann aber so, wo wir wirklich mehr miteinander gesprochen haben und so weiter, habe ich voll das gute Bauchgefühl gehabt. Und so, der Stefan ist einfach unglaublich toller Mensch und ich bin so happy, also mit ihm zusammenzuarbeiten. Und das Bauchgefühl war ja jetzt nicht beim ersten Eindruck in diesem Fall da, aber dann beim zweiten, dritten, vierten. Und da ist einfach so ein Grundvertrauen da, dass das passt. Und auch wenn es mal nicht mehr passt, dann bin ich mir sicher, dass man da irgendwie eine gute Lösung findet. Und genau, also keine irgendwie Checkliste oder was auch immer. Ich glaube, allgemein gesprochen, es ist hilfreich, wenn man nicht genau den gleichen Background hat und nicht irgendwie genau sich immer überall zustimmt. Ich finde es super wichtig, dass man andere Experiences hat und andere Ansichten. Und ja, ich glaube, so emotionale Intelligenz finde ich auch super wichtig. Also so Startup-Gründen ist extrem herausfordernd und man muss auch selber extrem wachsen. Und wenn man ja irgendwie dazu nicht bereit ist oder das irgendwie schwerfällt, das ist schwierig.

SPEAKER_00

Aber ja, hauptsächlich, hauptsächlich Bauchgefühl.

SPEAKER_02

Schön. Ja, ich finde einen Punkt, den du noch vorhin erwähnt hast, auch wichtig, dieses Thema schon früh einen handfesten Vertrag zu haben. Weil es ist ja, gerade wenn man so aus dem Studium das als Projekt herausgründet, quasi, da denkt man oft irgendwie nicht so wirklich dran, das wo festzuhalten oder vielleicht schon früh über sowas wie Anteile zu sprechen. Und da wird es dann oft emotional, wenn man plötzlich irgendwie da unterschiedliche Meinungen hat oder eben einer ausscheiden möchte und wie man dann damit umgeht. Und da gibt es ja auch viel, was man am Anfang nicht weiß, weil irgendwie in den ersten Entrepreneurship-Kursen lernt man meistens nicht über Vesting und über Bad Leaver, Good Leaver. Genau, da kann man einiges sich anschauen.

SPEAKER_01

Voll. Und also ich finde auch, es muss nicht von Anfang an der perfekte Vertrag sein, der dann eben auch einiges kostet, um ehrlich zu sein. Also ich verstehe das auch, warum das am Anfang nicht so gemacht wird. Aber ich denke schon allein irgendwie eben, also einfach einmal das Gespräch zu führen. Also so, wie sehen wir das eigentlich alle? Also wer erwartet sich, wie viel? Finden wir das alle fair? Das ist schon einmal super, das zu haben und also ja im Idealfall irgendwie verschriftlicht. Man kann ja immer noch drauf zurückkommen. Also so am Anfang, ja, man weiß irgendwie noch nichts von dem allen. Aber nur weil das jetzt einmal steht, wenn man mit coolen Leuten co-foundet, dann kann man da auch wieder zurückkommen und kann man sagen, okay, eigentlich sehen wir das jetzt anders und wir adjusten das jetzt wieder. Also ja, aber ultra, ultra wichtig. Also das kann ganz viel Chaos ersparen, wenn man das am Anfang macht.

SPEAKER_02

Voll und sich einfach auch schon mal darauf zu einigen, dass man sagt, hey, wir haben eine Vessing-Periode und wenn man zum Beispiel, da hat man so eine Cliff meistens drinnen, nennt man das. Und da hast du zum Beispiel die Cliff von einem Jahr und wenn du quasi innerhalb des ersten Jahres wieder das Unternehmen verlässt, dann hat man kein Recht auf Anteile und ich glaube, das kann schon mal viele Diskussionen einfacher machen. Ja. Du hast dann gesagt, nach Uptradet bist du zu Minimist. War das ein fließender Übergang? Wie ist das zustande gekommen, dass du dann Minimist als quasi Late-Co-Founder beigetreten bist?

SPEAKER_01

Eigentlich schon sehr fließend, also überraschend fließend, muss ich sagen. Also ja, es gibt jetzt nicht viele Startups im Secondhand-Tech-Bereich in Österreich, die nach Co-Founder suchen. Also das war schon irgendwie auch wieder ein lustiger Zufall, um ehrlich zu sein. Ja, und also ich kannte den Stefan von ein bisschen Entfernung. Also ja, man kennt sich irgendwie so. Wie gesagt, wir waren jetzt nie die besten Friends. Ich glaube, am Anfang war auch irgendwie mehr so das Konkurrenzgefühl da. Das war auch super spannend. Also so das erste Gespräch, das wir hatten, das war irgendwie, ja, also wenn ich jetzt zurückdenke, so lustig, weil halt beide irgendwie sehr protective irgendwie zu dem, was man macht. Und dann, genau, wo wir das dann mit den Investoren besprochen hatten, wie es mit Uptraded weitergeht, hat einer meiner Investoren, dann Charlie Kleissner, der hat dann Stefan gekannt oder bei einer Wanderung getroffen und da Charlie meinte dann irgendwie, ich soll mich, also generell, ich soll mich jetzt nochmal mit mir selber beschäftigen, ob ich schon irgendwie in dem Bereich bleiben will oder was mich irgendwie wirklich antreibt und habe das dann auch gemacht und also da echt super Unterstützung von Charlie bekommen, der dann überhaupt keinen Stress gemacht hat oder sowas. Also ja, ist jetzt für die Investoren nicht der wünschenswerte Ausgang eigentlich. Aber der war echt, also der hat mal die Zeit und den Raum gegeben und also auch alle anderen Investoren, die bei Uptraded dabei waren, mir Gedanken zu machen über das. Ja, und Charlie hat meint, es wäre spannend, wenn ich ja mal mit Stefan spriche. Irgendwie kommt ihm vor, wir haben ein ähnliches Ziel vor den Augen. Und dass er glaubt, also weil Stefans Background so in Product und Tech eher ist, dass das doch irgendwie super wäre, wenn ich mehr so Markt and Verständnis and auch so ein bisschen Founder Experience schon mitbringe. Und da haben wir dann mehr und mehr gesprochen, Stefan. Und also ja, da hat es dann auf einmal voll viel Sinn gemacht. Und also das war echt, ich glaube, wir haben da im November 2024 das erste Mal so gesprochen, wo mir es schon so bewusst war, okay, das könnte eine Option sein. Und dann, so Dezember, ist es dann wirklich schon drum gegangen, wie könnte das umgesetzt werden, potenziell. Und dann ein paar Wochen später habe ich eigentlich schon angefangen. Also ja, ich dachte damals auch irgendwie so, was machen wir überhaupt dann? Ja, aber das ist auch wieder irgendwie so viele Zufälle. Also ja, dass Charlie dann Stefan auf der Wanderung trifft und das irgendwie so, dass das sich dann alles. Also der Charlie war nicht bei Minimist auch investiert, oder? Nein, der hat also nur mitbekommen und ich glaube, der Stefan ist eben schon in Erinnerung geblieben. Ich glaube, der Stefan ist auch eine Person, die in Erinnerung bleibt, wenn man ihn trifft.

SPEAKER_00

Das glaube ich.

SPEAKER_01

Und ja, und ich glaube, das war für einen Charlie irgendwie schon, also der hat irgendwie gesehen, so, der Stefan hat Motivation, der hat für große Tech-Konzerne gearbeitet. Das ist irgendwie eine coole Founder-Personality und das wird gut passen. Aber na, der Charlie war da noch nicht bei Minimist investiert. Das war dann auch cool. Also die Investoren bei Uptraded haben dann einen Teil von ihrem Investment zurückbekommen, weil ja ziemlich viel oder ziemlich früh drüber gesprochen worden ist. Also wo, was der Stand der Firma ist irgendwie.

SPEAKER_02

Wo noch nicht das ganze Geld quasi ausgegeben war, das sie investiert haben.

SPEAKER_01

Ja, voll. Also das, ja, mir war das, das war auch ein lustiger Prozess, finde ich. Also mir, ich habe voll früh irgendwie das angesprochen. Und mir ist voll wichtig gewesen, irgendwie, vor allem mit, das waren die ASN-Unterstützer. Also die haben mir so viel ermöglicht. Also diesen Investoren, die Hauptfeld investiert haben, die werden mein Leben lang dankbar sein. Nicht, weil sie jetzt irgendwie mit mir gemeinsam uptradet erfolgreich gemacht haben, aber die haben die größte und wichtigste Learning Journey in meinem Leben ermöglicht und teilweise mitfinanziert. Und ja, und deswegen war das mit denen auch jetzt irgendwie so ein Verhältnis, wo ich gesagt habe, ich brauche jetzt nicht mir noch weiter Gehalt auszahlen, sondern das zahle ich ihnen zurück, so gut ich kann. Und dann schaut man, wie es weitergeht. Und da, also das war schon auch spannend, da habe ich auch andere, viele andere Empfehlungen bekommen. Also ich glaube im Startup, in der Startup-Bubble ist es schon gang und gäbe, dass man sagt, die Investoren, das Risikokapital passiert halt, das Geld ist weg, jetzt wird zugemacht. Und auch fair enough. Für mich hat sie es irgendwie falsch angefühlt und ja, es war jetzt auch noch nicht Millionen von Euros, die investiert wurden. Das war auch eine andere Position dann. Wie viel Investment hattest du aufgenommen? Wir hatten damals 50.000. Und genau, also das hat die Förderung dann freigeben und so weiter. Also genau.

SPEAKER_00

Das hat gehebelt. Voll, voll.

SPEAKER_01

Und ja, und die haben dann das zurückbekommen. Und das war auch eines der smartesten, also ohne mich jetzt selber da zu loben, aber irgendwie so, das hat mich auch darin bestätigt, so irgendwie dem eigenen Bauchgefühl wieder zu folgen. Also für mich hat sich das irgendwie richtig angefühlt. Und für die Investoren war das irgendwie ein super Zeichen zu sehen. Also der ist es nicht egal. Und die zahlt das zurückkommen. Ja, und alle Investoren, die bei UpTrade investiert waren, sind jetzt dann auch bei Minimist investiert und haben Investment auch erhöht oder verdoppelt oder noch mehr. Cool. Cool. Genau, also es war definitiv die richtige Entscheidung damals, ja.

SPEAKER_02

Urspannend. Okay, und dann bist du zum Minimist. Was hat dich überzeugt, auch von was einfach der Stefan mit seinen Visionen, was das Produkt, das dich überzeugt hat oder einfach die Möglichkeit, in demselben Bereich in eine neue Richtung zu innovieren, was war, was dich gecatcht hat bei Minimist?

SPEAKER_01

Ich glaube, es lag schon, ich glaube, es lag schon viel am Team. Also ja, Stefan als CEO und der, der das gestartet hat, aber auch der Rest vom Team. Also ich war super beeindruckt, was für Leute da zusammengekommen sind. Also sehr random. Also ja, wir sind jetzt mittlerweile auch noch immer sechs Leute von sechs verschiedenen Ländern. Und man wird sich irgendwie, also so, ja, sehr lustiger Haufen, aber das war damals auch schon so. Und jeder extremer Nerd in dem eigenen Bereich, aber ultra leidenschaftlich, warum auch immer, zu dem Thema Nachhaltigkeit, Secondhand, Kreislaufwirtschaft. Und ja, und es hat sich irgendwie so angefühlt, okay, das ist so die Gruppe von Nerds, mit denen ich abhängen will, und wo ich in meinem Bereich auch reinmerden kann, weil die anderen machen das auch so. Also es war schon extrem vieles Team. Also ja, schon auch die Lösung und das, was wir machen und sowas, aber mir war dann auch schon bewusst, das ändert sich so oft. Und also so, ich weiß, dass die Vision, also das ist quasi genau dieselbe, an der ich gearbeitet habe wie mit Uptraded, nur heißt jetzt anders und ist halt ein anderes Produkt, kann sich auch noch ändern. Aber so, ich weiß, dass die Vision, an der kann ich mich festhalten und ich weiß, dass das Team cool ist. Und dass ich auch beisteuern kann. Also das war damals schon klar, irgendwie für mich, wo ich gesagt habe, das ist jetzt nicht einfach nur so ein Job, wo ich halt irgendwie mich drauf bewirbe oder so irgendwas, sondern ich habe schon verstanden, auch welchen Mehrwert ich mitbringen kann. Und das war dann auch, also ja, also so irgendwie das, ich habe mich gebraucht gefühlt. Also die hätten das alleine auch machen können, aber irgendwie so, ich habe gesehen, okay, da ist so voll klar, wie wo ich irgendwie Wert beisteuern kann und das war ziemlich cool.

SPEAKER_02

Jetzt haben wir vorhin schon über die Co-Founder-Thematik kurz gesprochen, aber wie ist es, wenn man dann als Late-Co-Founder wo einsteigt? Wie stelle ich mir nochmal schwieriger vor, auch dann über Themen wie Anteile zu sprechen oder irgendwie, ihr hattet ja dann auch noch einmal einen Co-Founder, der Minimist verlassen hat. Wie war dieser Prozess für dich?

SPEAKER_01

Ja, sehr spannend. Also ja, wenn man das zum vierten Mal dann macht, dann ist es alles schon irgendwie, also ich würde jetzt nicht sagen Routine, aber es war irgendwie. Es wird ein bisschen entspannter. Ja, voll. Also es war irgendwie so, mir war das viel, viel schneller klar als irgendwie bei den ersten Malen. Also ja, erster Co-Founder, also da gibt es die unterschiedlichsten Gründe, warum das immer gepasst hat. Aber da eben das Bauchgefühl-Thema, also ja, ich bin als Late-Co-Founder reingekommen, hat mir schon Gedanken gemacht, wie, also ja, da gibt es jetzt das Bestehende und man kommt so dazu und also kommt man dann wirklich mit rein oder ist man irgendwie so das Anhängsel, was so später dazukommt. Das Gefühl habe ich dann eigentlich voll wenig gehabt, also das hat sich eigentlich in der Praxis gar nicht so gezeigt. Eine Sache, die mir schon aufgefallen ist, und das war sehr, sehr früh, dass, also ja, mit dem dritten Co-Founder, da war irgendwie so ein Hauptgefühl, okay, entweder ich passe nicht dazu, also zu dem Team, also irgendwie ich weiß, dass es mit dem Stefan passt, aber da passt irgendwas nicht, ich habe bis zu dem Zeitpunkt auch nicht sagen können, was genau es ist. Oder also die andere Person. Also irgendwas passt da nicht in der Konstellation. Und damals, ich war echt irgendwie, ich habe mir gedacht, ich habe nichts zu verlieren. Also für was soll jetzt abwarten? Ich hatte damals auch noch keinen Vertrag, gar nichts. Ich habe einfach for free für Minimus damals gearbeitet. Und habe mir gedacht, also es ist richtig bescheuert, jetzt eigentlich da das Thema aufzubringen, als neue Person da irgendwie so ein Riesenthema anzusprechen. Aber so, was soll's? Also so, was ist die Alternative? Und ja, also Stefan hat das geil voll gut aufgenommen und das war ein richtig gutes Gespräch und ja, und dann halt wieder der Prozess, wo man schaut, okay, bekommt man das irgendwie zu dritt irgendwie hin, gibt es da Möglichkeiten, bis man dann irgendwann zu dem Punkt kommen sind, wo man gesagt haben, na, das passt nicht. Und also ja, da geht es dann auch wieder um wirklich so ganz tiefgehende Werte. Also man denkt irgendwie, man spricht vom Gleichen. Aber dann irgendwie so im Verhalten sieht man, na, der einen Person ist doch das andere eigentlich wichtiger, obwohl wir eigentlich sagen, das ist wichtig und das ist unser Ziel. Aber irgendwie zeigt sich das dann im Verhalten nicht so. Und ja, und dann, also für den Stefan war das super schwierig und also auch für den Henrik damals, den CTO, also die haben auch gemeinsam gestartet und so weiter. Und das, also das ist voll der unfeine Prozess. Aber also ich, ich glaube, das ist wahrscheinlich der größte Wert, den ich beigesteuert habe bis jetzt, dass ich da dabei war, dass ich irgendwie das schon mehrmals gemacht habe, dass ich irgendwie versucht habe, da irgendwie das Chaos drumherum zu minimieren und da eine gute Lösung für alle Parteien zu finden. Und ja, und dann ist der Henrik Ende letztes Jahr ausgestiegen und einer unserer ersten Programmierer, den der Henrik damals angestellt hat, der ist jetzt der neue CTO und Co-Founder. Und jetzt passt Setup und jetzt das Bauchgefühl wirklich so, dass ich mal gedacht habe, das passt. Also mit denen gehe ich mit denen.

SPEAKER_02

Denen kann man jetzt Bäume auslassen. Oder pflanzen eher in eurem Setting. Wir sind schon recht fortgeschritten in der Zeit, aber eine Sache würde mich noch super interessieren, ihr seid eigentlich von Anfang an, nicht wie die meisten Startups, die in Österreich starten, irgendwie jetzt rein auf Österreich fokussiert gewesen, sondern habt gesehen, dieses Thema ist ein globales und du schaltest, schaltest dich gerade aus Melbourne ein, wo ihr gerade euren ersten australischen Kunden anboardet. Wie war das auch für dich, dass ihr mit Uptraded auch dich mal eher auf Österreich fokussiert gehabt? Wie seid ihr dieses Thema Internationalisierung schon so früh angegangen?

SPEAKER_01

Ich glaube, das liegt bei Minimist in der DNA sozusagen. Also Steffen war aus Neuseeland, hat in Silicon Valley gearbeitet, hat in Schweden gearbeitet, war viel unterwegs. Also das war ein Teil des Teams von Anfang an eben aus verschiedenen Ländern in Europa, aber auch von anderen Kontinenten. Und deswegen war irgendwie so die Welt unser Zuhause. Also das war jetzt irgendwie so, ah ja, wenn jemand da in Australien ist, dann kann er bei der Familie von dem vorbeischauen oder sowas. Also das war irgendwie nicht so, es ist nicht so ein Riesenthema irgendwie. Und für mich ist das aber schon voll was Neues. Also ich bin so, ich bin eigentlich, ich bin so in einem Minidorf aufgewachsen inmitten vom Wald. Also ich bin so ein richtiges Landei. Und für mich ist das schon so, also ich muss es schon sagen, für mich ist es schon so, wow, jetzt sind wir irgendwie in Australien oder so, wow, jetzt ist irgendwie, jetzt haben wir jemanden in England ongeboardet im Team. Also das ist ultra aufregend für mich. Aber ja, es wird normal, also wenn es, wenn es, glaube ich, im Teams-Setup schon so ist. Und also würde ich auch jedem empfehlen, das war das, ich sage zu allem mittlerweile, es ist das größte Learning, aber es war auch ein Riesen-Learning. Wir haben, also das war noch vor meiner Zeit eigentlich, sie haben vergeblich versucht, im Dachraum zu verkaufen. Und es wurde nicht so ganz verstanden, warum, warum man die Lösung jetzt braucht oder wieso das jetzt so viel kostet und so weiter. Und einer unserer Angestellten, damals, der Jordan, hat vorgeschlagen, dass wir in England auf die Konferenz gehen und das einfach einmal ausprobieren. Und da war direkt nach der Konferenz, also jede Person hat verstanden, was wir machen. Jede Person hat verstanden, wenn das funktioniert, was wir sagen, dann haben sie einen super Return on Investment. Und wir haben auch danach dann gleich Kunden abgesignt. Und das war irgendwie ganz, ganz, ganz was anderes. And das war so gut zu sehen. Und das würde ich echt auch raten. Also so, ja, es spielen viele Komponenten rein. Aber ich glaube, dass man echt oft da, wo man startet, hängt man irgendwie so ein bisschen fest. Und also wir wollen nach wie vor in Zukunft, und wenn der Markt ready ist bei uns, die Lösung da auch anbieten. Aber es gibt manchmal also zu gewissen Themen auch einfach andere Länder, die schon bessere Strukturen und Netzwerke haben in dem Bereich oder regulatorische Frameworks, die so Sachen erleichtern. Und dann macht es echt Sinn, finde ich früh anders zu hinschauen und vor allem im Softwarebereich. Also so, also da haltet ihr ja überhaupt nichts zurück. Und also einfach ausprobieren. Also das war super, super wichtig für uns. Ich glaube, wären wir länger oder hätten wir das damals nicht gemacht, dann wird es uns wahrscheinlich heute nicht mehr geben.

SPEAKER_02

Und wie entscheidet ihr quasi, in was für ein Land ihr als nächstes expandiert? Oder ist es generell so, dass ihr auf Opportunities drauf springt, egal in welchem Land sich das jetzt gerade ergibt. Wie geht man das an? Weil es ist ja, man muss ja irgendwie auch seine Marketing-Efforts etc. fokussieren. Es ist ja gar nicht so einfach, dann gleich einmal global zu denken.

SPEAKER_01

Voll, also es ist schon, es wirkt für mich, glaube ich, im Unternehmen schon sehr, uh, und jetzt dahin und dorthin. Aber eigentlich ist es extrem strategisch. Also so. Wir haben also den Dachraum ausprobiert, haben dann irgendwann gesehen, der Markt ist also noch nicht so ready. In Deutschland schon mehr, da gibt es auch so einen Dachverband, der unterstützt das irgendwie und da gibt es schon mehr Awareness. Da hat es in der Vergangenheit leider eine Softwarelösung geben, die nicht so gut funktioniert hat und da sind jetzt alle ein bisschen, ja, wollen sich das jetzt einmal von der Fan anschauen. Ja, genau. Und das sind Learnings, die muss man machen, indem man es einfach ausprobiert. Also das ist nicht was, was man googeln kann oder sowas. Sondern man muss die Gespräche haben und versuchen zu verkaufen und dann lernt man das. Und ja, und in England, also das war dann irgendwie, okay, da funktioniert das und da sind wir jetzt auch langsam auf, ja, wie so ein Sales-Playbook drauf kommen, das wirklich funktioniert. Was super cool zu sehen ist. Also so, man schwimmt ja einmal ein bisschen um und versucht verschiedene Sachen. Und jetzt ist zum ersten Mal so, wo wir sagen, okay, die Sales Efforts, die wir in den letzten Wochen betrieben haben, haben ein bisschen zu gut funktioniert. Also so, wir haben ein bisschen, ja, jetzt gerade erst fest irgendwie so, was machen wir mit dem Ganzen? Was ein gutes Problem ist. Aber genau, und das Playbook quasi, da haben wir uns dann angeschaut, in welchen anderen Märkten könnte das auch funktionieren. Und da gibt es verschiedene Kriterien. Also bei uns wäre das jetzt eben, dass es so einen Dachverband gibt. In the UK ist das Charity Retail Association, die bringt Charity Retailer zusammen, macht Konferenzen, Webinare und so weiter, die das machen. Es gibt die Schwesterorganisation in Australien und Neuseeland. In anderen Areas gibt es ähnliche, aber die sind ein bisschen anders strukturiert. Also ja, das ist wirklich sehr, sehr ähnlich, das Netzwerk. Dann für uns ist EBay der beste Marktplatz, mit dem wir aktuell connecten und unsere Kunden drüber verkaufen, schauen, wo Ebay-Märkte sind, wo EBay stark ist. Und dann auch schon so Local Connections und wo gibt es so Bestehende und ja, und also jetzt das mit Australien war schon auch, also es ist jetzt eine riesen Opportunity und das Fenster war mehrere Tage bis ein, zwei Wochen oder sowas, wo es jetzt die Opportunity geben hat. Und das war jetzt oder nie.

SPEAKER_02

Was für ein Glück, dass du da gerade in Singapur warst. Also wieder mal ein spannendes Momentum.

SPEAKER_01

Voll, voll. Also wieder Zufall irgendwie. Also so, ja, also jetzt die letzten Wochen, also Pressure is on, also wir spüren es schon richtig und die Tage sind lang her. Wahnsinn, aber es macht so Spaß. Und es ist irgendwie so, also man sieht einfach, dass es so funktioniert und dass wir jetzt wirklich umsetzen müssen. Und ja, halt alles jetzt irgendwie ja in einem kurzen Timeframe, aber super, super cool. Also ich liebe die Phase gerade echt.

SPEAKER_02

Und was ich ja bei euch so schön finde, ist, es ist irgendwie so dieser doppelte Impact. Weil einerseits dadurch, dass mehr, wenn mehr Leute Secondhand nutzen, eben ist natürlich hier schon mal CO2-Einsparung und die Hilfe zu einem nachhaltigen Lebensstil. Und auf der anderen Seite sind eure Kunden ja Charity-Organisationen. Das heißt, wenn die durch die Nutzung eurer Lösung mehr Geld zur Verfügung haben für ihre sozialen Projekte, ist das ja wiederum ein weiterer Impact. Also das finde ich bei euch wirklich super, super schön. Von dem her würde ich jetzt auch gern in unsere Speedround übergehen, Anna. Und zwar die Lifehacks und Learnings. Und da starten wir bitte mit deinem größten Learning. Auch Gefühl folgen, das, was ich eh schon ausgeführt habe, ja. Hast du einen Lifehack für uns? Viel Schlafen. Minimum sieben bis acht Stunden pro Tag. Kann ich unterschreiben. Seitdem ich den Aura Ring habe, sogar noch mehr. Hast du eine Buchempfehlung?

SPEAKER_01

Keine konkrete Buchempfehlung, aber Autor, also ich lese alles von School of Life. Die in einem Psychology-Bereich ziemlich viel veröffentlichen. Kein spezifisches Buch, aber alles, was School of Life veröffentlicht, finde ich großartig.

SPEAKER_00

Cool, muss ich mir mal anschauen. Hast du ein Lieblingsprodukt? Kennbar, glaube ich. Kein Secondhand-Produkt. Hast du ein Lieblingsschimpfwort für uns? Ich glaube Schweinerei, aber nur weil das meine Omache landet.

SPEAKER_02

Süß. Das ist, glaube ich, ein First. Und zum Abschluss, hast du noch einen Moonshot für uns rein nach JF Kennedy? Allein dadurch, dass du es aussprichst, wird es schon ein bisschen mehr realistisch.

SPEAKER_01

Ja, Moonshot wäre also schon Reuse-Branche. Also es gibt gerade genug Kleidung, theoretisch gesprochen, für die nächsten sechs Generationen. Also wir könnten theoretisch, theoretisch gesprochen, aufhören zu produzieren, macht man natürlich nicht. Aber mein Moonshot wäre schon, also die ganzen Sachen, die draußen sind, wieder zu verwenden und dass das wirklich, also es nicht nur als Slogan, irgendwie die erste Wahl ist, sondern dass es ganz klar einfach, easy ist und die erste Wahl Secondhand zu konsumieren, bevor irgendwas neu produziert wird.

SPEAKER_02

Hast du diese Challenge, die du dir damals gesetzt hast, bis heute durchgezogen? Oder gibt es Produkte, die du nicht Secondhand kaufst? Vor allem Kleidungsstücke jetzt gedacht?

SPEAKER_01

Also Unterwäsche, das ist so die wahrscheinlich was irgendwie rumschuht. Unterwäsche kaufe ich nicht Secondhand. Und also dann, es gibt schon so, also ich habe jetzt mittlerweile Freunde, die Fashionbrands haben und fair produzieren und von denen ich irgendwie was haben will. Oder wenn ich jetzt irgendwie Ghana war und irgendwie eine coole Designerin gesehen habe, da schon. Aber ich würde sagen, dass 80 bis 90 Prozent der Käufe Secondhand sind.

SPEAKER_02

Cool. Und ich muss sagen, du hast immer einen sehr coolen Stil, von dem her, es ist definitiv möglich. Und noch eine Prediction, bitte. Etwas, wo du dir sicher bist, dass das in den nächsten bis zu 10 Jahren auch eintritt.

SPEAKER_01

Ja, ich glaube, der Moonshot, also so ein bisschen was von dem werden wir schon sehen. Also ich glaube schon, dass es in den nächsten zehn Jahren sowas wie Amazon aber Pre-Loft gibt, wo man raufgehen kann und also was dann wirklich auch mit New Retail in Konkurrenz steht. Wahrscheinlich gemischt auch irgendwie mit neuen Produkten, die fair und gut produziert sind, zusammen. Aber ich glaube, es wäre so der erste Schritt dahin.

SPEAKER_02

Superschön. Vielen Dank, Anna, für deine Zeit. War wirklich sehr, sehr spannend und inspirierend. Von dem her auch danke euch da draußen und bis zum nächsten Mal.