Future Weekly

#525 - WM Streaming Wars, Europe 2031 & USA dreht Fable ab

Daniel Cronin & Markus Raunig Episode 525

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👀 WM Streaming Wars

👻 Europe 2031

🌀 USA dreht Fable für Rest der Welt ab

🏄‍♂️ SpaceX IPO bricht Rekorde

🐈 Le Chaton Fat

🎸 Rockstar: David Reger & Team

Production: Hanna Moser

Musik (Intro/Outro): www.sebastianegger.com

Daniel

Einen wunderschönen guten Morgen, guten Mittag, guten Abend und gute Nacht und herzlich willkommen zum Future Weekly, dem altgedientesten Startup-Podcast, seitdem es Telegrafen gibt. Ich bin wieder mal da und mein Name ist Daniel. Und immer am Start ist der Markus. So gut wie immer, müsste man ja sagen, aber eigentlich ja. Wir reden heute über Fußball, Europa, Fable 5, SpaceX und eine richtig fette Katze. Ein bisschen Roboter. Und dazwischen gibt es alles das, was du in den letzten Tagen vermisstest. So, auf los geht's los. Es geht los mit den News. Und eigentlich sind ja so die News, dass ich wieder mal da bin. Freue mich, hab dich ja richtig vermisst, du.

Markus

Ja, ja, same her.

Daniel

Warst du mal wieder viel unterwegs in der Welt, gell? Du richtig danke. Ich habe keine Ahnung, wenn ich das letzte Mal da war. Das ist echt wild. Aber irgendwie über der Juni so weiß ich nicht. Da war einfach richtig viel los. Aber was soll's. Time flies when you're having fun, glaube ich. Aber ja, ich bin, es war irgendwie so alles dabei, aber so viele Reisen und so viel auch so spontane Veränderungen, dass ich wirklich so einen Moment hatte. Ich weiß nicht, ob du das kennst, dass du morgens in einem Hotel aufwachst und denkst, wo bin ich jetzt eigentlich? Aber nicht, weil man gesoffen hat, sondern einfach, weil man so. Ich trinke ja nicht, weil man einfach so viel auf Reisen ist und welche Stadt ist das jetzt? Kennst du das?

Markus

Nein, das ist mir noch nie passiert, Daniel.

Daniel

Ja, nee, das war irgendwie so ein kurzer Moment, das ist mir auch noch nicht passiert. Aber es war einfach so ein bisschen, ein bisschen schräg. Und dann hatte ich noch denselben Effekt irgendwie mit irgendeinem Flughafen, weil ich hatte unglaublich viele Flüge innerhalb von Deutschland. Und ich mir gedacht, welcher Flughafen ist das jetzt? Den kenne ich doch, weiß ich nicht. Und die schauen ja ohnehin alle gleich aus. Und ich hatte meinen ersten Flug, der annulliert wurde, was auch irgendwie komplett neu ist. Aber lass uns über das Wesentliche reden. Es ist Mittwoch, wo wir aufnehmen, es ist 9.23 Uhr. Markus, wie geht's dir? Mir geht's gut.

Markus

Es ist Juni, dementsprechend geht in zwei Wochen die Welt unter und es ist sehr dicht, aber es ist alles okay.

Daniel

Was hast denn du zwischen 6 und sagen wir 8.30 Uhr gemacht? Ich habe teilweise noch geschlafen. Du hast geschlafen?

Markus

Ja. Du hast kein Fußball geschaut? Ich habe erst zur zweiten Halbzeit Fußball geschaut.

Daniel

Was ist denn da los? Ich hedacht, du warst schon um 5.30 Uhr wach und hast irgendeinen Fußballgott angebetet, Räucherkerzen. Irgendwie so?

Markus

Nein, ich habe ob sowieso schon viel zu tun beschlossen, die Vorrunde werde ich die Nachtspiele oder besonders die Frühmorgenspiele eher ignorieren.

Daniel

Ist das so? Meinst du ja, du schaust Österreich erst ab dem Finale zu?

Markus

Das Finale wäre ein Stretch, aber nachdem es ja, weiß ich, wie viele Teams es mittlerweile gibt, bei dieser WMS ja die Vorrunde schon etwas entwertet und dementsprechend ja, zumindest persönlich für mich, nicht wert, den sowieso schon knappen Schlaf jetzt aktuell zu opfern. Ich glaube, das wird sich schon ändern, wenn es dann tatsächlich spannend wird.

Daniel

Es ist ja alles eine Frage der Perspektive. Ich hatte so einer dieser surrealen Momente. Ich habe dir auch, glaube ich, ein Foto geschickt von dort, ich war letzte Woche zufällig am DFB-Campus. So einer dieser Dinge, die man erlebt. Und das hatte es mit einer Google-Veranstaltung zu tun. Und der CEO von Google Cloud Dach hat dort eröffnet. Und der ist aus Italien. Und der sieht natürlich die Situation etwas anders, weil Italien scheinbar die letzten drei Mal es nicht geschafft hat, sich zu qualifizieren. Und du siehst das halt entspannt, dass Österreich jetzt dabei ist und du sagst, nö, das ist halt völlig normal. Also die Italiener kotzen gerade in die Ecke.

Markus

Ja, wahrscheinlich. Ich habe einfach großes Vertrauen in unser Team und deswegen ist das jetzt noch nicht so wichtig.

Daniel

Stark. Also ich habe, weißt du, Fußball und ich, das ist nicht so nicht so das Ding, aber ich genieße es, meiner Frau zuzusehen, die völlig begeistert ist für Österreich, auf Kolumbien total aufgeregt ist und total dahinter ist und mein Sohn scheint das jetzt auch ganz gut zu finden. Wenig Vertrauen habe ich in ORF On. Die haben natürlich gleich ab der zweiten Halbzeit entschieden, sie machen da nicht mit. Aber gut zu sehen, dass Join es dann zumindest hinbekommen hat. Wie hast du es gemacht, richtig klassisch Fernsehen?

Markus

Also ich habe kein terrestrisches Fernsehen mehr, ich habe halt einen Apple TV und auch da finde ich es grundsätzlich nervig, weil die Simply TV-App crasht bei mir ständig. Und Join hat keinen Servus TV, wenn die WM ist. Das heißt, da muss man wieder sechs verschiedene Apps haben. Also das hätten sie sich schon irgendwie besser ausreden können. Und ich verstehe schon, dass das Service TV das dann nur in der eigenen App zeigt, weil dort können sie sechs Werbespots zeigen, bevor sie überhaupt den Stream starten. Aber ja, also User-Friendliness schaut anders aus. Ist das erste Mal seit einem Jahr, dass ich mir wieder gewünscht hätte, dass ich einfach den Fernseher andrehe und das Ding läuft und mich nicht drum quälen muss mit irgendwelchen Streaming-Apps.

Daniel

Es ist genauso wie, wir haben auch kein terrestrisches Fernsehen mehr, wir sind auch seit über einem Jahr in dieser Wohnung und das ist nie ein Thema. Und so mit Formel 1, ja kann man mal eben ein bisschen streamen, aber jetzt ist es auch was. Das Witzige ist, wir haben mittlerweile so viele Apps dadurch am Fernseher, dass ich mir gedacht habe, man stelle sich vor, man würde sowas erfinden, wie so, dass man nur einen Knopf drücken müsste und dann wäre man bei der App und man hätte eine Fernbedienung erfunden. Das heißt, man hat schon wieder so viele Apps, wie man früher Sender hatte. Ja. Und weißt du, die alte Internetweisheit bundle, unbundle, bundle, unbundle. Wir sind in dieser Welt des unfassbaren Unbundlings gerade. Aber schon sehr, sehr, sehr lange und ich erwarte mir eigentlich seit fünf Jahren, dass da irgendjemand kommt und irgendwas so on top setzt. Aber ja, ja.

Markus

Und ich finde tatsächlich in dem Fall, den Apple TV, der hat großartige Vorteile, zum Beispiel, dass man da halt einfach so Videocalls über den Fernseher machen kann, das ist schon sehr cool. Und auch, dass man das denn quasi den Fernseher, das man mit dem Handy strahlen kann, das manchmal auch praktisch, wenn die Handys gerade irgendwo, oder wenn die Fernsteuerungen gerade irgendwo oben liegen, damit der Kleine nicht drankommt. Aber vielleicht sind die österreichischen Entwickler auch so schlecht, aber wie oft dieses Ding irgendwie hängen bleibt oder ewig lang lädt, finde ich nicht die klassische Apple-Qualität.

Daniel

Nee, nee, nee, sehe ich auch so. Aber ja, weiß ich nicht. Ich bin gespannt, wie es so im Laufe der WM ist, wie man sich so an diese Apps gewöhnt und wie auch die Apps gerade die heimischen Anbieter mit der Herausforderung auch wachsen. Wie gesagt, ORF-On hat einfach schlichtweg nicht funktioniert ab der zweiten Halbzeit. Weder am Samsung-TV noch am iPhone noch am iPad. Habe ich kurz auf Ex mal vorbeigeschaut, da haben auch eine Reihe von Menschen ihren Unmut geäußert. Ich weiß aber, wie es bei Ex ist, da schaue ich dann immer ungern rein, weil der dritte Kommentar ist dann schon wieder irgendwas absolut grausam Rassistisches und das ist wieder bei irgendeinem Video, das man nicht sehen will und ich sage, warum habe ich diesen Scheiß überhaupt aufgemacht? Aber gut, es ist, wie es ist. Aber ja, ich meine, es ist manchmal auch so ein bisschen so ein Vorbote, wenn man sich das Thema Tech anschaut und sagt, ja, warum warum muss man da eigentlich überall mitschwimmen? Warum kann man das nicht besser machen? Und manchmal fehlt ja den Menschen so ein bisschen die Abstraktionsfähigkeit, wie denn eine Welt aussehen könnte, wenn man nicht dann irgendwann so ein bisschen Gas gibt. Und da hat jemand so ganz, ganz stark viel Abstraktionsfähigkeit hineingegeben und auch was geschrieben. Und es heißt Europe 2031. Erzähl uns mal, wer das geschrieben hat und warum das so signifikant ist.

Markus

Also das hat eine Gruppe rund um die Arc Foundation geschrieben, gemeinsam auch mit der Judith Dada, einer der bekanntesten Investorinnen Deutschlands. Und die haben, wie du schon ein bisschen eingedeutet hast, greifbar gemacht, was es heißt, wenn Europa das Erinnern um die AI komplett verliert. Und da muss man ganz klar sagen, sind wir durchaus Richtung Stack. Und die spielen halt ein Szenario durch, was in den nächsten fünf Jahren passiert. Einerseits spielen sie so kurz die letzten zwölf Monate durch, und dann das, was halt jetzt perspektivisch passieren würde, wenn dieses neue Space Race zwischen den USA und den China und den Chinesen so sich entwickelt, wie sich das aktuell andeutet, und dass dort halt einfach eine Ressourcenschlacht erfolgt, mit immer mehr Leverage für diese beiden Player und Europa dann halt dazwischen nach und nach untergeht, beziehungsweise seine Unabhängigkeit verliert und dann irgendwann dazu genötigt wird, sich einer dieser Fraktionen anzuschließen, weil man sonst einfach ökonomisch nicht mehr mithalten kann und dadurch aber halt man auch nicht imstande ist, seine Werte und auch seine Unabhängigkeit zu verteidigen. Und es ist relativ detailliert, also durchaus, ich glaube, es ist eine einstündige Podcast-Episode, auch wenn man das nicht lesen will. Und vom Setup dreht sich halt vieles darum, was passiert, wenn dann einmal der Leverage, den dann zum Beispiel die Amerikaner oder die Chinesen haben, wenn der ausgespielt wird. Weil aktuell hat Europa schon eine Trumpfkarte, die aber alleine nicht viel hilft. Aber wir haben ja ein Unternehmen, was weltweit wirklich eine zentrale Rolle spielt. Das ist ESML. Das sitzt in den Niederlanden und die sind einfach in der Chip-Manufaktur, also an der Ende der Produktion von Chip-Maschinen sind die ziemlich einzigartig. Und da wird dann halt früher oder später die Daumenschrauben eingesetzt werden und gesagt, okay, wer hat dann von diesen zwei Playern den Zugriff darauf und da wird alles gemacht, um diesen Zugriff zu sichern. Und irgendwann kommst du dann unter die Räder. Und man muss sagen, bei diesem ganzen Ding ist ein Szenario, who knows, was dann tatsächlich passiert, aber einerseits, was sie sehr gut gemacht haben, ist, wird der durchgreifbar. Weil das ist schon, wir reden ja schon lange über digitale Souveränität und dass wir da nicht den Anschluss verlieren können. Aber da mal wirklich aufzuzeigen, hypothetisch, was bedeutet das dann wirklich, das glaube ich, ist in einer Policy-Perspektive sehr wichtig. Weil Armen Politiker sind auch Menschen und die kann man genauso mit Geschichten abholen wie uns alle. Und das zweite ist, das ist vom Timing ein ziemlich war. Wir sprechen danach eher noch drüber, es ist, aber einen Tag, nachdem das veröffentlicht wurde, kam dann die News, dass die USA das neueste Anthropic-Modell nur mehr für Amerikaner zugänglich machen. Das ist dann gar nicht mehr zugänglich, aber es hat halt das Ganze total befeuert, weil eine der zentralen Thesen dann sofort sofort greifbar geworden ist.

Daniel

Lass uns mal auf der Seite anfangen und dann wieder zum anderen springen. Das Lustige war, ich hatte Fable 5 gerade diese 36 Stunden, die zwar intensivst genutzt und mit größter Begeisterung benutzt, weil es genauso dieses Add-on noch hatte, was ich für die Art und Weise, wie ich gerne arbeite, gefehlt hat. Und ich bin wirklich morgens zu meinem Rechner wieder gegangen, weil ich gedacht habe, geil, let's go on, hatte mir ein schönes Dashboard gebaut, es geht ja gerade um so ein Outreach-Fet, was ich mache. Und plötzlich steht genau das. Und ich gemacht, holy fuck. Und in dem Sinne, mehr oder minder, während ich da so rumgebrowst habe, was das denn sein kann, ist mir der Artikel dann auch untergekommen. Und ja, ich meine, es ist genau so wie es ist. Und dass die US-Regierung sagt, nee, das ist für niemanden, der nicht US-Bürger ist, okay. Ich meine, gut, dass Antrophic dann sagt, okay, wir drehen es dann für alle ab, weil wir können ja sowieso nicht differenzieren. Aber kurzfristig war dann auch das Gefühl, die ersten Stunden, wo das noch nicht so ganz klar war, hatte ich das Gefühl, okay, wow, da machen die uns richtig so zu zwei, zu zwei Tiers, sozusagen die US und der Rest. Und das ist genau das, was super einfach passieren kann und auch wird. Und ich muss auch dazu sagen, ich habe sehr viel drüber nachgedacht. Ich wünsche mir so sehr, dass wir es hinkriegen, aber wenn ich wetten müsste, was ich nie tue, ich bin kein Mensch, der gerne wettet, ich glaube nicht, dass wir es bis dahin gebacken kriegen, weil das Problem ist, dass die Personen, die in Entscheidungsposition sind, einfach sehr drastische Entscheidungen treffen müssten. Und unser System das schlichtweg nicht zulässt. Und ich sehe da niemanden weit anderes, die den Mut hätten, tatsächlich mal diese Reformen durchzusetzen, die notwendig waren für eine Welt, die auf AI vorbereitet is. Und das ist natürlich brutal schade. Was muss ich dazu sagen? Man muss auch context. Was habe ich in the letzten Wochen gemacht? One of the things that I gemacht habe ist die Tech von Handelsblatt moderiert, wo eben Leute wie Black Forest Lab CEO waren, wo der Androulis and Konsorten sind. And they have eben denselben Sentiment. They are, wo eine Judith Dada, glaube ich, letztes Jahr auch vor Ort war. Und wenn man mit denen spricht, sind die alle, ja, ja, wir wissen und wir sollten, aber und es ist natürlich relativ schwierig, dann noch immer diese positive Perspektive zu haben. Es ist aber so ein Autounfall, den man in Zeitlupe zuschaut. Und den letzten Gedanken, den ich habe, ist, ich bin leider auch überzeugt, dass es unsere Bobble schlichtweg nicht verlässt. Also diese, dieser, dieser, diese, diese. Diese Message verlässt die Bubble nicht, und wenn es die Bubble nicht verlässt, wird es nicht die Notwendigkeit und dem politischen Druck haben, den jetzt haben müsste. Und das ist natürlich das Problem für mich.

Markus

Wobei, ich glaube jetzt schon die Kombination aus dem, was jetzt mit Antropic passiert is, und auch dem Bericht, der jetzt schon viel in Policy Maker-Kreise rein gestrahlt hat. Ich glaube, diese These had unsere Bubble schon verlassen. It is eher eine Schockstarre, was man tun kann, und halt eine natürliche, kulturelle Prägung auch in Europa, dass man sehr vorsichtig mit drastischen Aktionen ist. Halt auch geprägt durch die Vergangenheit von Europa, muss man ganz klar sagen.

Daniel

Muss ich nur ganz kurz einhaken, du hast komplett recht mit dem drastischen, aber ich glaube, man muss das drastische reframen. Es geht ja nicht um drastisch, aber es geht um flexibel. Und wir müssen uns einfach einigen, dass die Art, wie Dinge sich heutzutage verändern, ob es technologisch oder auch geopolitisch ist, musst du ein System bauen, das schnell auf Veränderung reagieren kann. Und wir haben allerdings innerhalb der Europäischen Union ein System, das sowas von dermaßen rigide ist und wo Entscheidungsträger und Trägerinnen so dermaßen rigide sind. Und der Punkt ist, dieser Sicherheitsmechanismus, der ist, ich glaube, den muss man im Kontext seiner Zeit sehen. Der war ein Schutzmechanismus zu der Zeit, als er implementiert wurde, aber jetzt ist er, finde ich, ein viel größeres Risiko, als er Schutzmechanismus ist. Weil es ist. Mir fehlt halt so ein bisschen so die Analogie. Es ist wie wenn du etwas baust für einen jungen sportlichen Menschen und jetzt ist dieser Mensch alt und tatrig geworden und das, was einmal gut war, ist jetzt nicht mehr gut. Ich kann es dir gar nicht so genau sagen, welches Bild ich da probiert zu zeichnen, aber es ist einfach ein. Und ich habe eben das Gefühl, dass auch diejenigen, die dort sind, ich glaube nicht, dass eine Ursula von der Leyen ansatzweise begreift, was da für ein Risiko ist. Ich bin absolut überzeugt davon, dass sie Nüsse Ahnung hat. Und das ist auch nicht, ganz ehrlich, wäre das top of the agenda und würde sie begreifen, was das bedeutet, hätte sie längst sofort ein Statement geben müssen, hätte sofort was passieren müssen, auch für eine Bevölkerung sichtbar. Und was ist? Es ist Mittwoch, gab es irgendein Statement, irgendeine Aussage? Nix.

Markus

Bild mir ein. Meine These wäre, dass die Leyen und wahrscheinlich auch der Großteil der Kommissaren und Vizepräsidenten in der Europäischen sehr wohl top of mind haben, und dass das wahrscheinlich sogar einer ihrer absolut größten thematischen Schwerpunkte aktuell sind. Was eher das Problem ist, ist, dass dort, wo die Entscheidungen dann wirklich getroffen werden, nämlich auf Level der Regierungschefs, dass es dort nicht präsent genug ist, weil die Regierungschefs sich in erster Linie mit sich und den Problemen der Innenpolitik beschäftigen, weil dort gewinnt man Wahlen, während die Ursula von allein muss ja nicht einmal direkt Wahlen gewinnen. Deswegen ist die Europäische Kommission bei all diesen Themen viel fortschrittlicher als die ganzen Nationalstaaten, die auch mit dem Draghi-Report und Kunsier. Auf EU-Ebene sind wir da viel weiter als in quasi allen Nationalstaaten. Frankreich mit Macron vielleicht die eine Ausnahme, aber der hat auch massiv zu kämpfen als eine Folge davon. Also, das ist einfach ein systemisches Problem, wo ich sage, das kommt einfach aus dem Background, dass die EU-Kommission oder die EU als solches entstanden ist. Es ist immer noch ein Zusammenschluss von Nationalstaaten, wo die Macht immer noch bei den Nationalstaaten liegt. Und es gab in der Vergangenheit natürlich Ambitionen, das zu stärker zu vereinheitlichen, stärker auch, sage ich einmal, eine gemeinsame Identität, einen gemeinsamen Block auch zu schaffen. Und da sind dann halt auch viele Nationalstaaten dagegen gewesen, weil die kulturelle Identität in Europa halt oft noch keine gemeinsame ist, weil populistische Kräfte sich dagegen gewehrt haben. Und es ist auch schwierig, es auch aktuell das den Menschen zu verkaufen, so wie halt auch KI mehr und mehr negativ behaftet ist in der Breite. Dass man jetzt sagt, damit wir in KI, damit wir technologisch mithalten können, sind wir jetzt nicht mehr Österreicher, sondern Europäer. Da wirst du ja auch in Österreich keine Mehrheit dafür finden. Und das ist, glaube ich, eigentlich das, was es bräuchte, starke, stärkere Politiker in den Nationalstaaten, die bereit sind, die eigene Macht aufzugeben, die imstande sind, ihrer eigenen Bevölkerung zu erzählen, hey, der einzige Weg, wie wir unsere Identität weiter auch verteidigen können und weiter unsere Werte verteidigen kann, ist, indem wir uns da stärker zusammenschließen und alle gemeinsam Europäer werden. Und dann natürlich massiv investieren in Compute und die Lieferkette dahinter, also Energie, Halbleiter, Rechenzentren. Da muss man Trade-offs machen und muss sagen, es gibt, es könnten auch spezifische Wirtschaftszonen sein, wo man halt dann Fast-Track, Regularien aufweicht, um spezifisch dort einfach jetzt Vollgas zu geben. Und ja, wahrscheinlich dann sehr stark auch die Stärken, die wir haben in der Robotik, in der Industrial KI, wir haben ja auch über EMI gesprochen vor ein paar Wochen, darauf aufbauen und diese Vision ganz stark verkaufen und diese Zukunftsvision. Und da gebe ich dir leider recht. Also ich sehe in ganz wenigen Nationalstaaten aktuell die Entwicklung, dass es einerseits Politiker gibt, die imstande dazu sind, die Bevölkerung da mitzunehmen und andererseits auch das Know-how, das Verständnis davon haben, beziehungsweise auch den Horizont. Weil das ist, wie gesagt, die sind ganz stark auf der Mikroebene in der Innenpolitik unterwegs und beschäftigen sich, weil das ist das, was sie von ihren Leuten hören. Politiker sind ja oft auch, die haben sehr starke Resonanz und spüren, was in der Bevölkerung passiert. Dort ist das überhaupt kein Thema. Da geht es darum halt, mit wem die eigenen Kinder in die Schule gehen und solche Themen. Das sind die Probleme der Leute und den Politiker von da auf die Ebene zu bekommen, was passiert in fünf Jahren und was strahlt dann natürlich, damit hängt ja unser Wohlstand zusammen und damit eben auch die Mikroprobleme. Aber diese Brücke, die wird nicht gemacht.

Daniel

Also so ein paar Gedanken dazu. Was mir sehr geblieben ist bei dieser Einkonferenz, die ich gerade erwähnt habe, der Tech, ich kann mich nicht erinnern, wer das war, aber einer der herausragenden Speaker, Unternehmer, europäischer Unternehmer, Milliarden, Exit, Name fällt mir gerade nicht ein, hat eine Aussage gemacht, die hammerhart war. Und du hast gemerkt, Also Publikum waren eine Reihe von Minister, DAC-CEOs, also quasi Deutschlands wirtschaftliche Elite, muss man mal so sagen. Und er hat gesagt, es gibt ein Problem. Er hat gesagt, es gibt kein Europa. Und du hast gespürt, wie der ganze Raum so ein bisschen gesagt, es gibt kein Wir in Europa per se. Es gibt es am Papier, aber es gibt nicht uns als Gefüge. Und das ist so ein bisschen, weil immer die Leute gesprochen haben, wir in Europa, wir in Europa haben gesagt, es gibt kein Wir in Europa. In Wahrheit sind es halt Österreich, Deutschland, you name it. Und all die ganzen 27 verschiedenen Richtungen. Und das ist halt das große Problem, dass es diese geschlossene Einheit schlichtweg nicht gibt. Und solange es das gibt, ist es eigentlich ein Debattierclub. Und das ist das, was Soweit tut. Den letzten Teil mit dem Debattierclub ist mein Senf dazu. Und das ist natürlich extrem tragisch. Sind wir uns ehrlich, 2031, das ist morgen. Das ist morgen. Das ist so gut wie erreicht. Und da braucht man sehr, sehr, sehr drastische, sehr mutige Entscheidungen. Und was meines Erachtens nach wie vor fehlt, und das ist noch immer mein Resümee, ist die Fähigkeit, eben Geschichten zu erzählen, Menschen Geschichten zu erzählen, die sie mitreißen. Das Lustige ist, ich denke mir immer, es kann man natürlich sagen, ja, hier, du machst ja so viel mit Storytelling und Pitching. Aber das Lustige ist, es ist da ein grundlegendes kulturelles Problem, das wir haben, weil es ist ja nicht, dass es uns fehlt, eine Geschichte zu erzählen. Das ist ja in einer Stunde beigebracht, das ist ja easy. Oder an 30 Minuten oder an 10 Minuten. Aber es ist so ein bisschen so dieses, dass man von klein auf an darauf erzogen wird, faktisch zu sein, dass man erzogen wird, bescheiden zu sein. Das sind auch beides sehr, sehr wichtige Faktoren. Aber dass dadurch auch manchmal fehlt, eine Geschichte zu erzählen, die sich vielleicht noch nicht beweitet hat. Eine Geschichte, die vielleicht ein bisschen mitreißend ist, eine Geschichte, die emotionalisierender ist, weil man eben mal möchte bei den Fakten bleiben. Und solange man noch nicht die Fakten am Tisch hat, spricht man nicht drüber. Auch das ist völlig nachvollziehbar auf einer gewissen Ebene. Aber man muss ja gerade bei KI über Szenarien sprechen, die wahrscheinlich eintreffen werden, aber noch nicht eingetroffen sind. Und dann muss man aber die Effekte davon beschreiben. Und diese Effekte sind Sachen, die Menschen in der Form noch gar nicht sehen. Ich habe gestern, vorgestern was Interessantes gehört, da ging es in einem Podcast um Drohnen, KI und das Militär. Und da war die Aussage, dass das Militär wahrscheinlich den größten Veränderungsprozess aller Zeiten gerade hat durch diese Dinge. Nur sehen die das noch nicht. Was heißt das? Das ist ein witziges Beispiel. Denk mal an eine Luftwaffe. Brauchst du eine Luftwaffe in Zeiten von Drohnen? Wahrscheinlich nicht mehr. Brauchst du Flugzeugträger in Zeiten von Drohnen? Also ein riesiges Schiff, auf dem 30, 40 ganz, ganz, ganz teure Kampfstätts sind mit hoch ausgebildeten Leuten, tausende Menschen drumherum, die monatelang drauf rumschippern. Also eigentlich, vielleicht heute noch, aber morgen wahrscheinlich auch nicht mehr. Scharfschützen, da gibt es verschiedenste Formationen, die mittlerweile schon aufgelöst wurden, wo man sagt, braucht man doch gar nicht mehr, kannst du ja mit Drohnen machen. Und worauf ich aber hinausfülle, ist, das sind so Dinge, wenn man aber drüber nachdenkt, was das bedeuten würde für diese Struktur, was es bedeuten würde für Hierarchien, was es bedeuten würde für Rüstungskonzerne, was es bedeuten würde für Ausbildungswege, was es bedeuten würde für vielleicht auch für Kindheitsträume. Top Gun zum Beispiel. Ganz ehrlich, wenn du in zehn Jahren Top Gun schaust, ist das irgendwas wie, wenn du heutzutage einen Film über die Kavallerie sehen würdest, würde sagen, oh, das war sicher früher aufregend. Aber so dieses Bild, dass da dann jemand da mit seinem Kampfflugzeug auf dem Schiff, nee, nee, nee, das wird es vielleicht gar nicht mehr geben. Das weiß aber noch keiner. Aber wenn du es so einfach so bei diesen Zahlendaten und Fakten betrachtest, dann ist das sehr naheliegend. Warum nehme ich dieses Beispiel? Das ist ein isoliertes Beispiel, ein naheliegendes Beispiel, weil wir es ja gerade in der Ukraine sehen, was es bedeutet und wie andere Armeen darauf nicht reagieren. Und das hast du aber genauso in unserer Gesellschaft, was das Thema KI betrifft und alle möglichen Technologien. Worauf ich hinaus will, ist, uns fehlt noch komplett die Fantasie zu begreifen, wie tief die Veränderung sein wird, die ist jetzt nicht gut oder schlecht, nur da wird eine ganze Menge auf uns zukommen und auf das muss man reagieren können. Schnell reagieren können, weil immer wieder neue Technologien kommen. Und da werden auch irgendwann Entscheidungen getroffen werden müssen, die man nicht treffen kann. Weil da irgendwo steht, laut den und den Gesetzmäßigkeiten darf man das und das nicht abschaffen oder darf man die und die Leute nicht kündigen, weil sie unkündbar sind. Alles völlig richtig, aber stell dir vor, du müsstest dann bestimmte Jobs einfach 10, 15, 20 Jahre weiterlaufen lassen, weil sie unkündbar sind. Und dann gibt es Gewerkschaften, die sagen, nee, wir können nicht aufhören, das zu unterrichten, weil das haben wir schon immer so gemacht. Und worauf ich mir den Ausfälle, letzter Gedanke, man stelle sich vor, man hätte die Weitsicht, jetzt eine Art Planungsgruppe einzurichten mit verschiedensten Personen und jetzt schon parallel Beginn so etwas vorzubereiten und aufzubauen, auf das man dann schnell reagieren könnte und es schon zu testen und zu machen. Das wäre ja so naheliegend. Weißt du, was ich meine? Man könnte es auch so proaktiv gestalten und nicht drauf reagieren.

Markus

Muss man, ich weiß halt nicht, ob eine Planung, weil Planungsgruppen zu dem Thema gibt es ja viele und die sind auch alle, also haben ja auch super Output teilweise hervorgebracht. Es mangelt halt wirklich an den Umsetzern an. Dann war es das falsche Wort. Du weißt, was ich aber meine, oder? Du bist ein europäisches Doge, was hoffentlich effektiver ist oder einen Sturznegger, so wie in Argentinien.

Daniel

Nein, nein, ich will es nicht. Aber man muss ja zu der Entscheidung kommen, zu der Erkenntnis kommen, dass es anders gar nicht mehr geht. Bleiben wir doch bei dem Rüstungsthema. Wenn du dir anschaust, wie viele Jahre im Vorsaug, wenn man ein Kampfflugzeug bestellt wird und wie lange die dann bei einer Armee bleiben und wie lange Mechaniker, Mechanikerinnen, Zulieferketten, bla bla bla ausgebildet werden, das ist ja nicht schlimm. Aber der Punkt ist, würde man jetzt sagen, ja geil, aber in fünf Jahren brauchen wir die wahrscheinlich nicht mehr. Man würde man würde sagen, aber wir haben die schon bis 2035 bezahlt und bestellt und für 2040 haben wir schon den Tanker vorbestellt und die Ausbildungskohorten von den jungen Offizieren und Offizieren, die laufen, das kann man jetzt nicht abdrehen. Irgendwann, vielleicht ist es ja auch ein anderes Beispiel, vielleicht ist es die Gärtnerinnung oder ich habe keine Ahnung was. Aber irgendwann wird der Moment kommen, wo diese rollende Maschine, dieses Fließband, wenn wir es mal so nennen, von jemandem gestoppt werden muss, weil man irgendwann sagen muss, der Output, der da kommt, den braucht man nicht mehr. Das System ist aber so, es muss laufen, weil sonst funktioniert es nicht.

Markus

Ja. Du hast vollkommen rein. Und das ist für mich auch wirklich das Learning der letzten zehn Jahre. Meine Befürchtung ist, dieses System, dieses dahin rollende Ding, rollt so lange, bis das Kartenhaus komplett input ist. Genau. Da muss man so viel machen. Die Resistenz des Systems, und man muss auch sagen, schon auch die Resilienz und das Wirtschaftssystem, also das ist sicher auch das, was dazu beitragt. Diese ganzen großen Krisen der letzten Jahre. Ja, durch die Inflation ist es beim Einzelnen schon angekommen. Aber sonst ist jetzt auch wieder Ölpreis, da gab es das Thema Straße von Hormus, was es für Horrorgeschichten gibt bezüglich Helium und so weiter. Das ist natürlich alles nicht zum Tisch, kann alles noch kommen. Aber grundsätzlich ist es wieder so, dass eigentlich irgendwie es geschafft wurde, das relativ gut abzufedern. Ja, du merkst es bei den Preisen, ähnlich wie du halt die Folgen von Corona dann bei den Preisen gemerkt. Aber unser Wirtschaftssystem hat einfach die Fähigkeit, sehr viel so durchsickern zu lassen. Und natürlich, damit baut sich auch irgendwie der Druck in einer Blase auf und irgendwann platzt das, aber ich glaube, da ist tatsächlich noch Platz. Und ich glaube, eine Befürchtung ist, dass das halt wirklich, dass es so lange vor sich hin sieht, bis es dann halt wirklich tatsächlich zu spät ist und dann sehr drastisch wird.

Daniel

Und du siehst ja jetzt schon, du siehst ja jetzt schon an allen Ecken und Enden die Anzeichen dafür, dass es schon irgendwo ein bisschen knarzt und bricht und biegt und dass bestimmte Systeme am Limit sind. Und dass es schade, ob das politische Parteien sind, ob es Bildungssysteme sind, ob es schau dir Deutschland an, wo Brücken einstürzen und Zuge nie ankommen. Das ist schon, was ich sagen will, ist, das sind ja keine Vorbote. Das sind ja im Prinzip schon ganz klare Symptome, die da sind. Und trotzdem tut man so, als ja, das wird schon. Ah, come on. Also irgendwann, irgendwann.

Markus

Aber meine These ist, dass wir tatsächlich für uns fühlt sich das imminenter an, als es ist. Meine These wäre, dass immer noch mehr Raum für dieses noch mehr Bröckeln, noch mehr bis es dann tatsächlich ist. Das ist das Problem. In voll bei dir. Also das ist nicht.

Daniel

Aber Entschuldige, ich glaube, die meisten Passagiere unseres Schiffes sind der Meinung, der Kahn ist unsinkbar. Das Ding hat so tempo, das ist unsinkbar, wir wissen, er ist unsinkbar. Und wenn das Ding sinkt, dauert das so lange, bis er gerettet wird. Und das ist das ganz große Problem. Und ich habe den Eindruck, dass Leute wie wir vielleicht ein bisschen höher oben gerade im Crenennest stehen, einfach aufgrund dem, was wir machen, dass wir manchmal ein bisschen weiter nach vorne schauen und frühe Technologien sehen. Und mein Gefühl ist, A, der Kahn ist definitiv sinkbar, B, es gab den Treffer schon, aber sowas von und wir nehmen Wasser auf, und C, es gibt nicht genug Rettungsboote. Und D, es können die wenigsten schwimmen. Ja, und das ist jetzt gerade die Perspektive. Das heißt, während die Leute noch ganz entspannt in ihren Kajüten sitzen und sagen, aha, okay, ist es eigentlich schon für die zu spät, weil sie noch schon längst keine Rettungsfesten haben und noch nicht die paar Anzüge haben, die sie sozusagen über Wasser halten. Und das ist halt ziemlich.

Markus

Und das führt dann aber auch wiederum, in der besonders auch in der Elite und in den politischen Klassen dazu, dass die Leute, die es checken, jetzt zunehmend, also ich hatte letztens ein Gespräch mit einer Dreier-Konsultation, eine Start-up-Gründerin, die gemeint hat, sie würde sich mal interessieren, in die Politik zu gehen. Ein Politikberater, der gesagt hat, Tu das nicht, schau lieber, dass du deine Chefchen ins Trockene bringst. Da gibt es nichts mehr zu holen, zu gewinnen. Was für mich so dieses klare, okay, und auch die ganzen amerikanischen, wie auch immer man es jetzt nennt, Tech-Aristokraten, das ist auch ich kann mir nicht vorstellen, dass die nicht klug genug sind zu sehen, was da passiert, auch. Aber für die, nämlich auch in Amerika, was halt den internen Zusammenhalt und potenziell Unrest angeht, also extrem polarisiert, die für mich ganz klar halt die eigenen Schafe ins Trockene bringen. Und es ist kein Wunder, dass Marc Andresen jetzt nach Argentinien zieht und sich dort an den Standort. Also da geht es sehr stark um den eigenen Erhalt und das ist auch das Traurige, finde ich.

Daniel

Und ich wette mit dir, diese Leute, Entschuldigung, diese Leute haben bestimmt schon die Rettungsboote vorbestellt und haben die Beatmungsgeräte schon längst irgendwo sozusagen gehortet, um sie dann für horrende Preise zu verkaufen. Und um das alles nochmal abzurunden, ich glaube, man kann noch immer was machen. Man könnte ganz, also man könnte noch nicht einfach, aber noch relativ schon schmerzhaft, aber noch machbar etwas tun, wie wir es ja auch aus dem 2031-Paper ableiten können. Aber weißt du, wenn ich mir dran denke, wie lange Leute wie wir schon darüber diskutieren und ist man irgendwann so.

Markus

Das ist schon auch das Problem von uns, dass wir schon so lange hervor beschwören, was da kommt, und es halt immer noch nicht so richtig passiert. Das ist das, was ich meine. Das ist halt wie der Typ, der ständig irgendwelche Bubbles projiziert und er sagt es halt so lange, bis jeder sagt, der hat schon so oft gesagt, dass es nicht passiert, bis es dann irgendwann einmal passiert und dann hat er recht. Aber ja.

Daniel

Ich glaube, am Ende müssen wir es vor unseren Kindern rechtfertigen. Und wir haben zwei Optionen. Wir können probieren, es noch umzulenken oder rechtzeitig von Bord zu gehen. Das sind die zwei Szenarien und du weißt selber, es gibt genug, die immer darüber sprechen. Die sagt, du, wo würdest denn du hingehen, wenn das mal alles ist? Und dann gibt es die einen, die sagen, ja, ich habe hier, dieses Uruguay sieht ja richtig schön aus. Und die anderen sagen, ja, ich dachte Neuseeland. Also die Gespräche hört man ja auch und das finde ich dann manchmal ein bisschen spooky. Und das sind dann aber Leute, die in Wahrheit ganz solide sind und da komme ich mir aber vor, wie so ein Verschwörungsspinner. Aber es sind einfach Gespräche, die ich immer mal wieder höre. Und das ist nicht cool. Das ist echt nicht cool.

Markus

Und letzter Satz: Ich sollte der Fokus drauf legen, wie verhindern wir das, anstatt wie retten wir uns im Falle der Fälle.

Daniel

Und um es nochmal ausgesprochen zu haben, man muss sagen, dass die Veränderung, die man braucht, eine radikale sein muss. Und meine Befürchtung ist, dass es eine ganz starke linke oder rechte radikale Änderung sein könnte. Und das wäre in beiden Fällen nicht schön. Es wäre so schön, wenn es eine aus der Mitte herauskommende Bewegung ist, die sich traut und erlaubt, radikale Veränderungen zu machen und nicht in das eine oder andere Extremum abweicht. Weil du weißt, was es ist. Die einen werden sagen, es sind alles die bösen Ausländer und die anderen werden sagen, wie nimmst du den bösen Kapitalisten weg. Aber beides ist ja nicht der Grund, warum es uns so geht, wie es uns geht. Es ist einfach eine Zeitenwende und die muss akzeptiert werden.

Markus

Ja, ich glaube, lass uns noch kurz über die amerikanische Pflege sprechen. Weil das, was das Ganze natürlich jetzt befeuert haben, war eben Fable Five und die Exportkontrolle, die da jetzt draufgeschlagen wurde. Nämlich nicht nur, dass das nicht in anderen Ländern verwendet werden kann, sondern dass es auch nur von amerikanischen Staatsbürgern verwendet werden kann. Und das muss man schon sagen, das ist ein bemerkenswerter Schritt. Es ist die Frage, wie lange das so bleibt. Aber bei Entropic arbeiten schon auch ziemlich viele Nicht-US-Staatsbürger. Das heißt, das ist auch fix einer der Gründe, warum sie es jetzt einfach für alle abgestaltet haben. Das ist ja unser Klar. Genau, und das muss man sagen, das ist jetzt auch wieder die Chance, beziehungsweise halt da, wo sich die Amerikaner sich ja auch selbst damit schaden. Erstens in Europa läuten dadurch natürlich nochmal mehr die Alarmglocken. Hoffentlich wirkt es bis in die Nationalstaaten hinein. Und andererseits die ganzen Leute, die bei Tropic arbeiten und nicht-amerikanische Staatsbürger sind, die haben schon auch nochmal, das ist natürlich nicht nur ein Tropic, sondern generell halt in Tech arbeiten und mit der Prämisse arbeiten, ja, wir arbeiten, sind ja in Amerika, wir sind dort, wo die Zukunft entsteht. Wenn die Zukunft da entsteht, aber du bist kein Teil davon, weil du nicht Staatsbürger bist und es auch aktuell erschwert wird, Staatsbürger zu werden, dann hast du trotzdem die Arschkarte. Und ich glaube, dass das bei einigen jetzt doch ein bisschen fühlbarer geworden ist als davor.

Daniel

Wahrscheinlich gibt es einen Workaround, du kannst ein Ticket beim UFC 250 kaufen. Und dann bist du, okay. Kennst du den Film Idiocracy? Nein, aber ich schau ihn dir an. Es gibt so unfassbar viele Parallelen, weil die machen ungefähr das in dem Film. Und da gab es ja diesen Einkämpfer, ich habe keine Ahnung, wie der Typ hieß, der hat im Wiegen vorab sich selbst angekotzt, weil er betrunken war vom Vortag, bei einem Wiegen, und nach seinem Kampf, den er gewonnen hat, hat er ins Publikum geschrieben, Michelle Obama is a man. Das heißt, du hast mittlerweile so eine Redneckistan, but beim Weißen Haus ist es einfach unfassbar, was da passiert. Du kannst es nicht erfinden. Wenn man den Professor G-Podcast dir anschaust, oder beziehungsweise man hat sich beiden liegen selber angekotzt. Warum? Ja, ich vertrinken, warum? Hast du meinen Gegner gesehen? Der ist scary. Das war die Aussage. Du kannst es nicht erfinden, solche Leute. Aber ja, du, die Zeit fliegt recht schnell. Und deswegen sollten wir auch noch ein paar Dinge kurz besprechen. Es gab diesen einen IPO, über den wir alle gesprochen haben, SpaceX. Das heißt, wir haben den ersten, was ist das jetzt auf, also Trillionaire auf Englisch? Was ist denn ein Trillionaire auf Deutsch?

unknown

Billionaire.

Markus

Billionär, oder? Billionär, oder? Das ist ja das amerikanische Billion ist ja bei unserer Milliarde. Das Trillion ist, Billion, aber Billion. Genau. Und das sind tausend Milliarden, richtig?

Daniel

Das sind tausend Milliarden, ja. Ich frage dich jetzt nicht, wie viele Nullen das sind, aber es ist eine Menge Kohle. Das heißt, der gute Elon hat tausend Milliarden und ich habe irgendwo gelesen, das heißt, oh, danke. Das heißt, wir sind jetzt beide, ich kenne deinen Kontostand nicht, aber wir sind jetzt beide näher an Jeff Bezos, als Jeff Bezos an Elon ist.

Markus

Ja, das ist sehr motivierend. Ich glaube, es sind 13.

Daniel

Das sind eine Menge. Frage, ob er das weiß. Aber das ist natürlich auch ziemlich krass. Das ist passiert und das sind natürlich auch diese herausragenden Dinge unserer Zeit. Unfassbar.

Markus

Also man muss sagen, der Börsengang war sehr erfolgreich. Das gute Signal für generell Tech, besonders AI, das muss man auch wieder ein bisschen eingrenzen. Aktuell gibt es AI und Rest of Tech. Aber das, was einfach durch die Größe halt natürlich hervorgegangen ist, und das ist ein bisschen auch der Cheat-Code in Amerika, einfach dass die gleich mal quasi mit einer Trillionenbewertung gestartet sind, sind die halt in den ganzen Indexes drin, das heißt, da kommen die in die ganzen Indexes rein, das heißt, du hast da dann auch einen Druck, der kommt, weil die ganzen ETFs, die ja indexbasiert sind, da einsteigen, die ganzen Pensionskontos von den Amerikanern. Du hast das fast schon so eine natürliche Liquiditätsmaschine, die in Amerika greift und das ist natürlich sehr attraktiv, das Anzutzapfen, falls du diese Größe erreichst, dafür musst du natürlich gut sein. Erstens, also SpaceX ist natürlich schon ein sehr attraktives Unternehmen, sicher, wenn man das jetzt einfach runterbricht, auf die Fundamentals aktuell überbewertet, aber viel mit der Vision, halt ausgestattet, was ist mit Rechenzentren im All, etc. Plus natürlich eben auch mit dem Wissen, mit viel Marketingpower dahinter, mit dem Umfeld, das das gerade befeuert und dem Fakt, dass da jetzt eben die ganzen Index-Funds auch reingehen werden, da hast du halt sowieso auch eine self-fulfilling Prophecy, also wo viele jetzt einsteigen, weil sie wissen, dass wir das mal pflegen. Gleichzeitig, und das muss man schon sagen, sowas hat immer Locker Periods. Das heißt, die Leute wollen ja, damit sie das zur Liquidität machen, diese Aktien, die sie dann bekommen, auch wieder verkaufen. Also die ganzen Investoren, die ganzen Mitarbeiter, die quasi Stock Options haben. Und da gibt es auch einen Plan über die nächsten Monate, wie viel von den Aktien da nicht mehr im Lock-up sitzen. Und das ist natürlich dann auch ein bisschen eine Downward Pressure. Wenn man sagt, wenn viele verkaufen wollen, geht der Preis runter. Also das wird schon, ich schätze, ein Jahr brauchen, bis sich der Preis dann auf einem Niveau einpendelt, was dann, sage ich einmal, ein stabiles Bild abgibt, was die Firma laut Markt wirklich wert ist.

Daniel

Ja, und natürlich habe diverseste Vergleiche gesehen, wie überbewertet das Ding sein dürfte.

Markus

Da eine kurze quasi Vergleich. Meter lag bei 22 Mal Umsatz, Amazon bei 18-mal, SpaceX bei 94-mal. Genau.

Daniel

Das ist schon gewaltig. Und um den Bogen zu den Anfang des Podcasts zu nehmen, ist es wieder die Fähigkeit, eine Geschichte zu erzählen und dass die, die diese Geschichte hören, die Geschichte auch glauben und dass sie die mittragen. Weil der Punkt ist, wenn du die Geschichte erzählst, wir werden das und das machen, also dass du eine 94x Multiple haben kannst, muss es sein, dass auch andere an dein Bild glauben und sich auch von diesem Bild befeuern lassen und selber die Fantasie teilen und selber auch empfänglich für solche Bilder sind. Worauf ich hinausfälle, ist natürlich, wenn man auf ein skeptisches Publikum trifft, die alle sagen, weiß ich nicht, dann hast du das natürlich auch nicht. Das heißt, es ist auch irgendwo das Abbild der Fantasie derer, die investieren. Ob das jetzt gut oder schlecht ist, kann man darüber diskutieren. Nur der Punkt ist, wenn du sagst, ich baue eine Rakete und alle sagen, nee, machst du nicht, glaube ich auch nicht dran, dann hast du keinen 94-fachen Multiple. Weißt du, was ich meine? Und wenn alle anderen sagen, geil, und wir werden den Mond bevölkern.

Markus

Und Daniel, das ist jetzt eine wunderbare Überleitung zu unserer nächsten Story. Letzte Woche übernommen hat, ist Le Chaton Fet.

Daniel

Es ist erstmal ein bisschen vorbeigegangen. Ich habe gedacht, was ist denn da los? Was soll das denn? Ja, erzähl mir mal.

Markus

Ist auch ein gutes Storytelling. Also Le Chaton Fett ist ein Meme von einem französischen KE-Modell, das besser sein soll als Fable Five Co. Wurde von der Fangemeinde von Mistral ins Leben gerufen, dann von Mistral selbst auch ein bisschen aufgegriffen und quasi rumgescherzt damit. Und ja, von allen Seiten so ein bisschen befeuert und dann auch in der amerikanischen Tech-Welt gut mitgenommen, gibt es nicht dieses Modell, muss man sagen. Also das ist tatsächlich eine Parodie. Gleichzeitig spielen unsere Kollegen von Mistral auch ein bisschen damit, dass sie gerade so ein bisschen sagen: Ja, es wird im Sommer ein großes Modell kommen. Das Ganze ist eigentlich entstanden, weil aktuell heißt ja das Modell von Mistral Le Chet. Und das soll jetzt umbenannt werden in Vibe. Und dann gab es ein bisschen einen Aufschrei und Leute waren nostalgisch, und deshalb ist dann Le Chateau Fett entstanden. Insgesamt hat es dazu geführt, dass Leute zumindest darüber reden. Also vielleicht sogar ein kleiner Win für Mistral in diesem Rennen. Es hat dann auch dazu geführt, dass der CEO Stellung bezogen hat und sage, wir arbeiten gerade wirklich an einem neuen Modell, ein großes für den Sommer. Also wenn da jetzt wirklich was kommt in den nächsten zwei, drei Monaten, dann war das schon mal ein gutes Storytelling, um quasi den Weg zu bereiten. Ich finde es geil.

Daniel

Es gibt ja welche, die das können. Immerhin. Vielleicht noch abschließend, weil die Zeit richtig flattert. Um nochmal zu konkret zu werden, es gab auch noch ein unfassbar starkes europäisches Investment in Roboter.

Markus

So ist es. Neuralobotics, ein deutsches Startup. Und die sitzen in Metzingen, gibt einen Theo München Bezug, weil da gibt es eine Kooperation, die haben auch ein Trainingszentrum am Münchner Flughafen. Und die haben eben ernannt, dass sie eine 1,4 Milliarden Dollar-Runde aufstellen, was für europäische Verhältnisse sich wirklich sehen lässt. Also das ist ein Ausrufezeichen. Und das zeigt eben auch, wo liegt in Europa tatsächlich vielleicht der Space, wo wir eine Chance haben, weil wir dort halt auch wirklich Engineering-Talent haben, weil wir natürlich durch unsere industrielle Basis irgendwie schon noch ein Noah haben, auf das wir zurückgreifen können. Und wo es jetzt halt darum geht, wie kann man KI und eben Robotikindustrie, wie kann man das zusammenführen. 1,4 Milliarden ist eine Obergrenze. Das kommt erst mit gewissen Milestones, aber grundsätzlich einfach so ein grundsätzliches Commitment zu bekommen, das ist schon ein sehr starkes Signal und Hut up an das Team kann man nur gratulieren und ich würde sagen, würdige Rockstars.

Daniel

Na, es ist schon beeindruckend. Sind wir am Ende, oder? So ist es. Wollte ich sagen. Sind wir durch? Das hat mir nochmal Spaß gemacht. Ich denke gerade, ich bin halt. Das Witzige ist so, in der Zeit, in der wir leben, kann halt irre viel in so einer Woche passieren. Und das ist halt einfach so spektakulär. Also ich bin gespannt, was uns die nächste Woche bringt. Ja. Ja, in dem Sinne, hat Spaß gemacht. Take her, safe safe. Und bis zum nächsten Mal. Dankeschön. Bye-bye.