Future Weekly
Die zwei Startup Veteranen Daniel Cronin und Markus Raunig sprechen mit jeder Menge Humor über Technologie, Unternehmertum und die Zukunft. Jeden Donnerstag analysieren sie die interessantesten News der Woche und küren Rockstars, die die Welt von morgen prägen. Jeden Sonntag begrüßen sie im Deep Dive visionäre Gäste für einen Blick hinter die Kulissen aktueller Trends und formulieren gemeinsam Moonshots & Predictions. Ein Podcast der verschiedene Welten verknüpft und mit mutigen Thesen inspiriert.
Future Weekly
#527 - Tractive-Layoffs, Peter Thiels Geheimzirkel & Midjourneys Körper-Scan
Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.
🐾 Post-Exit Layoffs bei Tractive
🕵️ Thiels geheimer Dialog-Zirkel
💸 SaaSocalypse: 6Mrd Private Equity Flop
🖼️ Midjourney launcht Ganzkörper-Scanner
📦 Byrd holt Investment für AI-Einstieg
👁️ 3 Mio für Wiener Eye-Tracking Startup
♻️ Metaloop wird saniert
🚀 Rockstar: Moritz Novak
Production: Hanna Moser
Musik (Intro/Outro): www.sebastianegger.com
Einen wunderschönen guten Morgen, guten Mittag, guten Abend und ganz, ganz warme Grüße zur wärmsten Woche des Jahres bis jetzt. Das finde ich auch richtig fein. Ich bin Daniel und mit mir ist wie immer der Markus. Der wohlklimatisierte Markus, möchte ich sagen. Herzlich willkommen zum Future Weekly. Wir haben eine Menge Themen, über die wir reden wollen. Wir reden über Tractive. Wir reden über Peter Thiel. Wir reden über die Sassokalypse, wir reden über Mid Journey, Bird, Eye Tracking, Meta Loop und ein Rockstar der Woche haben wir auch. Aber davor reden wir über wesentlich wichtigere Themen. Also, in dem Sinne, auf los geht's los. So, wir fangen mit den News an und da ist was, was mich beschäftigt. Wer sind eigentlich die Leute, die einen LinkedIn Pro-Account haben? Schon mal darüber nachgedacht? Hast du einen? Nein, ich habe aktuell keinen. Also warum frage ich, weil LinkedIn will, dass ich das habe und pusht gerade mich mit Angeboten nieder. Und das machen sie alle paar Wochen. Und jedes Mal denke ich mir so, manchmal so an Momenten so, ja gut, dann schaust du das mal an. Und dann fängt da dieser Prozess an und dann auch diese Preise. Und ich denke mir, weiß ich nicht. Und dann habe ich gestern so kurzfristig mit ChatGPT so ein Gespräch gehabt, und das Ding hat mir auch erklärt, naja, das ist jetzt wahrscheinlich auch nicht so ganz zielführend. Warum ChatGPT? Weil unterwegs. Ich weiß nicht, ich habe das Gefühl, dass dieses goldene Symbol ist, fast nur so ein Zeichen für Achtung, ich bin so ein Sales-Bammer auf LinkedIn.
MarkusJa, also immer, das macht natürlich Sinn für Club Recruiter oder Salespeople. Da hast du natürlich dann mehr Möglichkeiten, Leute auch Call anzuschreiben, wenn ich mich recht erinnere. Du hast mehr Insights, wer vielleicht auf gewisse Profile klickt oder so, also auf jeden Fall auf dein eigenes. Also wenn du ein LinkedIn-Power-User bist, für dich das also mehr als nur ein Positionierung und Opinion Leadership Tool ist, dann glaube ich, ist es ein ziemlicher No-Brainer, es zu machen. Für den Rest wahrscheinlich ein Luxus.
DanielDas heißt, aber du würdest auch nicht auf die Idee kommen.
MarkusWir haben, also ich habe einmal ein Testabo abgeschlossen, wie wir recht intensiv recruited haben. Da hatte das schon Vorteile. Also ja, ich schätze auch, wenn man, wenn man ein Founder ist von einem wachsenden Startup, dann kann das auch Sinn machen. Also ich würde es nicht ausschließen, aber es ist, ja, man muss dann schon halt auch LinkedIn nutzen, damit sich das auszahlt. Damit es aus der Zeit als SAS noch etwas war.
DanielSpaß, Spaß, Spaß. Ja, nein, ich finde das immer interessant, weil ich bin so ein Typ, ich bin normalerweise total schnell damit, irgendwelche Produkte zu testen. Und dann, wenn es irgendeinen, was ich, ich meine, ganz ehrlich, ich habe bei Claude diesen 90-Euro-Tarif, da habe ich nicht lange drüber nachgedacht. Ich habe erstmal diesen 25 Euro-Tarif abgeschlossen, dann gleich ausgemerkt und gedacht, okay, 90, cool, let's go. Aber bei LinkedIn, die irgendwie da 25 oder ich habe keine Ahnung was sonst noch, wollen ich mich jetzt mal, wofür? Nein, nein, Dankeschön. Aber ich weiß nicht, man lernt ja auch nie aus, aber das passiert immer wieder. Und ich glaube, ich war schon fünfmal, fünfmal so, dass ich angefangen habe, mich für das Pro-Ding, für die Testversion anzumelden. Und jedes Mal habe ich mir im Prozess gesagt, nee. Aber ja, ich freue mich immer dazuzulernen, die müssen natürlich auch profitabel sein irgendwie und Geld verdienen. Und das ist ja immer so eins dieser Themen, die Startups, Scale-Ops haben. Wie wir ja auch jetzt gerade sehen, lass uns über Tractive reden. Weil da ist ja so ein bisschen so diese Baustelle. Tractive zur Erinnerung eigentlich groß geworden mit, sagen wir, Rantastic für Hunde, Hundehalsbänder, dass du siehst, wo der Hund ist, dann auch, wo die Katze ist, dass du denen folgen kannst, wahrscheinlich auch Kinder, keine Ahnung, ob es jemand mit meinem Kinder gehängt hat. Willst du so eine Tractive-Band dann so?
SPEAKER_01Deine Gedanken möchte ich haben. Ja, ich auch. Ich glaube, das ist eher AirTags wahrscheinlich die Präferenz. Ja, das machen wir auch bei den meisten Eltern, aber du hast schon recht groß. Die könnte man natürlich auch attractive just when I.
DanielVor ein paar Wochen war ich auf einer Reise und bin irgendwo am Flughafen und da ging so eine Frau herum und die hatte so einen Brusthanisch für ihren Sohn und eine Hundeleine und die hätte vor sich hergeführt. Und ich habe mir gedacht, Alter, das kannst du nicht bringen. Und die hat den aber quasi Gassi geführt und der war, jetzt bin ich total politisch unkorrekt, der war auch so eher so auf der wohlernährten Seite. Und da ging dann jetzt auch, der wirkte auch nicht so wie einer, der weglaufen würde. Weißt du, das war ja das Lustige, weißt du, wenn du so ein kleines ADHS-Bello hast, also so einen kleinen ADHS-Sohn, der da irgendwie überall raufklettert, okay, go for it. Aber der Leine hing auch am Boden durch, weil er auch keinen Bock hatte zu gehen.
SPEAKER_01Also Daniel, komm zurück, bevor wir das hier ausschreibt. Gefährlich. Ich kann mir wahrscheinlich auch so ein Halsband geben.
DanielEr wäre zu faul, es abzunehmen. Aber egal. Ja, nein, aber wie komme ich drauf? AirTags, also Tractive ist dann für die Hunde, die abhauen wollen. Oder auch nicht, und dann für Katzen und das ist natürlich super und ist geexitet worden vor kurzem, einer der größten Exits der österreichischen Startup-Geschichte. Ja, und jetzt geht es plötzlich los mit den, nennen wir es mal erstmal politisch korrekt, den Optimierungen, dass sie mehr auf Profitabilität möglicherweise schauen. Oder anders gesagt, es gibt gerade scheinbar die erste Welle von Massenentlassung bei Tractive. Das ist ja aber auch nicht unbedingt überraschend, oder?
MarkusAlso, ich meine, die Frage ist erste Welle. Vielleicht gibt es auch nur eine Welle. Ich glaube, da muss man auch vorsichtig sein, wenn man es gut macht, dann macht man es einmal und dann ordentlich. Grundsätzlich, warum nicht überraschend? Da hat Tracky for the An Bending Spoons verkauft. Das ist ein Unternehmen, das bewusst andere Unternehmen kauft und diese dann forever owned. Also, das ist auch das, was damals der Michael Hurnaus gesagt hat, warum man grundsätzlich die Entscheidung für Bending Spoons gut findet, ist das kein Private Equity Owner ist, der das dann irgendwann weiterverkauft und es ist keine Strategie, der das dann halt irgendwie schluckt und in der Form vielleicht auch eines Tages gar nicht mehr weiterführt, sondern es ist bewusst eine Company, die ein Portfolio aufbaut und das langfristig so aufrechterhalten will, dass da da Returns für sie, also einfach Gewinne entstehen. Und gleichzeitig, wenn man sich einfach die Historie von Bending-Spoons anschaut, dann ist eigentlich bei fast jedem von ihren Käufen genau das passiert. Es gab relativ bald nach dem Exit einen Stellenabbau mit dem Ziel, das Unternehmen effizienter und dadurch halt auch profitabler zu machen. Berühmtester Fall, wo das halt für sehr viele Wellen damals auch gesorgt hat, war Komoot. Damals wurden 75 bis 85 Prozent der Belegschaft gekündigt. Bei WeTransfer auch 75 Prozent. Also das sind schon schon sehr harte Zahlen und das ist irgendwie auch ein wiederkehrendes Muster. Gleichzeitig ist natürlich, muss man sagen, wenn man langfristig einen Exit so gestalten will, dass der auch Sinn macht, dann muss in irgendeiner Form ein Hebel dabei sein. Und der ist halt bei Benning Spoons ziemlich klar über diese Schiene. Ob das dann aufgeht, ist wieder eine andere Frage. Kann natürlich auch die Kultur eines Unternehmens komplett verändern. Manchmal, again, kann auch das funktionieren. Aber man weiß es nicht. Es ist immer ein Risiko, was dazu kommt, ist, dass Bandning Spoons gerade ein IPO vorbereitet. Auch da geht es natürlich viel um, wie schauen die Zahlen aus, wie effizient ist das Unternehmen. Also da geht es auch darum, quasi sich sehr schlank zu präsentieren. Deshalb glaube ich, ist da jetzt auch ein gewisser Zeitdruck dahinter. Und natürlich sorgt sowas für Wellen, weil auch Tractive einfach bekannt war als einer der besten Arbeitgeber, haben etliche Awards dafür bekommen, bei denen war die Vier-Tageswoche der Standard. Also bewusst ein Unternehmen, das aufgebaut war, auf sehr viel, sage ich jetzt einmal auch, wenn man sich so an den Kuchen anschaut, die Mitarbeiter haben einen sehr großen Anteil bekommen und dafür aber natürlich auch sehr gute Mitarbeiter anziehen können. Also es war klar auch die Strategie, eine Strategie, die auch besonders gut funktioniert, wenn halt die Gründer an Bord sind und das halt auch verkörpern und dadurch so ein Gefühl des Vertrauens und des Zusammenhalts auch entsteht. Und ja, klar, das tut weh, wenn das aufhört. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Leute bei Tractive, die ihre Hausaufgaben gemacht haben, das kommen gesehen haben, weil einfach Bending Spoons dafür bekannt ist. Aber vielleicht ist es dann doch für ein paar auch überraschend und das ist dann nicht schön.
DanielJa, und ich meine, das Interessante ist natürlich, man sieht das ja sehr häufig, wenn es Akquisitionen gibt. Sich dann natürlich das Unternehmen per se verändert. Vielleicht auch manchmal dann auch irgendwann, ich sag mal, das Ende der Marke abzusehen. Ich glaube, Attractive und Bending Spoons nicht, wie du ja auch gerade gesagt hast, Banding Spoons typisch. Bekanntes Beispiel ist Fantastic, die dann irgendwann zu Adidas übergegangen sind und dann wurde sukzessive dann irgendwann einmal alles runterreduziert. Worauf ich hinaus will, ist, es ändert sich natürlich auch ganz stark die Kultur. Es unterscheidet sich dann auch irgendwann sehr von Leuten, die onboard gehen, getrieben bei einem Unternehmen oder die dabei sind, weil sie den Gründer oder die Gründerinnen kennen. Und irgendwann ist es einfach nur ein ganz großes Unternehmen. Und dann geht es auch natürlich um völlig andere Ziele. Und dann ist man vielleicht nicht mehr eine Gruppe von Freunden, die gewachsen sind. Und ja, ich meine, so Sachen wie Vier-Tage-Woche, das ist natürlich schön und gut. Am Ende des Tages, wenn du da Returns haben willst, ist es vielleicht so einer der Dinge, wo du als erstes den Rotstift ansetzt und all diese ganzen, nennen wir es mal so Nice to have, wo man am Ende des Tages sagt, ja gut, aber das ist schön für euch, das brauchen wir aber nicht. Es gibt genug andere, die das wollen. Und das ist natürlich auch so ein bisschen so der Zeitgeist, glaube ich, in sehr, sehr, sehr vielen Themen. Ja, gilt es zu beobachten. Aber ja.
MarkusIch meine grundsätzlich, es ist halt für ein Startup, das Investoren an Bord hält, da muss ja irgendwie einen Rückfluss generiert werden, damit das Sinn macht. In 95% der Fälle, es gibt ein paar Investoren da draußen, die sagen, sie sind happy mit Forever Dividends, aber besonders für einen Startup-Case, wo du schon sehr viel Risiko auf dich nimmst als Investor, wo der Großteil der Cases nicht funktioniert, ist dann einfach von der Mathematik notwendig, dass die, die funktionieren, dann besonders gut funktionieren und da auch große Returns generieren und deshalb gibt es da einfach in den meisten Fällen einen klaren Weg in Richtung Exit. Und Exit kann eben nicht allzu viele Dinge heißen. Das eine ist eben der Verkauf wie hier und Verkauf kann eben zu unterschiedlichen Playern sein. Fast immer bedeutet das eine Kulturveränderung, fast immer bedeutet das, dass sich das Unternehmen nicht mehr so anfühlt wie der Vorgang, einfach weil es nicht mehr founder led ist. Das heißt, das muss man dann immer in Kauf nehmen. Eine andere Option ist ein Management-Byout. Das ist aber auch etwas, was finanzierungstechnisch oft schwierig darstellbar ist, weil besonders wenn dann Unternehmen sehr groß und erfolgreich werden, dass dann das Management Team bzw. die Founder alle Investoren rauskaufen können, ist nicht ausgeschlossen, aber erfordert da schon eine gewisse Finanzkraft. Also da muss man sich davor recht viel rausgenommen haben, beziehungsweise man muss das über Fremdkapital finanzieren und man muss die Ausdauer haben, das auch weiterzuführen, weil es ist ja auch oft so, ein Start-up aufzubauen, das ist schon sehr kräftezerend. Das heißt, irgendwann ist man vielleicht auch am Punkt angelangt, wo man sagt, es ist Zeit, das zu übergeben. Das heißt, das ist eher ein selten realistischer Weg. Und das Dritte, was es natürlich grundsätzlich gäbe und was am ehesten einer Fortführung des bestehenden Setups noch entsprechen kann, ist ein Börsengang, ein IPO. Da haben wir in Europa grundsätzlich das Problem, dass wir halt sehr wenig Liquidität am Kapitalmarkt haben. Dadurch gibt es nur sehr wenig Cases, wo das wirklich Sinn macht, nur bei einer gewissen Größenordnung. Und selbst dann, man sieht jetzt Banding Spoons, geht es zum Beispiel auch nicht, denn es in ein italienisches Unternehmen gehen, aber wie es ausschaut, in Amerika an die Börse. Das heißt, du hast da dann auch wieder den Abfluss und sicher damit, wir sehen es gerade bei Banding Spoons, auch den Druck, dass man halt sich schlank darstellen muss. Aber das ist natürlich, wenn man sich anschaut, I don't know, Facebook, dort ist immer noch Mark Zuckerberg an der Macht. Kulturell wahrscheinlich immer noch bis zu einem gewissen Grad ähnlich. Kultur verändert sich immer auch mit der Größe, das ist klar. Aber dort gelten gewisse Prinzipien immer noch und Mark Zuckerberg hat auch immer noch die Zyklen in der Hand, obwohl er halt viel auch beim Börsengang verkauft hat. Aber die Realität zeigt auch, es gibt da nicht so viele Alternativen, wenn man einen Investment Case fährt. Eine Alternative, die es natürlich gibt, ist Bootstrappen, keine Investoren an Bord holen oder nur Investoren, die mit Dividenden happy sind. Auch dann, wie gesagt, ist die Frage, wie lange man das durchhält, wie sehr das halt auch etwas ist, was man sich zur Lebensaufgabe macht, wenn man das Gefühl hat, als Gründer, als Gründerin, man will das zu einem Familienunternehmen aufbauen, wenn man so will. Oder ist man vielleicht eher der Typus, der immer wieder neue Sachen starten will und dann braucht es halt in irgendeiner Form eine Exit-Strategie.
DanielApropos Gedankenspiel. Hast du gehört, was mit der Deutschen Bahn los war? Ja, ich habe gelesen. Dass alle Züge stehen geblieben sind. Einfach alle. Warum bin ich dazu gekommen? Kurz mal, meine ADHS-Gedanken. Während du das gesprochen hast, habe ich noch gedacht, Kultur, Kulturwandel, total interessant, Kulturträge, und da habe ich gedacht, was wäre eigentlich, was wäre eigentlich, wenn jemand wie Bending Spoons ein Unternehmen wie die Deutsche Bahn übernehmen würde? Weil das Lustige ist, das werden sie natürlich nicht tun, aber mich würde das wahnsinnig interessieren. Wie würde so ein Private, wie so eine Private Equity-Bude, so etwas wie die Deutsche Bahn übernehmen? Was glaubst du?
MarkusAnders funktioniert ewiger Kampf. Also ich glaube, dass das System auch zurückschlägt.
DanielVielleicht noch kurz die Erklärung. Sie übernehmen ja eigentlich immer Unternehmen, die gut funktionieren. Richtig, so wie attractive, das funktioniert sensationell und dann fangen sie an zu optimieren. Also ein Produkt, das einen hohen Demand hat und hohe Customer Satisfaction, könnte man mal so sagen. Und dann optimieren sie. Aber so etwas wie die Deutsche Bahn, was komplett ramponiert ist und wo jeder einfach tief unglücklich ist, wo einfach alle Züge und alle Schnellbahnen mittlerweile stehen bleiben. Ja, was meinst du?
MarkusEs gibt schon auch so Turnaround-Cases. Da hast du halt dann als Käufer den Vorteil, dass du oft zu sehr niedrigen Preisen ein solches Unternehmen kaufen kannst und damit einen nochmal viel größeren Hebel erzielen kannst. Aber gleichzeitig sind diese Turnaround-Cases auch die härtesten, weil eben ein Unternehmen komplett umzudrehen, aus der Krise rauszuführen, da gibt es viele Stolpersteine und ja, also ich nämlich das Problem natürlich auch bei öffentlicher Infrastruktur, bei Transportunternehmen ist halt schon da, gibt es viel Leverage auch von Gewerkschaften, Belegschaft mit Streiks etc. Da gab es ja viel Historie auch in den quasi im letzten Jahrhundert, wo halt auf Regierungsebene öffentliche Transportunternehmen ewig Kriege ausgefochten wurden, wo dann Generalstreiks ausgerufen worden sind. Also das ist schon ein Level an Druck, der da entsteht und auch ein Level an Stakeholdern, die mitreden. Ich glaube nicht, dass das ein attraktiver Private Equity Case ist.
DanielSehr lange ausgeholt. Aber ja, nein. Darum geht es gar nicht. Ich wäre einfach nur neugierig, wieso jemand so eine kaputte Hütte sanieren würde. Und angenommen, sie könnten tun, was sie wollen. Und ich wäre gespannt, wie viel Overhead sie entdecken würden. Weißt du nicht, ich meine, da müssen Strukturen dabei sein, da müssen Prozesse dabei sein, da müssen Dinge dabei sein, die wahrscheinlich se 30, 40, 50 Jahren organisch gewachsen sind, die einfach keiner anfasst. Ja, ich sage nicht, dass es gut ist, weil ich weiß, da wird sich wahrscheinlich eine Gewerkschaft auf die Schienen ketten. Aber es wäre trotzdem einfach spannend. Oder sie sagen einfach, sie machen es zu einer hundertprozentigen Tochter von der Schweizer Bahn und lassen die einfach tun. Spaß. Sie löschen einfach die Deutsche Bahn und sagen, die Schweizer Bundesbahn sollen einfach ihren Plan erweitern.
MarkusDa gab es jetzt eh ein paar Memes diese Tage von, ich glaube, Greater Switzerland und wie das funktionieren würde, wenn die Schweiz quasi Österreich sich einverleiben würde und Bayern und Norditalien und ich glaube ein bisschen von Westfrankreich, Ostfrankreich auch. Also du wandelst auf Spuren, die gerade sowieso die Runde im Internet machen.
DanielUnd das komplett meinem etwas überhitzten Hirn geschuldet. Wie geht's dir mit der Hitze?
MarkusRelativ gut. Ich bewege mich in klimatisierten Gefühlen.
DanielDas ist so, was machst du bei Regen? Ich gehe nicht raus. Okay, aber du draußen bist?
MarkusJa, also tatsächlich reduziere ich bei solchen Temperaturen die Zeit, die ich draußen bin. Das ist schon eine bewusste Strategie auch.
SPEAKER_01Und ich schwitze, ja.
DanielWirklich. Das ist aber eine sehr überraschende Arbeit. Also du schwitzt und gehst nicht raus, okay. Okay, ich mag das. Also ich mag es nicht in der Wohnung, aber ich werde total begeistert und unruhig, weil ich bei so einem Wette als einfach liebe, laufen zu gehen. Und je heißer es ist, desto mehr braucht laufen zu gehen. Ja, ich liebe es. Pass auf, bitte, am Wochenende, jetzt bei 38 Grad. Da ist der Plan, nachmittags laufen zu gehen, weil ich das auch geil finde. Ja, ich finde das super. Und dann weißt du, weil es ist irgendwie hart und wenn man so harte Sachen macht, es macht mich einfach total glücklich. Und ja, ich weiß nicht.
SPEAKER_01Du härtet sicher ab, du musst heute aufpassen, dass du durchhältst und nicht nochmal auf der Strecke eingehörst.
DanielIch habe noch was Neues gelernt. Ich war am Montag, war der Geburtstag meines Sohnes. Dann haben wir entschieden, okay, er kommt nicht mit in den Kindergarten, er bleibt uns zu Hause und wir machen so einen typischen Tag, den man als Selbstständiger machen kann. Wir gehen Montag vormittags ins Döblinger Bad, nachdem die letzten Wochen halt wie bescheuert waren. Und da ist so eine Art Springbrunnen mitten im Pool und er wollte die ganze Zeit drunter sein, was ich super fand. Und da ist unsere kleine Unruhig geworden. Meine Frau ist vorgegangen, ich bin mit ihm geblieben. Um es abzukürzen, ich habe gelernt, dass solche Springbrunnen, solche Wasserfontänen, wie so harte Duschen sind. Die sind harte Duschen. Und was können harte Duschen wegkriegen? Sonnencreme. Oh. Ja. Hatte ich auch nicht vorher darüber nachgedacht. Und natürlich habe ich meinen Sohn nach jedem Badegang eingecremt, aber natürlich mit meiner halb irisch, halb norddeutschen Haut habe ich festgestellt. Ja. Wieder was gelernt, auf jeden Fall. Aber ja, das ist ja so Learning by Doing und das ist immer so, dieses ultimative Erkenntnis gibt es immer nur beim Machen. Haben wir aber sehr intime Gespräche miteinander, oder? Alles klar. Und das ist jetzt die ultimative Brücke. Wenn ich sage intime Gespräche, was glaubst du, möchte ich ansprechen? Thiels geheimer Dialog. Genau, genau. Ich muss schon sagen, so in zehn Sekunden von Kinderschwimmbad auf Peter Thiels, okay, oder? Das ist galant, ja. Danke. Irgendwo nickt Heinz Brüller so in Anerkennung. Ist heute toll. Ja, Peter Thiels geheimer Dialogzirkel. Heißt ja auch Dialog, oder? Genau, das Ganze heißt Dialog. Es kostet auch ein bisschen und da jaulen jetzt gerade wieder die Leute, weil er da irgendwie was macht. Und ein paar bekannte Namen wohl auch scheinbar da waren. Man hat es ja relativ lustig gefunden. Ich glaube, auf irgendeiner Website hat man irgendwo im Source-Code, glaube ich, ein paar Namen entdeckt, wenn ich das richtig überflogen habe. Wie man das halt so macht. Und da waren auch ein paar illustre Namen drauf. Unter anderem, glaube ich, auch Jens Spahn, ehemals Minister aus Deutschland. Ähm Wer ist denn da noch so gesichtet worden, über den man sich echauffieren konnte?
MarkusBoah, mir sind da jetzt keine Namen aufgefallen, die unglaublich dramatisch wären, um ehrlich zu sein. Es liest sich halt viele interessante Gründungspersönlichkeiten, je nachdem, was halt gerade Hype ist, also eine Zeit lang waren viele Krypto-Duds und jetzt ist es natürlich viel AI. Aber ich verstehe auch ein bisschen die Aufregung nicht, um ehrlich zu sein, weil das ist, also für mich liest sich das ein bisschen wie Alpach, oder? Es ist halt Alpach, wenn nicht offiziell wäre, wer dort ist. Aber grundsätzlich Leute aus den verschiedensten Bereichen zusammenzubringen und sie über Gott und die Welt diskutieren zu lassen, ohne jetzt, sage ich einmal, Redeverbote, finde ich jetzt per se nicht so schlimm. Das sind auch durchaus, das sind ja Journalisten auf der Liste gewesen. Man sagt, es hat, was ich glaube, 16.000 Dollar oder so gekostet. Und substituiert werden. Ja, ich kann mir gut vorstellen, dass da manche auch ohne Gebühren gekommen sind. Und ja, dass man auch über Themen wie den Dritten Weltkrieg spricht. Machen wir ja auch manchmal, oder? Naheliegend. Also ich, so sehr ich Peter Thiel grundsätzlich kritisch sehe, mit seinen Weltanschauungen und so weiter, finde ich jetzt tatsächlich dieses Event relativ unspektakulär.
DanielIch meine, das Thema ist ich auch und man muss ja auch immer so die Gegenfrage stellen, würdest du hingehen, wenn ich Peter Thiel einlege? Ich sage mir, ich würde da sofort hingehen. Nicht, weil ich den Typen jetzt toll oder nicht toll finde, sondern einfach, ganz ehrlich, wenn es dann eine Möglichkeit gibt, in einer sehr illustren Diskussion teilzunehmen, dann bin ich da aber auch sowas von am Start. Außer es sind jetzt wirklich sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr abwegige Leute. Weißt du, ich meine, wenn da irgendwelche Neonazis sich treffen, muss ich jetzt nicht unbedingt am Start sein. Aber wenn so ein Haufen Tech-Leute sich treffen, klar bin ich neugierig. Ich kann ja auch mit einer anderen Meinung hingehen und das haben. Und ja, warum denn nicht? Ich habe den ja mal getroffen, hab ich dir das erzählt?
MarkusJa, ja.
DanielIch weiß, wann du ihn getroffen hast.
MarkusIch war da auch eingeladen, aber ich war in Asien unterwegs und war deshalb nicht dabei.
SPEAKER_01Ja, so einer der Schrägen sagt, wo habe ich ihn denn getroffen? Unser alter Bundeskanzler hat mal eingeladen zu einem Austausch mit dem Peter Til, ja.
DanielUnd das Lustigste war, muss ich ja sagen, es sind ja auch so Sätze, die kann man ja eigentlich außerhalb von unserer kleinen Bubble. Ich meine, der Podcast ist ja eigentlich, manchmal vergesse ich, dass da ein paar andere auch zuhören, weil weißens sind wir beide plaudern da immer mal wieder. Und so ist es ja auch entstanden. Aber weißt du, manchmal, ich habe das irgendwann vor ein paar Wochen gehabt, da habe ich, glaube ich, diese Tech-Konferenz vom Handelsblatt diskutiert, äh, moderiert, da ging es auch um Peter Thiel. Und ich habe gesagt, ah, den habe ich auch mal kennengelernt. Ja, wo? Ja, da hat der Bundeskanzler uns für so einer kleinen Runde eingeladen. Das sind so Sätze, kannst du ja eigentlich nicht so außerhalb von unserer Bobble so easy cheesy sagen. Aber das Lustige war, da sagt Sebastian kurz, und das hätte ich nie vergessen, ja, unser nächster Gast ist der Peter Diel. Und er hat nicht Peter Thiel gesagt, sondern er hat Peter Diel gesagt. Jetzt werde ich meinen Lebtag nicht vergessen. Ich denke mir, wer? Und ich weiß noch, dann kommt dieser Typ, der auch relativ klein ist und sagt ein paar Sachen. Er war nicht angekündigt, es wusste keiner, dass er kommen sollte. Und du kennst dir diesen Effekt, wenn jemand sehr bekannt daneben dir steht, aber du weißt das nicht, denkst du dir erstmal, warum sollte der jetzt da sein? Und ich weiß noch, dass die Lisa Fassel neben mir stand. Und wir uns angeschaut haben: so, ist aber nicht der Peter Thiel? Oder ich weiß nicht, warum sollte der da sein? Und dann hat der Typ ein paar Sachen gesagt. Und es war kurz, nachdem Trump irgendwie bekannt wurde, dass er und Trump da miteinander was zu tun haben. Es hatte irgendwie auch keiner so richtig Bock auf ihn. Hat er halt irgendwas gesagt und ist er halt wieder gegangen. Und das war halt so, what the fuck war das denn gerade? Und dann ging es halt weiter. Und das war so meine paar Minuten mit Peter Thiel. Ich sag mal, faszinierende Persönlichkeit. Aus dem einfachen Grund, wir kennen ja alle diesen Podcast über ihn und sein Verhalten und natürlich auch spannend und logisch, dass ein Sebastian Kurz und er miteinander da irgendwie gut kann. Aber dass sich da illustre Leute in unregelmäßigen Abständen treffen und austauschen, das ist doch das normalste Bild.
MarkusMan kann natürlich kritisieren zu sagen, okay, so ein Dialog wäre noch besser, wenn man auch andere Perspektiven hinzubringt, also vielleicht Kinder oder ich weiß nicht, um einfach ein besseres Bild der Welt zu bekommen. Fair enough. Ich glaube, man kann sich ja ein bisschen Jugendliche, um auch deren Perspektive abzugreifen. Oder Menschen, die halt wahrscheinlich nicht 16.000 Dollar sich leisten können, um quasi auch unterschiedliche soziale Backgrounds abzubilden. Also das macht sich ja Alpach besser, auch über die Stipendiaten. Also ich glaube, das war ja auch die Entwicklung, die Albach durchgemacht wurde, das war ja auch irgendwann mal in ein Altherrentreffen und das ist durch die junge Generation, die da eingeladen wurde, glaube ich, deutlich besser geworden, viel schichtiger geworden und die Dialoge sind besser geworden. Gleichzeitig, hey, whatever you want. Ich glaube, wo man sich ein bisschen lustig machen kann, ist, dass wenn der ganze The Gist of it ist, dass es geheim ist, dann ist es natürlich schon ein bisschen ironisch. Dann scheinbar die Einladungsliste im Klartext im HTML verfügbar ist. Super. Super. Aber okay, das ist ihr Problem. Ansonsten.
DanielAber in Wahrheit ist es eigentlich ja sowas ein bisschen so wie der Founders-Only-Event, oder? So vom Prinzip her. Fair. Oder? Ich meine, so vom Prinzip her. Also du lädst halt accomplished Persönlichkeiten ein, also Personen, die etwas erreicht haben, die sich gerne auf Augenhöhe miteinander unterhalten wollen und die eben sagen, wir wollen uns aufeinander konzentrieren und untereinander austauschen, weil man einfach voneinander lernt. Fertig. So hätte ich das jetzt bewertet. Und ganz ehrlich, ich glaube, es gibt niemanden, die in irgendeiner Form ein gewisses Level erreicht haben, die nicht Lust hätten, sich mit anderen auszutauschen und wo man eben nicht Personen dabei haben möchte, die vielleicht noch nicht das Level haben. Völlig okay. Jetzt kommt bestimmt übrigens nächste Woche irgendjemand, der mir schreibt, dass ich Peter Thiel verherrliche. Ach komm schon, wenn du das jetzt gerade an der Stelle schreibst, tanzt deinen Namen. So, ich habe übrigens noch nie gelernt, wie man seinen Namen tanzt. Kannst du das? Ciao.
MarkusHabe ich auch noch nicht gelernt, aber ich bin mir sicher, unsere Kinder werden uns das beibringen. Worüber magst du reden? Lass uns über den angeblich zweitgrößten, die angeblich zweitgrößte Private Equity Abschreibung aller Zeiten reden, weil die hat etwas mit Technologie zu tun. Es geht um ein SaaS-Unternehmen, wen wundert es in den aktuellen Zeiten. Und zwar ist es so, dass der Private Equity Player Thomas Bravo vor mittlerweile fünf Jahren, also 2021, das Unternehmen Medalia gekauft hat, haben wir es von der Börse genommen, für 6,4 Milliarden Dollar. 2 Milliarden davon Fremdkapital. Und ja, jetzt bekannt, oder in den letzten Monaten bekannt geworden ist, dass das eine Vollabschreibung ist. Das heißt, sie haben das gesamte Geld, was sie da reingesteckt haben, verloren, weil die Rechnung mit Medaillen nicht aufgegangen ist. Man muss sagen, 2021 war wahrscheinlich der schlechteste Zeitpunkt, um ein Tech-Unternehmen zu kaufen, weil da waren die Preise massiv überhitzt. Stopp!
SPEAKER_01Oder man muss sagen, die haben das brillant gemacht, dort den Exit hinzulegen. Muss er auch umdrehen, die haben es am Peak verkauft und weg.
MarkusWobei, sie haben sie von der Börse genommen. Also das haben sogar viele Kleinanleger hier brillant entschieden, muss man sagen. Aber ja, interessanterweise geht es ja da um ein Customer Experience, Customer Service Unternehmen, wo man sagen könnte, eigentlich war das ja ein spannender Faktor, weil die ja genau in der Position jetzt mit AI gewesen wären, wahrscheinlich sehr viel zu automatisieren und eigentlich deutlich effizienter zu werden. Aber da sind wir wieder auch beim kulturellen Thema. Ich schätze, das ist einfacher gesagt als getan, das so ein Riesenunternehmen, das 6,4 Milliarden Dollar wert ist, da dann agil auf eine AI-Welle einzuschwören, harte Nuss, ohne Frage. Und daran sind sie gescheitert. Man muss ja sagen, jetzt zum Beispiel Fonio, unser österreichischer Champion in dem Bereich, das wird dazu beitragen, dass diese Rechnung nicht aufgegangen ist, da jetzt einfach junge, frische, agile Player herkommen, die das einfach komplett neu denken, wie das viel kostengünstiger machen, die das mit neuen Approaches machen. Und dadurch ist diese Rechnung überhaupt nicht aufgegangen. Und tatsächlich, ja, was passiert ist, ist dieses, ich habe ja gesagt, zwei Milliarden davon waren Fremdkapital. Also es sind jetzt eben diese Kreditgeber eingesprungen und übernehmen jetzt diesen Player dafür, dass halt ein Teil von den Krediten auch nicht zurückgezahlt wird. Ja, die Frage ist, wie viel Signalwirkung das hat. Das ist ein bisschen passt ins Bild der SAS-Kalypse, wie man das heutzutage nennt. Also diese große Krise der klassischen SaaS-Unternehmen, weil halt die Kunden von SAS-Unternehmen einerseits viel Headcount durch AI ersetzen und viele SAS-Unternehmen in erster Linie durch Headcount Pricing gewachsen sind. Und andererseits halt viele sich auch grundsätzlich denken, brauche ich noch externe Software für gewisse Dinge, kann ich nicht einfach die AI das machen lassen. Und das ist jetzt so ein bisschen ein Poster-Child für diese Apokalypse. Gleichzeitig muss man sagen, es gibt andere SAS-Unternehmen, denen geht es sehr gut. Die haben es geschafft, AI nativ einzubinden, ihre Produkte und einfach sind auch so stark verankert in den Unternehmen, dass es schwierig ist, sie wegzudenken. Aber ja, es sorgt sicher für Second Thoughts bzw. zweimal nachdenken, bevor man aktuell ein SaaS-Unternehmen kauft, was ja auch eine Challenge ist für Startups, besonders eben SARS-Startups, die aktuell sich in Richtung Exit orientieren. Da ist auch klar, wenn man nicht AI-native ist und gerade Hype-Train-Fahrt, dann ist das tricky.
DanielEs gibt, um mal einen ganz harten Break zu machen, es gibt so einen Namen, den ich so gar nicht mehr auf meiner Liste hatte, wenn es um das Thema AI und Co. geht, die am Anfang ziemlich starker Mitstreiter waren. Das ist der Name Mid-Journey. Den Namen habe ich schon eine ganze Weile nicht mehr am Radar gehabt. Ich muss sagen, ich habe kein Zeitgefühl mehr. Aber sagen wir so, in den Early Days war es Chat-GPT und dann kam plötzlich Midjourney auf und Midjourney konnte plötzlich Bilder machen. Das war total cool. Man musste ein bisschen sperrig, weil man musste da, ich glaube, auf Discord, wenn ich das richtig im Kopf habe, dann irgendwelche Prompts eingeben. Oh, die Bilder waren ziemlich cool. Hat er mir große Freude gemacht. Und dann aber hat irgendwann ChatGPT-Dolly eingeführt und dann war das Thema für mich eigentlich auch wieder durch. Und ich kann mich erinnern, ich habe vor einer Woche für eine Keynote so eine typische typische Slido-Umfrage gemacht, um zu sehen, wer was welches Tool drauf hat. Und da habe ich irgendwie so vier, fünf Tools aufgeschrieben und da ist mir nie auf die Idee gekommen, Midjourney zu erwähnen, weil das ist ja schon antiquiert. That being said, ist Mid-Journey wieder aufgetaucht und er hat gesagt, das immer. Ein bisschen anders. So ein bisschen anders. Das ist schon, das ist schon ballsy, wenn man das so sagen möchte, was sie da jetzt machen. So vom Pivot.
MarkusGenau, also es ist schon wieder ein besonders harter Pivot. Wir haben ja vor ein paar Monaten, oder so hatten wir auch einen komplett strangen Pivot in eine ganz andere Richtung. Ich kann mich jetzt auch nicht mehr genau erinnern, was das war, aber es ist so ein bisschen die Zeit, wo. Schuhfirma. Genau, Schuhfirma, die jetzt ein Data Center macht. Ja, wo, also alles und jede probieren halt jetzt irgendwie sich in diesem AI-Ökosystem, das sich bildet, einen Ort zu finden, wo man wirken kann. Mid-Journey war natürlich da eigentlich sehr stark dabei. Er hat den Anschluss verloren und probiert jetzt einen ganz anderen Approach. Und dieser Approach heißt Mid-Journey Medical. Das ist ein Ultraschall-basierter Ganzkörperscanner, bei dem quasi die Idee ist, man steigt in ein flaches Becken, sie nennen das Pool of Golden Light, sinkt durch einen Ring aus 500.000 winzigen Sender und Empfangselementen, die Ultraschallwellen aus allen Winkeln schicken. Und das Ziel ist, dass da 60 Sekunden der gesamte Körper gescannt wird und man das regelmäßig machen kann, sodass man dann quasi ein Bild der Veränderungen in seinem Körper bekommt. Man muss sagen, es ist noch sehr am Anfang der Reise, es hat noch keine Zulassung. Und ich glaube, die erste Zulassung, die man beantragt, ist jetzt auch noch kein Medizinprodukt, sondern eher so ein Research-Produkt. Man positioniert sich da als Community-Backed Research Lab. Und das erste Produkt, wie man das quasi vermarkten will, ist Mitschurning Spa, wo die Eröffnung Ende 2027 erfolgen soll. Es soll es dann Hot Tubs und Sauna und Cold Plunges geben und die Scans sind dann irgendwie so danebeneffekt.
DanielZiemlich strange. Ich meine, ich kann mir schon mal vorstellen, wer der erste ist, der wahrscheinlich in diesem Ding jeden Tag rumplanscht. Das ist dieser Brian Johnson. Der ist wahrscheinlich, okay, let's go for it. Also dieser Mr. Longevity. Es klingt natürlich, von Fact, Eric hat ja, glaube ich, bei ihm investiert. Eric Demon, ja. Dankeschön, Bitpanda Eric. Und ich sehe dann dadurch immer mal wieder recht viel von Brian Johnson auf Netflix und ich finde den Netflix auf LinkedIn. Ich finde den Guten schon manchmal sehr. Ich bleibe ja dabei, wenn der irgendwie 68 wäre, wäre ich zutiefst beeindruckt, aber der Kerl ist 46, wo ich mir denke. Oder 47, wo ich denke. Ich meine, ja, ich fühle mich heute alt, aber ich werde 45 in drei Wochen. Und ich finde, irgendwie sieht der Typ 30 Jahre jünger aus, als ich weiß ich nicht. So vielleicht 5 Jahre, vielleicht 10 Jahre, also jetzt nicht so beeindruckend. Anyway, ich finde diesen Pivot total spannend und man muss natürlich auch sagen, viele dieser diagnostischen Tools, ob MRT und wie sie nicht alle heißen, sind natürlich teilweise 30, 40, 50 Jahre alte Technologie. Und dass man das neu erfinden möchte, macht auch total Sinn. Und dass sowas wahrscheinlich einfach nicht in sechs Monaten durch Software deployed wird, sondern wahrscheinlich Jahre dauert, macht auch Sinn. Es klingt jetzt natürlich schon so ein bisschen esoterisch, so als hätten sich die Founder da irgendwo hingesetzt, ein paar Pilze eingeworfen und jetzt machen sie irgendeinen ganz krassen Scheiß. Aber ich finde sowas ja immer aufregend. Und warum denn nicht? Weißt du, vielleicht haben sie irgendeine Technologie entdeckt, die Bilder erstellen oder was in Bildern sehen kann, was kein anderer kann. Das ist ja eigentlich dieser Anknüpfungspunkt. Und dafür müssen sie aber irgendein Setting gewährleisten. Go for it. Kann ja ganz geil sein.
MarkusIch glaube, es braucht visionäre Köpfe, visionäre Ideen, wenn man tatsächlich radikale Innovationen vorantreiben will. Und man muss auch sagen: Ganz Körper-Ultraschall, das ist ein physikalisches, ein hartes Problem, auch wie man das darstellen kann mit den Knochen und der Luft. Also das ist nicht trivial, was sie probieren zu machen. Vielleicht haben sie eben durch die Technologie, die sie entwickelt haben für Bildgebung, da einen spezifischen Engel. Dafür kenne ich mich technisch zu wenig aus. Aber was man jetzt einfach ganz klar dazu sagen muss, das ist jetzt alles tippitoppi vermarktet, was sie da machen wollen. Da haben sie wahrscheinlich auch eben durch ihre Bild Generation Tools die Möglichkeit, mit der AI einiges zu tun, was vielleicht so noch nicht vorhanden ist. Also das gibt es alles noch nicht, das ist aktuell eine Roadmap, die sie aufgezeichnet haben. Und wie sehr ihnen das dann auch tatsächlich gelingt, dass die Resultate was taugen, wie sehr ihnen gelingt, dass das auch eine Zulassung bekommt, wie sehr ihnen gelingt, dass das auch von den Auswirkungen auf den Körper keine negativen Seiten hat. Das ist alles in der Luft. Aber grundsätzlich die Idee, dass man sagt, man macht besser messbar, wie der menschliche Körper sich verändert, dass man vielleicht auch früher erkennt, wenn sich da gewisse Massen entwickeln, die potenziell nicht positiv gesinnt sind im eigenen Körper. Das ist ja ein guter Approach. Mal schauen, ob es ihnen gelingt. Ich glaube, man muss es mit ein bisschen Vorsicht genießen.
DanielJa, aber wie gesagt, ich finde sowas super spannend und ich meine, man muss ja sagen, irgendwo ist das ja auch ein total faszinierender Entscheidungsprozess, dass jemand sagt, okay, wir machen da jetzt komplett Stopp. Wir machen ganz was anderes. Und da werden eine ganze Menge Leute gesagt haben, bist du dir wirklich sicher? Ich meine, das ist schon, ja, man müsste halt sehen, wie die da aussehen, ob das dann jemand ist, der irgendwie im Mumu durch die Gegend läuft. Weißt du, was ein Mumu ist? Nein. Das ist so eine Art Männer ganz Körperkleid. Und ein Shitchen und. Das wäre für dich ein negatives Indiz. Ich habe gestern einen älteren Herren gesehen, der in einem Mumu durch die Gegend ging. Und ich habe mittels Selfie ein Foto von dem gemacht, weil er sah so schräg aus. Hat er auch entdeckt. Aber ich habe dann so getan, als würde ich noch Selfies von mir machen.
SPEAKER_01Ja, also wenn du wüsstest, wie der Silicon Valley entstanden ist, da waren sicher ein paar Mumos unterwegs. Das glaube ich nämlich auch. Und dieser Satz wird nicht gut altern, mein Freund.
DanielAber ja, ich meine, das ist ja auch okay. Deswegen ist es ja ein Momo. Das ist ganz wichtig, um das zu differenzieren. Und wenn nur wieder gelandet. Aber ja, ich meine, wie gesagt, wenn da einer so irgendwie so in so einer Yoga-Pose ist und dann irgendwie an so einer Klangschale rumbastelt, dann ist es was anderes, als wenn das so ein ganz pragmatisches Ding ist. Markus, wir müssen uns zu einem seriösen Ufer wieder retten. Lass uns über erfolgreiche Logistik sprechen. Lass uns über Bird sprechen.
MarkusJa, du meinst Bird. Die haben nach längerer Zeit jetzt mal wieder ein Investment kommuniziert. Und zwar für einen Einstieg ins Thema künstliche Intelligenz. Sie bauen, beziehungsweise haben schon, glaube ich, gebaut den Bird AI Connector. Das ist ein Tool, mit dem man seine ganzen Logistikdaten in das Sprachmodell seiner Wahl einbinden kann und damit dann quasi das besser steuern kann. Also zum Beispiel direkt in Cloud fragen kann, wo sind gerade meine Materialien oder meine Güter oder was auch immer, und dadurch halt auch reagieren kann, beziehungsweise dann auch auf der Kundenseite. Also wenn man sagt, man hat eine E-Commerce-Plattform, kann man dann zum Beispiel gewisse Campaigns schalten oder gewisse Sonderangebote basierend auf den Lagerständen. Und ja, was daran interessant ist, Bird hat das letzte Mal 2022 eine Runde gemacht, eine damals 53 Millionen Euro Series C. Sie haben jetzt nicht angekündigt, wie viel Geld sie dazuhören sind, aber die Bestandsinvestoren. Ich glaube, der Podcast schreibt, dass Muro Capital den Lead übernommen hat, was ich als gutes Signal werte, dass Bird es geschafft hat, weil Bird ist auch ein klassisches Unternehmen gewesen. Die haben halt on the peak zu einer sensationellen Bewertung Geld aufgestellt und haben dadurch auch das Glück gehabt, dass sie natürlich Cash in the Bank hätten, aber gleichzeitig in diese Bewertung dann erstmal wieder reinwachsen mussten, nachdem die Bewertungen geburzelt sind. Das ist für ein Unternehmen durchaus herausfordernd. Ich wähle das jetzt als sehr gutes Signal, dass sie das geschafft haben, sich auch in diesem neuen Marktumfeld zu positionieren. Und jetzt proaktiv halt ins Wachstum investieren mit Kapital von den bestehenden Investoren. Good News und glaube ich auch ein wichtiger Schritt.
DanielJa, super aufregend. Ich mag das Team total gerne. Mit dem TU-Background, das ist erstaunlich, was sie so über die Jahre gemacht haben. Schön, aufregend. Was wollen wir noch machen? Ein paar Minuten haben wir noch. Nur Blick auf die Uhr, dass wir so in den nächsten paar Minuten abrunden. Ja, wir können schnell durchgehen.
MarkusWir bleiben in Österreich. Eine weitere Investmentrunde, sehr spannend. Etwas über drei Millionen Euro für Soma Reality. Die machen Eye-Tracking. Also die bauen Algorithmen, die aus Eye-Tracking-Daten in Echtzeit kognitive Zustände ableiten können. Also zum Beispiel Belastung, Aufmerksamkeit, Wahrnehmung, Ermüdung, Whitebox, das heißt hardware agnostic. Und haben schon 2 Millionen Euro B2B-Umsatz seit Markteinführung gemacht. Zum Beispiel in der Luftfahrt, in Healthcurb, Profisportbereit, in der Forschung, also ein recht spannender Case. Und ja, DeepTech aus Wien, coole Story. Catalysts, der Lead Investor ist Catalyst Romania. Die habe ich bisher noch nicht gekannt, aber coole Geschichte.
DanielAufregend, aufregend spannend, wo das Geld daherkommt. Toll, schön. Und was magst du noch machen?
MarkusJa, weniger schöne News gibt es von MetaLoop. Das ist ja eines der Startups, die vor ein paar Jahren auch noch sehr gut gelaufen sind, haben damals Schrott24 noch geheißen. Und die müssen jetzt saniert werden, haben 11 Millionen Euro Schulden, 163 Gläubiger. Und laut Quellen tatsächlich sind die seit Anfang 2026 breake-even, beziehungsweise sogar leicht profitabel, aber Liquidität mit Kreditrückzahlungen hat dazu geführt, dass sie jetzt trotzdem sanieren müssen. Das Gute ist, dadurch, dass eben Break-even an und sich erreicht ist, glaube ich, gibt es eine ganz gute Prognose, dass es weitergehen kann. Und das ist, glaube ich, einmal auch die wichtigste Nachricht, weil es ja schon auch ein ganz cooler Case ist. Es ist ein Marktplatz für Metallschrott und eigentlich dadurch, glaube ich, ein sinnvolles Unternehmen, auch um halt da auch eine gewisse Kreislauffähigkeit zu ermöglichen. Das ist schon, also diese Story mit operativ profitabel, aber trotzdem insolvent, das darf man nicht unterschätzen. Das ist einfach für viele Unternehmen besonders auch aktuell, wenn durch die Zinslandschaft der letzten Jahre sind ja irgendwie lange gepolt gewesen auf Nullzinspolitik. Da war es sehr einfach, Schulden zu haben und dann kam die Zinsweinse und jetzt leben wir einfach in einem anderen Paradigma. Und das führt dazu, dass es halt, nur weil es profitabel ist, leider nicht heißt, dass das Unternehmen überleben kann, weil halt das Fremdkapital deutlich mehr kostet als noch vor einigen Jahren.
DanielJa, es ist eine wilde Zeit. Absolut wilde Zeit. Tolles Unternehmen, tolle Gründer. Mir gefällt es. Hoffen wir, dass es dann alles noch gut ausgeht. Und du hast noch einen Rockstar im Angebot.
MarkusGenau, das ist der Moritz Novak von Gatespace. Das ist ein Theo Wien-Spin-off, mal wieder. Die haben einerseits eine ziemlich coole Investmentrunde oder beziehungsweise eine Finanzierungsrunde angekündigt, Mix aus EIC Accelerator und EIB Equity, also viel EU-Funding dabei, sind damit gesamt jetzt auf ca. 222 Millionen Dollar Funding und haben gleichzeitig auch einen CEO-Wechsel angekündigt. Also der Moritz Novak, einer der Gründer und bisherigen CEO, übernimmt stattdessen den Vorsitz im Board of Directors und wird Chief Strategy Officer und holt sich jetzt eben mit dem Fabian Duschel einen CEO mit viel Erfahrung dazu. Das ist auch ein klassischer Shift, so in der Startup-Lifecycle-Historie zu sagen, an einem gewissen Punkt ist die Founder-Persönlichkeit, die gut darin ist, Dinge neu aufzubauen, eine Kultur aufzubauen, ein Team und eine Technologie auch in den Markt zu bringen. Vielleicht auch nicht mehr die beste Person, um dann in einem bestehenden, erfolgreichen Unternehmen das langfristig weiterzuführen. Das ist dann der klassische Schritt. Und es ist, glaube ich, auch ganz essentiell, dass man das als Person selbst erkennt, wenn man persönlich vielleicht nicht mehr auch die Lust hat, beziehungsweise die Stärken hat, um in dem Kontext weiterzumachen. Aber ich glaube, insgesamt Gatesway ist ein sehr schönes Beispiel, dass aus Österreich hinaus besonders im Space-Bereich viele coole Sachen hervorkommen. Und ja, ich glaube, man kann ihn gratulieren zu den letzten vier Jahren, in denen er dieses Unternehmen aufgebaut hat als CEO und jetzt auch zu dieser Finanzierungsrunde und aber eben auch zu dem Schritt ins Board of Directors. Bin mir sicher, er wird dort strategisch weiter stark lenken, aber eben dann operatives Leadership mit dem Fabian Duschel jemanden gefunden, der hier vielleicht noch einmal einen Hebel hineinbringt.
SPEAKER_01Stark.
DanielUnd damit legen wir den Hebel um. Und die Folge ist rum.
unknownEntschuldigung.
DanielEs ist dann doch warm, ich habe keine Klimaanlage. Ich merke, mein Hirn wird dann irgendwann aufgeweicht und kommen nur dämliche Sätze raus. Markus, es war mir wieder mal eine Freude, mit dir zu plaudern. Sam Herr, sagst du auch was?
SPEAKER_01Sehr gut.
DanielTake thank. Und bis zum nächsten Mal und bye bye.