Future Weekly

Best Of Future Weekly: Hedi Zinöcker über Disco Volante, Mut in der Gastro & den perfekten Pizzateig

Markus Raunig & Hedi Zinöcker

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Mit 22 eine Bar gekauft. Den Eltern hat sie es erst danach erzählt.

Hedi Zinöcker hat kein LinkedIn-Profil. Sie hat auch nie ein Startup gegründet. Sie hat mit 22, direkt nach dem Studium, die Kruger's Bar im ersten Bezirk übernommen, auf einen hohen sechsstelligen Kredit, den sie eigentlich nie erwartet hätte zu bekommen.

Heute betreibt sie die Disco Volante, die Pronto Volante und eine neapolitanische Pizzaschule.

  • Warum die Bank damals Ja gesagt hat und warum sie danach nicht mehr zurückkonnte
  • Neun Männer im Team, die die neue Chefin nicht wollten, und wie sie sich den Respekt erarbeitet hat
  • Der 16. März 2020: Lockdown-Ankündigung. Am Montag darauf lief der Lieferbetrieb.
  • Warum sie den Lieferdienst selber macht und keinen Ofen von der Stange kauft
  • Ihr größtes Learning, und es ist nicht das, das ihr von Gründerinnen sonst hört

Learning: Es ist ein Marathon. Du musst nicht alles in den ersten zwei Jahren niederreißen.



Production: Hanna Moser

Musik (Intro/Outro): www.sebastianegger.com

Markus

Einen wunderschönen guten Morgen, guten Mittag, guten Abend, willkommen bei Future Weekly und einer weiteren Episode unserer Sommerserie. Und zwar ist das unser Best of der besten Episoden der letzten Jahre, die man auf jeden Fall auch nochmal hören kann, oder falls man sie damals verpasst hat, jedenfalls nachholen sollte. Diese Woche haben wir jemanden, der nicht pitcht, nicht raced und nicht skaliert. Es geht um Hedi Zineker, die macht Pizza. Sie betreibt die Disco-Volante Pizzeria in der Gumpendorfer Straße und die Pronta-Volante ihre Pizzaschule. Sie ist auch die einzige Unternehmerin, vielleicht nicht die einzige, aber fast die einzige, glaube ich, die hier bei uns gesessen ist und gesagt hat, sie hat kein LinkedIn-Profil. Das hat mir das Leben natürlich deutlich erschwert, weil das ja eigentlich immer unser Opener ist. Und sie hat eigentlich in ihrer Zeit begonnen als Eigentümerin der Kruger-Bar, so hat ihre Unternehmerlaufbahn begonnen, ziemlich steil als Studentin, als Marketingstudentin, die eigentlich dort nur einen Agenturjob, also mit ihrer Mini-Agentur, einen Agenturauftrag bekommen wollte. Und am Ende hat sie dann einfach diese Bar übernommen und ist so eigentlich in die Gastro hineingekommen. Und es ist eine unglaublich ehrliche, authentische Folge, bei der sie auch einfach aufzählt, was sie alles verpasst hat durch das Unternehmer-Dasein. Und wie dieser Marathon für sie halt auch viele, viele wunderschöne Momente geschaffen hat, aber gleichzeitig schon auch viele Opfer erfordert hat. Ja, ich glaube, einer der ehrlichsten Episoden der letzten Jahre, auf jeden Fall worth listening in diesem Sinne, Future Weekly. Here we go! Einen wunderschönen guten Morgen, guten Mittag, guten Abend, willkommen bei Future Weekly. Heute mit mir Markus und weil Deep Dive Tag ist, natürlich mit einem großartigen Gast, und es ist heute die Hedi Zinnöcker. Hallo Hedi.

SPEAKER_01

Hallo, guten Morgen.

Markus

Wir freuen uns sehr, dass du bei uns bist. Und ja, traditionell machen wir einen Blick auf LinkedIn und schauen uns an, was da bei den Leuten steht. Sieht man aber schon, du bist vielleicht. Wir haben ja normalerweise oft viele Startup-Gründer hier, aber du kommst in einer gewissen anderen Richtung.

SPEAKER_01

Aber es gibt irgendein Profil von vor 20, 15 Jahren oder so, aber ich glaube, es ist schwer.

Markus

Genau, ich habe das ausgegraben. Da steht noch Unternehmerin bei Zinöcker Consulting und Holding GmbH.

SPEAKER_01

Ja, genau. Das ist so der Mantel des Ganzen, aber mehr gibt es tatsächlich nicht.

Markus

Ja, also da hat sich jetzt natürlich viel entwickelt. Erzähl einmal, was machst du so?

SPEAKER_01

Ja, wo fange ich an? Also ich habe kein LinkedIn-Profil. Mein Name ist Hedi Zinneker, genau. Das LinkedIn liegt vielleicht daran, dass ich wirklich mein ganzes Leben lang selbstständig war. Also ich war noch nie ausseits für ein Praktikum während dem Studium, wo ich in einer Kunstberatungsagentur, ich glaube, zwei Monate im Sommer oder so gearbeitet habe, war ich sonst immer, immer, immer schon selbstständig. Also habe eigentlich schon während dem Studium, ich habe Marketing und Sales studiert auf der FH in Wien, schon eine ganz kleine Quetschen, eine kleine Werbeagentur gestartet mit einem Grafiker, mit einem Mini-Projekt. Und das hat mich dann eigentlich ganz schnell in meine erste echte Selbstständigkeit gebracht, wenn man so will. Also der erste Kunde war die Krugerspa. Damals haben wir ein bisschen Marketingberatung gemacht und dann ging es auch schon los mit Gesprächen in Richtung, der Betreiber möchte es eigentlich lieber verkaufen, kann es gar nicht mehr so gut führen und mich hat das sofort gepackt. Also ich bin da Feuer und Flamme gewesen und war so voller Energie damit, damals 21 und bin so eigentlich dann schon ganz schnell in die Gastronomie auch reingerutscht. Also das war meine erste erste Unternehmung, meine erste Selbstständigkeit. Genau.

Markus

Und was machst du jetzt?

SPEAKER_01

Immer noch Gastro. Also ich bin hängen geblieben wie viele, glaube ich, die irgendwie ihren Fuß in die Gastro setzen. Ich mache jetzt aktuell die Krugaspa schon nicht mehr, das ist 2015 zu Ende gegangen. Also ich habe die da verkauft damals und mache jetzt die Disco Volante, das ist eine nepolitanische Pizzeria im sechsten Bezirk. Und die Kleine Schwester, die Pronto Volante im vierten Bezirk. Und als drittes Projekt, aber da gibt es jetzt keinen extra Standort. Die Schola Volante. Das ist eine neapolitanische Pizzaschule, auch im vierten Bezirk.

Markus

Ja, diese Pizzaschule habe ich jetzt letztes Wochenende erfolgreich abgeschlossen. Ja, da hast du schon gerne gedacht. Also ein sehr cooles Projekt und natürlich auch schon, glaube ich, über die Grenzen des sechsten Bezirks schon lange sehr, sehr bekannt, auch die Disco Volante. Aber in dem Sinne auch, du hast mal was anderes bei uns hier in Future Weekly. Was wir aber jetzt ganz traditionell machen, ist einen Blick in deine Kindheit. Wenn du zurückdenkst an die kleine Hedi. War damals schon eine Liebe zur.

SPEAKER_01

Kleine Hedwig. Damals immer Hedwig, also für die Eltern zumindest und die Geschwister. Ja, ganz kurz, also was mich vielleicht am meisten geprägt hat, ist die Großfamilie, die wir sind. Also ich habe sieben Geschwister, drei Brüder, drei ältere und vier Schwestern, davon zwei kleinere. Ich bin Nummer sechs von oben, also so im Mittelfeld, aber durchnummeriert. Genau. Und weil du vorher mir gesagt hast, dass wir darüber sprechen, was ich damals werden wollte, habe ich mich kurz versucht zu erinnern. Also ich war immer eigentlich von allen Kindern die Assistentin von Papa. Der Papa war ein Tierarzt. Ich glaube, ich habe eine recht schöne Kindheit gehabt. Land, Tierarzt, großes Haus, immer was los und ein bisschen da vielleicht auch Unternehmertum, weil halt der Papa als Tierarzt auch selbstständig war in dem Sinn. Ein bisschen anders als heute, wo viele auch zwei, drei Angestellte haben, Assistenten, hat es eher alleine gemacht, war da wirklich eigentlich 24-7 immer im Dienst. Also solange ich denken kann, war er Weihnachten eigentlich dann meistens bei einer Geburt, von der Kuh oder zu Ostern dann halt weg. Und ich habe, um Zeit auf meinen Papa zu verbringen, muss man sagen, ganz viel assistiert. Also ich weil mal der Bur, der die jetzt werden will. Also ich habe kurze Haare gehabt, die auf mir selber geschnitten oder schief. Und war der Bur, der die jetzt werden wollte. Aber das war es dann doch nicht im Endeffekt. Also der Papa hat dann irgendwie sehr abgeraten. Aber in die Richtung soll es für mich gehen. Also das war damals mein Wunsch.

Markus

Das heißt, damals gab es jetzt noch keine Leidenschaft für gutes Essen oder gute Drinks.

SPEAKER_01

Leidenschaft für Essen schon, es war immer zu wenig. Bei Pizza, muss ich sagen, wir hatten immer ein Blech für acht Kinder, es war immer zu wenig. Ich weiß nicht, ob das unterbewusst irgendwas damit zu tun hat, dass ich heute so viel Pizza mache, Pizza essen darf, so viel ich will. Aber nein, wir waren eine sehr simple Familie aus Mühlviertel. Wir sind jetzt nie sehr schön essen gegangen mit den Eltern oder hatten dann einen besonderen Sinn dafür. Wir durften alle zwei Wochen, da haben wir dann den Renault vollgepackt. Zwei Bänke, zwei Rückbänke, alle auf dem Schoß, keine Kinder sitze und dann sind wir manchmal ins Wirzers und das war natürlich super, wenn du der Fanta gekriegt hast, da das Schnitzall mal, dann war es sehr cool, aber das hat jetzt nichts mit besonderem Feindining oder so zu tun. Also da gab es jetzt nicht viel, was mich in Richtung Gastro schon vorbereitet hätte.

Markus

Und wie bist du dann von dieser Tierarztambition zum Marketing gekommen, beziehungsweise auch zu der Agentur oder zu dem Studium, was du gemacht hast?

SPEAKER_01

Ich glaube, bei so vielen Leuten ist so viel Zufall. Bei mir war es auch Zufall, weil mir ein Freund von meinem Bruder, der mir auch ganz gut gefallen hat, damals erzählt hat, dass er die Aufnahmeprüfung nicht geschafft hat für die FH Marketing und Sales. Und dann haben wir gedacht, ha, aber die schaue ich mir an. Also für mich war so viel offen. Ich war eigentlich eine sehr gute Schülerin. Ich habe sehr schönes Maturerzeugnis gemacht und ich wollte entweder Medizin oder Sprachen oder also es war irgendwie alles interessant für mich. Mich hat wirklich leider alles interessiert. Und dann war das wirklich Zufall, dass mir gedacht hat, na, wenn es der nicht gepackt hat, dann schaue ich mal, ob ich das nicht besser mache. Und war dann eigentlich, ich war auch in Krems auf der IMC, habe dort auch die Aufnahmeprüfung geschafft und war dann ein bisschen hin und her gerissen und dann war die Entscheidung eher wegen Wien, weil Wien cool ist und man will aus dem Müllviertel weg, möglichst weit. Die Geschwister war schon in Wien zum Studieren und das war dann eher so absoluter Zufall. Ich hatte jetzt keine Mega-Leidenschaft für Marketing. Ich wusste auch gar nicht wirklich, was es ist, weil ich ja ein Realküm besucht habe und da wirklich überhaupt keinen Wirtschaftsschwerpunkt oder so kennengelernt hat. Also wirklich totaler Zufall.

Markus

Jetzt hast du gesagt, du hast dann relativ früh schon eine kleine Marketingagentur gestartet. Das ist jetzt in Österreich ja jetzt nicht das Normalste, dass man nebenbei irgendwie so ein Business aufbaut. Ist das trotzdem bei euch im Studium ein Thema gewesen oder wie ist das ein Start?

SPEAKER_01

Ja, ein bisschen wahrscheinlich schon, weil wir sehr viele Case-Studies gemacht haben. Wir haben halt auch so fiktive Produkte ausgedacht und haben dann intern präsentiert. Und es waren wirklich einige bei mir im Jahrgang, die halt, ich weiß, der eine hat Trachtenmode exportiert nach Japan und ich war mega beeindruckt, so, wow, Online-Shop. Und der andere hatte irgendwie auch, ich kann mich nicht mehr genau erinnern, Werbeartikel oder so. Also es war dann irgendwie schon so ein bisschen Unternehmergeist in der Luft. Und dann haben wir gesagt, immer nur die Burschen, wir können das, also wir Frauen, Frauenpower können das genauso. Und ich habe dann einfach Lust drauf, eher im Kleinen mal zu schauen, wie geht Gründung in Österreich. Dann habe ich ein bisschen was gelesen von einem Gründungsbonus. Und das war halt einfach so ein bisschen Learning by Doing, genau die Case da, die aus der Uni raus ins reale Leben bringen. Aber wirklich auf sehr kleiner Flamme. Also ich habe dann einen Inserat geschalten und mir irgendwelche Grafiker angeschaut, ohne zu wissen, was ist ein guter Grafiker ist. Ich habe dann noch Sympathie einen eigentlich irgendwie akquiriert. Und der muss verzweifelt gewesen sein, dass er mit mir da gestartet hat, weil ich hatte eh nichts außer einen Logo-Wunsch und einen, also auch keinen Kunden oder so. Also es war sicher nicht der beste Grafiker, der zu haben war damals. Aber es war ein Start, genau. Und so ging es dann los und dann habe ich irgendwie versucht, Kunden zu kriegen.

Markus

Und wie bist du zu deinem ersten Kunden gekommen?

SPEAKER_01

Also das erste, ah ja genau, ich muss mich manchmal wirklich konzentrieren, das ist schon 20 Jahre her. Ich habe immer nebenbei gearbeitet im Studium und ich habe dann eigentlich durch Zufall einen Herrn von der Wirtschaftskammer kennengelernt, mit dem habe ich bei einer Veranstaltung mal geplaudert. Ich bin immer so an Veranstaltungen gerannt und habe halt geschaut, was da so ein bisschen los ist und war dann auch im Vorstand von der jungen Wirtschaft ganz kurz, weil sie mich da gleich gekrallt hatten. Und da hat er mich empfohlen für einen Job, der war eigentlich schrecklich. Das war ein Vertrieb für schrecklich, darf ich nicht sagen, weil vielleicht sieht das sogar noch, aber ich war für einen Verlag, Anzeigen, also Inserate verkaufen und ich habe mir das so schmackhaft gemacht, das ist so toll und kommunikativ wäre. Ich glaube, die haben einfach wen gebraucht. Und da kam ich dann zu einer IT-Firma, die haben gesagt, Inserate interessiert sie nicht, aber sie finden mich als Person gut und sie bräuchten eh ein bisschen ein bisschen Hilfe im Marketing. Und dann habe ich gesagt, ja, ich habe eh auch eine Agentur, mehr oder weniger. Sowas wie eine Agentur und dann kam es dazu, dass wir für die mal die ganzen Drucksorten gemacht haben und Logo und so. Und der hat über die IT auch den Eigentümer von der Krugerspa betreut gehabt. Und da hat dann das eine zum anderen geführt. Genau, und so ging es dann los eigentlich.

Markus

Also du hast die Krugerspaars nicht als Kunden gewonnen, indem du da am Abend unterwegs warst und mir gesagt, dass man eigentlich ein besseres Marketing macht.

SPEAKER_01

Der Dr. Meißner hatte auch eine große Automationsfirma in Salzburg. Die war mein weiterer Kunde und über den Kontakt sind wir dann auf die Krugerspa zu sprechen gekommen und dann hat sich halt herauskristallisiert, dass er es eigentlich verkaufen möchte.

Markus

Okay, jetzt erzähl einmal. Krugerspa-Marketing betreut und Marketingagentur, das ist, wie du schon gesagt, es hat es klein begonnen und kann man, glaube ich, auch wahrscheinlich vom finanziellen Einsatz, der da reinfließt, ist es wahrscheinlich einfacher zu handeln als so eine Bar, ein Gastro ist ja schon ein ziemlich Risiko auch. Wie als du dann erfahren hast, okay, Klugerspa möchte eigentlich vielleicht das übergeben. Warum hat dich das geritten, dass du sagst, das mache ich jetzt?

SPEAKER_01

Ja, ich weiß es wirklich nicht mehr. Es war totaler Übermut, also unglaublich naiv auch damals, aber ich war immer schon sehr mutig. Immer. Also ich habe immer eher zuerst gemacht und dann gedacht. Und im Willwertlirischen sagt man ein bisschen damisch. Also immer halt so mit dem Kopf durch die Wand und alles wollen und wenn es nicht geht, dann erst recht. Heute leide ich darunter, weil meine Tochter hat das sehr geerbt. Das ist mir jetzt klar, wie schlimm das für Außenstände ist, dass man immer seinen Willen durchsetzen will. Und ich habe mir damals ehrlich gesagt gedacht, das ist eine weitere Case-Daddy. Also ich musste ja einen Businessplan schreiben für die Bank und ich habe niemals damit gerechnet, dass es funktioniert, weil das war wirklich sehr, sehr hoher Kredit. Also im hohen sechsstelligen Bereich. Ich habe mir Geld ausgebort bei einer Freundin, beim Bruder. Ich habe seinen Eltern nicht gesagt, bin dann zur Hausbank mit einem Businessplan hin und habe halt einfach gefragt, ob die einen Kredit geben. Und habe überhaupt nicht mit einem Ja gerechnet. Und dadurch, dass die dann, die hatten, es war eine Bank in Österreich, die haben dann die Kollegen in die Bar geschickt am Abend und haben gesagt, die haben dann rückgemeldet, ja, tolle Bar und super und wow und sehr tolle Lage und tolle Gäste und so. Und das war vor Basel 2, muss man sagen. Also heutzutage geht es so fix nicht mehr. Und dadurch, dass die mir dann eine Zusage für den Kredit gegeben haben, konnte ich nie mehr kneifen. Also gar nicht mehr so rein, dann ist der Stein ins Rollen gegangen und ich habe dann einfach nur gemacht. Also ich habe dann einfach geschaut, was braucht es jetzt, wie firmiert man, wo ist ein Steuerberater, was ist jetzt zu tun und habe dann auch dem Herrn Dr. Meißner halt mein Wort gegeben, dass das klappt und dann konnte ich auch nicht mehr zurück. Also das war dann echt einfach so, Studium, Ende September fertig, 1. Oktober kriege ich den Schlüssel für die Bar. Und im November hatte mein Papa Geburtstag und ich habe dann meine Eltern in die Bar eingeladen und habe ihnen dann, habe ihnen einen reinen Wein eingeschenkt. Also die waren da jetzt auch nicht sehr happy, aber da war es halt schon passiert.

Markus

Okay. Aber was waren da deine ersten Schritte in der Bar? Weil ich meine, die Bar gab es, ich schätze, es gab auch Belegschaft. Aber wie bist du rangegangen, ob das zu schnell ist?

SPEAKER_01

Es war eine Betriebsübernahme, demzufolge hast du auch die Belegschaft zu übernehmen. Und das waren damals, glaube ich, zehn, neun oder zehn Mitarbeiter Vollzeit, fast nur Männer, also die Barchefs sowieso Männer. Und dann kommt da so blonde, 22-jährige, total naive Oberösterreicherin und sagt, jetzt bin ich die Chefin und jetzt machen wir hier gemeinsam. Das war schon ein großer Widerstand am Anfang. Die wollten mich überhaupt nicht haben. Die haben der Papa dir ein paar gekauft und die kommt jetzt daher und spielt auf wichtig. Und es hat gedauert, dass ich mir da den Respekt verdient habe. Also ich habe wirklich so viel geputzt und aufgeräumt und mich mit den Leuten auseinandergesetzt und Einzelgespräche geführt. Und ich bin durch die Lüftung gekrochen oben und habe Filter gewechselt und ich habe wirklich angepackt und gesehen, das ist jetzt nicht irgendein verwöhntes Gör, sondern die will richtig, die hackelt und die lässt sich da jetzt nicht an das schöne Barleben im ersten Bezirk irgendwie gut gefallen, sondern die möchte da was entwickeln. Ich habe dann auf Veranstaltungsreihen begonnen. Also das war dann, ich weiß nicht, wann es wirklich war, die haben ja über Jahre noch gesagt, früher war es so und jetzt halt so und die gute alte Zeit und früher und früher. Also das haben wir lang gehabt, aber ich glaube, ich habe dann trotzdem so im ersten Jahr mir einfach durch das Arbeiten den Respekt verdient. Und irgendwann haben sie auch gewusst, das wird sich eh nicht mehr ändern, sie müssen ja sowieso mit mir irgendwie auskommen, weil ich bleibe.

Markus

Ja. Und jetzt auf einer Business Case-Ebene, war die Bar davor wirtschaftlich erfolgreich?

SPEAKER_01

Nein, das war untergrund. Es ging sehr nach unten und es waren sicher, es war auch, also ich konnte den Kredit zurückzahlen, aber es war für das, was dann Stunden reingeflossen war, von mir nie besonders ertragreich. Also es war, ich habe es mir immer ein bisschen so schön gerechnet, weil ich bin in der Früh in die Agentur gegangen und bin dann neun, neun bis neun, dann bin ich am neun in die Bar gefahren am Abend und habe halt da auch Kontakte gemacht, wo ich zum Teil Projekte für die Agentur gewinnen konnte. Also es war auch ein bisschen meine Akquisitionsplattform und so habe ich es mir eigentlich schön gerechnet, dass ich diese Möglichkeit habe, weil finanziell war es jetzt, also okay, aber es war jetzt nie eine Riesennummer.

unknown

Ja.

Markus

Und wie hat du, also warst du auch Customer Fronting dann im Sinne, dass du bekannt warst auch als Besitzerin, warst du dann halt auch am Abend dort und hast Gäste begrüßt, oder?

SPEAKER_01

Ein bisschen. Ich meine, ich war da schon auch sehr jung noch und die Gäste zum Teil wirklich auch ein bisschen Prominenz. Ich meine, wir hatten sogar Brad Pitt und seine Gattin, die Angelina Jolie im Februar da für zwei Stunden. Und da war ich auch da vor Ort und ich habe es mich nicht getraut, sie anzusprechen, was vielleicht eh gut war. Also wir haben die total nett bedient, da bin in Ruhe gelassen. Und ich war jetzt ein bisschen customer front, also es waren Freunde von mir, die gekommen sind. Of ich war auch damals in ein paar Netzwerken drinnen und da sind schon Leute gekommen und haben nach mir gefragt. Aber es war eigentlich immer noch der Barchef der Monier damals das Gesicht zur Bar. Das war mir auch wichtig, weil da kommst du niemand raus. Also wenn du dann das Gesicht zur Bar bist, dann musst du jeden Abend dort sein und dann wird es auch schwierig, wenn man dann an der Nicht da ist, dann ziehen Gäste beleidigt ab und das soll es ja nicht sein. Es soll ja das Ambiente, die Musik, das Team, das soll ja alles die Gäste bringen und nicht die eine Person, die halt mit ihnen dann ein Gläschen drinkt.

Markus

Ja. Okay. Dann hast du schon gesagt, das war jetzt wirtschaftlich nicht der große Erfolg, aber immerhin hat sich der Kredit zurückbezahlt. Mittlerweile gehörte die Bar nicht mehr, oder?

SPEAKER_01

Nein, genau. Also ich habe 2012 meinen ersten Sohn gekriegt. Da hatte ich die Bar noch. Also es war 2005 Übernahme, 2012 durfte man auch noch rauchen, genau, das war noch so. Und der Georg war unglaublich viel in dieser Bar. Also ich habe mich eh manchmal wirklich geniert, wie viel sein Kleinkind in so einer Bar sitzt, auch tagsüber, wo es auch nicht so gut riecht. Und dann war ich schwanger zum zweiten Kind. Das war, also Greta ist im Juni gekommen und im Mai 2015 habe ich dann irgendwie so ein Rappel gekriegt und gesagt, okay, das geht nicht, dass das zweite Kind jetzt ausständig in der Bar hängt. Und es war dann auch schon ein Rauchverbot, ganz klar das kommt. Also das war eine beschlossene Sache. Ich habe da viel probiert mit Zigarrenclub, hat mit Anwältentreffen und so, aber es war klar, dass wir da eigentlich jetzt das Rauchverbot, nachdem nämlich schon umgebaut wurde auf Raucher-, Nicht-Raucher-Räumlichkeiten, dass dann das komplette Rauchverbot kommen würde. Und das war mir sehr bewusst, dass das für die Bar sich ein Abstieg sein würde. Wir haben sehr viele Zigarren, Raucher gehabt, Whisky, Rum. Das war einfach so eine ganz klassische American Cocktail Bar, die das auch braucht, ein bisschen. Und im Hinblick darauf, und dass ich hochschwanger war und davon auch ein bisschen gestresst, habe ich dann der Hausbank eigentlich die Anfrage gestellt, ob sie nicht wen wüssten, wer die Bar kaufen möchte.

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Okay.

Markus

Und das war, also du hast die Bar verkauft und hast dann angefangen mit der Pizza oder war das so viel.

SPEAKER_01

Ist parallel gelaufen, ich sage ja damisch, es war immer ein bisschen zu viel bei mir. Nein, ich habe mit 2012 begonnen und 2013 haben wir die Diskovulante aufgesperrt. Also ich wollte aus der Nachtgastro, die ich schon gut kannte und ein paar Jahre betrieben hatte, wollte ich ganz gerne auch eine Tagesgastro noch entwickeln, beziehungsweise auch einen Tagesgastronomiebetrieb führen. Es war auch die Agentur noch bis 2012, sagen wir mal, am Leben. Das letzte Jahr hatte ich keine Mitarbeiter mehr, habe ein paar Projekte noch alleine gemacht. Aber in den schlimmsten Zeiten waren es drei Unternehmen parallel und das kleine Kind und dann war es eh schon ziemlich, also war dann eh auf Anschlag. Aber das hat sich dann so auseinandersortiert, dass ich die Agentur dann eigentlich geschlossen habe, stillgelegt eigentlich, wie der Georg da war. Und dann haben wir die Baustelle gehabt für die Disco land und im Juli 2013 haben wir dort aufgesperrt. Genau. Da hatte ich auch die Bar noch. Also da waren es dann auch Krugers Bar und Disco.

Markus

Und was hat dich an der Gastro am Ende, oder warum wolltest du in der Gastro bleiben? Und hast gesagt, eigentlich jetzt genug mit der Agentur und was fasziniert dich an der Gastro?

SPEAKER_01

Also das Geschäft in der Gastronomie ist viel unmittelbarer. Also du merkst, wenn du irgendwas machst, wie du nimmst einen Drink auf die. oder du hast ein neues Merchandise oder du machst irgendein lustiges Event oder so, du hast sofort das Feedback. Also du siehst die Gäste. Die haben ganz viel burlesque Abende gehabt. Das ist einfach viel, also das ist so viel zu spüren, was du schaffst. Die Agenturwelt des Marketing war mir wirklich einfach zu künstlich oft und zu wenig greifbar. Wir haben Sachen diskutiert, die eigentlich wahnsinnig irrelevant waren und haben da wirklich Korrekturschleifen um Korrekturschleife gemacht. Mir war es einfach dann ein bisschen zu wenig real irgendwie auch oder greifbar. Ich mag die Castro wahnsinnig gern, ich mag einen vollen Laden, der fühlt sich super an, ich mag glückliche Gäste, ich mag die Stimmung, irgendwie wenn es brodelt oder so. Und das hasst in der Agentur alles nicht. Das ist wahnsinnig wenig spürbar, was du da bewegst eigentlich.

Markus

Gut, und warum Pizza?

SPEAKER_01

Naja, das war wie vieles in meinem Leben auch wieder Zufall. Ich glaube, es ist bei mir einfach auch viel gut gelaufen und glückliche Zufälle sind da passiert. Ich wollte ein Tagesgastronomiekonzept, hatte auch eigentlich sogar schon einen anderen Standort ersteigert, der war insolvent. And before we ihn übernommen haben, ist er abgebrannt. Mein Riesenglück. Wow. Ich konnte den Standort dann gar nicht nehmen. Und damals hatte ich einen tollen Koch als möglichen Partner und wir hätten eine ganz andere Richtung eigentlich eingeschlagen. Dann war das Ding weg und dann habe ich den anderen Standort gefunden, eigentlich durchs Vorbeispazieren in der Gummdauer Straße, der hat mir total gut gefallen. So ein Ecklokal, es waren 1-Euro-Shops, so ein ganz Schircher. Aber das Lokal war toll. Und das habe ich irgendwie, ich habe mir gedacht, da gehört eine Pizza rein, also Pizzeria in Wien, eine sehr coole. Und die Maria Fuchs hatte ja die Pizzerie schon im zweiten Bezirk. Und das hat mir auch recht gedauert, wie sie das eigentlich angelegt hat, das Lokal, also sehr anders eigentlich als viele andere Gastronomen damals gearbeitet haben. Und sie war eine Frau und sie war eine Quereinsteigerin, hat auch Wirtschaft studiert, jetzt habe ich sie angerufen, ob wir uns treffen wollen. Und dann haben wir uns einfach darüber ausgetauscht, was sie so macht. Sie kommt auch aus einer kinderreichen Familie. Wir haben uns recht gut verstanden. Es waren sehr viele Parallelen da. Und dann war es eigentlich zuerst meine Anfrage, ob sie nicht mit mir gemeinsam ein Konzept entwickeln möchte. Und letztlich war es aber dann so, dass wir gesagt haben, wir würden eigentlich gern gemeinsam dort was machen. Also machen wir ein Fest dann lokal zur Pizzamarie.

unknown

Okay.

SPEAKER_01

Auch weil der Laden das total hergegeben hat. Also das war irgendwie so wie gemacht dafür.

Markus

Und wenn man jetzt jetzt wahrscheinlich einen, ich habe es dann gemeinsam ein Konzept im Kopf gehabt. Wie kommt man dann an Pizzaiolos? Also die richtigen, weil besonders bei so einer neapolitanischen Pizza kommt es ja schon darauf an, dass das halt auch authentisch und.

SPEAKER_01

Ja klar, wir können selber nicht am Pizzaofen stehen, du brauchst die guten Leute, genau damit steht's und fällt es neben vielen anderen Faktoren. Aber klar, das ist so der ganz entscheidende Punkt und es war auch mein großes Glück, dass ich mit der Maria zusammen das starten konnte, weil wir letztlich eigentlich den Pizzachef von der Pizza Marie damals rübergeholt hatten in die Disco und auch zwei, drei Leute aus dem Service, die auch schon gewusst haben, wie der Ablauf gut ist und konnten so mit viel weniger Geburtsschmerzen starten. Also es war dann wirklich viel fundierter gleich ab Beginn. Also die Abläufe haben gepasst, die guten Leute waren da und sie hat dann in der Pizzamerie nachbesetzt. Die sind oft wirklich einfach Cousin und Freunde und Familie von den Pizzaioli. Also die rufen halt dann in Neapel, in Salerno, in Pozzoli an und fragen halt, ob wer raufkommen will, was damals auch leichter war, weil es damals in Italien wirklich schlechter bezahlt war. Also in der Gastronomie jetzt in Italien verdient man auch mittlerweile sehr gut eigentlich, aber damals ist es uns leichter möglich gewesen, auch wen aus Italien hochzuholen.

Markus

Und wenn, also du hast schon gemeint, bei Pizza Maria, das war schon sicher auch ein Erfolgskonzept, was ihr da quasi replizieren konntet. Ist es dann auch in der Gumpendorfer Straße sofort abgehoben und war das gerade auch der Hype der neapolitanischen Pizzagra?

SPEAKER_01

Ja, tatsächlich ja, das hat mich auch total aus den Socken gehauen, weil ich habe in der Krugerspa oft Tage gehabt, so einen Mittwochabend, wo bis 20 Uhr kaum wer da war, unglaublich frustrierend, wenn man in der Gastro ist und einen leeren Laden vor sich hat. Und das hat so eingeschlagen und das war wirklich einfach auch die Bekanntheit, der Name Pizza Marie, Schwesternkonzept, die Pressekontakte, die sie da hatte, weil ich die jetzt so wirklich ehrlicherweise auch nicht hatte in der Gastro. Ich habe mich da auf ein bisschen anderes beschränkt in der in der Krugerspa, also eher so Eventreihen und die bewerben oder so, aber das hat uns total geholfen und die Eröffnung war grandios, es war mega viel los und ab da ging es wirklich los. Also ab da waren wir einfach jeden Tag, jeden Tag gut besucht. Also richtig, richtig schön.

Markus

Cool. Also ich kann mir gut vorstellen, wenn so ein Lokal so richtig gut läuft, das muss schon ein sehr cooles Gefühl sein. Es ist ja dann ein bisschen auch die neapolitanischen Pizzerier in Wien explodiert.

SPEAKER_00

Ein bisschen ist gut. Sehr.

Markus

Spürt ihr das oder ist einfach als Original hat man da gute Karten?

SPEAKER_01

Ja, bestimmt spüren wir es. Also nachdem es jetzt echt auch die Frage ist, wenn du im siebten Bezirk wohnst, ob du wirklich den Weg bis zum Egidi-Platz runter machst, wo du doch fußläufig alle 50 Meter eine neapolitanische, gute Pizzeria hast, muss man auch wirklich sagen, es gibt gute. Es ist sicher unser Service extrem gut. Also das hören wir auch von allen Seiten. Wir sind so eingespielt. Wir haben eine ganz hohe Drehung. Das heißt, unsere Produkte sind extrem frisch. Wir kaufen sicher teurer einen als die anderen Pizzerien oder sehr viele. Das weiß ich auch vom Lieferanten und das ist auch unser Steckenpferd, dass wir da nicht nachlassen, sondern eher immer noch ans Drauflegen und versuchen noch einmal jetzt den Schinken vom Dormeier zu kaufen, vom Weinviertler Stoßschwein und nichts aus irgendwelchen unbekannten Quellen und so. Und ich glaube, das spüren die Gäste schon. Also wir merken es, was wir auch merken ist, und das ist eigentlich ein schöner Effekt, dass die Pizzaköche, die sich jetzt auch selbst nicht gemacht haben mit einem Investor or of eigentlich fast ein bisschen mehr in die Community reinmelden, wie schwer it is. Weil jeder glaubt it is gute Pizza machen, machen, laden und werde stinkreich. And this is eigentlich wieder ganz gut, dass man that this entwickling aber auch bedeutet that by violent nicht so gut läuft und die auch rückmelden wie unglaublich viel Arbeit they have and we wissen auch von einem ex-Pizza kocht, der hat jetzt keine Pizzeria, sondern eher ein kleines Restaurant mit italienischer Küche, und der hat gesagt, war, wenn ich das gewusst hätte, ich arbeite doppelt so viel und verdiene weniger. Also hätte ich nie gemacht, aber jetzt ist es halt so, jetzt läuft es, jetzt kannst du auch nicht zurück. Also wir merken es, aber es hat nicht nur negative Effekte. Und für den Gast ist es schön, für die Wiener ist es super, dass man so eine hohe Qualität an Pizza in Wien kriegt.

Markus

Absolut. Da hat sich viel getan. Ihr habt dann den zweiten Standort aufgemacht und dann auch die Schule. Wie ist die Idee zur Schule entstanden?

SPEAKER_01

Also da gehen die Credits an den Pablo, der unser ehemaliger Pizzaiolo in der Disco Volante war und dann auch in die Pronto mit rüber ist. Aber wir hatten die Idee, die ganz vage schon auch immer wieder mal, dass man halt eigentlich auch Pizzaschule oder Pizzakurse oder so anbieten könnte in irgendeiner Form. Aber wir hätten es sicher nicht gemacht, wenn nicht er zu uns gekommen wäre während Corona, wo ihn wirklich viele Freunde gefragt haben, wie macht man einen guten Pizzateig und wir packen selber jetzt zu Hause, aber es klappt nicht. Und er wollte das machen. Also er ist dann zu uns ins Büro und hat gesagt, er hätte jetzt wirklich die Idee, er möchte auch gern was anderes, er will nicht mehr jeden Tag am Pizzaofen stehen und ob wir das nicht irgendwie mit ihm machen können. Also dann war es konkreter und der Wunsch war auf dem Tisch und ihm zuliebe auch ein bisschen, damit das irgendwie vorangeht, haben wir das dann doch sehr, sehr schnell, sehr konkret werden lassen. Also ich habe das Projekt ein bisschen an mich gerissen, weil ich sowas mag, so Business Development, ein bisschen auch das Logo, die Website, Konzept, Vermarktung, auch den technischen Teil vom Booking-System und so, das mag ich gern, so etwas entwickeln. Und dann haben wir einen Test, wir haben gesagt, okay, aber du machst ein richtig gutes Konzept. Wir sind deine ersten Schüler, wir sind kritisch. Und wenn es uns nicht gefällt, dann ist es vom Tisch. Aber wenn es gut ist, dann machen wir weiter. Und es war wirklich lustig, es war wirklich ein cooler, ich meine, du hast ihn auch gemacht, den Kurs. Das Feedback ist immer sehr nett, das ist wirklich sehr gelungen, finde ich. Das Konzept ist sehr stimmig und man lernt viel, die Stimmung ist gut. Und das war dann überzeugend. Und dann haben wir gesagt, dann starten wir es mal und schauen, ob irgendwer kommt. Also wir wissen es ja nicht, ob das irgendwen interessiert. Das war jetzt auch noch 2022 und ich würde sagen, das letzte Jahr getrieben auch durch Gusni und Oni und die ganzen Ofenhersteller, die halt auch gerne ihre Öfen verkaufen wollen, ist es ein unglaublicher Trend, jetzt Pizza daheim zu packen. Also hat jeder den Webergrill gekauft und jetzt müssen alle auch einen Pizza Ofen für daheim kaufen und das treibt sehr, diese ganzen Pizza-Fans, die daheim jetzt backen und mit dem Teig experimentieren. Aber wir profitieren davon, wir haben die Schüler wirklich zahlreich da und läuft sehr gut.

Markus

Das hast du gemeint, das ist auch etwas, was dich fasziniert, dann das Ticketingsystem und so die Technik rumherum aufzubauen. Jetzt könnte ich mir vorstellen, dass ich euch vielleicht auch nicht, aber mein Gedanke wäre, dass wahrscheinlich da auch die Entscheidung war zwischen, wir arbeiten zusammen mit einem von diesen klassischen Erlebnisportalen, wo man halt so Gutscheine kaufen kann, oder wir bauen da unser eigenes Ding. Warum habt ihr euch für ein eigenes Ding entschieden?

SPEAKER_01

Immer, immer eigenes Ding, immer der schwere Weg. Also das ist nie, das zeichnet mich auch, mach es nicht einfach. Aber es ist auch so, dass wir wirklich auch ein bisschen Learning dahinter haben. Wir haben jetzt auch einmal mit Futora kurz begonnen in der Pronto, einfach weil es ein kleiner Standard ist, wo jetzt nicht die hohe Frequenz da ist, da gibt es viel Lehrzeit. Und haben dann sofort auf eigenen Shop umgestellt und eigene Fahrer, weil das einfach, es funktioniert nicht gut. Also du kannst, wenn du es richtig gut haben willst, das Service, dann machst du es selber. Und beim Booking und Ticketing hat es mich eher eigentlich interessiert, wie es technisch umzusetzen war, weil ich durch Corona damals gezwungen war, mich ein bisschen schon mit Online-Shop und Online-Paym und so auseinanderzusetzen und habe dann ein CMS kennengelernt, das einfach alles kann. Und dann habe ich mir einfach nur angeschaut, okay, wie setzt man es auf und wie funktioniert es oder funktioniert es nicht. Und die Vermarktung hat mich auch interessiert. Also das ist mir schon geblieben aus der Agentur, dass ich mir gedacht habe, okay, jetzt machen wir dann eine Presseaussendung und dann machen wir ein, wir haben ja eine Newsletterbase, recht viele Leute, die abonnieren und dann mache ich wieder ein bisschen Google Ads, was wir jetzt sonst gar nicht machen. Und das hat mich viel mehr interessiert als mit irgendeinem Ticketingpartner einfach nur seine fünf Lehrfelder oder auszufüllen, irgendein Formular und dann irgendeine Nummer von 17 Pizzakursen zu sein. Aber wir haben auch die Erfahrung, wir machen einen Kurs auch über, also den Online-Kurs jetzt auch über einen deutschen, also die verkaufen auch Tickets, weil es halt in Deutschland groß sind und wir dort keine wirkliche Reichweite haben und da macht es auch Sinn. Also da haben wir eine Agentur, die Online-Tickets für die Online-Kurse verkauft, damit wir auch in Deutschland ein bisschen anbieten können.

Markus

Das hast du schon angesprochen, ihr liefert eure Pizza auch selbst aus und macht es nicht über Food All. Das könnte ich mir vorstellen, so wie ich dich kenne und erfahre. Bist du da schon auch am Optimieren für die Qualität? Und das ist ja besonders bei der neapolitanischen Pizza, finde ich, ein Thema, dass die.

SPEAKER_01

Sehr schwer, ja.

Markus

Je schneller man sie isst, desto besser ist sie, sage ich jetzt einmal.

SPEAKER_01

Vor allem, wenn du es aus dem Ofen kriegst im Restaurant, ist die zweite Hälfte nicht mehr so gut wie die erste, wobei das liegt auch am Hunger. Aber es liegt auch an der Temperatur. Aber ja, klar, natürlich. Also ich habe mich da intern auch ein bisschen gewehrt, dass wir wirklich mehr investieren, dass wir uns da so Spezialöfen aus Italien holen, so Heißluftöfen, die ziemlich perfekt dafür sind, die Pizza knusprig und ausreichend warm zu halten. Also die sind auf 80 Grad. Damit kannst du bis 30 Minuten gut warm halten, um sie dann, also warm, heiß muss man sagen, die sind wirklich heiß, wenn sie da rauskommen, um sie dann in einen beheizten Rucksack zu geben und auszuliefern. Und so können wir quasi auch in einem Fenster von 30, 45 Minuten 50, 60 Pizzen produzieren und ausliefern. Und das war die Nische, die wir uns da gesucht haben. Also eine extrem heiße Pizza, ganz pünktlich geliefert, in einer Qualität, die sich sehen lassen kann. Also ich glaube, das haben wir ziemlich weit vorne, was die Lieferpizza betrifft, obwohl sie schwierig ist, das stimmt, sie hat eine große Oberfläche und kühlt schnell, also du musst wirklich durchgehend beheizen.

Markus

Aber das heißt, ihr beliefert dann auch Events mit eben so großer Fragen.

SPEAKER_01

Ja, genau, wir haben recht viele Firmen und also Büros eher. Events auch im Wahlkampf haben wir auch ein bisschen beliefert, also Redaktionen und haben ein bisschen im Veranstaltungsbereich, weil das meiste sind eher Büros, also viele Stammfirmen, die halt dann so ein Pizzaday in der Woche machen oder die halt immer am Abend, die haben wahrscheinlich die Events, wir wissen es gar nicht immer, also die bestellen einfach unter dem Firmennamen, aber ich habe da auch schon 70, 80 Pizzen ausgeliefert. Und das ist super. Also das machen wir gern.

Markus

Und wenn du da jetzt zurückbrichst auf nochmal diese Corona-Zeit für Gastro, ja, wissen wir eh, war das, glaube ich, schon existenzbedauernd. Wie bist du persönlich damit umgegangen? War dann das auch der Schritt, der zur Prontovolante geführt hat?

SPEAKER_01

Das habe ich nachgelesen wahrscheinlich, gell? Genau so war es. Ja, auch da wieder so viel Zufall. Also Corona war für alle schrecklich und für uns natürlich auch ein Riesenschock, einfach auch so ein bisschen Panikgefühl: wir haben jetzt 30 Leute in der Disco stehen und was machen wir jetzt überhaupt? Also wir haben, ich glaube am 13 oder 14. März, was war das? 2021? Ja. Gab es noch die Botschaft, dass die Gastro offen bleiben darf, aber nur, war das nur mittags und abends nicht? Also irgendeine komische, halbkare österreichische Lösung. Und da habe ich nicht wirklich dran geglaubt. Also ich habe ehrlich gesagt, und ich wollte auch nicht, also nur mittags und dann, also war jetzt irgendwie nichts Gutes für uns. Und ich habe dann am Samstag eigentlich in einem kleinen Panikrundruf alle Mitarbeiter kontaktiert, ob sie bereit wären, auszuliefern, also aufs Fahrrad zu gehen. Und habe dann eine ganze Nacht durchprogrammiert, aber diese CMS-Systeme sind halt wirklich schon so geeignet, dass ein totaler Null wie ich, ich bin kein Programmierer, einfach eine Website bauen kann mit Payment und allen Produkten drehen und allem. Und dann war am 16. März die Pressekonferenz, dass die Gastro durchgeschlossen wird. Wir waren aber ready. Wir haben uns lastenräder noch geholt am Samstag und ich habe die Website getestet, es hat funktioniert. Die Mitarbeiter hatten Bock und wir haben dann am Montag getroffen, haben die Tische umgestellt, haben dann auf eine Zone 10,40 geschrieben, dann haben wir 1060, wir haben Bezirke gebaut, haben uns irgendwie überlegt, so wie in einer Fertigungsstraße, wie wir das irgendwie hinkriegen. Wir haben unglaublich viel Cartoons gefaltet. Also da gibt es die lustigsten Bilder, wo wir wirklich in Wolkenkratzer. Und dann waren alle irgendwie so ein bisschen aufgekratzt und dann habe ich den Computer aufgemacht und dann ging es echt los mit Bang, bang. Es waren unglaublich viele Bestellungen und dann wieder zugeklappt und haben wir die ausgeliefert and Presse. Also es war dann ORF und ATV and Curio and all geschrieben, weil wir halt wirklich ab dem Tag null ready waren. Und haben da die kontaktlose Abholung gehabt. Also wir haben auch ganz viele Stammgäste einfach bei uns an der Tür gesehen, haben kurz geplaudert durchs Fenster durch, uns total gefreut, die haben sich total gefreut. Und haben dann auch viele daheim plötzlich besucht, was auch witzig ist, wenn es den Gast, der jede Woche zweimal zum Pizza essen kommt, plötzlich daheim im Pyjama triffst und ihm die Pizza bringst. Also es war spannend und das hat uns echt Spaß gemacht. Und das Label, unter dem wir es gemacht haben, war Pronto Volante. Also der Name unseres Lieferdienstes damals war Pronto Volante. Und dann haben die Verena und ich, Verena ist jetzt meine Geschäftspartnerin und war es damals auch schon, die Idee halt gehabt, dem Ganzen irgendeinen fixen Standard zu geben, weil wir da wirklich, wir haben das Logo entwickelt, wir haben da relativ viel reingesteckt in dieses Label und auch viel, viel gelernt, was Lieferlogistik und Lieferplanung und so betrifft. Dann war der Wunsch da, dass wir das vielleicht irgendwie weiterspielen können.

unknown

Cool.

Markus

Ja, ich glaube, die Geschwindigkeit ist bei solchen Sachen schon immer entscheidend auch.

SPEAKER_01

Genau, einen Monat später oder zwei Monate später haben sie eh alle, also wirklich fast alle Gastronomen gemacht, kontaktlose Abholung zumindest. Online-Shop, kontaktloses Payment, nicht immer, aber bei uns war es halt echt so, dass wir die schnellsten waren da. Oder andere haben es wahrscheinlich vorher schon gehabt, den Lieferdienst. Wir hatten halt keinen Lieferdienst, wir haben den halt dafür entwickelt und die meisten haben, glaube ich, aber trotzdem auch immer, dass der Fahrer an der Tür kassiert und bei uns war es halt komplett kontaktlos.

Markus

Naja. Wenn du jetzt so ein bisschen in die Zukunft blickst, hast du da einen Plan, was der nächste Schritt ist?

SPEAKER_01

Nein, also das Lokal mehr.

Markus

Nichts mehr. Nix mehr. Sagst du jetzt.

SPEAKER_01

Es lachen alle Freunde immer, weil mir wird der Nähe fahrt. Jetzt habe ich gerade die Skola Volante schön aufgebaut, dann sage ich wieder nie wieder ein neues Projekt und dann kommt schon das nächste. Wobei wir haben noch was, was jetzt auch ein bisschen neu ist und mich irgendwie gut beschäftigt hält. Das ist so eine, wir gehen ein bisschen in den Handel. Also wir haben so ein Backet Home Pizza-Projekt, das jetzt ganz erfolgreich gestartet hat. Ich meine, ich hätte die Website und den Onlineshop und den Kühlfassaden schon fertig in der Schublade. Wir haben es noch nicht gelauncht, weil wir jetzt eigentlich das Produkt einmal ein bisschen im Handel in Wien testen. Also wir sind bei Gurkalt drin, das läuft sehr gut. Und dann schauen wir mal, also mich interessiert, Handel jetzt eigentlich irgendwie, wenn es möglich ist, und da gibt es auch wieder Zufälle. Also wir haben jetzt auch einen Geschäftsführer einer großen Handelsmarke in der Pizzaschule gehabt. Und ja, mal schauen. Also nichts muss, ich bin ausgelastet genug und was ich weiß, ist, ich mache kein weiteres Restaurant.

Markus

Okay. Aber das klingt ja schon.

SPEAKER_01

Jetzt haben wir es auf Video, jetzt kann ich.

Markus

Der Handel ist jetzt auf Video.

SPEAKER_01

Jetzt ist es festgenagelt.

Markus

Ausgezeichnet. Fein. Das bringt uns zu unserer Speedrun. Weil du da jetzt auf die letzten Jahre zurückblickst. Was ist dein größtes Learning?

SPEAKER_01

Ja, ich habe mir die Fragen vorher ganz kurz durchgewiesen und mir gedacht, oh weia, was sage ich jetzt bloß, weil es wahnsinnig viele Learnings da waren, wahnsinnig lernt so viel. Ich bin heute eine so andere Unternehmerin als damals in jungen Jahren. Ich habe jetzt weniger Energie als in meinen 20ern, aber ich brauche auch nicht mehr so viel Energie, weil ich nicht so viele Lehrkilometer laufe. Aber ein persönliches Learning ist, und das ist vielleicht wirklich für alle, die die Welt niederreißen wollen, wenn sie starten, es muss nicht alles in den ersten drei Wochen passieren. Also du musst nicht 90 Stunden arbeiten und es bleibt was auf der Strecke. Also ich bereue es wirklich ein Stück weit schon, wie viel ich an Familienfesten, an Familienurlauben, an Treffen mit Freunden und so einfach ausgelassen, weil ich immer was gearbeitet habe. Also meine ersten Jahre waren unglaublich, unglaublich arbeitsreich. Ich hatte da wirklich oft von neun in der Früh bis von neun in der Agentur bis drei in der Früh in der Bar einfach fünf, sechs, sieben Tage die Woche gearbeitet. Und vielleicht das Learning einfach nur, es ist ein Marathon. Du hast so viele Berufsjahre, du musst nicht alles in den ersten ein, zwei Jahren niederreißen. Also das habe ich mir überlegt.

Markus

Und dein bester Lifehack?

SPEAKER_01

Küchenlifehacks ohne Ende. Aber was habe ich mir überlegt, mein bester Lifehack. Ah ja genau, das ist auch wieder ein bisschen im beruflichen Kontext. Meine Küchentipps, Tricks gebe ich euch nicht.

SPEAKER_00

Das wäre es aber schon spannend.

SPEAKER_01

Was mir total hilft, aber das liegt daran, dass ich einfach ein Morgenmensch bin, dass ich um 4.30 Uhr, um 5 Uhr aufstehe und zwei Stunden die schlimmste Flut an E-Mails weg. Du hast den ganzen Tag mehr Ruhe. Es ist wirklich ein Lifehack, einfach diese zwei ruhigen, hochproduktiven Stunden zu nehmen und einmal wegzuschaffen, bevor das Telefon klingelt und bevor der Tag losgeht. Aber das ist mein Persönlicher, weil ich da in dem Zeitfenster wahnsinnig gut funktioniert. Also das ist immer dann so ein ruhiges Gefühl, in den Tag zu starten, weil ich habe schon den schlimmsten Teil weg und das ist vielleicht ein Life. Wer ein Morgenmensch ist und der Körper ist ganz schnell in dieser Routine drin. Also wenn man viermal um fünf Uhr aufsteht, steht man um fünf Uhr auf. Und es ist schön, das Arbeiten ist schön mit einem Café, wenn noch keiner was will von einem.

Markus

Die Ruhe vor dem Spiel.

SPEAKER_01

Das mir hilft.

Markus

Kann ich mir gut vorstellen, macht doch Sinn, warum du aus der Nachtgastronomie dann in Richtung Taggastronomie wolltest. Hast du eine Buchempfehlung für uns?

SPEAKER_01

Ja, ich lese recht viel gerade, Gott sei Dank. Ich komme ganz gut dazu, aber das Buch, das mich jetzt zuletzt am meisten bewegt hat, war sogar irgendwie vor Jahren mal ein gratis Buch der Stadt Wien, TC Boyle America. Ich habe wirklich gemeint. Und ich habe es schon mal gelesen gehabt und ich habe es jetzt gerade frisch wieder rausgenommen und es ist eh so aktuell wie nie zuvor. Also Mexikaner an der Grenze, illegale Einreisende in Amerika. Gar nichts mit Wirtschaft zu tun, aber total bewegendes Buch.

Markus

Hast du ein Lieblingsprodukt?

SPEAKER_01

Ja, wenn ich es wieder in den arbeitsmäßigen Kontext stelle oder den beruflichen, dann wäre es meine neue Tastatur. Ich liebe meine Tastatur. Ich arbeite so viel lieber als Jurge. Du musst da wirklich mal eine gute, weiche Soft Touch-Tastatur. So richtig teure Tastatur kaufen. Das ist ein Game Changer ohne Ende. Man arbeitet viel, viel lieber. Ich liebe meine Tastatur. Wusste ich nicht, dass ich eine Tastatur so gern haben kann.

Markus

Das ist hier fast noch ein zweiter Live-Hack.

SPEAKER_01

Jetzt stell dir vor, ja, ich bin aber nicht nur, ich mag auch meine Ski, jetzt war ich ein paar Tage Skifahrer mit der Familie, ich mag meine Ski, meine All-Mountain-Ski, meine Gebrauchten sehr, sehr, sehr gerne. Also ich mag nicht nur Tastaturen. Aber weil wir ja ein Tech oder du einen Te-Podcast machst, haben wir gedacht, das passt vielleicht.

Markus

Nein, finde ich, es ist ein cooles Lieblingsprodukt und auch eine schöne Überleitung zur nächsten Frage. Aber jetzt stell dir bitte mal vor, dass du um 4.30 Uhr aufstehst, dir deinen Morgencafé machst, dich hinsetzt und versehentlich diesen Kaffee über die Tastatur schüttest.

SPEAKER_01

Jetzt muss ich mein Produkt ändern. Ich liebe meine Kaffeemaschine mehr als meine Tastatur. Und zwar umwelten. Okay, ich habe eine sehr schöne Siebträger daheim, ich liebe die Kaffeemaschine viel, viel mehr als die Tastatur. Jetzt ändere ich meine Antwort, wenn ich darf.

Markus

Jetzt muss ich natürlich auch meine Überleitung ändern. Die ist natürlich schwieriger geworden.

SPEAKER_01

Dann bleib dabei. Der Kaffee ist am Tisch, die Kaffee machst du nicht.

Markus

Nein, das ist nämlich perfekt, weil du verschüttest den Kaffee und außerdem zerstörst du deine Tastatur. Also was ist dein Lieblingsschimpfwort?

SPEAKER_01

Euda. Aber sie ist eh nicht so schlimm. Scheiße darf ich nicht sagen, weil Scheiße sagt man nicht. Das korrigiert die Tochter sofort. Also Euda.

Markus

Sagt man Euda auch im Müllvittel oder ist das die Wienerin in dir, die dann durchkommt?

SPEAKER_01

Sagen die Müllvidler, ich bin ja auch gar nicht mehr so Euda. Oder sagt man schon.

Markus

Schon, okay.

SPEAKER_01

Ich glaube, ja.

Markus

Du bist mit Euda in guter Gesellschaft, das ist natürlich ein absoluter Klassiker.

SPEAKER_01

Das sieht man raus, das kommt von selber.

Markus

Großartig, das bringt uns zu unserer letzten Rubrik. Das sind natürlich Moonshots und Predictions. Wir brauchen von dir eine Prediction, eine Vorhersage für die Zukunft, von der du Felsenfest überzeugt bist. Und einen Moonshot, eine große Vision für die Zukunft, die da, dadurch, dass du sie aussprichst, ein bisschen realer und greifbarer wird.

SPEAKER_01

Dann fange ich mit dem zweiten an. Mein Moonshot, wir besiegen den Krebs. Wir finden ein Heilmittel gegen Krebs in den nächsten 15 Jahren. Und dann wird das den gleichen Stellenwert einnehmen wie AIDS, total schreckliche Krankheit, Todesurteil in den 80ern. Und heute kann man ganz gut damit leben. Und ich glaube, ich habe auch ein bisschen was dazu gelesen und ich glaube ganz fix, dass wir das Heilmittel für Krebs oder die Behandlungsmethode für Krebs finden. Wir besiegen den Krebs. Und die Prognose für die Zukunft wäre jetzt auch was ganz, ganz Positives. Ich glaube, dass die Klimawende gelingt. Ich glaube, dass wir, was man jetzt schon ein bisschen sieht bei, wo sind wir jetzt? Generation Alpha, Peter ist noch nicht ganz so weit, aber Alpha, dass einfach so ein großer Gesinnungswandel passiert im Hinblick auf die Wertigkeiten. Wie wichtig ist Geld, wie wichtig ist Zeit, wie wichtig ist ein Miteinander. Und ich glaube, dass die nächste Generation und die Generation meiner Kinder das noch ganz massiv verstärken wird und dass das bedeutet, dass wir hier in Europa einen Wohlstandsverlust in Kauf nehmen zum Wohle anderer Länder, die aufholen. Ich glaube, dass Afrika einen Wohlstand gewinnen wird, dass die Schwellenländer einen Wohlstand gewinnen wird. Und ich wünsche mir und ich glaube es auch, dass wir bereit sind, unseren Wohlstand zu teilen. Ich hoffe es einfach sehr, dass hier ein Wohlstandsverlust passieren kann in Europa. Wir sind, ich spreche jetzt nicht von den ärmsten 10%, aber im Mittel, der Median hat mehr als er braucht. Und das ist das, was ich glaube, dass passieren wird, weil ich halte die nächsten Generationen ungefähr ein bisschen klüger als uns und vielleicht auch schon mit mehr Resilienz ausgestattet, weil die hören halt jetzt vom Klimawandel in der Schule schon. Wir waren halt einfach wirklich ganz anders drauf als Kinder und ich glaube, dass das einfach einen, dass die Welt dadurch eine bessere wird, dass wir den Wohlstand global gesehen irgendwie besser verteilen. Und jetzt habe ich die Klimawende kurz irgendwie mit angeteasert. Das ist eigentlich ein ganz anderes Thema, aber geht natürlich ein bisschen damit einher, weil nur wenn das gelingt, gibt es auch Wohlstand zu verteilen, sonst haben wir eine ganz andere Situation hier auf der Welt. Also das wäre die Vorgabe, damit wir uns überhaupt über Verteilungsfragen unterhalten können. Wenn das Sinn macht. Hoffe ich habe es ein bisschen erklärt.

Markus

Vielen Dank für die Perspektiven in die Zukunft hier. Vielen Dank auch fürs Dabeisein, fürs Geschichtenerzählen aus einer sehr spannenden unternehmerischen Laufbahn. Vielen Dank auch.

SPEAKER_01

Ja, hat Spaß gemacht.

Markus

Ja. Vielen Dank auch euch da draußen fürs Mit dabei bleiben. Wir wünschen euch einen guten Start in die Woche und hören uns wieder am Donnerstag mit der News.