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Kulturschock aber andersrum: Wenn Deutschland plötzlich fremd ist

Monique Menesi Season 6 Episode 262

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Du kommst zurück nach Deutschland.

Eigentlich nach Hause.

Aber genau das fühlt sich plötzlich nicht mehr so an.

Nach Jahren in den USA ist etwas anders.
Und du merkst erst jetzt, wie sehr sich dein Blick verändert hat.

In dieser Folge spricht Monique Menesi mit Esra darüber, wie sich die Rückkehr für sie wirklich angefühlt hat.

Denn vieles, was für sie früher normal war, wirkt plötzlich fremd.

Und Dinge, die man in den USA erlebt hat, fehlen auf einmal mehr, als man erwartet hätte.

Darum geht es in der Folge:
- warum sich Deutschland nach der Rückkehr anders anfühlt
- was ein Leben in den USA langfristig mit einem verändert
- warum man sich im eigenen „Zuhause“ plötzlich fremd fühlen kann
- welche Unterschiede im Alltag wirklich auffallen
- warum sich Mentalität erst im Rückblick richtig zeigt
- wie man damit umgeht, zwischen zwei Welten zu stehen

Mehr über Esra Mills:
Instagram: https://www.instagram.com/esramills 

Diese Episode ist ein Muss für alle, die mit dem Gedanken spielen, in die USA auszuwandern oder die sich im neuen Alltag zwischen deutschen Erwartungen und amerikanischer Realität wiederfinden.

Teile deine eigenen Erfahrungen mit uns und lass uns wissen, welche Themen dich besonders interessieren. Und vergiss nicht: Eine Bewertung hilft uns, den Podcast noch besser für dich zu machen.


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A Life Built Abroad

SPEAKER_00

Stell dir vor, du lebst jahrelang in Amerika. Du baust dir da ein richtiges Traumleben auf, mit einem großen Haus, mit einer anderen Mentalität, mit ganz, ganz vielen Freunden und Umfeld. Und plötzlich kommst du zurück nach Deutschland. Und es fühlt sich alles ganz anders an. Und das ist genau die Geschichte von Isra Mills. Herzlich willkommen zum Neustart USA Podcast. Der erfolgreichste Podcast zum Thema rund um das Leben und Arbeiten in den USA. Mein Name ist Monique Menese. Ich bin Host des Podcastes und ich erzähle hier seit über fünf Jahren und 200 Folgen Geschichten von deutschen, deutschsprachigen Auswanderern, die hier in den USA erfolgreich leben. Aber ich nehme dich auch mit in das Thema Leben und Arbeiten in den USA. Von dem Weg in die USA bis zum erfolgreichen Business und darüber hinaus. Also hier findest du alle Content-Themen. Geh vor allen Dingen auch mal in die alten Folgen zurück, denn da gibt es ganz, ganz viele coole Sachen. So, und jetzt geht's hier gleich los in eine neue Folge. So schön, dass du hier bist, deine Monique. Liebe Isra, wir haben gerade gesagt, vor fünf Jahren hast du uns deine Auswanderergeschichte erzählt. Heute bist du hier zu unserer ersten Real Talk-Amerika-Folge und erzählst uns so ein bisschen von deinem Reverse-Kulturschock. Schön, dass du hier bist.

SPEAKER_01

Hallo Monique, vielen Dank, dass ich hier dabei sein darf für die erste Folge. Ich freue mich sehr.

SPEAKER_00

Deine erste Folge war schon eine Rockstar-Folge, finde ich. Da hast du uns nämlich deine einzigartige Geschichte erzählt, wie du in die USA gekommen bist, wie du deinen Mann kennengelernt hast, wie ihr euch hier ein Leben aufgebaut habt. Die Folge verlinken wir natürlich hier auch nochmal in den Shownotes drin. Aber erzähl uns doch jetzt mal, warum bist du denn überhaupt wieder nach Deutschland? Die meisten würden sagen, okay, super, Isra ist jetzt zu Hause. Erzähl uns, nehmen wir uns ganz kurz mit. Wie hat dein Auswandererleben in Anführungsstrichen geendet? Beziehungsweise, was hat dich jetzt nach Deutschland gebracht und wie ist das gelaufen?

SPEAKER_01

Ja, mein Mann ist im Militär und wir haben Orders bekommen nach Deutschland. Und so hat sich quasi der Kreis geschlossen und wir sind jetzt wieder dort, sogar an der Julie Station auf der Base, wo er stationiert war, als wir uns kennengelernt haben.

SPEAKER_00

Ach krass, eigentlich ja total cool, würde man jetzt sagen. Also, ihr habt, du hast deinen US-amerikanischen Mann, der im Militär war, in Deutschland kennengelernt und ihr seid dann in die USA zusammengegangen, habt dort auch zwei Kinder bekommen, euch ein Leben aufgebaut, seid ein bisschen rumgezogen. Wo habt ihr überall gelebt?

SPEAKER_01

Ich bin nach dem Studium, also wir hatten erst 14 Monate Fernbeziehung, Fernehe quasi, bin ich dann zu ihm nach El Paso an die Grenze zu Mexiko, nach Texas. Da waren wir anderthalb Jahre und sind von dort nach Georgia, also in die Südstaaten, wo wir unseren Sohn bekommen haben. Nach Georgia ging es in den mittleren Westen, in die Prärie, nach Kansas. Dort haben wir Leila, unsere Tochter, bekommen. Und nach Kansas ging es dann innerhalb von drei Wochen nach Texas. Und als wir gerade in Texas angekommen sind, hatten wir dann vor fünf Jahren unsere Folge, wo ich unsere Geschichte erzählt habe. Und ja, jetzt ist quasi, es ist glaube ich Duty Station Nummer sechs. Jetzt sind wir wieder zurück hier in Deutschland. Also es ging wirklich in einmal so rum.

SPEAKER_00

Was hast du gedacht, als du die Order gekriegt habt, Deutschland? Warst du happy? Hattest du Mixed Feelings oder wie war das?

SPEAKER_01

Ich hatte so Mixed Feelings, weil ich eigentlich das Leben, was wir uns aufgebaut hatten in Texas, so geliebt. Und weil ich auch so glücklich war dort mit dem Freundeskreis, das Haus, was wir hatten. Ich hatte einen super guten Job und war da so happy and es hat einfach alles gepasst. But we wollten irgendwie trotzdem nochmal nach Deutschland zurück. Das war immer so ein Hinterkopf, ja. And then gab es die Möglichkeit, and mein Mann hatte auch andere Jutystations zur Auswahl. Mit Deutschland war es dann aber ein 1-1-Match. Und wir dachten einfach, gut, das nehmen wir jetzt nochmal mit, auch für unsere Kinder, dass die nochmal hier das so auch mitbekommen können, wie ich zum Beispiel meine Kindheit erlebt habe. Und wir dachten, das ist bestimmt auch eine bereichernde Erfahrung für unsere Kids. Es hilft mit der Sprache, mit der Persönlichkeitsentwicklung. Und natürlich habe ich mich auch darauf gefreut, wieder näher an meiner Familie oder die, die noch übrig geblieben sind, und bei meinen Freunden zu sein.

SPEAKER_00

Jetzt würde man ja sagen, cool, wieder dahin zu gehen, wo man herkommt und das ist alles toll, aber wir sind ja heute ist Real Talk, ne? Real Talk heißt, wir sprechen wirklich, wie es ist und wie sich das so entwickelt hast. Wann hast du gemerkt, also wann seid ihr genau, wie lange bist du jetzt in Deutschland? Genau halbzeit, anderthalb Jahre, glaube ich, ne?

SPEAKER_01

Ja, genau. Wir sind im Sommer 2024 hierher gezogen.

SPEAKER_00

Wann hast du gemerkt, dass du nicht mehr dieselbe bist, die damals deinen Mann dort kennengelernt hat, bevor ihr nach Amerika gefahren, gereist oder ausgewandert seid? Wann hast du? Ich meine, erst ist ja Excitement, oh, cool, leckere Brötchen, DM-Markt. Man ist ja erst auch mal wieder in so einem Honeymoon irgendwie drin. Aber wann hast du für dich gemerkt, ich habe mich total verändert? Ich passiere vielleicht nicht mehr rein oder es ist doch nicht mehr so, wie ich mir das vorstelle. Oder vielleicht war es auch umgekehrt. Also, wann hast du gemerkt für dich? Okay, cool, Honeymoon ist vorbei, jetzt kommt das Real Life in Deutschland hier.

SPEAKER_01

Also am Anfang habe ich es noch gar nicht so gemerkt. Da habe ich alles noch so aufgenommen, genau wie in so einer Honeymoon-Phase, und habe mich über alles gefreut. Yay, meine Lieblingskekse und die Tees und zum DM, wie du gesagt hast. Und dann aber kam es das erste Mal so dieses Moment, ich muss eine Flasche aufmachen. Ganz doof gesagt, der Deckel, wo ich mir gedacht habe, ich habe das gar nicht mitbekommen, dass sich da was verändert hat, wenn es um die Regulationen von den Deckeln geht. Und das war so der erste Moment, wo ich mir gedacht habe, wow, so was Simples, ich hab's gar nicht mitbekommen vom anderen Ende der Welt. Und dann später war es auch mal, als ich was abschicken wollte bei der Post und gedacht habe, ah ja klar, ich wusste nicht mal mehr, wie man wirklich bei der Post jetzt, wie das funktioniert, weil es so simple Sachen sind, die aber ganz anders funktionieren wie in den USA. Und ich habe dann die Angestellte in dem Postbüro fragen müssen, ob sie mir bitte helfen kann. Weil ich jetzt nicht mehr genau weiß, wie ich das Päckchen richtig frankieren muss und wo ich das drauf schreiben soll. Und sie hat mich so ein bisschen amüsant angeschaut und ich habe dann erklärt, ja, ich habe die letzten elf Jahre in Amerika gelebt und da kam von ihr, ach so, okay. Weil wenn man auf Deutsch antwortet, denken die Leute ja auch direkt, naja, man kommt ja von hier, die wissen nicht, dass da so eine Gap, so eine Lücke da ist.

SPEAKER_00

Ja, das glaube ich. Was war so das Schwierigste im Alltag dann, nachdem so der erste Honeymoon vorbei war, wo du so gemerkt hast, okay, das ist jetzt hier mein Leben, hier bleibe ich jetzt auch drei Jahre wahrscheinlich insgesamt, ne? Ist immer so eine Duty-Zeit. Was war so das Schwierigste, wo du so das Gefühl hattest, wow, das hatte ich gar nicht mehr auf dem Schirm? Weil man denkt ja immer, Gras ist grüne auf der anderen Seite, ne? Und denkt, okay, den ganzen Tag im DM einkaufen und lecker Brot essen, aber ist es ja nicht, irgendwann ist ja der Alltag auch da. Was war so das Schwierigste, was du so gemerkt hast, was du sich im Vergleich zu deinem Texas-Leben herausgestellt hat?

Childcare Reality And Not Belonging

SPEAKER_01

Ich habe gemerkt, dass ich mich ganz arg verändert habe in den letzten elf Jahren in Texas. Und nicht nur ich habe mich ganz arg verändert, sondern auch die Menschen in meinem Umfeld, mit denen ich über all the year Kontakt auch gehalten habe. But this laden in Amerika hat mich so weiterentwickelt, dass ich dann das Gefühl hatte, so ich passe nicht mehr richtig hier rein. Und ich glaube, das sind diese Erfahrungen gewesen, die ich in Amerika sammeln durfte, die hier einfach, die niemand relaten konnte, wo die Leute hier, glaube ich, einfach keinen Bezug dazu hatten. Und dann waren das vielleicht Geschichten oder Erzählungen. Und im Alltag, ganz simpel, glaube ich, waren es auch so, dieses Leben mit den Kindern, das war auch ganz anders. Kinderbetreuung zum Beispiel. Also so als greifbares Beispiel, ich wollte meine Tochter in den deutschen Kindergarten hier stecken, weil ich dachte, cool, ja, dann ist ja super.

SPEAKER_00

Lernt sie auch nochmal Deutsch besser, ne? Ist ja auch eigentlich eine ganz tolle Gelegenheit. Und was war da? Warum war es so schwierig da drauf?

SPEAKER_01

Ja, wir haben keinen Platz bekommen bei uns. In den beiden Dörfern, wo wir quasi sind, hier außerhalb von Hauptkreises Lautern, hieß es dann ja, wenn ihr eine Militärfamilie seid und mit NATO hier seid, bekommt ihr keinen Platz im deutschen Kindergarten.

SPEAKER_00

Warum nicht?

SPEAKER_01

Ja, aus Platzmangel oder einfach von Regulationen her, weil dann die deutschen Kinder oder Kinder aus Flüchtlingsfamilien Vorrang haben. Und dann mussten wir dann quasi für meine Tochter auf der Base bezahlen, was auch viel teurer war, wie in Deutschland. And this was for me so the erst reverse culture shock, which I gedacht, okay, there was so much in the weg gelegt, weil wir eben hier as Militärfamilie da sind. And that is auch was, was mir aufgefallen ist. Man wird dann so von the Deutschen here as Ami-Familie betrachtet. But from the American American her binary, but trotzdem the Deutsche Space. And eighteen passt du nirgendwo rein.

SPEAKER_00

Ja. Hast du jemals this gefühlt in den USA gehabt? Als Deutsche in Amerika? Gar nicht. Nee, ne?

SPEAKER_01

Nee. Da hatte ich immer das Gefühl so, oh wow, cool. Ich war auch schon in Deutschland, ich war da stationiert. Viele waren ja mit dem Militär schon mal in Deutschland auch stationiert und hatten dann ihre eigenen Geschichten, die sie immer erzählen wollten. Und da war es eher so, okay, du bist hier, egal wo du herkommst, auch gehörst du dazu und bist eine von uns. Weil wir auch alle Military Community sind hier.

SPEAKER_00

Ich finde, das ist nicht nur Military, Esra. Das geht bei mir, ob das Nachbarn sind oder Freunde hier sind oder einfach random Menschen, die du auf der Straße triffst. Du hast eigentlich nie das Gefühl, dass du hier nicht dazugehörst. Ich finde, das ist ein ganz großer Unterschied zu Europa, zu Deutschland. Meine Tochter ist ja gerade auch längere Zeit in Deutschland und die sagt: Ach, Mama, ich habe das Gefühl, ich passe hier nirgendwo rein. Weil sie länger in den USA gelebt hat und in die Schule gegangen ist als in Deutschland. Und natürlich spricht sie Deutsch und keiner würde das sagen, aber einfach von dem, ja, so dieses offenherzige, abgeholt fühlen, was vielleicht viele Deutsche als oberflächlich empfinden, es aber eigentlich gar nicht oberflächlich ist, sondern es auch trotzdem eine gewisse Art von Herzlichkeit ist.

SPEAKER_01

Ja, und das vermisst man hier sehr. Wenn man so lange Zeit, also über ein Jahrzehnt, dort gelebt hat und daran gewöhnt war und hier dann zurückkommt. Ich habe mal gemerkt, wenn ich Leute einfach angelächelt habe und dann wird man nur so komisch zurückgestarrt und wird angeguckt, wo ich mir denke, okay, habe ich irgendwas im Gesicht oder was ist gerade los?

Feeling Seen In America

SPEAKER_00

Frustrierend, oder? Ja, also ist das frustrierend für dich, so dieser Alltag quasi dann auch in Deutschland für dich? Im Vergleich jetzt mal so in den USA, also ich meine, du hast auch einen großen Instagram-Account und hast ja auch Menschen ganz oft mit in dein Leben genommen. In Texas weiß ich genau auch, und dann bin ich einkaufen gegangen und zum Sport gegangen und zum Fußball gegangen und so. Und plötzlich ist da so ganz ruhig bei dir geworden. Scheinbar ist da.

SPEAKER_01

Es ist ruhig geworden, weil ich mir irgendwie gedacht habe, okay, jetzt bin ich wieder zurück, das ist auch jetzt nichts, was ich irgendwie teilen muss, weil ja viele aus meiner Community hier wohnen, die kennen das Leben in Deutschland. Aber mir ist auch aufgefallen, wie man, wenn man in Amerika mit dem Handy rumläuft und mit Sachen filmt, stört es niemanden. Aber hier in Deutschland wird man auch richtig angeguckt: so, hä, was filmt denn die jetzt? Und ich möchte da nicht. Man wird richtig so böse angeschaut und man merkt, wie die Leute in einem Umfeld das vielleicht erst unangenehm empfinden. Und dann möchte man natürlich ein bisschen sich da zurücknehmen und weniger teilen, aber auch, weil ich gemerkt habe, okay, es sind viele hier in der Umgebung, die mir auch gefolgt sind, die dann aber gar nicht zum Beispiel einfach herkommen und sagen, hey, ich kenn dich. Manche haben das gemacht, was mich total gefreut hat. Andere habe ich gemerkt, wenn man weg waren mit meinem Mann zum Beispiel, die gucken einfach dann nur. Und das ist unangenehm. Und da möchte man irgendwie weniger teilen. Oder wenn man was teilt und dann sagt man, oh ja, wir waren da auch, ich habe dich gesehen, da denke ich mir, ja, dann sag doch Hallo. Und irgendwie ist es dann so ein Gefühl von ist man halt gar nicht so gerne gesehen, wenn man hier die Sachen teilt, ja. Und mit dem Handy rumlaufen, Sachen filmen, was in Amerika ganz normal ist, was auch einen irgendwie die anderen dort nicht stört, scheint hier ein bisschen zu stören.

SPEAKER_00

Was du so sagst, ist, dass man nicht mehr so selber du selbst sein kannst und nicht mehr so losgelöst bist und nicht mehr so frei bist, wie du es vielleicht hier in den USA warst in deinem Leben, oder?

SPEAKER_01

Ja, allerdings muss ich auch sagen, ich glaube, es hat auch was mit vielleicht ein bisschen mit einer, ja, man entwickelt sich ja mal weiter, die Persönlichkeit verändert sich ja auch. Und ich war eher auch in Amerika ein bisschen extrovertierter und habe da halt viel geteilt. Und dann, ja, durch das Leben hier ist mir aufgefallen, okay, ich möchte vielleicht gar nicht mehr so viel teilen, weil ich nicht möchte, dass hin zum Kunst die Straße runter oder aus der Nachbarschaft irgendwie alles Mögliche jetzt über uns erfährt und mitbekommt. Und es hat sich alles aus Amerika so ein bisschen distanzierter angefühlt.

SPEAKER_00

Und hier merkt man dann so, ja, plötzlich hattest du die Gesichter deiner Follower quasi vor Augen sozusagen. Das ist auch witzig. Genau, ja. Ich muss aber auch sagen, wenn ich in Deutschland bin, empfinde ich das auch so oft, dass wenn Leute fragen, wo kommst denn du her? Und ich sage, ja, ich lebe in den USA, dass dann oft gesagt wird, echt, wie kann man da denn jetzt noch leben? Ich weiß nicht, ob dir das auch so geht. Und ich empfinde das immer so, auch was du jetzt so erzählst, zurückzukommen auf dieses freie, offene, herzliche, helfende Leben, was wir hier empfinden in den USA, ist etwas, auf das von Europa, von Deutschland überhaupt nicht geguckt wird, sondern es wird immer nur geguckt auf irgendwelche polarisierenden Aussagen oder auf irgendetwas, was politisch gerade läuft, was wir sowohl in Deutschland als auch in Europa, als natürlich auch in Amerika überhaupt gar nicht verändern können und auch gar keinen in dem Sinne Einfluss drauf haben. Und das ist repräsentierend oder wird genutzt als Vorbild oder repräsentativ für alle Menschen hier in Amerika. Und es wird alles in einen Topf geworfen. Und ich muss echt sagen, dass mich das total nervt. Und ich dann ganz oft auch mal Geschichten erzähle, wie sehr uns geholfen wurde in den USA, wie sehr wir Chancen hier hatten in den USA, wie unglaublich toll viele Menschen hier sind in den USA. Und dass das überhaupt nichts, man kann die Politik mögen oder nicht mögen, mal ganz neutral dahingestellt, das hat ja, der Mensch macht ja nicht die Politik aus oder die Politik macht nicht die Menschen hier aus. Und ich weiß nicht, wie es dir damit geht, wenn du so mal guckst auf das, was du so hier in den USA in deinem Leben in einer Dekade bekommen hast, an Hilfe, an Unterstützung ohne Familie. Ich meine, du hast ja auch einen großen Verlust. Deine Mutter ist in der Zeit von uns gegangen. Wie waren Menschen für dich da? Du hast zwei Kinder gekriegt, wie haben dir dir hier geholfen, als du schwanger warst. Und das mal so dahin zu gucken, was hat dieses Land, die Menschen aus diesem Land mir hier gegeben, finde ich, ist ein ganz krasser Unterschied, oder?

SPEAKER_01

Absolut. Und man fühlt sich dann eigentlich, wenn man hierher zurückkommt, nach diesen ganzen Erfahrungen in den USA, wo man wirklich auch Support hatte, wo die Menschen einen motiviert haben, wo man das Gefühl hatte, wenn man erfolgreich ist, dann darf man das auch teilen. Dann wird es nicht als Angeberei gesehen, ja. When man to work here, is this a geol of okay, man felt sich erstmal echt isoliert. Und ich had ja auch eine deutsche Community in meinem Freundeskreis. Egal where we stationed waren, gab es natürlich immer auch Deutsche, die dort waren, and man had sich gefunden. And ich muss sagen, this is here. We are here in the Kaiserslauterngegend. This is one of the military communities außerhalb der USA, or the grossest community of American. And somit sind wir immer noch so ein bisschen in so einem Universum dazwischen. Also meine Kinder gehen auch auf the American Schule. Ich arbeite jetzt mittlerweile auch für eine Firma, die mit beiden Ländern quasi zusammenarbeitet. Und arbeite sehr viel noch mit Menschen military and Americanern. Was für mich so ein bisschen, das erleichtert mir das Leben hier, weil das Ankommen am Anfang war schwierig. Und man merkt auch, die Vorurteile, die Menschen hier haben, die werden oftmals sehr stark vertreten, ohne dass sie sich selber persönlich eine Meinung bilden konnten über das Land und die Leute. Und das ist schade, weil wenn man dann nämlich versucht, dagegen zu halten und zu sagen, hey, aber meine Erfahrungen waren ganz anders. Ich habe die total unterstützende, liebe Menschen kennengelernt, die nicht oberflächlich sind, sondern mit denen ich jetzt nach zehn Jahren immer noch Kontakt halte, wo ich weiß, wenn ich im gleichen Start bin, fahren die drei Stunden, um sich mit mir auf den Kaffee zu treffen. Einfach nur, weil die einen sehen möchten. Einfach nur, weil die füreinander da sind. Und auch wenn man ein Jahr lang mal nicht telefoniert, dann pick up the phone and right there for you.

SPEAKER_00

Ja, und dann kommt nicht, warum hast du dich nicht gemeldet oder so? Oder ist es so ein bisschen?

SPEAKER_01

Ich bin in der gleichen Stadt. Ja, bei mir passt es jetzt leider nicht rein. Ich weiß es nicht, wo man sich in der Mitte hier treffen könnte. Das wäre eine Viertelstunde Fahrt. So ist das in Deutschland, oder? Dann halt nicht. Ja, genau.

What We Miss About The USA

SPEAKER_00

Ich kenne das nicht mal, wovon du redest. Ist wirklich so. Es hat einfach was mit, wie setze ich meine Prioritäten. Und ich finde ganz oft bei Amerikanern oder auch bei Deutschen in den USA ist oft diese Priorität oft einfach eine andere und viel menschenzentrierter, wenn man das vielleicht jetzt mal so schön umschreiben kann irgendwie. Wenn ich dich jetzt so wirklich runtergebrochen frage, was? Und du auch wirklich mal so ganz ehrlich bist, so, was ist es wirklich, was du echt richtig jetzt vermisst? Also, wo gibt es bestimmte Lebensmittel, Supermärkte, vermisst du dein Haus, deine Freunde? Also, was ist es wirklich, was du total vermisst?

SPEAKER_01

Also, was ich am meisten vermisse, und ich bin jemand, ich passe mich immer schnell an. Ich habe mich ganz leicht an das Leben in El Paso in der Wüste gewöhnt und dann auch, als wir in Kansas waren. Von dem her, so Lebensmittel unbedingt nicht oder sonntags einkaufen gehen, das können wir hier auf der Base hier auch machen. Es ist echt die Mentalität. Und damit der Vibe. Und das sagt auch mein neunjähriger Sohn immer, er vermisst diesen Vibe und die Mentalität der Menschen, weil entweder kümmern die sich um ihr eigenes Leben oder aber sie unterstützen dich in dem, was du machen möchtest. Ohne ihre eigenen Vorurteile, ihr eigenes Judgment da irgendwie reinzubringen. Und das finde ich so schön dort.

SPEAKER_00

Ihre eigenen Themen auch so ein bisschen, ne? Ängste, Vorbehalte, Vorurteile und so.

SPEAKER_01

Ja, genau. Da erinnere ich mich immer daran, wie es am Anfang, als ich halt ausgewandert bin, hieß: ach, nach einem Jahr kommst du wieder zurück. Das klappt eh nicht. Das kenne ich auch. Und dann, weißt du, dann denke ich mir im Nachhinein so, okay, es hat ja doch geklappt. Und im Gegensatz dazu, als ich mit amerikanischen Kollegen und Freunden darüber geredet habe, wie es ist, jetzt nach Deutschland zu gehen, ist es so, oh, you're gonna figure it out, you'll be fine. Weißt du, da kommt dann das Unterstützender und positiver und das eher so die Menschen ermutigt. Und diese Mentalität, ja, das ist das, was ich am meisten vermisse.

SPEAKER_00

Und das, was du sagst, ist, man kann das gar nicht auf irgendwas ganz Bestimmtes so sagen. Man hat da vielleicht ein paar Beispiele für, aber ich empfinde jetzt gerade dieses Jahr zweimal in Deutschland schon oder in Europa, was ja eigentlich für mich sehr unnormal ist, so oft zu sein. Und jedes Mal, wenn ich durch dieses Schild komme, Welcome to the United States, habe ich das Gefühl, es wird hell, es wird frei. Ich weiß auch nicht, ob die am alle Flughäfen, es ist ja bei allen Flughäfen, wo ich bisher gelandet bin, gleich, es sind immer gigantische Ankunftshallen, wo du gleich dieses Gefühl von Freiheit irgendwie hast, ne? Und dann kommst du da durch, und ich meine, ich jetzt als Amerikanerin gehe ja auch durch diese Gesichtserkennung durch und dann kommt so Welcome home, welcome home, welcome home. Und du hast gleich dieses Boah, geil, hier kannst du eigentlich alles machen. Weißt du, was ich meine? So diese Freiheit, dieses Gefühl, und man kann Kann das total schlecht irgendwie einem erklären, was das bedeutet. Aber es bedeutet vielleicht genau das, was du gesagt hast, ich kann einfach sein, wie ich bin. Und Menschen akzeptieren sich, wie ich bin, nehmen mich so und ich kann mich so entwickeln, wie es mir gefällt, oder? Ist es das irgendwie, was du so beschreibst?

SPEAKER_01

Absolut. Also ich muss sagen, das ist so dieses Gefühl von den Möglichkeiten, die man erreichen kann in einem Land, in dem man selber aber gar nicht geboren ist, die aber trotzdem willkommen sind. Und als Beispiel für uns war das so: dieses, wir hatten in Texas innerhalb von drei Wochen unser Haus gekauft.

SPEAKER_00

Ich erinnere mich noch.

SPEAKER_01

Ja, mit zwei kleinen Kids und so einfach dieses so, jetzt haben wir hier ein Haus in Texas, ja. Das ist ja schon auch so ein bisschen so, okay, jetzt sind wir angekommen. Wir wussten, zwar mit dem Militär geht es danach wieder weiter. Aber so diese Möglichkeit, weil wenn man überlegt, mein Mann kommt ursprünglich aus Jamaika, ist mit 17 ins Militär und hat sich richtig hochgearbeitet und ist jetzt seit 22 Jahren drin. Und ich als Immigrantin auch, ja. Und klar, man arbeitet schon hart, aber dafür wird man auch wirklich belohnt und unterstützt von anderen. Und dieses Mama werden dort und die eigene Karriere dort aufbauen. Und das Gefühl zu haben, dass ich irgendwie eingeschränkt war jemals. Das ist so ein Gefühl, ja, das kann man gar nicht so richtig beschreiben.

SPEAKER_00

Ja, ja, ich da versteht dieses Land und das ist etwas, das kann man nicht so an einer Sache festmachen. Das ist diese Selbstverwirklichung und dieses System, was auch darauf ausgelegt ist. Und aber auch die Menschen wiederum, die das leben und die wo du Inspiration durchbekommst. Also wo du wirklich auch merkst, auch andere leben das oder andere sind so selbstbewusst. Also es heißt nicht, dass jeder Amerikaner selbstbewusst ist. Ist ja auch so nicht, ne? Aber es gibt trotzdem, eigentlich kannst du alles hier machen, was du willst. Und ich glaube, das ist nochmal so der Unterschied: du kommst nach Deutschland zurück und merkst, du wirst eigentlich gleich in so eine Rolle, in so ein Konstrukt gepackt. Und vielleicht sind das auch gar nicht unbedingt nur die anderen, sondern auch du selber gehst wieder in die Rolle zurück, in der du warst, bevor du nach Amerika gegangen bist. Und oder ist es vielleicht auch so ein bisschen?

SPEAKER_01

Bei mir war das eher nicht so, weil ich, als ich gegangen bin, eine komplett andere Person war. Ich war noch keine MA, ich war gerade erst Studentin. Aber so in diesen Kategorien eher weniger, aber zum Beispiel jetzt, wenn es um Beziehungen zu anderen Menschen geht, habe ich das Ganze abgemerkt, dass das auch dann wieder zurückzukommen da sehr viel verändert hat. Also mit Familie, mit Freundschaften. Und ja, man merkt einfach so, wie this land einen so prägt, aber auch this, weißt du, durch das Militär and durch das Mama werden dort up from Familie ins kalte Wasser geschmissen. Man learn wirklich unabhängig to sein. Man learned sich auf seine Freunde, auf die Community zu verlassen. And the mean here in Deutschland müssen das durch die Natur, wie viele hier leben, gar nicht so durchleben. And have another support-system. And da merkt man schon, wie die Erfahrungen dann ganz arg auseinander gehen. And dadurch auf das eigene Mindset so anders ist wie das von denen, die hier geblieben sind.

SPEAKER_00

Also ist es eigentlich nicht nur das Amerika-Leben, sondern auch dieses Military-Leben, was du so in den letzten zehn Jahren geführt hast, was dich unglaublich verändert hat, was dich vielleicht, was vielleicht dir auch eine andere Familie gegeben hat, als die Blut-Familie, sag ich jetzt mal, sondern die Military-Familie, die das kennt, alle drei Jahre woanders hinzuziehen, die deswegen so supportive sind. Was bedeutet das, so ein Military-Leben in den USA?

Military Life And Its Tradeoffs

SPEAKER_01

Ja, das bedeutet, dass man Teil einer Community ist, wo man sich untereinander versteht. Wo die Menschen die gleichen Dinge erleben und gar nicht viel gesagt werden muss, wo einfach so ein Verständnis für einander da ist. Weil man weiß, yeah, man is temporär here, but man macht einfach das meiste draus aus dieser Zeit. And when the Partner, die active duty sind, die im Militär sind, dann mal für sech oder nine oder zwölf Monate weg sind, ja, dann verbringt man die Feiertage mit Freunden verbringen. Dann wird die Babyshower eben nicht von der Schwester gemacht, sondern there gab es dann eine virtuelle or Freunde organisierendes Verein. Also we have zum Beispiel Ostern, Weihnachten, Geburtstage mit unseren Freunden dann gefeiert, die wie Familienersatz geworden sind. Und ja, es bedeutet, dass man alle circa drei Jahre, es kommt auch drauf an, was für eine Branch, also ob man Air Force ist oder was auch im Militär für einen Job hat, der Mann oder die Frau, die eben Soldat ist, wie oft man da umzieht, aber die Leute, die dieses Leben teilen, haben so ein Verständnis füreinander. Und es geht dann nicht nur um das Umziehen und die Jobwechsel für die Frauen dann zum Beispiel auch oder für die Partner, aber auch die Kinder. Weil wenn man dann Kinder hat und die Kinder werden älter, ist der Einfluss die natürlich auch. Und das ist, ja, wie du gesagt hast, das ist dann wie so ein Ersatz.

SPEAKER_00

Im Positiven und im Negativen, ich meine, wir sind auch viel umgezogen und auf der einen Seite sehe ich, dass unsere Kinder da, glaube ich, schon drunter gelitten haben, auf der anderen Seite aber auch sehr profitiert haben, weil sie eben nicht in dieser engen Welt sind. Und würdest du sagen, dass in der Kombination einer US-amerikanischen Soldatenfrau die Kluft zu dem deutschen Leben vielleicht noch größer ist als sowieso schon, weil du durch die Art, wie du im Militär lebst oder ihr als Militärfamilie lebt, sowieso nochmal ein ganz anderes Leben eigentlich lebt? Ich meine, gut, das machen Bundeswehrsoldaten ja auch oft, ne? Die ziehen ja auch oft um. Aber ich glaube, das ist nochmal anders, wenn du innerhalb von Deutschland umziehst, als wenn du in den USA lebst und dann vielleicht 3000 Kilometer in eine andere Richtung. Also Texas ist ja auch nicht um die Ecke. Kannst du das so sehen, dass das eigentlich nochmal eine größere Kluft zu diesem Dorfleben in Deutschland irgendwie ist? Dieses Mindset, was du jetzt so bekommen hast in den letzten zehn Jahren?

SPEAKER_01

Ja, ich glaube schon sehr, weil man erlebt da Dinge oder wenn man wird so ins kalte Wasser geschmissen. Ich habe Sachen miterlebt, wie zum Beispiel eine Freundin von mir, die war schwanger und hat ihr Kind bekommen, während ihr Mann deployed war. Und überleg mal das, also das würde es hier dann einfach nicht geben. So im normalen Leben in Deutschland ist der Partner dabei bei der Geburt. Da wird man, wenn man dieses Militärleben lebt als Partner, als Frau, als Anhängsel quasi, macht man Sachen mit, die man vielen Leuten gar nicht erklären könnte. Die denken sich, was? Warum? Wieso? Wieso macht ihr das überhaupt noch mit? Könnte ich niemals. Da kriegt man auch Sprüche mit, so, ich könnte das nicht.

SPEAKER_00

Oder ja, ich kann mich noch erinnern, als dein Mann deployed war, wo ich glaube, da wart ihr auch gerade umgezogen, noch nicht so ganz lange, die Leila war noch recht klein. Genau. Da hast du auch ziemlich viel so, ja, schon so ein bisschen Hate-Kommentare gekriegt. Warum macht ihr das? Und es ist doch nicht sozial für Familien und so, ne? Also ich kann mich da auch noch ganz gut dran erinnern.

SPEAKER_01

Was manchmal auch, ja, was ich verstehe das auch, weil es, glaube ich, für Außenstehende einfach nicht nachvollziehbar ist. Es ist was, was, wenn man nicht ein offenes Mindset hat, wie jetzt zum Beispiel du oder andere, die einfach halt auch mehr tolerant sind, ist mir das auch hier schon vorgefallen, dass Leute gar kein Verständnis dafür aufbringen möchten und es auch nicht nachvollziehen wollen.

SPEAKER_00

Nee, die packen das gleich in diese Schublade Amerika ist scheiße, finde ich immer. Also sowieso.

SPEAKER_01

Absolut. Und dann muss man damit auch gar nicht mehr, mit solchen Leuten braucht man gar nicht diskutieren, weil die haben eh schon ihre voreingefahrene Meinung. Die würden sich, glaube ich, davon gar nicht mehr abbringen lassen, aber das ist auch okay.

Can We Stay In Germany

SPEAKER_00

Ja. Hast du das Gefühl, du kannst überhaupt nochmal eigentlich wirklich für immer in Deutschland leben? Oder hast du das Gefühl, das war jetzt eine gute Erfahrung, aber ich bin froh, wenn ich doch irgendwann wieder zurück stationiert werde in die USA und die nehme ich mit im Herzen und ich habe das Beste draus gemacht? Oder wie fühlt sich das so? Wie wird das so sein für euch?

SPEAKER_01

Eine ganz schwierige Frage und wir reden da auch eigentlich fast täglich momentan darüber, weil noch gar nicht so richtig feststeht, wann wir wieder umziehen und wohin es dann als nächstes geht. Also der eins, was jetzt schon feststeht, ist, ist, dass man noch nicht in Rente geht. Das war ja auch so ein Stand noch, sagt man denn?

SPEAKER_00

Noch offen.

SPEAKER_01

Genau, sorry, jetzt hätte ich gerade einen Hänger. Stand noch offen. Wir wussten nicht, ob er in Rente gehen möchte oder noch länger drin bleibt. Und jetzt steht aber fest, dass er nochmal verlängert im Militär und drin bleiben wird. Und da ist jetzt die Frage, werden wir in Deutschland dann nochmal verlängern und weitere drei Jahre bleiben, aber mit dem Militär oder ziehen wir dann nächstes Jahr wieder um? Weil ich muss schon sagen, ich bin sehr dankbar, dass wir das hier nochmal mitnehmen können auch. Aber ich weiß zum Beispiel, dass wir nicht für immer hier bleiben werden, weil auch unsere Kinder gar nicht mehr ins deutsche Schulsystem reinpassen würden. Unser Großer ist jetzt in der vierten Klasse, der müsste dann quasi auf eine weiterführende Schule. Und ich will das meinen Kindern auch gar nicht antun, dass sie dann komplett jetzt wieder. Der Umzug war so schon für sie schwer, von Texas nach Deutschland und sie dann nochmal jetzt wieder rauszureißen aus dieser Schule, wo sie ihre Freunde haben und quasi ihre Community gefunden haben, sie da wieder in das deutsche System komplett zu packen, das wollen die auch gar nicht.

SPEAKER_00

Und das ist ja auch nicht besser, ne? Also im Sinne von Kindergerechter oder so. Also von daher, wer will das dann auch.

SPEAKER_01

Ja, genau. Also ich bin froh, dass sie auf der amerikanischen Schule hier sind und da quasi noch so ein bisschen diese Stabilität und das amerikanische Leben hier auch in Deutschland weiterführen können. Auf der anderen Seite bin ich auch unglaublich dankbar, dass ich sagen kann, wir gehen jetzt über Weihnachten oder in den Ferien oder so, mal ein langes Wochenende zu meinem Papa und verbringen nochmal mehr Zeit mit ihm, weil er ist ja jetzt auch gerade eigentlich alleine daheim. Und ich habe nur noch ihn und meine Tante hier in Deutschland. Und meine Schwester ist ja auch ausgewandert, die lebt auf Bali. Und Oma und Opa und Mama sind eben vor vier Jahren, vor fünf Jahren jetzt bald verstorben, als wir in Texas gelebt haben. Und ich hätte mir eigentlich damals gewünscht, dass wir zu der Zeit nochmal zurückkommen könnten, um diese letzten Jahre nochmal so mitzubekommen mit meiner Mama und meiner Oma. Und ich denke mir aber, jetzt müssen wir trotzdem auch das Beste draus machen. Und reisen können ist auch toll. Also wir waren zum Beispiel letztes Jahr in verschiedenen Ländern und haben Städtebesuch wie Prag, Amsterdam, Paris, was man eben sonst halt nicht einfach mal die Möglichkeit hat, wenn man in den USA lebt. Und so versuchen wir schon das Beste draus zu machen, aber wir wissen, dass es irgendwann ultimativ doch wieder zurückgeht in die USA. Und darauf freue ich mich auch schon.

Work Life Childcare And Commuting

SPEAKER_00

Und ich persönlich empfinde auch, dass das ein ganz großes Geschenk ist, weil nur weil wir ausgewandert sind, geben wir ja trotzdem nicht unsere Herkunft her und wir wollen auch auf gar keinen Fall schlecht über Deutschland reden oder schlecht über Europa reden. Und ich empfinde das als ein so großes Geschenk und das sage ich auch immer mit den ganzen Auswanderern, die wir ja auf dem Weg begleiten, das sage ich immer, ihr gebt nichts auf, sondern ihr kriegt immer nur dazu. Ja, weil dein Deutsches und dein Deutsche, wir sind ja trotzdem, wir sind ja auch die Deutschesten in Amerika sozusagen. Das bleibt und auch deine deutsche Herkunft, und ich genieße das auch sehr, jetzt, wo die Kinder größer sind, dass ich sehr viel mehr wieder reisen kann oder auch, man ist am anderen Platz in seinem Leben, dass man auch Europa nochmal wieder anders erkunden und sehen kann. Aber was ich trotzdem auch raushöre, ist einfach, dass du Amerikanerin bist, dich vom Herzen her für dieses Land entschieden hast, das auch lebst und das auch vermisst, oder? Ja, total.

SPEAKER_01

Und nicht nur das Wetter, sondern auch diese, es sind so die Dinge im Alltag, wo ich gemerkt habe, das Leben in den USA wird einem schon auch einfacher gemacht. Es ist ein bisschen leichter mit Childcare, wo es im Fitnessstudio zum Beispiel anfängt, dass man die Kinder mitnehmen kann. Und da gibt es dann Betreuung im Gym oder After School-Betreuung. Das war hier, das war, glaube ich, eine der größten Hürden, weil ich eben in meinem Beruf auch weiterarbeiten wollte. Ich hatte dann einen Job an einer anderen Universität hier angenommen, aber dadurch, dass hier so die Bases alle unterschiedlich sind, es gibt Rammstein, es gibt den Kaiserslautern, unterschiedliche Bases. My tochter war auf einer Base im Kindergarten, my son auf the other base, and I have auf the dritten base gear. Mein Mann arbeitet über Holder. Das war morgens immer eine Stunde commute, abends ein Stunden.

SPEAKER_00

Und das in Deutschland.

SPEAKER_01

Und das in Deutschland. Und ich dachte mir irgendwann so, Moment mal, was mache ich hier eigentlich? Ich gehe im Monat 1500 an Childcare aus, wo ich dachte, ich kann meine Tochter in den Kindergarten bringen, in den Deutschen, was nicht geklappt hat. Und ich bin eigentlich 60 bis 70 Stunden pro Woche nur am Arbeiten und Rumfahren. Und da habe ich dann gesagt, ich mache mal eine Pause und habe eben letzten Sommer auch meinen Job da gekündigt und eine Pause gemacht, weil ich so ein Reset gebraucht habe. Weil ich gemerkt habe, ich come with these erwartingen here in Deutschland, an mich selber, an die Menschen in my umfeld, and ich musste das nochmal alles rekalibrieren in einer weiter. But you have even these life here from what social media, what you command, or not in your error. And then comes here and you have a other person, your family is just from two of three. And what will I get? When will I get? And we should my life here we gestalten. And sold Hürden, weil es schon eine Hürde auch war, hier wieder richtig anzukommen. It has a long time gedauert. Durch solche Hürden aber wächst man auch. Absolut, ja. Und jetzt kann ich sie zurückdenken und denken, okay, das letzte Jahr, also 2025, hatte es schon in sich mit dem hier wieder Ankommen, mit dem Reverse Culture Shock. Aber es ist im Endeffekt, das sind ja die Phasen, aus denen man sich am meisten weiterentwickelt.

SPEAKER_00

Ja, total. Und das zeigt ja auch wieder nur, dass jedes Land unterschiedlich ist, was du mit Leichtigkeit geschafft hast in den USA, eigentlich von Geburt an deiner Kinder, Arbeiten und Karriere, also Karriere und Kinder unter einen Hut zu bringen, ist dann eben in Deutschland möglicherweise nicht so selbstverständlich, zumindest auch nicht in dem Maße, wie du das in den USA gewohnt warst.

SPEAKER_01

Ja, und was mir auch aufgefallen ist, als ich an meine Freundinnen gefragt habe, die hier auch arbeiten und Kinder bekommen haben, da arbeitet niemand Vollzeit. Das geht gar nicht. Wegen der fehlenden Betreuung. Und wo es auch immer so heißt, das ist so super kinderfreundlich und es lässt sich alles sehr gut miteinander verbinden, ist dann doch nicht so. Da arbeiten die meisten in einem Konzept, was es so in den USA ja nicht gibt. Also diese 20, 30-Stunden-Woche, Part-Time oder Flex-Time, ist da ja nicht so gang und gab. Oder Flex-Time, ja, aber eben nicht dieses 20, 30 Stunden. Und so ein Konzept hier, das ist auch was. Ich hatte Glück, dass ich dann eine Firma gefunden habe, für die ich jetzt arbeite, wo ich 30 Stunden die Woche machen kann. Aber das war auch, wo ich dann gesagt habe, ich mache das nur unter diesen Voraussetzungen.

SPEAKER_00

Eine ganz schöne Reise und auch so ein ganz schönes Vermissen, Heimweh, sich neu erfinden, also quasi fast schon wieder wie eine neue Auswanderung, wenn man so will, obwohl es ein Zuhause- und Rückwanderung ist, ne? Was gibst du so abschließend Menschen mit? Also was kannst du jetzt, was hast du jetzt so wirklich so, ich sag mal, da, was war dein dein Learning oder deine drei Tipps, die du sagen würdest, okay, wenn ich jetzt davor ständ und ich würde wieder zurückreisen, oder ich müsste zurück nach Deutschland gehen, oder vielleicht auch umgekehrt, ne? Es gibt ja auch viele, die wollen nicht nach Amerika gehen oder in die USA gehen und müssen, wie auch immer, gibt ja auch manchmal die Konstellation. Was gibst du denn, Mensch, mit? Was sind deine Learnings? Wie kriegt man das hin, dass man dann trotzdem so eine tolle Einstellung hat wie du, das als Lernchance sozusagen auch nimmt. Also, was du ja gerade gesagt hast, war, es war scheiße, aber ich habe mich dadurch verändert. Ich habe dadurch gelernt, ich bin jetzt gewachsen damit, das ist ja auch wieder ein amerikanisches Wahnsinn, ne? Was kannst du mitgeben? Was sind so, was ist so dein Learning oder deine drei Tipps, die du geben kannst?

SPEAKER_01

Also, ich glaube, meine Top drei Tipps wären gebt euch Zeit, weil das komplette Leben verändert sich. Und wenn ihr zurück nach Deutschland geht, gebt auch den Menschen in eurem Umfeld Zeit. Weil ihr habt euch verändert und ihr seid auch nicht mehr die gleiche Person, wie ihr wart, als ihr gegangen seid und daran muss sich euer Umfeld auch erstmal wieder gewöhnen. Und wenn es dann vielleicht nicht mehr passt mit manchen Menschen, ist es auch okay. Und gebt euch Zeit und Geduld und den Menschen in eurem Umfeld auch. Das wäre mein erster Tipp. Mein zweiter Tipp ist Vitamin D.

SPEAKER_00

Oder Kurztrips in die Sonne.

SPEAKER_01

Kurztrips in die Sonne und Vitamin D. Ich muss sagen, das Wetter war das, was mich auch sehr mitgenommen hat, weil wenn man, wie bei dir ja auch, ihr lebt in Kalifornien und habt.

SPEAKER_00

Ist immer Sonne.

SPEAKER_01

Ja, 21st 7 Sonne. Das macht schon auch was mit einem Kinder.

SPEAKER_00

Nee, wir hatten jetzt drei Tage Regen und ich denke mir schon, scheiße, weil das so ungewohnt ist, dass wir drei Tage hier die Sonne nicht sehen und selbst da kam abends mal die Sonne raus.

SPEAKER_01

Ja, also achtet auf eure Gesundheit, das ist ganz wichtig. Nehmt Vitamine und achtet auf eure Gesundheit, aber auch auf eure mentale Gesundheit und erlaubt euch Pausen im Alltag. Vor allem als Mama finde ich das sehr wichtig, auch als Military Spouse, weil wir möchten bei so einem Expat-Umzug und ich sehe das auch quasi hier wie ein Expat an. Ich weiß nicht genau, bin ich ein Ex-Expat oder bin ich ein Expert oder ich.

SPEAKER_00

Super-Expert. Keine Ahnung.

SPEAKER_01

Egal was. Aber man möchte ja auch immer als Mama und als Frau unterstützen und helfen und dass es allen in unserem Umfeld gut geht. Aber macht euch auch selber zur Priorität. Weil, wenn es euch nicht gut geht, geht es auch den Menschen in eurem Umfeld nicht gut. Aber wir dürfen uns auch Zeit nehmen für uns selber. Das ist sehr wichtig. Und macht diese Mädelstrips mit euren Freundinnen, reconnected, geht zu euren Eltern, macht mein Wochenende einfach. Ich war neulich in München mit meinen Mädels und es tat so gut. Es war eine Nacht, mein Mann war da gerade weg. Der hatte, nachdem wir das schon gebucht hatten, hat er einen Trip nach Arizona bekommen und ich war so neidisch, ne? Dass er zurück nach Amerika gehen darf für die Arbeit. Und dann habe ich meinen Papa geredet und er hat gemeint, ja, bring die Kids zu mir. Und es war, muss ich sagen, so schön, weil wir das eben aus Amerika nicht kannten, dass die Kids mal über ein Wochenende zur Familie gehen konnten. Und ja, erlaubt euch diese Oasen im Alltag, nehmt euch Zeit für euch selber. Und das Dritte wäre, weil ich natürlich auch eine große Befürworterin bin, für Frauen sollten ihre eigenen Karriereziele auch verfolgen oder ihre Ausbildung weitermachen, gebt das nicht auf. Egal wie schwer es ist, egal wie euch der Alltag manchmal vielleicht umhaut, aber verfolgt diese Ziele und auch wenn es vielleicht am Anfang schwierig ist, wieder Fuß zu fassen, connectet euch mit anderen, findet eure Networks, geht zu Events, volontiert, um einen Fuß in die Tür reinzubekommen. Put yourself out there, auch wenn es am Anfang vielleicht schwierig ist und ihr euch erstmal wohlfühlt dabei, aber es wird leichter.

SPEAKER_00

Sehr gut. Isra, vielen, vielen Dank. Danke, dass du heute Abend dir quasi bei dir Zeit genommen hast. Ich kann kaum warten, dass du wieder zurück bist. Du bist ja hier auch meine Community. Also wir haben eine ganz, ganz, ganz coole deutsche Frauencommunity hier in den USA, obwohl wir uns noch nie gesehen haben, aber wir kennen uns so lange. Da muss man auch gar nicht 100 Jahre befreundet sein, um dass man so eine Connection hat. Ich glaube, wir haben einfach alle so eine echt ähnliche Mentalität.

SPEAKER_01

Dieses Mache, wir gönnen uns einander den Erfolg, wir sind glücklich füreinander, wenn die Menschen. Wir supporten uns.

Closing And Listener Support

SPEAKER_00

Genau, eben voll gut. Also wir vermissen dich, wir freuen uns schon sehr. Habe ich jetzt noch mit Herr Janine von Ich hier to Dor drüber gesprochen. Wir vermissen dich hier und wir freuen uns, wenn du bald wieder hier bist und du hast hier, du bist hier zu Hause und gehörst hier. Die wird jetzt heulen alle auf. Und nein, also das ist wirklich so. Das fällt auf, ne? Also, es fällt auf, weil wir schon so, so, so lange auch auf Instagram verbunden sind. Da sind so viele Freundschaften entstanden durch den Podcast und so. Also wir vermissen dich hier sehr und wir sind froh, wenn du wieder zurück bist, liebe Insta. Danke, liebe Moni. Vielen, vielen Dank. Bis dann. Tschüss. So schön, dass du da warst. Ohne dich gäbe es diesen Podcast nämlich gar nicht. Wir sind jede Woche bemüht, dir eine neue Folge rauszugeben und das Ganze werbefrei. Wenn du uns dafür danken möchtest, dann freuen wir uns unfassbar über eine Bewertung auf den gängigen Podcast-Portalen. Schreib uns auch einfach eine E-Mail, was du aus dieser Podcast-Folge mitgenommen hast. Oder noch besser, teile es mit deiner Community oder mit Menschen, die genau diese Folge auch hören müssen. So schön, dass du da bist. Wir sehen uns nächste Woche wieder hier im Podcast Deine Monique.