Karmel-Impulse
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Breslau - Der Anfang: Wege des Friedens auf den Spuren Edith Steins
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Der 2. Teil findet online am 17. März 2026 um 19:00 Uhr statt! Sie können sich für den 2. Teil hier anmelden:
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Beschreibung: Im heutigen Kontext, der von Kriegen, Konflikten und Spannungen sowohl auf internationaler Ebene als auch innerhalb der Gesellschaften geprägt ist, schenken das Denken und das Lebenszeugnis Edith Steins, Märtyrin und Patronin Europas, ein tieferes Verständnis für den Wert der menschlichen Person als Fundament jeder authentischen Beziehung zu sich selbst und zum Anderen. Sie bieten zahlreiche Impulse, um im gegenwärtigen kulturellen, religiösen und politischen Panorama einen konstruktiven Dialog zu fördern und eine Kultur des Friedens aufzubauen. Breslau – der Anfang (1. Teil): Der erste Vortrag führt an den Geburtsort Edith Steins. Die schlesische Stadt Breslau – heute Wrocław – wurde vom britischen Historiker Norman Davies als „Mikrokosmos“ bezeichnet, da sich in ihr die wichtigsten Strömungen der mitteleuropäischen Geschichte begegneten – sei es im fruchtbaren Austausch oder in feindlicher Rivalität. Ausgehend von der Welt, in der Edith Stein aufwuchs und geprägt wurde, wird aufgezeigt, wie sie als Philosophin und gesellschaftlich engagierte Frau mit den Spannungen ihrer Zeit umging, um auf dem Fundament der Wahrheit Frieden zu stiften. Referenten: P. Dr. Lukasz Steinert OCD, Sr. Nicoletta Braus ST
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Als Johannes Paul II. Edith Stein zur Mitpatronin Europas erhob, schrieb er, dass ihr Leben ein Banner gegenseitiger Haftung, Toleranz und Gostgastfreundschaft sei, dass Menschen über ethnische, kulturelle, and religiöse Unterschiede hinaus zusammenführt. And gerade in diesem Sinne is Edith Stein Patronin of unserem Continental. As Edith Stein 1891 in Breslau, also in the damaligen Deutsche Kaiserreich, Europa in a phase of relative stability and long Friedens, upgraded Kriegs. This is the so genuinely Belle Epoch. And this time is for us and forces, in technical, in political ordnance. And in this climate wächst Edith, she waxed, she studied, she went out their crisis as you, as a younger friend, but she feels safe and the lives. Monarchien, die irgendwie so als ewig galten, sie stürzen, sie sind auf einmal nicht mehr da, weder das Deutsche Kaiserreich noch Österreich-Ungarn, noch das russische Zarenreich, neue Staaten entstehen, politische anderschaftliche Krisen folgen, and in diesem Klima gewinnen auch radikale Ideologien an Macht, Faschismus, Communismus, Nationalsozialismus, and the Zweiten Weltkrieg. And es sind die Jahre in denen Editstein reift and ihr erwachsenes Leben lebt. Sie forscht as intellektuelle, sie engagiert sich politisch, sie findet auch zum christlichen Glauben. Später tritt sie in den Kabel ein. Ja, und in diesem Klima wird sie auch 1942 in Auschwitz als Jüdin folgt und ermordet. Nach ihrem Tod und nach 1945 entsteht an neues Europa. Diesmal zuerst geteilt in Ost und West. This is the site des Kalten Krieges. Eine von uns haben im Westlichen, die anderen auf der Ostseite gelebt. And später scheint sich mit dem Fall des Kommunismus 1989 eine Epoche des Friedens zu eröffnen. 87 wird auch Edith Stein selig und 1998 heilig gesprochen 1999 zur Mitpatronin Europas erklärt. Aber auch in diesem Europa, das jetzt unter dem Patronat von Edith Stein steht, bleiben wir nicht verschont. 9-11, die Ukraine, Hamas-Massaker, Gazastreifen, Pandemie. Immer wieder. Terror, Krieg, Gewalt, Leid, Krankheit erschüttern die Welt. Was heißt es also, Wege des Friedens zu gehen? In verschiedenen Zeiten, in guten und in schlechten Zeiten für den Frieden. Was heißt es für uns, für jeden von uns persönlich, auch für uns gemeinsam, auch as Christen, Wege des Friedens zu sehen und den Frieden zu suchen. And with this treten wir an Edithstein heran. And we beginnen symbolic in Breslau. Breslau is a start that the British Historic Norman Davis in his biographie an European Mikrokosmos nennt. Also an opportunity, in the Geschichte Europas, for all Middle Europe. This is not another dimension of the St. Gegründet im 10.41 wird sie durch die Mongolen zerstört, die damals in Europa die Zerstörung bringen. Anschließend wird sie nach deutschem Recht wieder aufgebaut. Später gehört dieser Staat, in dem sich die drei Volksgruppen auch begegnen und vermischen, die Polen, die Böhmen, die Deutschen. Politisch gehört sie dann eben zum Königreich Böhmen, später zum Habsburgerreich, schließlich auch zu Preußen und zum deutschen Kaiserreich. Ja, polnische, deutsche, böhmische, aber auch jüdische Einflüsse begegnen sich hier manchmal fruchtbar, manchmal konflikthaft. Das ist die Geschichte dieser Stadt. Als Edith Stein hier geboren wird in Breslau, and this is so ein Bild aus der damaligen Zeit, in so einer Stadt kommt sie auf die Welt, ist Breslau eine blühende deutsche Großstadt mit einer beeindruckenden industriellen, universitären und kulturellen Entwicklung. Davon zeugen die elf Nobelpreisträger, die in dieser Stadt geboren wurden oder dort gewirkt haben. Aber in dieser Stadt wurde Edith Stein als Kind einer jüdischen Familie geboren. Seit dem preußischen Emanzipationsedikt von 1812 waren Juden rechtlich integriert in die Gesellschaft, haben die meisten Bürgerrechte und nehmen auch aktiv am wirtschaftlichen, kulturellen und akademischen Leben teil. Im 19. Jahrhundert viele säkularisieren sich zunehmend, viele nehmen deutsche Namen an, übernehmen bürgerliche Lebensformen und entwickeln auch eine deutsche nationale Identität. Und Edith Stein war das kind einer solchen Familie. But when we auf die jüdische Geschichte dieser Stadt blicken, 1854 was in Breslau the Jüdisch-Theologische Seminar eröffnet. And this was the erste modern rabbinoseminar in Europa in Breslau. And the new Synagogue, the 1861, erbaut, we see here in the Bild, was one of the greatest, reichsten, and the imposantest in Europa. But these religiosive entwickles im Judentum scheinen an Edigstein weitgeh vorbeigegangen zu sein. In der Weimarer Republik genossen die Juden in Deutschland the voller Staatsbürgerschaft, sie erfüllten sich als patriotische Deutsche, and sie stellten damals etwa 1% der Bevölkerung, aber die Juden lebten meistens in den Großstädten. In Breslau waren es zu Beginn der Weimarer Republik circa 20.000 bis 25.000 Juden, rund 4% der Bevölkerung. Edelstein ist eine von ihnen. Aber wie wir alle wissen, diese Geschichte nimmt eine dramatische Entwendung. Die Synagoge wird am 9.11.38 während der Reichsbrumnacht zerstört. Im Summe 1944 wird die Stadt zur Festung erklärt und 1945 dann monatelang von der Roten Armee belagert. Sie hält länger als Berlin. Aber ein Großteil der Stadt wurde zerstört, wie zu sehen ist. Nach 1945 wird die Stadt polnisch, enthält den Namen Wrocław, and erlebt einen nahezu vollständigen Bevölkerungsaustausch. Es ist auch ein Unikum weltweit. Natürlich, es gab auch andere Städte, gerade die Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg abtreten musste, aber so eine große Stadt, in der die Bevölkerung ganz ausgetauscht wurde. Das ist Breslau. Heute ist Wrocław eine dynamische polnische Stadt, eine der wichtigsten des Landes, and sie wirbt mit dem Slogan Stadt der Begegnung. Damals sagte er in his Predigt, and this Predigt, also by the Gottesdienst. I was not done. But he said, Rosov is a start that gewisse am Schnittpunkt drive, die in law of ihrer Geschichte eng miteinander verbunden waren. Here begegnen sich auf besondere Weise die geistigen Traditionen des Osten anders. And this is not zufällig the Geburtsstaat von Edith Stein. I think the Staat is a symbol for this, where Edith Stein. In this euro beginned your laden, entwickelt sich your laden, she is daddy geprägt, davon geprägt. But it is auch heute ihre Stadt, weil es für das Spannungsfeld steht, in dem wir alle leben, in dem wir einander begegnen und uns fragen, wie Friede möglich ist. Jetzt macht Schwester Nicoletta weiter.
SPEAKER_01Danke. Das Leben Edith Steins ist ein Spiegel des 20. Jahrhunderts mit seinen Hoffnungen und seinen dunkelsten Tragödien. Jüdisch, Deutsch entscheidet sie sich zunächst für eine agnostische Haltung, um sich ganz der Suche nach der Wahrheit durch das Studium der Psychologie, der Geschichte, der Germanistik und schließlich der Philosophie zu widmen. In den Jahren ihres Studiums in Göttingen findet sie ihren Weg zur Philosophie Hussein. Einige von uns mögen den Satz kennen, das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit. Richtsteins härster und wichtigster Beitrag zum Frieden ist ihre Leidenschaft für die Wahrheit. Sie äußerte sich im intellektuellen Leben als rigorose und ehrliche philosophische Forschung. Die Phänomenologie Futters lehrt sie, sich an die Wirklichkeit zuzuhalten, wie sie sich darstellt, eine Rückkehrt zu den Sachen selbst, so wie sie vom Bewusstsein erlebt werden. Für das sein ist die Wahrheit vor allem die Haltung, mit dem Mann der Wirklichkeit ohne Vorurteile gegenübertritt, um den tiefen Sinn der Dinge, ihr Wesen, zu suchen. Ihr Leben ist ebenso geprägt von politischem Engagement, von der Konfrontation mit Schmerz und Tod, während ihres Einsatzes als Rotkreuz-Schwester im Ersten Weltkrieg, von ihrer Konversion zum Katholizismus und von der Ungerechtigkeit der nationalsozialistischen Verfolgungen. Der Durst nach Wahrheit und ihre biografischen Erfahrungen werden zum Antrieb für eine grundlegende Frage, die sie in all ihren Schriften entfaltet. Wer ist der Mensch? Wie entsteht seine Beziehung zu den anderen? Und wie wichtig ist seine Beziehung zu Gott?
SPEAKER_00Was heißt es, Mensch zu sein? Was ist der Mensch? And he beschäftigt sich mit dieser Frage in aide des Übergangs, in which man sich mit augier beschäftigt, the frame stellt, what is the mensch, what is it either, and what error is? And before we can, the Edith Stein of these fragments, we have this geistige to vergegenwärtigen, in which Edith Stein these fragments stelled. And I think the Kunst can us dabei help. Raphaels Portrait of Baldassar Castiglione zeigt einen Menschen im inneren Gleichgewicht. Der Blick ist ruhig, die Haltung gefasst, Vernunft, Maß und Würde prägen das Bild. And this Bild verkörpert das Ideal des Humanismus, aber auch der deutschen Klassik, des deutschen Idealismus, Vertrauen in die Güter der menschlichen Natur und in die Kraft der Vernunft. Dieses optimistische Menschenbild prägt Europa bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts und wird aber im Ersten Krieg aktiv erschüttert. Ein ganz anderes Bild des Menschen entwirrt Edward Münch in seinem Bild der Schreie. Da sehen wir schon die Moderne, wie sie beginnt. Und die moderne Frage nach dem Menschen. Eine Gestalt, verzerrt von Angst, scheinbar aufgelöst in einer beunruhigten Landschaft. Also hier steht nicht mehr Harmonie, Mittelpunkt, sondern Angst, Einsamkeit, Sinnverlust. Der Mann, der Mensch, erscheint nicht als souveränes Subjekt, sondern als bedrohtes Wesen. Dieses Bild steht für die Krise des modernen Menschen, für die Erfahrung, dass Vernunft allein nicht trägt. Und da haben wir einerseits die Bellepoque, wo Menschen viele sich noch in der Sicherheit wehnen. Gleichzeitig aber haben wir Edward Munch, der schon sowas empfindet. This is the side for the Ersten Weltkrieg. And schließlich Picasso and the Weinen der Frau. The gesture is fragmentiert, zerrissen, kaum noch erkennen. And this build entstand in 1937. This is the context of Spanish Burger Kriegs, the Givalty. So there is also a bit of Picasso. And this build stood for the Menschkeit self. Even the menschic is not kiss. And Schwester Nicoletta wird uns jetzt erzählen, was Edith Stein dazu sagt, was für Antworten sie gegeben hat.
SPEAKER_01Es geht uns also darum zu verstehen, wie ihre Vorstellung von Menschen als einem Wesen der Freiheit und Verantwortung sowie von der Begegnung mit den anderen Gestalten genommen haben. Und dann, wie sie auch heute fruchtbar für uns sein können, die wir eine Kultur des Friedens aufbauen wollen. Für Stein beginnt alles mit der Fähigkeit des Menschen, ich zu sagen. Die Seele eines Tieres, schreibt Edith Stein, ist eine stumme und gefangene Seele, in sich selbst gefangen, unfähig, hinter sich selbst zurückzugehen und sich selbst zu fassen, unfähig, aus sich selbst heraus und zu mir zu gelangen. Im Unterschied dazu ist der Mensch, schreibt sie weiter, Herr seine Seele und kann ihre Tore öffnen und schließen. Er kann aus sich selbst heraustreten und in die Dinge eingehen. Wenn zwei Menschen einander am Blicken, dann stehen ein Ich und ein anderes Ich einander gegenüber. Es kann eine Begegnung vor den Türen sein oder eine Begegnung im Inneren. Wenn es eine Begegnung im Innern ist, dann ist das andere Ich ein Du. Das bedeutet also, dass der Mensch entscheiden kann, die Türen seiner inneren Welt zu öffnen oder zu schließen. Der Mensch ist eine freie geistige Person. Und geistig hat hier nicht die Bedeutung von religiös, sondern von Wachsein, das heißt von Selbstbewusstsein. und Offenheit. Diese Offenheit hat eine doppelte Ausrichtung nach außen und vor allem nach innen. Der Mensch kann ich sagen, weil er ein Bewusstsein besitzt, das wie ein inneres Licht ist und ihm erlaubt, seine Erlebnisse in reflektierter Weise zu betrachten. Das Tier folgt dem Instinkt. Es reagiert. Die menschliche Person hingegen kann ihnen innehalten, dem Reiz widerstehen und wählen. Sie besitzt die Fähigkeit, Nein zu sagen, weil sie die Dinge als eine Werte von Werten betrachtet, die sich vor ihr eröffnet. So schreibt sie, was besagt Freiheit? Es besagt dasselbe wie das Ich kann. Der Schalbe verwendet sie zwei Verben, können und sollen. Denn in dem Moment, in dem das Ich sich als frei und entscheidungsfähig entdeckt, fühlt es sich auch aufgerufen, etwas aus dieser Freiheit zu machen. Es verspürt die Pflicht, sich selbst zu formen. Der Mensch kann und soll sich selbst formen, schreibt Edstein. Das heißt, wir werden nicht fertig und vollkommen geboren. Nein, wir werden als eine Aufgabe geboren. Wir sind verantwortlich für die Person, die wir werden und für die Werte, das heißt für die Motivationen, die unser Handel ausrichten. Für sie besitzt die menschliche Seele eine Oberfläche und eine Tiefe, einen innersten Kern, indem das Ich Frieden erfährt, wenn es seine Entscheidungen von diesem Zentrum austrifft. Frieden ist vor allem eine Frage der Authentizität der menschlichen Person. Frieden wird nur durch Entscheidungen aufgebaut, die aus dieser Tiefen stammen und nicht aus der Überflächigkeit von Emotionen und Empfindungen. Durch ihre Schriften zum Problem der Einfühlung hilft Edith uns dann zu verstehen, wie eine Brücke zu den anderen gebaut wird, also wie dieses Ich einem du begegnet. Für sie ist Einfühlung nicht, wie wir oft denken, das Fühlen dessen, was der andere fühlt und das sich mitreißen lassen von seinen Emotionen. So haben wir in der Einfühlung eine Art erfahrender Akte Suigenis. Die Einfühlung ist eine Erkenntnisform sui Generis, die aus der Erfahrung entsteht, die ein Ich von einem anderen, vom ihm verschiedenen Ich gewinnen kann. Zum Beispiel wird die Freude, die ein Freund von mir erlebt, nicht zu meiner Freude. Ich erfasse sie lediglich als eine Erfahrung, die ihren Ursprung in ihm hat. Ich bin Zeuge seiner Freude. In meinem nicht-originären Erleben fühle ich mich gleichs von einem originären, das nicht von mir erlebt und doch da ist, sich in meinem Nicht-Originären bekundet. Das bedeutet, dass die ursprünglich gemachte Erfahrung, die der anderen Person ist, ich sie jedoch meinerseits ebenfalls erfahren kann. Ich kann dem anderen und seiner Erfahrung Raum geben. Ich kann die Beweggründe und die Emotionen des Erlebens des anderen verstehen und ich kann auch entscheiden, ob ich mich darauf einlassen möchte oder nicht. Die Einfühlung vermischt uns nicht mit dem anderen, sondern ist die notwendige Voraussetzung, um den anderen zu verstehen und zu erkennen, dass er eine menschliche Person wie ich ist, der ich Raum in mir geben kann. Einfühlung ist somit eine menschliche Fähigkeit, die entwickelt werden muss, um Gemeinschaft und Beziehung zu schaffen, ohne sich gegenseitig aufzuheben. Der Raum, der in uns für den anderen entsteht, ist das Geheimnis, um Frieden zu bauen und die Angst vor dem anderen, der anders ist als ich, zu überwinden. Es gibt aber im selben Raum einen Ort, in dem es seine eigentliche Stelle hat, den Ort seiner Ruhe, den es suchen muss, solange es ich ihn nicht gefunden hat und zudem es immer zurückkehren muss, wenn es davon ausgegangen ist. Das ist der tiefste Punkt der Seele. Edith lehrt uns, dass jedes Ich in seinem innersten einen Ort zu wohnen hat und dass jedes Ich auch einen Raum in der Innerlichkeit des Anderen finden kann. Der Boden für den Frieden ist nicht nur und nicht in erster Linie ein geografisches Territorium, das verteidigt oder aufgegeben werden muss, sondern ein geistiger Raum. Man kann sich dazu entschließen, im eigenen Inneren einen Raum zu formen, um den anderen mit seiner unverwechselbaren Einzigartigkeit zu empfangen. Manchmal, sagt sie, genügt eine Gäste, Einblick, um Einsicht in den Kern einer Person zu bekommen. Und es gibt einen Moment in ihrem Leben, in dem diese scheinbar so abstrakte Idee sich mit brutaler Kraft manifestiert hat. Während des Ersten Weltkriegs meldete sie sich freiwillig beim Roten Kreuz und arbeitete in einem österreichischen Militärkrankenhaus. Es war ein äußerst hartes Umfeld. Dort betreutete sie viele verwundete Soldaten und viele von ihnen sah sie sterben. In ihrer Autobiografie spricht Edith insbesondere von einem Soldaten, den sie in seinem letzten Lebensabschnitt begleitet hatte. Als ich die Paar Abseligkeiten ordnete, fiel mir aus dem Notizbuch des Verstorbenen ein Zettelchen entgegen. Es stand ein Gebet um Erhaltung seines Lebens darauf, das ihm seine Frau mitgegeben hatte. Das ging mir durch und durch. Ich empfand jetzt erst, was dieser Todesfall menschlich zu bedeuten hatte. In den Worten dieses Gebets lernte Edith den Schmerz jener Frau kennen, die nun Witwe geworden ist. Sie begreift die Welt der Beziehungen und Hoffnungen, die dieser Tod soeben zerstört hatten. Die Einfühlung ermöglicht es ihr, den Tod nicht nur als biologisches Ereignis zu verstehen, sondern als menschliches Drama, weil sie in die Erlebnisse der anderen Person eindrückt und deren ganze Tiefe erkennt. Gegen Ende des Krieges schreibt Edith in einem Brief an ihren Freund Roman in Garden. Neulich sah ich in meinem Bücherschrank eine ganze Reihe Dissertationen von Breslauer Studienfreunden, die nun sämtlich tot sind. Dann kommt man sich vor, als ob man einer längst ausgestorbenen Generation gehörte und fragt sich erstaunt, wieso man eigentlich noch lebt. Gelegentlich wacht wohl dann die unverbrauchte Lebenskraft in einem auf und erhebt Protest gegen diese ganze Atmosphäre der Müdigkeit und Schwere. Sie meinen, die Probleme, die zu lösen sind, übersteigen Menschenkräfte. Das glaube ich freilich auch, aber ich bin nicht davon abzubringen, dass die Weltgeschichte einen Sinn hat und sich durchsetzt, auch wenn kein Mensch da ist, da ihr den Weg vorzuzeichnen vermag. Edith stellt sich dem Drama des Krieges, ohne in Verzweiflung zu verfallen oder schlimmer noch, in sich selbst zorn über all das Geschehen zu kultivieren. Der nächste Schritt nach dem Verstehen der Erlebnisse des anderen wird zu einer Entscheidung. Edith entscheidet sich dafür, das Leben mit ganzer Kraft zu bejahen. Und sie erkennt, dass jeder einzelne Mensch eine wichtige, einmalige Rolle in der Geschichte spielt, die wir als Menschen miteinander formen und miteinander teilen. Frieden zu bauen, bedeutet auch dies, die eigenen Kräfte einzusetzen, um das Wenige zu tun, das jeder von uns nach seinen Möglichkeiten tun kann. Man kann es tun durch eine intellektuelle Arbeit, die mit Genauigkeit und Ehrlichkeit ausgeführt wird, wie Edith es getan hat. Man kann es tun, indem man sich in den Diensten der Schwächsten stellt oder durch das Gebete der Fürbitte, dass Edith erst in reifen Alter entdecken wird. Entscheidend ist, das Beste aus sich selbst hervorzubringen und die Authentizität des eigenen Ich zu leben. Ein weiteres Beispiel für Einfühlung, das Edith in ihrer Autobiografie beschreibt, ereignet sich im Dom von Frankfurt. Als sie eintritt, ist die Kirche leer. Kurz darauf kommt eine Frau herein, eine einfache Frau aus dem Volk, mit ihrem Einkaufskorb. Sie kniet nieder und bettet einen Augenblick lang. Dann steht sie auf und geht wieder hinaus. Und Edith schreibt. Das war für mich etwas ganz Neues. In die Synagoge und in die protestantische Kirche, die ich besucht hatte, ging man nur zum Gottesdienst. Hier aber kam jemand mitten aus den Werktagsgeschäften in die Menschenlehre Kirche wie zu einem vertrauten Gespräch. Das habe ich nie vergessen können. Gerade durch die Anerkennung der Wahrheit der religiösen Erfahrung ernährt sich Edith dem Christentum. Ihre leidenschaftliche Suche nach der Wahrheit mündet in der Religion. Edith entdeckt, dass der Mensch nicht nur strukturell auf die Beziehung zum anderen Menschen hin angelegt ist, sondern dafür geschaffen wurde, eine volle Gemeinschaftsbeziehung mit Gott zu leben. Diese Beziehung ist der vorzügliche Weg, Frieden in dieser Welt zu leben und aufzubauen. Jeder muss seinen kleinen Beitrag leisten, als Werkzeuge des Handelns Gottes.
SPEAKER_00Wie Schwester Nicoletta gesagt hat, steht bei Edelstein the Mensch as Beziehungswesen im Mittelpunkt, der Mensch, the other Menschen begegnet, but ich möchte jetzt noch zeigen wie Edelstein lived and reflektived, this gemeinschaft that we as folk, as Gesellschaft or as Staatsgemeinschaft bezeichnen. And we are revidierted, by you a lot of stuff finded, then christian glauben, a new form annim. This meisterwork, modern Baukunst, was in 1913 eingerein and was with the damage greatest Orgel of the Starteth. Tatsächlich Edith Stein in her self-biography of Freud Stolz of the new Reich, in which we all were. She said so the chauvinist Nationalism, so fest was from the sin and the nature of the geschickton notwendig einzelner States and Völker and Nation. Damit war auch Preußen im internationalen Vergleich recht fortschrittlich. Auf dem Bild oben sehen wir die Universität Breslau. As Edith Stein 1911 immatrikuliert, findet the University of 100-juryum. With freedom, with stolen, and with thankbark. Yeah, da können wir uns vorstellen, Edith Stein, that's so ihre Weggenossinnen auf dem Weg des Einsatzes für Frauenrechte. So ist Edith Stein, so bringt sie sich ein. Sie kämpft for eine gerechte Gesellschaft. Und sie ist überzeugt, gerade in dem Staat, in dem sie lebt, lohnt es sich dafür zu kämpfen und kann es dort verwirklichen. 1914 bricht jedoch, wie wir alle wissen, der Erste Weltkrieg aus. Die Bevölkerung, die deutsche Bevölkerung ist zunächst von Siegesgewissheit erfüllt und erlebt diesen Krieg als eine gemeinsame Sache, einen gemeinsamen Auftrag. Und in diesem Zusammenhang ist es interessant zu beobachten, wie Edith Stein über ihre Volkszugehörigkeit denkt und was ihr Patriotismus in diesen Kriegsjahren bedeutet. Ich muss sagen, einiges wird dabei als, würde ich sagen, schon bedenklich, ein bisschen überhitzt, vielleicht sogar bisweilen fanatisch. Das lässt sich an den Auszügen aus ihren Briefen an Roman Ingarten erkennen. Der Ingarten war ihr enger Studienfreund, für den sie vermutlich auch Liebesgefühle entwickelte. Er war Kohle. Sie überzeugte Deutsche. Und das wurde im Krieg für beide zum Thema. Am 9. Februar 1917 schreibt sie aus Freiburg. Lieber Herr Ingaden, es freut mich sehr, dass Sie Fortschritte im Verständnis des Deutschtums machen. Sie sind verliebt in die polnische Seele. Gerade die Worte kamen mir auch, as ich mir neulich einmal the ground unterschied unserer Stellung zu Staat and Volk klar zu machen suchte. Völker sind Personen, die ihr Leben haben, ihr werden und wachsen und vergehen. Es ist ein Leben jenseits des unseren. Obwohl es das mit sich einbezieht. Also Edelstein geht hier in ihrer Liebe zu Deutschland gewisse Massen ganz auf. Weil weit in diesem Brief schreibt sie über Preußens Größe in der Nachfolge von Sparta und Rom, somit über ihre Siegesgewissheit. Sie entwickelt eine regelrechte Theorie des Staates und Preußen und das Deutsche Reich erscheint als Höhepunkt geschichtlicher Entwicklung. Ich glaube, schreibt sie im selben Brief, bei ganz objektiver Betrachtung sagen zu können, dass es seit Sparta und Rom nirgend ein so mächtiges Staatsbewusstbewusstsein gegeben hat wie in Preußen und im Neuen Deutschen Reich. Darum halte ich es für ausgeschlossen, dass wir jetzt unterliegen. Man merkt, sie ist überzeugt, dass Preußen historisch überlegen ist. Und als solches hat es eine besondere Mission, eine geschichtliche Mission. Es kann nicht verlieren, ausgeschlossen. Und sie empfindet sich auch an ihrer Empfindungen beim Kriegsausbruch. Ein Erlebnis hat sich besonders eingeprägt, wie ich am Tag unserer Mobilmachung nach 24-stündig heimkam andzog, weil ich es nicht ertragen konnte, von gleichgültigen, as persönlichen Angelegenheiten reden zu hören. Heute hat mein individuelles Leben aufgehört, and alles, was ich bin, gehört dem Staat. Wenn ich den Krieg überlebe, dann will ich es als neu geschenkt wieder aufnehmen. Ja, das ist eine besondere Situation. Krieg, das schon dauert. Aber wir sehen hier eine radikale Identifikation mit dem Staat. Sie fühlt sich ein Teil eines unbesiegbaren Ganzen. Sie kann zwar sterben, aber das Große wird weiterleben. Sechzehn Monate später jedoch, als die aussichtslose Lage und die fast sichere Niederlage ins kollektive Bewusstsein gedrungen sind, schreibt sie erneut an Ingarden, diesmal in einem anderen Ton. Lieber Herr Ingarden, das einfachste Mittel, sich mit dieser erbärmlichen Welt abzufinden, wäre ja, sich von ihr zu verabschieden. Ich habe nur die Überzeugung, dass man es sich nicht so leicht machen darf. Ich denke jetzt manchmal, wenn gewisse Zukunftsmöglichkeiten mir ganz unerträglich scheinen wollen, an das Leben der polnischen Patrioten in den letzten 150 Jahren. Den Glauben an sein Volk hindurch retten durch alle Wechselfälle. Das ist wohl mehr als der römische Tugendstolz, der die Erniedrigung nicht überleben kann. Das Umlernen müssen kommt nur zu plötzlich. Und ist hart als Patriotin, als eine, die ihr eigenes Volk liebt. Muss Edith Stein umlernen. Gehört jetzt, das realisiert sie auf einmal nicht mehr zu einem stolzen, kraftstrotzenden Volk, sondern zu einem besiegten, gedemütigten Volk. Und diese Realität will sie sich stellen. Und dabei blickt sie, wie sie schreibt, auf Ingartens Volk, das 150 Jahre ohne eigenen Staat in Europa auskommen musste. Nach der Niederlage und dem Ende der Monarchie engagiert sich Edith Stein für den demokratischen Neuanfang in Deutschland. 1918 tritt in Breslau der Deutschen Demokratischen Partei bei, das ist die Vorläuferin der heutigen FDP in Deutschland, also der Liberalen Partei, und setzt sich besonders für die Rechte der Frauen ein. Wichtig sind ihr der Glaube an das Volk, der inneren Frieden und die volle soziale und politische Gerechtigkeit, sowie eine internationale Rechtsordnung für den Frieden der Menschheit, wie es im von ihr verfassten Flugblatt Die Demokratie und die Frauen zu lesen ist, gesehen das. Hier hat sie mit höchster Wahrscheinlichkeit sie verfasst. Und Ende November schreibt sie dazu auch an Ingarden. Lieber Herr Ingarden, ich gehöre nicht zu denen, die leichten Herzens einen Strich durch ihre ganze Vergangenheit machen. Aber der Zusammenbruch des alten Systems hat mich davon überzeugt, dass es überlebt war. Und wer sein Volk lieb hat, der will natürlich mithelfen, ihm eine neue Lebensform zu schaffen. Außer der Parteigründung beschäftigt mich, die Aufklärungsarbeit, die notwendig ist, um die Frauen zu den Wahlen heranzukriegen. Da können Frauen zum ersten Mal in Deutschland, also in der Weimarer Republik, wählen. Ihr politisches Engagement bleibt jedoch nicht von Dauer. Ihre eigentliche Berufung, ihre Stärke, das ist das Denken, das ist die Philosophie. Einen wichtigen Einfluss, vielleicht einen entscheidenden Einfluss auf ihre Sicht, auf das Thema Volk und Patriotismus und der einzelne erwähnt ihr christlicher Glaube, dem sie sich nähert und dem sie auch 1922 die Taufe entdeckt. Und wie sich diese christliche Glaube auf ihr Verständnis von Volk und Zugehörigkeit zum Volk auswirkt, zeigt sich in ihrer philosophischen Anthropologie vom Aufbau der menschlichen Person aus dem Jahr 1932. 1932, wir stehen schon am Ende der Weimarer Republik. Der Versuch ist gescheitert. Nationalistische Tendenzen und krude rassistische Ideen beginnen, das gesellschaftliche Klima zu dominieren und wir wissen es, bald wird auch Hitler die Macht übernehmen. Was heißt es also, das eigene Volk zu geben? Hat es überhaupt einen Sinn, eine Berechtigung? Hat es eine Bedeutung oder soll man sich angesichts des Nationalismus eher als Teil der ganzen Menschheit im allgemeinen Sinne betrachten sehen? Edith Stein schreibt, wenn es einen Menschen gibt, dessen Sein von Bedeutung für die ganze Menschheit und für jeden einzelnen Menschen ist, so müsste man erwarten, dass dieser Mensch dann überhaupt einer, der frei von aller Bindung an ein einzelnes Volkstum sein müsste. Als Christin weiß sie um diesen Menschen, der von Bedeutung für die ganze Menschheit und für jeden einzelnen Menschen ist, Jesus Christus. Und im Blick auf ihn schreibt sie, und doch ist dieser einzigartige Mensch, das Haupt der ganzen Menschheit, aus einem Volk und in einem Volk geboren. Er hat in diesem Volk gelebt und es als Werkzeug der Erlösung für die Menschheit erwählt. Die Tatsache des auserwählten Volkes und des Hervorgehens des Erlösers aus ihm scheint mir ein nachdrücklicher Hinweis auf die unaufhebbare Bedeutung des Volkstums für die Menschheit. Wittgenstein erkennt Jesus Christus, der universelle Mensch, der Erlöser der ganzen Menschheit, ist zutiefst Sohn, Kind seines, also des jüdischen Volkes. Das hindert ihn nicht daran, Erlöser für alle zu sein. Vielmehr ist es die Bedingung dafür. Das particulare and the universal schließen sich nicht aus. Dass we verschiedene Völker sind, in vielfach anderes trennen. Das erleben wir auch heute so oft. Aber Edelstein entdeckt im Blick auf Jesus Christus, dass die eigene Prägung and the Teilnahme an der Geschichte des eigenen Volkes and sogar die Liebe zum eigenen Volk es ermöglichen, an der gemeinsamen Geschichte der Menschheit teilzunehmen und füreinander da zu sein. Und dabei entdeckt sie gerade als christliche Frau auch den besonderen Wert ihres Jüdischseins. Früher scheint es für sie nicht besonders wichtig gewesen zu sein. Jetzt hat sie neu gelernt, was es heißt, ihr Volk zu lieben. Das deutsche Volk, das jüdische Volk. Bei ihr schließt das eigene, das andere nicht aus. Im Laufe ihres Werkes führt Edelstein aus, wie wir als konkrete Menschen durch unsere Völker geprägt und gestaltet werden, dass wir so dem eigenen Volk and the Volkstum, wie sie so sagt, and the Staatsgemeinschaft so alles verdanken. Um then an einer entscheidenden Stelle the Frage zu stellen, verdanke ich wirklich alles, was ich bin, meinem Volk, alles betonen, sie alles unterschied. Verdanke ich alles, meinem Volk. Wir erinnern uns an ihre Worte, die sie während des Ersten Weltkriegs schrieb, an Roman Ingarten. And gleichzeitig haben wir jetzt schon 1932 das Bröhlen der NS-Propaganda im Ohr. Du bist nichts, ein Volk ist alles. Nun lesen wir, wie Edith Stein jetzt diese Frage beantwortet. Also sie lässt sich auf keine offene Polemik mit dem Nationalsozialismus. Sie schreibt ganz ruhig. Das tiefste und eigenste, was der Mensch ist, verdankt er Gott allein. Und alles, was er irdischen Gemeinschaften verdankt, verdankt er mittelbar Gott. Gott ist er mit allem verpflichtet, was er ist. Durch Gott ist er in die Gemeinschaften hineingestellt, in denen er steht. Und Gott bestimmt das Maß der Verpflichtungen, das er ihnen gegenüber hat. Was ich zu verantworten habe, das habe ich vor Gott zu verantworten. Worin es besteht, das heißt, was meine Pflicht ist, das sagt mir mein Gewissen. Dem zu folgen, ist Sache meiner Freiheit. Es gibt in jedem Menschen einen Bezirk, der frei ist von jeder irdischen Bindung, der nicht von anderen Menschen stammt und nicht von anderen Menschen bestimmt wird. Hier steht er allein vor Gott. Das ist das Innerste der Seele, das schlechte individuelle und freie Ich, das Personale. Was es durch seine Abstammung empfangen hat, das ist ihm in die Hand gegeben, um es zu gestalten und in seinem Wirken fruchtbar werden zu lassen. Das Wirken ist zumeist Wirken in Gemeinschaft. Ja, der Mensch ist niemals Eigentum einer irdischen Wirklichkeit, einer irdischen Gemeinschaft, weder der Familie, noch des Volkes, noch des Staates. Wenn wir irgendjemandem gehören, dann ist es Gott, Gott allein, schreibt Edith Stein, und das macht sie frei. Sie schreibt, so haben wir gelesen, der Mensch steht in seinem Gewissen allein vor Gott und verantwortet dort sein Handeln. Was wir durch Herkunft und Prägung empfangen haben, ist kein blindes Schicksal, sondern Aufgabe, Gabe und Aufgabe. Es ist uns anvertraut, damit wir es gestalten und in den Gemeinschaften fruchtbar machen, um die Gott uns gestellt hat. Und schließlich schreibt sie, dass es wichtig ist, dem Gemeinwohl zu dienen. Ja, sie liebt ihr Volk, aber jetzt ist sie frei darin, nicht mehr so gefangen wie noch im Ersten Weltkrieg. So lese ich ihre das, was sie schreibt in den verschiedenen Jahren. Wir sind dazu berufen, dem Gemeinwohl zu dienen, sei es dem Volk, sei es dem Staat. Es ist oft auch der normale Weg des Menschen. Aber der Wert eines Menschen lässt sich nicht an seiner Nützlichkeit messen. Sie schreibt, und das ist wieder so quasi ihr letztes Wort in dieser Ausführung, der Wert des Menschen bemisst sich nicht danach, was er für eine Gemeinschaft leistet, für Familie, Volk, Menschheit. Ist letzter Maßstab seines Wertes, sondern ob er dem Ruf Gottes folgt. Und jetzt macht der Nicolette weiter.
SPEAKER_01Es spürt er vermutlich im Jahr 1933, als ihr bewusst wird, was im Dritten Reich geschieht. Die Pflicht, einen Brief an Papst Pius X. Andererseits haben wir die Verantwortung der Christen klar benennt und ihr Schweigen angesichts des Unrechts anklagt. Die Verantwortung fällt auch auf die, die dazu schweigen. Alles, was geschehen ist und noch täglich geschieht, geht von einer Regierung aus, die sich christlich nennt. Seit Wochen warten und rufen nicht nur die Juden, sondern tausende treuer Katholiken in Deutschland und ich denke in der ganzen Welt darauf, dass die Kirche Christi ihre Stimme erheben, um diesem Missbrauch des Namens Christi Einhalt zu tun. Wir alle, die wir treue Kinder der Kirche sind und die Verhältnisse in Deutschland mit offenen Augen betrachten, fürchten das Schlimmste für das Ansehen der Kirche, wenn das Schweigen noch länger anhält. Wir sind auch der Überzeugung, dass dieses Schweigen nicht imstande sein wird, auf die Dauer der Frieden mit der gegenwärtigen deutschen Regierung zu erkaufen. Der Mut, der Edith dazu bewegt hat, diesem Brief zu schreiben, entspricht ihrer Treue zur Wahrheit und zum Pflichtbewusstsein einer Person, die etwas zutiefst Falsches und Ungerechtes gesehen hat und nicht schweigen kann. Mit diesem Brief ging sie ein sehr großes Risiko ein. Wäre sie vom nationalsozialistischen Regime entdeckt worden, hätte man sie wegen auch Verrats oder ideologischer Opposition verurteilen können. Frieden wird durch den Mut zu Handlungen aufgebaut, die riskant sein können, missverstanden werden oder nicht die erhoffte Wirkung zeigen, die aber Quelle von Leben und Nachdenken für andere sind, so wie für uns, die wir lesen, was andere vor uns getan haben. Es ist nun höchst wunderbar, wie dieses Ich unbeschadet seiner Einzigkeit und unaufherbaren Einsamkeit eingehen kann in eine Lebensgemeinschaft mit anderen Subjekten, wie das individuellen Subjekt gerät wird, wird eines überindividuellen Subjekts und wie im aktuellen Leben einer solchen Subjektgemeinschaft oder eines Gemeinschaftssubjekts sich auch einen überindividuellen Erlebnisstrom konstituiert. Die eigenen Erlebnisse des einzelnen Individuums verflechten sich mit denen der anderen, die denselben Lebenskontext teilen, in dem sich eine gemeinsame Sinnkonstruktion und eine gemeinsame Kultur herausbilden. Diese Dynamik lässt sich gut anhand des Beispiels verstehen, dass Edith von einem Ich anführt, das Teil einer militärischen Truppe ist, die ihren Kommandanten verliert. Gewiss bin ich, das individuelle Ich von Trauer erfüllt. Aber ich fühle mich nicht allein damit, sondern ich fühle sie als unsere Trauer. Das Erlebnis ist wesentlich davon gefärbt, dass andere daran teilhaben oder vielmehr, dass ich nur als Glied einer Gemeinschaft daran teilhabe. Wir sind von dem Verlust betroffen und wir trauen darüber. Und dieses Wir umfasst nicht nur diejenigen, die die Trauer fühlen wie ich, sondern alle, die von der Einheit der Gruppe entschlossen werden. Auch diejenigen, die etwa von dem Ereignis nichts wissen und Mitglieder der Gruppe, die früher gelebt haben oder später leben werden. Jedes Ich ist ein grundlegender, konstitutiver Teil beim Aufbau des gemeinschaftlichen Wir. Und das Wir übt einen entscheidenden Einfluss auf das einzelne Ich aus. Denn Nachedith kann das geistige Leben des einzelnen Ich zur Belebung der Gemeinschaft beitragen und umgekehrt. Es kann jedoch auch das Gegenteil entreten. Das einzelne Ich kann der Gemeinschaft Lebenskraft entziehen. Oder das, was Edith als die Masse bezeichnet, kann die vitale und geistige Kraft des einzelnen Ich schwächen, indem sie dessen kritische Reflexionsfähigkeit vermindert. All this macht deutlich, dass der Friede einer Gemeinschaft and in the staatliche Gemeinschaft nur gebaut werden kann, wenn jeder einzelne Mitglied in die Lage versetzt wird, sein geistiges Leben, das Edith hier vor allem als rationales Leben versteht, voll auszuüben und zwar durch die Schaffung und das Teilen eines gemeinsamen Sinnhorizont. So zeigt sich, dass der menschliche, intellektuelle und religiöse Weg Edits, durch das Bewusstsein hindurch führt, dass jede Entscheidung, die wir treffen, eine Disposition schafft, erneut in derselben Richtung zu entscheiden. Jede Entscheidung für die Wahrheit, die wir heute treffen, macht uns ein wenig geneigter, dieselbe Entscheidung morgen wieder zu treffen. Jede vollzogene Handlung ist ein Baustein, der unsere Persönlichkeit formt. Sie schafft in uns gute oder schlechte Gewohnheiten. Edith Stein gilt als Heilige, nicht die Schalbe, weil sie vollkommen gewesen wäre oder weil sie eine überragende geniale Intellektuelle war, die Dinge entdeckt hätte, die zuvor noch niemand gesagt hat, sondern weil sie mit ihrem Leben, Entscheidungen anderstimmungen, verwirklicht hat, dass das Handeln des Einzelnen vollständig in the hands gelegt, zu seinem geheimnisvollen Heilsplan beitragen kann, and eine Quelle for Anders.