Karmel-Impulse

Die Wunde der Liebe am Kreuz (Karwoche) - Fastenzeit 2026

Karmeliten in Österreich

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Evangelium Jesu Christi nach Matthäus (Mt 27, 11-54)
Im Herzen des Tempels und der Liebe
Das Herz für die Flamme des Geistes öffnen
Der Körper und das Herz, lebendige Tempel der Barmherzigkeit

Text der Meditation:

Anlässlich des doppelten Jubiläums von Johannes vom Kreuz (1726-1926-2026):
300. Jahrestag seiner Heiligsprechung (1726)
100. Jahrestag seiner Ernennung zum Kirchenlehrer (1926)

Wir bieten Ihnen Online-Exerzitien in der Schule des Heiligen Johannes vom Kreuz zur Vorbereitung auf Ostern an. Während dieser Exerzitien werden wir im Lichte der Evangelien unsere Beziehung zu Jesus vertiefen, um im Heiligen Geist unsere Vertrautheit mit ihm und mit dem Vater in der Tiefe unseres Herzens wiederzufinden. Es wird ein Weg der inneren Befreiung sein, auf dem Johannes vom Kreuz unser sicherer Führer sein wird. Er wird uns in einer zunehmend nach außen gerichteten Welt lehren, unser tiefstes Inneres wiederzufinden, wo Christus, der Bräutigam der Kirche, uns begegnen und reinigen will, damit wir mit ihm im Feuer des Heiligen Geistes zu den geliebten Kindern des Vaters werden.

Ein Angebot von:
Verlag Christliche Innerlichkeit - http://www.ci-verlag.at
Karmeliten in Österreich - http://www.karmel.at
Marienschwestern vom Karmel - http://www.marienschwestern.at
Edith Stein Gesellschaft Österreich - http://www.edith-stein-gesellschaft.at

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Grüß Gott allerseits. Treten wir also ein gemeinsam in die Kar-Woche, in die Woche der Passion und schließlich des Todes bis zur Auferstehung Christi. Wir sind jetzt also im Evangelium des Sonntags, in der Kar-Woche, also des Palmsonntags, mitten in der Passion. Es wird die längliche Fassung gelesen, um uns einzuführen in dieses Leiden, in diese Passion des Herzens Jesu. Er wird vor den weltlichen Statthalter Pilatus geführt, nachdem er aber schon von den religiösen Obrigkeiten verurteilt wurde. Jesus wird komplett abgelehnt. Nun, eines der wichtigen Vorwürfe an Jesus ist, dass er gesagt hatte, ich reiß diesen Tempel nieder und in drei Tagen werde ich ihn wieder aufrichten. Und das wird ihm vorgeworfen. Du willst den Tempel niederreißen und in drei Tagen wieder aufbauen. Wenn du Gottes Sohn bist, rette dich selbst und steig herab vom Kreuz. Sie sehen, es kommen immer wieder diese Versuchungen, dieses Gott auf die Probe stellen, Jesus soll zeigen, dass er Sohn Gottes ist. Er hatte mit dem Tempel, natürlich nicht den Tempel, dieses Nationalheiligtum der Juden gemeint, das Gebäude, sondern seinen eigenen Leib. Und da kommen wir in diese schöne Metapher, in diesem schöne Bild des eigenen Leibes als Tempel Gottes. Das wird auch vom Heiligen Paulus dann verwendet. Wir selber sind unser Leib ist Tempel des Heiligen Geistes. And so meinte Jesus, also das wäre eine Anspielung eben auf seinen Tod, leiblichen Tod, und schließlich auf die Auferstehung nach drei Tagen. Er spricht vom eigenen Leib, aber denken wir immer daran, dass er auch dann von unserem spricht. Es ist immer analog zu verstehen, der Leib als Tempel. Auch unser Leib als Tempel, in dem Gott wohnt und in dem sich Gott offenbart. Das entspricht ganz der Vision des Heiligen Johannes von Kreuz, der uns anrät, und das haben wir jetzt die ganze Fastenzeit gehört, in der eigenen Innerlichkeit Gott, den gegenwärtigen Gott, den gegenwärtigen Jesus Christus, zu suchen. Er zerreißt sein Herz, also öffnet sein Herz am Kreuz für uns. Unsere Herzen sind hingegen oft verhärtet. Und darum geht es, und die Fassenzeit kann eine Hilfe sein, dass sie auch unsere Herzen öffnen, öffnen lassen von Gott selbst. Das ist auch die wichtige Botschaft des Johannes, Gott ist nicht auswärts oder ganz fern, sondern in uns und verlangt, dass er vom Inneren hinaus bricht, sozusagen, also unseren ganzen Leib, das heißt Körper und Seele, von innen her berührt und aufbricht. Also das, was hart ist, das, was aufgrund von Leiden und Sünden womöglich auch in uns hart geworden ist. Eine Bewegung aus dem Inneren heraus, dieser Bewegung wir auch entsprechen sollen und können, das ist die gute Botschaft. Wir können das, indem wir uns nach innen ausrichten und diesen Prozess unterstützen. Ein Prozess der Heilung, der Öffnung unserer Herzen. Was Johannes von Kreuz schön beschreibt in seinen Gedichten, durch Bildern ist die Sehnsucht des Menschen schließlich, unser Aller, diesen Schleier zu zerreißen. Also der Schleier ist das, was uns noch trennt vom Gott und vom wirklich Leben in seiner vollen Gemeinschaft mit ihm. Das wird erst nach dem Tod möglich sein. Aber jetzt schon bewegt uns diese Sehnsucht, möge dieser Schleier doch, der vielleicht ganz dünn ist oder doch dicker, zerrissen werden. Wie Jesus am Kreuz, das eigene Herz, könnten wir sagen, aus Liebe zu uns, hat zerreißen lassen, öffnen lassen und sich verströmt, möge uns Gott auch helfen, unser eigenes Herz zu öffnen und diesen Schleier zu zerreißen. Was ist dieser Schleier? Natürlich die Endlichkeit. Wir sind jetzt als leibliches Wesen doch endlich und sterblich. Und das ist eine Beschränkung unseres Wesens jetzt auf Erden. Das ist etwas, was wir nicht ändern können. Aber es gibt auch Anteile an diesem Schleier, an dieser Trennung, die doch gemacht sind. Also nicht mit unserem Wesen zusammenhängen. Das ist alles, wie gesagt, was Sünde und Leiden und verschiedene Erfahrungen vielleicht im Leben, auch die um unser Herz herum einen Panzer gebaut haben, sodass unser Herz insgesamt härter geworden ist. Wie sollen wir also unser Herz für die Flamme des Geistes, das in ihm drinnen Judert auföffnet? Sicher ein Weg ist, im Gebet Gott gegenüber, Jesus gegenüber, ehrlich zu sein. Wir müssen, wir sollen von ihm nichts fürchten, nicht befürchten. Also ihm gegenüber dürfen wir wirklich ganz offen sein, ganz ehrlich sein, was wir manchmal uns gegenüber gar nicht so sind. Also wir können alles zugeben und alles akzeptieren, was in uns ist, was wir vielleicht anderen Menschen nicht sagen, aus Scham oder aus Rücksicht, aber ihm gegenüber, im tiefsten unserer Seele, soweit wir Zugang haben dazu, offen sein und ihn das auch anschauen, ausschauen lassen, so dass er das auch heilen kann. Nehmen wir erst einmal von Johannes die positive Botschaft, das natürlich auf dem Evangelium aufbaut. In uns ist dieses lodernde Feuer. Auch wenn wir es nicht spüren, ist eine Glaubensaussage. Das Feuer des Geistes. Wenn unser Stoff eben zu dick ist, lassen wir Jesus diesen Stoff, diesen Schleier verbrennen. Er verwendet bewusst dieses Wort verbrennen, weil es auch manchmal zumindest weh tut. Erst einmal das Anerkennen, Erkennen und Anerkennen, dass eben einiges uns von Gott trennt, würde ich eigene Schuld oder eigene Unfähigkeit. Das tut weh, wenn wir es wirklich zugeben. Uns selber gegenüber erst einmal und Gott gegenüber. Und dieses Leid, dieses Verbrennen lassen, sollen wir aber aushalten. Einige fliehen vor dem Gebet oder vor der Stille, gerade weil in der Stille uns einiges bewusst wird, oft zumindest, was uns gar nicht passt. Was in uns auch drin ist, drin ist, wohnt nicht nur Gott und Jesus, sondern auch alle Dinge, die wir erlebt haben, unsere vielleicht unerrischen oder egoistischen Wünsche, die wir noch drin haben. Und mehrere Menschen fliehen davon, das wollen sie gar nicht wissen. Schauen wir, wie Johannes von Kreuz diesen Prozess beschreibt. Es reicht zu wissen, schreibt er, dass Gott, der durch Heinung und Gleichgestaltung aus Liebe in die Menschenseele eintreten möchte, derselbe ist, der sie immer wieder anfällt und mit dem Licht und der Wärme seiner göttlichen Flamme läutert, so wie auch das Feuer, das das Holz anfällt, dasselbe ist, das es vorher zubereitet. Das Bild des Holzklotzes, des Holzscheit und des Feuers. Was passiert in der Natur. Das erste war echtes Feuer mit einem Holzzeit. Was echtes Feuer mit einem Holzscheid macht, ist, es allmählich auszutrocknen. Wir haben einen Holzscheid and the Flamme nähert sich, berührt es at an dem Ende, sagen wir mal so, trocknet es aus, indem es all the feuchtigkeit heraustreibt and all this was enthält. Dann macht es das Holzscheid schwarz, dunkel und hässlich, and treibt es alle hässlichen anderes Bestandteile, die dem Holzscheid im Gegensatz zum Feuer anhaften, heraus ans Licht. Die Begegnung mit diesem Feuer der Liebe des Geistes bewirkt erst einmal, dass dieser Holzscheit schwarz wird, sogar übel riechend schreibt er. Also die ganze Feuchtigkeit muss ausgetrieben werden. Und das ist eben nicht unbedingt schön und angenehm. Genau müssen wir uns dieses göttliche Liebesfeuer der Kontemplation vorstellen. Bevor es den Menschen mit sich vereint und in sich überformt, läutete es ihn zuerst von allen gegensätzlichen Bestandteilen. Es lässt seine hässlichen Züge herauskommen. Wenn Gott nach und nach diese üblen Bestandteile herausläutert, verbrennt, dann wird die Seele lauter, transparenter auf das Wirken Gottes hin. Und soll sich nicht wundern, das ist die Empfehlung Johannes, wenn auf diesem Weg dorthin auch viel Böses erkannt wird in einem selbst. Haben wir keine Angst davor. Das ist die Empfehlung Johannes. Auf dem Weg zur Erläuterung, auf dem Weg der Reinigung, daher auch der Annäherung an Gott, immer mehr wird dieser Geist dann durch uns auch wirken können, wenn wir es aushalten, akzeptieren, dass erst einmal vieles in uns verbrannt gehört, or zumindest geläutert, geheilt. Das sind all Wörter, die dasselbe meinen, die aber auch ein gewisses Leiden bedeuten auf diesem Weg. Und da gilt es, diesem Weg weiterzugehen, das auszuhalten, was dort auszuleiden gibt. Es sind nicht besondere Leiden, die wir uns zufügen, sondern hauptsächlich das Zulassen, zu erkennen, dass wir in uns einige Hindernisse auf diesem Weg haben. Das Schöne daran ist die Würde des Leibes, die Johannes von Kreuz sagt, also nicht nur die Seele, sondern auch der Körper und die Seele, also der Leib, das ist Tempel des Heiligen Geistes. Dort wohnt Gott. Und es wird geläutert von dieser Gegenwart. Wir sollen also nicht Gott anderswo suchen, das sagt Johannes von Kreuz oft, und das habe ich Ihnen auch wiederholt in diesen Meditationen, sondern in unserem Inneren und ihn arbeiten lassen, sozusagen, mit unserem Inneren, uns führen durch diesen Weg auf Golgother, ja, auch auf Kreuz, auf die Vernichtung der Sünde und des Bösen, bis hin zur Auferstehung, zur Erläuterung und schließlich nach unserem Tod mit der Vereinigung mit Gott. Die wir allerdings auch auf dieser Erde, zumindest bis zu einem gewissen Grad, schon erfahren können. Nicht ohne Mühe, offensichtlich, aber indem wir uns immer mehr Gott anvertrauen. Ich wünsche Ihnen auch in dieser K-Woche, dass Sie auch ein Stück weit das erleben. Dass das zugeben, zulassen, vielleicht durch eine gute Weichte auch annehmen, dass in uns auch Böse steckt oder Leid zumindest in dem Sinne aushalten, dass das verwandelt wird und in uns den Geist noch mehr wirken lassen wird. Ob wir es gleich spüren oder später, das müssen wir natürlich mit Geduld dem Herrn überlassen. So wünsche ich Ihnen eine gesegnete K-Woche und eine gute, tiefe Erfahrung der österlichen drei Tage. Amen!