Karmel-Impulse
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Auschwitz - Die Vollendung: Wege des Friedens auf den Spuren Edith Steins
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Im heutigen Kontext, der von Kriegen, Konflikten und Spannungen sowohl auf internationaler Ebene als auch innerhalb der Gesellschaften geprägt ist, schenken das Denken und das Lebenszeugnis Edith Steins, Märtyrin und Patronin Europas, ein tieferes Verständnis für den Wert der menschlichen Person als Fundament jeder authentischen Beziehung zu sich selbst und zum Anderen. Sie bieten zahlreiche Impulse, um im gegenwärtigen kulturellen, religiösen und politischen Panorama einen konstruktiven Dialog zu fördern und eine Kultur des Friedens aufzubauen.
Breslau – der Anfang (1. Teil):
Der erste Vortrag führt an den Geburtsort Edith Steins. Die schlesische Stadt Breslau – heute Wrocław – wurde vom britischen Historiker Norman Davies als „Mikrokosmos“ bezeichnet, da sich in ihr die wichtigsten Strömungen der mitteleuropäischen Geschichte begegneten – sei es im fruchtbaren Austausch oder in feindlicher Rivalität. Ausgehend von der Welt, in der Edith Stein aufwuchs und geprägt wurde, wird aufgezeigt, wie sie als Philosophin und gesellschaftlich engagierte Frau mit den Spannungen ihrer Zeit umging, um auf dem Fundament der Wahrheit Frieden zu stiften.
Auschwitz - Die Vollendung (2. Teil):
Der zweite Vortrag führt nach Auschwitz, den Ort des Martyriums Edith Steins. Das Vernichtungslager erinnert an die unzähligen jüdischen und anderen Opfer des terroristischen und kriegerischen Wahns im Herzen Europas. Im Blick auf die Vollendung ihres Lebens- und Glaubensweges widmen wir uns der Spiritualität und dem christlichen Engagement Edith Steins. Dabei fragen wir, wie sie als Christin der menschenfeindlichen Ideologie, der Verblendung der Vielen und dem Krieg begegnete – und wie ihr Zeugnis Zeichen des Friedens und der Hoffnung für kommende Generationen setzen kann.
Referenten: P. Dr. Lukasz Steinert OCD, Sr. Nicoletta Braus ST
Und heute wollen wir ihr Leben vom Ende her betrachten, und dafür steht ein anderer Name Auschwitz. In diesem Vernichtungslager wurde ihrem Leben brutal ein Ende gesetzt. Und es ist uns allen bewusst, wofür der Name Auschwitz steht. Er ist zum Unbegriff des von den Nationalsozialisten organisierten Massenmordes geworden. Und einige Zahlen, die wir wahrscheinlich alles schon so kennen, aber nochmal, einige Zahlen können uns die Dimension dieser Tragödie, dieser Tragödie von damals vor Augen führen. Etwa sechs Millionen Juden wurden während der Shoah ermordet. Allein in Auschwitz starben mehr als eine Million Menschen. Und insgesamt kostete der Zweite Weltkrieg etwa 70 bis 85 Millionen Menschen das Leben. Und das war rund 3% der damaligen Weltbevölkerung. Und natürlich auch in einzigen einzelnen Ländern Europas waren die Dimensionen nochmal anders. In Polen war das circa 17 Prozent der Bevölkerung, also mit den Juden, das Leben verloren, in der Sowjetunion 15 Prozent, in Deutschland 10 Prozent. Und dafür steht Auschwitz, der Ort, wo auch Edit Stein gestorben ist. Und diese Karte Europas, wir haben auch letztes Mal Europa betrachtet, in verschiedene politische Karte Europas, aber auch diese Karte Europas durchzogen from tödlichen Routen, auf denen millionen Menschen in the Todd getrieben wurden, mit den vielen schwarzen roten Punkten, all the concentrations and vernichtungslager and ghetto and so forth, ghettos and so forth. Edith Stein. And Johannes Paul II schrieb über sie, as er sie zur Patronin Europas erhoben hat, dass ihr Schrei mit dem alle Opfer in der schrecklichen Tragödie verschmilzt. Danach aber fügt er hinzu. Vorher hat er sich jedoch, also ihr Schrei, mit dem Schrei Christi vereint, der dem menschlichen Leiden eine geheimnisvolle, ewige Fruchtbarkeit verspricht. Also nach den Worten des Papstes war ihr Tod in Auschwitz nicht nur ein tragisches Ende, nicht nur ein Sterben, sondern eine Vollendung ihres Lebens. Ewige Fruchtbarkeit. Aber von welcher Fruchtbarkeit können wir angesichts ihres Lebens, die mit so einem Tod zu Ende gegangen ist, überhaupt sprechen? Im letzten Vortrag vor einem Monat sind wir mit Edith Stein bis an die Schwelle der 30er Jahre gelangt, an einem Punkt, an dem das Aufstreben der dieser Lebensgeschichte außen betrachtet, plötzlich unterbrochen wurde. Die Machtergreifung durch die Nationalsozialisten bedeutete das Ende aller Hoffnungen auf ein gutes und friedvolles Miteinander in ihrer Heimat, in Deutschland, and schließlich in der ganzen Welt. Alles, wofür Edith Stein gelebt hat, wofür sie sich eingesetzt hat, wurde mit Füßen getreten. And auch sie persönlich konnte als Jüdin immer weniger am öffentlichen Leben teilnehmen. And dieser Stolperstein aus Köln steht für weitere Lebensstationen im Leben von Edith Stein. 1933 entscheidete sich, Kameritin zu werden in Köln, um in der Verborgenheit der Klausur zu leben, zu beten, zu fasten, zu opfern. Und sie nahm den Ordensnamen Theresa Benedikta vom Kreuz an. 1938 fließt sie aus Nazideutschland nach Holland, um im Kamel im Kloster in echt ihr kameritanisches Leben fortzuführen. Von dort aus versuchte sie später noch in die Schweiz auszureisen. Dieser Versuch scheiterte jedoch an bürokratischen Hürden. Am 2. August 1942 wird sie gemeinsam mit ihrer Schwester Rosa verhaftet und eine Woche später in Auschwitz ermordet. Eine einmalige, eine besondere Lebensgeschichte, and gleichzeitig, und dafür steht dieser Stolperstein, eine von vielen, eine von Millionen ermordeten Menschen. Einige Monate nach dem Ende des Krieges Fritz Kaufmann, Edith Steins treuer Freund aus Studientagen, noch in Göttingen for allem, but damals nach dem Krieg livte er schon in Amerika, is gelungen aus Nazi-Deutschland toch Amerika to flee. He was also jüdish. And as he was from her Auschwitz erfuhr, anything. In his brief philosopher, I am untröstlich über Edith Steins Tod, obwohl ich immer noch hoffe, vielleicht gegen alle Hoffnung, dass die Nachricht sich als irrig erweist. And in seinem Brief beschreibt er Edith Stein als den guten Geist ihres Philosophenkreises. Sie können sich kaum vorstellen, schreibt er, was mir Edith Stein bedeutet hat während des Ersten Weltkrieges. Sie tat alles, um mich geistig am Leben zu erhalten. Sie sorgte für alle und alles mit wahrer schwesterlicher Liebe. Sie war für Hans Lips wie ein Schutzengel in den Jahren, als es ihm so elend ging. Und dann erinnert sich Fritz Kaufmann an das letzte Treffen, dass Edith Stein bereits Carmelitin war. Hier sehen wir das damalige Carmelitinkloster in Köln, das nicht mehr existiert, wurde 1945 zerstört. Aber in diesem Kloster lebte Edith Stein und dort hat sie auch den Besuch von Fritz Kaufmann empfangen. Und da schreibt, als ich mit ihr zum letzten Mal in Kölner Kamel sprach, ein Gitter zwischen ihrem andem Raum, hat die Abenddämmerung sie vor my empfand that ich sie nicht wiedersehen würde. But wer had gedacht, dass diese Bestien in ihrer Grausamkeit nicht einmal vor den Toren eines Klosters halt machen würden, and that sie sterben müsste, wie es wohl geschehen ist. Sie wurde Kamelitin wegen ihrer besonderen Verehrung für Santa Teresa, aber auch weil sie in dieser asketischen Gemeinschaft ihr Leben and ihre Gebete opfern wollte zur Rettung der Menschheit, hat sie Erfolg gehabt by dieser höchsten Aufgabe. In diesem Brief, in diesen Worten, halt das Entsetzen über die sinnlose Brutalität, die diesen so schönen, besonderen, guten Leben so ein Ende gesetzt hat. And then aber diese Anfrage an ihre gläubige Haltung. Hat sie Erfolg gehabt mit dem, was sie sich vorgenommen hat, mit dem, was sie so erhofft hat? Hat sie damit Erfolg gehabt? Oder hat sich getäuscht? Das ist schon eine heftige Frage, würde ich sagen. Es ist also die Frage nach dem Sinn der Vollendung, in welchem Sinn können wir hier von einer Vollendung sprechen? Und über diese Vollendung sprechen wir als Christen, auch indem wir sie als Heilige verehren. Ja, Hilitstein hatte vielleicht kein Erfolg. Sie konnte nicht den Frieden herabbeten. Es wurde ihr auch nicht gegeben, wie der biblischen Königin Esther, mit der sie sich so gerne identifiziert hat, das Morden des jüdischen Volkes aufzuhalten oder Deutschland zu retten und die ganze Menschheit. Ja, das war kein Erfolg in diesem Sinne, bestimmt nicht. Aber vielleicht doch eine Fruchtbarkeit. Und an diesem Abend wollen wir uns fragen, wie können wir heute ihr Leben und ihr Sterben für den Frieden fruchtbar machen? Das ist so die Frage, die uns heute leiten soll. Fritz Kaufmann, der Autor dieses Briefes, schließt eben seinen Brief mit folgenden Worten. Darf ich diese wenigen Worte über meine Freundin mit einigen Zeilen Hussars schließen, die er mir am 20. September 1915 geschrieben hat, kurz nachdem ich meinen Vater verloren hatte. Sie gehören zu den verhältnismäßig wenigen mir bekannten Zeugnissen Hussars, in denen er einen Blick in sein privates Leben erlaubte. Die sterben eigentlich nicht, die wir liebend verehrt. Sie sterben und tun nicht mehr, sprechen nicht mehr zu uns, fordern nichts von uns. Und doch, ihre gedenkend fühlen wir sie uns gegenüber, uns in die Seele blickend, mit uns fühlend, uns verstehend, billigend und missbilligend. So wollen auch wir an diesem Abend Edelstein begegnen, auf ihr Leben blicken, ihre Schriften lesen und auch mit ihr nach dem fragen, was dem Frieden dient. Jetzt gebe ich das Wort an Schwester Nicolette weiter.
SPEAKER_01Genau, an dieser Stelle müssen wir uns fragen, wie sieht das konkret aus? Wir fragen uns heute Abend, wie können wir angesichts von Konflikten Frieden vorbereiten? Nicht nur theoretisch, sondern aus der inneren Haltung heraus, die Edith Stein uns lehrt. Sie hatte die Schrecken nicht nur intellektuell kommen sehen. Sie hatte sie durchlitten. Ein großes Anliegen war es für sie, die Hohe Würde des Menschen zu betonen und sie zu verteidigen. Es geht heute nicht zuerst darum, Lösungen für große Konflikte zu finden. Entscheidend ist eine andere Frage, mit welcher inneren Haltung können wir selbst zu Friedensstiftern werden, in einer Gesellschaft, die den Frieden oft vergisst. Ich möchte mit dem letzten Werk von Edith Stein beginnen, das gerade wegen des Krieges und ihre Deportation in das Konzentrationslager Auschwitz unvollendet blieb. Die Kreuzenswissenschaft aus dem Jahr 1942. Edith reflektiert über die Zeit, in der der heilige Johannes vom Kreuz in Gefangenschaft lebte, bestraft und von seinen Mitbrüdern wegen der Reform, die er im Orden vorantrieb, verlassen wurde. Sie fragte sich, wie er dieser Zeit der physischen, psychischen und spirituellen Dunkelheit einen Sinn gegeben hat. Johannes konnte diese Zeit bewältigen, weil er schon als Kind das Kreuz kennengelernt hatte. Davon zeugt seine frühzeitige Liebe zu Askese und Buße. Er lebte diszipliniert, widmete sich dem Studium und der Pflege der Kranken. Gerade bei der Pflege von Kranken sah er sich nicht nur mit körperlichem, sondern auch mit moralischem und spirituellen Elend konfrontiert, schreibt Edith Stein. Es gab ihm die Kraft dazu, gewiss nichts anderes als die Liebe zum Gekreuzigten, dem er nachfolgen wollte, auf seinem Harten, steilen und engen Wege. Der Wunsch, ihn näher kennenzulernen und sich noch besser nach seinem Bild zu formen, hat Johannes wohl dazu bestimmt, neben dem Krankendienst das Studium im Kolleg der Jesuiten aufzunehmen als Vorbereitung auf den Priesterberuf. Edith betont, Johannes hatte eine tiefe Verbindung zum Gekreuzigten. Nach einer Erscheinung hat er sogar sein berühmtes Bild des Kreuzes gezeichnet. Diese Erfahrung hat ihn innerlich verändert. Diese erlösende Kraft des Kreuzes ist eingegangen in das Wort vom Kreuz und geht durch dieses Wort über auf alle, die es aufnehmen, die sich ihm öffnen, ohne Wunderzeichen und Gründe menschlicher Weisheit zu verlangen. In ihnen wird es zu jener lebensspendenden und formenden Kraft, die wir Kreuzeswissenschaft nannten. Dieser Glaube ist es, der uns mit ihm einst werden lässt, wie die Glieder mit dem Haupt und uns öffnet für das Zuströmen seines Lebens. So ist der Glaube an den Gekreuzigten, der lebendige Glaube, der mit Leben der Hingabe gepaart ist, für uns der Zugang zum Leben und der Anfang der künftigen Herrlichkeit. Das Kreuz ist nicht selbst weg. Es ragt empor und weist nach oben. Aus Ediths Beschreibung können wir verstehen, dass die Wissenschaft des Kreuzes eine Weisheit des Herzens ist, dass sich nach und nach verwandeln ließ, bis es lernte, mit derselben Liebe Gottes zu lieben und das Leiden nicht aus Masochismus oder leere moralischer Vollkommenheit anzunehmen, sondern in Vereinigung mit dem Opfer Christi. In ihm erhält alles Sinn und Erlösung, so dass Selbstleid in einem größeren Zusammenhang gestellt wird und nicht sinnlos bleibt. Edith Stein schreibt über Johannes während seiner Gefangenschaft in Toledo. Freudig nahm er alle Kränkungen und Misshandlungen hin um seines geliebten Herrn willen. Und nun schien das süßste Licht im Herzen zu erlöschen. Gott ließ ihn allein. Das war das tiefste Leiden, dem kein irdisches Leid sich vergleichen konnte. Und doch war es sein Beweis der auswählenden Leben. Es schien zum Tode zu führen und war doch der Weg zu leben. Ich glaube, dass wir diese Haltung später bei Edith Stein selbst wiederfinden in Auschwitz. Zwei genauso tröstete sie im Konzentrationslager Frauen, die weinten oder verzweifelt waren. Sie kümmerte sich um die Kinder, spielte und scherzte mit ihnen und versuchte, allen ein wenig Heiterkeit zu schenken. Ich zitiere einen weiteren Zeugen. Sie sprache mit ruhiger, leiser Stimme. Ihre Augen strahlten den geheimnisvollen Glanz der Heiligkeit aus. Ihr tiefer Glaube schuf um sie, schuf um sie herum eine himmlische Atmosphäre. Diejenigen, die überlebt hatten und sie im Lager kennengelernt hatten, hörten sie diese Worte sagen. Was auch immer geschehen mag, ich bin bereit. Jesus ist auch hier bei uns. Sie fühlte sich in Gottes Händen sicher.
SPEAKER_00So, also diese Geborgenheit bei Gott und der innere Frieden inmitten des Leids auf dem Weg nach Auschwitz, dem Schwester Nicoletta gesprochen hat, das alles ist weit mehr als nur menschliche Stärke. Es ist etwas anderes als menschliche Stärke. Es handelt sich hier um die Frucht einer Entscheidung. Eine Entscheidung, die viel früher viel und deswegen einen konsequenten Weg ermöglichte. in Edelstein gegangen. It was a Wake in the Hand Gottes, der for uns Mensch geworden is. Und gleichzeitig Gnade. Etwas Unerhoffes. Ein Geschenk. Das kann man doch nicht machen. Edelstein hat sich dafür offen gemacht, hat sich vorbereitet. Letztendlich wurde es hier Geschenk. Aber das, was wir machen können, und das war der Weg, Edith Stein, von dem sie auch immer wieder gesprochen hat. Das war der Weg der Entscheidung. Wofür entscheide ich mich? And ich möchte hier auch jetzt hier einiges mit euch teilen, zitieren. Bereits 1931, also wenige Tage nach dem Weihnachtsfest im Jahre 30, in den ersten Januartagen, hielt Edith Stein einen Vortrag über das Weihnachtsgeheimnis, in dem sie über den Sinn der Menschwertung Gottes nachdachte. Und sie sprach dabei von dem weihnachtlichen Zauber, der uns aus den vielen Bräuchen und Traditionen entgegenstrahlt, sodass alle das Fest der Liebe und Freude feiern und sich in seinem Licht wärmen wollen. Dann schreibt sie aber, dass das Weihnachten für einen gläubigen Christen eine viel tiefere Bedeutung hat, haben soll. Sie schreibt, den gläubigen Menschen führt der Stern zur Grippe mit dem Kindlein, das den Frieden auf Erden bringt. Sie wusste, der Friede an der Grippe ist kein williger Zauber. In the Nacht des Kreuzes. This Edith Stein then später auch auf dem Weg nach Auschwitz und in Auschwitz erlebt hat. And this an die Krippe in Bethlehem. Es handelt sich um den Sinn des Christentums. Warum geht es uns eigentlich? Was bringt uns Jesus Christus und auf welche Art und Weise beschenkt er uns mit seinem Frieden? Dieser Frieda, von dem die Weihnachtsgeschichte spricht, ist nicht nur die Abwesenheit von Krieg und bewaffneten Konflikten. Im Sinne des biblischen Shalom bedeutet er mehr. Eine Versöhnung, Versöhnung von Himmel und Erde, Versöhnung zwischen Gott und Mensch und ein versöhntes Leben der Menschheit. Wahrheit und Gerechtigkeit soll herrschen, damit das Leben sich entfalten und gedeihen kann. Das ist Friede, das ist Shalom. Und Weihnachten bedeutet zu Edith Stein, dass dieser Friede in Jesus Christus in dieser Welt Wirklichkeit geworden ist. Solches Weihnachtsglück, schreibt sie, hat wohl jeder von uns schon erlebt. Ich glaube auch jetzt in diesem Abend, wenn wir diese Worte hören, dann kann jeder von uns auch darüber nachdenken, wie habe ich diesen Frieden in meinem Leben schon erlebt, diese Erfüllung, die mir der Glaube an Jesus Christus schenkt. Weihnachtsglück, der Friede. Und doch, sagt Edith Stein, ist der Stern von Bethlehem ein Stern in dunkler Nacht, auch heute noch. Und davon erzählen die Heiligen Feste, die auf Weihnachten folgen, und davon schreibt Edith Stein in ihrer Betrachtung. Am 26. Dezember der heilige Stephanus wird als bekenner Christi gesteinigt. Am 28. die unschuldigen Kinder werden grausam ermordet. Das Fischen ist der Evangelist Johannes, der wird auch vertrieben aus seiner Heimat, er muss fliehen. Und da schreibt Edith Stein, was will das sagen? Wo ist nun der Jubel der himmlischen Herrscher und wo die stille Seligkeit der Heiligen Na? Wo ist der Friede auf Erden? Friede auf Erden, denen, die guten Willens sind, antwortet sie mit der Heiligen Schrift, um gleich hinzuzufügen, aber nicht alle sind guten Willens. Nicht alle sind guten Willens. Es ist ein sehr nüchterner, aber auch ein zutiefst spiritueller Realismus. Die Gabe des Friedens wird all angeboten, aber es gibt im Menschen etwas, das sich dagegen sträubt. Und es gibt Menschen, die gegen den Frieden anrennen, getrieben von irgendwelchen dunklen Mächten. Nicht alle sind guten Willens. Das Evangelium verkündet Frieden als Gnade, als Geschenk, aber einen Frieden, der zur Entscheidung führt. Zur Entscheidung angesichts des Hasses und des Unfriedens, die diese Erde bewohnen und immer auch eine Option darstellen, Licht oder Finsternis. Edelstein schreibt, das Geheimnis der Menschwerdung und das Geheimnis der Bosheit gehören eng zusammen. Gegen das Licht, das vom Himmel herabgekommen ist, sticht die Nacht der Sünde umso Schmerzer und Unheimlich her. Und vielleicht empfinden wir die Dramatik dieser Worte als übertrieben. Wer von uns normalen Menschen würde schon gegen den Frieden sein? Edelstein betont jedoch, dass es darum geht, sich aktiv um Frieden zu mühen und auch aktiv sich gegen das zu entscheiden, was den Frieden zerstört. Als sie 1931 diese Worte schrieb, werden sich die allermeisten Menschen auch keinen Krieg gewünscht haben. Aber doch die meisten in ihrer Heimat and auch woanders sind zu Koplitzen einer Ideologie und eines Systems geworden, dass Gewalt, Krieg, unermäßiges Leid und Tod über die Menschen gebracht hat. And when we das bedenken, dann scheinen mir zumindest ihre Worte doch nicht übertrieben, sondern ernst. Zu dysrealistisch. Friede ist eine ernste Sache, damals wie heute. Und Jesus Edith Stein schreibt, Jesus spricht seinem Volke mir. Und wer nicht für ihn ist, ist wieder in. Er spricht es auch für uns und stellt uns vor die Entscheidung zwischen Licht und Finsternis. So Edit Stein. Das ist der Sinn, das Geheimnis und Weihnachten. Fest des Friedens. Und Edith Stein stellt die Frage, wo ist der Friede? Und noch vor ihrer Hinwendung zum christlichen Glauben hat Edith Stein in ihrem Leben ständig doch diese Unterscheidung vollzogen. Das war der Ausdruck ihrer Suche nach Gott, nach dem Absoluten, was gilt, was ist echt. Diese Unterscheidung zwischen Licht und Finsternis, zwischen Wahrheit und Lüge, zwischen Echtheit und Täuschung, das war nicht immer sofort bei ihr fertig, das haben wir auch vor einem Monat gehört. Aber immer das Bestreben, was ist echt, was ist wahr? Deswegen haben wir im letzten Treffen gesagt, dass ihre Leidenschaft für die Wahrheit wahrscheinlich ihr wichtigster Beitrag zu einer Kultur des Friedens war. Und als im Jahr 1933 die Nationalsozialisten an die Macht kamen, in der Machtergreifung Hitlers, da machte sich auch Edelstein keine Illusionen über die Absichten der neuen Machthaber. Aber auch ebenso klar war ihre Sicht auf die Verantwortung der Christen in dieser Situation. Sie schwieg nicht. Wir haben auch vor einem Monat den bemerkenswert klaren Brief gelesen, den sie damals in Pius X. geschrieben hat. Doch wie viele Christen sind hier auf diesem Weg wirklich gefolgt? Damals so ein Brief schien auch übertrieben zu sein. Aber es war nur ernst gemeint. Sie hat es gesehen mit einer erstaunlichen Klarheit, was los war. Und später stellte sie diese Frage nach der Wahrheit immer wieder auf ihren Mitschwestern im Kamel. Die Karmelitin in Köln and später in echt waren keine Intellektuellen, hat noch wenig Ahnung vom politischen Leben, vom kulturellen Leben, von den Strömungen der Zeit. Aber Idestein ging es nicht in erster Linie um eine nur gedachte Wahrheit, hier ging es um eine gelebte Wahrheit. In zwei Wochen nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs schrieb sie eine Meditation zum Fest der Kreuzerhöhung. An diesem Tag erneuern die Schwestern ihre Gelübde und bedenken neu den Sinn ihrer Berufung, wozu sind sie da im Kloster. Und in dieser Meditation konfrontiert Edith Stein ihre Mitschwestern sehr direkt mit dem Ernst ihres Versprechens, ihre Gelübde, angesichts der dramatischen Lage der Welt. Sie schreibt über die Anhänger des Antichristen, denen es gelingt, das Kreuz auch aus dem Herzen der Christen zu reißen, auch aus dem Herzen von Ordensleuten. Das schreibt sie, sehr oft haben die Anhänger des Antichristen, das ist doch klar, wenn sie da mit den Worten meint, sie haben Erfolg. Und dann heißt es in ihrer Meditation, darum blickt uns der Heiland heute ernst und prüfend an und fragt jeder einzelne von uns, willst du dem Gekreuzigten die Treue halten? Überlege es wohl, die Welt steht in Flammen. Der Kampf zwischen Christus und dem Antichrist ist offen aufgebrochen. Wenn du dich für Christus entscheidest, so kann es dein Leben kosten. Überlege es wohl, was du versprichst. Ja, wenn wir diesen Text heute lesen, und ich lese ihn oft, weil es auch im Previer steht, und wir als Kameliten, Kamelitinnen, lesen diesen Text in der Leserwohre. Und manchmal erdrückt mich diese Dramatik, diese Radikalität dieser Worte, diese Forderung. Doch Edelstein stellt hier eine grundlegende Frage, eine Frage, die uns alle, jeden oft, betrifft. Sind wir bereit, dort weiter, and to this Zeitpunkt, in which we live, sind wir bereit, Orte des Friedens zu schaffen, Orte des Mitleid, der Solidarity, der Selbstlosigkeit, die Kamelitin and Idistein were one of those, geschieht das durch ein consequentes and wahrhaftiges Leben im Geist der Gelübde. So bauen sie verborgen in dem Kloster, in der Klausur, and so bauen sie in einem Haus, in dem der Friede Gottes wohnen kann, mitten in einer unruhigen Welt. Und Edelstein hofft, das ist der Ausdruck ihres Glaubens. Sie hofft, dass wir im Blick auf den Mensch gewordenen Gott, aber auch indem wir seinen Blick spüren, wie er uns anschaut, mit Liebe, auch mit Ernst, dass wir so in der Gemeinschaft mit dem gekreuzigten Christus menschlich bleiben und menschlich werden. Angesichts von Haas und Unfrieden besteht die erste Aufgabe darin, die eigene Menschlichkeit zu bewahren und die Menschlichkeit des Anderen, nicht nur als mein Feind zu sehen, sondern als Menschen. Und das ist ihre große Hoffnung, dass wir auf dem Glaubensweg immer menschlicher werden, dass wir Menschen werden, die lieben, die auch dazu in der Lage sind, zu lieben und Mütgefühl zu empfinden, mitten in einer brennenden Welt. Und noch einmal fragt sie oder schreibt in dieser Meditation, die Welt steht in Flammen. Drängt es dich, sie zu löschen? Schau auch zum Kreuz. Aus dem offenen Herzen quillt das Blut des Erlösers, das löscht die Flammen der Hölle. Mache dein Herz frei durch die treue Erfüllung deiner Gelübde, dann ergießt sich die Flut der göttlichen Liebe in dein Herz, wie es überströmt und fruchtbar wird bis an alle Grenzen der Erde. Ist das ein mystischer Text? Ja, bestimmt sicher. Aber es ist die Mystik einer christlichen Frau, die daran glaubt, dass die Liebe Gottes stärker ist als was. Und aus dieser Überzeugung heraus blickt sie auf sich selbst, auf die anderen und auf die Welt. Und Edenstein ist überzeugt, es lohnt sich immer daran zu glauben und daraus zu leben. Auch wenn äußerer Erfolg zunächst ausbleibt. Aber sie spricht von einer Fruchtbarkeit dieses Lebens. Und von dieser Fruchtbarkeit spricht sie auch, wird sie auch einige Monate später in einer anderen Ansprache, in einer Ansprache zum Fest der Epiphanie sprechen. Und dort schreibt sie über das verborgene Wirken Gottes in menschlichen Seelen, in Menschen, die im Treu bleiben, Menschen, die sich von seinem Licht, vom Licht der Wahrheit, vom Licht seiner Liebe berühren lassen, aber auch läutern lassen, auch wenn es unbequem ist, die ihrem Gewissen Wolken der Wahrheit, die sie in ihrem Gewissen entdecken. Sie schreibt, von solchen Menschen leben wir alle, oft ohne es zu wissen. Zum großen Teil bleibt der gestaltende Strom des mystischen Lebens unsichtbar. Sicherlich werden die entscheidenden Wendungen in der Weltgeschichte wesentlich mitbestimmt durch Seelen, von denen kein Geschichtsbuch etwas meldet. Von welchen Seelen wir die entscheidenden Wendungen in unserem persönlichen Leben verdanken, das werden wir auch erst an dem Tage erfahren, an dem alles Verborgene offenbar wird. Manchmal führt unser Leben mit Gott, dass per se mir etwas zutiefst Persönliches ist, also auch etwas Verborgenes bleibt, zu einer Epiphanie, also zu einem Aufleuchten des göttlichen Wirkens im Leben eines Menschen, in der Weltgeschichte. Das heißt, es wird sichtbar, dass es sich gelohnt hat, dass Gott sozusagen in unserem Leben Erfolg hat und durch uns und durch andere Menschen in der Welt. Schreibt Wittgenstein, vielleicht äußert er sich in eine Epiphanie, einem Sichtbarwerden des göttlichen Wirkens in unserem äußeren Verhalten und Wirken, das die Umgebung wahrnimmt. Vielleicht trägt es aber auch Früchte, denen es kein Mensch ansieht, aus welchen geheimen Quellen innen der Lebenssaft zustömmt. Manchmal bleibt es aber auf uns selbst verborgen. Es bleibt uns verborgen, wozu es gut ist, so zu leben, zu glauben, zu hoffen und vor allem zu lieben. Hat Gott in unserem Leben Erfolg? Ist unsere Glaubensgeschichte, ist unser christliches Leben eine Erfolgsgeschichte? Lohnt es sich, jeden von uns zu glauben, zu hoffen zu leben? Ewenstein schreibt, es ist nicht nötig, dass wir die Epiphanie unseres Lebens erfahren. Wir dürfen in der Glaubensgewissheit leben, dass das, was der Geist Gottes verborgen in uns wirkt, seine Früchte trägt im Reich Gottes. Wir werden sie schauen in der Ewigkeit. Und ich muss sagen, dass es für mich sehr so berührende Worte sind. Das ist für mich eine große Quelle der Hoffnung, diese gläubige Sicht. Kein Erfolg, aber Hoffnung. Und im Juni 1939 verfasste auch Eddie Stein Testament. Und darin denkt sie auch an ihrer möglichen Tod, and in diesem Testament schreibt sie, schon jetzt nehme ich den Tod, den Gott mir zugedacht hat, in vollkommener Unterwerfung, unter seinem heiligsten Willen mit Freuden entgegnten. Und sie bittet Gott, ihr Leben anders for the Kirch, for your Ordnance, for your Gemeinscha, for your jüdish, and then for the Rettung Deutschlands and Frieden der Welt, as he scheduled, for my angehörigen Lebende and Tote and all God given, that verse. And inhaft to your Schwester Rosa gesagt, we gehen for unser. Das jüdische Volk. Aber das ist so die Haltung von Edith Stein. Komm, wir gehen hier. Es ist ein Dasein hier. Im Vertrauen, dass es nicht umsonst ist. Und dass Edit Stein später, wenige Tage später, im Klazett Auschwitz Birkenau ermordet wurde, konnte sie die Erhöhung ihrer Gebete und die Annahme ihrer Hingabe nicht sehen. Äußerlich betrachtet scheint ihr Leben und Glaube in dieser Welt wenig Erfolg gehabt zu haben. Und doch zeigt sich nach ihrem Tod eine erstaunliche Fruchtbarkeit. Viele Menschen ist ihr Leben zu einem Wegweiser geworden. Wegweiser zu Versöhnung, zu Frieden, zu Hoffnung. zu einer tieferen Menschlichkeit und auch wir stehen heute in gewisser Weise auf ihren Spuren. Jetzt gebe ich das Wort als Schwester Nicoletta weiter.
SPEAKER_01Wenn wir auf diesen Spuren gehen, dann bedeutet das auch, wir müssen lernen. Frieden ist nichts, das man einfach hat. Es ist etwas, zu dem man sich bilden und erziehen muss. Alsgehend von Edith Steins pädagogischen Schriften, die sie zwischen den beiden Weltkriegen verfasst hat, möchte ich einige Impulse setzen. Wir stellen fest, dass sie die phänomenologische Methode sehr gut mit der christlichen Lehre verbindet und eine christliche Sicht des Menschen formuliert, die noch viel zu sagen hat. Friedenserziehung bedeutet in erster Linie für Edith, zu einem authentischen Leben zu erziehen, was nur möglich ist, wenn man wie Jesus Christus lebt. In ihm entdeckt man die Einzigartigkeit und Unwiederholbarkeit eines jeden Menschen, der sich in der Nachfolge Christi verwirklicht. Es bedeutet zu erkennen, dass Gott für jeden einen Plan der Liebe hat, dass unser Leben kein Zufall ist. Sie legen großen Wert auf die Bedeutung von der Besonderheit jedes einzelnen Menschen mit seinem Charakter, seiner Veranlagung, seiner persönlichen Geschichte und seinen Erfahrungen. Diese Einzigartigkeit verstehen wir ganz erst, wenn wir sie im Licht des Glaubens sehen, als Teil von Gottes Schöpfung. Edith schreibt, wer sein Leben in Gottes Hand gibt, der kann sicher sein und nur der kann sicher sein, dass er ganzer selbst wird. Das heißt, dass er das wird, was Gott für ihn ganz persönlich vorgesehen hat. Und dann das Urbild des wahren Menschen, wie er nach Gottes Plan sein soll, hat Gestalt angenommen und ist unter die Menschen getreten, in dem Gottesmenschen Jesus Christus. Wahre Menschen bilden heißt, sie nach dem Bilde Christi bilden. Edith misst dem Plan, den Gott für jeden Einzelnen hat, große Bedeutung bei, da er ein wesentlicher Bestandteil seines Heilsplans für die gesamte Menschheit ist, zur Friedenserziehung beizutragen, bedeutet daher, jedem die Möglichkeit zu geben, seine persönlichen Anlagen zu verstehen und zu entfalten. Nur wer seinen Platz in der Welt findet und diese persönliche Sinnfrage beantwortet, kann seinerseits ein positiver Faktor in der menschlichen Gemeinschaft sein. Nur wer sich in seiner Einzigartigkeit und Identität wertgeschätzt fühlt, fühlt sich von anderen nicht angegriffen und muss nicht mit Gewalt erobern, um sich zu beweisen. Stattdessen wird er fähig, sein Leben zu verschenken, bis hin zur Hingabe an Gott und an die Menschen. Ebenso ist jeder in seiner Einzigartigkeit Teil eines Volkes, einer Gesellschaft, die wiederum eine besondere menschliche Gemeinschaft ist. Und gerade so ist man laut Edith Stein dazu berufen, Frucht zu bringen, Frieden zu stiften und die Wahrheit zu bezeugen. Wenn man genau darüber nachdenkt, lehrt uns genau, dass die Dynamik der Menschwerbung. Edith schreibt, jeden einzelnen Menschen hat Gott sich zur Verherrlichung und Freude nach einer eigenen Idee geschaffen. Diese Idee steht über seinem Leben als das, was er werden soll und ihr entspricht das, wozu er im Leben berufen ist. Der Herr, der ein Volk erwähnte, um aus ihm geboren zu werden, der während seines Erdenlebens die Sprache dieses Volkes sprach, in seinen Bildern und Gleichnissen dachte, seine Sitten bewahrte und ihm alle seine Kraft widmete. Er hat jedem Volk eine Sendung in dieser Welt und für die Ewigkeit jedem Einzelnen eine Sendung in seinem Volk gegeben. Neben dem Handeln des Einzelnen, der zum Aufbau der Gesellschaft beitragen kann, betont Edith Stein noch einen weiteren wichtigen Aspekt. Zur Friedenserziehung gehört auch vor allem durch das eigene Beispiel dazu anzuleiten, bewusst und beharrlich nach dem zu streben, was gerecht und gut ist. Es ist also notwendig, die eigenen Fähigkeiten zu schulen. Sie schreibt nämlich, den Willen schult man durch Übung im Wählen, Entscheiden, Überwinden, beharren und so weiter. Laut Edith Stein ist es notwendig, die gleiche geistliche Haltung wie Jesus Christus anzunehmen und sich von seinem Beispiel leiten zu lassen, um dieses Ziel zu erreichen. An mehreren Stellen in ihren Vorträgen und schriftlichen Werken betont die Bedeutung des Vorbilds. Sicherlich ist das erste Vorbild, dem wir nacheifern sollten. Das von Jesus Christus, doch in der Tat ist das erste Vorbild, das uns von klein an prägt. Das der Menschen, mit denen wir leben und die wir um uns haben. So ist jeder von uns mit seinem eigenen Lebensstil und seinem eigenen Entscheidungen für die Prägung der anderen verantwortlich. Wenn ich als Christ lebe, werde ich anderen helfen, als Christen zu leben. Wer die Evangelien wieder und wieder durchbetrachtet, sich in die Taten und Worte Christi mit Liebender Seele versenkt, dem werden sie zu einem Stück seiner Selbst, zu einer lebendigen Kraft, die dauernd in ihm wirkt. Die von Gottes Wort geformte Seele wirkt und willkürlich im selben Sinne formend weiter.
SPEAKER_00Ja, dieses Leben als Christ und dass dieses Leben, das christliche Leben, tatsächlich Wege des Friedens ebnen kann, können wir an einigen Beispielen beobachten. An Beispielen, wie diese stille Kraft der Versöhnung in die Tat umgesetzt wird. Ich möchte hier zwei Beispielen sprechen und mit dem Brief Austausch zwischen den polnischen und deutschen Bischöfen im Jahre 1965 beginnen. Wir sind nur 20 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und da geht in Rom das Zweite Vatikanische Konzil zu Ende. And the dort besprochenen und verabschiedeten Dokumente bezeichnen die Kirche as Zeichen and Werkzeug for the Vereinigung with God and for the Einheit der ganzen Menschheit. Man spread über den Frieden, über die Versöhnung, nach der sich die Welt sehnt. And the Kirche in Polen bereitet sich zudem auf das tausendjährige Jubiläum der Christianisierung Polens vor, das 1966 dann auch gefeiert wurde. Und zu diesen Feierlichkeiten wollte man auch die Bischöfe aus den Nachbarländern, darunter aus Deutschland, einladen. Aber auf beiden Seiten der neu gezogenen oder heiße Grenze waren die Erinnerungen an die Schrecken des Krieges, an das Leid, jedoch noch frisch und sehr schmerzhaft. Die brutale deutsche Besatzung Polens, die Millionen ermordeten Menschen, die immensen Zerstörungen und auf der anderen Seite die Millionen aus ihrer Heimat vertriebenen Deutschen Frauen unschuldige Kinder. Und durch die Initiative des Breslauer Bischofs, des damaligen Bischofs in Breslau, der hieß Boleslav Kominek, setzte sich im polnischen Episkopat die Einsicht durch, dass eine Einladung der Deutschen Bischofs im Jubiläum keine hohe Phrase, sondern eine echte Versöhnungsgäste sein muss. Und dann ist sie christlich. And Kominek, the bishop, an Einladungsschreib, was from the Polish Bishop, and the Deutsche Mythbrother went to Concils, the last session, the last session designed. We see here a historical beginning. There was the president of the Polish, the Kardinal Wyschinski, and the Kardinal Döpfner, the President of the Deutsche Bishops Conference, who are in this brief, in this Botschaft, wurden the yearhunder Beziehungen between the bewildered beschrieben. The schwierige Kapitel wurden notwended, for all the Threat Weltkrieg, but auch the fruchtbare Austausch zwischen den Nachbarn wurde betont, man wollte nicht den damals politisch benutzten Narrativ der ewigen Erzfeindschaft zwischen Polen und Deutschen zu bedienen. And am Ende dieses Briefes stand der berühmte Satz, wir strecken unsere Hände zu ihnen, zu ihnen hin, in den Bänken des zu Ende gehen Konzils. Wir vergeben und bitten um Vergebung. Einige Wochen später folgte auch die Antwort der deutschen Bischöfe, der ihrerseits, der wieder zur Versöhnung bekräftigt wurde. Und dieser Austausch blieb damals nicht ganz ohne Enttäuschungen, diese Worte, die Briefe. Viele Menschen waren angesichts des erfahrenen Unrechts einfach psychologisch noch nicht in der Lage, diese Vergebungsmitte nachzuvollziehen. Und dieser Brief Austausch wurde auch politisch instrumentalisiert, da die Frage der oder neiße Grenze noch so im Raum stand. Und dennoch markiert dieser Brief, diese mutige Geste und dieser Satz, ein Wendepunkt in den deutsch-räumnischen Beziehungen. Und gilt bis heute als Inspiration für Versöhnungsprozesse in Europa und weltweit. In Breslau, der Geburtsstadt Edith Steins, befindet sich heute ein Denkmal, der dem Bischof Bolislav Kominek. Das sehen wir oben, das vor der Kathedrale, auf dem einfach die prophetischen Worte in zwei Sprachen zu lesen sind. Zuerst auf Polnisch, Přebaczami, Proshimio Przebacchami und dann auf Deutsch. Wir vergeben und bitten um Vergebung. Und das ist so einfach und so stark. Das ist ein prophetisches Wort. Also die Beziehungen zwischen den Völkern und auch zwischen den Nachbarn Europa sind nicht immer einfach. Es gibt immer wieder auch Nationalisten, Populisten von beiden Seiten. Aber das können wir nicht mehr vergessen. Dass da einmal Christenbischöfe so gesprochen haben. Und das verpflichtet uns. Und ein weiterer zweiter Brief, von dem ich sprechen will, wurde vor zwei Jahren in Schwentzim, also in Auschwitz in der Stadt, geschrieben, unterzeichnet. Der Brief von Christen aus Deutschland, Polen und der Ukraine an die Christen der Orthodoxen Kirche in Russland. Das ist eine Initiative von Menschen, die mit dem Zentrum für Dialog und Gebet dort in Auschwitz, um weit des Kassetts, die mit diesem Zentrum verbunden sind. Weil Auschwitz-Birkenau, diese Schreckensätte, steht für die Erinnerung. Aber Auschwitz ist Geschichte. Geschichte, die wir nicht vergessen dürfen, gerade jetzt, da die letzten im Belebenden sterben. Aber diese Erinnerung und diese Geschichte konfrontiert uns mit den Fragen, wie hätte ich mich damals verhalten. Und noch mehr und vielleicht viel wichtiger und was bedeutet das für mein, für unser Handeln heute. Und heute erleben wir unter anderem schon seit einigen Jahren den Krieg in Europa, den Krieg in der Ukraine. Russland, ein christliches Land, hat ein anderes christliches Land überfallen. Eine Spirale aus Hass und Vernichtung wurde entfesselt und kein Ende ist in Sicht. Und auf beiden Seiten stehen Christen. Und die Verfasser des Briefes, die sich als Christen aus Deutschland, Polen und der Ukraine bezeichnen, schreiben über ihre Absichten, es ist eine ausgestreckte Hand, von der wir hoffen, dass sie irgendwann angenommen wird. Das ist immer ein Wagnis, ein Risiko. Aber sie möchten mit den russisch-orthodoxen Christen über Versöhnung sprechen, über die eine Versöhnung möglich ist und so Wege des Friedens vorbereiten, die auf dem Fundament des Glaubens, an die Liebe Gottes, möglich sind. Und die Verfasser betonen, dass Versöhnung nicht erst nach dem Schweigen der Waffen beginnt. Die oft als Beispiel angeführte deutsch-polnische Aussöhnung begann nicht erst nach der Niederlage Deutschlands oder einem langen Prozess des Bekennens von Schuld. Oft ging sie von Menschen aus, die schon im Nationalsozialismus im Widerstand waren, weil sie grundlegende Menschenrechte verteidigten. Es waren also mutige Einzelne, die den Grundstein legten, noch bevor die große Politik oder die breite Masse der Gesellschaft dazu bereit waren. Und weiter schreiben sie über verschiedene Initiativen in christlicher Kreise nach dem Krieg, unter anderem eben über den Brief der polnischen Bischöfe mit dem Satz, vergeben und bitten um Vergebung. Und Rückblickend sind die Initiatoren dieses Briefes dankbar für diesen frühen Mut von den Einzelnen, von den wenigen. Sie halten fest, diese Initiativen stießen oft zunächst auf großen Widerstand. Heute sind wir ihnen dankbar, weil sie den Weg geebnet haben für eine wesentliche Erneuerung der deutschen Gesellschaft, die heute auf der Achtung der unbedingten Würde aller Menschen fundiert. Also die Menschen, die hier schreiben, sind Menschen, die wissen, die um Edith Stein wissen, unter anderem. Aber sie wissen auch um Edith Stein, jene jüdische Frau und deutsche Patriotin, eine große Europäerin, die Gott darum bat, ihr Leben und Sterben für das jüdische Volk, für die Rettung Deutschlands und für den Frieden anzunehmen. Und daraus schöpfen auch die Verfasste, Hoffnung auf eine friedvolle Zukunft, auch mit Russland. Dieser Brief ist keine leichte Kost. Sie konfrontieren die Autoren, konfrontieren die russischen Christen mit dem immensen Leid, das ihr Land verursacht hat, ständig verursacht, mit der Propaganda, die den Krieg als einen heiligen Glaubenskrieg darstellt und die Botschaft des Evangeliums schrecklich verzerrt, sowie mit der brutalen Unterdrückung der wenigen mutigen russischen Kriegsgegner im eigenen Land. Dennoch gewähren sie Vergebung und auch bitten ihrerseits darum um Vergebung und strecken die Hand zur Versöhnung aus. Am Ende von diesem Brief heißt es, wenn wir einander in die Augen schauen und gemeinsam über das schreckliche Leid weinen, das geschehen ist, können wir behutsam damit beginnen, die Welt wieder aufzubauen und einen gerechten Frieden zu schaffen. Jetzt noch ein Beispiel von Schwester Nicoletta.
SPEAKER_01Ja, ein weiteres aktuelles Beispiel dafür, wie man die Hand zur Vergebung ausstrecken und versuchen will, zum Frieden zu erziehen, finden wir im Israelisch-palästinesischer Konflikt. Hier entstand 1995 das Parents Circle Families Forum, ein Verein, der mit dem Ziel gegründet wurde, Versöhnung und Frieden zwischen Israelis und Palästinensern zu fördern und den Schmerz in eine Initiative für den Dialog umzuwandeln. Es handelt sich um Familien, die ein Familienmitglied durch den Konflikt verloren haben, der nach wie vor in wechsenden Phasen das Heiligenland beherrscht. Insbesondere seit 2010 wird die Methode der parallelen Erzählung angewendet. Durch das Erzählen und Zuhören ihre persönlichen Geschichten erkennen, die Trauenden, Angehörigen, eine gemeinsame Menschlichkeit, die leidet und sich gegenseitig vergeben muss. Das Projekt basiert auch auf der Vertiefung und dem Wissen um die Geschichte des Leids, die beide Völker prägt. Auf der einen Seite der jüdische Holocaust mit dem Besuch des Holocaust-Museums Yadwashem. Auf der anderen Seite das 1948 entvölkerte und zerstörte Dorflifter und das Wissen über die palästinensische Nachbar-Katastrophe, also die Vertreibung und Enteignung der Palästinenser zu vertiefen. Das Wissen um die Geschichte dient dazu, einen konkreten Kontext zu schaffen, um die unterschiedlichen persönlichen und nationalen Interpretationen und Erzählungen beider Seiten zu verstehen und eine von Einfühlung und gegenseitiger Anerkennung geprägte Begegnung zu ermöglichen. Die Einfühlung, die unsere Edith Stein so sehr am Herzen lag, kommt erneut als möglicher Weg zum Frieden ins Spiel.
SPEAKER_00Danke auch für dieses Beispiel. Die deutschen, polnischen und ukrainischen Christen schließen ihren Brief, einen Brief an die russischen Christen mit diesen Worten. Wir brauchen Stille und Gebet, um Gottes Willen zu vernehmen, um bereit zu sein, ihm zu folgen und alles andere hinter uns zu lassen. Wir brauchen das Gebet füreinander. Wir wissen, dass der Glaube leer ist, wenn ihm keine Taten folgen. Suchen wir nach geeigneten Wegen. Die Haltung und die Schriften Edith Steins zeigen uns, was das bedeutet. Auch angesichts äußerer Ohnmacht. In Stile und Gebet, aber auch durch konkrete, manchmal kleine, aber mutige Gesten, Wege des Friedens vorzubereiten. Fritz Kaufmann, die Steinstudienfreund hat gefragt, hat sie Volk gehabt? Ja, den Frieden der Welt konnte sie nicht herbeibeten. Sie konnte ihr Volk nicht retten. Sie konnte die Nazis nicht aufhalten. Jedenfalls nicht sofort. Aber wir sehen ein Leben, das fruchtbar geworden ist. Fruchtbar für Versöhnung und für den Frieden. Ich glaube so sagen zu können, heute liegt es an uns, diese Fruchtbarkeit weiterzutragen und Wege des Friedens zu gehen. Werden wir damit Erfolg haben? Ja, hoffentlich. Das hoffen wir. Hoffentlich werden wir Erfolg haben, hier und da jetzt, im Maßstab der Geschichte. Aber aus Edith Steins Glauben, aus ihrer Lebenshaltung heraus, dürfen und müssen wir nach einem anderen Maßstab leben, dem Maßstab Gottes. Einem solchen Leben ist Fruchtbarkeit verheißen, auch wenn wir sie nicht immer sehen. Die Märterin Edith Stein erinnert uns daran. Die Wege Gottes gehen weiter als die Wege dieser Welt. Und deshalb ist es sinnvoll, die Wege des Friedens zu gehen.