Corporate Therapy

Episode #002 // Digitale Revolution

Human Nagafi, Mary-Jane Bolten, Kim Körber Season 1 Episode 2

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In Episode 2 gehen wir einen Schritt zurück und fragen uns: Warum sprechen eigentlich alle von Innovation? Spoiler: Es hat was mit der Digitalen Revolution zu tun. Die Folge in einem Satz: Kim sieht die technische Entwicklung viel mehr als Evolution, Mary-Jane meint, was daran revolutionär ist, ist wie die Technik unsere Systemlogiken verändert und Human resümiert, wie dadurch Wettbewerb und Innovationsdruck zunehmen. 

SPEAKER_01

So, jetzt wollte ich noch irgendwas für die Outtake-Nummer, also für die Front-Take-Nummer.

SPEAKER_04

Das kommt ja spontan irgendwann zusammen, also das wissen wir ja nicht.

SPEAKER_01

Wissen wir nicht?

SPEAKER_04

Es kann ja auch was sein, was im Podcast dann nochmal passiert, ist ja wurscht.

SPEAKER_01

Deine Mutter ist digitale Revolution. Damit fange ich direkt an. Also ich muss echt sagen, für mich war eine der spannendsten Fragen, die da reinkamen. Wer wird denn therapiert? Aber meine erste Antwort hat ja vorge nur nicht gehört. Und meine zweite Antwort war, wir haben vielleicht auch Corporate als Identität, ne? Also die Corporate ist hier in Therapie. Wir ändern die Höhen einfach immer wieder. Das war schon fast ein gescripteter Outsack, oder? Okay.

SPEAKER_04

Es geht los. Wir haben letzte Woche ganz viel geredet über Innovation und wie das funktioniert oder wie das nicht funktioniert. Die große Frage ist aber geblieben, warum wir überhaupt so viel über Innovation sprechen. Wir haben auch letzte Woche sehr viel über Digitalisierung in diesem Zusammenhang gesprochen und das Wort oft in den Raum gesprochen. Und dann haben wir uns gedacht, nehmen wir doch einfach diese zwei Begriffe und sprechen heute über das große Überthema davon, nämlich die digitale Revolution. Und ich sitze hier wie letzte Woche in Frankfurt mit Human. Hallo Human.

SPEAKER_01

Guten Tag.

SPEAKER_04

Und mit Kim. Gute. Und ich bin Mary Jane und frage direkt meine erste Frage einfach mal über den Tisch. Was ist denn eigentlich digitale Revolution? Gibt es da für eine Definition?

SPEAKER_00

Schon ein einfaches Thema.

SPEAKER_04

Will jemand mal probieren?

SPEAKER_00

Ja, mein Gott, digitale Revolution. Also ich habe ja gesagt, ich finde das Boarding schon Bullshit eigentlich. Es ist so wie die industrielle Revolution, die es ja irgendwann damals gab.

SPEAKER_04

Ich finde es super, dass du direkt anfängst, damit das Wort zu haten auf jeden Fall.

SPEAKER_00

Ich meine, für mich ist die Definition der digitalen, also es ist gefühlt ist es eine Evolution. Es ist keine Revolution. Das Ding ist nur, in meinem Dafürhalten ist die Mehrheit der Gesellschaft einfach relativ beschissen drauf angeboardet worden, quasi. Ja, aber das war wie bei der industriellen Revolution auch. Einmal kamen Maschinen, so fuck, ich verliere meinen Job. Und jetzt digitale Revolution, fuck, ich verliere meinen Job. Und darauf, meines Erachtens, durch diese Panikmache und Angst entsteht überhaupt dieses Wording-Revolution. Revolution Mistgabel, Fackeln, what the fuck, alle auf die Straße hängen, Köpfen, was weiß ich was. Also von daher ist es für mich, glaube ich, einfach der nächste logische Schritt. But it was halt einfach die Mehrheit, die Masse der Menschen wurde halt so krass abgehängt from so vielen schlauen Menschen, dass man jetzt von der Revolution spricht. Und mein Gott, wir leben in einem digitalen Zeitalter. That is vielleicht eher wie ich es nennen würde. Und das Thema Revolution kommt nur daher, weil einfach viele beschissen damit umgehen. Also ich meine, the digital agenda in Deutschland and solve Faxen, this is doch, also sorry, but this is a lecherloch.

SPEAKER_04

Ich finde es voll lustig, dass du auf den Revolutionsbegriff so eine negative Konnotation hast. Ich habe mal vorher nachgeguckt, was ganz unvorbereitet, was die Bundeszentrale für politische Bildung sagt, was denn Revolution ist. Und die sagen, es ist eine schnelle, radikale Veränderung der gegebenen Verhältnisse. Das ist komplett neutral eigentlich erstmal. Es ist nur, da verändert sich was.

SPEAKER_00

Ja gut, aber radikal ist ja so ein bisschen Definitionssache. Ich meine, wir haben ja auch bei 1789 the corporate revolution darüber gesprochen. Radikal heißt nicht schön. Also es ist schon, also wie soll man sagen? Das Thema Revolution is für mich immer ein bisschen negativ, ein bisschen heftig konnotiert. Also das heißt, dass da passiert etwas, was nicht einfach linear ist, sondern es passiert etwas, was peaks, was Ausschläge hat, was außerhalb der normalen Entwicklung ist. Also du hast ja Evolution, du hast Revolution. Und von daher finde ich, dass das Wording wurde von Menschen geschaffen, glaube ich, die einfach das so als großes böses Monster sehen, das Thema Digitalisierung. Faktisch ist es halt einfach eine Gegebenheit, mit der man sich verdammt nochmal auseinandersetzen muss und sollte und keine Alternative da ist. Wenn Revolution so definiert wird, dann ist das Wort Radikal darin halt einfach das, was das Thema zur Revolution macht, oder?

SPEAKER_01

Ja. Wow. Besser Aufschlag hätte, glaube ich, gar nicht kommen können. Denn das wird jetzt kein Agreement-Diskurs, sondern es wird ein Diskurs. Ich finde es super spannend, wie du es beschreibst. Ich glaube, du siehst es absolut aus der Anwender-Seite. Und ich glaube, du siehst es absolut aus jemandem, der gerade a Text Startup hochzieht and not the erste, der ja mittendrin steckt. My perspective, um just so the revolution to name, I would see early as a wisdom revolution, a scientific revolution. And the Paradigmen wechsel. Inspection when we just have the economic, also I argumentiere mal aus economy heraus. And the digitalisation and what she mached in this economic system, and days unbedingt eingehen, is a revolution in Paradigmas. Wahrheiten, Dogmen, that we as wahr richtig, as erfolgsmodelle wahrgenommen haben, funktionieren einfach nicht mehr. That's a brute des Systems, this Paradigm-System, we economy version. Understanding absolutely recht geben, dass der Anwender, der Mensch, der Mensch an sich. Für die ist es eine evolutionäre Entwicklung. Dass wir heute den ganzen Kram machen, den wir machen, das ist ja vollkommen normal. But ich glaube, aus einer ökonomischen Sicht, aus einer volkswirtschaftlichen, aus einer gesellschaftlichen Sicht, und ich habe das ja auch in eine Richtung, die auch super spannend ist, sich anzugucken, aus einer Mediensicht. Und insbesondere, und das ist ja da, wo wir über das Thema corporate reden könnten, aus der Unternehmenssicht ist es ein radikaler Wandel. Radikal in dem Sinne, die Regeln haben sich verändert. And ich finde es super spannend. Du hast das Wort Revolution und Evolution gesagt. Und ich hab heute im Auto, hab mir irgendwas angehört von Simon Sinek, da ging es um Evolution und Revolution. Und ich dachte mir so, ja, vielleicht habt ihr recht. Vielleicht ist das keine Revolution, was die Unternehmen durchmachen. Vielleicht ist es eine Evolution. Aber dann müssten ja die Unternehmen sich damit abfinden, dass sie sterben werden. Evolutionär. Der Darwinismus setzt ein, klar, für die neuen Breads, die kommen, die neuen Arten von Unternehmen, die damit anders umgehen, ist es ein evolutionärer Schritt. Die Frage, die sich ja da stellt: gehen andere Unternehmen den revolutionären Schritt und sagen, wir brechen unsere alten Paradigmen, unsere alten Denkmuster und bla bla bla, um hier eine Antwort zu liefern? Und ich glaube, das ist eine spannende Sache. Und das ist mein zweiter Aufschlag, ab zu Mary, oder?

SPEAKER_04

Ja, ich hatte eine Frage an euch beide. Kim, du hattest schon kurz mal gesagt, das passiert einfach. Aber ich frage mich, ob das getrieben wird. Also ist das etwas, was einfach passiert oder gibt es quasi Leute, die das anleiten.

SPEAKER_00

Ganz kurz noch zu Human, er hat ja lustigerweise das Thema Evolution und Darwin erwähnt: Survival of the Fittest. Da wird ja immer angenommen, dass Survival of the Fittest heißt, das Überleben des Fittesten, des Stärksten. Das ist halt kompletter Bullshit. Das Fittest heißt einfach des Angepasstesten. Anpassungsfähig. Ja, anpassungsfähig. Und da sind wir doch genau wie bei beim Thema. Also theoretisch ist es eine Evolution. Nur diejenigen, die sagen, fuck, ich müsste mich jetzt weiterentwickeln, um zu überleben, oder fahre ich einfach die Party so lang, wie sie noch läuft, die nennen das Ganze Revolution, weil sie sagen, oh mein Gott, da wird ja mein Paradigma in Frage gestellt.

SPEAKER_01

Ich bin jetzt kein Experte in Evolution, Biologie und Darwinismus. Ich würde aber mal eine Sache einbringen, einfach mal so als Gefühl. Er beschreibt das ja über Zeit. Das bedeutet, die Neuen, die kommen, die eine Fähigkeit haben, die besser ist als die, die da sind, die werden überleben. Das bedeutet, es ist dahingehend, kannst du es als Evolution betrachten. Aber wenn ein Unternehmen sich heute ändert, dann ist es ja keine Evolution.

SPEAKER_04

Weil es dann nämlich deutlich schneller ist, als wenn es quasi über Zeit passiert, dass eine neue Generation erst kommen muss, die dann bestimmte Eigenschaften hat.

SPEAKER_01

Deswegen ist, glaube ich, der Begriff Evolution. Also für die Unternehmen, die sich verändern wollen, nicht angebracht. Weil für sie ist das keine Evolution. Also wenn überhaupt, passt ja der Begriff der Transformation da. Digitale Transformation, ne, Revolution. Aber ich glaube, was für mich halt, worauf ich diesen Diskurs ja bringe, ist, es geht ja mir um den wissenschaftlichen Diskurs, die Dogmen, die wir wahrnehmen, dass das, was um uns herum wahr ist oder falsch ist, also das mit diesem Ökonomie funktioniert, wie Business Erfolg funktioniert, wie Planung und so weiter funktioniert. Wir haben letzte Mal kurz darüber gesprochen, über bürokratische Organisation war eine Antwort auf unser Kontext. Und das ist, glaube ich, das Spannende in diesem Context.

SPEAKER_04

Da vielleicht noch eine zweite Definition, nämlich die systemtheoretische. Wenn wir gerade insbesondere über die digitale Revolution sprechen, sagt man da quasi, digitale Technologie verändert die Logiken und Machtverhältnissen in gesellschaftlichen Teilsystemen. Und du hast jetzt ziemlich oft angesprochen, die Ökonomie. Also ich glaube, wir fokussieren uns da wahrscheinlich drauf, weil Corporate Therapy. Aber hat natürlich auch wahnsinnige Ausschläge in anderen Teilbereichen, also sei es in der Bildung oder auch in Freundschaft und Liebe. Da kommt digitale Technologien und die verändern die Machtstrukturen und die Logiken, wie zum Beispiel Partnermarkt. Plötzlich ist das transparent, wen es gibt auf dem Partnermarkt, weil es eine App gibt, in der die Partner alle aufgelistet sind. Das gab es ja vorher nicht und dadurch verändern sich natürlich viele Dinge.

SPEAKER_00

Du hast gerade das entscheidende Thema meines Erachtens angesprochen. Dadurch, warum, glaube ich, auch viele das als Revolution wahrnehmen, ist die exponentielle Steigerung der Transparenz, Informationsasymmetrie. Damit wurden ja frühere Systeme gesteuert, damit werden Organisationen heute noch sehr stark gesteuert. Die Digitalisierung hat einfach den großen Hebel, dass die Transparenz auf ein Level gehoben wird und die Verfügbarkeit von Informationen, die ist, du hast es gerade gesagt, Machtverhältnisse ändern sich. Wenn wir uns Lalou angucken, wie sich Gesellschaft und Organisationssysteme im Verlauf der Zeit verändert haben und verändern werden, dann spielt das Thema Transparenz eine riesengroße Rolle. Und wenn wir über responsive Organisationen sprechen, Innovation, das hat so viel mit Kommunikation und Transparenz zu tun, dass das eigentlich der Treiber ist, warum es dann theoretisch zur Revolution auch wird. Weil man da, das ist auch nicht mehr kontrollierbar in einer gewissen Art und Weise. Ich sag nur hier Fake News und Shitstorms und was weiß ich was. Da entstehen Dinge, die vom System nicht mehr kontrolliert werden können. Der Fall der Berliner Mauer, so dieses die Informationsnetzwerke, die da gesponnen wurden, bis irgendwann ein System gebrochen ist. Und ich glaube, das ist, glaube ich, ja, okay, ja, du nickst es ja stimmt. Bisschen Revolution doch.

SPEAKER_04

Was ja passiert ist, dass sich einmal der Inhalt der Kommunikation und Information verändert und die Form. Das finde ich irgendwie ganz cool bei der digitalen Transformation oder digitalen Revolution, dass es nicht nur der Inhalt ist, sondern auch die Form. Und dadurch quasi der Inhalt wieder ange, also das gibt so ein Loop quasi.

SPEAKER_01

Infinite Loop.

SPEAKER_04

Infinite Loop.

SPEAKER_01

Aber wir haben ja das Thema jetzt gewählt, auf Basis des Themas Innovation und Unternehmen müssen sich ändern. Dann lass uns doch direkt, also wir haben jetzt in der sehr Meta-Ebene irgendwie kurz gefahren, weil wir alle Leute verlieren in der Meta-Ebene. Warum? Also warum ist das relevant?

SPEAKER_00

Eine Sache, die wir vielleicht noch mal kurz auseinanderhalten müssen, die viele Leute, glaube ich, zur Zeit noch zusammenschmeißen. Disruption und Innovation. Innovation aus dem Lateinischen innovare heißt erneuern. Das heißt nicht, brechen Dinge radikal verändern, sondern Dinge erneuern. Bessere Prozesse, bessere Kommunikation, besser was auch immer, bessere Systeme. Wenn wir über Disruption sprechen, dann sind das Dinge, die eine Stufe quasi überspringen, die nicht über das Erneuern gehen, sondern Paradigmenwechsel herbeiführen. Und ich glaube, das ist das, was viele halt einfach. Also die Disruption bringt letztendlich die Revolution mit sich.

SPEAKER_04

Ich glaube, also es gibt, also Innovation kann auch disruptiv sein. Das ist nicht das eine oder das andere.

SPEAKER_01

Also die Taxonomie wäre Innovation. Und dann gibt es verschiedene Arten von Innovationen. Es gibt eine inkrementelle Innovation, es gibt eine revolutionäre Innovation und dann gibt es die disruptive Innovation. Also, um da vielleicht so ein bisschen auszuwandern, und jetzt kommt der gute alte Dozent durch, weil das erzähle ich auch mit dem kleinen Studenten. Er hält gerade ein Dozentenschild hoch. Selbstverständlich, ich bin schlau und das zeige ich jetzt einfach mal in verbaler Form. Und zwar kannst du sagen, also Innovation grundsätzlich, ne? Und dann sagst du, es gibt die Inkrementelle, der Gillette Rasira hat jetzt Heizstäbe, also eine Innovation. Hatte ja. Zumindest laut der letzten CES, hört sich. Und die revolutionäre Innovation kannst du zum Beispiel nehmen, als das Auto. Als das Auto kam, war es eine revolutionäre Innovation. Etwas da, was komplett neu war, einzigartig war. Aber sie hat ja nicht die Pferdekutsche verdrängt. Sie war ein kleines Ding, was da war. Die Disruption des Autos hat ja auf einer ganz anderen Stelle stattgefunden. Das war dann Henry Ford mit Assembly Line. Was hat denn Henry Ford gemacht? Er hat diese Idee des Autos, dieses Konzept, massentauglich gemacht und einem Massenmarkt zugänglich gegeben, dass dann ein anderes Ding, in dem Fall die Kutschen und die Pferde, disrupted hat, dass sie weniger relevant wurden. Das heißt, die Idee, sogar die Produktion an sich war nicht die Disruption, sondern die Verdrängung eines anderen Ding in einem Markt war die Disruption. Deswegen Innovation als Riesenbegriff, wie du schon beschreibst. Aber dann würde ich dir sagen, okay, es gibt verschiedene Sachen. Und ja, das zur Vorlesung. Back to was auch immer wir besprochen haben.

SPEAKER_00

Ich fühle mich schon jetzt ein bisschen schlau, muss ich sagen. Aber das mit Henry Ford, das ist auch das Beispiel, was ich immer bringe, was du mir gesagt habt. Es macht einfach sehr viel Sinn. Und dann ist die Frage, gibt es diese Disruption im Moment? Gibt es wirklich disruptive Elemente zurzeit? Was ist die Disruption?

SPEAKER_04

Ich muss nochmal quasi einen Schritt zurückgehen. Also deine Frage war ja, warum reden wir über Innovationen? Über welche von diesen drei Teilen der Innovation reden wir denn? Oder reden wir über alle?

SPEAKER_01

Ja, also um genau zu sagen, war ja meine Frage. Wir haben das letzte Mal darüber geredet, dass Innovation wichtig ist. Wir haben darüber geredet, dass Digitalisierung da irgendwie mitspielt. Und die Fragestellung ist, warum ist sie relevant? Also warum ist Innovation heute ein Thema, abgeleitet aus der Digitalisierung?

SPEAKER_04

Dann frage ich zurück, also vielleicht müssen wir auch nochmal den Digitalisierungsteil kurz aufrollen. Also wenn ich an Digitalisierung denke, dann denke ich so ab den 70ern, Personal Computer and alles, was danach kam, Internet, Smartphones, schnelle Communication und alles, was ich jetzt so quasi an Gadgets benutzen kann. Okay, es gibt keinen Widerspruch da, stelle ich meine Frage.

SPEAKER_01

Ich meine, Digitalisierung kann man leicht zerbrösen. Wir können ja im Grunde den Wort laut, Digitalisierung, Digitalize. Sachen in Zahlen, im Analoge Formate überführen in diskrete Zahlenwerte. Das ist ja im Grunde die Digitalisierung, dessen Verarbeitung und dessen Speicherung. Das war lange Zeit Digitalisierung. Jetzt leben wir in einer Welt, wo du sagst, okay, Fotos überführen in digitale Dinger. Heute ist digital ja oft primär, das ist ja dann keine Verzahnlichung, wenn ich dann ein digitales Foto mache. Das ist sofort primär digital, sondern das können wir sagen, ist primär Digitalisierung. Und dann können wir uns anschauen, okay, in den letzten x Jahren ist es passiert, dass die Fähigkeiten, die dieser Prozess oder diese Sache mit sich bringt, die steigen krass. Man benutzt ja gerne diesen Begriff der exponentielle Wachstum, der Möglichkeiten, wie Computer Rechenoperationen durchführen und so weiter. Ja, das können wir ja wohl sagen, das ist im Kern doch Digitalisierung. dass man Sachen diskret macht, also Werte überführt.

SPEAKER_00

Mit euch zwei fühle ich mich immer ein bisschen naiv oder so ein bisschen so Street Smart-mäßig, weil ich halt nicht so viele Bücher lese und so wie. Aber was, was, ich hab mir das immer irgendwie ein bisschen so erklärt. Also für mich gab es immer vier Stufen auch von digitalen Geschäftsmodellen oder von digitalen Innovationen. Es gibt, also für mich gibt es Digitise, also das heißt etwas, was analog war, digital abzubilden. Hier primary Digital oder Digital First, so nach dem Motto. Dann gibt es aber die nächste Stufe, die danach für mich kommt, das Thema Automatisierung. Weil in dem Kontext bewegen wir uns ja gerade bei Inga. Wir haben eine digitale Lösung, Punkt. Die haben ja viele, Software. Ja, kannst du bedienen, ist alles schön. Im nächsten Schritt geht es aber darum, also noch einen Schritt zurück, industrielle Revolution, Terrorism. Heißt, wir machen Dinge effizient. Das hat aber nicht dazu geführt, dass wir mehr Zeit gewonnen haben, die wir dann wieder für Kreativität und Empathie und was weiß ich wussten können, sondern es hat dazu geführt, dass wir noch mehr effiziente Arbeit bekommen haben. Also machen wir jetzt ganz viel effizienten Scheißdreck. Wir machen aber nicht effektive Arbeit, weil teilweise wäre es sinnvoller, jetzt einfach schon darüber nachzudenken, wie wir automatisieren können, viele Dinge automatisieren können. Smarte Workflows, hat Mackenzie das 2017 genannt. Und der nächste Schritt nach der Automatisierung wäre eigentlich die Analyse, also zu gucken, was in dieser Automatisierung kann man irgendwie besser machen. Und die letzte Ausbaustufe dann wäre tatsächlich aus dieser Analyse Predictions herauszuführen. Das wäre dann in meiner Definition irgendwie KI, dass du es halt schaffst, aus den erfolgreichen, effektiven, automatisierten Prozessen dann letztendlich auch etwas zu bekommen, das teilweise den Menschen mit Entscheidungsvorlagen präsentiert, wo man sagen kann, alles klar, okay, da muss ich selber nicht mehr so viel entscheiden und kann das einfach machen. Und auch da finde ich immer zum Thema Innovation und Digitalisierung. Viele denken halt immer noch nur über dieses Thema digital nach. Und wenn man das jetzt im Kontext auch von Gesellschaftencurs sieht, müssen wir eigentlich noch ein paar Stufen weiterdenken, um da wirklich auch systemisch dann die Veränderung zu haben. Human, du hast es immer gesagt, wir reden über responsive Organisationen, aber die sind eigentlich noch gar nicht möglich, weil es dafür noch keine digitale Lösung gibt. Also das Lustige ist ja, oder das hat mir der Amitab Tacur, thanks, Bro, gesagt, der hat einen TED-Talk gehalten und hat letztendlich gesagt, die Menschen zum Thema Innovationen haben Innovationen immer so gestaltet, dass sie relativ kurzfristig gedacht sind. Also das heißt, immer wenn du was Neues gemacht hast, hättest du aber eigentlich ein bisschen mehr Zeit nehmen müssen, um drei Schritte weiterdenken zu müssen. Weil jede Innovation, die die Menschheit bisher geschaffen hat, hat immer wieder neue Probleme gebracht.

SPEAKER_04

Gut, das ist seid imperfekt.

SPEAKER_00

Ja, aber und das Imperfekte kommt meines Erachtens daher, dass wir nie den Schritt gewagt haben, wirklich revolutionär zu denken. Zu sagen, also ich habe vor kurzem bei einer großen deutschen Bank, also vor zwei Jahren, nicht die Deutsche Bank, eine andere große Deutsche Bank, einen Vortrag gehalten vor irgendwie 150 Führungskräften und dann hat der Digitalvorstand sich danach hingestellt und hat gesagt, Leute, das mit der digitalen Revolution, chillt euch mal. Also die digitale Bank mit den 500 Mitarbeitern gibt es ja gar nicht. Was möchte ich denn dann mit meinen anderen 49.500 Leuten machen, wo ich mir dachte, so, Digga, ernsthaft? Also, das ist natürlich ist das möglich. Und da kommen wir wieder zum Thema Revolution und Angst. Also, weißt du?

SPEAKER_01

Ich würde vielleicht auf ein Ding mal kurz geben, was du gerade gesagt hast, weil das ist eine schwierige Aussage. Und zwar.

SPEAKER_04

Welche jetzt konkret?

SPEAKER_01

Ja, die Aussage kommt jetzt. Und zwar die Aussage, dass Innovationen imperfekt sind und hätten uns mehr Zeit genommen, damit wir sie besser machen können. Diese Aussage ist leider nur wahr in der Retrospektive. Ich glaube, in der Prospektive weißt du es einfach nicht. And ich denke auch, Innovationen entstehen ja auch ganz anders. Also es ist ja kein planerischer Prozess, als dass das ja unglaublich komplex ist, wie Sachen passieren. Ein Forschungsinstitut entwickelt was. Also lass uns doch mal in der digitalen Revolution bleiben. Da setzt sich irgendwann hin und macht dieses Apartnet. Da gibt es Universitäten, die schließen sich zusammen und vernetzen sich. Und plötzlich gibt es ein Internet-Ding. Andere Leute docken sich dran. Plötzlich haben wir ein Internet. Internet ändert alles. Plötzlich, wir tauschen Informationen miteinander. Plötzlich hat jemand die Idee, die sagen, ey, wir bauen doch so eine Social Media Plattform. Jetzt kannst du nicht nur konsumieren, du kannst sogar Beiträge leisten. Es ist nur eine leere Plattform. Ich gebe dir die Werkzeuge, du kannst jetzt Content entwickeln und plötzlich haben wir Facebooks und YouTubes und so weiter. Und jetzt kommt er in dieser neuen Welt, die ja nochmal einen Schritt weiter geht, wo wir über machines, die miteinander reden and so weiter. And that is for me imperfekt. Yeah, nein, wissen wir nicht. Das Spannende ist ja nicht nur that they unsere Prozesse automatisiert oder effizienter macht. Das Spannende ist ja vielmehr, was ändert das in unseren Logiken? Was ändert das in den Sachen, die wir als richtig oder falsch wahrgenommen haben? Und ich glaube, da stehen die Unternehmen. Und da stehen wir auch als Gesellschaft. Da stehen wir gerade mit. Und die Wahrheit wird ja auch sein, wir drei wissen es nicht. Die meisten wissen es nicht, weil es entsteht ja. Und ich glaube, ich meine, ich habe Management studiert und And Volkswagenshäre und BWL, also diesen ganzen Kram. Und ich wunderschor, was haben die mir damals beigebracht? Es ist ja richtig gut zu wissen, wie das ganze Ding gedacht ist, aber diese Wahrheiten stimmen doch alle gar nicht mehr heute.

SPEAKER_00

Aber das Ding ist, und das ist ein sehr guter Punkt, und da nehme ich dich als Beispiel. Wer war früher in Führungspositionen? Wer hat Länder geführt, wer war ein Oberhaupt, der Kriegsherr, der, der am ehesten den Leuten auf die Backen hauen konnte.

SPEAKER_01

Ja, und da gab es eine Französische Revolution, die Leute mochten das nicht, dass da oben so ein Dude ist. Also haben sie einfach ein paar Köpfe abgeschlagen, dann ihre eigenen Köpfe dabei unterwegs verloren, dann sind schlimme Sachen passiert und irgendwann ist das, was wir heute als Demokratie bezeichnen können.

SPEAKER_00

Genau. Und jetzt sitzen an der Spitze diejenigen, die am besten Politik betreiben können.

SPEAKER_01

Ja, weil wir ein politisches System haben.

SPEAKER_00

Richtig. Und jetzt komme ich zu dem Punkt, warum es digitale Revolution ist. Auf einmal schaffen es Spinner an die Spitze. Und das ist das, was mich an diesem Thema fasziniert und wo ich glaube, okay, wurde der Revolutionsbegriff wieder ein bisschen mehr an Relevanz für mich auch, weil früher, wenn du gesagt hast, Genie und Wahnsinn liegen nah beieinander. Die ganzen Leute, die so schlau sind, die Eierköpfe, und den hört ihr eh keiner zu und nachher, ja, ja, lass die mal reden. Die bekommen auf einmal Relevanz. Ein Elon Musk, der würde wahrscheinlich in den Systemen der 60er, 80er Jahre irgendwie den hätten sie angeguckt, so, ja, ja, Digga, komm, geh mal in den Maschinenraum und bau mal irgendwelche Sachen zusammen.

SPEAKER_01

Ja, weil Elon Musk hat ja in der alten Welt auch das Konzept der Macht. Er hat Geld. Geld ist Macht. Geld ist Ressourcen und Ressource ist Macht.

SPEAKER_00

Ja, die Frage ist, wofür man es dann nutzt.

SPEAKER_01

Ja, aber unabhängig davon ist ja die Frage, wer denn heute Macht, der eigentlich keine hätte. Wir gehen jetzt gerade auf eine politische Ebene. Und die Frage ist, wollen wir auf diese politische Ebene rennen und die ökonomische noch ein bisschen ausleuchten, um zu verstehen, was das für Corporates bedeutet. Aber wer hat denn heute Macht? Ist das so ein gleiches Typ, der auf YouTube dieses Video gemacht hat über die CDU und plötzlich springt die CDU drauf aus?

SPEAKER_04

Mit dem blauen Haaren.

SPEAKER_01

Ja, ich habe seinen Namen Rezo, genau. Hat er Macht jetzt? Weil die hatte er vorhin nicht anscheinend. Oder hier diese.

SPEAKER_04

Da sind wir wieder in der Medientheorie, ne? Wem hören die Leute zu?

SPEAKER_01

Medientheorie. Und das ist ja das Spannende, ich glaube, dieses Thema digitale Revolution. Und als wir das uns ausgesucht haben, habe ich mir selber in dem Moment gesagt, oh mein Gott, Human, was machst du da? Du kannst es aus medienphilosophischer Sicht sehen, du kannst aus pedagogische Sicht sehen, du kannst aus der economischen Sicht sehen, sociologische thing. We can not talk about it by this thing. Irgendwann wird uns damit auf den Kopf hauen. But it's doch egal. This is so hochkomplexes Thema. Was it macht mit uns als Menschen? The one or andere meint, yeah, the Digitalisier is the structurelle Antwort der Postmoderne. Wir haben nur noch unsere Bubbles, dort diskutieren wir nur noch in unseren Bubbles und alles andere glauben wir nicht mehr, wir glauben nur noch das. Aber die Digitalisierung erlaubt uns, das ja in unseren Bubbles zu kommunizieren.

SPEAKER_04

Ja, und die Digitalisierung zerbricht vor allem das vorherbestehende System und die Logik des Systems, dass man den Glaube hat an den Fortschritt und Regierung und sonst irgendwas. Und das hat dadurch auch gebrochen, es gibt neue Strukturen, die sich daraus ergeben. Aber vielleicht wollen wir gar nicht auf diese super global galaktische Ebene, sondern uns ein bisschen flücken zitieren.

SPEAKER_01

Ja, also ich meine, die Idee dieses Podcasts war ja von Anfang zu sagen, wir sitzen uns hier hin und wir reden über was. Und hey, absolut. Lass uns über die postmoderne und die Digitalisierung, die daraus, also die digitale Struktur, die uns in die Postmoderne führt, reden.

SPEAKER_00

Ja, aber ich glaube, das ist die Brücke zwischen der Innovation und der Digitalisierung oder der digitalen Revolution, wenn wir über das Thema Macht reden. Weil Innovation ist nur so, hat nur so einen so gewissen Betrag einen Impact auf irgendwas. Ich kenne das deutsche Wort nicht mehr.

unknown

Oh Gott.

SPEAKER_01

Ist mir auf meinem letzten Podcast aufgefallen, dass das vierte Wort Englisch ist.

SPEAKER_00

Lass mich mal auf. Macht. Macht, macht, macht.

SPEAKER_01

Ja, mach macht. Willst du weitermachen oder soll ich aufräumen?

SPEAKER_00

Ich mach ruhig.

SPEAKER_01

Mal schauen, ob das ein One-Tech bleibt. Das bleibt auf jeden Fall ein One-Tech. Dann schauen wir auf. Guck mal, ganz ehrlich, wir haben doch damals gesagt. Wir machen es für uns. Let's do it. Also. Ich will mal so ein bisschen aufwrappen, ne? Und ich glaube, damit wir die Brücke schlagen zur Corporate Welt. Und warum das aus meiner Sicht, vielleicht aus unserer Sicht, und das ist vielleicht auch die Debatte, das ist ein Thema. This Ding mit der Digitalisierung, was hat sie aus der economischen Sicht gemacht? Ich finde das Spannendste ist, der Markteintritt ist fast weg. Das war früher Macht. Macht im Unternehmen, also Macht der Unternehmen war, ich steuere auch den Marktzutritt. Ich kenne ja meine Wettbewerber damit, ich kann meine Wettbewerber steuern. Komplexität niedrig. Ich kenne die Akteure. Ich kann ja Meinung steuern, weil ich habe ja super Werbebudgets. Ich kann mir das leisten, beim Super Bowl X Millionen für eine Werbung auszugehen. Und was die Digitalisierung ja macht, ist in diesem Konstrukt so viel auf den Kopf zu setzen, was in der klassischen Ökonomie einfach so ihre Modelle versuchen zu erklären. Aber überlegt dir mal, was heute los ist. Heute, Unternehmensgründen ist ein Witz, hands down. Produktion. Haben die Konzerne super gemacht in den 80ern und 70ern. Alles schön outgesourced an China, an what weiß ich waren. Und die sollen das ja zu einem guten, günstigeren Preis machen. Die dürfen ja den ganzen Markt bedienen. Das heißt, ich als Human, ein kleiner Startup-Laden, der eine Idee hat, ein Produkt zu bauen wie ein Shampoo, dann rufe ich aber in China an und lasse mir meine Chemikalien dort produzieren. Ist ja fast das gleiche, was die Großen haben. So, was ist noch passiert? Die haben die ganze Logistik outgesourced. Ja, da haben sich die ganze Logistiker genommen, das ist super effektiv und kostengünstig gemacht. Ja, aber ich muss ja nicht den Großen bedienen, ich kann ja jeden bedienen. Ja, ich, Human, kann sich jetzt ohne große Probleme sein Shampoo aus China mit diesem ganzen Schiff-Container. Das ist die Revolution. Diese scheiß Schiff-Container. Was die gemacht haben mit der globalen Supply Chain, super. Ich transportiere mir das hier hin. Ja, aber das reicht ja nicht, Human. Du musst ja ein Ladenlokal haben oder du musst ja bei den großen Retailern dein Produkt einstellen. Nö, brauch ich nicht. Hab Internet. Ich mach mein Ladenlokal im Internet. Da wo du eh alle einkaufen. Und weißt du was? Ich brauche auch nicht dein Marketingbudget oder deinen Zugang, dass du die Großen kennst in der Fernsehwelt kennen. Ich mach das selber. Digitales Marketing. All diese Dinger waren Macht im klassischen ökonomischen Modell. Nicht mehr da.

SPEAKER_00

Ja, und jetzt weißt du auch, wer das Ding digitale Revolution nennt. Die Unternehmen, die diesen Machtwechsel spüren und einfach einen radikalen Schiss davor haben. Weil Revolution heißt immer, das Machtgefüge wird umgekehrt.

SPEAKER_01

Ja. Oder jemand wie ich oder wie wir, die sich hinsetzen und sagen, warum ist denn heute eigentlich Sachen anders? Und zwar nicht auf der oberflächlichen Ebene. Weil ganz ehrlich, Arbeit ist ja gleich. Wir machen immer noch den gleichen Kram. Ob ich jetzt meine E-Mails per mein Handy beantworte oder früher Post verschickt habe und so einen Roboter aus den 70er oder 80ern von Philips hat die Post im Gebäude herumgefahren. It's halt langsamer, but we machen auch eigentlich im Grunde das gleiche. Das Spannende ist auch auf einer ganz anderen Ebene die Veränderungsgeschwindigkeit. Und dann können wir auch diesen WUCA einfach mal droppen. The cramp is volatile. Volatility. What bedeutet that? We can not make vergangeneswerte saga on the Zukunft to benchmark. Benchmark is grundsätzing. It is uncertain. It is extreme unsicherheit. Was it unsicherheit? And this is a concept that as students, du kennst den Begriff des Risikos. Risiko als ich hab meine Vergangenheit, ich habe meinen Benchmark, ich habe meine Wahrscheinlichkeitsrechnung, ich habe meinen Ausfallsbetrag und damit kann ich eine Risikoentscheidung treffen. Ja, wenn du den ganzen Kram nicht weißt, wenn du keine Benchmarks hast, keine Beträge warst, was ist denn dann Risiko? Wir sind in der extremen Unsicherheit. Wir haben keine Daten. Das heißt, wir können nicht auf die Muster der Vergangenheit zurückgreifen. Und dann kommt C, die gute Complexity, also Komplexität, unbekannte Marktteilnehmer. Es ist alles so miteinander vernetzt. Heute ist man, also früher war mein Wettbewerber XYZ, die kannte ich doch. Heute sind das Startups, die ich nicht kenne. Oder Google, der sich denkt, ach, Suchmaschine ist lustig, aber ich hab Bock, Gaming zu machen und dann mache ich aber Gaming ganz krass als Cloud-Modell und boom. Wird erstmal nicht akzeptiert, aber krass. Wer ist denn dann noch dein Wettbewerber? Wer ist dein Kunde? Und dann Ambiguität. Wir können ja die Kausalität der ganzen Dinger nicht nachvollziehen. Es gibt ja keine richtige Antwort. Alles ist richtig. Im Kontext von dieser gesamten Unklarheit und Unsicherheit. Also du musst einfach eine Entscheidung treffen. Es gibt ja nicht mehr die richtige Entscheidung. Und das sind komplett neue Dogma-Systeme. Das ist eine komplett neue Art und Weise, wie wir Unternehmen verstehen. Und das ist aus meiner Sicht eine scientific revolution. Es ist eine Revolution der Management Practice.

SPEAKER_04

Also darf ich einmal ganz kurz zusammenfassen und schauen, ob ich das verstanden habe, was du gerade gesagt hast. Es gab vor langer Zeit einen Wettbewerbsvorteil für diejenigen, die sehr groß sind und sehr kapitalreich sind einfach. Weil die Zugang hatten zu Märkten, weil die gut vernetzt waren, weil das schwierig war, diese Vernetzung herzustellen, weil du musstest zum Beispiel nach China telefonieren können und das kostet schon mal an sich viel Geld und du brauchst auch noch jemanden, der Chinesisch kann.

SPEAKER_01

Sie haben die Produktionsmittel gehabt. Sie haben produziert. Sie haben die Maschinen besessen und die Fabriken.

SPEAKER_04

Ja, also noch stärker sogar.

SPEAKER_01

Also es ging nicht darum, dass ich in China anrufe, es ging darum, niemand anders hat der die Produktionsmittel.

SPEAKER_04

Okay, also quasi ich muss alles selbst besitzen, um überhaupt machen zu können.

SPEAKER_01

Eine Ressourcenökonomie. Der, der Macht hat, ist der, der die Ressource hat.

SPEAKER_04

Okay. Und dann kommt die Digitalisierung als ein evolutionärer Prozess, erstmal sage ich jetzt. Also da passieren ein paar Dinge. Und die führt dazu, dass ich nicht mehr diesen riesen Haufen an Ressourcen brauche, um an den Markt zu geben, um produzieren zu können, um diese Wettbewerbsvorteile nutzen zu können.

SPEAKER_01

Man kann sagen, es ist eine Zugangsökonomie. Ich muss nicht nur die Ressourcen besitzen, ich muss nur den Zugang haben.

SPEAKER_04

Und die digitale Technologie, die erlaubt mir diesen Zugang.

SPEAKER_01

Das ist zum einen natürlich die digitale Technologie, das ist die Kommunikation, dass ich Sachen, dass ich überhaupt das Suchen und Finden. Jetzt würde der Institutionsökonom sagen, die Transaktionskosten im System haben sich verringert. Transaktionskosten im Sinne von Suchkosten, die waren früher hoch, weil es gab nicht das Ding, wo ich sie suchen konnte. Und die Vertragskosten. Verträge abschließen, war teuer. Das konnten Konzerne oder Unternehmen damals mit ihren Namen einfacher als heute. Weil wir es halt heute auch einfach, das ist ja, Digitalisierung ist eins, Outsourcing ist das andere. Das andere, was ja auf solche Prozesse ja pusht, ist zum Beispiel Logistikkosten, Distributionskosten. Und das ist ein Riesending. Dass die Distributionskosten so radikal runtergegangen sind, das ändert eine Economie. Das ändert die Art und Weise, wie wir Wettbewerb verstehen. Und das ist halt das andere Ding. Und ich habe diese Sache miteinander genommen, jetzt mal zusammengefasst im Sinne einer digitalen Revolution oder wie auch immer, digitalen Transformation, führt uns zu einer Situation, wo wir sagen, was funktioniert denn jetzt im Kontext von unternehmerischem Handeln?

SPEAKER_04

Ja, also für mich wäre dann, also weil wir vorher über diese Trennung gesprochen hatten zwischen Evolution und Revolution, dass quasi die digitale Technologie entwickelt sich einfach weiter. Das ist eine Evolution, aber die digitale Revolution ist quasi durch diese ganzen Dinge verändern sich strukturelle Dinge, also Machtverhältnisse, die Art und Weise, wie wir.

SPEAKER_01

Ich würde es anders sagen. Das Paradigmenmodell ändert sich. Also, dies und Weise, wie wir Wahrheit da drin definieren, ändert sich. Und da ist die Revolution. Also die Revolution ist auf der Paradigmenebene. Das andere Ding kannst du sagen, evolutionär. Im Kontext der Digitalisierung wirst du jetzt noch den Begriff der exponentiellen Veränderung nehmen. Es ist so schnell, dass wir das nicht fühlen, verstehen, wahrnehmen können, sie passiert so krass und so weiter. Und ich glaube, es ist halt voll viel, das zusammenkommt. Also zum Beispiel auch der Fakt, dass früher konntest du ja auch mit genug Marketingbudget ja Meinung definieren. Wenn du ein mittelgutes Produkt auf dem Markt gehauen hast, who cares? Wer redet denn darüber? Du steuerst ja die Meinung. Heute machst du ein schlechtes Produkt und Leute geben dir einen Stern und alle kotzen. Ich glaube, Proctor und Gammel war das. Die hatten irgendwann mal das Konzept des first moment of truth and second moment of truth. Das first moment ist, du gehst in den Laden rein, du siehst irgendwas am Schärf, also auf dem Regal, nimmst du sie an und sagst, ist das ein gutes Produkt oder nicht? Das war so, da musstest du gewinnen. Und dann gab es, ich probier's zu Hause aus, ist es denn immer noch gut?

SPEAKER_04

Das ist der Second Moment.

SPEAKER_01

Das ist das Second Moment. Ja, Google hat es einfach mal erweitert, um the Zero Moment of Truth. In dem Moment, wo du da stehst, zückst du dein Telefon raus und bist ein informierter Konsument. Die sagen, du brauchst dir kein Schlangenöl mehr verkaufen zu lassen. Da haben schon genug, 10.000 Leute haben null Sterne oder einen Stern gegeben. Du weißt, es ist shit. Auch wenn die Verpackung cool aussieht und sehr viel Marketingbudget drin ist. Und das ist auch eine Machtverschiebung. Die Macht ist jetzt stärker beim Konsumenten. Jetzt lassen wir mal die Macht von Unternehmen wie Google weg, sonst verlieren wir uns in der Komplexität extrem. Aber das ist ja auch eine radikale Veränderung.

SPEAKER_04

Und jetzt, um die Kurve nochmal zu schlagen, warum ist jetzt Innovation so ein großes Ding?

SPEAKER_00

Also für mich, weil, also ich glaube, früher konnte man planen. Und ich glaube, die Veränderungsgeschwindigkeit ist so hoch geworden, dass der Blick in die Zukunft einfach nicht mehr möglich ist. Die Veränderungsgeschwindigkeit hat Planung eingeholt. Wir sind jetzt auf einem Level, wo wir sagen, shit, was jetzt? Und Innovate or Die, wer hat es gesagt? Keine Ahnung. Startup Vitamins.

SPEAKER_01

www.startupvitamins.com ging nichts dafür.

SPEAKER_00

Ich glaube, das ist halt die einzige Möglichkeit, in Zukunft noch zu überleben. Und die digitale Revolution heißt für mich, Informationssymmetrie herzustellen, aber auch Informationsasymmetrien immer noch gut nutzen zu können, Thema Fake News und Co. Aber einfach, dass man jetzt einfach nicht mehr weiß, was richtig und was falsch ist.

SPEAKER_04

Und wie kann ich, aber was bringt mir dann Innovation?

SPEAKER_00

Innovation, dann muss man, dann gehe ich auf Eric Rees und Lean Startup. Wenn Innovation richtig gemacht ist, heißt es sehr schnell in einer sehr komplexen Welt Dinge zu testen und sich Feedback einzuholen und den Zero Moment of Truth zu nutzen, um schnell zu validieren, funktionieren Dinge oder nicht. Das ändert natürlich Paradigmenwechsel in Corporates komplett. Weil du kannst einfach nicht mehr sagen, wir haben jetzt das Produkt, wir rollen das jetzt raus, wir haben zwei Jahre lang Marketingbudget, das wird schon. Nee, du bringst das auf den Markt und es kann sein, dass du nach einem Tag tot bist, weil die Leute sagen, Digga, da ist BPA drin, chö. Also das heißt, die Planbarkeit von Erfolg ist nicht mehr gegeben.

SPEAKER_01

Was survey ist Radioistens durch den Prozess, nicht die Notwendigkeit.

SPEAKER_04

Naja, andererseits, wenn du nicht mehr planen kannst, bedeutet das ja, dass ich die Wahrscheinlichkeit, dass ich fail, was ist das Deutsche? Sagen jetzt ihr böseartig. Naja, aber das Produkt scheitert am Markt. Auch wahrscheinlich höher ist als vorher, wo ich das ja gut planen konnte. Wenn ich das jetzt nicht kann, dann muss ich halt hoffen und dann brauche ich wahrscheinlich mehr Ideen, um damit eins überhaupt erfolgreich ist.

SPEAKER_01

Ich würde jetzt einfach mal auf Wettbewerb gehen. Du bist eine Wettbewerbsfrage. Ich glaube, du's nicht, dann tust jemand anders. Und ich meine, Unternehmen haben Lebenszyklen. Das ist jetzt keine neue Erfindung aus einem neuen Paradigma, das kommt ja aus einem guten alten Paradigma. Und die Frage ist halt, wie lange wirst du mit deinem Produkt halt oder mit dem Service oder was auch immer du machst, wie lange ist dein Produkt relevant? Und die Frage ist nicht nur, denkst du, dass du damit relevant sein wirst oder nicht? Die Frage ist, denkst du, es kommt jemand anders und macht etwas, was du nicht weißt? Das gute alte Unknown. Du weißt nicht, dass du es nicht weißt und dann kommt es und trifft dich halt von der Seite. Wie gesagt, ich, ich, ich, wir waren ja vor kurzem bei Google und ich habe ihn gefragt, wie macht ihr Innovation? Er guckt mich ganz verdutzt an und sagt so, Innovation? Innovation ist Default-Mode. Alles ist Innovation. Wir atmen Innovation. Alles in dieser Firma ist aufgebaut. 100.000 Menschen. Ich glaube, in irgendeinem Podcast hatte ich mir erzählt, wenn es die Firma gibt auf 100.000, dann machen wir den Laden dicht. Jetzt muss ich schauen, ob ich mir noch treu bleibe. Ja, but worauf ich heraus willst, der Wettbewerb kommt. Und die Frage ist, denkt man, dass der Service, Produkt, was auch immer man macht, ist der Marktdynamik entgegen? Also passt das? Und man kann ja Sachen sagen. Wenn du ein Bergbauunternehmen bist, was einen Berg kauft und dann einen Bohrer durchschickt, um was abzubauen, würde ich sagen, ja, vielleicht ist deine Wettbewerbsdynamik jetzt nicht die höchste. Transaktionskosten. Ja, also so ein kleines Start-up mit fünf Leuten kann sich jetzt nicht in die Verhandlungen mit einem Staat gehen und schauen, dass er die Rechte für den Abbau von Uran beispielsweise bekommt und dann noch die Ingenieurfähigkeiten kaputt und.

SPEAKER_00

Hört sich noch an die Dudes bei der Mindboxerinnen, die eine Weiche gekauft haben. Ja, die Kids, ne? Ja, die Kids. Da hat es geklappt.

SPEAKER_01

Die haben echt gekauft. Ja, aber genau, da ist die Frage, ja, deren Wettbewerb ist wahrscheinlich nicht so radikal hochgegangen und da ist die Überlegung, wie dynamisch ist das? Aber wenn du Konsumgüter bist, wenn du Service bist, wenn du keine Ahnung, also ich glaube, es gibt nicht viele Unternehmen, die nicht davon betroffen sind. Und das ist doch die Fragestellung. So ein Tesla macht jetzt plötzlich den automobil Konkurrenz, auf wie auch immer. Und ich finde das interessant.

SPEAKER_04

Also, ich muss nochmal the things that you just in hast. Also, you sagst technology, ob that transporttechnologie or digital technologie, haben the such and the Vertragskosten, also the Transaktionskosten, enorm gesenkt, so dass die Hoheit nicht mehr bei großen Unternehmen mit vielen Ressourcen war, sondern der Zugang ist im Prinzip allen offen. Und dadurch steigt der Wettbewerb enorm, weil jeder an Markt kann, also jetzt überspitzt gesagt, einfach jeder kann an Markt. Und deswegen habe ich enormen Wettbewerbsdruck und muss quasi mein Angebot immer wieder überdenken, um die Relevanz zu testen, weil sonst kommt jemand mit einem relevanteren Angebot.

SPEAKER_01

Genau, also was das gemacht hat, ist, das hat die Netzwerkdichte erhöht. Aus einer Komplexitätstheorie würdest du sagen, die Erhöhung der Netzwerkdichte führt zu Sachen, die nicht linear sind. Also es sind in der Komplexität damit. Und ja, wir waren schon immer irgendwie in der Komplexität, aber Internet und andere Dinge wie Transportdistribution, Energie könnte man jetzt auch noch nehmen. Bist du den Tools? Also jetzt mal ganz ehrlich, und wir sind ein kleines Beratungsstartup, ihr seid Text Startup. Denkst du, ohne LinkedIn hätte es uns geben können vor 10, 20 Jahren? Also ich wüsste nicht wie. Auf jeden Fall. Der Zugang zu den Kunden ist. Also wir machen gerade einen Podcast, den wir veröffentlichen im Internet, wo Leute sich denen anhören, um zu zeigen, dass wir schlau sind.

SPEAKER_04

Wir nennen den Podcast jetzt um zu komplex klugscheiße.

SPEAKER_01

Wir brechen jetzt einfach mal die vierte Wand. Aber es ist doch, also wir erleben es doch in diesem Moment live. Das ist ja wahr.

SPEAKER_00

Das sollten wir eigentlich für den Podcast aufhören.

SPEAKER_01

Aber die Frage, die du da stellst, ist, was ist die Ableitung für die Unternehmen? Und für die Ableitung für die Unternehmen ist aus meiner Sicht, wenn du in diesem Kontext bist und wenn du dein Unternehmenslebenscycle noch ein bisschen weitercyceln lassen willst, ist die Frage, wie gehst du denn jetzt damit um? Weil wie Kim gesagt hat, Planung in der Komplexität, viel Erfolg.

SPEAKER_04

So, falls das die erste Episode ist, die ihr zuhört, wer auch immer dazuhört, dann könnt ihr jetzt zur Episode 1 gehen und euch anhören, wie man es nicht macht.

SPEAKER_00

Für mich als jemand, der von Human sehr inspiriert wurde in seinen jungen Jahren, das war vor zwei Jahren oder sowas, hat sich halt eins manifestiert, und das ist letztendlich auch der Quote von den Google-Dude. Es gibt einfach keine Alternative. Es ist absolut alternativlos, in diesem digitalen Zeitalter Innovation zu betreiben, weil es revolutionären Charakter hat. Weil man, es ist so ein bisschen wie Innovation, wie die Haustür vernageln während der Französischen Revolution. Ansonsten hast du einfach das Problem, dass dir vielleicht in die Bude abgefackelt wird. Oder du springst auf den Zug der Systemveränderung mit auf und bist halt mit dabei. Natürlich kann das passieren, dass auf dem Weg auch mit einer Mistgabel umgenietet wird oder die Gendarmerie abknallt. Das ist halt das Risiko. Aber wenn du zu Hause bist, kann ja auch eine Fackel durchs Fenster geschmissen werden und dein Haus brennt ab. Also es ist einfach radikal alternativlos. Und wenn man es nicht probiert.

SPEAKER_04

Hat man schon verloren. Human hat ja gerade schon gesagt, dass wir letztens bei Google waren und wir sind da hingegangen, um einfach mal zu gucken, ob dieser Hype da tatsächlich stimmt. Aber was man da, glaube ich, gut gesehen hat, und jetzt als Beantwortung auch auf die Frage, was heißt es denn das für Unternehmen, was die halt machen, ist, die haben alles, was da passiert, ist ausgelegt darauf, dass Innovation entstehen kann. Also es ist nicht verordnet, so du musst jetzt Innovation XY an den Markt bringen, sondern das ganze System ist so aufgebaut, dass es wahrscheinlicher ist, dass da Innovation passiert. Und ich glaube, das ist eine große Ableitung für Unternehmen, ist zu gucken, Mensch, wir haben jetzt, also Dinge passieren am Markt, da sind große Veränderungen und wie können wir hinterfragen. Wahrscheinlich müssen wir uns selbst hinterfragen, um zu schauen, ob die Glaubenssätze noch wahr sind, an denen wir eben viele Jahre festgehalten haben und unser System entsprechend anpassen.

SPEAKER_00

Und jetzt machen wir es doch mal konkret. Für die Menschen, die nicht so viele Bücher gelesen haben und nicht so viel rumgekommen sind. Das wäre meine erste Empfehlung, ein paar Bücher zu lesen. Ich kann nicht lesen, du. Also ich kann ich das lesensmächtig, aber ich kann keine Bücher lesen.

SPEAKER_04

Sag mal, wo kriegst du deine Informationen her? Letztes Mal hast du gesagt, du hörst keine Podcasts.

SPEAKER_00

Ich brauche immer einen audiovisuellen. Ich bin für Videos oder Menschen.

SPEAKER_01

Ehrlich gesagt, ich habe ja letztens auch jemanden getroffen, der ja auch einen, der ist der Geschäftsführer von einer Beratung und auch einer sehr spannenden Beratung, der hat gesagt, ich lese nicht mehr. Ich rede mit Leuten. So eigne ich mir mein Wissen an. Was ich mal vollkommen verstehen kann.

SPEAKER_00

Und um das konkret zu machen, wie, also wenn man jetzt sagt, das gab ja früher über dieses Witz, so ja, sag doch mal innovativ, wir machen jetzt den Kreativitätsdienstag. Und die Dienstags sind wir alle mal kreativ. Lass mal alles stehen. Kugel hat ja die Vier-Tage-Woche eingeführt und hat es mittlerweile auch aufgegeben. Nee, hat es nicht.

SPEAKER_01

Das ist ja das Spannende, was wir herausgefunden haben. Also wir hatten ja die Chance, ein bisschen unter die Ereignis-Ebene zu gehen, auf die Strukturebene. Tell me, that's the point. Ich sag mal so viel. Es ist spannend.

SPEAKER_04

Also es gibt nicht unbedingt in vier Tagen, aber es gibt diese 20% Projekte.

SPEAKER_00

Ja, das ist aber der große Unterschied. Und ich glaube, das ist etwas, was man halt auch über das Thema Tailorism wieder sehen muss. Den Leuten wird es erlaubt, 20% ihrer Zeit, du hast das Beispiel, Human, du hast das Beispiel auch mal genannt von einer großen deutschen Bank und einer administrativen Abteilung, wo die Erteilungsleiterin halt einfach mal gesagt hat, ich schaffe euch mehr Zeit, damit ihr schlauer werdet, damit wir in Zukunft wettbewerbsfähig sind, als Abteilung. Und so stelle ich es mir ungefähr vor, dass man einfach sagt, ey Leute, macht euren Shit und wir definieren halt nicht 100%, sondern wir definieren, dass ihr 80% reicht, aber dafür habt ihr 20% mehr Zeit, euch Gedanken zu machen, wie wir es besser machen können, wie wir es neu machen können. Das heißt doch aber dann, und da sind wir jetzt ein bisschen, das ist eigentlich ein bisschen fies, aber das heißt doch dann wiederum einen kompletten Paradigmenwechsel, was das Thema Kultur angeht, was das Thema Führung angeht, was das Thema Hierarchie angeht. Oder?

SPEAKER_04

Durchaus. Ja.

SPEAKER_00

Aber auch da, wie wird das Thema Hierarchie zum Beispiel bei Google gelebt?

SPEAKER_01

Also ich möchte, um ehrlich zu sein, schwierig jetzt darüber in Analyse zu gehen. Weil ich glaube, es zu zerbrechen und die einzelnen Elemente zu analysieren. Ja, es ist wie Design Thinking und Cool ist nur eine Methode, ja. Ja, nein, also ich glaube, es lohnt sich, aber ich glaube, es ist viel mehr. Und ich denke, das wird jetzt auch. Natürlich bräuchten wir ein Ding und am besten mit jemandem der von Google ist, um das mal gemeinsam mal so ein bisschen aufzuarbeiten, weil ich glaube, da steckt unglaublich viel Spannendes drin.

SPEAKER_00

Also wenn jemand von Google zuhört, wir hätten Bock auf einen Podcast mit euch.

SPEAKER_01

Ja. Ich verstehe deinen Punkt zu sagen, was können wir Menschen mitgeben? Und die Frage ist, wem gebe ich was mit? Ich meine, wir haben ja heute sehr viel über Meta gesprochen. Aber ich glaube, was können wir da mitgeben? Außer das ist halt ein Verstehen. Das ist ein begreifen, was das bedeutet, was gerade passiert. Ich weiß nicht, wie oft ich mit Mary darüber schon gesprochen habe, aber ich gesagt habe es, ich wundere mich, dass das nicht schon längst da ist, dass die Führung vorstände, Menschen die machen können, die es auch besser wäre, wenn sie es tun, ist nicht tun. Und ich würde behaupten, es ist nicht nur das. Weil sie wollen ja Sachen tun. Und ich habe auch schon im letzten Podcast ja schon angedeutet, ich möchte nicht so Feindbilder aufbauen. Weil ich glaube nicht, dass es die Individuen sind, sondern es ist das drumherum, was zu Sachen führt. Ich habe mir letztens mir eine super spannende Keynote angeguckt, da hat einer angefangen, es ging um Systeme and Systemtheorie, andered, und um Systemtheorie im Kontext von Business Dynamics, um genau to say. And the presentation damage angefangen, the weld in systems to see. It is like in the Matrix. Du nimmst the rote pillow and you see not systems. And you see plötzely what things are what they are. And I see the problems and I see all the chances, upon this postmodern thing, that is very, very schwer, and that would be abstand halten, expertise. But when we have the economic, I think, hey, early, my umfeld is so dynamisch and so complex and so forget, this classical governance model, that classical organizations model, that's all from top-down and that's how flack hierarchy brings. Come on, they say, it is a null-in. Absolutely. It is a wettbewerb. And when they this thing am radikalsten durchsetzt, then Wettbewerb. Weißt du, wer es macht? In China. Die High-As, die Tencents, die gehen das radikal durch. Die ziehen das durch, die bauen diese radikalen, komplexen Organisationsmodelle. Sie machen es jetzt nicht unbedingt aus dem Humanismus heraus, sie machen es, weil es funktioniert. Und ich frage mich, wie lange können wir noch hier sitzen in diesem wunderschönen Deutschland oder wo auch immer und echt darüber nachdenken, dass wir Debatten führen können, dass wir ein paar Manager entlassen und die Hierarchie abgeflacht haben, aber nichts geändert haben an der Bürokratie. Eine flache Hierarchie ist immer noch eine Bürokratie. Also wenn ich Leute verorte in Abteilungen und ihnen keiner, ist es immer noch eine Bürokratie. Und die Frage ist, wird diese Bürokratie funktionieren? Wenn du mich fragst, nein. Wenn du Max Weber fragst, vielleicht.

SPEAKER_04

Aber Max Weber kamen aus einem ganz anderen Paradigma.

SPEAKER_00

Ja, aber dann sind wir doch genau eigentlich beim Knackpunkt. Thema digitale Revolution heißt halt Veränderung des Systems. Und wenn das nicht geschieht, und da sind wir wieder bei Laloo, weil das ist eines der wenigen Bücher, die ich tatsächlich gelesen habe, weil die bebildete Version gibt es auch. Schöne Punkt, Bildchen. Gesellschaften und Organisationen verändern sich im Gleichschritt. Und wenn wir es nicht schaffen, dieses gesellschaftliche Thema zu lösen. Ich meine, wir sind im Moment in der orgenen Phase.

SPEAKER_01

Ja, du weißt, ich bin nicht so der Laloo-Typ, ne? Also ich verstehe das Buch und ich verstehe die Metapher. Ich würde der Mechanik sogar, aber die Herleitung ist für mich halt eine andere. Da würde ich den Leuten ja empfehlen, Peter Krose zu lesen. Wieder keine Werbung, kein Spoiler, zumindest sicher.

SPEAKER_00

Der Regel, ich liebe dich.

SPEAKER_01

Ja, wir sind in einer Entwicklung, keine Ahnung, wohin sie führt. Also ich weiß es nicht. Und die Frage ist, ist es überhaupt relevant? Also wenn wir dann wieder aus der Business-Evolution reden, ja, dann, also es werden ja dann. Es wird sich zeigen. Ja, es wird sich halt zeigen. Wenn wir Unrecht, wenn die Mary und nicht Unrecht haben, dann ist es halt so. Und vielleicht geht es ja auch gar nicht um Recht haben. Ich glaube, für uns beiden ist es ja was ganz anderes. Wir wollen es ja erfahren.

SPEAKER_04

Ja, wir wollen es rausfinden.

SPEAKER_01

Unser ganzes Team sitzt da und wir sind wahrscheinlich die komischste Beratung der Welt, weil wir reden nur in. Kann ich bestätigen. Ja, wir reden ja nur in diese, also wir diskutieren ja vielmehr über so Dinge, die. Also bei meiner PWC-Zeit hätte sich niemand mit mir hingesetzt und über, keine Ahnung, Max Weber diskutiert und protestantische Ethik und warum wir so arbeiten, wie wir heute arbeiten und was die mentalen Modelle und Glaubenssätze und Wahrheiten sind, die wir einfach uns erzählen. Und darum entsteht der ganze shit. Hey, warum passiert eigentlich das alles und warum verhalte ich mich so, wie ich mich verhalte? Und ja, und die digitale Revolution ist da und ich denke, sie wird noch krasser. Es gibt mir aber ein Ding. Wir reden über die Transaktionskosten anderes Kram. Das ist ja nicht ganz wahr. Transaktionskosten sind ja immer noch hoch. Also, yeah, ich könnte bei den Chinesen produzieren lassen oder wo auch immer, aber ihn zu finden, seine Sprache zu sprechen, zu wissen, ihm zu vertrauen, einen Vertrag mit ihm abzuschließen, it is secure. Und dann die gesamte Supply Chain, was dahinter kommt, die hunderte Leute mit dem Fällt, ist immer noch teuer. Ist immer noch aufwendig. Und das haben die anderen Konzerne ja schon gemanaged mit ihren Supply Chains. Lass uns auf die digitale Revolution weiterspinnen. Was wenn dieses Ding eine Plattform ist?

SPEAKER_00

Gute, aber dann nimm doch FBA.

SPEAKER_01

Warte, warte. Was, wenn diese Dinger smart contracts sind? Was, wenn der Suppli, der Produzent, auf dieser Plattform is und ich kann mir die aussuchen kann und ich weiß, die sind sicher. Ich weiß, es ist versichert. Ich habe einen smart contract mit dem. Die gesamte Logistik und Wertschöpfungskette ist gesecured. Und ich als Dreimann-Team kann jetzt anfangen, irgendwelche Produkte rauszuhauen. Und ich denke gar nicht mehr in Unternehmen, sondern ich denke in Kampagne.

SPEAKER_00

Ja, aber ganz im Endeffekt bei Amazon. Das ist genau das. Die Leute suchen sich auf Alibaba irgendwelche Produkte aus, die da white label produziert werden. Pap mir ein Label drauf, verballen sie bei Amazon. Das Ganze ist eine nahtlose Supply Chain, und du hast genaue Transaktionskosten von ich muss halt mal die erste Charge finanzieren und mit der restlichen Marge erhöhe ich dann einfach meinen Einkauf.

SPEAKER_01

So, diese Dinger, das ist das Spannende. Auf jeden Fall. Jetzt ergänze ich mal um eine verrückte Idee. Das hatte ich vor ein paar Wochen mit jemandem diskutiert. Was, wenn die Leute, die Konsumenten, ihren eigenen Konsum definieren über einen diskursiven Design thinking-Prozess, beispielsweise. And then sagen sie, we wollen das produziert haben, and the dudes and community heraise sagen, hey, yeah, the supply chain is auf dieser Plattform, wir produzieren es für die Community selbst.

SPEAKER_04

Also du sagst quasi, den gesamten Demand and Supply-Prozess umzudrehen, nicht zu sagen, okay, that's a firm, and die gibt es denkt sich, dass das ist, was ihr haben wollt, und bietet es an, und dann kann man es kaufen, wenn man es wirklich will, sondern zu sagen, Leute wollen etwas, tun sich zusammen, um dieses Ding am Markt zu kriegen. Also dass es dann entsteht.

SPEAKER_01

Also sagen wir, die Menschen kommen mit einem, sie haben ein Bedürfnis. Es ist noch kein Produkt. Wie auch immer, Design Thinking ist ja immer so ein, wir wollen ja für Konsumenten was bauen, aber es sind die Konsumenten selber Design Thinking für sich selbst anwenden. Das läuft über einen rekursiven Prozess, diskursiv und rekursiv, ne, kleine Gruppe und dann hast du einen Netzwerkeffekt und immer mehr Leute kommen zusammen. Und am Ende sagen sie, ich will dieses Handy in vernünftig produziert, in nicht böse Dingen drin, nicht giftig und Kinder, labor und was weiß ich. Und ich weiß, wie der Preis ist, denn ich habe ja diesen Prozess gesagt, zu dem Preis und ich pledge, ich verspreche dir Markt, zu dem Preis würde ich dir das abnehmen. Und ich habe hier 10.000, die pledge auch. Und dann kommt keine Unternehmen kommen und sagt, ich liebe das hier. Aber was, wenn die Community mit 10.05 sagt, hey, wir sehen das mal als Kampagne, we have the Supply Chain, wir bauen das selber und bedienen dann mit der Supply Chain-Plattform, wie auch immer, the eighteen community. Überleg mal, was für ein krasses Marketing. That is mal ein authentisches Marketing.

SPEAKER_00

Ich gebe dir ein gutes Beispiel dafür. Tatsächlich diskutiere ich da mit meiner Frau immer relativ häufig drüber, weil wir versuchen natürlich so Öko-Grün, was weiß ich was wie möglich zu consumieren. Also local, by local, whatsoever. Es ist verdammt schwer, local zu consumieren when du ausehalt bist. Das heißt, du musst unfassbar viele Stellen anfangen, die einzelne Dinge produzieren, die sind da, die sind verfügbar. Das ist alles kein Ding. Aber theoretisch brauchst du genau dieses Netzwerk, das zusammen tut and sagt, der eine macht die Runde zum Bauern und holt Eier und bringst ja diesen Ort, der für alle am nächsten verfügbar ist, oder macht eine Runde und liefert und so weiter and so fort. Also im Endeffekt gibt es dafür genug realer Cases, die halt einfach mal durchdacht werden müssten.

SPEAKER_01

Und das ist doch die digitale Revolution. Was ist in diesem Konstrukt noch Unternehmen? Okay, du hast die Supplier, du hast sozusagen so Infrastrukturtypen, die aber eigentlich gar keine Gedanken über Produktentwicklung oder so weiter machen. Die wollen einfach nur effizienter sein. Und das Innovation entsteht am Markt mit den Konsumenten. Da sind wir zum Glück noch nicht. Weil es ist ja doof, wenn dann kein Unternehmen existiert. But ich will auch nicht ganz kurz. Ich habe das Ding jetzt einfach reingebracht, nicht zu sagen, das ist ein Zukunftsszenario. Das ist einfach mal so ein Gedankenkonstrukt. Das ist doch die digitale Revolution. Und jetzt als Unternehmen, was bist du?

SPEAKER_04

It's aber ein Gedankenkonstrukt, das möglich wird, erst durch die Prozesse, die davor schon angegriffen wurden, oder in Angriff genommen wurden, angestoßen wurden.

SPEAKER_01

Ja, das Outsourcing, die ganzen, die Kommunikationsdinger, die Plattformen, all dieser gute Kram.

SPEAKER_04

Ich finde das sehr schön, dass das gegen Ende so einen positiven Twist bekommen hat. Von Revolution ist ganz schrecklich und alle Leute rennen davor weg und schmeiß die Hände über den Kopf zusammen, zu was alles möglich wäre und quasi konsumentengetrieben statt Firmengetrieben und gut, Firmen müssen sich wahrscheinlich überlegen, was sie dann machen, aber.

SPEAKER_01

Sorry, dass ich da da so reinrusche. Wir haben ja noch ganz viel angesprochen. Beispielsweise eins der spannendsten Dinge, die ja wohl vergessen, wir entwickeln uns ja in Deutschland und diesen ganzen First-World-Ländern ja in diese Service-Ökonomien, die ja da komplett auf Knowledge Work basieren. Knowledge ist heute Commodity, du kriegst alles am Markt. Was ist das dann noch, Capabilities in einer Firma zu haben? Also für alle Leute, die sagen, ey, die haben ja XYZ ABC vergessen, ich bin hier gezwungenermaßen von den zeitlichen Constraints meiner Kollegen gezwungen, diesen Podcast zu Ende zu führen.

SPEAKER_00

Geistig und zeitlichen Constraints.

SPEAKER_01

Ich will aber eine Sache mal einführen, das wollte ich auch schon beim letzten sagen. Jeder, der sich den Kram anhört und Ideen, Meinungen, Fragen hat, dass ich wir haben relativ viel Feedback bekommen, zu, ey, kannst du mal erklären, was das jetzt bedeutet? Ey, schreibt uns an. LinkedIn, Kim Körber, Mary Jane Bolton, Human Agarfi, schreibt uns Mails. Human at 1780 Innovations.com, Mary Jane at 780 Innovations.com, Kim at Ingo.com. Das ist Kim and Kim at Ingo. Schreibt uns an, haut uns das vom Kopf, was wir falsch haben, stoppt die Propagandamaschinerie im Notfall.

SPEAKER_04

Wenn es uns gefällt, dann reden wir öffentlich darüber. Ansonsten therapieren wir weiterhin uns selbst und gegebenenfalls mal die ein oder andere Corporate, die auf dem Sofa liegt.

SPEAKER_01

So sieht's aus. Genau. Und beim nächsten Mal vielleicht gehen wir mal wieder von der Meta-Ebene auf die mittlere Meta-Ebene, die Meso-Ebene wäre es.

SPEAKER_04

Aber das macht viel mehr Spaß da oben.

SPEAKER_01

Da lösen nämlich keine Probleme.

SPEAKER_00

Dann würde ich gerne noch ein Konzept der vier Beratertypen nehmen. Oh Gott, wirklich? Ja, Mann. Ja, weil das Ding ist, das ist ja genau das Verrückte. In Zukunft werden Therapeuten an der Spitze sitzen. Nicht mehr die Apotheker und die Krankenpfleger.

SPEAKER_01

Ich habe ja letztens mit unserem Partner gesprochen, der Olaf. Und der meinte auch so, hm, Strategieberater werden ja eigentlich gar nicht mehr gebraucht. Später, also Unternehmen müssen ja diese Veränderungsfähigkeit inhärent haben. Das Einzige, was du in Zukunft brauchst, ist so Trusted Advice, die dir eine Firma geben, die dich challengen, die dir Impulse geben und die dich auch mal so ein bisschen, dieses Therapeutische, die dir auch mal helfen, eine Outside-Perspektive geben. Das sind doch die Berater, die es in Zukunft geben wird, weil diese Strategiefähigkeit, weil sie emergent ist an der Komplexität, ist ja emergent so ein Ding. Wozu dann noch die MCKs und die BCGs und die anderen Abkürzungen? Ja, die Therapeuten sind das. Point taken. Cool. Dann wrappen wir ab.

SPEAKER_04

Ja, sehr gut. Also, was haben wir diese Woche gelernt? Nee, also wir haben gesprochen über Evolution versus Revolution. Was ist die digitale Revolution? Ist das überhaupt eine Evolution oder Revolution? Und ich glaube, irgendwann in der Mitte haben wir dann beschlossen, also technology is eher evolutionär, aber der revolutionäre Teil daran ist, dass es einen Paradigmenwechsel gibt. Glaubenssätze werden hinterfragt, Machtstrukturen, die Logiken von Systemen brechen auf oder verändern sich. Und das ist quasi der revolutionäre Teil an dem Digitalen. And what das gemacht hat, ist, dass Unternehmen unter riesigem Wettbewerbsdruck stehen und deswegen ist Innovation notwendig. Und so haben wir auch noch unsere Brücke geschlagen zum letzten Podcast. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht.

SPEAKER_01

Yes.

SPEAKER_04

Und wir hören uns nächste Woche wieder.

SPEAKER_01

Ja, vielen Dank. Und ich fand's ein cooler Diskurs. Ja. Danke. Dann auf bald. Tschüss.