Corporate Therapy
Noch ein Business Podcast! Juhu! Wer braucht denn sowas?
Corporate Therapy ist ein kritischer Management Podcast – und der Name ist Programm: Wir legen darin „die Corporate” und gelegentlich auch uns selbst auf die sprichwörtliche Couch. Gemeinsam versuchen wir, Probleme und Phänomene rund um Arbeit und Organisation besser zu verstehen und vielleicht ab und an auch eine Lösungsstrategie zu entwickeln – jedoch ohne Garantie auf Genesung!
Wir sind Human Nagafi, Mary-Jane Bolten und Patrick Breitenbach.
Neben den Beiträgen unserer großartigen Gäste aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft freuen wir uns auch sehr über Fragen, Kritik und Anregungen von euch. Dazu könnt ihr uns entweder per Mail oder LinkedIn schreiben oder euch direkt zu einem unserer Live-Podcasts einschalten und mitdiskutieren. Viel Spaß und gute Erholung.
Corporate Therapy
Episode #017 // Entrepreneurship – Romantik pur! Oder doch eher Horror?
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In Episode 17 fühlen wir dem Begriff „Entrepreneurship“ auf den Zahn. Tatsächlich fühlt es sich manchmal an wie eine Wurzelbehandlung. Wir ent-romantisieren Unternehmertum und lassen uns lautstark aus über den Hype, der eine unrealistische und hohle Fassade um den Begriff spannt. Letztlich ist Entrepreneurship nämlich hauptsächlich eins: Vertrieb.
Die Folge in einem Satz: Human geht wahrlich in Selbst-Therapie und erkennt, wie günstig es für große Unternehmen ist, dass sich junge Leute für wenig Geld in Startups verbrennen und dabei Innovation für die Großen entsteht, Kim ist überzeugt: Entrepreneurship ist zwar romantisiert, aber ohne Romantik-pur geht es auch gar nicht und Mary-Jane warnt euch hiermit: Explicit Content.
Links zu Dingen, die wir erwähnt haben:
Startup Anonymous – Zitate von desillusionierten Entrepreneuren
Tech Crunch Artikel zum Marginal-Dollar Problem
TedX Talk von Amitabh Thakur „Technology won’t save the world – citizens will”
Daniel H. Pink „To Sell is Human”
Unternehmertum. Hat irgendwann sich vorbereitet?
SPEAKER_00Hallo? Mal gegoogelt, was das Wort bedeutet, Entrepreneursum?
SPEAKER_02Das ist glaube ich ziemlich direkte Untersetzung zu Unternehmen, ne?
unknownVerdammt.
SPEAKER_01Wir können es ja auch Start-up nennen. Hau-up. Entrepreneurship. Big difference.
SPEAKER_02The activity of setting up a business or businesses and taking on financial risks in hope of profit.
SPEAKER_01In hope.
SPEAKER_02Herzlich willkommen zur Comfort Therapy. Ich sitze hier mit den zwei fantastischen Kollegen, Human und Kim.
SPEAKER_00Navend.
SPEAKER_02Und ich bin Mary Jane und wir sitzen immer noch virtuell zusammen. Allerdings trotzdem, glaube ich, alle in und um Frankfurt herum. Stimmt das? Ja.
SPEAKER_00Represent BN, Mother Effers.
SPEAKER_02Und wenn ich mich richtig erinnere, dann haben wir diesen Podcast mal gestartet mit der Tagline ein Berater, eine Soziologin und ein Entrepreneur laufen in eine Bar.
SPEAKER_01Du bist der Berater.
SPEAKER_02Ich glaube, das warst du. Nicht mehr. Wir könnten das jetzt ummünzen in ein Forscher und so weiter.
SPEAKER_01Auch ein sehr weit getriebener Begriff, um mich zu definieren.
SPEAKER_02Naja, aber letzten Endes bist auch du, Human, ein Entrepreneur oder Unternehmer. Und Kämen du natürlich auch. Und mittlerweile würde ich mich selbst auch als solche bezeichnen. Und dann dachten wir, machen wir doch einfach mal eine Folge darüber, nämlich über Entrepreneurship. Und wie immer starten wir einfach mit einer Frage, beziehungsweise der Frage nach einer Definition. Und dann würde ich einfach mal in den Raum schmeißen, was bedeutet das denn für euch, Entrepreneurship?
SPEAKER_01Du hast es ja gerade vorgelesen, bevor du die Einleitung gemacht hast, dass es irgendwas mit Handlung zu tun hat. Und Unternehmen und Profite. Was war das?
SPEAKER_02Also, Wikipedia sagt mir, jetzt habe ich es nicht mehr. Entrepreneur. Das ist die wirtschaftswissenschaftliche Teildisziplin, die sich mit dem Gründungsgeschehen oder der Gründung von Organisationen auseinandersetzt.
SPEAKER_01Also in meiner Vorlesung sage ich immer, Innovation besteht aus zwei Komponenten. Sie besteht einmal aus Kreativität, also dem Prozess, etwas, eine Idee zu finden, also etwas, oder wir bezeichnen, in der Vorlesung bezeichnen wir das als Value-Hypothese, also etwas zu erschaffen, was irgendjemand einen Mehrwert erschafft, aber als Konzept im Wesentlichen, also als Prototyp. Und die zweite Komponente ist das Unternehmerische, Entrepreneurship. Also Innovation ist halt nicht nur die Idee, der kreative Prozess, sondern die Vermarktung des Ganzen. Und ich erkläre das immer damit, dass ein Entrepreneur, also in der Vorlesung erkläre ich das immer damit, dass ein Entrepreneur eine Wette macht. Er sagt, ich glaube, dass diese Idee, dieses, was auch immer das ist, am Markt eine Resonanz finden wird. Und er wettet drauf, sendet sogenannte Resonanzmuster auf den Markt und bekommt dann im Grunde Rückkopplungsschleifen. Und er achtet auf diese Rückkopplungsschleifen und basierend auf diesen Schleifen, passt er, adaptiert er. Und so führt er dazu, dass im Grunde aus einer Idee etwas wird, was lebensfähig ist, viable ist. Und viable, lebensfähig bedeutet, es ist halt, es kann sich selbst halten, erzeugen, lebensfähig halten. Und das ist zumindest das, was ich den Studenten in der Vorlesung grundsätzlich immer erzähle.
SPEAKER_02Also quasi, das war jetzt aber die Definition für Innovation und ein Teil davon ist eben, dass an den Markt bringen. Und das wäre das Entrepreneurship. Habe ich das richtig verstanden? Genau.
SPEAKER_00Richtig.
SPEAKER_02Und ist das auch das, was du damit assoziierst?
SPEAKER_00Also, wenn du mich jetzt gefragt hättest, was ist Entrepreneurship, dann hätte ich mit zwei Worten geantwortet. Mein Leben. Nein. Ich glaube, es ist, du hast es ja schön gesagt von dem Wording her, Unternehmen. Also etwas zu unternehmen. Also Kreativität ist wichtig, Risikobereitschaft ist wichtig, aber das alles bringt nichts, wenn du in einem stillen Kamerain sitzt, dir was ganz Tolles überlegst und nichts machst. Und mittlerweile habe ich Entrepreneurship für mich auf einen einfachen Satz runtergedampft, nicht meckern, machen. Also diejenigen, die sich hinsetzen und darüber reden, sind keine Entrepreneure. Diejenigen, die darüber reden, sich hinsetzen und was machen, die würde ich dann auch tatsächlich als Entrepreneure bezeichnen. Und noch ein bisschen weiter früher hatte ich das habe ich mir so ein Mantra mal ausgesucht aus drei Worten. Mein Mantra war immer Accelerating Brave Creators, also die Beschleunigung von mutigen Machern. Und diese mutigen Macher sind, glaube ich, für mich die Entrepreneure. Also genau das, was letztendlich der Human gesagt hat, eine Chance zu erkennen, kreativ zu sein, etwas eine Möglichkeit zu sehen, aber dann eben auch so mutig zu sein und die ganze Sache umzusetzen. Also rein von der definitorischen Seite, ja.
SPEAKER_02Aber was bedeutet dann dieses Machen konkret? Also für mich gibt es immer noch diesen Unterschied zwischen Entrepreneur und zum Beispiel ist nicht jemand, der angestellt ist. Und ein Angestellter kann ja auch so viele Dinge machen, also muss ja auch niemand sein, der nur darüber redet. Wo ist denn da für dich die Abgrenzung?
SPEAKER_00Also ich glaube, dann müssen wir unterscheiden zwischen dem Entrepreneur und dem Entrepreneur-Mindset, wenn man es mal so nennen möchte. Das Entrepreneur-Mindset ist für mich so die Erkenntnis, dass da mehr ist als Command and Control. Irgendwie so dieses, ich kriege Befehle und muss machen, darf nicht hinterfragen, mecker aber heimlich die ganze Zeit drüber, weil es mir eigentlich alles auf den Sack geht. Und dann ist da diese Feinline, die man irgendwann überschreitet und sich denkt, hm, wie hörten wir das mal? Alles das, was nicht in meinem Arbeitsvertrag explizit verboten ist, darf ich eigentlich machen. Das ist das, wo ich sage, da fängt der das Entrepreneur-Mindset an. Wenn du einfach mal testest, wenn du einfach mal sagst, fuck it, ich probiere es jetzt einfach mal. Das muss nicht naiv probieren sein, sondern das darf auch gerne strategisch sein. Wie heißt das doch so schön? Ein Genie ohne einen Plan ist weniger wert als ein Vollidiot mit einem Plan, so nach dem Motto. Also das letztendlich geht es ja auch ein bisschen darum zu gucken, viable, also wie kriegt man sowas dann auch zum Leben? Also es reicht nicht nur, wenn man sagt, ich mache jetzt mal, aber hat keinen Plan. Also insofern ist es gerade im Corporate dieses Thema Entrepreneurship Mindset oder dieses unternehmerische Mindset eher was, wo man sagt, ich sehe eine Möglichkeit, meistens leider, wie ich mich selber nach vorne bringen kann, Thema Ego, Thema Karriere und Unternehme Dinge einfach, weil ich das Gefühl habe, also weil es mir nicht explizit verboten ist und weil ich mich dadurch selber bereichern kann. Und der Entrepreneurship oder der Entrepreneur, der das außerhalb eines Angestelltenverhältnisses macht, das ist der, meines Erachtens die klassische Definition der Unternehmer, die Mittelständler, die aus Familienbetrieben entstanden sind, die ist das jenes, die einfach gesagt haben, so, ach guck mal, hier ist eine Opportunität, mache ich jetzt mal. Und das ist ja immer dieser, ich weiß nicht, welcher der großen Zigarrenraucher es irgendwann mal während des Zweiten Weltkriegs gesagt hat, irgendwie, es gibt kein Glück, es gibt nur Gelegenheit, die auf Bereitschaft trifft. Also dieses, dieses, diesen, diese, diesen, diese eine Nuance, mehr zu machen als die anderen oder sich mehr zu trauen als die anderen. Und das mündet dann meines Erachtens immer in eine Unabhängigkeit von einer Firma, weil du da immer gewisse Restraints, wie heißt das? Dings, also Einschränkungen hast. Und wenn du ein Entrepreneur bist, dann willst du diese Einschränkung nicht haben. Dann hast du eine klare Vision, dann hast du eine klare Idee und willst das einfach machen, ohne dass dir jemand auf den Sack geht. So, hätte ich das jetzt formuliert.
SPEAKER_02Sehr schön.
SPEAKER_01Zehn Minuten Podcast.
SPEAKER_00Wie siehst denn du das, Mary?
SPEAKER_02Ja, eine wichtige Komponente ist, glaube ich, dass. Also deswegen für mich, ja, also das mit dem Mindset, das kann ich irgendwie, damit kann ich sehr gut leben. Ist aber, glaube ich, schon noch ein Unterschied, ob du für dich persönlich das Risiko trägst oder aber das Risiko ja einfach nicht trägst in der Hinsicht oder das Risiko sich quasi allein auf den nächsten Karriereschritt bezieht. Weil ich denke doch, also Entrepreneur oder Unternehmertum ist ja oder ein Unternehmer oder eine Unternehmerin ist jemand ja, der oder die gründet und selbst damit Risiko trägt durch diese Gründung. Also in der Regel wird da viel erstmal Zeit und Energie investiert, aber eben auch Geld und Kontakte und Reputation etc. Und das sind, glaube ich, alles Dinge, die man aufs Spiel setzt oder investiert, um eben eine Idee voranzutreiben in diesem Prozess. Und das ist was, was für mich eine Unternehmerin, ein Unternehmer total ausmacht, diese Bereitschaft, eigenes da reinfließen zu lassen in diese Idee und in die Umsetzung dieser Idee.
SPEAKER_00Was auch noch für mich ein Riesenthema ist, womit ich immer auch sehr hart struggle, wenn dann jemand sagt, ja, ich hab, also wenn ich dann sage, ja, ich hab mein eigenes Unternehmen jetzt irgendwie aufgebaut und so, ach, du bist selbstständig so. Nee, ich bin Unternehmer. Ja, ja, also du bist selbstständig. Nee, ich bin Unternehmer. Und ich glaube, das ist auch nochmal, es gibt viele Leute, die sagen, ich bin jetzt irgendwie, ich gründe jetzt und bin jetzt irgendwie mein eigener Herr und sowas. Ich glaube, Unternehmer zeichnen doch aus, dass sie Interesse daran haben, tatsächlich ein Unternehmen zu bauen. Also zu sagen, ich will Menschen anstellen, ich will etwas wachsen sehen, ich will damit etwas, etwas, wie soll man sagen, ja, wie ein eigenes Kind aufwachsen sehen. Immer weiter, immer besser, immer schöner, immer größer, immer mehr Impact, immer mehr Value. Ich glaube, das ist auch nochmal, und das ist halt, und dann, da beißt sich die Katze so ein bisschen wieder ins Schwanz, weil das kannst halt im, im, also das, was du gesagt hast, Mary gerade, plus dass man ein Unternehmen bauen will, damit beißt sich das halt in den Katze in den Schwanz im Thema Corporate Entrepreneurship. Also du trägst weder selbst das Risiko, noch bist du selbstbestimmt, noch baust du ein Unternehmen, sondern es ist alles in einer gewissen vorgegebenen Form. Also es ist dieses wirklich, wirklich, nee, es ist nur einmal wirklich. Also du machst vielleicht was, was du cool findest, aber du machst es immer in einem Umfeld, wo nie wirklich das rauskommen kann, was du unter den, wie soll man sagen, den eigenständigen Unternehmertum, Unternehmer, ja, was du als eigenständige Unternehmer machen würdest.
SPEAKER_02Okay, also ich würde auch sagen, okay, da ist vielleicht ein gewisser, geringeres persönliches Risiko. Nichtsdestotrotz, glaube ich, ist es schon eine unternehmerische Handlung oder eine Handlung im unternehmerischen Sinne, wenn man das auch in einer Firma macht, da kann man ja auch sehr viel Neues aufbauen. Kommt natürlich darauf an, in welchem Rahmen man das machen kann. Aber Intrapreneurship ist ja auch ein Ding. Aber vielleicht ist das eine ganz gute Frage an euch zwei, ihr beide selbst Unternehmen gegründet habt von Stunde null an. Human, was hat dich denn dazu getrieben, dein eigenes Unternehmen zu gründen? Und das eben nicht in dem Rahmen zu machen, in dem du vorher schon warst.
SPEAKER_01Fange ich ja am besten an. Also ich glaube so ein bisschen grundsätzlich, was es ist. Das können wir ja relativ schnell, aber wahrscheinlich relativ schnell abgehakt. Ich sage, wahrscheinlich so ein bisschen, und ich wäre heute mal vielleicht nicht so Hoch-Theorie-Podcast, sondern ich habe eine Opinion. Und meine Opinion ist, auf was du gerade berichtet hast, Kim, das ist Romantik. Also es hört sich immer so toll an. Und ich glaube, das sind auch so die Dinger, ich meine, ich komme ja auch aus einem corporate context, wo wenn überhaupt entrepreneurship or whatever man es definieren könnte, nicht gesehen hätte. Und man hat diese verblendete romantische Vorstellung, dass irgendwas so ist, wie es ist, aber ich glaube, die Realität von unternehmerischer Handlung ist anders als das, was sich alle vorstellen. Also, ist mal ganz ehrlich, also Entrepreneurship ist Vertrieb. Ist ja nichts anderes als Vertrieb. Ist mal ganz ehrlich. Also, da soll es mir einer kommen und mit Vision, Mission und whatever, Purpose, ist doch einfach nur, kannst du das, was du machst, so die Komplexität reduzieren, dass so viele Menschen das einfach verstehen, dass sie mit dir ein Geschäft machen. Das ist Entrepreneurship.
SPEAKER_02Okay, also jetzt sind wir quasi schon mittendrin in den Lessons learned.
SPEAKER_01Soll man ein Entrepreneur werden? Mein erster Slide war, was ist es? Was ist der Vollreich entrepreneurship? Could you please do more sales? That's fucking entrepreneurship. And by the way, this is by jedem so. Du kannst ein Million-Dollar-valued startup sein. Das, was the VC dich tracken, is Revenue Growth or Customer Growth. Also das Einzige, was du tust, ist den Scheiß Laden zu treiben, dass er fucking revenue macht. Und das gilt aber auch, wenn du einen Dreimann-Laden bist. Und zumindest würde ich behaupten, dass diese, und wie gesagt, es mag sein, es wird wahrscheinlich ganz viele Gegenbeispiele sein. Und vielleicht bin ich ein gutes Beispiel von schlechtem Entrepreneurship. Aber wenn du, wenn du zu sehr auf deiner Vision und Ideale und whatever bestehst, dann wirst du versagen. Vielleicht nicht. Und wahrscheinlich auch, also natürlich gibt es Situationen, wo das der eine nicht getan hat. Der Gary Vee, der drei Jahre sein Video hat, ja, natürlich gibt es sie. Bei sieben Milliarden Menschen gibt es ja auch Zufall. Und dann wird einer erfolgreich sein. Aber ich glaube, und dann passiert ja das, was passiert ist. Wir gucken uns halt diese erfolgreichen Leute und sagen, wenn der das geschafft hast, das schaffe ich doch auch. Wenn ich nur diese 77 Schritte befolge. Und ich glaube, Entrepreneurship heute, also ich glaube, es gab eine Zeit, da war Entrepreneur und Unternehmertum ganz, ganz klassisch. Also, wenn man eine Fabrik braucht, braucht man Kapital. Da braucht man jemanden, der, da gibt es den Dude, der sagt, ey, ich kaufe die Maschinen, ich sehe, da ist ein Bedarf. Das war weniger Romantik, als dass es halt, okay, da ist eine Geschäftsopportunität und das ist halt sicherer und whatever, und dann sterben auch die Unternehmen irgendwann. Mein Schwiegervater hat selber einen kleinen Betrieb und der wird halt verkauft. Es ist ein Handel, das ist ein Handelsunternehmen. Aber nichtsdestotrotz, und weißt du, ich zähle mich da mal auch mal als jungen, naiven Burschen irgendwann mal, der da hinguckt und sagt, oh, Silicon Valley Startups, wie cool das ist. Und ich sage euch ganz ehrlich, ich war eine Weile in den USA, habe dort mit Venture Capital-Unternehmen und kleinen Startups zusammengearbeitet. Wenn ich mich mit den Leuten dort, und ich bin auch mit einigen mit denen sehr gut verbunden, die hassen das. Also ich würde mal jedem empfehlen, www. Startup Anonymous und sich mal die Geschichten von den Leuten durchzulesen. Und ich glaube, diese romantische Seite des Entrepreneurships, das wird einfach mal weggelassen.
SPEAKER_02Ich glaube aber, das ist ja eine Seite, wo Leute ihre Erfahrungen teilen, quasi anonym, die sie haben als Gründer.
SPEAKER_01Auf seiner sehr frustrierten Art und Weise. Und ich glaube, das vergessen wir. Und dann erzählen wir halt diese romantischen Stories. Und by the way, also this is jetzt keine Theorie oder es ist jetzt keine validated Data dahinter. Aber sagen wir mal, enge Freunde von mir, die in den USA in dem Kontext von Tech-Startup unterwegs sind, sagen zu mir auch: Silicon Valley hat das super gemacht. Also es ist im Grunde so eine Art: es gibt diese romantische Story und ein Haufen junger Leute schmeißen sich in diese Journey rein. Die sind hochskillt, super smart, verdienen shit, also verdienen nichts und alle träumen davon, der nächste Elon Muster zu werden oder der nächste Steve Jobs. Und das ist halt der Teil, den wir halt vergessen. Die Mehrheit von denen scheitert auch.
SPEAKER_02Über diese Romantisierung haben wir auch schon mal gesprochen. Intern, das ist so ein lustiges Phänomen, dass früher war es irgendwie der Finance-Bereich, das war so Investmentbanker sollte man werden und dann, das ist der High-Prestige-Job und da rennen quasi alle hin. Und dann irgendwann war es mal Berater oder die beiden waren ein bisschen deckungsgleich. Und jetzt ist das so Startup-Welt, Gründer werden ist quasi, der neue, super coole Beruf.
SPEAKER_01Ja, und Startup ist auch sozusagen der Heilsbringer für jeden Shit auf der Welt. Sie werden Welthunger retten und Energieprobleme lösen und irgendwelchen Cheeseburger, der null Kalorien hat erfinden. Das wäre doch der. Und da bin ich halt, das ist ja der Hammer. Und weißt du, ich, und wie gesagt, heute ist wahrscheinlich von meiner Seite her so eine Art Ich Bash-Podcast. Voll gut. Das ist nicht geil. Weil ich da echt, ich bin da echt frustriert, so, weißt du? Und dann, ich hatte letztens mit ein paar Freunden so, ey, Junge, soll ich ein Startup bin? Ich so, nein, mach's nicht. Ganz ehrlich, und das ist halt vielleicht auch so ein bisschen so, ey, ganz ehrlich, es gibt Leute, junge Leute, die haben, die sind richtig gut und die können Sache gut und, keine Ahnung, ne, wir kennen ja selber, Jonas, ist jemand, der ich ganz gut kenne, der ist Fotograf. Der ist ein super Fotograf, ist selbstständig, der macht das super. So, und aber heute würden wir sofort sowas nehmen und sagen, du musst ein Startup draus machen und was weiß ich was. Und packt noch Blockchain und AI dahinter. Und ich glaube, dieser Hype, das wird dem nicht gerecht. Und ich glaube, ein Haufen Leute stützen sich rein in diesen Shit und das ist halt beschissen, weißt du, das ist halt, und jetzt komme ich ja, warum er das beschissen ist und was vielleicht, was mich in Deutschland, insbesondere in Deutschland richtig krass nervt, ist, wir leben alle diesen Start-up-Mythos, aber ganz ehrlich, dann sagst du dir, ich will es richtig machen, ich glaube dran und so und so und will Vertrieb sauber machen, ich will, dass die Leute das verstehen, dann glauben. Und du bekommst so viel auf die Fresse, keine Ahnung, klar, jetzt wird es auf jeden Fall so ein Ich heule jetzt einfach mal rum.
SPEAKER_02Aber ganz ehrlich mal wieder, ne?
SPEAKER_01I don't care. Also ist mir scheißegal. Weißt du, dann sagen die einem, ja, und Brave und Cheeseburger, und dann sagen sie das, also wie toll die das alles finden. Und weißt du, und dann baust du das auf und willst du das gut machen und dann merkst du, scheiße, so die alle, die das so toll finden, aber wenn du dann mit ihnen irgendwas machen willst, heisst es so, kannst du erstmal eineinhalb Jahre mit uns reden, bevor wir mit dir überhaupt irgendwas machen, dass du kostenlos bei uns was startest. Dann denkst du dir so, Leute, ihr wisst schon, dass wir ein scheiß Startup sind und wir haben nur so und so viel Runway. Ihr wisst das doch, weil ihr das doch alle auf diesen scheiß Events feiert, wo ihr hingeht und Startups zelebriert. Aber und by the way, das stimmt nicht nur für uns, das stimmt nicht nur für ein Beratungsunternehmen oder Forschungsunternehmen, das stimmt auch für die ganzen Tech-Unternehmen, die ich kenne. Ich kenne richtig coole Startup. Die wachsen jetzt auch. Und das ist doch alles cool. Aber als die ganz am Anfang waren und die waren nur vier Leute, die hatten eine coole Idee, aber meinst du, irgendein Konzern, die sind im B2B-Kontext, meinst du, irgendein Konzern würde sich hinsetzen mit dir und sagen, ihr seid mutig, wir glauben daran, nee, die gucken die alle an, das können wir doch alles selber. Ja, pff. Ja, ihr könnt, ja, aber ob ja, ihr versteht das. Und dann denkt ihr so, fuck you guys, so weißt du, ihr feiert den ganzen Shit und auf der anderen Seite stellt euch da hin und dann seid doch mal die andere Seite und glaubt doch mal dran, aber nee, die spielen alle ihren Scheiß. Und das ist halt einfach dumm. Und dann wundern die sich alle, und das ist das, was mich wahrscheinlich am allermeisten erweckt. Und dann ärgern die sich halt über diese Cold Sales-Dinger, wo sie kalt angesprochen werden und über so Massendinger. Ja, wisst ihr was? Der Scheiß funktioniert leider. Dann kommt die fucking, also wenn du nicht eine Million Leute ansprichst, dann kriegst du ja auch keinen Vertrieb. Und das ist halt das, was mich richtig nervt. Das ist das, was die Leute, wenn wir, also die ganzen jungen Leute, die denken, Startup ist es, sich hinzufügen. Setzen, innovativ zu sein und coole Sachen zu machen, um eine richtig gute Idee zu verfolgen. Ganz ehrlich, ist nicht so. Ihr müsst euch hinsetzen und euch überlegen, wie kriegt ihr eine komplizierte Sache so verkauft, dass auch die dümmsten Menschen das kaufen. Oh, ich merke, da ist sehr viel Groll gerade. Drei Jahre werden gerade ausgesprochen. Gib dir doch mal ein bisschen, Kim, gib mal differenzierte Romantik.
SPEAKER_00Ich gebe dir ein absolutes Gegenfeuer, weil ich glaube, du musst Romantiker sein, damit du Unternehmer und Entrepreneur und Startup-Gründer bist. Weil wenn du es nicht bist, dann machst du. Nicht zu vergessen, du wirst wahrscheinlich scheitern. Ja, natürlich wirst du scheitern, aber das ist ja genau der Punkt. Du wirst auf dem Weg definitiv scheitern und zwar heftigst. Also jemand, der sagt, bei mir ist alles glatt gelaufen, von dem ersten Cent bis zur Milliarde, der lügt. Die Storys erzählen wir dort.
SPEAKER_02Ich würde gerne mal jemanden kennenlernen, der tatsächlich eine Milliarde gemacht hat mit seiner Story.
SPEAKER_00Wir müssen die Winkelwurst-Zwillinge fragen, aber die haben es nur mit Bitcoin gemacht, die Schweinewande. Lange Rede, kurzer Sinn. Also, das ist ja das, was ich, was ich, wenn ich Vorträge hatte zum Thema The Entrepreneurship Journey, dann gibt es immer die drei Findings, wollen wir immer irgendwie haben. Das erste Finding ist, ähm, und das korrespondiert sehr gut mit dem, was du sagst, du musst Geschichten erzählen können als Unternehmer, ansonsten hast du von vornherein verloren. Wenn du ein Theoretiker bist, der dir zehn Stunden lang versucht zu erklären, was er macht, bist du am Arsch. Per Definition. Entweder findest du Leute, die das für dich können, oder du bist am Arsch. Das zweite ist, du brauchst ein verdammt starkes Y, eine verdammt starke intrinsische Motivation, warum du den Shit machst, weil du kriegst auf die Fresse. 100 Prozent.
SPEAKER_01Kim, jetzt mal ganz ehrlich.
SPEAKER_00Und das dritte ist, warte mal, warte mal, das dritte ist, du brauchst ein verdammt starkes Support-System um dich rum, bestehend aus Familien, Freunden, Unterstützern, was auch immer. Und wenn du das, wenn du eine von diesen drei Sachen nicht hast, kannst du es direkt knicken. Direkt.
SPEAKER_01Also das erste wäre, du kannst alle drei haben und du wirst wahrscheinlich scheitern.
SPEAKER_00Nein, nein, nein.
SPEAKER_01Du wirst dann nur sanfter scheitern.
SPEAKER_00Hallo, ich bin zweimal schon, also ich habe drei Sachen gegründet und einmal voll verkackt und einmal klein verkackt und jetzt beim dritten Mal so halb verkackt, beziehungsweise läuft es ganz okay. Also das kommt aber nicht darauf an, dass man das. Also das, und das ist, glaube ich, das, was ich mit Romantik meine. Es kommt nicht darauf an, dass man sich hinstellt und sagt, shit, ich bin jetzt nicht kein Milliardär geworden, ich bin gescheitert, sondern ich meine, aufgrund von Corona und Co. Das ist auch kein Geheimnis. Ich werde noch gucken, es ist jetzt 2. Juni, ich muss es noch ein bisschen offizieller verkünden. Aber auch ich bin jetzt nicht gerade aktiver Teil meines Startups, das ich mitgegründet habe. Trotzdem kann ich sagen, dass das ein hundertprozentiger Erfolg für mich ist, weil ich Erfolg darüber definiere, ein Unternehmen aufzubauen, wo Leute unfassbar gerne arbeiten, sich nicht kaputt machen, gut von leben können und wir alle miteinander strugglen. Und das ist Romantik pur. Ansonsten funktioniert das nicht. Alles andere ist für mich auch kein Startup. Alles andere ist für mich kalkuliertes Risiko, mit Geld unterfüttert, das auf einen Markt trifft, der gut analysiert ist, mit einem Produkt, das gut platziert ist, um das zu exploiten. Also es gibt all, also gerade deutsche Startups gibt wenige, wirklich, wirklich wenige, wo ich sage, das sind für mich echte Startups im Sinne dessen, dass sie innovative Dinge vorantreiben, die einen gesellschaftlichen Impact haben. Der Adeo Ressi, der das Founder-Institut gegründet hat, der weltweit größte virtuelle Startup-Accelerator, solche Sachen wie Udemy sind daraus entstanden, der hat eine Deutschland-Tour gemacht, als es darum ging, hier in Frankfurt ein Chapter aufzumachen. Der hat sich hingesetzt, vor 50 Leute, die Bock hatten, dabei zu sein, die wollten den halt alle sehen, und er hat gesagt, Guys, if your startup doesn't have a positive impact on the world, get the fuck out of here. Also, der hat literally gesagt, wenn ihr kein Startup habt, was die Welt positiv verändert, die Menschheit, die Werte, die Gesellschaft, all das, dann verpisst euch. Weil von denen haben wir weitaus genug da draußen. Und das ist das, was mich ankiekst. Und das ist aber auch das, was, ich glaube, zu deiner Frustration führt. Da draußen sind halt ultra viele Leute und mich würde interessieren, diejenigen, die sagen, ich will unbedingt ein Startup-Gründen, denen müsste man eigentlich genau diesen 100 Punkte-Fragebogen hinlegen und sagen, dir ist klar, dass du auch mal beim Arbeitsamt landen kannst und Hartz IV bekommst. Ja, okay. Und Knecke, Brot und Wasser. Und bei deiner Mutti wieder einziehen musst. Und und und und und und und und und und. Wenn sie es trotzdem wollen, dann ist das für mich ein Entrepreneur.
SPEAKER_01Ich habe kein Problem zu sagen, man geht das ein. Ich hab's ja auch gemacht und wir machen das jetzt auch schon drei Jahre, ne? Dreieinhalb fast. Und es ist okay. Aber, weißt du, was mir einfach unglaublich auf die Nerven geht, ist dieser fucking Hype, dieses auf dem Podest stellen. Also, guck mal, letztens gab es Start, hier in Deutschland gab es Startup Awards Ceremony. What the fuck? Was warum? Haben die keine Ahnung, was das ist? Hier hast du ein Award, weil du ein tolles What the fuck, Alter?
SPEAKER_02Naja, also.
SPEAKER_01Warum gibt es sowas überhaupt? Warum müssen wir Preceed-Dinger awarden? Das ist doch kompletter Bullshit. Das ist dieses auf dem Put. Weißt du, wir machen jetzt.
SPEAKER_02Also Humann, da bin ich jetzt aber auch ein bisschen verwirrt. Ich finde das nicht überhaupt kein bisschen schlimm, dass Ideen ausgezeichnet werden. Das ist doch auch, also ich meine, nur dadurch, dass es doch viele Ideen gibt, klar, scheitern die meisten davon. Aber trotzdem muss es doch weiterhin Ideen geben und Leute geben, die diese Ideen vorantreiben, wenn wir jetzt sagen würden, dass das so scheiße ist. Das ist doch nicht mein Problem.
SPEAKER_01Sorry, sorry, sorry, sorry, sorry. Das ist doch nicht mein Problem. Mein Problem ist nicht, dass Leute Ideen haben und mir ist scheißegal, ob sie einen Impact auf der Welt haben oder nicht. Wenn jemand eine Idee hat und sagt, ey, ich löse ein kleines Problem damit, ist auch für mich fein, wenn es funktioniert und es ist alles okay. Mir geht es darum, der Hype, der drumherum erstellt wird. Mir geht es darum, dass wir den Leuten eine Story erzählen, die nicht Realität ist. Die im Grunde einfach nur so, ne, wir erzählen denen von irgendwelchen romantischen Dingern. Und wie gesagt, für mich ist Silic Man ein super Beispiel, wenn ich mir, ey, wenn ich mir angucke, was aus Leuten geworden ist, die sich auf diese romantische Story, die ihnen irgendwelche, keine Ahnung, also in dem Fall halt Silic Maladin erzählt hat, was für Freundschaften sie verloren haben, was für Entscheidungen sie getroffen haben, wer sie heute sind. Die Hälfte von denen hat drei Burnouts.
SPEAKER_00Ja, aber die Frage ist doch, warum machen sie das?
SPEAKER_01Und das ist der Teil, den man weglässt.
SPEAKER_00Das ist doch einmal der Punkt. Keiner fragt die Leute, warum willst du Entrepreneur werden? Oder beziehungsweise wenn sie gefragt werden, dann sagen sie es ja, weil es halt schnell viel Kohle bedeuten kann und weil ich halt schnell irgendwie den nächsten Kellersprung machen will. Aber da sind wir doch wieder beim Thema mentale Modelle und extrinsische Motivation. Das ist doch der komplett falsche Anreiz. Das ist, als würdest du zum Junkie gehen und sagen, warum würdest du gerne clean werden? Naja, damit ich mehr Geld habe, mir andere Drogen zu kaufen. Das macht überhaupt gar keinen Sinn. Das ist, wenn du Entrepreneur werden willst, dann willst du das nicht, was es da draußen gibt. Das, was sie bekommen, ist das, was es da draußen gibt, in hundertmal schlimmer mit der Hoffnungskarotte, dass sie ein exponentielles Wachstum von what the fuck haben? Also Geld oder Erfahrung oder. Das ist doch die Herausforderung. Es ist doch nicht die Herausforderung, dass Leute Bock haben, sich zu knechten für Entrepreneurship. Frag mal meine Frau, wenn du sie wahrscheinlich darauf ansprichst, Kim Startup, nur die zwei Wörter in einem Satz wird sie denen den Arsch vertikal aufreißen, weil sie keinen Bock mehr hat, den Scheiß zu hören, weil es einfach Leid bedeutet. Aber das bedeutet Leid nicht, weil man schnell reich werden will, sondern weil man eine Idee davon hat, dass man was bewegen kann. Und das ist für mich Entrepreneurship. Unternehmen. Irgendwas Unternehmen und nicht nehmen.
SPEAKER_01Die Realität ist doch Vertrieb. Die Realität ist doch, Entrepreneurship ist nichts anderes als Vertrieb und eine Vertriebsorganisation aufbauen.
SPEAKER_02Ja, also ich glaube, was man, worüber man sich bewusst sein muss, ist, dass ein Startup nicht von eben nur dem guten Willen lebt, sondern dass es sich irgendwie auch finanzieren muss. Und das gilt wahrscheinlich sogar für alle Startups, nicht mal nur im, nicht mal nur die, die nur was verkaufen. Ich denke jetzt gerade an eine Non-Profit, die muss eben dann Spenden reinholen oder sonst irgendwas ist auch vertrieb. Darüber muss man sich auf jeden Fall bewusst sein, dass, weil ich glaube, eine Sache, die viele Startups machen und die auch so ein bisschen, Humann, ich glaube, auf diese Romantik abzählt, die du da beschrieben hast, ist, dass sie wahnsinnig viele Leute motiviert da mitmachen zu wollen, weil das eine Alternative zum derzeitig vorherrschenden Arbeitsumfeld ist quasi. Das heißt, das hört sich so an, als wäre das super cool und spaßig, weil man da eben mit irgendwie jungen Leuten zusammen ist, kreativ sein kann und so weiter. Man muss sich allerdings schon bewusst sein, vor allem dann eben nicht als Mitarbeiter, sondern als Gründer, Gründerin oder Verantwortungsperson in diesem Konstrukt, dass man diese Leute ja alle versorgen muss mit irgendwas und dafür braucht man eben tatsächlich irgendwelchen Umsatz oder irgendwelche Ressourcen, die müsste man ranschaffen.
SPEAKER_00Und das Ding ist doch auch, das Ding ist doch auch, wenn Startups scheitern, warum scheitern sie? Viele sagen Timing. Wenn ich Timing höre, höre ich Unflexibilität. Wenn du schlaue Leute in einem Raum hast, die Bock haben, was zu reißen, ich sehe es jetzt gerade, bestes Beispiel ist unser Startup gerade, wir haben etwas, was in der jetzigen Zeit gerade nicht gekauft wird. Das Produkt, was wir gerade haben, wird zurzeit nicht gekauft. Wir haben Leute, die sagen, wenn die Zeit nicht wäre, würden wir es kaufen. Also was haben wir jetzt für eine Alternative? Wir setzen uns hin und sagen, dann sind wir jetzt pleite, weil keiner will was kaufen. Oder wir gehen hin und sagen, wir sammeln jetzt irgendwo Geld ein, bis die Leute wieder kaufen wollen. Also wetten wir, können wir auch ins Casino gehen. Was sollten wir anstattdessen tun? Wir sollten uns perfekt nochmal angucken, was die Begebenheiten im Markt sind und uns dessen anpassen. Und die meisten, die ich kenne, machen, oder die meisten, die sagen, ja, ich habe mal ein Start-up gegründet und die versteifen sich auf eine Idee und das ist keine Romantik, das ist pure Ego-Onanie, die die betreiben. Die gehen hin und sagen, ich habe die geilste Idee. Und die execute ich jetzt im WHU-App-Style, was auch immer. Und das ist Entrepreneurship und ich zeige der Welt, dass ich richtig geil ein Unternehmen aufbauen kann. Dann werde ich entweder das nächste Unternehmen genauso bauen mit einer Exploit-Idee. Oder ich gehe zu irgendeiner großen Beratung, whatsoever, oder zu einem Inkubator, lass mich zum Head of Schnitzelbrötchen machen, keine Ahnung. Aber es ist doch einfach das Motivationssystem, was vorgegaukelt wird, ist das Falsche. Nicht? Und das ist so, keine Ahnung, wie Versicherungsvertriebler. Mein Vater hat das früher gesagt. Versicherungsvertriebler sind nicht alle Kacke. Aber die, die Kacke sind, werden halt nach vorne gestellt und als schwarze Schafe angeprangert und deswegen ist die ganze Branche scheiße. Genauso ist es mit dem Thema Entrepreneurship. Du beschwerst dich über die, die vorne stehen und die Kacke sind. Also, ich bin jetzt mal ganz hart, also nicht umsonst gibt es den schwarzen Lord, der in der Startup-Szene genannt wird. Nicht umsonst gibt es die Raketenbrüder, die sehr, sehr verschrien sind. Weil sie einfach genau mit dieser Romantik, mit dieser Naivität, mit diesem, ja, mit diesen offenen Herzen, so Blödsinn anhören, damit spielen die. Das ist pures Kalkül. Und diejenigen, die in der jetzigen Zeit eben Gewinne machen, die Kapital haben, die haben auch die Macht, genau das eben auszunutzen. Und es gibt da draußen sehr viele gute Entrepreneure. Die stehen aber nicht auf der Bühne. Und das ist das Problem. Das ist das Problem.
SPEAKER_01Die stehen nicht auf der Bühne.
SPEAKER_00Die auf der Bühne stehen, sind meistens diejenigen.
SPEAKER_01Und da trifft so für mich den Kern. Die stehen nicht auf der Bühne. Ich kenne auch Leute, das sind Unternehmer. Und die machen das. Keine Ahnung, also von denen kannst du viel mehr lernen, als von diesen Dudes, die irgendwelche Bücher schreiben oder auf den Bühnen stehen. Ich weiß gar nicht, wie du meinst. Und das ist halt das, was mich ärgert, deswegen mein kurzer Brand gegenüber irgendwelchen Awards. Das ist kompletter Push. Also wir gucken uns irgendwo. Das sind Startups. Die sind doch, also was soll dieser Award sein? Die sind doch noch nirgendwo. Warum awarden wir das? Was wollen wir denn? Also das Einzige, was wir tun können, ey, guck mal, dieses Startup wurde gerade für 10 Milliarden, hatte ein Exit, lass ihm mal ein Award geben. Toller Exit. Und den M ⁇ A-Beratern geben wir auch noch ein Award. Für einen tollen M ⁇ A-Beratung. Der VC, der kriege ich auch noch einen Schulter klappen. Gutes Gespür. That's it. Also Merkel, und meinst du, die interessiert dir der scheiß Award? Und das ist halt, dass mich, weißt du, das Problem bei dieser gesamten, insbesondere, ach fuck it. Die zwei Länder, die ich kenne, wo Startups USA und Deutschland ist, es ist so eine Art Elite-Bubble geworden. So Du triffst dich mit denen, setzt dich in einem Raum und alle labern irgendeinen Scheiß und du denkst dir nur so, oh mein Gott, Leute, wo lebt ihr eigentlich in welcher Bundesland?
SPEAKER_00Habt ihr The Founder geguckt, die Story von McDonalds?
SPEAKER_01Nein. Ja, klar, hab ich geguckt. Sehr, sehr, sehr. Das ist Unternehmenswert.
SPEAKER_00Das ist genau das. Das sind zwei Crazy Dudes, die das Küchensystem erfunden haben von McDonalds. Also den ultra-effizienten Burger-Shop, wo du für 15.
SPEAKER_01Ray Cock hat es vertrieben.
SPEAKER_00Und der Kollege hat es vertrieben und hat die beiden Jungs halt einfach, weil sie Herzensunternehmer sind. Sie wollten immer alles richtig machen, sie wollten die Leute gut behandeln, sie wollten, dass das alles. Wollten auch nicht skalieren. Nur inkrementell wachsen, immer Stückchen für Stückchen, organisch.
SPEAKER_01By the way, da kommen wir zu einem Ding, da kommen wir zu einem Kern. Warte, was war denn jetzt?
SPEAKER_00Die Brüder hießen McDonald und denen wurde im Endeffekt verboten, ihren eigenen Laden so zu nennen, weil er sie so beschissen hat, dass er McDonalds aufgemacht hat. Das heißt, er hat ihre hart geklaut, Geld eingesammelt, weil er halt die Immobilien, die Grundstücke gekauft hat, wo die McDonalds-Dinger drauf standen. Und es ist halt einfach scheißendreckreich geworden, hat es am Ende auch noch um einen Prozent an der Company beschissen, der jetzt irgendwie pro Jahr 500 Millionen Dollar wert wäre oder sowas. Das heißt, die haben eine Million Dollar dafür bekommen, dass sie den Namen abgeben und fuck you. Und ein Handshake irgendwie, dass sie noch einen Prozent an der Company bekommen. So sagt der Film. Lange Rede, kurzer Sinn. Da komme ich.
SPEAKER_01Ja, so ist die Redig.
SPEAKER_00Und das ist aber auch was, da sind wir dann wieder bei einem systemischen, ich war nach dem Motto, wenn man einmal die rote Pille genommen hat. Der liebe Amitab Takour, der lange Zeit M ⁇ L-Berat hat.
SPEAKER_01Drei Mal hast ihn ja schon in diesem Punkt.
SPEAKER_00Ja, ja, ja.
SPEAKER_02Wir sollten ihn mal einladen.
SPEAKER_00Ja, Amitab ist toll. Er ist ein, ich wollte schon sagen, Prophet ist er nicht. Er ist ein Prediger. Der hat zu mir gesagt, Kim, du bist doch, das habe ich auch schon tausendmal, glaube ich, erzählt in dem Podcast, aber der mir gesagt hat, du als junger Startup-Gründer, der die Welt verbessern will, blablabla, du bist doch eigentlich mal eine Bitch. Wie meinst du das denn jetzt? Naja, ganz im Ernst. Du willst mit dem Geld der alten Welt tatsächlich etwas schaffen, was eine neue Welt kreiert. Und du glaubst, dass die alte Welt das zulässt, du musst doch irre sein zu glauben, dass du mit jemandem, der sein Geld durch die Versklavung seiner Mitarbeiter gemacht hat, dass der Bock drauf hast, dass du eine Firma aufbaust, die seinen Mitarbeitern, die er jetzt gerade hat, ihm Geld machen, sagt, ey, guck mal, da ist eine viel geilere Firma, geht doch da hin. Der wäre doch völlig verrückt, wenn er diese Kultur fördern würde mit seinem Geld. Also das heißt, und da sind wir bei dem Elite Club, Boys Club, was auch immer, das heißt, diejenigen Startups, die im Moment gut finanziert sind, kommen genau aus dieser Welt, repräsentieren genau diese Welt, funktionieren wie diese Welt und sind deswegen erfolgreich. Und die Herausforderung ist halt einfach, dass das sehr, sehr marginal nur etwas mit Entrepreneurship zu tun hat.
SPEAKER_01Guck mal. Ich sag dir, was mein Problem bei der ganzen Sache ist. Wir feiern nur noch ein Problem. Die Synthese des Problems. Die Synthese dieses Problems ist, wir feiern etwas, was fake ist. Das ganze romantische Start-up, Tech-Startup-Ding. Das ist nicht die Realität. Heute alles muss skalieren. Du musst das sofort als Multimillion-Unternehmen denken und so weiter. Das macht das kaputt. Die Leute sollten auch einfach mal anfangen, Sachen zu machen, die gut sind und einfach funktionieren, ohne zu sagen, wie kriege ich jetzt sofort 10 Millionen Euro, um das jetzt als Riesenkonzern, bla bla bla.
SPEAKER_00Wir müssen den Habitat mal.
SPEAKER_01Die Unternehmer, die ich kennengelernt habe, die Unternehmer, die mich wirklich beeindrucken, wo ich sage, ey, das sind Unternehmer, die haben nicht diesen Shit gemacht mit dieses, ey, wir holen uns Venture Capital und. Nee, die haben was aufgebaut über Jahre. Und das zu beobachten, das zu verstehen, wie sie denken, wie sie agiert haben, welche Opfer sie gebracht haben, das ist die Realität. Und ich sage darauf haben die meisten Leute keinen Bock. Die meisten Leute haben einfach Bock auf dieses zwei, drei Jahre und dann Exit oder Scale und so weiter. Und dann das Ding so zu drehen. Aber das Ding ist, die Dinger werden ja alle nicht erfolgreich. Aber das feiern. Wir feiern das. Wir feiern diesen Fake, anstatt, und deswegen auch mit den Awards, wir packen die auf ein Podest, anstatt. Und die sind halt nicht spannend, die anderen Sachen, vielleicht für die meisten. Das ist halt keine drei Jahre, fünf Jahre Millionär-Story. Da haben Leute halt hart, hart, hart, hart, und vielleicht sind die auch gar nicht so krass, krass, krass, aber das sind Leute, die machen das jeden Tag. Und die haben das geschafft. Und das sind, und darauf muss man halt Bock haben. Und das ist dann auch okay, dafür Bock zu haben. Aber ich sag dir, das Problem ist, die meisten haben keinen Bock drauf, weil sonst wäre schon Entrepreneurship vor 20 Jahren ein Ding oder vor 10 Jahren, weil es war vor zehn Jahren genauso. Sie haben halt alle Bock auf diese Höhle der Löwen, Frank Thelen, ehrlich, dieser ganzer Shit, der geht mir so auf die Nerven, das stimmt doch alles gar nicht. Das ist leider alles so.
SPEAKER_00Als würdest du mich darauf hoffen, dich in der Disse zu verlieben. Das ist dieses laut wild.
SPEAKER_01Ja, in der Disse zu verlieben. Keine Ahnung, kenne ich ein Top-Model mit Namen, wie heißt diese eine, die eine Sendung hat? Heidi Klum. Heidi Klumm. Die eine. Genau die zu verlieben.
SPEAKER_02Ich finde das lustig, weil ich glaube, wir. Jetzt haben wir den Podcast natürlich eingeleitet mit Entrepreneurship und nicht mit Unternehmertum. Weil wahrscheinlich ist eben Entrepreneurship und Startup quasi genau dieses Emblem, dieses Hypes, was ihr beschreibt, weil Unternehmertum gab es ja schon immer. Das ist ja nichts Neues, dass Leute einfach nur Gründung. Aber was heißt, es war verpönt. Also ich glaube nicht, dass jemand gesagt hat, oh, du hast ein Unternehmen gegründet, was soll das denn?
SPEAKER_01Ne, aber es war eher so, bevor ich ein Unternehmen gründe, werde ich doch lieber Investment.
SPEAKER_02Nee, es war halt nicht die sichere Sache, aber alle waren sich dessen bewusst, dass es immer noch die sichere ist. Aber du wirst immer noch bei euch.
SPEAKER_00Du wirst immer noch bei euch.
SPEAKER_02Ich meine nur, ich glaube quasi, Unternehmertum hatte schon immer diesen Anklang mit, du musst das schon können und du musst da schon dahinter sein. Und das bedeutet sehr viel Arbeit und sehr viel Fleiß. Ich glaube nicht, also wenn ich an Unternehmertum denke in, ich sag mal, in den 80ern oder in den 70ern.
SPEAKER_01Stopp, stopp, stopp, stopp, stopp, stopp, ganz kurz. Du hast gerade was gesagt, womit ich auf keinen Fall zustimme.
SPEAKER_02Nehmen können.
SPEAKER_01Es hat nichts damit zu tun, sehr viel fleißig. Du kannst sehr viel Fleiß sein. Unternehmertum, Unternehmerisch sein ist eben das, was Kim vorhin gesagt hat, es ist viel mehr als fleißig sein. Fleißig kannst du eine Abteilung sein, wo du dann hingehst, was auch vollkommen in Ordnung ist. Unternehmertum ist Schmerzens. Ich stimme Unternehmen.
SPEAKER_02Ja, okay, ich verstehe deinen Punkt, das stimmt.
SPEAKER_01Und das ist halt noch viel, viel mehr. Und deswegen bin ich halt unglaublich vorsichtig, wenn ihr sagt, solch ein Startup sage ich, auf gar keinen Fall.
SPEAKER_02Ja, ich glaube nur, also was ich sagen wollte, war, dass es bei dem Wort Unternehmertum.
SPEAKER_01Bis du mich überzeugt hast.
SPEAKER_02Bei dem Wort Unternehmertum schwingt sehr viel mehr mit, wie viel Energie das kosten wird. Ob das jetzt aber. Du verkaufst etwas, was nicht da ist. Wie bitte?
SPEAKER_01Am Anfang verkaufst du etwas, was nicht existiert. Und das kostet.
SPEAKER_02Ja, außer du hast natürlich, du hast Ressourcen en masse und kannst das erstmal aufbauen, bis es existiert, aber wen, wer hat das schon? Das hat die meisten haben das nicht. Für alle, die zuhören. Human schüttelt seinen Kopf.
SPEAKER_00Eigentlich müssen wir das Ganze mit Video unterlegen. Es ist viel lustiger, wenn die Leute das Video noch sehen. Den nehmen sie gerade auf. Und ich habe meine Kappe nicht auf. Oh mein Gott, meine Haare, egal. Das ist super. Fuck you. Auf keinen Fall er lügt wie gedruckt und er trinkt Bier. Der Sack.
SPEAKER_02Ich wollte noch eine Sache hinzufügen, aber quasi, um die Lanze doch zu brechen für Unternehmertum und Entrepreneurship. Eine Sache, die eben doch möglich ist, ist, dass es ein Raum ist, Sachen auszuprobieren. Wohlwissend, dass die meisten scheitern werden, aber das ist ja, also auf einer Makrosicht gesehen, unbedingt notwendig, dass Leute Sachen versuchen, damit wir am Ende wissen, was davon funktioniert. Und auch für Leute, für einige Leute persönlich ist das wichtig, sich ausprobieren zu können. Und hier ist, glaube ich, noch ein richtiger Unterschied zu dem, was Kim vorher gesagt hat oder eine wichtige Unterscheidung, die Kim vorher gemacht hat, zwischen Selbstständigkeit und Unternehmertum. Da gibt es natürlich einen großen Unterschied in der Verantwortung, die man hat. Also, wenn mir jetzt vorher irgendwann mal Gary Vee gefallen, naja, das ist ja auch okay, wenn er drei Jahre lang daran arbeitet, wenn er drei Jahre lang das für sich aufbaut, quasi, und alleine, also wenn das Risiko nur auf ihn zurückfällt, sobald aber mehrere Leute im Spiel sind, wird das Ganze natürlich exponentiell schmerzhafter, weil man auch noch diese Schuldgefühle dazu hat, dass man andere Leute mit runterreißt, falls was schief geht. Das wollte ich auch nochmal angebracht haben.
SPEAKER_01Also vielleicht ganz kurz zu der Makro, natürlich. Also da gibt es, also ich würde die Makroebene niemals in Frage stellen.
SPEAKER_00Aber ganz kurz, wenn wir Leute müssen das ja machen, sonst passiert das. Aber ganz kurz, dann wann ist Entrepreneurship der Begriff entstanden?
SPEAKER_02Also erstmal, es ist halt einfach ein englischer Begriff oder ein französischer Begriff.
SPEAKER_00Also ich stehe. Wenn wir uns die Makroebene ziehen, wenn wir uns das ausprobieren ziehen, wenn wir all diese Themen mal zusammenbringen und sagen, dass Entrepreneure die Hure der Kapitalgeber sind, quasi. Wenn wir das versuchen, auf eine Kernessenz auf die Makroebene hochzuschrauben, dann sind wir doch wieder bei Forschern. Also jemand, der kein Capital Restraint hat, keine Kapitalbeschränkungen, der an etwas arbeitet, was die Welt verbessern kann, ist in meiner Definition ein Forscher. Und das passt auch gut zu dem.
SPEAKER_02Du hast ja auch Kapitalbeschränkungen.
SPEAKER_01Yay, langsam, langsam. Ich glaube, da müsste ich jetzt wieder die Theoriekeule ziehen. Also rein systemisch betrachtet hat unsere Gesellschaft viele unterschiedliche Systeme. Wir haben das Forschungssystem, Bildungssystem und da haben wir das Unternehmenssystem. Und ein Element ist beispielsweise sozusagen, das Forschungssystem macht Sachen, die nicht unternehmerisch sind, denn die fokussieren sich auf die Forschung. Das Unternehmenssystem nimmt Erkenntnisse aus der Forschung und vermarktet sie für den Konsumenten. Also das ist sozusagen das Grundsätzliche, wie das gedacht ist. Natürlich gibt es dann ganz, ganz viele Verschwemmungen. Verschwemmungen. Verschwemmungen.
SPEAKER_02Verschwommene Linien.
SPEAKER_01Genau, also das ist das eine. Das andere ist absolut, die Makrosicht habe ich auch gar kein Problem mit. Ich glaube auch, dass es richtig ist, was dort passiert. Und das war auch immer richtig, dass das passiert. Ich glaube, meine Herausforderung ist, und wo mein Frust entsteht, wenn ich dann halt so Leute sehe, die so sagen: so, ach, so hier die zehn Schritte zum Entrepreneurship oder hier in der Corporate Entrepreneurship, wie Startup zu sein. Also das ist das Beste. Ey, Alter, ich komme aus einer Corporate. Wenn mir Leute sagen, im Corporate, wie sag ich so, okay, also heißt es erstmal Scheiße fressen und nichts verdienen und hundertmal auf die Fresse fliegen und Leder gibt dir von der Seite einen rein. Ja, cool, Corporate Entrepreneurship. Nee, Corporate Entrepreneurship bedeutet einfach, in Turnschuhen ins Büro zu kommen, Post-its aufzuhängen und irgendwie cooler zu sein, weil man draußen landst anstatt in der Kantine. Irgendwie sowas. Das ist weit weg, weil ich glaube, und by the way, ich muss doch ehrlich sagen, guck mal, ich sag dir ganz ehrlich, ich bin jemand, der hat das gehypt und fand den Hype cool, bin rausgekommen und ich habe auch kein Problem damit, dass es so war, wie es ist. Ich glaube, das ist Teil der Reise. Und wir ziehen das jetzt über drei Jahre durch und das ist doch okay. Und man setzt sich damit auseinander und wie es ist und was es mit einem macht. Und ich meine, in unserem Fall ist es so eine besondere Situation. Und das ist ja auch alles gut und schön, aber ich glaube, was mir einfach fehlt, ist, dass das halt verkauft wird als was anderes. Und ich glaube, dieses Verkauft werden als was anderes, das ist halt ein Problem. Und ich glaube, das diskreditiert, und da bin ich, ja bin ich jetzt gleich ein bisschen pingelig, oder vielleicht bin ich einfach eine Heusose gerade. Das diskreditiert eine Menge Leute, die gerade sitzen, sich das machen und merken so, ey Leute, haltet doch einfach die Klappe und macht euren Shit. Und bitte, hört auf zu sagen, wie toll ihr Unternehmer findet, wenn ihr euch jedes Mal beschwert, dass man auf euch zukommt oder mit euch ein Business machen will oder ihr einem keine Chance gebt, aber gleichzeitig postet, wie toll das ist und agil und Cheeseburger.
SPEAKER_02Das ist doch, glaube ich, aber viel mehr so wie diese Management-Leadership-Sache. So, Leadership wird voll irgendwie gehypt und alle sind. Also Startup, das Startup-Hype, habe ich das Gefühl, ist viel mehr von der Mitarbeitersicht, von der, wir wollen, dass Leute sich gut fühlen und dass es motiviert sind und so weiter und so fort. Da sehr, ne, und dann quasi auch für die, die selber gründen wollen, auch, aber nicht gehypt im Sinne von, also und auch im Sinne von Marketing. Also wir arbeiten mit Startups zusammen, vielleicht aus einer Corporate-Sicht. Aber wow, super, die Startups bringen uns alle viel mehr Mehrwert als unsere eigene Lösung oder so. Das habe ich noch nie gehört. Dass jemand sagt, ohne Startups könnten wir nicht überleben als Corporate. Also ich glaube, das ist auch so ein bisschen eine Illusion.
SPEAKER_01Es ist viel zu wenig ernst genommen. Bevor du loslegst, Kim, ich möchte auch eine Sache reinbringen, das dürfen wir echt nicht unterschätzen. Ist wieder ein bisschen Theoriekram. Also ein Thema, woran wir ja arbeiten, ist die Fragestellung, ist Innovation zufällig? Das gilt auch für Startups. Also dass etwas Erfolgreiches, hat so viele unterliegende Strukturelemente, die so komplex sind, dass wir nicht sagen können, wer erfolgreich ist und wer nicht. Also wir können sagen, Innovation ist strukturell zufällig. Und das ist halt ganz interessant, das bedeutet ja, dass die Masse im Grunde ja nicht schafft. Aber was super interessant ist, wenn man sich zum Beispiel Statistiken anguckt, sowas wie große, börsenorientierte Unternehmen und sich bei einigen von denen in der speziellen Industrie, ich will jetzt nicht irgendwelchen nennen, aber in einer speziellen Industrie reinschaut und sieht, der organische Wachstum eines großen Konzerns ist, sagen wir mal, unter der Inflation. Das bedeutet rein theoretisch, dass das Großunternehmen stirbt. Also es Jahr für Jahr verliert. Es ist ein Wert. Weil die Inflation, deren Wert, die machen Gewinn, auf Papier sieht es nach Gewinn aus. Und das ist ja der organische Gewinn. Und diese Unternehmen, und das ist ja super spannend, wenn man sich anguckt, MA-Aktivitäten und so weiter, die halten sich am Leben, indem sie akquirieren. Das ist super interessant, wenn man sich das rein statistisch oder so stochastisch anschaut, sagst, du hast eine Riesenmasse, die versagt. Dann gibt es einige wenige, die überleben, und diese einigen wenigen werden dann von den kapitalintensiven Unternehmen noch gekauft. Damit ist es so, dass diese großen Unternehmen, die eigentlich sterben sind, weil wie gesagt, deren organischer Wachstum ist unter der Inflationsrate, sich künstlich am Leben erhalten, weil sie die Innovation am Markt aufkaufen. Ich meine, wenn du dieses ganze Konstrukt, wie das alles ineinandergreift, nimmst, sage ich ja am Ende, für die großen Unternehmen ist es ein super Ding, dass ein Haufen junger Leute für ein Witzgehalt losziehen, um Sachen zu machen, die sie selber gar nicht schaffen würden. Und also ich bin jetzt hier kein Aluhuträger und sage hier, Bill Gates ist dahinter. Aber das ist für mich ein Teil des Problems. Das ist so ein Haufen Kram, den ich sehen. Und ich finde, ganz ehrlich, Unternehmertum, warum muss alles scalen? Warum kann es nicht einfach ein Problem lösen? Und nicht direkt, weil das ist die zweite Sache und dann höre ich endlich auf zu Rena, kriegt ihr auch ein paar Wörter ab. Ich weiß nicht, Kim, vielleicht hast du da auch ein bisschen Erfahrung, aber wie viele Startups kennst du, die es geschafft haben, diesen Product Market Fit hinzubekommen? Und dann werden sie in der fucking Corporate. Dann die Leute, die dort drin sind, sagen, plötzlich Management und Strukturen und all der ganze ganze Zeug. Und dann sind sie, ganz ehrlich, ich habe Startups erlebt, da wäre ich lieber in der Corporate.
SPEAKER_00Ganz kurz.
SPEAKER_01Als unter diesem autokratischen System zu arbeiten, wo der Gründer irgendwann ein fucking Arschloch wird, weil er einfach gezwungen wird, sozusagen.
SPEAKER_00Das Ding ist. Ich stelle jetzt einfach eine wilde Behauptung auf. Jedes Unternehmen, das in Deutschland über 100 Millionen Euro wert ist, aus dem Startup-Bereich, lass es 50 Millionen sein. Ist schlimmer als jedes Corporate.
SPEAKER_02Warum?
SPEAKER_00Falsche Versprechung? Unerfahrenere Leader mit dem klassischen Command-and-Control-Ansatz, die dich als Mitarbeiter, potenzieller Mitarbeiter, idealistischen Mitarbeiter straight anlügen. Du wirst reingeholt unter einer Prämisse, die da heißt, wir sind ein cooles Startup, wir haben Nerfguns im Büro, bei uns gibt es Mate, so viel du willst, und Sushi Abends. Kicker. Kicker. Du kriegst aber in einer Großstadt wie Frankfurt 50k Gehalt im Jahr, musst mit deiner Familie relocaten aus der Ukraine, weil du halt ein begnadeter Entwickler bist. Und keiner von denen hat dir gesagt, dass 50.000 Euro mit zwei Kindern in Frankfurt. Einfach nicht gehen. Und dann haben die dich an den Eiern.
SPEAKER_01Es kommt auf an welcher Stadtteil.
SPEAKER_00Scheißegal, 50.000 Euro mit zwei Kindern, gut warnammäßig nied. Ja, ist klar. Kriegsheim geht schon.
SPEAKER_01Ich kenne jemanden, der wohnt.
SPEAKER_00In einem Haus mit Gärten.
SPEAKER_04What the fuck?
SPEAKER_00Ja, Mary. Reichsbühne.
SPEAKER_02Nimmst du hier nicht gerade auf, mein Kern auf mein Dach schräg ist.
SPEAKER_00Ja, lange kurzer Sinn. Es sind halt, also, ich starte hier mit einem Aufruf. Wenn irgendjemand, der diesen Podcast hört, ein Unternehmen kennt, was sustainable ist, sowohl sozial als auch monetär, bitte melden. Ich habe bisher noch keines getroffen, das in der Größenordnung mitspielt, was diesen Anspruch hat und das durchzieht. Ich kann mir über zum Beispiel Lizza, den Matthias Kramer, kann ich mir kein Urteil erlauben, die haben ein cooles Produkt, was gesund ist, was bladal, die jetzt gerade ein Exit gemacht haben, ich weiß nicht, wie groß der war, es war aber, glaube ich, einstelliger Millionenbetrag, was geiles. Ich kann mir zum Beispiel vorstellen, dass die sowas gemacht haben, deswegen sind sie keine zwei-, dreistelligen Millionenbeträge wert. Weil irgendwann einfach jemand kommt und sagt, fress dich jetzt, du Ficker. Und sie sind halt einfach nicht bereit, diesen Kampf zu kämpfen, den viele andere bereit sind zu kämpfen in ihrer Situation. Und eine Sache noch, die so ein bisschen für mich das Ganze für mich immer eine Zäsur drunter gezogen hat, die auch wiederum der Amitab mir gesagt hat, andersrum, der Amitab hat einen TEDx-Talk gehalten in Gießen, den kann man sich auch im Internet angucken, in diesem großen, bösen YouTube, und hat eine Sache gesagt, die ich auch gerade zum Thema Entrepreneurship sehr interessant fand. Er hat gesagt, wahre Innovation haben wir, sehen wir einfach sehr, sehr selten. Warum jede Innovation, die der Mensch in der nächsten Vergangenheit produziert hat, hat ein kleines Problem gelöst und gleichzeitig wieder neue Probleme gebracht. Warum ist das so? Weil man kapitalgetrieben ist. Das heißt, man ist auf Kurz- bis Mittelfristigkeit getrimmt. Es gibt niemanden, der sagt, wow, du willst ein scheiß Raumschiff bauen, was klimaneutral ist, womit man andere Planeten besiedeln kann und was weiß ich was, ich gebe dir jetzt 100 Milliarden, entwickel mal. Und vielleicht ist das möglich. Und es dauert vielleicht auch 20, 30 Jahre. Aber du hast kein Shareholder Value, es ist irgendwie, du hast keine Quartalzahlen und du hast kein EBDA und es ist alles nur, es ist halt eine wilde Idee. Das ist Entrepreneurship. Wilde Ideen.
SPEAKER_01Ganz kurz, zweite eine Sache dazu. Es gibt eine Institution, die macht das, das ist der sogenannte Staat, der könnte das. Der könnte. Hat das auch zum Frühstück?
SPEAKER_00Wenn er nicht von den Lobbyfickern durchwachsen wäre.
SPEAKER_01Ja, aber ich würde mal sagen, die NASA hatten Menschen auf den Mond gebracht, ohne Return on Invest, glaube ich zumindest. Müssen wir JFK fragen oder war danach Nixon. Aber das andere, was du beschrieben hast, und da würde ich jedem empfehlen, mal zu googeln, ist das sogenannte, insbesondere in Silicon Valley, ein Thema, das sogenannte Marginal Dollar Problem. Ich werde es mal sehr verkürzt darstellen, weil ich mich ja, ich habe mich bewusst auf diesen Podcast erinnert, nicht gar nicht vorbereitet, weil ich dachte, ich raste einfach eine Runde aus. Ich musste mal ein bisschen was rausgehen. Das ist dir gelungen. Ein wenig Dampf. Mal schauen, ob wir das veröffentlichen. Bitte, unbedingt. Wir haben schon zwei Wochen Pause gemacht. Aber Marginal Dollar Problem und Marginal Dollar Problem. Nein! Marginal Dollar Problem. Okay, für Kim machen wir heute echt ein One-Tech. Das machen wir immer. Marginal Dollar Problem ist im Wesentlichen der Prozess, dass wenn ein Investor reinkommt und Investoren managen ihre Portfoliounternehmen, also wie es ist insbesondere, ja, über KPIs. Und die dann im Grunde eine KPI definieren, wie zum Beispiel Revenue Growth. Und dann wird halt alles auf Revenue Growth gefittet. Und dann kannst du sein, dass du im Grunde einen Vertriebler hast, der macht, sagen wir einfach mal, 150.000 Revenue im Monat. Der müsste aber eigentlich, um auch die anderen und alle Kosten und bla bla bla zu decken, weil er kostet, Vertriebler sind ja auch teuer, müsste er eigentlich 300.000 Euro Revenue im Monat machen. Einfach ein Beispiel zahlenbeispiel. Du würdest ihn aber trotzdem behalten, weil er macht ja immer noch 150.000 Revenue im Monat. Also diese 150.000 sind ja wichtig, weil der Investor guckt sich ja deinen Revenue Growth an und wenn der dann weg ist, ist er 150.000, ist ja schlecht für dich. Also behälst du den, obwohl du eigentlich mit ihm einen Verlust machst. Und das ist das Problem, wenn Investoren reinkommen. Und das ist das Problem, wenn du Scale hast.
SPEAKER_00Ja, mach weiter.
SPEAKER_01Das ist das sogenannte Marginal Dollar Problem. Und das passiert halt, deswegen sagt man ja in Silic Melly, du musst Geld verbrennen, du musst Geld verbrennen. Das ist Bullshit. Das heißt, du stellst jemanden ein, der müsste eigentlich mehr machen, macht er aber nicht, aber du wirst niemals ihn kündigen, weil er macht ja Revenue, weil wenn der kein Revenue mehr macht, was sagst du denn deinen Investoren? Du musst ja Revenue Growth zeigen. Und das ist ein Beispiel. Wie sagt in Silic Melly ein Riesending? Es gab einen Tech-Crunch-Artikel vor ein paar Jahren dazu, der war recht lang, der dieses Problem noch ein bisschen detaillierte erklärt. Aber das sind halt so Probleme und diese Probleme kommen halt sehr viel mit Scale. Anstatt zu sagen, ich setze mich hin und baue ein Unternehmen sauber auf. Ich weiß, der könnte komisch, weil er ist auch so ein Scale. Nein, nein, nein, ich bin vollkommen bei dir.
SPEAKER_00Aber ganz im Ernst, das ist doch genau der Punkt. Im Moment fühle ich mich wie das Schafs im Wolfspelz. Du musst etwas spielen da draußen, um an diejenigen ranzukommen, die dir die Kohle geben. Innen drin will ich einfach nur eine Wohlführease für Menschen bauen, die wirklich, wirklich was machen wollen. Weißt du, das ist mein Wunsch.
SPEAKER_02Ich will es auch nochmal klarstellen, also das ist ja nicht so, dass im Vertrieb das bedeutet, du musst denen die ganze Zeit Quatsch verkaufen, quasi nur damit du Geld bekommst. Sondern das große Problem ist ja, dass das A, erstmal die Leute finden muss, dass das tatsächlich das Problem löst. Also es gibt ja keine Liste mit Leuten für jedes Problem, das du anhauen kannst dafür. Und zweitens ist es ja auch nicht unbedingt immer das Intuitivste oder das Naheliegste und du musst es natürlich irgendwie erklären können auf eine Art und Weise, die genau, du musst Storytelling machen und so weiter. Und dabei kommt man sich manchmal eben so ein bisschen doof vor, wenn man das quasi so vereinfacht macht. Und dann ist es am Ende vielleicht gar nicht mehr ganz genau das, was man eigentlich sagen wollte. Und das ist dann problematisch.
SPEAKER_01Ja, guck mal, es ist das. Und dann, guck mal, ich will, ich mach mal eine Behauptung. Die meisten Leute, die den Startup machen, machen das mit einer guten Absicht. Auf jeden Fall dahingestellt. Und sie alle müssen aber Vertrieb machen. Und das ist doch okay, wir alle müssen Vertrieb machen. To sell is human, hat mal dein Autor gesagt. Steven Pinker. Und das ist auch vollkommen okay zu vertreiben. Und es ist auch okay, Storytelling zu machen, aber dann passiert wieder so ein Problem. Alle machen Storytelling. Und dann sind die Kunden alle genervt von Storytelling. Und dann hast du so ein Ding und dann hast du halt einfach dieses Problem, dass man sich alle auf Scale trimmen und dann baut man sich seine Operations auf und dann bist du auch noch gezwungen. Und dann fängst du an, Sachen zu machen, wie zum Beispiel, wir sollten so eine Vertriebsagentur beschaffen, die benutzen so ein LinkedIn-Chatbot, der schreibt einfach mal alle an und macht so einen dummen Tag wie: Ey, dein Unternehmen sieht voll toll aus. Ich finde das und du liest diesen Text und denkst dir so, das klingt, als hättest du dir gedacht, dass es persönlich klingt, aber es ist eigentlich nirgendwo spezifisch. Fuck you.
SPEAKER_02Das ist voll lustig. Manchmal gibt es auf LinkedIn Leute, die sich aufregen, dass die Menschen meinen so, Mensch, du hast doch mein Profil angeschaut, wieso schreibst du so einen Quatsch? Und dann denke ich mir immer, keiner hat sich dein Profil angeschaut. Das ist ein Roboter, der sich das Profil angeschaut hat. Du bist auf einer Liste.
SPEAKER_01Und dann hast du halt, und dann hast du Leute, und dann bin ich mal einfach mal jetzt wieder halt, der sich jetzt einfach mal, Wutbürger, die meinen das halt fucking ernst. Und wie gesagt, die Unternehmer, die ich kenne, das ist, ne, also, das war Felix von Iconstorm, der hat der Iconstorm gegründet. Der macht das X Jahre und du merkst den allen an, die lieben das, was sie tun, die stehen dahinter und ey, so, das ist doch gut, weißt du? Oder unser Partner Olaf, ne, du machst es seit 15 Jahren, der würde niemals den Müll verkaufen, der setzt sich hin, das ist ihm wichtig. Und von diesen, jetzt habe ich halt einen Designer und einen Berater genommen, aber das gibt doch Produktmenschen und so weiter, denen ist das wichtig, dass ihr Produkt funktioniert. Und da geht es nicht im ersten Schritt, ey, wie können wir schnell 200 Mann und Exit und was weiß ich was hinkriegen oder acquired werden, sondern denen geht es halt darum, ey, wir glauben, wir können da was Cooles machen. Aber die werden wiederum komplett diluted von dieser fake romantischen Story, startup, drei Jahre Exit und dann wird der Markt überschwemmt und dann stehst du dann und denkst du so, what the fuck? Und wie gesagt, ich will mich jetzt auch nicht drauf von frei besprechen. Vor drei Jahren war ich auch ein Romantiker, aber wenigstens habe ich das eingesehen und willkommen in der neuen Stadt.
SPEAKER_00Ich bin immer noch Romantiker und du wirst es auch nicht aus mir rausbekommen. Also ich habe früher immer gesagt, Menschen sind dumm.
SPEAKER_01Ein paar Drinks und dann kommt's raus.
SPEAKER_00Menschen sind aber nicht dumm. Menschen sind einfach. Und du überleg dir es doch. Sie sind einfach dumm. Nein, sie sind einfach. Sie haben ihren Kontext. Jeder hat seinen eigenen Kontext. Es gibt manche Menschen, die haben einen Hyperkontext, die sehen Systeme, die haben die rote Pille genommen. Bei denen wird sowas nie ankommen. Automatisierte Bullshit-Ansprachen, was weiß ich was. Ganz im Ernst, wir machen das bei Inga und es funktioniert gut. Wir kriegen Großkonzerne, wir kriegen Mittelständler, wir kriegen kleine Konzerne. Da geht es aber nicht so sehr darum, und das ist das, was, deswegen finde ich Vertrieb dumm, dumm. Also andersrum, du müsstest es eigentlich Matching nennen. Warum? Weil du kannst ja nur jemandem was verkaufen. Also es gibt ja immer diesen dummen Spruch, bei einem Nein fängt der Vertrieb erst an. Wo ich mir denke, entweder ist der Mensch nicht bewusst, dass er ein Problem hat, dann lass ihn in Ruhe und geh ihm nicht auf den Sack, weil es wahrscheinlich einfach wirklich so ist. Es gibt da irgendeine Abwehr oder es gibt ein Problem. Und wenn da jemand ist, der gerade in diesem Augenblick da ist, der dieses Problem lösen kann, wo dieser Mensch vorher nicht drüber nachgedacht hat, dann ist das gut. Und das ist Entrepreneurship. Und da gehört auch meines Erachtens eine gewisse Humbleness dazu zu sagen, ich mache das hier und ich muss diesen Weg gehen, damit Menschen, die nicht diese Ideen haben, damit ich sie damit bereichern kann. Das ist.
SPEAKER_01Ja, und ganz kurz, eine Sache will ich noch ergänzen: Exploration. Ideen sind nicht fertig. Nur weil wir sie vermarkten. Die sind nie fertig. Und ich glaube, das darf auch. Und dann dieses alles polischen und so zu tun, als hätte man die Weisheit oder das finale Ergebnis. Warum kann ein Startup nicht einfach sich hinsetzen und sagen, ey, Leute, klar, das könnte mal eine Revolution der Weltgeschichte sein, wir sind auf einer Reise. Macht das doch mit uns, mit. Lass uns doch gemeinsam lernen. By the way, wir sind ein fucking Startup, wir müssen auch Rechnung bezahlen. Wäre gut, wenn ihr nicht alles von uns verlangt, dass wir es kostenlos tun und vor euch irgendwelche Studien machen oder so Prototypes, ne? Ich bin jetzt gerade bei ein paar Tech-Startups, die ich kenne, sondern hilft uns doch das wirklich zu explorieren. Wir alle haben Benefit davon.
SPEAKER_00Und dann bist du das ganze Zeit. Storytelling. Ein Entrepreneur, der eine geile Idee hat und im Keller sitzt, ist ein Vollidiot. Ein Entrepreneur, der draußen rumläuft, eine geile Idee hat und erzählt: Leute, wir sind ja auf einer Reise, wir sind ja auf dem Weg, bezahlt mich. By the way, this is ein Venture Capital Pitch, den du gerade beschrieben hast.
SPEAKER_01By the way, ich möchte noch eine, also wenn wir schon Lanzen brechen, dann möchte ich mal heute eine Lanze brechen für alle Leute, die nicht entschieden haben, die Firma zu verlassen, sondern in den Firmen geblieben sind und dort auch das versuchen. Und das ist eine Sache, die is für mich wirklich krass krass learning krass. Die können auch unglaublich viel verändern. Und ich glaube, die werden auch viel verändern. Manchmal mehr als. Als die Dudes, die heute Startup machen und eigentlich vor zwei Jahren Strategieberater geworden werden und davon werden sie Investmentbanker geworden. Die Leute, die in den Firmen bleiben und sagen, ey guck mal, dieses Unternehmen erlaubt es mir, ich habe dort meine Möglichkeiten. Und ich glaube, es gibt auch viele Unternehmen, das erlauben. Das darf man auch nicht vergessen. Ich glaube nicht, dass es Intrapreneurship ist. Ich glaube auch, sowas gibt es nicht. Also, nein? Sorry. Also, als jemand, der gedacht hat, der hat das getan. Ich sage, es ist was anderes. Auch nicht weniger komplex, vielleicht meinst du.
SPEAKER_00Entrepreneurship im Minimum. Oder wie war das?
SPEAKER_01Ja, ich würde es nicht schlecht.
SPEAKER_02Das ist doch einfach nur eine Bezeichnung. Das ist halt, du machst was, du baust was auf innerhalb der Firma und nicht mehr.
SPEAKER_00Ja, früher dieses Business Development, Forschung und Entwicklung und das halt von Neues.
SPEAKER_01Das ist das, was im Vergleich zu klassischen Projekten und so weiter. Ich würde es nicht Entrepreneurship nein, das dilutet. Der andere Prozess ist halt nochmal was anderes. Aber ich würde schon sagen, dass man in Unternehmen was aufbauen kann und ich glaube, das hat es auch schon öfter gegeben und so weiter. Und ich glaube, das wird halt teilweise einfach unterbewertet. Ich muss eigentlich schon sagen, eine Sache, die ich tatsächlich eher überraschend finde, ist, dass du, wenn du dich, also das muss man ja sagen, wenn du dir so ein Label gibst wie ein Startup, dann wirst du halt anders ernst genommen. Und das ist ganz lustig. Und ich finde, ich war ja sehr oft im Kontext als Berater unterwegs. Ich habe ganz oft Leute in Unternehmen getroffen, die einfach nicht zugehört wurden, weil sie aus dem System kamen und sie eigentlich super viel verändern konnten. Ja, aber das würde jetzt, das ist ein anderes Thema. Ja, Mary, was sagst du?
SPEAKER_02Ja, ich finde das sehr lustig.
SPEAKER_01Warum bist du überhaupt? Warum hast du dich eigentlich für den Scheiß entschieden? Sorry. Ach scheiße, wir cutten ja nicht.
SPEAKER_02Ja, äh. Ja, äh, also von vornherein habe ich das ja eigentlich auch überhaupt nicht. Für mich war das.
SPEAKER_01Wie bist du da reingerutscht?
SPEAKER_02Für mich war das an sich, also Startup war für mich nie in irgendeiner Art und Weise attraktiv. Mag auch sein, dass es halt für mich nie irgendwie eine Art Romantik um diese Mythenfiguren wie Jobs oder Musk gab. Also, keine Ahnung, ich fand, ja, ich weiß, die machen krasse Sachen und so, aber das interessiert mich halt nicht, was die tun. Also irgendwie, das ist Tech und das sind das eine ist Auto und Raketen, ja, cool. Aber es ist halt null in meinem Leben. Das sind nicht die Personen, zu denen ich aufschaue und das ist nicht irgendwie, auch das ganze Silicon Valley Program fand ich eher so ein bisschen immer so, ich weiß nicht, wer will denn das? Das hört sich für mich so sehr an nach Totaler Insituation, wo irgendwie so alle gefangen sind in diesem Silicon Valley. Deswegen, also Startup wollte ich eigentlich tatsächlich explizit nicht machen. Stand up, Oman. Ja, und ich wusste ehrlich gesagt gar nicht, als ich mit Oman das erste Mal gesprochen hatte, also jetzt, dass es ein Startup ist oder sonst irgendwas, sondern wir haben uns halt einfach unterhalten.
SPEAKER_01Ich fand das Game Fassade.
SPEAKER_00Story. Nein, tu mal das, ich kenne das, ich kann genau Mary nachvollziehen, als ich dir das erste Mal gegenüber saß.
SPEAKER_02Ja, also ich bin irgendwie auf 1789 erstmal aufmerksam geworden, wegen dem Content, klar, das war natürlich Story. Und dann haben wir uns unterhalten und das war gut. Und dann war ich auch eine Weile da und dann habe ich das schon gecheckt, so, äh, also bevor ich angefangen habe. Und fand das gut, wie da gearbeitet wird und was an welchen Themen gearbeitet wird und wer daran arbeitet, wie das Team funktioniert und diese Sachen. Und dann, als ich länger dabei war, dann lag mir das genug am Herzen, da mehr für zu tun quasi. Und deswegen bin ich jetzt da Entrepreneurin. Stärker involviert. Wie soll man das ausdrücken? Genau, also so bin ich dazu gekommen. Es ist aber, ich glaube, bei mir weniger dieser Wow cool Startup, ich möchte da mitmachen, sondern eher wirklich, weil ich schon dabei war und ja, und dann kam der Romantiker wahrscheinlich raus Kim, sodass einmal das Team und die Sache mir wichtig genug sind, dass ich dafür vielleicht auch.
SPEAKER_00Ja, und ich finde es tatsächlich ein bisschen despektierlich, das Romantik zu nennen. Ich würde es einfach mal Intrinsik nennen.
SPEAKER_01Also die Romantik meine ich ja, ich meine.
SPEAKER_02Also die Romantik ist ja die große Geschichte da drumherum.
SPEAKER_01Das, was Medien und so weiter konstruieren, um es schmackhaft zu machen, ich glaube, die, die es ernst nehmen, ist ja nochmal was anderes.
SPEAKER_00Ich glaube auch, dass die Extrinsiker das ernst nehmen. Auch da, ich glaube, wenn du die großen Startups angucken, die nehmen das alle ernst. Ich finde, das, was Mary gerade erzählt hat, ist eine wunderschöne Geschichte wieder für was heißt, was heißt Entrepreneur? Entrepreneur heißt nicht, sich auf die, sich hinzusetzen und sagen, ich habe die geilste Idee der Welt und einfach mal zu starten, sondern sich bewusst zu sein, ich könnte in anderen Positionen, in meiner, in anderen Unternehmen, mit einer anderen Entscheidung könnte ich mehr extrinsischen Nutzen ziehen und würde weniger, hätte mehr, hätte mehr Upside. Aber ich entscheide mich bewusst dafür.
SPEAKER_01Wie viele Menschen kennst du, die machen Startup, um Startup zu machen?
SPEAKER_00Zu viele.
SPEAKER_01Ey, du hast mir mal einen Begriff beigebracht, der nannte sich One Trade. One Trapreneur. Leute, die auf ihrem LinkedIn-Profil 100 Keynote-Speaker, was weiß ich.
SPEAKER_00Soweit Keynote-Speaker im LinkedIn-Titel steht, ist schon vorbei.
SPEAKER_01Hab ich das? Aber wie viele kennst du? Wie viele kennst du, die machen Startup, als gerade cool ist, Startup zu machen? Und nicht, weil sie, wenn sie wüssten, wie dir. Ey, guck mal, dreieinhalb Jahre mache ich das, ich bin noch ein Youngster. Weiß, wie viele Leute ich kennengelernt habe, die für sechs Monate das gemacht haben und so schnell wieder zurückgerannt sind in die Corporate-Welt. Mehr als ich Leute getroffen habe, die ich angeguckt habe, meinte so, wow. Das sind echte. Ich kenne es super, wenn ich echt.
SPEAKER_00Also die erfolgreichen, monetär erfolgreichen Entrepreneure, die ich kenne, kamen alle aus vergleichbaren Jobs. Von der Belastung her, von Pace her, von allem. Das Einzige, was sie eingebüßt haben, war eine kurzfristige monetäre Komponente. Die haben einfach ihren Job komplett weitergemacht, haben noch ein paar Skills, eins, zwei oben drauf gepackt, aber haben nichts anderes gemacht als sonst, haben sich einfach nur, das ist wie, ja, das ist, als würdest du dir ein Projekt im Corporate suchen, haben sie sich ein Projekt außerhalb gesucht.
SPEAKER_01Du wärst nämlich kein Entrepreneur schön.
SPEAKER_00Aber das ist doch die Realität in Deutschland. Und das ist die Realität auch die Schwester. Ja, absolut.
SPEAKER_01Aber ich kenne auch die anderen. Ich kenne andere.
SPEAKER_00Davon kenne ich sehr wenige tatsächlich.
SPEAKER_01Ja, und davon kenne ich sehr wenige. Und die sind doch spannend. Sich die anzuschauen und zu sagen, und by the way, du meinst gerade, wir gucken uns die Erfolgreichen an. Das ist ja das Problem. Wir gucken uns nur die Erfolgreichen an.
SPEAKER_00Fuck-up-Nights. Gucken uns die. Ja, aber das ist dann auch wieder. Ja, fuck die Fuck-Up-Nights.
SPEAKER_01Also ich meine, die, die es noch nicht mal zur Fuck-Up-Night schaffen. Weil die Fuck-Up-Night ist die Fuck-Up-Night-Angebracht. Die erfolgreich waren und sagen, wir hatten ein Fuck-Up unterwegs. Ups. So, war doof. Aber wir haben die Kurve gekriegt.
SPEAKER_02Ich war mal, also eine Geschichte ist mir mal richtig hängen geblieben. Die sind so, der hat so hart verkackt. Ich glaube, der hatte 20 Jahre plus sogar irgendwie Gefängnisstrafe oder knapp ran vorbei oder so.
SPEAKER_00Aber bei der war ich, glaube ich, genau. Ja, aber das ist aber da bist du genau bei dem Thema. Entrepreneurship als Entertainment-Faktor. Höhle der Löwen, dies, das, jenes, fuck up night, auf der Bühne strichen. Die durchgestylten, geschniegelten, was weiß ich was. Wenn ich, keine Ahnung, ich habe jetzt, also ich, ich hatte jetzt gerade so eine Phase, die auch Corona-bedingt so ein bisschen Lemoschlemo war, so nach dem Motto, ach komm, rasieren und Sport und arbeiten und sowas.
SPEAKER_01Siehst du aber nicht danach.
SPEAKER_00Die Kids sind jetzt irgendwie wichtiger als ich was. Und ich habe dann irgendwie einen Twist gehabt und gesagt, so, jetzt hörst mal auf mit den ganzen Computerspielen und Fernsehen und guckst jetzt mal TED-Talks. Und dann hast du die TED-App auf dem Apple TV gehabt. Ich erinnere mich wieder gut. Lange Rede, kurzer Sinn. Ein TED-Talk geguckt über das Thema Schlaf. Und ich habe dem Dude zugehört und hab mir gedacht, warum schmeißt denen keiner mit Milliarden zu, der würde die Welt zu einem besseren Ort machen. Das ist halt, es ist nicht fancy, es ist nicht hip, es ist nicht medial vermarktbar. Und das ist. Das ist frustrierend. Da bin ich.
SPEAKER_02Ich hatte dein Buch geschrieben, das ist ein unfassbarer Bestseller.
SPEAKER_00Wer?
SPEAKER_02Der verdient also schon da dran. Ist ja egal.
SPEAKER_00Ja, wahrscheinlich. Ja, aber, also, keine Ahnung, Menschen, die einen echten Mehrwert, keine Ahnung, Bill Gates, man mag von ihm halten, was man will. Die Maschine, die aus Kacke Wasser macht und Dünger. Keine Ahnung. Warum sieht man davon nichts? Weiß ich nicht, vielleicht ist die Maschine auch Kacke. Haha, also vielleicht ist sie ja auch nichts wert, aber alleine solche Themen zu haben und so, also, keine Ahnung. Es gibt einen aus Thorsten Schreiber, heißt der. Der hat in Frankfurt, war immer so ein bisschen verschrien, als so einer der ersten Startup-Profiteure, keine Ahnung, und der macht jetzt irgendwie Green Tech Systems Afrika oder sowas. Den folge ich auf LinkedIn. Der baut halt einfach mal für die Dörfer in Afrika, baut er halt einfach Container hin, die eine Wasserreinigung haben, die mit Solarbetrieben ist, wo sie Strom haben und das ist was, Infrastrukturthemen. So. Und ich denke, auf den ersten Blick, denkst du dir, also nicht nur auf den ersten Blick, das negativ, sondern einfach cool. Finde ich gut. Der hat vielleicht einen Impact. Der hat vielleicht, der arbeitet an für mich an echtem Problemen. Ist die nächste App, die nächste Cheeseburger-App, um in Human Slang zu bleiben, was zur Hölle? Meditieren hier, Sparen da, Versicherungen dort, dann lässt du dir den Arsch bleachen und, keine Ahnung, die Bauchmuskeln wegspritzen oder hinspritzen.
SPEAKER_0160% davon geht es eigentlich darum, Marketing zu machen.
SPEAKER_00Ist doch armselig. Was sind denn wir für eine Gesellschaft, dass wir sowas hypen? Also, ja, okay, jetzt komme ich in den Hate-Modus, sorry.
SPEAKER_01Alles gut, alles gut. Also ich glaube, um so ein bisschen die Kurve zu drehen, um mal zu einem Ende zu kommen, mache ich mal heute eine ganz kurze Statement. Ich glaube, was wir weggelassen haben, ist Startup, du hast Selbstständigkeit gesagt, ich glaube bei einem Startup, mal ganz kurz, um am Ende noch ein bisschen sachlich korrekt zu sein, ein Startup definieren wir hier als ein Unternehmen, dessen Kernhypothese, die sogenannte Verde-Hypothese, einen nicht validierten Teil beinhaltet. Das bedeutet, ein Teil ist unklar und Teil ihrer Aufgabe ist es, diese unklare Hypothese zu validieren, bevor sie im Grunde jetzt skalieren können. Ja, dementsprechend werden viele im Grunde, ja, keine Ahnung.
SPEAKER_00By the way, es gibt übrigens auch Solopreneure.
SPEAKER_02Was ist Solopreneur? Solopreneur ist einfach selbstständig.
SPEAKER_00Nee, Solopreneur ist ein Entrepreneur alleine, also selbstständig.
SPEAKER_01Genau, vielleicht das Solopreneur gezwungen, aber vielleicht. Cheeseburger. Alles Marketing. Was ist ein Influencer? Das ist auch krank. Aber egal. Fangen wir nicht jetzt damit an. Let's Play Streamer, alles Startup. Nein, jetzt mal die Kurve zu kriegen. Ich würde einfach mal sagen, ich finde, es gibt einen Hype, der ist ungerechtfertigt und wir verpassen sehr viel spannende Sachen, die lokal passieren. Und ich glaube, wir haben einfach in den letzten Jahren aufbauen auf einem Silicon Valley Hype, der dann in Deutschland seinen Weg gefunden hat durch irgendwelche Rocket-Unternehmen das verloren, dass ein Start-up nicht bedeutet, irgendwie mit einem MBA-Style und mit einem Business Model keinem was zu sagen. Und Design Thinking, sondern jetzt bauen wir ein cooles Startup, sondern dass es halt viel, viel mehr bedeutet. Und dass es ganz klein ist. Und das ist auch okay, wenn es klein bleibt. Und das haben wir irgendwie verloren. Denn auf der Suche nach den irgendwelchen Einhörnern verlieren wir das.
SPEAKER_00Kennt ihr schon die Zebras?
SPEAKER_01Ja, ich habe schon gehört. Ja, ja, habe ich schon gesagt.
SPEAKER_00Finde ich gut.
SPEAKER_01Ach, diese Dinger, ehrlich.
SPEAKER_00Dann krieg ich doch Pickel, kriegst du da.
SPEAKER_01Leute sollen einfach ihr Ding machen.
SPEAKER_00Übrigens, ich habe ein.
SPEAKER_02Das ist doch ein fantastisches Schlusswort. Leute sollen einfach.
SPEAKER_01Nein, nein, nein, nein, nein, stopp, ich habe ein besseres Schlusswort. Denn ich möchte den Podcast heute mit einer Frage beenden, die viele Leute, die sich selbstständig und gemacht haben oder sich entschieden haben, unternehmerisch tätig zu sein, oft gestellt bekommen. Und zwar die Frage, und ich fange einfach mit Kim an, würdest du es wieder machen? Immer.
SPEAKER_00Every single fucking time. Weil es geht nicht darum, dass man steinreich dabei wird, sondern einfach, mein Dad hat das immer zu mir gesagt, er hat es ein bisschen missinterpretiert, glaube ich. Jeden Morgen in die Spiegel zu gucken und zu wissen, du hast gerade du machst gerade das Richtige. Und du machst es nicht für dich selbst, sondern du machst es für mehr Leute als für dich selbst. Immer wieder.
SPEAKER_01Mary Jane.
SPEAKER_02Ja, also ich bin auch noch nicht an dem Punkt, dass ich so rente wie ihr zwei über die Dinge. Deswegen, ich gefragt mich in einem Jahr nochmal, aber ja. Aber nur mit euch, nicht mit einem anderen Team.
SPEAKER_00Okay, ich ziehe das Ordn zurück, weil es war ja eigentlich auf mich gemünzt, von daher. Fucky Mary, kein Problem. Nein, Spaß.
SPEAKER_02Mit dir auch.
SPEAKER_00Ich verstehe das zu 100 Prozent. Also ich verstehe das zu 100 Prozent und man sagt ja immer, ich hab's ja gerade gesagt, in den Spiegel gucken können, was ich was. Natürlich gibt es Situationen, wo ich mir gewünscht hätte, dass die Situation anders gewesen wäre und das hätte, hätte Fahrradkette. Ich glaube, was das auch, was es ein wichtiger Bestandteil ist von Entrepreneurship, nicht nach hinten zu gucken und zu sagen, fuck, hätte ich doch, sondern es war so, was kann ich daraus lernen, Mundabwischen weitermachen. Ich weiß, es hört sich bescheuert an, aber es ist härter, als man denkt.
SPEAKER_02Und also mir fällt das manchmal sehr schwer. Und deswegen ist für mich ist das wirklich wichtig, dass das Team da zusammen funktioniert. Support-System. Auch, also ich finde, in diesem ganzen Kontext ist, das sind lauter Sachen, die ich noch nie gemacht habe in meinem Leben und vor denen ich unfassbar Schiss habe die ganze Zeit. Also, ich glaube, so mein Grundgefühl ist einfach so Bammel. Und ja, das sind so legale Sachen, die man machen muss, also rechtliche Dinge, die man einhalten muss. Und dann geht es darum, können wir Mitarbeiter rechtzeitig bezahlen und keine Ahnung, und dann fühlen die sich auch wohl oder nicht und bieten wir auch den richtigen Mehrwert und so weiter. Also, ne, das ist ja immer so ein bisschen, ein bisschen Selbstzweifel und ein bisschen Schiss. Und da bin ich wahnsinnig dankbar für die Leute, die ich um mich rum habe, dass die mir den Mut geben, mich selbst da in diesem Kontext so auszuprobieren und das zu tun. Also das darf man, glaube ich, nicht unterschätzen.
SPEAKER_00Absolut. Wie gesagt, die großen drei.
SPEAKER_01Um auch diese Frage zu beantworten, ob ich es wieder machen würde. Ich muss ehrlich gestehen, es ist sehr viel passiert in diesen Jahren. Vieles cool und Haufen davon, würde ich sagen, muss man nicht zweimal erleben. Nichtsdestotrotz, and da folge ich deiner Logic, Kim, man can be a information to that point where an entertainment had. And then I without the information of the actual situation. Also ich bin sehr dankbar für das, was ich erfahren habe, für das, was ich gelernt habe, and for die Menschen, positiv und negativ, die auf diesem Weg dabei waren. Ich will es aber nicht so gloriegen.
SPEAKER_02Ja, ich glaube, ein wichtiger, eine wichtige Unterscheidung ist, würde ich es genau, also würde ich es nochmal machen? Ja, würde ich es genau gleich nochmal machen. Ja, nee, wenn ich das Wissen, das ich jetzt habe, gehabt hätte vor ein paar Jahren, dann würde ich wahrscheinlich ein paar Dinge versuchen, besser zu machen.
SPEAKER_01Wir sind auch mit dem Thema gestartet. Dass wir das überhaupt dreieinhalb Jahre jetzt durchgezogen haben, ist schon ein Wunder. Mal schauen, wie lange uns Corona noch Spiel gibt. Aber ja, ich würde es definitiv wieder machen, weil ich glaube, das, was ich gelernt habe, hätte ich niemals geschafft. Ja, und vor dreieinhalb Jahren kannte ich Mary nicht und Lizzie und Judith und die anderen. Und dich, Kim. Von daher.
SPEAKER_02Allein darf er zu machen.
SPEAKER_00Auf jeden Fall. Allein darf er zu tun. Und ich möchte dazu noch eine ganz kleine Sache, einen Blick gewähren in die Konversation zwischen Human und mir auf WhatsApp am 29.01.2020, wo er mir schrieb: Danke für die Props im Podcast. Und dann schrieb ich zurück, Ehre, wem Ehre gebührt. Und dann schrieb er: Vielleicht sollten wir einfach mal einen Podcast machen. Du, ich und Mary. So als regelmäßiges Format. Was meinst du? Ja, super gerne. Okay, wann hast du Zeit für den ersten Podcast? And that's how the story goes. 29.01.
SPEAKER_01Das ist jetzt Folge 17.
SPEAKER_02Also, und in Folge 17 würde ich sagen: haben wir viele Ausdrücke gehört.
SPEAKER_01Bevor du loslegst, Mary, ich möchte eine Sache noch sagen und das darf man echt nicht unterschätzen, weil das Gras ist immer grüner auf irgendwelche Wiesen, die nicht einem gehören.
SPEAKER_00Und Gras ist immer besser in Holland.
SPEAKER_01Frag Mary, die hat doch studiert. Auf jeden Fall die Freiheitsgrade. Wie du es gerade gesagt hast, Kim. Man kann am Ende das machen, was man für richtig hält. Und ja, man kann darüber meckern, dass der VC doof ist, ja, man kann, aber am Ende triffst du als Geschäftsführer, Vorstand oder was auch immer, ja, Entscheidungen. Und es ist immer einfach zu sagen, der Kunde ist schuld, der VC ist schuld, die Mitarbeiter sind schuld, aber am Ende trägt man ja Entscheidungen. Und das darf man auch nicht unterschätzen. Also man sollte seine Fehler, Probleme und was auch immer nicht zu sehr externalisieren. Von daher war das ja heute eine gute Therapiesitzung, mal einfach mal ein bisschen Dampf rauszulassen. Ich hoffe, das ist für die Leute okay. Das war mal ein anderes Format.
SPEAKER_02Ja, es war heute sehr viel Rant, aber ich glaube, man hat schon auch offen gelegt, dass Startups und Entrepreneurship in diesem Kontext oft ein bisschen schöner dargestellt wird, als es in der Realität vielleicht ist, dass es sehr viel emotionale Energie saugen kann. Ich glaube, die Quintessenz ist, sollte sich irgendjemand das hier anhören und mit dem Gedanken spielen, Unternehmer zu werden, seid euch bewusst, dass Vertrieb, Vertrieb, Vertrieb.
SPEAKER_00Fuck no. Aber wenn dir jemand, also wenn dir jemand sagt, Entrepreneurship ist eigentlich gar nicht so schlimm, dann lügt er. Entrepreneurship ist schlimm. Das ist aber okay.
SPEAKER_01Aber man muss es wollen.
SPEAKER_02Vielleicht aber auch abschließend, Human, das stimmt. Man hat die Freiheit gerade, man sollte nicht so viel externalisieren, weil letztendlich hat man Selbstentscheidungen getroffen und trifft Selbstentscheidungen. Aber genauso eben auch im positiven Sinne kann man Selbstentscheidungen über sich selbst und über den Verlauf des Unternehmens treffen. Und das, denke ich, ist schon eine Sache, die ich zumindest sehr genieße. Auch wenn sie anstrengend ist, finde ich sie trotzdem hervorragend.
SPEAKER_00Frau Herd ist anstrengend, das wusste schon, Mill Gibson in Braveheart. Danke.
SPEAKER_02In dem Sinne danke ich euch sehr für das Gespräch. Hoffe, dass es euch jetzt ein bisschen besser geht.
SPEAKER_01Und wünsche euch noch ein bisschen verbessern.