Corporate Therapy

Episode #027 // Podcast revived the Radio Star // mit Joe Menninger

Human Nagafi, Mary-Jane Bolten, Joe Meninger Season 1 Episode 27

Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.

0:00 | 45:00

Schickt uns euer Feedback zur Episode

In Episode 27 sprechen wir mit Podcast Veteran Joe Menninger. Joe betreibt bereits seit über acht Jahren ein sehr erfolgreiches Podcast Format (startuprad.io). Wir sprechen mit ihm darüber, was das Podcasten eigentlich ausmacht und wie es um die Podcast Szene in Deutschland steht. Warum Podcasts oft schwierig sind für Unternehmen, was es bedeutet selbst einen zu betreiben und was Community ausmacht für den Erfolg eines Podcasts - ob firmenintern oder für die Welt - diese Folge sind wir praktisch unterwegs!

Die Folge in einem Satz: Joe beeindruckt mit mehr Abonnenten als die FAZ, Mary-Jane wünscht sich interne Podcasts für einfachere und direktere Kommunikation in Firmen und Human findet gutes Podcasting geht über den Content hinaus in eine Community - was in "Freiheit" besser funktioniert als im Unternehmen.

Shownotes:

SPEAKER_05

Willkommen zum Corporate Therapy Podcast. Und heute haben wir uns ein ganz verrücktes Setting ausgesucht. Für die, die uns nicht sehen. Der Gast heute steht vor einer Skyline vor uns sitzend, und wir sind da ganz begeistert. Denn heute haben wir einen Veteran, was ich sag mal neue Formate, neue Arten von Content und diese Produktion dahinter angeht. Bei uns im virtuellen Studio sitzend. Und zwar Joe Manninger. Und Joe, ich kenne dich ja schon eine Weile, weil ich war auch schon mal bei dir zu Gast war und damit tease ich ja schon an, dass du sozusagen ein Veteran in diesem Kontext bist. Du betreibst schon seit einigen Jahren das sogenannte Startup Radio. Startupred.io Willst du noch ein paar. Achso, bevor ich direkt zu dir renne, weil dann vergesse ich wie immer, wir haben auch Mary heute am Start, die Seele des Podcasts, die darf niemals sein.

SPEAKER_00

Also an alle Zuhörer, ich sitze eh immer dabei, falls das mal vergessen werden sollte. Genau. Nein, hi.

SPEAKER_05

Aber Joe, zu dir, weil ich glaube, das ist spannend, wie gesagt, das Thema, über wir reden wollen. Und bevor wir das Thema hier verkünden, vielleicht so ein bisschen, wer bist du für die wenigen Menschen, die dich nicht kennen?

SPEAKER_04

In Deutschland selbst ist es gar nicht so ungewöhnlich, dass mich jemanden nicht kennt. Ich betreibe. Ursprünglich habe ich mal angefangen, 2012, über einen Freund, der kannte noch einen Freelancer im IT-Bereich und er hat gemeint, der will einen Startup-Podcast machen. Ja, mach ich eins, zwei Folgen mit. Das ist jetzt vorher etwa acht Jahren gewesen. Seitdem hat mich der Podcast Virus gepackt, damals ein deutsches Format gemacht, jetzt ein englisches Format. Das hatte unterschiedliche Ausprägungen. Seit 01.1.2018 mache ich Startup-Ray.io ganz alleine. Ursprünglich geboren als Jörn Menninger. Die meisten Leute kennen mich nur als Joe von Startup Ray.io. Ich betreibe einen Startup-Podcast, der über die deutsche Startup-Szene redet, nur in Englisch, weshalb so etwa 80, fast 90 Prozent meiner Zuhörer, Zuschauer tatsächlich außerhalb von Deutschland sitzen. Wobei die Schwerpunkte sind so die Tri-State-Area um New York, also alles zwischen Greenage, Connecticut bis runter Jersey City, die Silicon Valley Bay Area, Greater London und auch in Bangalore.

SPEAKER_05

Super cool. Und ich meine, wir sind eher im deutschen Raum unterwegs, deswegen machen wir dich mal direkt bekannt in unserer Community. Denn man darf, ich darf direkt mal verweisen, vor, ich glaube, eineinhalb Jahren von einem Jahr waren wir ja zu Gast bei dir. Die Episode wird direkt mitverlinkt in den Shownotes, damit sich die Leute auch nochmal das sich anschauen können auf YouTube, die Episode.

SPEAKER_04

Du musst aber auch ganz ehrlich sagen, da gibt es auch ein Take-Out zu, weil wir hatten zwei sehr attraktive Menschen hinten dran, als wir die Aufnahme gemacht haben, und das erste, weil ich gemacht habe, ist mich umgedreht. Sagt mal, Leute, ihr arbeitet echt hier, ne? Ihr seid nicht als Statisten organisiert.

SPEAKER_00

Ja, da sitzen die Lizzie und der Max oder so, die sitzen da hinten drin, ne?

SPEAKER_05

Ja, genau. Compliments to Lizzie und Max, ihr seid diese Menschen. Aber wir sollten dann direkt auch darauf verweisen, auf den Take-Out.

SPEAKER_04

Und wir hatten noch einen schönen, da hat noch jemand von euch Sound mit aufgenommen und das Einzige, was du siehst, ist so ein paar Finger, wenn er kurz in die Kamera von der Seite winkt.

SPEAKER_05

Ich weiß gar nicht, wer das damals war. Daher kennen wir uns ja schon wenig. Tatsächlich habe ich dich sogar recht früh kennengelernt, als ich angefangen habe, das zu machen, was wir tun. Ich glaube, Kim Körper hat uns vorgestellt. Glaube ich. Wahrscheinlich. Kim kennt eine Menge Leute. Kim kennt jeden Menschen auf dieser Welt.

SPEAKER_01

Bisher hatten wir einen Gast im Podcast, den nicht Kim uns vorgestellt hat. Und das war der Wolfgang und der hat uns Kim vorgestellt.

SPEAKER_00

Aber ist egal.

SPEAKER_05

Und genau, und wie gesagt, wir kennen uns ja schon eine Weile und wir haben ja auch schon recht früh, als wir den Podcast gestartet haben, Corporate Therapy, haben wir uns ja eigentlich schon abgesprochen, dass wir auch den Termin hier schon recht früh vor längerer Zeit abgestimmt, dass wir uns beide mal zusammensetzen. Damals war es noch pre-Corona, das sollte in physischer Form passieren, jetzt natürlich in virtueller Form. Und jetzt haben wir uns nochmal kurz abgestimmt und sagt, worüber wollen wir reden? Und ich glaube, ein Thema, wo du ja auch wirklich viel Erfahrung hast, in einem Themen, wo es wenige Menschen gibt, vielleicht mit so viel Erfahrung, ist, wie gehen Unternehmen mit dieser neuen mit neuen Formaten der Kommunikation um? Also im Wesentlichen oder im Besonderen genau zu sein. Sowas wie Podcast, was wir gerade haben, eine Corporate-Podcast oder auch so Blogs oder andere Arten der Interaktion in der internen, insbesondere in der internen oder auch in der externen Kommunikation. Das Thema haben wir mal als Aufschlag genommen. Du hast das, was du ja auch machst mit Startup Radio, ja auch eine Weile über eine, also ein Corporate war ja im Grunde auch Sponsor. Eine Weile. Wie hast du das Gefühl, ist dieses Thema angekommen in der Unternehmenswelt?

SPEAKER_04

Also, ich kann immer nur aus der Deutschland-Schaut in die Weltperspektive sprechen. Und da muss ich ganz ehrlich sagen, in den USA ist es sehr gut angekommen. Da gibt es eine ganze Menge Startups, VCs, Corporates, die haufenweise eigene Blogs zu ganz, ganz unterschiedlichen Themen haben. In Deutschland selbst ist es ein sehr starkes Randthema. Und es geht hauptsächlich darum, dass der Podcast dann über ein Marketingbudget läuft, frei nach dem Motto, der Chef kann sagen, ja, wir wollen auch einen Podcast. Ob das dann gut für das Image ist, ob das dann überhaupt die richtigen Zuhörer trifft, wird meistens gar nicht analysiert. Solche Geschichten, ob man zum Beispiel mit einem bekannten Podcast mit Reichweite zusammengeht, kleine Eigenwerbung, ich habe 270.000 Abonnenten Ende Q2020. Das bedeutet, ich habe eine größere Reichweite in Abonnentenzahlen als die FAZ.

SPEAKER_05

Ja, und auch eine sehr starke, also ein sehr besonderes Segment auch noch. Das muss man ja auch dazu packen.

SPEAKER_04

Fokussiere mich auf Startups in Deutschland. Ich mache mir denen ein englischsprachiges Interview. Einmal im Monat schalte ich mich zusammen mit Chris Fahnbach in New York. Und dann sprechen wir darüber, was in der deutschen Startup-Szene so passiert ist im letzten Monat. Wir nennen das This Month in German Startups. Und sowohl das als auch etliche der Interviews, natürlich inklusive deinem, Human, die kommen dann sehr gut an, andere kommen weniger gut an. Aber man sieht inzwischen, dass ich mich sehr stark aufs B2B-Segment fokussiere. Also meine Zuhörer sind durchschnittlich etwas älter, etwas wohlhabender, haben mehr Berufserfahrung als so ein durchschnittlicher Podcast-Hörer.

SPEAKER_01

Denkst du denn, dass deine Zuhörer dann auch hauptsächlich Leute sind, die schon gut im Beruf stehen und denen das einfach, die das einfach interessiert? Oder sind das Leute, die wirklich auch danach suchen, in Deutschland vielleicht selbst zu gründen?

SPEAKER_05

Oder zu investieren.

SPEAKER_01

Oder zu investieren, genau.

SPEAKER_04

Investoren machen einen großen Teil meiner Zuhörerschaft aus. Ich kann da eine Anekdote zu erzählen. Also ich war 2018 für die Benzinger Globe Fintergehurze New York nominiert. Das war damals eine Riesensache für mich. Und irgendwann habe ich mir mit meiner Frau Abendsensäck gekönnt, dann haben wir uns angeschaut und so, Schatz, was heißt denn davon, wenn wir eine Woche nach New York fliegen? Wir kratzen ein bisschen, erspart es zusammen. Ja, okay, passt irgendwie. Da haben wir ein günstiges Airbnb genommen und waren eine Woche in New York. Dann sind wir in dieses Ding, das war ganz am nördlichen Ende von Broadway rein. Dann habe ich meinen Aufbau gemacht, irgendwo im Flur, wo normalerweise die Podcasts so hinverbannt werden. Und dann bin ich einfach rum und habe zufällig Leute angesprochen zu Interviews und das Ulkige war, der zweite, den ich angesprochen habe, der kannte mich. Und zwar habe ich gemeint, ich bin mal ein Podcast, ich mache aus Deutschland, da-da-da-da-da, wirst du dein Startup vorstellen. Und der kommt so, hat noch einen, hat noch einen Bekannten mit dabei und ich fange an mit dem Intro und ich so, hello and welcome everybody. This is Joe from StartupRaker.io und der Typ meint auf einmal, that's where I know your voice from. Das war einer meiner Abonnenten. Also es ist definitiv sehr wahrscheinlicher, dass man mich dort kennt, dass die Leute einen unternehmerischen Hintergrund haben, dass die einen VC-Hintergrund haben. Dann ist es wahrscheinlich, dass sie mich kennen, weil es gibt einfach nicht so viel in meinem Bereich. Ich bin sozusagen eine Sonderlocke, wenn du so willst.

SPEAKER_05

Ich hab, was für mich interessant ist, ist, ich meine, du zeigst ja auch mit einer gewissen Ausdauer und dahinter bleiben und du hast das ja im Grunde alles von Boden aufgebaut. Die Reichweite, dein Segment, die Themen und so weiter. Und das ist so da ist, wo es ist. Und man, und wir sehen ja auch gerade, wenn wir uns einen Podcast-Markt beispielsweise angucken, da gibt es ja gerade sehr viel. Aber tatsächlich, was wir nicht sehen, und das ist, was ich ganz interessant finde, ist, dass solche Formate wie ein Podcast oder andere Formate, wo wir sagen würden, das ist ja ein alter Hut. Blogs wie Medium oder was auch immer. Warum werden denn, also warum denkst du, ist es für die Unternehmen, insbesondere in Deutschland, so eine Herausforderung, sich auf solche Medien einzulassen? Also man könnte ja auch sagen, man kann ja auch so eine Art Podcast als internes Kommunikationsvehikel sehen. Der Vorstand oder wer auch immer nutzt dieses Format, um regelmäßig, ne, es ist ja auch immer so ein längeres Format, man kann da auch mal Sachen detaillierter besprechen. Aber warum hast du, wie gesagt, du hast es ja auch mal so getrieben und auch Corpus waren ja interessiert an solchen Formaten, aber warum hast du ein Gefühl, warum das in Deutschland noch nicht da ist, wo das Potenzial eigentlich sein könnte?

SPEAKER_04

Ich glaube, es liegt an mehreren Dingen. Natürlich, die Struktur von Deutschland hängt so ein bisschen hinten dran. Wenn du dir mal die Podcast-Charts in Deutschland, weil du es andere Ländern anschaust, dann stellst du sehr, sehr stark, sehr, sehr schnell fest, dass öffentlich-rechtliche Radio- und Fernsehsender massiv vorne vertreten sind, als auch die Leute, die da rauskommen. Das bedeutet, wenn du nur so einen kleinen Hobby-Podcast wie ich mache, hast du da fast keine Möglichkeit, irgendwie gegen anzukommen. Das bedeutet, deshalb ist unter anderem bis heute auch, internationale Märkte sind für mich viel wichtiger als der deutsche Markt, weil dann hast du die FAZ, das Handelsblatt, der Spiegel, die Wirtschaftswoche und weiß nicht wer, haben alle, auch als große Corporates, ihre eigenen Geschichten. Das bedeutet, kleine Podcaster haben es richtig schwer in Deutschland, wenn du nicht eine richtig gute Nische hast. Wobei ich muss sagen, in den USA, ich bin in ganz, ganz vielen Foren, Blogs und Gruppen vertreten für und übers Podcasting. Stellenweise haben die schon die Charakteristika einer Selbsthilfegruppe. Und dabei habe ich festgestellt, was ich mache, ist nicht wirklich ein Randthema. Die zwei interessantesten englischsprachigen Podcasts, die ich jemals gefunden habe, war einer, er spricht nur über Hundefutter. Seinen gesamten Podcast lang. Und der andere kümmert sich nur um mobile Toilettenhäuschen. Ja. Und natürlich ist das Thema Podcasting in Deutschland auch nicht so stark vertreten. Du hast zum Beispiel, wir haben uns jetzt gerade nach langen, langen, harten Verhandlungen kommen wir jetzt auf die Plattform Chimalaja. Die ist in China und die hat mehr aktive Nutzer als zum Beispiel die gesamte US-Bevölkerung. In Deutschland würde ich sagen, ist der absolute und prozentuale Anteil der Podcast-Nutzer noch nicht so groß, weshalb du keine wirkliche Verbreitung hast. Es ist sehr wahrscheinlich, dass irgendjemand eine Website oder ein Blog liest, als einen Podcast hört. Plus, wie gesagt, wenn du einen Podcast abonnierst, dann abonnierst du nicht einen, sondern abonnierst du, wenn ich irgendeinen Indikator bin, Hunderte. Und dann musst du auch zwischendrin immer wieder selektiv hören und löschen. Aber wenn du einmal jemanden für Podcast begeistert hast, der zum Beispiel regelmäßig in der U-Bahn, S-Bahn oder sonst irgendwo hört, dann hast du, glaube ich, einen ziemlich guten Abonnenten gefunden. Wie gesagt, also du musst aber auch sehen, zum Beispiel dein Podcast, mein Podcast, das ist viel Aufwand, vor allem wenn du Audio und Video machst. Das ist um einiges einfacher, einen kurzen Blogbeitrag oder einen kurzen internen Newsletter zu schreiben, als irgendwie interne Interviews. Man macht das gerne so. Ein neuer Vorstandsvorsitzender, ein neuer Geschäftsführer kommt rein in ein Unternehmen, der macht ein Video-Interview, 30 Minuten, das beansprucht drei, vier Tage von seiner Zeit und dann kommt irgendwann ein relativ junger Mitarbeiter um die Ecke und sagt, Chef, wir machen einen Videopodcast. Und der so, eine Aufnahme, drei Tage, nee, das können wir nicht machen.

SPEAKER_01

Hab mich das aber schon immer gefragt. Also meinst du, das liegt nur am Aufwand, dass das quasi nicht intern genutzt wird? Weil, also ich kenne tatsächlich die Zahlen dazu nicht, aber mein Gefühl und Freundeskreis sagt mir, dass Podcasts, obwohl sie noch nicht quasi das Nummer 1-Medium sind, schon zunehmend oder zunehmend gehört werden. Und für mich ist das immer so ein so eine Art No-Brainer, quasi, wenn ich in einem Unternehmen eine Broadband-Kommunikation machen möchte. Intranet ist auch immer so, wer liest das und so weiter. Man kann ja einfach über einen privaten RSS-Feed das sogar über Apple Podcasts machen oder so. Es wäre ja eigentlich für eine Kommunikationsabteilung oder ähnliches jetzt nicht. Ich weiß gar nicht, ob das so viel mehr Aufwand wäre, als Blog und Intranet tüchtig zu pflegen.

SPEAKER_04

Ja, du. Du musst es einmal aufsetzen und dann brauchst du wieder jemanden. Ich weiß nicht, wie das bei euch ist, also so die Faustregel ist bei mir, für einen Podcast von 25 bis 45 Minuten ist normalerweise mein Format, brauchst du das Fünffache. Vorbereitung, Nachbereitung, Vermarktung der einzelnen Folgen. Ich glaube, dass einige sich dieses Aufwand vielleicht teilweise oder ganz bewusst sind und merken, ja, okay, das ist anstrengend. Und wie du schon sagst, zum Beispiel eine interne Kommunikation, wenn du nicht eine Firma eine eigene App hast, in die du das gibst, dann fängt es gleich an, ja, wie stellen wir das sicher? Ja, und wenn du zum Beispiel das Ganze nur das Intranet packst, dann muss es. Corporate Intranets sind ja nicht gerade bekannt dafür, einfach und verständlich aufgebaut zu sein. Ah, du lächelst, du siehst, worauf ich hinaus will, da muss das auch gefunden werden können. Also ich denke mal, da gibt es ein paar Hindernisse, über die du drüber musst und dann ist definitiv ein Verständnis da. Was ich auch in letzter Zeit öfter hatte, war, dass mich andere Blogs, größere Startups, angesprochen haben, ob wir gemeinsam einen Podcast machen. Und die dachten dann, ja, 50 Euro pro Folge und alles ist gut. Was dann tatsächlich an Aufwand hintendran steht, ist denen meistens nicht bewusst. Dann kommt immer die Antwort, ja, machen wir selber, dann machen sie drei Folgen und dann ist wieder das Thema tot. Also du brauchst auch eine gewisse Konzeption.

SPEAKER_01

Also die fragen quasi dich an, ob du auch die Produktion und solche Dinge für sie dann machst. Ja, genau. Klar. Wie meinst du, wie stellen wir sich das vor?

SPEAKER_04

Also die hätten am liebsten, würden sie mit ihrer Marke reinkommen, zwei, drei Speaker platzieren, möglichst große Reichweite haben, nichts bezahlen und dann wieder rausgehen. Da ist auch ein, da fehlt ein gewisses Verständnis dafür, wie viel Aufwand es ist, so eine Zuhörerschaft überhaupt aufzubauen. Und es fehlt ein gewisses, eine gewisse Wertschätzung dafür. Das hast du in den USA ganz anders. Beispiel, ich hatte Slack als Sponsor. Die haben gemeint, wir machen hier ein Quartal lang, das ist Budget, wir machen was in Deutschland und Jörn und dich haben wir ausgesucht. Diese E-Mail kam so mitten aus nirgendwo, dass ich als allererstes nochmal auf LinkedIn geschaut habe, gibt es die Person, arbeitet er wirklich bei Slack? Dann haben wir ein bisschen telefoniert und spätestens als das Geld kam, war ich mir sicher, ja, das ist wirklich Slack. Und da muss ich sagen, das ist was ganz anderes. In Deutschland musst du irgendwie über gefühlt 50 Mitarbeiter gehen, bis du zu jemandem kommst, der eine Entscheidung trifft, der kennt dann keine Podcasts, wohingegen sehr moderne Unternehmen aus den USA direkt auf dich zukommen. Hi, hier ist es, das ist unser Budget, was können wir damit machen? Das ist ganz massiv unterschiedlich, wobei ich noch nicht mal weiß, ob das unbedingt kulturell oder altersbedingt oder sonst irgendetwas ist. Aber das ist die Situation, wie ich sie im Moment sehe.

SPEAKER_05

Die Frage ist ja, ich glaube das Spannendes, warum ist es so? Und ich meine, auf der einen Seite könntest du sagen, die USA sind einen Schritt weiter, weil sie einfach einen größeren Markt haben, den sie ansprechen können. Da gibt es mehr Menschen, denen kannst du mit dem Podcast erreichen und daher sehen wir das als einen relevanten Kanal. Oder sie sind schon erfahrener damit. Weil die Frage ist ja, wenn, also ist es eher, ne, Slack ist ein eher jüngeres Unternehmen und keine Ahnung, wenn du dabei General Electric anklopfen würdest, würde es genauso lange dauern wie in Deutschland. Das könnte man so ein bisschen als Frage stellen. Warum der Unterschied, also die Frage ist, ist es ein kultureller Unterschied? Du sagst ja, gefühlt weißt du nicht, aber ist es dann eher so eine Art, ich sag mal, Corporate Maturity-Unterschied, dass es Unternehmen gibt, die haben einfach Probleme mit einem Zugang mit solchen Kommunikationsmedien. Denn diese Kommunikationsmedien tun ja auch eine Sache. Die zwingen dich nach anderen Logiken zu kommunizieren. Also ein Podcast, der nur geskriptet ist, wo dann der Forschern sich hinsetzt und wie eine Pressemitteilung was vorliest, der wird nicht funktionieren. Ein Podcast muss ja irgendwie eine Authentizität haben. Man muss das fühlen, das muss spüren, das muss auch Spaß machen, man muss auch die andere Person ernst nehmen. Und zumindest das, was ich wahrnehme, ist ja auch die großen, also auch erfolgreiche Podcasts, was sie auch tun, sie engagieren ja auch eine Community. Das würde ja auch ein Unternehmen dazu zwingen, zu sagen, es ist nicht nur eine, ich sag mal, Sternkommunikation. Sozusagen der eine, der sendet Sachen nach außen und nichts kommt rein, oder ist es zwar keine Sternkultur? Aber es findet eine Interaktion eigentlich statt. Und ich habe irgendwie das Gefühl, dass, also ich kann nur für Deutschland reden, deswegen der Teil mit den USA, das kannst du besser nachvollziehen. Aber diese Logiken sind schwer für Unternehmen, sich darauf einzulassen. Wenn ich jetzt ein, also ein Projekte, die ich in der Vergangenheit zum Beispiel begleitet habe im Kontext von Unternehmen, ist zum Beispiel die Einführung von Corporate Social Plattformen. Lass uns doch ein internes Facebook machen. Und dann wundert sich das Unternehmen, dass dort null Interaktion passiert und das Einzige, was die Leute machen, sind geschlossene Gruppen. Ja, aber die Unternehmen sind ja so, die ticken ja so. Du willst ja nichts rauslassen und dann sterben solche Arten von Kommunikation, bevor sie überhaupt funktionieren können. Ich denke mir, so Formate wie im Podcast oder so Blogs, die auch anregen, in einem Social-Format auch zu diskutieren, dass die Logik von Unternehmen, wie sie eigentlich gerne kommunizieren, intern, auch extern, aber intern auch, insbesondere intern, einfach nicht da ist, weil es gar nicht funktionieren kann, funktioniert bei vielen Unternehmen.

SPEAKER_01

Human, vielleicht musst du das nochmal genauer erklären. Ich glaube, da bist du gerade so ein bisschen drüber geschwappt und ich kenne die Facebook-Geschichte, interne Facebook-Geschichte, mit warum das nicht funktioniert, intern. Ich meine, quasi, wieso ist, was für eine Logik ist denn anders als beim normalen Facebook? Warum sollten das denn Leute intern, warum nutzen die das nicht?

SPEAKER_05

Also ich kann da jetzt erstmal nur anekdotisch und zweitens, ich glaube sogar, wir haben Studien dazu mal rausgesucht, aber wenn du hingehst und sagst, ich repliziere Facebook, dann musst du verstehen, dass ja Facebook oder solche sozialen Plattformen funktionieren, weil sie ja in einer, ich sag mal, in einer freien Gesellschaft ist. Also Leute treffen Entscheidungen und dann ist es ihre und dann hast du keine, hast du ja keine, also Nummer eins, du brauchst keine Angst zu haben, außer soziale Regulierung natürlich. Und zum anderen, also lass uns mal darauf fokussieren, und wenn du das transferierst in einem Konzern, der ja im Grunde hierarchisch strukturiert ist oder bürokratisch strukturiert ist, dann ist das plötzlich schwierig, weil die Meinung, die du dort kommunizierst, hat ja eine Hardcore-Auswirkung auf vielleicht deine Karriere. Und zum anderen ist ja eines der wesentlichen Elemente, wenn du in, sagen wir mal, sehr klassischen Organisationen unterwegs bist, ist ja die Information. Und du willst ja nicht, dass der Content, den du erstellt hast, irgendjemand. Anders den Teil der Organisation nutzt und dann ist es nicht mehr dein und dann hast du deinen Vorteil nicht mehr. Das heißt, Organisationen sind ja oft als geschlossene Systeme designt, also auch geschlossene Silos. Und dann baust du halt ein Facebook-Style-System on top und dann passiert halt nichts, weil niemand damit interagiert.

SPEAKER_01

Ja, weil niemand frei kommunizieren möchte und weil niemand teilen möchte.

SPEAKER_05

Und das geht ja auch in diese neuen Medien und auch in den Broadcast-Medien. Und ich würde mal behaupten, dass alle, ich mache mal diese Behauptung jetzt einfach mal, alle digitalen Broadcast-Medien, die heute etabliert sind, funktionieren unglaublich gut, weil sie auf Community-Features und Social Features basieren. Also YouTube wäre vielleicht ein Beispiel. Und keine Ahnung, bei den Podcasts, da könnte man jetzt schauen, was ist der Social Feature. Zumindest kenne ich sehr viele, die rund um einen Podcast eine Community aufbauen. Und da könnte ich mir vorstellen, das ist halt schwer für Konzerne und auch halt, wie sie kommunizieren mit Mitarbeitern und auch externen.

SPEAKER_04

Was natürlich, wenn du das ein bisschen weiterdenkst, natürlich ein ganz, ganz gutes Tool ist, um eine Community Fans an dein Unternehmen zu binden. Da muss man aber sagen, ist zum Beispiel bei meinem Thema sehr schwer, weil ich mich eben ein bisschen professionell B2B orientiere. Verstehe mich nicht falsch. Ich versuche das so entertainment-like wie möglich zu machen. Aber es hat gewisse Limits. Also es sind immer ein paar Lache in einem guten Interview drin, aber es hat gewisse Limits, was du da machen kannst, um noch ernst genommen zu werden. So etwas nach außen ist fein. Intern, denke ich mal, funktioniert das fast ähnlich meinem Podcast. Ich habe mir jetzt praktisch eine Feedbackform gebaut. Dort gibt es öfter mal Feedback, aber es kommt nicht so häufig, wie du jetzt bei normalen Podcasts denken würdest. Ich denke mal, ähnlich würde das vielleicht bei einem Corporate-Podcast funktionieren, wenn du wirklich sicherstellen kannst, dass das Feedback, die Antworten, die Fragen, die du bekommst, vielleicht sogar anonym gemacht werden können. Ich meine, da kann man auch immer den unpopulärsten Manager bestimmen, der kriegt die meisten Beschimpfungen ab, ne?

SPEAKER_01

Ja, also ich glaube an sich, ne, wenn da so ein, man muss halt genau auf diese Sachen achten. Also wenn man möchte, also die erste Frage ist sowieso, was möchte man überhaupt erreichen, mit welcher Kommunikation, ne? Und da glaube ich, wenn man möchte, dass die Leute mehr zusammenarbeiten und Informationen teilen und dass sich da eine Community bildet, muss man das im Zweifel natürlich anders angehen, als wenn man sagt, wir möchten nur, dass die wichtigsten Informationen bei jedem ankommen. Weil dann kann man natürlich auch so eine sternförmige Podcast-Kommunikation oder Blockkommunikation, ganz egal. Oder man macht einen E-Mail-Verteiler machen, weil dann geht es vielleicht im Zweifel nur um reine Fakten. Aber andere Medien bieten natürlich andere Optionen. Kennt ihr irgendeinen Podcast innerhalb eines Unternehmens? Kennt ihr ein Unternehmen, das einen internen Podcast hat?

SPEAKER_05

Also wir wurden ja, also mit einem Unternehmen, das Namen wir natürlich nicht nennen, haben wir tatsächlich mal ein ganz interessantes Format überlegt. Und zwar war das so, es war ein Innovationsthema und die hatten so ein Event, die hatten ein Mitarbeiter-Event. Und da sollten mehrere, wie es gerade gerade ist, alles muss virtuell sein. Und da war die Überlegung, die möchten so eine Art Panel-Diskussion haben von zwei Leuten, die sich über die Innovation halt so ein bisschen debattieren. Aber wie das halt ist mit oft diesen Events, ist, war das Ding auf so 20 Minuten geplant. Und mein Feedback war, 20 Minuten Debatte wird herausfordernd werden. Und ich glaube, was wir dann und dort ausgearbeitet haben, und das hat tatsächlich ganz cool dann in deren Logik funktioniert, ist zu sagen, warum nehmen wir nicht einen Podcast, der geht dann eineinhalb Stunden oder zwei Stunden, wo wir debattieren und dann kriegen die Leute da die Synthese. Und in dem Fall tatsächlich war es irgendwie, haben sie sich darauf eingelassen, weil sie tatsächlich dieses Format genommen haben und haben gesagt, damit können wir ja auch so ein bisschen, ich sag mal, so nicht linear denken. Die, die das tiefer gehen wollen, haben wir das da und dann geben wir den, packen wir das aber sozusagen als Add-on zu diesem Event, sagen wir den, ey, da gibt es das Podcast, da reden die detaillierter drüber. Und ich glaube schon, dass es gibt ein, also auf jeden Fall gibt es einen Bedarf, ein Angebot für sowas. Aber auch da wieder, ich meine, wir haben ja auch mal auch mal eingeladen, bei einem Unternehmen auch so ähnliche Formate zu machen und dann hatten sie Angst. Was passiert denn in einem Podcast? Also ja, aber die Idee eines Podcasts, zumindest wie wir uns das ja auch überlegen, ist es ja, in dem Gespräch entstehen Sachen. Und das war tatsächlich für mich so ein Takeaway aus diesem, aus dieser Interaktion, dass die Sorge hatten, dass wir denen nicht sagen könnten, wo wir enden werden. Das war auch so ein bisschen die Überlegung, Mitarbeiter dürfen dann weh, also das war erstmal eine Live-Aufnahme und dann durften die auch Fragen stellen. Und dann war so, ja, was, wenn sie X fragen? Also, ja, das ist halt der Podcast. Und dann haben sie halt Rücksicht gemacht. Und ich glaube, da sind halt so Themen, da haben Unternehmen natürlich eine Herausforderung mit. Definitiv.

SPEAKER_04

Und je hierarchischer so ein Unternehmen aufgebaut ist, umso größer sind natürlich die möglichen Probleme, die damit einhergehen. Bei vielen Dingen passt es auch gar nicht so zusammen, was die dann tatsächlich an Outreach machen, zum Beispiel irgendwelche Influencer oder so. Legendär ist zum Beispiel die Geschichte von einer Influencerin, die nach Thailand geflogen ist und sich dort in einen Whirlpool gelegt hat, um eine Elektrozahnbüste zu präsentieren. Da muss man auch öfter schauen, ob das zusammen passt. Klassisches Beispiel, mich hat zum Beispiel einmal ein sehr, sehr guter Maßschneider aus der Londoner Bond Street angesprochen. Ob ich denn einen seiner Anzüge im Podcast fragen würde. Einer seiner Kunden hätte mich wärmstens erfunden. Passt leider nicht. Also da musst du auch immer sehen, dass das so ein bisschen funktioniert. Also ich denke nach außen hin, gutes Kommunikationsmittel, nach innen hin Frage des Corporate Fits. Also ich kann mir auch gut vorstellen, dass in amerikanischen Firmen interne Podcasts besser funktionieren als zum Beispiel in Deutschland. In Deutschland würde wahrscheinlich eher eine digitalisierte Video- oder Audioversion der Mitarbeiterzeitungen wahrscheinlich besser funktionieren.

SPEAKER_05

Ich glaube auch ein sehr tiefes Thema. Ich meine, ich glaube, die neuen Medien führen schon bei vielen Unternehmen zu Fragezeichen, aber auch zu Angst, intern, extern, wie sie damit umgehen, auch gleichzeitig, wie du es ja auch beschreibst, in dem Moment, wo du sowas machst und es ja auch ganz okay läuft, ist ja auch die Frage, wie erhältst du etwas? Das Beispiel, packt man jetzt alles da rein, sodass irgendwie alle, dann verwässert es sich und wie erhält man die Seele und im Corporate, ne, wer ist dafür verantwortlich? Ich habe oft auch das Gefühl, die Podcasts leben ja mit den Personen, die es machen. Und wenn du dann so einen Corporate-Podcast hast, wo dann, keine Ahnung, so, es gibt eine, der, ja, oder keiner so richtig dafür verantwortlich ist und irgendwie jede Woche muss da was gemacht werden, ob so ein Ding lebt, weil die Seele ist ja irgendwie die Leute, die das ja auch am Leben erhalten. Ja.

SPEAKER_01

Aber dann denke ich mir, das ist so eine, eigentlich so eine Chance. Ich weiß nicht, ich bin eigentlich immer noch ein großer Fan davon. Das muss natürlich angepasst werden vom Format her und so weiter, aber was für eine tolle Möglichkeit, irgendwie in einem großen Konzern, sagen wir mal, 100.000 Leute, ne? Da hat noch nie jemand mit dem Vorstand persönlich gesprochen aus den C minus 2 und also unter C minus 2 hat noch niemand den Vorstand gesprochen. Das ist doch eine großartige Möglichkeit, da so ein bisschen eine Verbindung zu schaffen und auch so ein Zusammengehörigkeitsgefühl und all diese Dinge, wenn wir sprechen oft über Kultursachen und ich glaube, da hat man wirklich eigentlich ein Mittel, ein kulturstiftendes Element, das relativ leicht umsetzbar ist, aber halt irgendwie noch nicht genutzt wird. Und ein Kontext, wo ich das auch sehr spannend finde, ist im Blended Learning-Bereich. Wenn man einfach sagt, es gibt Leute, die hören sich gerne Podcasts an, weil die auch zum Beispiel Auto fahren und solche Dinge. Und wenn es da irgendwas Spannendes zu erzählen gibt, dann warum das nicht so machen. Und ein Transkript dazu kann es immer noch geben. Das ist kein Problem. Gibt es denn.

SPEAKER_05

Jörn, du hast doch in den mehreren Jahren, die du dieses Format aufgebaut hast und auch betreibst, ja auch immer wieder mit Unternehmen versucht, das auch oder teilweise auch gemacht, dieses Format, das sie da mitmachen, dass sie das auch weiterentwickeln. Und was ist denn so deine Erfahrung gewesen in Deutschland mit den Unternehmen, die gesagt haben, oh, das ist cool, da wollen wir jetzt auch mitmachen, wie das so abläuft mit denen mit diesen neuen Formaten?

SPEAKER_04

Also, das ist traditionell ein schweres Thema, wenn du, sagen wir, zu einem Nicht-Tech-Startup gehst, das habe ich nahezu komplett eingestellt. Das Thema ist, da gibt es maximal eine Handvoll Leute, die tatsächlich verstehen, was du mit einem Podcast, was du mit einem guten YouTube-Video und welche Zielgruppe du damit erreichen kannst, die vollkommen außerhalb deiner Reichweite sonst fliegt. Normalerweise ist die Geschichte, da kommt man auf mich zu, dann spricht man ein bisschen drüber, dann ist man ganz excited, dann mache ich den Vorschlag, wie es aussehen kann. Oh, das kostet ja Geld. Nö, überlegen wir uns nochmal. Zum Beispiel hatte ich da mehrere Interaktionen mit einer richtig großen Anwaltskanzlei, die dann gesagt hat, ja, machen wir selbst. Das ist jetzt fünf Jahre her und bisher haben sie immer noch nichts gemacht. Also da gibt es halt auch keinen Druck, dann tatsächlich etwas in diese Richtung zu machen, sich da eine Zielgruppe zu suchen, sich da zu etablieren. Tatsächlich haben es in diesem Bereich Venture Capital, Unternehmer auch andere Anwaltskanzleien, unter anderem mit neuen Formaten, besser geschafft, sich dort zu platzieren.

SPEAKER_05

Und so ein bisschen nach vorne schauend, sowohl mit Startup-Radio als auch mit, wo du siehst, wie entwickelt sich diese Welt in diesem Kontext der Medien. Was ist denn dein, was siehst du denn da?

SPEAKER_04

So ein bisschen kannst du natürlich die USA als Vorbild nehmen. Da ist Startup Big Business, Stitcher, eine der großen Plattformen, wo du jetzt zum zweiten Mal für mehrere Millionen verkauft. Spotify macht riesige Deals mit Celebrities, um deren exklusiven Podcast-Rechte zu bekommen. Ich denke, es wird auch ähnlich in die Richtung gehen, ob es jetzt eine deutsche Plattform wird, eine europäische oder tatsächlich Spotify, alle guten Podcaster, die einigermaßen ein Massenpublikum ansprechen, versucht abzugreifen. Kann ich dir nicht sagen, aber es wird definitiv einige Geschichten mehr in diese Richtung geben. Und ich denke, früher oder später werden auch die Unternehmen begreifen, dass Podcast-Sponsoring wirklich besser funktioniert, als zum Beispiel irgendwie beim Polo-Turnier irgendein Plakat aufzuhängen.

SPEAKER_01

Es ist halt inhaltlich.

SPEAKER_04

Es ist inhaltlich und du lernst die Leute kennen. Deshalb hören auch Investoren so gerne bei mir zu, weil bei Early-Stage-Startups ist der Gründer sehr, sehr wichtig. Und nicht nur hörst du seine Geschichte von ihm selbst bei mir, sondern auch so ein bisschen die Geschichte, dass du zumindest in Ansätzen seine Persönlichkeit, so einen Humor und Ähnliches kennenlernst, seine Einstellung. Und das ist etwas, was für meine Zuhörer sehr gut funktioniert. Wenn du ein Unternehmen bist oder ein Unternehmer oder ein Startup, was jetzt darüber nachdenkt, vielleicht einen Podcast aufzulegen, sollte man sich wahrscheinlich auch erst fragen, was ist denn der Inhalt, den ich im Idealfall transportieren sollte, will, kann, muss, darf. Welche Zielgruppe erreiche ich und wie? Für mich ist zum Beispiel so, englischsprachig, für mich war immer der Fokus der US-Markt. Meine Publikationen der YouTube-Videos sind darauf abgestimmt, was bedeutet 19 Uhr deutscher Zeit, etwa Mittagszeit in New York, plus meine Publikationen der Audio-Podcasts, die liegen mitten in der tiefdunken Nachts, zwei Uhr morgens. Ganz einfach aus dem Grund, weil die Abonnenten dann am nächsten Morgen der lokalen Zeit ihre neueste Folge auf dem Device haben, auf dem Laptop, auf dem Tablet, auf dem Smartphone, hauptsächlich Smartphones. Ich gebe zu, am Anfang war es weit, weit davon entfernt, so fokussiert zu sein. Aber mit zunehmender Reife des Podcasts habe ich mich zunehmend fokussiert und dadurch eben eine größere Zielgruppe erreicht. Und solche Gedanken muss man eigentlich machen, zusammen mit den Verantwortlichen für die Strategie, zusammen mit den Verantwortlichen fürs Marketing. Wen wollen wir denn erreichen? Und ganz, ganz heißer Tipp, wenn dabei rauskommt, wir wollen überdurchschnittlich gut verdiente, besser ausgebildete Leute erreichen, dann geht euer Podcast ins Knie. Weil das ist bei weitem nicht spezifisch genug. Das ist das, was ich bei 95% aller Startups sehe. Das ist das, was ich bei XY und Z sehe. Also es sind immer diese riesigen Zielgruppen, die gar nichts Spezifisches haben. Und wenn du nichts Spezifisches hast in dieser Zielgruppe, dann hast du keine spezifische Möglichkeit, sie anzusprechen. Das bedeutet, das geht leider ins Nirgendwo.

SPEAKER_05

Und so ein bisschen zum Ende kommend, was mich noch interessieren würde, also das wird jetzt so ein bisschen opportunistisch, also wenn der Hörer jetzt nicht mehr hören will, I don't care. Aber wenn du ein junges, deutsches, aufstrebendes, aufstrebenden Podcast beraten würdest, das sehr am Anfang seiner Reise ist, ich meine, es dauert ja eine Weile, die Followerschaft aufzubauen. Zwei Fragen. Was würdest du ihn raten, als Berater? Da haben wir schon hier kostenlos Beratung bekommen. Und zum anderen, wie lange hat das denn gedauert, auch bei dir, wo du sagen würdest, da hatte ich eine signifikante Community, da habe ich auch wirklich gemerkt, das, was ich veröffentliche, hat auch gewissen Impact.

SPEAKER_04

Als erstes brauchst du eine Idee, worüber du Podcastest. Es gibt zum Beispiel zwei Podcaster, die hier im Rhein-Main-Gebiet, die auch in die gleiche Richtung gehen. Der eine macht einen Startup-Podcast in Deutsch, der andere macht einen Startup-Podcast in Deutsch, aber wirklich nur Ausgründungen aus der Wissenschaft. Also die haben schon ein sehr spezifisches Thema. Jedes Mal, wenn ich mit denen spreche, haben sie das gleiche Problem, was ich am Anfang hatte. Wie gesagt, das Fünffache der tatsächlichen Podcast-Zeit brauchst du zu Vor- und Nachbereitung. Das bedeutet, du musst es in deinen Lebensablauf integrieren, genauso wie wir heute an einem Samstagnachmittag sprechen. Das ist die Zeit, die ist bei mir zum Podcasting auf die Seite gesetzt. Im Idealfall korreliert die sehr stark mit der Schlafenszeit meines kleinen Sohnes. Ansonsten muss man eben Schlaf wegnehmen. Das ist nicht ungewöhnlich, dass ich von der Arbeit komme und nochmal bis Mitternacht im Arbeitszimmer verschwinde. Das ist fein. Da habe ich meine Agreements mit meiner Frau. So viele Abende die Woche darf ich das und ansonsten kriege ich Schimpfe. Du musst wirklich, vor allem wenn du das nicht hauptberuflich machst, musst du einen ganz festen Ablauf haben. Am besten kannst du die Uhr danach stellen, dann funktioniert das und du brauchst natürlich ein gutes Thema. Bei dem Thema kannst du variieren, da kannst du eine ASS viel zumachen, einen anderen aufmachen. Dann machst du ein neues Logo und alles ist fein. Da kannst du etwas experimentieren. Das habe ich ja am Anfang auch gemacht. Aber wo du eine sehr gute Regelmäßigkeit, sehr kontinuierlich sein musst, ist wirklich bei dieser Zeitnutzung. Wie integrierst du das? Also andere Podcaster, die haben zum Beispiel Familie oder so. Und da merke ich das auch, wenn die, wenn ich früher nicht direkt eine Stunde, zwei Stunden nach Ende der Arbeitszeit dazu gekommen bin, Podcast zu schneiden, dann war ich zu müde und dann habe ich es eben aufs Wochenende geschoben. Dadurch gab es ein unglaublich großes Lack bei den Publikationen. Ich habe mir dann angefangen, ein Publication-Schedule aufzusetzen, donnerstags den YouTube-Channel, dienstags den Audio-Podcast und dann hast du praktisch zweimal die Woche zwischendrin vor und nach der Arbeit bespiele ich meine Social-Media-Kanäle, Samstagvormittag schneide ich, Samstagnachmittag nehme ich auf. Dann funktioniert das einigermaßen, aber du brauchst eine Regelmäßigkeit und deine Familie muss mitmachen. Wenn du Familie hast an. Als geht es einfach nicht. Ich bringe dann dreimal die Woche meinen Kleinen ins Bett, gebe meiner Frau Freizeit und dafür habe ich eben eine gewisse Anzahl Stunden Samstag frei.

SPEAKER_05

Wie lange muss man Ausdauer haben, wo du sagen würdest, okay, das ist so der Inflection Point. So bis dahin muss man diesen Marathon rennen, auch wenn die Community sich noch langsam aufbaut?

SPEAKER_04

Ich habe, ich betreibe Startup Rate. Und Petro als Community Manager ziemlich genau seit 1.1.2018 in dieser jetzigen Form, in diesem jetzigen Setup. Und das sind knapp zwei Jahre und so langsam fängt es an zu funktionieren, wobei man auch sagen muss, dass ich noch weit davon entfernt bin, hier tatsächlich meinen Lebensunterhalt mit bestreiten zu können. Es gibt über Sponsoren gewissen Nebeneinkommen, Affiliate Links und so weiter und so fort, aber das ist bei weitem nicht so viel, wie man A jetzt denkt oder auch B, nur um die Kosten da hinten dran tatsächlich zu decken, weil wie man an euren schönen Mikros und ähnlichem sieht, es ist alles da. Du kannst Qualität machen, die kaum noch zum Beispiel vom professionellen Radio unterscheidbar ist, aber das kostet auch richtig Geld stellenweise.

SPEAKER_05

Und damit würde ich sagen, dieser eine Mischung, ich würde sagen, eine Mischung aus einem Hier und Da Theorie, aber auch praktisch, denn ich glaube, vielleicht auch so als Essenz für den geneigten Zuhörer, wenn deine Firma keinen Podcast macht, setz dich doch hin. Und wenn du dafür brennst, mach es doch. Und zeig es, wie es geht. Jetzt haben wir heute auch noch gelernt, so ein bisschen, was ist der Trade-Off? Nichts im Leben kommt kostenlos. Auch, ich glaube auch, also ich könnte mir sehr gut vorstellen, wenn die Firmen keine Podcasts machen und du hast dort Leute, die brennen auch für das, was die in der Firma machen und die haben Lust drauf, ne, und Compliant natürlich alles, dann sollen sie es machen. Aber ich glaube, eine Sache sollten sie immer bedenken, das, was du gerade beschreibst, ist auch das, was wir erleben. Das ist ja, glaube ich, auch für jedes Startup, was man gründet, es braucht Zeit, Ausdauer, Motivation und, wie du es sehr gut beschreibst, eine Struktur, die sich integrieren lässt, weil ich glaube, man muss halt die Motivation aufrechterhalten, weil irgendwann geht ja auch die Puste aus und dann muss man trotzdem, wenn man es zu irgendwas bringen, also das Ding zu irgendwas bringen will, weitermachen.

SPEAKER_04

Darf ich noch einen doofen Spruch am Ende bringen? Ich war in meinem Zivildienst und später wen Studium und Ausbildung war ich im Rettungsdienst und an die Nachtschichten, die sind unglaublich anstrengend stellenweise. Und dann hat mir ein sehr weiser Kollege damals einen schönen Spruch gesagt, es wird nicht leichter, es wird weniger schwer.

SPEAKER_05

Ich habe auf dem Poster hier hängt von der IHK oder draufsteht. Gründen ist wie Arbeiten, nur krasser. Und auch ein Podcast gründen ist wahrscheinlich genau die gleiche mit Logik. Aber ich glaube, und zumindest, ich weiß nicht, wie du es siehst, aber du kannst auch gerne nochmal deine Perspektive sagen. Ich muss sagen, seitdem wir das machen, wir machen es natürlich nicht lange. Wir haben ja gerade erst angefangen. Mir macht das sehr viel Spaß und ich bin sehr glücklich, dass wir das machen. Wir haben auch zwei Jahre diskutiert, ob wir es machen, ja, nein. Und ich glaube, ich bin sehr happy, dass wir es machen, aber ich stimme dir zu, da steckt auch sehr viel Arbeit. Ich habe das Glück, ich habe ein Team. Ich muss glücklicherweise nicht alles alleine machen. Ich nehme mal an, du bist auch glücklich mit deinem Podcast. Ja, definitiv ja. Sehr gut. In dem Sinne, Mary, willst du auch noch ein paar abschließende Worte dazu schmeißen?

SPEAKER_01

Ach, ich finde, du hast das sehr gut gemacht, um das ja auch schon schön zusammengefasst. Ich danke dir auf jeden Fall Jörn slash Joe, je nachdem, aus welchem Land man gerade zuhört.

SPEAKER_05

Ach, wie genau, Joe.

SPEAKER_01

Für diesen Einblick in deine Podcast-Welt. Ja, das ist quasi jetzt eine ganz andere Art von Meta-Podcast heute mal gewesen.

SPEAKER_05

Das war Corporate Therapy Podcast Meta.

SPEAKER_01

Genau. Sehr gut. Also vielen lieben Dank dafür.

SPEAKER_04

Danke, die Freude war ganz auf meiner Seite.

SPEAKER_05

Und ich wünsche dir sehr viel Erfolg mit dem Format und vielleicht beehren wir uns gegenseitig eines Tages wieder, wer zuerst der Erfolgreichere ist. Klar, gerne. In dem Sinne.

SPEAKER_00

Ja, die Wette den. Er hat zwei Jahre vorschlagen. Aber alles gut.

SPEAKER_04

I just leave the standard cheers.

SPEAKER_02

I'll fake the chase. I'll be the chase it. I'll fake the chase and chase it out.