Corporate Therapy
Noch ein Business Podcast! Juhu! Wer braucht denn sowas?
Corporate Therapy ist ein kritischer Management Podcast – und der Name ist Programm: Wir legen darin „die Corporate” und gelegentlich auch uns selbst auf die sprichwörtliche Couch. Gemeinsam versuchen wir, Probleme und Phänomene rund um Arbeit und Organisation besser zu verstehen und vielleicht ab und an auch eine Lösungsstrategie zu entwickeln – jedoch ohne Garantie auf Genesung!
Wir sind Human Nagafi, Mary-Jane Bolten und Patrick Breitenbach.
Neben den Beiträgen unserer großartigen Gäste aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft freuen wir uns auch sehr über Fragen, Kritik und Anregungen von euch. Dazu könnt ihr uns entweder per Mail oder LinkedIn schreiben oder euch direkt zu einem unserer Live-Podcasts einschalten und mitdiskutieren. Viel Spaß und gute Erholung.
Corporate Therapy
Episode #036 // Employability und Wissenschaft // mit Studierenden der Hochschule Rhein-Main
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In Episode 36 diskutieren wir mit Studierenden des Fachs „Digitale Transformation“ der Wiesbaden Business School was #Hochschule eigentlich ist. Denn die Studierenden haben dieses Semester viel vor: sie wollen die Hochschule transformieren. Dazu lohnt es sich genau hinzuschauen: Wieso überhaupt Hochschule? Was ist das? Was sollen wir lernen - und wie wichtig ist es das andere davon wissen (#employability)? Was ändert sich mit der Digitalisierung?
Die Folge in einem Satz:
Human gibt uns einen geschichtlichen Überblick von Wissenschaft bis Employability; Mary-Jane fragt nach Unabhängigkeit und die Studies erzählen von anderen Ländern
Willkommen zum Corporal Therapy Podcast. Wir haben heute für euch eine ganz besondere Episode, denn im Rahmen der Bachelor-Vorlesung an der Wiesbaden Business School im fünften Semester im Studiengang Digital Business Management darf ich eine Vorlesung betreuen, die sich mit dem Thema beschäftigt, die digitale Transformation. In diesem Seminar beschäftigen sich die Studenten mittels eines Projektes und Gruppenarbeit, welche Wirkung die digitale Transformation auf die Hochschule hat. In diesem Semester haben wir uns dafür ein besonderes Format überlegt, und zwar diesen Podcast, den wir gemeinsam mit den Studierenden aufgenommen haben, um einmal zu debattieren und zu diskutieren, was ist die Hochschule oder auch die Universität mit ihren Funktionen und wie wirkt die digitale Transformation sozusagen als im größeren Kontext auf diese Hochschule. Nicht nur im Sinne von Prozesse, die sie digitalisieren könnte, sondern was müsste sie eigentlich sogar darüber hinaustun. Uns und den Studierenden hat das Format sehr viel Spaß gemacht und ich bin davon überzeugt, dass die regelmäßigen Zuhörer unseres Formats daran auch ihr Vergnügen finden werden. Den Studierenden, die sich das jetzt nochmal anhören in Vorbereitung ihrer Seminararbeit, wünsche ich natürlich viel Erfolg bei der Projektarbeit. In dem Sinne, ja, viel Spaß. Ja, also ich würde es einfach anfangen und jetzt gar nicht so ein Riesen-Int oder so machen, weil wir sind ja hier in der Vorlesung. Und genau, vielleicht so ein bisschen für den Kontext mit mir in dieser Vorlesung neben, wie viele Leute sind hier? Fast 50 Personen ist auch noch eine andere Person. Mary. Mary, willst du wenigstens Hallo sagen?
SPEAKER_06Hallo, hallo Homan, hallo alle anderen. Hi.
SPEAKER_03Genau. Ich hoffe, ich habe das jetzt schon in der Post-Production vorne reingepackt, warum wir das heute hier machen. Denn wir wollen heute mit den Studierenden des fünften Semesters der Hochschule Rhein-Main oder der Wiesbaden Business School darüber diskutieren. Teil ihrer Projektarbeit ist es, das Thema zu bearbeiten, die Hochschule im Kontext der digitalen Transformation. Und das soll natürlich erstmal auf einer grundsätzlichen Ebene verarbeitet werden, aber dann im Grunde auch in Lösungskonzepte überführt werden. So, ich habe mich vorbereitet, ein wenig, und ich fange jetzt einfach mal an, ich werfe mal was rein und die Mary, du musst ja dann darauf reagieren. Mal schauen, wie du darauf reagierst, oder auch die anderen. Und zwar habe ich angefangen, dieses Thema zu zerstückeln. Und ich habe das Gefühl, ich bin in einen Kaninchengraben gefallen. Das war ziemlich heavy zu überlegen, was ist die Hochschule im Kontext der digitalen Transformation? Denn jetzt kommt natürlich die große Herausforderung. Wenn ich das mache, normalerweise, wenn wir das mit Unternehmen und so weiter machen, ist ja eine Historie eines Unternehmens relativ, also wenn man, was ich gerne immer mache, auch bei unseren Projekten, ist es ja, ich versuche zu verstehen, woher kommt es, was war die Idee dahinter, was ist die Idee heute und wie ist die Wechselwirkung im Kontext von anderen Systemen. Das ist dann bei der Hochschule natürlich eine große Herausforderung, denn dann landet man relativ, keine Ahnung, tausend Jahre in der Vergangenheit. Und das war so ein bisschen der Kaninchengraben, den ich runtergerannt bin. Und ich werde jetzt keine historische Aufarbeitung der Hochschule machen, aber ich werde so ein paar Sachen reinwerfen. Ich weiß nicht, Mary, wie weit bist du denn in die Historie zurückgegangen?
SPEAKER_061386.
SPEAKER_03Ah, cool. Ich glaube, ich war 100 Jahre noch vor dir oder so. Weil ich habe mir das angeschaut mit dieser Entwicklung, mit den Kathedralen, dass dort im Grunde Wissenskram war und so weiter. Und dann gab es so zwei große Bewegungen, das waren wie Nordeuropa rund um Paris, dass dort die ersten Hochschulen oder die Universitäten entstanden sind. Dort eher als ein Konzept von sogenannten Magistern, wo es im Grunde schlaue Leute gibt und andere Leute wollen von denen lernen und es war sehr stark fokussiert auf Philosophie und so weiter. Und dann in Italien fokussiert auf Bologna, wo es im Grunde eher eine studentische Bewegung war, wo Studenten sich organisiert haben und dort aber der Fokus eher fachlich war, im Wesentlichen Juristen.
SPEAKER_06Ja, tatsächlich sind ja auch die großen, ich glaube, die drei großen wichtigen, in Anführungsstrichen, historischen Studiengänge sind ja Theologie, slash Philosophie dann irgendwann gemischt, Medizin und Rechtswissenschaften.
SPEAKER_03Ja, und hier und da findet man noch eine andere Sache, das ist natürlich Kunst. So, aber das ist eine andere Debatte. Genau, jetzt gibt es das Mittelalter und es gibt ganz viele Entwicklungen und so weiter. Ich würde da so ein bisschen springen wollen, außer du hast eine Meinung dazu, dass es relevanter ja ist, weil sonst verlieren wir uns, glaube ich, in der historischen Abhandlung.
SPEAKER_06Ich glaube, das Wichtige ist quasi auf das Mittelalter folgt die Renaissance und damit sehr viel Diskurs über was ist Wissenschaft.
SPEAKER_03Genau, es findet sehr viel Diskurs darüber, was ist überhaupt Wissen, was ist Wissenschaft. Genau, wobei das Thema heute ist ja nicht, was ist Wissenschaft, sondern was ist die Hochschule. So, ich würde jetzt mal anfangen und im ersten Schritt würde ich mich fokussieren auf Deutschland und sagen, ich sag mal, nach 1945 hat sehr viel im Sinne von Reformen, Universitätsreformen, Hochschulreform stattgefunden. Und eine Sache, die ich gefunden habe, und das ist etwas, was anscheinend sehr wertvoll war, ist, dass die Hochschule auf einer Idee von Humboldt gebaut wurde. Und diese Idee, ich versuche sie gerade mal zu finden, oder dieses Paradigma des sogenannten Humboldtianismus, war, dass die Menschen, die dorthin kommen, als wissenschaftliche Personen herangezogen werden. Und die Universität sei als Gelehrenrepublik, eine Gesinnungsgemeinschaft wissenschaftlicher Persönlichkeit. Also es ging sehr viel darum, der Student wird als angehender Gelehrter und Forscher angesprochen, als philosophisch wissenschaftlicher Mensch. Und das ist im Grunde eine der Urideen, womit dann nach 45, also Uhr, die Idee der Universitäten und Hochschulen in Deutschland entstanden ist.
SPEAKER_06Ja, und ich glaube, auch in dem Kontext von Humboldt ist nochmal wichtig zu sagen, quasi die Universität ist ein Ort, an dem man kontinuierlich nach Wahrheit sucht, unter der Prämisse, wir finden sie wahrscheinlich nicht, aber es lohnt sich, immer weiter danach zu suchen. Und das ist, glaube ich, wichtig in Abgrenzung zu den Konzepten von, was du gemeint hattest, mit der Sorbonne, etc., die nach dem Magisterprinzip von wegen, es gibt Gelehrte quasi und die legen auch sehr viel aus. Also die legen sehr viel quasi das Wort Gottes aus, etc. Da ist es eher eine Interpretation der gegebenen Wahrheit über Religion hin zu einem Wandel zu, okay, Wahrheit muss geschaffen werden, Wissen muss geschaffen werden.
SPEAKER_03Genau. Und da findet sich ja auch schon recht früh diese Trennung, oder zumindest erstmal die semantische Trennung zwischen Forschung und Lehre. Dass es ein Teil gibt, der forscht und ein Teil gibt, der lehrt, wobei es früher immer verstanden worden ist, die Lehre, zumindest ist es die Interpretation, die ich jetzt mal ziehe, folgt der Forschung. Es ist dieses Ding, wir bilden ja nicht Forscher aus. Und sehr lange Zeit war der radikale Fokus, wir machen hier Bildung, was anders ist als eine berufliche Ausbildung.
SPEAKER_06Ja, darf ich ganz kurz reinkretschen. Ich glaube, es ist eben nämlich nicht die Trennung von Forschung und Lehre, sondern die Einheit von Forschung und Lehre.
SPEAKER_03Vielen Dank für die semantische Korrektheit.
SPEAKER_06Ja, weil sonst macht der Teil, den du danach gesagt hast, nicht mehr so viel Sinn.
SPEAKER_03Genau. Und dieser radikale Fokus zu sagen, wir machen hier keine Ausbildung. Wir bilden Menschen zu diesen philosophisch wissenschaftlichen Persönlichkeiten aus, die sich im Grunde mit der Weiterentwicklung des Verständnisses über die Welt beschäftigen. Und das war einige Jahre der Fokus der Universitäten und Hochschulen.
SPEAKER_06Ja, ich würde das vielleicht mal so in Kontext setzen: von es gibt Berufe. Auch 1810 gibt es Berufe, verschiedene Berufsgruppen. Und Sinn einer Universität ist es nicht, Handwerker auszubilden. Die werden ausgebildet vom Handwerkermeister. Es gibt Akademien gibt es nochmal Künste, die sind heute auch Universitäten, aber die Ausbildung, die in der Universität stattfindet, ist die zu einem Forscher. Und das ist quasi, also Universität ist quasi ein Berufszweig. Und die Universität kümmert sich nur um ihren eigenen Berufszweig, nämlich Forschung.
SPEAKER_03Ja, und das hat sich aber in den 60er Jahren gewandelt. Denn dort gab es ja auf dieser Universitäts- und auf der Wissenschaftsebene eine ganz krasse Debatte, die zum einen, und ich finde den Ursprung ganz spannend, dass sie gesagt haben: Bildung ist Menschenrecht. Und jeder sollte einen Zugang zur Bildung haben. Und das hört sich ja erstmal ganz cool an, also sollte ja so sein. Was aber gleichzeitig dazu geführt hat, wenn jeder einen Zugang zu Bildung haben darf, müssen wir es ja schaffen, diese Massen an Menschen, die Bildung wollen, abzubilden. Und das hat zu einem Problem geführt. Du wagest schon so mit dem Kopf, als würdest was sagen wollen.
SPEAKER_06Ich frage mich, wie sieht das Problem konkret aus?
SPEAKER_03Ja, das Problem sieht da aus, dass dort im Grunde aus meiner Sicht, also das ist jetzt, ich interpretiere jetzt mal rein, aus meiner Sicht sind da zwei Sachen gekommen. Das ist eine eher so ein humanistisches Weltbild, dass Menschen sollten lernen, Menschen sollten gebildet sein und so weiter, und gleichzeitig eine, ich sag mal, urkapitalistische Idee, dass Wachstum Grenzen findet und dadurch aber eine radikale Industrialisierung stattfindet, es einen Marktbedarf gibt, und ich würde auch sagen, das klingt ja immer so negativ konnotiert, wenn man sagt, es gibt ein so kapitalistische Idee oder was auch immer. Aber ich würde auch sagen, das war einfach eine gesellschaftliche Realität, die stattgefunden hat, dass es gesellschaftlich gesehen wurde. Es ist gut, wenn wir die Menschen ausbilden und gleichzeitig können sie auch produktiv sein, weil die sind dann auch gebildet. Und das ist ja auch für diese radikale Industrialisierung, brauchen wir auch anders ausgebildete Menschen. Und diese zwei Welten sind plötzlich zusammengekommen und was daraus entstanden ist, ist, nein, die Universität sollte ausbilden. Sie sollte Menschen für Berufe ausbilden. Und das war erstmal so ein, ich sag mal, ein Clash zwischen dieser Humboldt-Idee, wo ja, wo ich dachte, das gilt eigentlich immer noch, weil wenn ich mit Leuten aus der Uni rede, jetzt sehen wir diese große Idee von Humboldt, aber rein strukturell aus einer Reformlogik ist es ja schon in den 60er Jahren verändert worden. Also, dass dieser andere Weg gegangen wird. Und in den 80er Jahren ist es noch radikaler geworden, dass es immer stärker geworden ist, zu Universitäten müssen eigentlich wie Unternehmen fast schon funktionieren. Dass sie im Grunde Ziele bekommen vom Staat und sie im Grunde verarbeiten und dass zum Beispiel ein Hochschulrektor oder Professoren eigentlich im Wettbewerb stehen mit Alternativen und dass eigentlich ein gewolltes System ist. Und das ist natürlich interessant. Das hätte ich nicht gedacht. Das war für mich erstmal eine interessante Einsicht.
SPEAKER_06Also, was du sagtest, dass in der Nachkriegszeit, dass es da einen Wechsel gab von, also ich glaube, die NS-Zeit blenden wir jetzt auch mal komplett aus, da einfach halt halber. Aber dass es da quasi einen Wechsel gab von dem Zweck der Universitäten.
SPEAKER_03Ja, der fundamentale Zweck. Und das ganz spannend ist, dass dort so ein Begriff, und das kenne ich aus dem Managementbereich, aber ich hatte das dann in diesem Kontext der Hochschule so nicht gelesen. Es geht um sogenanntes Employability.
SPEAKER_06Ja, das war das mir auch untergekommen.
SPEAKER_03Wirklich, wo hast du das denn gefunden?
SPEAKER_06Ich habe das im Kontext von Bologna gefunden.
SPEAKER_03Ja, ich auch.
SPEAKER_06Die natürlich eine wunderschöne Reform war. Ja, aber was ganz witzig ist, was du vorher gerade gemeint hattest, dass der Bedarf auf einmal so sehr gestiegen ist an gebildeten, ich sage jetzt mal nicht Ausgebildeten, nicht beruflich Ausgebildeten, sondern an gebildeten Arbeitskräften, geht natürlich auch einher mit der von der Industrialisierung immer weiter hin zur Wissensgesellschaft. Und ich glaube, nach dem Krieg gab es tatsächlich nur 15 Universitäten in Deutschland. Und in den 60er, 70ern ist das dann deutlich nach oben. Und jetzt, heute könnte ich dir keine Zahl sagen, weißt du, wie viele Unis oder Hochschulen wir in Deutschland haben?
SPEAKER_03Viele.
SPEAKER_06Aber was du auch gesagt hast, und ich glaube, vielleicht müssen wir ganz kurz einmal in den internationalen Vergleich, ist, du hast gesagt, also der Staat gibt sozusagen Ziele vor für die Unis. Die Unis haben aber eine gewisse Hoheit, diese Ziele zu erreichen. Können wir ganz kurz darüber? Oh, jetzt habe ich viele Sachen im Kopf. Also einmal ist es quasi, wer ist der Auftraggeber und wer ist der Finanzierer von Universitäten? Und weil ich hätte die ganze Zeit im Kopf die USA mit sind da die, ist da nicht der Auftrag, quasi kommt der nicht von den Studenten, die da hingehen und die dann viel Geld bezahlen. Aber andererseits habe ich eigentlich nicht das Gefühl, dass das ist wie bei uns an den Privatschulen, dass dadurch die Studenten zu Konsumenten werden. Also ich habe das Gefühl, in den USA ist es, ja, die Studierenden, die bezahlen die Tuition, aber es ist eher ein Privileg, an sehr teuren Unis studieren zu dürfen. Es ist nicht so, dass ich hingehe und sage, oh, und jetzt möchte ich aber auch bitte den Abschluss haben, liebes Harvard, sondern ich bin mir sehr wohl bewusst, dass das jetzt schwierig ist. Während in Deutschland habe ich das Gefühl, dass das bei Privatschulen häufiger so ist, ja, ich habe ja dafür bezahlt. Aber das ist auch nur ein Hunsch, weiß ich nicht. Aber das in Deutschland sind Privatschulen ja auch eher noch ein Minderheitending. Und dass deiner Schlussfolgerung oder deiner Ausführung zu folgen, wäre jetzt der Staat quasi der, ich will es nicht Kunde nennen, aber Auftraggeber.
SPEAKER_03Ne, ich will nicht sagen Kunde. Also zu den amerikanischen Universitäten würde ich sagen, bin ich nicht vorbereitet. Ich weiß, es ist anders. Und das, was du sagst, mit es wirkt so, dass das oder die Idee ist, dass dort Eliten und so reinkommen oder Leute mit guten Fähigkeiten. Ja, kann ich mir vorstellen. Andererseits war Donald Trump an einer der Elite-Unis. I don't know. Ob das jetzt nur daran lag, dass er so schlau war, weil er hat ja ein ganz großes Gehirn oder weil er ganz viel Geld hatte. Aber deswegen will ich, ich will nicht darüber, weil ich habe keine Ahnung. Und deswegen will ich das jetzt auch nicht bewerten. Nichtsdestotrotz, die andere Frage, wer ist Auftraggeber? Ist, und ich habe eine Visualisierung gefunden, wo im Grunde die Wissenschaft oder die Hochschule im Kontext gesetzt wird zu drei anderen Systemen. Das eine ist die Wirtschaft, das andere ist die Politik und das andere sind die Medien. Und dort ist es so, dass Politik finanziert die Wissenschaft in Deutschland und bekommt von der Wissenschaft Beratung und Legitimation. Das sehen wir jetzt zum Beispiel jetzt in der Corona-Situation sehr spannend, wie das funktioniert, dass es funktioniert. Das war nicht sarkastisch gemeint. In der Wirtschaft findet ein Wissenstransfer statt. Also die Sachen, die in der Wissenschaft erdacht werden, sei es Erkenntnisse der Biologie, Erkenntnisse der Physik, Erkenntnisse von Ingenieurswesen und so weiter, auch in den Wirtschaftswissenschaften vielleicht. Die finden ja dann ihren Weg über die Forschung, über dann die Lehre der Leute, sowohl in Ausbildung oder auch nur Bildung, und die finden ja dann ihren Weg sowohl in die Wirtschaft an sich, als auch, und das ist das andere, die Wirtschaft finanziert ja auch Forschungsprojekte und so weiter. Dort findet der ja auch einen Wissenstransfer statt. Also sozusagen, ich würde sagen, es gibt einen grundsätzlichen Auftraggeber, zu dem, was ich, zumindest, was ich jetzt sehe, das ist die Politik. Und dann gibt es halt die mögliche, Projekte zu machen. Und das ist dort im Grunde, wo die Hochschulen dann im Wettbewerb sind, im Wesentlichen wahrscheinlich mit anderen, wo es ja dann auch geht, müssen wir beim Fußball, wer hat den Schlaußen Prof oder so. Aber eine Sache, die du gesagt hast, ist, wer ist der Kunde? Und da würde ich sagen, es gibt keinen Kunden. Denn zumindest wenn man so diese grundsätzlichen Ideologien nimmt, die Studenten sind keine Kunden. Die Studenten sind Studenten. Die sind ein, sie, also ohne Studenten funktioniert ja das gesamte System nicht. Also die Hochschule muss ja Studenten produzieren, also da muss ja das passieren, oder sie kann sie nicht produzieren, aber sie braucht sie, damit sie ja überhaupt Erkenntnisse schafft. Deswegen sind die Studenten, also in der Humboldtischen Logik oder so, der grundsätzlichen Logik, sind sie teilhaber, also die haben Teil an dem, was dort geschaffen wird. Und sind nicht nur Konsumenten, weil wenn sie Konsumenten wären, wären das aus meiner Sicht eigentlich gar keine Hochschulen mehr. Sondern sind das im Grunde sowas wie, keine Ahnung, Weiterbildungsinstitute oder so. I don't know, mirt. Oder weil ich habe das Unternehmen oder so.
SPEAKER_00Dazu kann ich auch was sagen. Also ich kann jetzt, ich spreche einfach mal kurz rein. Und zwar zu diesem Gedankengang, dass Studierende jetzt keine Kunden sind, sondern halt wirklich Anteilnahme an dem kompletten Bildungssystem haben. Also da habe ich jetzt eigentlich ein Beispiel jetzt aus Asien. Also ich habe in Bangkok ein Auslandssemester gemacht, habe dort sieben Monate studiert und ich war an der Iconida. Das ist eine zu 50% private Uni, zu 50% aber vom König kreierte Uni, der meinte, glaube ich, dass seine Nichte oder Tochter oder keine Ahnung wer, die möchte da in Richtung irgendwas machen, hat extra diese Uni gebaut, dass die Tochter da hingehen kann. Und jetzt mittlerweile wie diese Uni, dadurch, dass sie vom König ist, 50% vom Staat gezahlt und 50% einfach von den Leuten, die dort studieren. Und wenn man das sich mal statistisch anschaut am International Campus, da studieren wirklich überwiegend die Chinesen. Und aus dem Grund, weil, also das System ist so in China, wenn man dort bei diesen, sage ich mal, übertragenen Sinne Abi keiner 1, irgendwas hat, wird man nicht dazu qualifiziert, an den Elite-Unis in den Hauptstädten zu studieren. Und was bedeutet das? Wenn man nicht qualifiziert ist, an diesen Elite-Unis zu studieren, hat man kein Recht, in diesen Städten auch zu leben. Das bedeutet, dass die gezwungen sind, diese höhere Bildung woanders irgendwie zu kriegen. Und ich sag mal so, dass Alternative B ist dann einfach wie gesagt, okay, wir gehen nach Bangkok, das ist relativ nah. Thailand ist ja an sich ein Tourismusstaat. Das bedeutet, die Chinesen finanzieren tatsächlich Thailand zum größten Teil, obwohl die sich kulturell wirklich gar nicht verstehen. Die Kulturen sind so unterschiedlich. Ich habe mit so vielen Details geredet und ich meine, jedes Mal, ey, wenn jeder Chinese uns essen geht, dann zahlen wir den mehr, weil die angeben, also die sind da schon rassistisch. Also das klang wirklich so. Die sind aber auch offen. Würde das in Deutschland machen, würde man direkt Nazi sagen, aber jeder Staat ist irgendwie rassistisch. Nur wenn es ein Deutscher sagt, denkt man automatisch, okay, hey, du darfst dir das Recht nicht nehmen, aber jemand, der nicht aus Deutschland ist, kann sich das Recht nehmen. Ich meine, irgendwie ist ja jeder, hat irgendwie Vorurteile gegenüber irgendwas, sollte natürlich nicht so sein, aber die Friedenserfrage ist natürlich eine andere. Aber jetzt zurück zu dieser privaten Uni. Das ist wirklich ein, ich würde sagen, so ein Einkaufsmodell. Also die chinesischen Studierenden gehen dahin, sogar die Profs sind teilweise Chinesen, das heißt, die Allokation ist einfach okay. Hier sind die Studierenden und die Profs, die verlagern die jetzt einfach dahin, weil die jetzt nicht irgendwie die unter den Top, keine Ahnung was, waren, machen dort ihren Abschluss und dann dürfen sie zurückgehen und hoffen, dass sie einen Job kriegen in diesen Hauptstädten und dort zu leben und halt für die nächsten, für die Kinder und so weiter, dass die ein besseres Leben haben. Und tatsächlich kriegt man dort keinen Mietvertrag, wenn man dort nicht, wenn man entweder nicht dort ein Studium gemacht hat oder wenn man bestimmte Dinge halt nicht hat, das ist dann wirklich ein Privileg. Und die Studierenden, also die chinesische Studierenden, die wissen das auch, dass die diese Uni bezahlen. Und aus diesem Grund habe ich das, habe ich die Erfahrung gemacht, dass die tatsächlich in Gruppenarbeiten und sowas einfach nicht diese Motivation haben, okay, ich muss mich jetzt wirklich zu 100% anstrengen, weil ich brauche diese Note, sondern die wissen, okay, ich zahle ja dafür, wozu soll ich mich noch anstrengen? Ich bekomme danach, der Schnitt wird komischerweise so oder so in diesem Bereich sein. Und also ich habe da auch ein. mehreren darüber gesprochen und so, und das ist tatsächlich so, dass die meisten Privaten, also jedenfalls dort im Ausland, so diese Schiene fahren und in Deutschland jedenfalls bei den Privaten hier, da gibt es eine Handvoll, die sind tatsächlich wirklich schwer, aber wenn man sich jetzt mal die anderen vergleicht, die man jetzt nicht direkt so kennt, ich kenne da halt auch ein paar und habe auch immer so ein bisschen so das Niveau verglichen. Es ist tatsächlich auch einfacher und ich habe auch das Gefühl, dass die oft aus einem reicheren Haushalt kommen und die Eltern wissen, okay, studiere da, du wirst dann unser Unternehmen weiterführen und so. Die müssen da jetzt nicht an irgendeiner LMU oder RWTH oder keine Ahnung da studieren und keine Zeit mehr haben für andere Sachen. Aber zu diesen Studierenden als Kunde würde ich sagen, in Deutschland an den Privaten gibt es ein bisschen die Richtung.
SPEAKER_06Das ist, insofern machst du nämlich gerade, also du machst gerade einen Punkt auf, den ich spannend finde, weil du ja quasi, also weil du jetzt diese anderen, die anderen, mir fällt kein deutsches Wort ein, die anderen Stakeholder auch noch mit reinbringst. Ich würde nämlich sagen, was an der Uni ja nicht funktioniert, ist es ja, es ist kein Kaufvertrag. Also du gehst nicht hin und kaufst dir ein Diplom, sondern quasi es gibt ja immer noch sowas wie, und also darüber können wir jetzt streiten, an welcher Uni das wie schwer ist und so, darum glaube ich, muss es gar nicht gehen, oder wie valide welches Dokument ist, aber es gibt ja noch andere Parteien, die quasi interessiert sind daran, diese Signale, die eine Universität aufbaut, zu verarbeiten. Also es gibt einmal quasi den internen Bereich an der Universität, du bleibst drinnen, dann kann die Universität aber recht gut steuern, quasi wie intensiv die vorherige Ausbildung ist. Aber es gibt ja dann auch noch gesellschaftliche Funktionen. Es gibt zum Beispiel Eltern, die bestimmte Ansprüche stellen, es gibt Arbeitgeber, die bestimmte Ansprüche stellen. In manchen Fällen vermischt sich das, wenn es um Familienunternehmen geht. Und dann ist ja die Frage quasi auch, welche Uni wählt man aus, um welche Zwecke zu verfolgen. Und ich glaube aber, was das schon zeigt, was du gerade auch ausgeführt hast, ist, dass wir statt heute nicht mehr davon ausgehen können, dass die Universität dafür da ist, mehr Wahrheiten zu finden im Sinne von Forschungsbetrieb.
SPEAKER_03Ja, so genau darauf. Zumindest nicht ausschließlich. Genau, also ich glaube, darauf wollte ich auch hinaus, denn vor den Reformen in den 60er Jahren und 80er Jahren war nirgendwo explizit geregelt, dass die Universität sich an den Arbeitsmarktstrukturen, Bedingungen, Wechselwirkungen koppeln muss. Danach war es so. Also davor war die Universität frei und das war auch wichtig für die Universitäten und Hochschulen, nach gewissen Reformen war es so, nee, da muss eine Kopplung stattfinden. Den kam ich euch gerade erzählt, sehr viel historische, es gibt teilweise sogar soziologische Analysen gibt es dazu. Spannend ist, wenn man sich dann im Grunde irgendwann mal mit der neuen Institutionsökonomik aus der Volkswirtschaftslehre beschäftigt, die das auch untersucht haben und die das so gerne Ökonom machen, also das ist ein Teil der Spieltheorie. Und als Teil der Spieltheorie gibt es den Bereich der sogenannten Signaltheorie, die wiederum ein Unterbereich ist, die sich im Grunde anguckt, wie Verträge, welche Signale sie wo senden. Und innerhalb der Signaltheorie gibt es ganz viel Forschung, die sich damit beschäftigt, was ist ein Universitätsabschluss? Und wie funktioniert ein oder ein Hochschulabschluss und wie funktioniert der in einem Arbeitsmarkt? Und die untersuchen das natürlich komplett, das ist ja, also für die Spieltheorie, sonst könnte sie ja natürlich mathematisch das nur schwer verarbeiten, können sie nicht die Qualität des Abschlusses jetzt per se untersuchen, sondern im Grunde haben Sie sich angeschaut, es ist im Grunde ein Zertifikat und signalisiert anderen, dass sie zertifiziert sind für eine Sache, aber natürlich ohne zu beweisen, dass sie das können. Im Grunde die Reputation der Universität, wovon sie es bekommen haben, das ist wiederum Signalqualität des Aufnehmenden, in dem Fall des Arbeitsmarktes. Ja, und damit rennen wir natürlich schon so ein bisschen darin zu sagen, okay, also wie du schon gesagt hast, Mary, so die Universität im Sinne von ich gehe dahin um etwas, was nicht klar ist, irgendwas, was ich gerne verstehen würde, zu erkennen, hinzu Ich muss das tun, weil ich Employability haben muss. Vielleicht nochmal so kurz, was ist Employability? Das habe ich mir nochmal hier aufgeschrieben. Employability bezeichnet die Fähigkeit einer Person auf der Grundlage ihrer fachlichen Handlungskompetenz, Wertschöpfungs-, Leistungsfähigkeit und Arbeitskraft anbieten zu können und damit eine in das Erwerbsleben einzutreten, ihre Arbeitsstelle zu halten oder wenn nötig, sich eine neue Erwerbsbeschäftigung zu suchen. Ja, also ich muss sagen, es war für mich ein bisschen ernüchternd, dass ich mich mit diesem ganzen rechtlichen Kram beschäftigt habe. So die Romantik der Hochschule geht damit natürlich radikal verloren. Das ist aber ganz lustig, denn das spiegelt sich mit einer anderen Sache wider. Ich habe Beiträge gelesen von Adrian Daub. Adrian Daub ist Professor für Germanistik und vergleichende Gender Studies und Kulturwissenschaften an der Stanford University. Und er hat eine ganz lustige Untersuchung gemacht. Er meinte so, ja, in Stanford ist es so, dass es ein Signal an den Markt ist, man kommt rein, isst hier zwei, drei Semester und dann bricht man ab. Und dass Stanford ein Problem damit hat, dass die Abbrecherquote so hoch ist, weil das ist auch wieder interessant, wie die Verarbeitung der Leute ist, weil Steve Jobs und Bill Gates und Mark Zuckerberg abgebrochen haben, müssen wir jetzt alle abbrechen, weil damit senden wir ein Signal an die Venture Capitalist, wir sind so wie die.
SPEAKER_06Das ist also jetzt quasi Trend und Trendsignal.
SPEAKER_03Ich finde eine Sozialverarbeitung.
SPEAKER_06Ich würde gern dazu kurz was aus den Kommentaren lesen. Ich habe mich mal kurz gefragt, wer von euch hier quasi, also von den Studierenden, die hier mit uns sind, wer denn für die Forschung an die Hochschule gegangen ist oder wer an die Uni gegangen ist zum Beruf. Und da kam ein interessanter Kommentar, in dem nochmal steht, also erstmal, wir sprechen von der Hochschule Rhein-Main, da gibt es schon mal einen höheren Praxisbezug. Das heißt, ich glaube, das würde auch meine anekdotische Erfahrung bestätigen. Man geht eher an die Fachhochschule oder Hochschule, wenn man mehr Praxis möchte und an die Uni ist mehr Theorie.
SPEAKER_03Und wir sind ja in einem BBS-Studiengang, was ja tendenziell eher praxisorientiert ist als vergleichende Studiengänge.
SPEAKER_06Genau. Und was hier aber spannend ist, quasi, dass in den Naturwissenschaften häufig zum Beispiel der Bachelor oder der Master nicht als Signal ausreicht, um am Arbeitsmarkt angenommen zu werden. Also ich kenne das auch aus der Chemie zum Beispiel. Da muss man eigentlich promovieren, weil die anderen Signale sind quasi nicht stark genug. Und ich weiß jetzt nicht genau, ob es da mit dem Können wirklich zusammenhängt oder ob das auch eine Signal, also eine reine Signalsache ist. Ich glaube aber, dass manche Studiengänge schon mehr höhere Abschlüsse brauchen, während andere nicht ganz so hohe Abschlüsse brauchen.
SPEAKER_00Ja, auch zu dem Kommentar, also ich habe tatsächlich halt, also wie auch gesagt, mehrere Freunde, die auch Naturwissenschaften studiert haben, aber jetzt, ich sag mal so, auch bei der Medizin oder so, bei diesen ganzen Studiengängen, die eigentlich schon so konsekutiv noch drüber der Master eigentlich käme oder sage ich mal Diplom oder noch die Staatsexamen und sowas, mit diesen ganzen Studiengängen, die halt eben nicht an der Hochschule angeboten werden, die sind halt so aufgebaut, dass man sagt immer, okay, gerne die Hochschule, wenn du eher praxisbezogen was machen möchtest und gerne die Uni, wenn du mehr die Theorie haben möchtest oder das große Ganze dahinter verstehen möchtest. Und keine Ahnung, der Human, der redet gern häufig über die Spieltheorie oder über VWL-Ansätze, die an der Hochschule tatsächlich eher so ein bisschen, die Themen werden dann nicht so in die Tiefe besprochen, als jetzt andere Themen. Deswegen, das mal nur als Beispiel. Und das Ding ist, heutzutage der Arbeitsmarkt, so wie ich das kenne und verglichen habe, die sehen nicht mehr so dieses Okay, also die gehen dann immer ein bisschen weg von okay, Hochschule ist so viel schlechter als Uni, dass es eher ein bisschen gleich ist, außer jetzt sage ich mal bei wirklich höheren Management-Ebenen oder bei Strategieberufen, jetzt im Consulting, strategische Berater, da wollen die tatsächlich, also so wie ich das gesehen habe, jetzt bei den Großen halt, dass es wirklich eine Uni-Absolvent ist. Aber wenn es dann so ein bisschen mehr um Implementierung geht, um operative Sachen und so, dann tatsächlich eher die Hochschule. Und ich habe da auch in unserem damaligen Arbeitgeber, also meinem letzten Praktikum, der Chef, der dazu kam, der davor bei Accenture in der Strategieberatung gearbeitet und ich habe ihn auch so gefragt, ja, wie säß mir im Praktikum und so aus? Da meinte er, ja, komm drauf an, in welchem Bereich du im Consulting arbeiten möchtest. Bei dem einen hättest du wahrscheinlich gar keine Chance, weil du vor einer Hochschule kommst. Und das war schon ein Lichter auf jeden Fall.
SPEAKER_03Also du spielst mir gerade so viele Karten zu. Das erste, und ich will jetzt nicht mit Beraterbashing anfangen, aber vielleicht mache ich es trotzdem. Ja, du hast recht. Bei Beratung ist es sogar radikaler. Denn das ist, ich würde sagen, McKinsey und vergleichbare Tiers, da reicht es ja noch nicht mal, wenn du von der Uni ein Master hast. Du musst von einer Privatuni den Master haben. Also die McKinseys und was weiß ich was, die wollen dann eher von der von der Apps oder sagen wir von einer Top-Universität. Genau. Da geht es ja noch nicht mal mehr darum, von welchen, also klar, wenn du dann von Münster oder Köln oder so einem Kram hast, klar, da funktioniert es auch, aber ich habe ja sehr viel mit Strategieberatern gearbeitet in meinem Leben und in der Regel sind da sehr viele aus diesen privaten Universitätskontexten dahingestellt. Das andere, was für mich noch viel spannender ist, im Kontext von Top-Beratung, also wirklich McKinse und BCG und so weiter, ist interessant, wenn ihr euch mal anguckt, wie viele von denen haben einen Doktortitel? Gar nicht so wenige. Das interessante ist, bei solchen Top-Tier-Beratungen ist es so, es gibt ein Programm für Leute, dass sie während ihrer Junior-Beraterzeit einen Doktortitel machen. Das ist wirklich so Programme, die McKinsey und BCG geschaffen haben, dass junge Leute, die reinkommen, Doktortitel machen sollen, aber nicht, weil Forschung cool ist, sondern weil es ein Signal gibt an ihre Kunden, dass wir teure Leute, die Leute teuer verkaufen können. Und das ist ja, also wir haben ja gerade über den Kram gesprochen, dass die Hochschule, also die Lehre sozusagen schon industrialisiert wurde. Und ich will das noch nicht bewerten, ob das gut oder schlecht ist, auch wenn meine Tonalität natürlich immer eine Tendenz zeigt. Aber in dem Fall ist es ja sogar, die Forschung ist industrialisiert, ich meine, die ist auch zum großen Teil industrialisiert, aber da natürlich noch radikaler, weil die sagen, ey, dann mach doch mal dieses Forschungsprojekt, de facto, viele von denen interessiert das vielleicht gar nicht so sehr, aber wenn dann mit dem Doktortitel für McKinsey oder vergleichbare gut, weil damit kann ich am Markt sagen, ich habe echt schlaue Leute.
SPEAKER_06Ich versuche das mal positiv zu framen.
SPEAKER_03Irgendjemand sollte das tun.
SPEAKER_06Die Universität, also ich sag mal nach den 60ern und auch nach Bologna, weil, also du hast recht, dass sich die Universitäten die Hochschulen auch immer mehr angleichen, auch in der Art und Weise, wie sie lehren, wird das immer ähnlicher auch durch das Bachelormaster-System. Aber welche Funktion hat dann die Hochschule, wenn es nicht nur um die Lehre geht und nicht nur um die Forschung, ist sie eine unabhängige Partei, die einen Qualitätssiegel verleihen kann zu den Leuten, die es, ich sag's mal ganz salopp, verdienen durch ihre Leistung, die sie an der Hochschule gebracht haben, die da geprüft wurde von der unabhängigen Hochschule. Weil der Arbeitsmarkt oder die Parteien am Arbeitsmarkt diese Prüfung in der Masse nicht individualisiert durchführen können. Und dadurch hat sie nochmal eine positive Funktion vielleicht.
SPEAKER_03Ja, ich lasse mal deine positive Kondotation eine Sekunde stehen und würde natürlich sagen, das hat natürlich eine harte Wechselwirkung auf andere Sachen, wie zum Beispiel Forschungsbereiche, die uninteressant sind, Leute, die belächelt werden, die Kunsthistorikerinnen werden wollen, Mary, die das dann nicht machen, weil dann die Mama dann sagt, ja, aber was willst du denn später? Willst du Burger flippen damit? Wolltest du nicht Kunsthistorikerin werden?
SPEAKER_06Ja, aber meine Mama hätte das nie gesagt. Ich meine, ich habe danach Soziologie studiert. Ich weiß nicht, ob das so viel anerkannter ist.
SPEAKER_03Was hast du nach deinem Soziologiestudium gemacht?
SPEAKER_06Ja, nach meinem Soziologiestudium bin ich an eine in Europa anerkannte Business School gegangen und habe da ein Master in Management draufgelegt.
SPEAKER_03Employability.
SPEAKER_06Employability, ganz klar. Und ich sage dir auch, warum ich das gemacht habe. Also abgesehen von den inhaltlichen Sachen, weil ich nämlich dazwischen auch in einer Beratung war und die Entscheidung fiel am Ende wirklich auch zwischen Frankfurter Main Soziologie Master oder Rotterdam Management Master. Und das an einer guten Schule studieren und dann quasi international Employability zu haben, war auf jeden Fall mit ein Grund. Ich würde nämlich behaupten.
SPEAKER_03Also die Frankfurter Soziologie Lehrschule ist ja ein international bekannt und anerkanntes Institut.
SPEAKER_06Ja, solange du halt in der Soziologie was machen möchtest. Aber es ist dann natürlich relativ eingeschränkt, weil ich glaube schon in Deutschland das noch einen fachlichen Fokus gibt, den es vielleicht nicht mehr so oder vielleicht auch noch nie gab, so sehr weiß ich nicht. In den angelsächsischen Ländern zum Beispiel, an denen sich ja auch das Business School-Modell orientiert, die ja sagen, es kommt darauf an, wo du studierst und nicht, was du studierst. Während in Deutschland glaube ich, dass der Studieninhalt schon auch noch eine große Rolle spielt. Aber da sind wir natürlich auch immer noch beim Employability-Thema, weil in Deutschland sagt man halt, was hast du studiert? Hast du Maschinenbau studiert? Gut, dann kannst du hier arbeiten, weil dann weißt du die Basis. Weil so zum D ist das jetzt natürlich nicht irgendwas, wo sich die Unternehmen danach streiten, wer zu versuchen.
SPEAKER_03Oder du gehörst zu den hunderten von Leuten, die vor zehn Jahren oder so, 15 Jahren gesagt, oder zehn Jahren hieß es, du musst unbedingt Maschinenbau studieren, sich hunderte Leute, tausende Leute auf Maschinenbau gestürzt haben und heute alle Probleme haben mit Employability oder viele Probleme haben mit Employability.
SPEAKER_00Da ist auch ein Beispiel. Und zwar meine Schwester, die hat Maschinenbau studiert vor diesen Jahren. Und die war auch bei Daimler tätig und so weiter. Und was sie jetzt in den letzten, vor allem letzten zwei, drei Jahren jetzt gerade beobachtet, hat ja mal dieses Branding, so sagt ja mal so, wenn du, wenn du Maschinenbau studiert hast, dann bist du ja direkt irgendwie von jedem mit Handkost genommen und so. Und die sieht das tatsächlich jetzt gerade so, Daimer und so weiter von vier Stellen setzen die drei ab, klicken drei raus und haben dann noch einen da und dann tatsächlich, obwohl du dieses richtige, sag ich mal, wenn du jetzt, keine Ahnung, an irgendeiner Top-Uni jetzt studiert hast, also ein Hardcore-Studium. Also ich würde jetzt sagen, klar, es ist jetzt relativ, ich kann jetzt nicht sagen, dass es schwerer als ist, aber ich würde schon sagen, dass es schwerer ist, als jetzt Betriebswirtschaftslehre, auf jeden Fall, also um einiges schwerer, und dass die da jetzt dann wirklich auf Jobbange sind, also dass sie nichts kriegen, das ist auch so ein Trend.
SPEAKER_06Dazu vielleicht auch noch ein Punkt, Human, ich weiß nicht, wie sehr der dir jetzt in die Karten spüren wird, was du sagst, aber es ist natürlich schon auch so, dass der Fokus von Employability, ich mag das Wort, komplett mit oder hauptsächlich auf den Universitäten oder auf den Hochschulen liegt heute. Also was haben wir, wir haben 50 Prozent der Schüler werden Studenten oder sowas. Das sind wahnsinnig viele. Also wenn man vergleicht, früher war quasi eine Universität, was wirklich Elitäres, also auch noch in der Nachkriegszeit. Und dann kam eben diese Reformzeithuman, von der du gesprochen hast, und das wurde zum, wir wollen das eigentlich als die Norm einsetzen. Hat natürlich auch zur Folge, dass man unheimlich viele Leute mit Abschluss hat und je nachdem, was sie studieren, halt vielleicht auch manchmal zu viele.
SPEAKER_03Ja, also natürlich, es gibt mega gute Seiten, wie zum Beispiel mehr Leute haben Zugang zu dieser Bildung und können sich ausbilden und können dann ja auch gesellschaftlich aufsteigen und so weiter. Und das ist auch so. Aber natürlich ist die Frage immer, wie macht man das? Und ich glaube, also zu diesem Ding, heute haben wir halt natürlich eine lustige andere Bewegung, alle müssen IT und Machine Learning studieren, weil das ist jetzt, das nach gefragt wird, und das ist halt jetzt, ne, das ist halt ein Markt jetzt. Und ich, wie gesagt, ich versuche mal, aber dass sich sehr bewertend alles anhört. Ich glaube, das ist erstmal eine Gegebenheit. Und das ist jetzt gerade ist es so, dass diese Hochschulen umorganisiert, umstrukturiert worden und zwar nicht nur, also wirklich auf einer, wenn man sich damit beschäftigt, auf einer sehr fundamental strukturellen Ebene, im Sinne von, wie werden sie finanziert, im Sinne von, wie ist ihre eigene interne Organisation, was ist die Funktion eines Hochschulkanzlers und so weiter, dass das alles eher ist, wie man Wirtschaftsorganisationen strukturieren würde und dementsprechend und auch die Inzentivierungsstrukturen und so weiter und dementsprechend verhalten sie sich ja auch so. Und das ist ja auch erstmal okay, denn die Hochschulen und Universitäten waren ja plötzlich damit konfrontiert, dass ein Haufen Menschen dahin kommt und es war auch gleichzeitig ein Bedarf für einen Haufen Menschen, die besser ausgebildet werden, war auch da. So, und das ist ja erstmal der Kontext, in dem wir uns jetzt bewegen. Das ist, wie es ist. Die Hochschulen haben, ich würde sagen, zu einem kleinen Teil, natürlich ist das andere, dass die gut ausbilden sollen und bla bla, damit die Menschen auch nicht dumm sind und so weiter, ist da. Aber die Hauptfunktion, die wir heute beobachten, ist Employability zu erschaffen.
SPEAKER_06Ich würde sagen, der Gott, das ist eine Verbindung, ne? Die Forschung ist notwendig, damit die Universität immer quasi top of the edge oder on the edge quasi Wissen hat, neuesten Wissensstand, den sie vermitteln kann, damit die Leute das beste Wissen haben für ihre Berufslaufbahn.
SPEAKER_03Ja. So, jetzt haben wir die Hochschule definiert und verstanden, wie sie funktioniert, warum sie so denkt, warum sie so handelt. Jetzt kommt die digitale Transformation hinzu. Digitalisierung kommt hinzu. Und das Ding ist natürlich, das erste, wenn man über Digitalisierung nachdenkt, denkt man natürlich über, wie kann man die Prozesse in der Hochschule digital machen. Sowas wie, warte, ich habe mir ein paar Sachen aufgeschrieben. Was ist mein Zettelchen? Ich seid auf, um auf Post-it zu schreiben. Also, da kommt so etwas wie Connectivity ist doch jetzt da. Wir können doch jetzt Massive Online Open Courses machen. Und wir können den Prozess XY jetzt mit einer App machen und so. Und das ist sozusagen, ich würde mal sagen, dieses, was wir auch beim letzten Mal mal in der Vorlesung diskutiert haben, mit diesem, man schaut sich Prozesse an und so weiter und versucht die zu digitalisieren. Aber wir haben ja auch gerade festgestellt, die Hochschule ist ja eigentlich im Wandel im Sinne ihrer Umwelt. Ob das jetzt gut oder schlecht ist, da gibt es ganz viele soziologische und philosophische Studien zu, die wollen wir jetzt nicht bewerten. Aber wir können jetzt einfach mal als Prämisse, wie wir das jetzt hergeleitet haben, sagen, das ist erstmal eine Prämisse, die wir haben. Eine Hochschule ist im Wandel auch sozusagen, wie die Gesellschaft und dann die Wirtschaft, der Markt ist ein Teil davon, funktioniert. Mary, ich frage dich mal ganz offen, wie geht sie denn mit dieser digitalen Transformation im Sinne von, was da draußen los ist, aus deiner Sicht damit um? Und ich weiß, du wirst agnostisch neutral antworten wollen.
SPEAKER_06Meinst du inhaltlich?
SPEAKER_03Ja, wie erfüllt sie denn ihre Funktion der Employability zum Beispiel?
SPEAKER_06Ja. Wie ich das gerade eben gesagt habe, mit Forschung ist notwendig, damit der neueste Wissensstand immer da ist, damit die Leute da drin gelehrt werden, das neueste Wissen, damit die dann gute Employees werden in Unternehmen, ist, glaube ich, da ist schon ein Grundproblem drin. Und das ist nämlich, dass eine Universität hauptsächlich Wissen vermittelt und ausbildet immer noch, weil Legacy und auch weil zum Teil cool und es gibt irgendwas anderes. Ausbildung passiert zum Forscher. Das heißt also, können oder Skills werden zum Forschen vermittelt, die werden aber in der Wirtschaft in der Regel nicht gebraucht, außer du bist halt Chemiemensch.
SPEAKER_02Boah, den würde ich direkt hart widersprechen, aber egal.
SPEAKER_06Ich rephrase, es wird nicht angefragt.
SPEAKER_02Würde ich auch widersprechen, aber egal.
SPEAKER_06Die Universitäten, glaube ich, fokussieren sich sehr wenig darauf, Fähigkeiten auszubilden.
SPEAKER_02Was heißt Fähigkeit?
SPEAKER_06Fähigkeiten heißen, also wenn wir jetzt zum Beispiel Betriebswirtschaftslehre nehmen, dann ist es quasi, okay, ich verstehe, wie ein Unternehmen aufgebaut ist und ich verstehe, wie die, weiß ich nicht, doppelte Buchführung funktioniert. Die kann ich dann auch anwenden. Okay, da geht es dann vielleicht schon zum Teil auch um Können. Aber wir haben ja in der letzten Vorlesung und auch im Podcast schon habe ich davon gesprochen, dass mit der Digitalisierung natürlich eine sehr hohe Veränderungsgeschwindigkeit. Einhergeht. Was wir nicht lernen an können, ist quasi selbstständig eine Art der Buchhandhaltung zu entwickeln. Das ist jetzt ein extremes Beispiel. Aber ich glaube, sie kommt auch oft zu kurz in dem, was sie postuliert, dass sie vermittelt. Also auch in den Geisteswissenschaften ist es ja sehr viel, okay, wir vermitteln kritisches Denken als Fähigkeit, wird aber so nicht unbedingt abgefragt, geprüft oder sonst irgendwas. Das heißt, du kannst auch sehr gut, ohne diese Fähigkeit zu erlangen, kommst du gut durch die Uni. Ich glaube, das ist am Ende das, was geprüft wird, ist ein Wissensstand und nicht eine Fähigkeit.
SPEAKER_03Ja, also ich sehe das den letzten Teil sich ähnlich. Ich glaube halt, was die durch diese ganzen Prozesse, was halt jetzt mit der Uni, so sagen wir mal, der Sinn ist Employability und den will ich jetzt nicht normativ bewerten, ist so. Punkt. Dann ist aber meine Ableitung daraus, das Design, was sie gemacht haben, dass das passiert, ist halt erstmal sehr klassisch aus einer Industrialisierungslogik überführt worden, also Massenproduktion. Und ich glaube, das hat eine lange Zeit sehr gut funktioniert, bis eine digitale Transformation eingetreten ist. Denn jetzt kommt natürlich so das Ding, jetzt kommt ich, der mit Unternehmen arbeitet. Ich würde mal erstmal behaupten, die Unternehmen wissen selber gerade gar nicht, was los ist und was sie brauchen. Und die können ja gar nicht ihren Bedarf artikulieren. Und ich habe mal, um mal zu zeigen, ich habe mal die von dem European, nee, es ist nicht European, World Economic Forum. Sehr progressiver Ort, habe ich mir die Top Skills of 2025 mir mal gezogen und einfach mal, kann man sich angucken, Analytical Thinking and Innovation, Active Learning and Learning Strategies, Complex Problem Solving, Critical Thinking, Creativity, Originality and Initiative, Leadership and Social Influence. Und dann kommen ein paar technologische Sachen und also Technology Use, Technology Design, Resilience, Stress Tolerance, Reasoning, Problem Solving, Ideation und so weiter. Also bis jetzt auf diese zwei technical Dinger, was ich sagen würde, ist halt aktuell wieder, ne, sind ja die anderen Dinger eher so Meta-Fähigkeiten. Also aktives Lernen, analytisches Denken, komplexes Problemlösungen, kritisches Denken gilt ja für fast jedes Fachgebiet. Und das ist ja auch, was wir merken, ist, was ja die Unternehmen heute merken, also wenn wir über eine digitale Transformation einer Gesellschaft, die sich in einem digitalen Kontext sich gerade verändert, ist, wir brauchen Leute, die denken und verstehen und anwenden können. Wir brauchen eigentlich viel weniger Leute, die erlerntes Wissen anwenden. Und hier, glaube ich, ist das Problem, die Hochschule tut das nicht zu einem großen Teil. Ja, schießt du auf mich?
SPEAKER_05Wahrscheinlich, weil ich die Hand gehoben habe.
SPEAKER_03Ich sollte mal hingucken.
SPEAKER_05Ja, dazu würde ich gerne was ergänzen, weil ich so etwas ähnliches in einem YouTube-Video gesehen habe, was ich sehr interessant fand, der Gedankengang, dass es halt zum Zeitpunkt, wo die Schrift und auch Bibliotheken etabliert wurden, dass es da eben der Sinn von Bildung war, Experten auszubilden, die eben in so einer großen Bibliothek praktisch das Wissen direkt auf Abruf haben, weil wir ansonsten ja gar nicht wirklich das finden können, was in so einer gigantischen Bibliothek eben ist. Und deswegen war die Aufgabe, okay, wir bilden Experten aus, die können uns direkt Wissen vermitteln. Und durch die digitale Transformation kommen wir aber ja viel einfacher an Wissen heran. Wir brauchen also praktisch nicht mehr diese Experten, die uns dieses Wissen geben, sondern wir können es ganz einfach uns selber beschaffen, eben durchs Internet oder googeln. Und das wird dann wahrscheinlich eben auch zu diesem Shift führen, dass wir bei Bildung nicht mehr darauf achten sollten, dieses frontale Unterricht zu vermitteln, also Frontalunterricht und sodass wir Experten ausbilden, die eigentlich nur das Wissen wiedergeben können, sondern eben, was ihr auch schon erwähnt habt, dass man eben selber reflektiert und analytisches Denken und sowas eben fördert, dass wir nur so auch in Zukunft weiterkommen, eben im Hinblick eben auch auf die Zukunft, sonst können wir die digitalen Möglichkeiten ja auch gar nicht anwenden, wenn wir eben nur auf diesem Expertenwissen bleiben, sondern wir müssen uns irgendwie verändern. Und das ist, denke ich, noch an einem Punkt bei Schulen und Hochschulen und Universitäten, den wir noch nicht wirklich erreicht haben, dass die Art der Lehre und der Wissensvermittlung ein bisschen zu schiften. Ich finde, du hast super schön gesagt.
SPEAKER_06Ich würde ganz gerne kurz. Ich würde kurz zwei Sachen auseinandernehmen, nur für, damit es am Ende keine Confusion gibt. Ich glaube, es gibt durchaus einen Raum für Expertenwissen. Absolut. Und zum Beispiel auch, was diese MOOCs machen, diese Massive Open Online Process oder EdX Harvard Online und so weiter und so fort, was die ja machen, ist, die sagen, die geben einem Zugang zu kuratiertem Wissen. Das ist aber ein jetzt gerade ist dieses Wissen aktuell. Und das kann auch sich dann wieder, der Kurs kann weggenommen werden. Was zum Beispiel YouTube zum Teil ja auch macht, ne, oder andere Quellen machen das auch. Also ich glaube schon, dass es einen Bedarf gibt an kuratiertem Expertenwissen, weil aus der ganzen Flut von Informationen ist das ganz gut, mal so eine Eingrenzung zu bekommen. Aber du hast völlig recht, das ist eben ein Teil und der verändert sich ja ganz schnell die ganze Zeit. Das heißt, können wir das in einer Universität tun? Aber was macht eine Universität? Wie stellt die sicher, dass sowas wie diese Fähigkeiten, die du gerade genannt hast, dass sie das hinkriegt?
SPEAKER_03Ja, also ganz ehrlich, ihr seid jetzt schon am Ende gekommen. Ich würde aber gerne ein paar Sachen dazwischen ziehen. Erstmal ein Fun Fact, was du gerade gesagt hast. Ich mache mal hier kein Name-Dropping, weil vielleicht wollt ihr nicht, dass auch eure Name jetzt im Innsight korrigieren. Aber was du gerade gesagt hast, ist für die, die mal so Langeweile haben, es gibt eine Website, die heißt Library of Babel. Das hat ein Typ programmiert, er hat so ein Hex-Coding, ich will jetzt nicht in die technischen Details, und er hat im Grunde alle möglichen Buchstabenkombinationen der englischen Buchstaben gemacht und dort eine Bibliothek entwickelt, wo so Seiten von Büchern, also Bücher, sind fertig. Das ist schon gemacht, ne? Das sind so Bücher und die haben Seiten. Und da gibt es wohl mehr Seiten, als Moleküle es im Universum oder sowas gibt. In dieser Bibliothek von Babel müsst ihr euch vorstellen, steht schon alles drin, was jemals gewesen ist, was ist und was sein wird. Also eure Bachelorarbeit steht in diesem Moment in diesem Ding drin. Das einzige Problem ist, ihr müsst es finden. Weil alles steht drin. 99,9 Prozent dieser Seiten sind sinnlose Wort- und Buchstabenkombinationen. Aber ich habe meine Masterarbeit dort reingegeben, die stand drin. Wenn ich heute ein Konzept schreibe, dieses Konzept steht da drin und auch alles andere. Das ist, ich glaube, es ist lustig, weil, was du ja meintest mit diesen Schreiberlingen und so weiter, das war ja die Idee der Universität von Babel. Und das existiert jetzt. Aber das Problem, wo finde ich es? Weil ich müsste ja unendlich suchen. Das ist nur ein kleiner Funfact. Aber wieder, um auf diese Diskussion wieder einzusteigen, was ich gerade gesagt habe, und der Kollege, der voll davor gesprochen hat, wie gesagt, wir keinen Namen droppen, der hat also gemeint, dass der Human, der rezitiert hier Spieltheorie und was bei sich war es. Ich war auch auf der Hochschule. Ich war nicht an einer Universität. Ich habe einen Master in Accounting, Finance und Tax und Audit. Ich hatte auch keine Spieltheorie oder ich hatte nur Grundzüge der Spieltheorie. Es war für mich irgendwann für meine Arbeit relevant, dass ich mich mit neuen Institutionsökonomik und Vertragstheorie und dann landet man einfach irgendwann bei der Spieltheorie auseinandersetze, weil ich es musste. Und was ja dann spannend ist, der Content war ja da. Und dann konnte ich die Bücher lesen, die Artikel mir holen, mir Experten-Talks dazu angucken, dass die größten Koryphäen der Welt die Nobelpreisträger reden darüber. Und daraus konnte ich Meisterschaft erlangen. Also erstmal musste ich es anfangen, anwenden, ausprobieren, verstehen. Und dann konnte ich damit umgehen. Ich habe keinen Prof, der mir das beigebracht hat. Heute bezahlen mich Unternehmen dafür, dass ich den Kram erzähle, der auf YouTube und Wikipedia steht. Manchmal denke ich mir so, I don't know. Fühlt sich komisch an manchmal. Sag ich das so, Mary, mal, wenn wir Proposals schreiben. Das fühlt sich komisch an irgendwie. Wir geben dort im Grunde Wissen wieder, was überall steht. Aber natürlich liegt darunter ja eine ganz andere Sache. Und zwar sind das Grund, also ich glaube, als die ersten Universitäten gestartet sind, gab es da so, und Universitäten wie Harvard und Stanford haben das immer noch in ihren ersten Semestern. Leute trainieren in Rhetorik, Leute trainieren in Arithmetik, ob man das jetzt braucht, mal dahingestellt. Aber auch sowas wie in Logik, in so Sachen wie Zerlegen von Problemen. Das, was wir gerade machen, einen Raum aufzumachen, wo wir mal gemeinsam mal ein Thema zerlegen, verstehen, durchdringen, die Einzelteile, aber auch ihre Wechselwirkung verstehen. Das ist ja das, was die griechischen Universitäten und so weiter, und vielleicht auch, gab es Universitäten Griechenland? Ich weiß gar nicht. Aber, nee, da gab es Akademie, ne? Ich bin komplett off. Aber die ersten Universitäten tausend Jahre, 2000 Jahre später, tausend Jahre später hatten. Und ich glaube, und wie gesagt, wenn ich dieses World Economic Forum-Ding nehme und auch mal das nehme, wo, also zum Beispiel, die haben dort diese Technical Skills drin, wo ich mir auch wieder denke, diese Technical Skills, ich kann mich heute bei Data Camp registrieren und kann Coden lernen und diesen ganzen Kram. Und das tun ja auch viele Leute. Also am Ende, was doch eine Universität machen kann oder eine Hochschule, ist, ich glaube, es sind zwei Sachen, ne? Ich glaube, auf der Forschungsseite können Universitäten und Hochschulen Content kreieren. Das ist ja der Forschungsteil. Also denken, Verstehen, Schreiben, Videos machen, Podcasts machen, was auch immer. Das können sie, und was auch eine Universität kann, ne, das ist ganz auch ganz anknüpflich an den Library of Babel, sie können uns helfen, den Noise zu reduzieren. Denn die Wahrheit ist auch, in diesem riesen Internet ist auch ein Haufen Bullshit. Und ganz viele Sachen, die, wo man, das will ich nicht sagen, es gibt viele Aluhut-Trä, die ganz komische Logik haben, wo man sich dann fragt, so, hm, ich hoffe, hier trägt keiner von euch einen Aluhut. Aber da ist ganz viel Bullshit drin. Und eigentlich, was diese Orte doch können, ist es, Menschen auszubinden und zu sagen, ey, lass uns mal verstehen, woher wissen wir denn, dass wir das wissen? Woher kommt denn deine Argumentation? So Konzepte wie Objektivismus, sowas wie Positivismus aus Erkenntnistheorie oder sowas wie Konstruktivismus, so Konzepte wie radikaler Konstruktivismus, die, als ich sie erst über Wikipedia gelernt habe oder über die Auseinandersetzung mit Sozialtheorie, mit der Systemtheorie, dass im Grunde ja ganz viele Konstrukte sind, die wir bauen und dann als wahrnehmen und dann merkt man plötzlich so, ah, okay, so funktionieren ja plötzlich Sachen. Das ist ja eigentlich das, was heute in der Arbeitswelt gebraucht wird, zumindest im Kontext einer digitalen Transformation, dass Leute sowas fähig sind zu tun. Oder Mary, du guckst sowieso. Ich weiß es nicht.
SPEAKER_00Kann ich auch dazu nochmal was sagen? Ja, gerne. Also ich glaube tatsächlich so, also es haben jetzt schon einige gesagt, die schon fertig studiert haben, die meinen so, ja, wir haben jetzt zehn die Jahre studiert. Klar ist jetzt nicht alles hängen geblieben. Manche Sachen musste man machen, die hat man dann auch irgendwie durch Polymielern noch irgendwie geschafft. Ob man das jetzt noch kann, ist eine andere Frage. In der Regel ist ein bisschen was hängen geblieben, aber die Personen meinten dann immer, das Studium dient dazu, einmal zu wissen, wie man lernt und wie man recherchiert, wie man wirklich wissenschaftlich einfach an Themen rangeht und diese Problemstellung selbst löst. Und in diese Richtung dann halt an diese Sachen ranzugehen, plus halt natürlich auch eine Persönlichkeitsbildung. Also man lernt zu reflektieren, man lernt sich selbst kennen, durch Konversation genau das, was wir gerade machen, wie wir reden miteinander. Okay, ich glaube, mein Internet ist gerade hingen geblieben.
SPEAKER_03Aber ihr hört nicht 1a. Falls jetzt nicht nach.
SPEAKER_00Okay, jetzt hört er mich wieder. Okay, jetzt hört er euch wieder perfekt. Okay, wo ich stehen geblieben. Genau, man lernt sich halt selbst kennen und im Endeffekt, man baut die intrinsische Motivation in vielleicht einen Kurs von 10 auf, wo man dann auch wirklich die Leidenschaft drin hat und die Fashion, aber die muss man erstmal irgendwie bekommen. Genauso wie in der Schulzeit von der Klasse 1 bis 12 oder 13, man hat so viele Kurse, man sagt immer, wozu brauche ich überhaupt diesen Scheiß? Und ein Kurs oder zwei Kurse von denen haben einen dann interessiert und man studiert vielleicht auch dann in diese Richtung. Klar, Musik, wie viele Leute brauchen von uns noch Musik, aber vielleicht gab es ein paar, die Bock drauf hatten und studieren es jetzt. Und danach halt, wie gesagt, dieses geistige, nee, nee, nicht geistige, sondern, um mich fällt dieser Fachbegriff nicht ein, also dieses Konzept von damals, was du vorhin erwähnt hast, man geht ein Step weiter in Richtung Knowledge und sieht alles halt, man öffnet halt seinen Kopf und geht dann irgendwie breitflächiger in allem und ist nicht so fest fixiert.
SPEAKER_03Ja, absolut. Und ich meine, das, was du sagst mit diesem breite im Kopf, ich meine, Unternehmen wie Google postulieren ja selber, wir wollen Generalisten haben. Also wir brauchen Menschen, die sind fähig, sich in ganz viele Sachen einzuarbeiten. Die McKinseys und so weiter sagen das ja auch schon. Dass man mehr Generalisten braucht, Leute, die gut sind in der Problemlösungsverständnis. Und für mich ist eine Sache zum Beispiel, wenn ich darüber nachdenke, was habe ich von meinem Studium beibehalten. So verrückt wie das klingt, es gibt Modelle und Theorien, die man damals, die haben nämlich nicht abgefragt in der Uni. Ich musste dann irgendwelche Sachen lösen, aber zum Beispiel, als ich in einem Kurs über die neue Institutionsökonomik gezwungen wurde, Coast zu lesen, das ist so eine der bekanntesten Volkswirte, weil er hat mal den Nobelpreis für seine Arbeit bekommen. Das Ding prägt mich bis heute noch. Und ich merke so, wie krass diese Theorie mir heute hilft und das ist jetzt wichtig zu denken. Ich habe Theorien und solche Modelle können gute Denkwerkzeuge sein, wenn sie gut kuratiert in dem Kontext einem erklärt werden. Aber wenn ich dann sage, eine Klausur, also aus dieses Ding hätte man eh nicht klausurtechnisch abfragen können. Aber wenn dann die Aufgabe ist, dann du musst in einer Klausur, aber jetzt diese Aufgabe in Minute X lösen, damit du eine Zahl Y bekommst, die dann dann zeigt, dass du am Markt Employable bist, ist sogar für mich komplett vorbei eine Realität, was gerade der Arbeitsmarkt sucht. Also wenn wir uns heute angucken, was Unternehmen sagen, die sagen, uns interessiert eigentlich gar nicht mehr, was für Zertifikate ihr habt. Wir wollen sehen, was ihr gemacht habt. Wir wollen sehen, welche Projekte ihr gemacht habt, welche Ideen ihr umgesetzt habt, wie ihr Probleme gelöst habt. Zertifikate, also die meisten oder sagen wir mal, eher auch progressivere, aber auch schon sehr große Unternehmen, gehen in diese Richtung. Ich weiß nur, Ernst Young hat vor fünf Jahren gesagt, wir schaffen ab, dass alle bei uns Universitätsabschlüsse haben müssen oder Hochschulabschlüsse. Wir stellen Leute ein, weil wir denken, die passen gut. Und ich glaube, das ist die Realität, in der sich alles gerade entwickelt. Aber da ist natürlich die große Frage, wie geht die Hochschule strukturell darauf ein? Also jetzt im Sinne, das ist, was Digitalisierung macht. Die Digitalisierung macht, dass die Unternehmen und die Probleme, die passieren, komplexer sind. Und was sie eigentlich machen müssen, ist ja, Menschen dazu zu befähigen, zu verstehen, anzuwenden. Das geht gar nicht darum zu sagen, ich kann dieses fach spezifisch gut, sondern ich habe Fähigkeiten, um Fächer gut zu verstehen und dann vielleicht auch Interesse zu haben in unterschiedlichen Fächern. Und ich glaube, das ist, glaube ich, erstmal etwas, was der Markt hardcore gerade fragt und die Hochschule nicht produziert. Das Zweite aber, was ich noch einbringen würde, bevor Mary mich mir widerspricht, ist die Forschung. Das Ding ist, in vielen Bereichen hinkt die Forschung schon hinterher. Also in der, in der, ist mal ganz hart gesagt, in der Betriebswirtschaftslehre und in der Volkswirtschaftslehre ist ja zum großen Teil das, was am Markt passiert, deutlich weiter als das, was die Forschung macht. Es gibt ja Leute, die sagen, Startups machen mehr Research und Development, als dass Forschungsinstitute machen, weil sie einfach zu langsam sind und nicht hinterherkommen. Und ich möchte sagen, das ist nicht immer gut. Also nur weil das ein Start-up macht, die umgehen ja auch Qualitätsprozesse und so weiter. Und es ist nicht gut, dass sowas in Händen von Unternehmen liegt und da ist es natürlich so Gemeingut. Aber das zeigt ja nur wieder auf, dass die Strukturen, wie die Universitäten an Forschung und Lehre rangehen, anscheinend nicht mehr diesem digitalen Kontext, also dieser digitalen Gesellschaft, wo Wissen überall ist, wo Leute sich formen können, wo Fähigkeiten eigentlich relativ schnell sich angeeignet werden können. Klar, ne, ich kann nicht morgen Arzt werden, aber ich kann relativ schnell ganz viele geisteswissenschaftliche oder so geistige Fähigkeiten mir aufbauen. Ich glaube, das ist eine Realität, die sie sich verschießen. Und ich sage noch eine Sache zuletzt, weil da nicht tatsächlich mit fast all meinen Punkten durch. Das hört nicht auf mit dem Abschluss nach drei oder fünf Jahren. Theoretisch gesehen, und ich weiß nicht, Mary und ich diskutieren regelmäßig darüber, ich würde voll gerne wieder Kurse besuchen. Ich wäre noch, weil da jedes Mal passiert irgendwas und ich denke mir so, boah, eigentlich müsste ich mich jetzt mit Theorie Y oder mit Thema X beschäftigen. Und ich, aber ne, die Uni ist halt für Studenten und klar, es gibt so ein paar Programme für Absolventen und dann gibt es so Executive Education Programme oder so. Aber eigentlich wäre es doch voll cool, wenn die Hochschule sowas wie lebenslanges Lernen erlaubt, dass ich, wenn ich an einer Hochschule bin, immer wieder hingehen kann oder dort Sachen passieren, wo ich Teilhabe haben kann. Klar, hier habe ich es ein bisschen, aber das wäre cool. Was gibt es schon?
SPEAKER_06Also du kannst an jeder Uni normalerweise einen Gasthörer machen und einfach Kurse machen.
SPEAKER_03Es sind ja keine Formate, die dafür gedacht sind. Also ich gehe ja jetzt nicht.
SPEAKER_06Aber wozu bräuchtest du denn ein Format, das extra dafür gedacht ist, dass du.
SPEAKER_03Nein, anders. Ich glaube, da müssen Formate extra für gemacht werden. Also ich habe keinen Bock, im erstsemester Soziologievorlesungen mich zu setzen und mir dann, also, weil ich bin da nicht anschlussfähig.
SPEAKER_06Okay, verstanden.
SPEAKER_03Aber egal.
SPEAKER_06Ja, also gekauft, da bin ich bei dir dann. Ich möchte mal noch eine Ebene mehr einziehen, weil wir haben jetzt, also mit allem dem, was wir jetzt bisher besprochen haben, könnte es sich schon so zu einer Lösung hin kristallisieren für, wenn man hier so zuhört. Und ich glaube, also erstmal, ich bin total froh, dass ich diese Projektarbeit nicht machen muss, sondern ihr, weil es hört nämlich nicht da auf, und ich gebe euch jetzt mal nochmal eine Ebene mit, die könnt ihr dann ignorieren oder nutzen, je nachdem. Wenn es nämlich nicht darum geht, Wissen zu zertifizieren, sondern zum Beispiel Fähigkeiten, dann haben wir aber ja ein Problem mit, wie werden diese geprüft. Wir haben also die standardisierte Prüfbarkeit fällt damit weg. Und damit fällt eine soziale Funktion weg, die die Universität in der Gesellschaft hat. Und das ist nämlich genau diese Zertifizierung und diese Signaldings. Aber wie sollst du, es gibt so viele Fähigkeiten und auch Eigenschaften, die relevant sind. Ich habe auch zum Beispiel ein paar Mal jetzt gelesen in der Vorbereitung, so eigentlich, was wir brauchen, ist nicht wissen und so, das ist ein Softskills, das ist Führungsskills und Empathie und so weiter und so fort. Und da würde ich jetzt zum Beispiel mal hart hinterfragen, ob eine Universität, ob irgendeine Institution in irgendeiner Art und Weise das beibringen kann. Oder ob das nicht sehr viel quasi nebenbei passiert durch Reflexion und so weiter und so fort. Ich denke schon, dass es möglich ist, Formate zu entwickeln, die dem mehr gerecht werden. Aber zu sagen, eine Universität oder irgendeine Institution, das geht auch mit der Schule und im Kindergarten und so weiter, hat den Auftrag, Empathie auszubilden, das finde ich sehr, sehr heikel und schwierig zu sagen. So, und dann haben wir noch die Sache mit Studierenden sind in der Regel, und das hatte der Kollege vorher auch gut gesagt, man geht auch zum Studieren, um was zu erleben. Man kommt da raus, zum ersten Mal aus dem Elternhaus in der Regel, man ist umgeben von anderen Leuten, man hat ganz neue Eindrücke und so weiter. Das ist auch eine sehr wichtige Funktion, die eine Universität übernimmt. Stimmt. Und dann gibt es ja noch die Eltern, die dahinter sind. Und wie stolz Eltern sind, wenn man einen Universitätsabschluss gemacht hat. Ist total egal, was man da drin gemacht hat oder nicht, aber das ist, oder auch man selber, ne? Also ich war unheimlich stolz auf mich, als ich diese meine Bachelorarbeit in der Hand hatte, also meine Masterarbeit in der Hand hatte, die war verteidigt und dann stand ich da und habe mein Foto gemacht vor der Uni an dem Tag, an dem ich wusste, geschafft. Und das ist so, das ist so ein Rite of Passage, ne? Das ist so ein Ritual, das macht man, das ist wie ein Schulabschluss auch. Und das sind ja auch Funktionen, die eine Universität hat. Und wenn wir jetzt sagen, hm, Die Funktion von der Universität verändert sich, dann muss man auch ein bisschen mitdenken, was passiert mit diesen ganzen Sachen. Lagern die sich um, wo lagern die sich hin? Sind das dann bessere Sachen, schlechtere Sachen, ne? Wo möchte man, dass das Ganze hingeht? Aber wir haben eine Wortmeldung.
SPEAKER_05Ja, zu dem Thema stelle ich mir dann auch die Frage, ob man dann vielleicht nochmal in die Ausbildung reinschauen sollte. Weil zum Thema Soft Skills auch würde ich sagen, hat die Ausbildung da definitiv einen Riesenvorteil. Also ich habe auch eine Ausbildung gemacht und studiere halt jetzt nochmal hinten dran. Und meines Erachtens habe ich die Soft Skills, die halt genannt wurden, habe ich da ziemlich gut beigebracht bekommen. Na klar geht das nicht so perfekt, wie man es sich gerne wünschen würde, aber ich habe da schon ziemlich viel mitgenommen, was mir auch im Leben hilft, was ich denke in der Uni nicht so gut vermittelt werden kann, auch einfach, weil es einfach ein anderes Format ist. Aber dann wird sich halt die Frage stellen, wenn diese Softgelds so wichtig sind, ob wir dann nicht das ganze Konzept mal ein bisschen überdenken sollten und nicht so klar Ausbildung und Uni voneinander trennen sollten, sondern eben ein bisschen noch was Vermischende. Ich meine, wir gehen ja schon ein bisschen in die Richtung, zum Beispiel mit Praktikum und eben die Hochschule ist mehr praktischer als eine Uni. Aber genau, duales Studium ist auch eine Möglichkeit, obwohl das auch schon ziemlich hart ist. Also ich kenne ein paar Leute, die es gemacht haben, das ist schon nicht ohne. Aber in die Richtung, denke ich, also bin ich sehr davon überzeugt, dass das die richtige Richtung ist, dass wir eben mehr eine Mischung kriegen aus Ausbildung und Uni und auch nicht uns so sehr fixieren auf den einen Bereich, dass man unbedingt einen Uni-Abschluss haben muss, damit man eben genommen wird später, weil man hat auch ganz andere Skills. Also ich kann das von der Arbeit her bestätigen, dass ein frischer Student, naja, teilweise die Arbeitsprozesse gar nicht versteht, die jemand, der eine Ausbildung gemacht hat, sich denkt, das ist doch gar kein Problem. Also wie kann denn jemand sowas nicht verstehen? Also deswegen, ich würde mich da freuen, wenn wir da irgendwo hinkämen, wo wir auch nicht zum Beispiel auch schlechter über eine Ausbildung denken oder besser über einen Uni-Abschluss, sondern das Ganze ein bisschen dynamischer wird.
SPEAKER_00Ich hebe auch mal meine Hand nochmal. Also ich kann die ja nicht heben, deswegen spreche ich aber mal kurz rein. Und zwar zu dem Punkt, ich persönlich finde, ich meine, wir haben jetzt irgendwie über zehn Minuten schon über Unterschied Hochschule und Uni geredet, aber jetzt zur Hochschule, also diese Soft Skill, dieser Aufbau dieser Soft Skills, meiner Meinung nach, bietet die Hochschule so viel an, aber die intrinsische Motivation der Studierenden is so gering, weil die oft anfangen to studieren and einfach nur als Goal, as intrinsic motivation, these Urkunden and this photo at what you can make for this school, nurse. But during this studierze, also selbständig noch was extra to machine, also I have an extra semester, so machine Kurse einfach nur weil die mich interessieren und währenddessen noch three Ehrenämter. Das Ding is halt, man kann diese Ehrenämter machen, die bieten die Hochschulen an. They have an hochschulen so viele Kurse, where man zusammen in Gruppen arbeitet. Das sind Skills, die bauen sich auf, ohne dass man das überhaupt weiß, indem man Gruppenarbeiten macht, indem man Projekte macht, indem man im Ehrenamt noch extra sich engagiert anders to handeln. And dieser Skill jetzt beispielsweise, wir haben hier jetzt das Privileg, sag ich mal, in der Hochschule auch, dass man, wie gesagt, durch die Praxis auch so kleinere Gruppen anders wie hier machen kann und nicht solche Massenvorlesungen wie jetzt in anderen Fachbereichen oder so, wo da irgendwie tausende irgendwie im Vorlesungssaal sind, der Typ vorne redet einfach, du musst nicht da sein, du kannst da sein und so weiter. Und ich glaube tatsächlich, dass wenn man wirklich Bock drauf hat, kann man es auch machen, wenn man wirklich Bock drauf hat, Coden zu lernen. Man findet alles im Internet, genauso wie wir jetzt an der Hochschule auch, wenn man mal genau drauf schaut und mal die Brille aufsetzt, da gibt es meiner Meinung nach ziemlich viele Möglichkeiten, Alternativen, wo man die halt in Anspruch nimmt.
SPEAKER_03Vielleicht so ein paar Gedanken zu dem, was ihr, was ihr drei gesagt habt. Das eine ist das Thema, ich sag mal, eine Verarbeitung, die gerade viele Hochschulen, aber auch viele unterschiedliche Institutionen machen, ist, die gehen in Richtung so Micro-Certificates, dass du irgendwie für alle kleinen Sachen so kleine Zertifikate bekommst und dann hast du so ein Portfolio an Zertifikaten. Das ist ganz lustig auf LinkedIn. Diese Micro-Certificate-Dinger sind dann oft noch verknüpft mit LinkedIn, dass du dann LinkedIn zeigen kannst. Guck mal, ich habe gelernt, wie man eine Excel-Tabelle ausfüllt oder so. Auch will ich dort jetzt nicht bewerten, die Micro-Certificates. Ich neige immer zum Zynismus. Aber egal. Und ich glaube, das ist eine interessante, für mich ist das ja eigentlich eine schlechte Verarbeitung von dieser digitalen Transformationsthematik, weil sie im Grunde einfach nur das bedient, weil der Market sagt, we brauchen schnellere Zyklen, versuchen wir ja schnellere Certifikate to machen. So ein bisschen, was du gesagt hast, Merrimat, wie bewertet man das anders mit den Soft Skills? Also bei den Soft Skills würde ich erstmal sagen, this is so ein gesellschaftliches Ding, im Sinne von alle müssen perfekt sein und wir müssen alle alles können. This is also a thing, this is in Unternehmen, werdet ihr das hören, wenn jemand arbeitet, es wird immer von Talenten gesprochen. Talents, Talents. Wir müssen Talents finden, wir müssen die High Potentials finden und die super toll machen und so weiter. Und ich glaube, das ist schon für mich die erste Prämisse, die falsch ist. Nicht Individuen müssen perfekt sein. Individuen können sehr gerne ordinary sein, aber das Team, die Einheit, die etwas macht, die kann so high-performing sein. Es gibt so ein ganz lustiges Buch mit dem Untertitel, wie man, das heißt, glaube ich, Empower How to Create Extraordinary Products with Mediocre Teams oder andersrum. Irgendwie so. Das ist eigentlich motivierender, als wie ich es gerade gesagt habe. Und ich glaube, das ist so eine Prämisse, aber das ist eine gesellschaftlich ja geprägte Nummer. Ich glaube, es gibt die ersten Unternehmen, die das gecheckt haben und gar nicht mehr diesen Talent-Weg gehen, sondern diesen Team-Weg gehen. Und ich finde das auch vollkommen okay, wie Menschen sind vielleicht nicht so extrovertiert und können super präsentieren und haben diese Skills und andere haben es und aber es funktioniert gut. Mary und ich sind wahrscheinlich ein gutes Beispiel, die da eine gute Performance haben. Das andere, aber auch wieder in Richtung Bewertung, ich glaube, wie eine Hochschule oder eine Universität das machen kann, ich gehe jetzt ein bisschen in die Lösung, weil ich einfach, dass mir gerade durch den Kopf geht, das korreliert ein bisschen mit dieser Ausbildungslogik. Man könnte doch mehr Projekte machen in der Uni. Anstatt, also das, was wir doch gerade hier machen, ist doch ein Projekt, wo ihr euch theoretisch und fachlich damit auseinandersetzt und ihr macht ein Projekt. Ihr setzt euch mit dem Thema auseinander und wir geben euch so wenig Vorgaben wie möglich. Aber das Ziel ist es, dass ihr euch eine wissenschaftliche, eine logische, eine komplexitätsverarbeitende auseinandersetzt. Genau die Skills, die wir gesprochen haben, wollen wir ja, dass ihr hier sie anwendet. Und das kann man ja machen. Und am Ende kann ich mich doch bewerben mit meinem Portfolio an, diese Projekte habe ich da gemacht. Das war cool.
SPEAKER_06Ich weiß ja auch, was du gut fändest.
SPEAKER_03Vielleicht. Also ich glaube, die Wahrheit ist ja, am Ende kann ich sagen, ich habe coole Projekte gemacht und dann kann ich dir, weißt du, dann kann ja auch jemand mal die Projekte sich angucken, was ist denn daraus geworden? Und dann kann man ja wirklich drüber reden. Da kann ja ein Employer darüber reden und dann kann ich ja diese Person viel besser verstehen, als ich habe eine 1,3 von Hochschule X in Unterfach Y. Was sagt das sonst? Wahrscheinlich nicht viel.
SPEAKER_00Meinst du Projekte innerhalb der Studienzeit?
SPEAKER_03Ich sage statt Vorlesung unter anderem, also mehr Projekte machen als Vorlesungen machen. Das ist jetzt, wie gesagt, einfach so ein Ding, was ich gerade reinschmeiße. Ich habe jetzt kein ausgearbeitetes Konzept dahinter.
SPEAKER_06Und ich habe auch ein kleines Problem damit, im Sinne von, weil ich glaube zum Beispiel in der Human, du hast vorher gesagt, wie du irgendeine Theorie gebraucht hast, weil du dir in deinem Problem, das du hattest, was geholfen hat. Und ich glaube, hier ist ein riesengroßer Disconnect von, wenn du an die Hochschule gehst, dann sind alle Projekte zu einem gewissen Teil künstlich. Die sind nicht, du hast sie nicht unbedingt.
SPEAKER_03Müssen sie nicht, also und das ist jetzt eine Prämisse, die du ziehst, wo ich sagen würde, das ist ein Designelement. Aber müssen sie nicht, das Erste. Und ja, sie können ja echt sein. Und ich glaube, was das besser ist als auf der Arbeit, also im Unternehmen das zu tun. Guck mal, Mary, wenn wir beide auf Projekte sind, wie viel Theoriearbeit machen wir? Super viel. Wie viel Theoriearbeit interessiert sich unser Kunde dafür, dass wir das machen? Super wenig. Im Unternehmen geht es eher darum, simpel, schnell und best practice. Und ich glaube, an der Uni könnte man solche richtigen Projekte, also wo ich sagen würde, richtige Projekte machen, die in der Arbeitsplätze, diesmal ganz ehrlich, wie viele Transformationsprojekte in Unternehmen gehen schief, weil es simpel, einfach und ohne Theorie passieren soll. Alle. Ich habe überlegt, ob ich mal auf LinkedIn poste und jemand 1000 Euro anbiete, der mir sagt, er hat ein Transformationsprojekt gemacht, wo es nur um Simplifizierung geht und das war theoretisch voll simpel und so. Kompletter Bullshit, das gibt es ja nicht. Es ist opinienated gerade.
SPEAKER_00Mary, ich habe da mal eine Frage dazu und zwar zu diesen Projekten, also da jetzt anknüpfend, man sagt ja, also ich habe mir noch ein paar Curricula angeguckt von so typischen privaten Hochschulen, wo die meisten Deutschen auch hingehen, halt jetzt ins Ausland, beispielsweise Rotterdam oder Portugal oder echt Zade und so weiter. Kannst du das bestätigen, dass die dort mehr Projekte haben, weil die verkaufen sich ja natürlich immer, das ist, also die Privaten sind ja so ein Branding-Ding, die Leute, die sich am besten branden, die sind hier Top Five auf dem Financial, keine Ahnung was, dass die auch tatsächlich mehr wirklich gezielt dich so ausbilden, dass du danach was kannst. So kannst du das bestätigen, dass sie da tatsächlich mehr Projekte und wirklich praxrelevante Sachen machen, weil ich habe mir im Curriculum angeguckt, da gab es so Kurse wie irgendwie, keine Ahnung, Jobvorbereitungen und hier dies und das, also was dann wirklich tatsächlich gebraucht wird.
SPEAKER_03Mary, bevor du redest, möchte ich eine Sache sagen, als ich Projekte gesagt habe, ich schließe explizit aus Case Studies.
SPEAKER_00Zack, dann hat sich überledigt.
SPEAKER_06Ich glaube auch. Also ich kann mal ganz kurz, also tatsächlich der Kurs, der mir, glaube ich, am besten, am meisten gebracht hat, unabhängig von der Bewerbung auch, weil meine Bewerbung hatte dann damit gar nichts zu tun, war tatsächlich die Jobvorbereitung, der Jobvorbereitungskurs, weil der war richtig, richtig gut. Aber kann ich auch gerne mal mit euch einfach so teilen, ein paar Sachen, die wir da gemacht haben, wenn es euch interessiert, wann anders. Also der war richtig gut. So, ansonsten wird Projektarbeit eben immer noch im klassischen Uni-Rahmen gesehen. Also deswegen, ich zinker jetzt mal uns gegenseitig auch zu, weil ich meine, wir sind hier auch ein Kurs und klar, wir fangen jetzt ein Projekt hier an oder ihr fangt jetzt hier Projekte an, aber die sind natürlich im Rahmen von Kurs und ihr wollt danach benotet werden. Und ob ihr da wirklich Bock drauf habt oder nicht, ist egal, ihr müsst es machen. Also es ist, das meine ich mit, das ist insofern künstlich, weil das hat halt nichts mit, das ist kein Problem, das von euch kam, sondern das ist ein Problem, das von uns kam.
SPEAKER_03Ich glaube, da ist ja die Abstraktion, weil ich kenne das auch, ich hatte in meinem Master auch Case-Study-Kurse und da war Unternehmen Y, hat Situation X und bla bla bla. Und dann mussten wir uns als Projektteam hinsetzen und überlegen, was wäre die strategische Beratung für dieses Projekt, für dieses Unternehmen. Das Ding war, es gab eine richtige Lösung. So, es gab die beste Lösung in dieser Case-Study.
SPEAKER_06Human, hier muss ich dir widersprechen. Also erstens, wir haben nicht viel Case-Sudys gemacht. Das machen vielleicht viele, ja. Aber auch in der Soziologie zum Beispiel hast du das ja, du machst ja deine eigenen Forschungsarbeiten. Also du schreibst ja Hausarbeiten, das ist Hauptding, und da gibt es kein richtig oder falsch, sondern du sollst etwas rausfinden, ne? Du sollst forschen quasi. Und auch da Leute einfach nur, damit sie es gemacht haben, weil es ist halt eine Anforderung vom Studiengang. Ich möchte aber ganz kurz noch die Frage beantworten. Zu nein, es gibt da nicht mehr nicht mehr Projektarbeit oder es gibt da mehr Projektarbeit, ja. Und hauptsächlich vor allem Gruppenarbeit. Und hier ist, glaube ich, auch noch ein großes Problem von diesem Tag Employability, weil womit natürlich geworben werden kann jetzt, ist, dass ich sagen kann und auch die Uni sagen kann, als Studierende haben wir die ganze Zeit Projektarbeit gemacht und Gruppenarbeit. Ich bin ein totaler Teamplayer. Ich weiß genau, wie das funktioniert im Team. Ich habe 18 Gruppenarbeiten Projekte gemacht. Und ich glaube, das stimmt einfach nicht. Also, ich glaube, das ist einfach eine Lüge. Also, ja, das stimmt, ich habe 18 Gruppenprojektarbeiten gemacht. Ob ich daher aber jetzt bessere Teamplayer bin oder so, das weiß ich nicht. Wenn, dann ist es ein Nebenprodukt, aber es ist keines, das automatisch daraus folgt.
SPEAKER_03Ja, vielleicht, ich glaube, das ist wieder so ein Marketingding, ne? Und ich glaube an der Stelle, ist es ernsthaft strukturell verändert worden, dass die Hochschule gesagt hat, wir müssen diese Fähigkeiten transferieren? Oder wurde einfach das Bestehende genommen, irgendwie verarbeitet und ein neues Frame dran gemacht? Gibt es ja andere Hochschulen, auch Privathochschulen, die jetzt damit werben, dass die Leute bei denen alle im ersten, zweiten Semester Start-ups gründen müssen und so ein Kram. Und dann ist das jetzt das Ding. Und da auch wieder hat die Hochschule sich wirklich mal strukturell und fundamentell ihre Gedanken gemacht, wie kriegen wir das ausgebildet, weil wir sagt, wir klatschen das da jetzt gerade dran, weil Startups gerade ein Hype. Und ich glaube, da muss man sich wirklich trennen. Also ich glaube, mir geht es nicht um die aktuelle Verarbeitung des Ganzen, wie es besser sein könnte, das weiß ich nicht. Da gibt es ja jetzt 40, 8, 50 Leute, die sich ja Gedanken machen können über digitale Transformation in dem Kontext. Aber vielleicht noch eine Sache, weil du auch noch vorhin gesagt hast mit Mindset. Leute müssen ja das Mindset, die Motivation, die Intrinsik haben, das zu tun. Und da würde ich jetzt eine Linie ziehen. Ich glaube, und das ist es ein, ich sag mal, ein Paradigma, auf das ich aufsetze, ich will nicht die Motivation oder die Intrinsik oder das Mindset der Leute anfassen. Für mich ist Intrinsik-Motivation, bla bla bla ein Ergebnis. Es entsteht aus einem Kontext. Das bedeutet, weil es bei der aktuellen Hochschule eine Intrinsik ist, dann ist es halt, weil es strukturell so ist. Also es hat keine, man könnte sagen, soziodologische Kontrollen. Also wie Leute, welche Erwartungen sie gegenüber ihren Studenten haben, ist nicht, dass sie das tun. Und jeder guckt dich eher komisch an, wenn du das machst. Warum? Warum grenzt du nicht durch und so weiter? Aber auch so technokratische Kontrollen. Die Punkte, die man sammelt, die Mehrheit der Seminare, wie sie gedacht sind und so weiter, sind halt nicht dafür gemacht, dass das passiert. Und ich glaube, da, also ich würde niemals auf Mindset gucken, ich würde immer auf die Strukturen und auf die, was kommuniziert wird, gucken, weil das erzeugt ja am Ende Verhalten. Das ist jetzt eine Lesart der Welt. Und ich glaube, das würde ich auch noch einfach mal reinbringen. Und ich glaube, da können Hochschulen, und da ist ja der Raum, dass die Hochschulen das genau tun. Und dafür, dass sie sich überlegen. So, jemand raise die Hand oder warum zeigt Mary mit dem Finger?
SPEAKER_06Ich bin mir nicht sicher. Da ist ein Video angegangen und du hattest auch schon im Chat was geschrieben. Jetzt weiß ich nicht, ob das Video nur bei mir reingerückt ist oder ob du dich melden möchtest. Du kannst nochmal deinen Kopf schütteln oder nicken, je nachdem, was du machen möchtest.
SPEAKER_04Ich weiß nicht, ob du mich meinst.
SPEAKER_06Ja, genau.
SPEAKER_04Okay, ja, also das Video war eigentlich schon die ganze Zeit an. Ich wollte nur nochmal vorhin habt ihr ja darüber geredet, mit Soft Skills, das die vor allem gefragt sind. Und da nochmal reinbringen, stellt sich halt für mich die Frage, warum dann Hochschulen und Unis im Moment irgendwie ihre Studiengänge so aufsplitten. Also wenn man sich mal das Studienangebot anschaut von Goethe-Uni oder was weiß ich, von großen Hochschulen, sieht man, dass immer mehr kleinere, inhaltlich aufgesplittete Kurse kommen und immer mehr Studiengänge dazukommen, wenn allgemein danach gefragt ist nach Soft Skills, die theoretisch in jedem Studiengang gleich verbreitet werden können oder beigebracht werden können.
SPEAKER_03Absolut. Das wäre auch die, ganz kurz, das wäre genau das andere. Denn ich glaube, die Fähigkeiten, die ein Biologer, klar, vielleicht braucht ein Biologe andere mathematische Fähigkeiten als jemand anders, aber allein wie man Probleme dekonstruiert und so weiter, das sind ja für mich manchmal Soft Skills, das sind für mich so diese breiten Skills, kognitive Verarbeitungsskills, die gelten doch eigentlich für alle. Das ist das eine. Und das Zweite, wie viele Diskussionen gibt es heute im Kontext einer digitalen Transformation, dass wir cross-disziplinär an diese Problematik reingehen müssen, dass die eine Disziplin wahrscheinlich, das sagen ja auch die ganzen Unternehmen, wenn sie ihre Projektteams, Innovationsteams so aufhören, wir müssen mehrere Disziplinen zusammen haben, die reden. Warum findet das erste im Unternehmen statt? Es könnte ja auch schon in der Hochschule stattfinden. Und da wackelt Mary mit dem Kopf.
SPEAKER_06Ja, jetzt sind ein paar Sachen durcheinander gewurschtelt worden. Und ich glaube, das erste würde ich ganz gerne ansprechen, bei quasi die Aussage, Unternehmen suchen mehr Soft Skills. Als ich das vorher gesagt habe, das war ein, keine Ahnung, irgendein Blog, der das behauptet. Und ich würde jetzt mal eine Gegenbehauptung aufstellen: von ja, ich glaube, das sind wichtige Sachen, aber ich glaube, auch ein Unternehmen sucht die in allen Leuten. Das heißt, und jedes Unternehmen sucht die. Das heißt, es ist nichts, wo man sagen könnte, darüber differenzier ich mich, sondern das ist so Basis. Natürlich musst du mit Leuten klarkommen können, einigermaßen. Und das werden die aber im Zweifel auch erst merken, wenn du schon zwei Jahre da arbeitest, ob das klappt oder nicht klappt. Deswegen wäre, also für mich, meine Meinung wäre, das wäre nicht unbedingt ein Anspruch an eine Universität, tatsächlich Soft Skills auszubilden. Allerdings analytische Skills, Synthesiskills, Denken und so weiter, würde ich nicht als Softskill, sondern als Fähigkeit benutzen müssen. Also Softskill sind wir ja immer so im sehr sozialen Bereich, während quasi diese anderen Fähigkeiten, für die ich jetzt keinen besseren Begriff habe, aber das, was Human gerade gemeint hat, das ist, glaube ich, schon was, was vermittelt werden kann auch oder was durch Übungen passieren kann. Und jetzt hast du Human einen kleinen Tacken vermischt, weil die Studentin hier nämlich gerade gesagt hatte, es gibt immer mehr an Hochschulen, interdisziplinäre und sehr kleine Dings. Also da geht es dann um irgendwie nachhaltigen Straßenbau oder sonst irgendwas, was ja schon sehr spezifisch ist, aber nicht unbedingt innerhalb von einer Disziplin, würde ich sagen. Und es gibt auch, also das weiß ich vor allem bei Graduiertenkollegs und so weiter, immer mehr interdisziplinäre Sachen. So, und hier würde ich jetzt nochmal über eine Kritik üben. Und das hat die Studentin gerade eben auch schon sehr richtig gesagt. Die zeigen ja nicht unbedingt so diese grundlagenden Basiskills, ne? Und das finde ich auch schwierig, zum Beispiel im Bachelor zu machen, weil das ein sehr hohes Fachwissen und theoretisches Wissen voraussetzt, auf eine bestimmte Art und Weise. Also jetzt wieder Meinung, mir wäre es lieber, ein Grundstudium generell zu halten und dann aber mehr zu reflektieren, auch nach, ne, wenn ich jetzt Soziologie mache, was sind denn Denkschulen in der Soziologie, wie wird denn da argumentiert, damit, wenn ich dann mit anderen Leuten aus anderen Disziplinen zusammenkomme, wir tatsächlich diese Denkschulen auch nutzen können und nicht nur denken, hä, du redest einfach Müll, weil ich dich nicht verstehe, sondern die andere Person sagen kann, nein, nein, hier ist meine Argumentation und hier ist deine Argumentation, hier sind, wo wir Unterschiede haben, weil dann wird Interdisziplinarität ja erst wirklich wertvoll auch.
SPEAKER_03Ja, cool. Ich glaube, um da habe ich ziemlich den Punkt getroffen. Ich glaube, eine Sache, die mir heute viel zu wenig in Hochschulen stattfindet, fast gar nicht, habe ich das Gefühl, ist das Thema der Komplexitätsverarbeitung als Fähigkeit. Ich glaube, das ist was, was ich zum Beispiel sehr stark merke, ist, dass es die meisten Leute haben eher eine Herausforderung. Aber ich will jetzt gar nicht auf spezifische Themen gehen, das ist ja gar nicht unser Thema. Unser Thema ist erstmal, den Kontext zu passen, wobei dann passt es wiederum. Der Kontext ist komplexer und die Leute werden nicht trainiert, darin mit und umzugehen. Aber ich hätte noch einen ganz anderen Punkt, den ich, ich weiß nicht, wie ich ihn jetzt hier reinframe, weil ich müsste jetzt einen Schritt zurückgehen. Du hast vorhin nochmal gesprochen über Employability im Sinne von Signalisierung und davor hat eine Bewertung stattgefunden.
SPEAKER_06Achso, das ist natürlich auch ein Grund, warum diese kleinen spezifischen Studiengänge angeboten werden. Weil man sagt, das sind Sachen, die sind am Markt gefragt, deswegen bieten wir jetzt, also die Studierende hat ja vorher gerade noch die Frage gestellt, warum gibt es denn jetzt diese spezifischen Studiengänge? Ich würde antworten Employability, weil das ist ein cooles Zertifikat, das vielleicht gefragt wird.
SPEAKER_03Ja, aber ich würde da eine Sache noch reinbringen, und zwar ist das Thema, wir merken ja heute, dass das Thema eines, ich nenne es mal Personal Branding oder einer Vermarktung seiner Fähigkeit, ja heute auch schon wieder disconnected passiert von dem klassischen Art und Weise, wie denken Unternehmen heiren Leute und wie Studenten ihre Zertifikate bauen. Weil was man schon sieht, ich würde jetzt nicht sagen, das ist jetzt ein Massenphänomen, aber es ist auf jeden Fall eine sehr starke Bewegung dahin, dass sowas wie, man vermarkt sich über Social Media, über auch selber, man schreibt Blogartikel und Content und so weiter, dann kann man sich ja auch nochmal ganz anders am Markt positionieren. Und ich glaube, das zum Beispiel, das ist nicht, ich will nicht sagen, dass ich es gut finde, also Personal Branding, für die, die meine Meinung zu Personal Branding haben wollen. Es gibt eine dedizierte Folge dazu, wo ich es sage, wie toll ich es finde. Genau, aber dass das ja auch konterkariert mit dieser Idee der, ich hole mir von einer gute guten Udization. Und dann kann ich mich am Markt verkaufen. Es gibt einen Haufen Leute, die haben das schon gecheckt, dass sie das mit einer, durch das dann wieder digitale Medien komplett unterfahren können, im Positiven und wie im Negativen. Das ist noch ein Punkt, den ich habe. Und da stellt sich auch langsam für mich die Frage, ob wir das Thema eigentlich erschöpfend diskutiert haben.
SPEAKER_06Ich glaube auch. Und vielleicht ist der letzte Kommentar noch ganz schön abschließend. Hier schreibt nämlich jemand, ich denke, ein Problem ist auch, dass die Hochschulen oder die Unis an den alten Strukturen festhalten und einfach nicht offen sind für Veränderungen bzw. Skripte auswendig lernen. Und da ist, glaube ich, der gute Übergang zu. So, das ist natürlich auch ein Teil der Übung, zu gucken, wie passiert denn dieser Prozess, dass es eben, dass die Hochschule sich selbst reflektiert, dass die Hochschule sich selbst neu erfindet im Rahmen der neuen Welt, nenne ich sie einfach mal. Und das sind vielleicht noch ein paar neue Fragen, die euch dann auf eurem Weg begleiten. Aber ich denke, wir haben das ganz gut von vielen Ecken beleuchtet und vor allem den Problemkontext ganz gut aufgebaut.
SPEAKER_03Willst du mal zusammenfassen? Das machst du auch.
SPEAKER_06Ja, sehr gerne.
SPEAKER_03Oder heute nicht.
SPEAKER_06Wir haben angefangen bei irgendwann im Mittelalter, bei früh und haben das aber recht schnell übersprungen, sind zu Humboldt gegangen, zu einem Ideal von nach Wahrheit streben, Wissenschaft, Forschung und Lehre ist zusammengelegt, dass sich das allerdings ein bisschen geändert hat im Zuge von Reformen in der Nachkriegszeit und dann vor allem auch mit Bologna Ende der 90er, Anfang 2000er, dass das Stichwort Employability immer weiter in den Fokus gekommen ist und es quasi darum geht, viele Leute für einen großen Berufsmarkt anonymisiert ein bisschen auszubilden und recht standardisiert und dass natürlich sich das anpasst im Studienangebot an die Wirtschaft. Wir haben auch darüber gesprochen, dass Universität allerdings nicht nur das tut, sondern eben in sehr vielen, mit sehr vielen Sphären verbunden ist, mit der Gesellschaft an sich, mit über Länder, so haben wir eigentlich noch nicht mal gesprochen. Und über Standort, Vorteile und sowas haben wir gar nicht gemacht. Aber dafür haben wir darüber geredet, wie auch eine Wechselwirkung mit der Politik oder mit Familien, was das zu tun hat mit dem eigenen Erwachsenwerden-Prozess. Und auf der ganzen Reise sind ganz viele Fragen aufgeworfen und Probleme, die die Hochschulen momentan nicht ganz so fantastisch umsetzen.
SPEAKER_03Ich würde noch eine Sache gerne ergänzen. Und dass so etwas wie Universität, die Idee, was dort passieren soll, eigentlich nach fünf oder drei bis fünf Jahren eigentlich nicht aufhört, sondern sich weiterführt in ein leben langes, lebenslange Konzept. Beziehungsweise, wenn Leute nach der Uni aufhören, so zu denken wie oder nach der Hochschule aufhören zu denken, dann ist es eigentlich schlecht.
SPEAKER_06Was denken Sie denn in der Hochschule? Wir werden es sehen, wenn ihr uns eure Arbeit freut.
SPEAKER_03Vielleicht so ein Ding, wo ich echt so ein bisschen gerade in der Reflexion sagen muss, ist, ich habe in meiner Hochschulzeit so keinen Bock gehabt und habe die Kurse so hart so Personalmanagement. Also einer unserer großen Themen ist ja solche so Führungs- und Personalthemen. Ich habe Personalmanagement erstmal eine 5 geschrieben und da habe ich in der 4-0 bestanden. Ich hatte so keinen Bock auf diese oder Supply Chain. Wie viel beschäftigen wir uns heute mit Supply Chain? Ich habe noch nicht meine Ahnung. Ich weiß, ich hatte diesen Kurs und ich saß in der Vorlesung. Ich habe kein, das Buch liegt sogar noch hier. Ich habe keine Ahnung, was ich da gemacht habe. Und da gibt es ganz viele Kurse. In Rechnungswesen war ich gut, aber das machen wir jetzt nicht viel mehr mit. Aber das ist eher das Ding. Ich ärgere mich nicht selber. Ich wäre heute voll gerne wieder an einer, so wie wir heute an Problemstellung und so weiter rangehen, an wieder, würde ich voll gerne studieren. Verdiene ich nicht so viel Geld wie jetzt. Das ist auch scheiße. Also, in dem Sinne. Cool.
SPEAKER_06Es hat uns Riesenspaß gemacht. Danke, dass ihr mitgemacht habt. Auch danke an alle, die sich nicht ins Mikrofon zu Wort gemeldet haben, sondern in den Kommentaren. Und ich hoffe, es hat euch ein bisschen was gebracht.