MKN Küchenschnack
Ihr erhaltet einen direkten Blick in die Welt der Profiküche im Podcast "MKN Küchenschnack"
Mit einem Augenzwinkern und einer Prise Humor präsentiert euch Tom nicht nur neue revolutionäre Food-Konzepte, sondern tauchen auch tief in den Alltag und Hintergrund der Profi Küchenhelden ein.
Aber das ist noch längst nicht alles! Ihr dürft euch auf packende Geschichten und spannende Interviews mit coolen Kochgrößen der Branche freuen. Lasst euch von ihren kulinarischen Abenteuern inspirieren und holt euch wertvolle Geheimtipps direkt aus der Meisterküche.
"MKN Küchenschnack" ist der Podcast, der euer Küchenherz höherschlagen lässt. Modern, cool und vollgepackt mit Insiderwissen – ein absolutes Muss für alle Feinschmecker, Kochbegeisterten und Gastronomieprofis da draußen.
Schnallt euch an und genießt die Show!
podcast@mkn.de
www.mkn.com
MKN Küchenschnack
#173 Muk Röhrl - Vom ältesten Wirtshaus👨🏼🍳der Welt 🌍 – und einer geilen Kruste.
Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.
🍺 Das älteste Wirtshaus der Welt, Social Media und die „Krustengeile Drecksau“
Was passiert, wenn ein Wirtshaus seit 1658 in Familienbesitz ist, eine Pandemie überlebt, kurz vor der Insolvenz steht und sich dann durch Social Media neu erfindet?
In dieser Folge treffe ich Muk Röhrl, Wirt in der 11. Generation der legendären Gaststätte Röhrl in Eilsbrunn bei Regensburg. Gemeinsam sprechen wir über Geschichte, Verantwortung, unternehmerische Krisen, Reichweite, Social Media und darüber, warum manchmal ein Stück Schweinekruste ein ganzes Wirtshaus retten kann.
🏛️ Wie lebt und arbeitet man in einem Haus, dessen Geschichte über 360 Jahre zurückreicht?
📱 Wie wird aus einem Dorfwirt plötzlich ein Social-Media-Phänomen?
🔥 Wie entstand die „Krustengeile Drecksau“ und warum pilgern mittlerweile Gäste aus ganz Deutschland dafür nach Eilsbrunn?
🤝 Warum sind Sichtbarkeit, Nachwuchs und Gastfreundschaft heute wichtiger denn je?
Eine Folge über Tradition, Mut zur Veränderung und die Frage, wie man ein historisches Wirtshaus in die Zukunft führt.
🍽️ Mehr über die Gaststätte Röhrl
🌍 Offizielle Website:
Gaststätte Röhrl – Das älteste Wirtshaus der Welt
Seit 1658 befindet sich das Wirtshaus durchgehend in Familienbesitz und wurde 2010 vom Guinness-Buch der Rekorde als ältestes Wirtshaus der Welt anerkannt.
📲 Muk Röhrl auf Social Media
🎥 TikTok
📸 Instagram
📘 Facebook
▶️ YouTube
Einfach nach „Muk Röhrl“ oder „Gaststätte Röhrl“ suchen – dann versteht Ihr sehr schnell, warum seine Videos mittlerweile Millionen Menschen erreichen.
🎧 Jetzt reinhören
🎙️ MKN Küchenschnack mit Tom Klein
Wenn Euch die Folge gefällt:
⭐ Podcast abonnieren
⭐ Bewertung dalassen
⭐ Folge mit Freunden und Kollegen teilen
Denn gute Geschichten gehören erzählt.
Tom: 00:00
Und heute im MKN Küchenschnack – liebe Leute, seht es mir nach: Bei dieser Folge muss ich den Gast einfach selbst sagen lassen, wer er ist.
Muk: 00:10
Servus, ich bin der Muk, ich bin Wirt vom ältesten Wirtshaus der Welt in Eilsbrunn bei Regensburg. Es gibt schon so Momente, wo man darüber nachdenkt, vor allem wenn es gerade mal wieder spitz auf Knopf steht und wir so wie letztes Jahr, so kurz vor der Insolvenz stehen, dann denkt man sich schon so manchmal, also eigentlich kann das ja nicht sein, dass es ausgerechnet jetzt an meiner Generation scheitern soll. Und jetzt hauen wir nochmal auf die Pauke, lassen wir uns einmal was Neues einfallen und dann kriegen wir das schon irgendwie gebacken. Und dann habe ich halt quasi ein Ankündigungsvideo aufgenommen. Also jetzt ist soweit, die krustengeile Drecksau kommt auf den Teller und ihr könnt sie ab jetzt reservieren für den und den Termin. Schreibt es bitte in die Reservierung mit rein, dass es halt die Kruste haben wollt und so weiter und so fort. Und dann habe ich mein Handy zurückgemacht, bin schon spazieren gegangen, eine Stunde ums Dorf und als ich wieder zurückkam, mache ich meine Reservierungs-App auf und da stehen da 380 Reservierungen drin. Das kann ich dir wirklich als volle Überzeugung sagen, es gibt nichts Besseres als einen verärgerten Gast, den du umdrehst und davon überzeugst, dass dein Laden trotzdem geil ist, weil der kommt dann immer wieder, weil er sich wertgeschätzt fühlt.
Tom: 01:10
Hier ist der MKN Küchenschnack. Taucht ein in die Welt der Profiküchen mit Tom.
Tom: 01:18
Muk, Muk, Muk. Schön, dass du da bist. Ich freue mich auch richtig sehr und wir haben uns ja vor nicht allzu langer Zeit mal kennenlernen dürfen, beziehungsweise mal kurz getroffen, da habe ich mal all meinen Mut zusammengenommen und hab dich mal angequatscht. Aber ich sehe, du bist wie ein normaler Mensch.
Muk: Ja, das hoffe ich doch, dass ich das bin.
Tom: Genau, und liebe Zuhörenden, ihr hört im Hintergrund die Singvögel. Das ist erst der zweite Podcast, ich habe es ja gerade gesagt, den ich unter freiem Himmel aufnehme. Der erste Podcast war bei ähnlich gutem Wetter in Maising damals, Gasthaus Georg Ludwig am Schönen Ammersee. Und heute sitzen wir wieder draußen, weil das Wetter ist schön, das Ambiente ist schön und danke für die Einladung. Sehr schön, dass du da bist. Ich freue mich sehr.
Muk: 02:00
Erklär mal ganz kurz, wo ich hier hinfahren durfte. Du bist hier in Eilsbrunn bei Regensburg. Also Regensburg ist ja in Bayern, zwischen Nürnberg und München ganz grob, für alle, die von weiter aus zuhören. Und ich bin in einem kleinen Dorf, 1200 Einwohner, im Landkreis, ganz nah an Regensburg dran. Wir haben fünf Kilometer bis zur Autobahnausfahrt Sinzing an der A3 Richtung Nürnberg. Und ja, kleines Dorf, schöner großer Biergarten, ein uraltes Wirtshaus. Das Wirtshaus hat von baulicher Sicht her zurück ins Mittelalter. Also wir wissen, dass hier 1030 schon ein Bier ins Kloster St. Emmeram abgeliefert worden ist. Im Kellerabgang findet man einen gotischen Spitzbogen, der eben auch aufs Mittelalter zurückweist. Und wir wissen, dass damals Handelsrouten nach Kelheim und Nürnberg vorbeigeführt haben. Deswegen ist hier ein Wirtshaus überhaupt erst entstanden. Und meine Familie hat zum Ende des Dreißigjährigen Krieges hier eingeheiratet. Also da muss der amtierende Wirt, muss eine rechte feste Tochter gehabt haben. Weil mein Urvorfahre elf Generationen zurück hat sich in die verschaut und seitdem ist die Familie Röhrl aus Eilsbrunn nicht mehr wegzudenken.
Tom: 02:58
Jetzt hast du schon sehr viel rausgelassen, wo wir nochmal ein bisschen tiefer einsteigen will. Ich will aber vorab nochmal eine Sache straight bekommen. Was hörst du am liebsten? Gastronom, DJ, Content Creator, Meinungsbildner oder Koch?
Muk: 03:12
Also vom Koch bin ich relativ weit entfernt. Ich habe es zwar gelernt, aber nie großartig praktisch ausgeübt, weil ich sehr früh als 23-Jähriger als Wirt quasi hier angefangen habe und ins kalte Wasser geworfen wurde. DJ ist einfach eine große Leidenschaft, die ich jetzt 24 Jahre betreibe und immer noch nicht loswerden will. Und Content Creator, ja, das bin ich jetzt einfach dazu geworden, aus der Not heraus. Du konntest dich nicht dagegen wehren. Nee, das hat sich einfach so aufgedrängt.
Tom: 03:38
Und liebe Zuhörendenden, ich will das jetzt für euch mein Eindruck mal widerspiegeln, weil ich musste, durfte, wollte mich notgetrunken, ja, the last week and time with you a bit intensive. And I don't know if you have a man, or I don't know if you have an another, or if that sounds dead, your stem clang, your dialectic, also a bayrischer, which you also hochdeutsch ausspreach. This is so much beruhigends, so you don't have Hörbücher einsprechen. Yeah, so Märchenerzähler.
Muk: 04:24
Das habe ich tatsächlich schon ab und zu gehört, ja. Hast du schon mal gehört, ne? Okay. Also die Leute hören mir gerne zu. Das Spannende ist ja auch, dass mir viele Leute gerne aus anderen Bundesländern oder aus dem Ausland zuhören, weil sie dann bayerische Urlaubsgefühle bekommen. Aha. Ist so.
Tom: 04:38
Ich kriege da ein bisschen Gänsehaut, obwohl ich jetzt ja 50 Kilometer weg wohne. Du hast wirklich so eine Stimme, die ist, die sucht seinesgleichen da. Das hat irgendwas, ich kann das jetzt gar nicht, ich bin jetzt kein Wissenschaftler, was das angeht, aber ich kann dich stundenlang so nebenbei laufen lassen, ohne dass ich weghöre. Weißt du, was ich meine? Das gehört ja auch zum Talent dazu, dass ich dranbleibe an dir. Da ist was da.
Muk: 05:02
Das ist ja das Schöne, dass es in der heutigen Zeit auch nicht mehr peinlich ist, in seinem eigenen Dialekt zu sprechen. Das erzählst du mir. Das war ja früher, sage ich mal, hat man das ja eher so abgetan: so ja, der, wo Dialekt spricht, der kann kein Deutsch, der ist ja dumm oder wie auch immer. Und heutzutage ist das wirklich ein Zeichen von Herkunft, von wo bin ich zu Hause? Und das ist wirklich schön, dass das mittlerweile funktioniert.
Tom: 05:23
Muk, so ist dein Name, so nennen dich alle. Wenn du auf der Straße läufst, jemand ruft Muk, drehst du dich auch um. Es hat sich eine Sache eingebürgert beim Küchenschnack, dass ich die Vorstellung des Gastes mache. Das ist mir bei dir, denke ich mal, ganz gut gelungen. Trotzdem würde ich dich bitten, falls ich irgendwas vergesse, ergänze es bitte am Nachhinein. Wir machen das aber kurz und knackig. Du bist ein gelernter Koch und hörst auf den Namen Johann Nepomuk Röhrl, der Sechste.
Muk: 05:53
Ist das richtig? Ja, der Sechste ist ein Zusatz, weil ich quasi im Stammbaum, wenn man es nachzählt, das sechste Johann Nepomuk bin. Braucht es natürlich nicht und der Rest ist mir auch zu sperrig, deswegen kam der Muk zustande.
Tom: 06:04
Okay, wir lassen das Johann Nepomuk weg. Du bleibst und bist heute für mich der Muk. Du hast gelernt im Fuchsbräu in Beilngries, irgendwann Ende der 90er Jahre. Dann hast du eine Ausbildung zum Kaufmann gemacht im MediaMarkt Saturn in Regensburg. Du bist dann, wie du es jetzt selber schon gesagt hast, mit jungen 23 Jahren hier eingestiegen, hast nebenberuflich immer dein DJ-Part gelebt, hast dann irgendwann Weiterbildungen gemacht auf das Thema Social Media, digitale Medien und und und. Und du bist heute mit deiner Frau Karin, ich sag mal, der Wirt, der Inhaber, der Gastronom des ältesten Wirtshauses der Welt. Und das befindet sich hier in Eilsbrunn. Ganz genau. Jetzt muss ich mal wieder an die Zuhörenden wenden. Ihr müsst euch das mal vorstellen, im Zeitalter, wo Hotels aufgekauft werden, wo es Ketten gibt, wo Restaurants sich ändern, wo es Zusammenführungen gibt, große Konzerne und und und. Da geht deine Familiengeschichte elf Generationen zurück. Ihr müsst euch das vorstellen, 1658. Also wo heute in Jahren, vielleicht in zehn Jahren gedacht wird, geht das bei euch über 300 Jahre zurück. Also richtig, das kann man gar nicht so richtig fassen. Ich habe mal noch eine kleine Rechenaufgabe gemacht. Dein Gefühl, in diesen 300, was sind das? 360 Jahren sowas? Was ist das denn? 360 Jahren. Was glaubst du, wie viele Währungen wir in diesen Jahren gehabt haben? Währungen?
Muk: 07:47
Oh Gott. Ich meine, natürlich gab es den Euro, die D-Mark, es gab die Reichsmark. Es war davor.
Tom: 07:53
Ich habe keine Ahnung. Gab es was im Militärmark? Wir waren ja hier Regensburg, war ein starkes Kriegsgebet. Gab es mal noch die Militärmark? Gab es nochmal zwischendrin? Vor der habe ich noch nie gehört. Ja, es war so inzwischen, das ging nicht lang, aber das war so kurz nach dem Krieg. Dann haben wir wahrscheinlich irgendwann mal sowas wie Gulden gehabt. Das war ganz am Anfang. Ja, eben. Also die vier würde ich zusammenbringen und dann hört es auf. Also diese Plattform, mit der wir alle in Zukunft leben werden, ChatGPT, sagt, nachgerechnet sind es ungefähr 13 Währungen, die wir seitdem gehabt haben. Und wie viele Inflationskrisen waren es? Die Frage stelle ich dir später, wenn es um Schweinebraten geht. Aber ist dir das, wenn du jetzt hier morgens ins Wirtshaus reingehst, das ist ja dein tägliches Leben, ihr wohnt auch hier. Beschäftigst dich das manchmal, denkst du, boah, ich bewege mich hier auf historischen Gefilden oder ist das nicht ständig präsent?
Muk: 08:44
Ja, ständig natürlich nicht, weil man natürlich tausend andere Sachen im Kopf hat, aber es gibt schon so Momente, wo man darüber nachdenkt, vor allem wenn es gerade mal wieder spitz auf Knopf steht und wir so wie letztes Jahr, so kurz vor der Insolvenz stehen, dann denkt man sich schon so manchmal, also eigentlich kann das ja nicht sein, dass es ausgerechnet jetzt an meiner Generation scheitern soll. Und jetzt hauen wir nochmal auf die Pauke, lassen wir uns nochmal was Neues einfallen und dann kriegen wir das schon irgendwie gebacken. Ist das so? Hätte das in den letzten Jahren ab und zu mal die Klappe zufallen können? Ja, also mehrfach. Ich habe im Endeffekt, mache ich das ja jetzt seit 20 Jahren. Als ich hier übernommen habe, war das Geschäft total am Arsch. Ich glaube, wir hatten eine Hochzeit das ganze Jahr und am Sonntagmittag vielleicht 30 Essen und den Rest der Woche war wirklich Essig. Und dann haben wir das Stück für Stück über die Jahre wieder aufgebaut. Als meine Frau damit dazukam, kam auch ein bisschen Struktur in Ordnung rein, weil ich bin immer so ein bisschen der kreative Querkopf, der halt immer irgendwie was macht, aber sie hat das Ganze mit Struktur versehen. Und wir haben es dann tatsächlich geschafft bis in die Jahre 2018 und 19. Das waren die ersten Jahre, wo wir wirklich Gewinn gefahren haben. Ja, und was um 2020 kam, das weißt du. Und die ganzen finanziellen Nachwehen dieser Zeit beschäftigen uns noch, immer noch bis heute. Wir haben jetzt letzte Woche erst die letzte Abrechnung der Überbrückungshilfen bekommen. Und das, was wir da jetzt noch zurückzahlen müssen, wird uns auch nochmal drei, vier Jahre beschäftigen. Und also wenn wir dann 2020. Man rede das konkret Corona-Zeit, ne? Ja, genau. Und wenn das dann mal alles überstanden ist, dann haben wir zehn Jahre gar nichts verdient und ein Haufen privates Geld zwischengepuffert, damit wir irgendwie den Betrieb erhalten können. Und jetzt, wo letztes Jahr die Mehrwertsteuersituation ja so unsicher war und die Umsätze nicht mehr annähernd da, wo sie 2018, 19 waren, aber die Kosten halt trotzdem massiv gestiegen sind, haben wir tatsächlich gesagt, wenn sich bis zum Jahresende nichts ändert. Zum Jahresende 25 sozusagen. Genau, dann werden wir aufhören. Und dann habe ich ja zu dieser Zeit meine Fortbildung gemacht zum Social Media Marketing Professional und habe ein Jahr lang in Teilzeit, 20 Stunden die Woche, mir halt einfach Marketinggrundwissen auf die Platte geschafft und habe dann am 1. Juli wirklich konsequent angefangen, jeden Tag ein Video zu veröffentlichen. Und das hat derartig eingeschlagen, dass wir jetzt an einem Punkt sind, wo wir sagen, okay, wir sind zwar jetzt noch nicht reich, obwohl uns die Bude eingerannt wird, aber wir haben jetzt zumindest die Perspektive, dass wir unsere ganzen Kosten decken und Schulden zurückzahlen können.
Tom: 11:00
Das ist eine schöne Aussage. Social Media schiebe ich mal ein paar Minuten nach hinten, weil das interessieren natürlich wahrscheinlich auch die meisten, was du da gemacht hast. Ich will ganz kurz mal, um das auch zu verstehen, nochmal weiter vorne anfangen. Und weiter vorne heißt in dem Moment das älteste Wirtshaus der Welt. Wenn ich richtig recherchiert habe, ist die Story so: Ihr saßt irgendwie an der Theke, ein guter Freund, Gast von dir, saß da, ihr seid ins Quatschen gekommen, und da gab es eine Fernsehserie, die da wurden über verschiedene Sachen gemacht: Ninja, Serviererei, und und und. Und der hat dann irgendwann gesagt: im Fernsehen haben sie gesagt, irgendwo in Madrid gibt es das älteste Wirtshaus der Welt. Und dann gesagt: Na, warte mal, warte mal, auf meinem Bierglas steht ja was ganz anderes drauf. Und dann hat es ein bisschen euer Jagdinstinkt und vor allen Dingen auch eure Familientradition. Und da gibt es, glaube ich, auch einen Onkel, der sehr dokumentarisch unterwegs ist. Vielleicht kannst du das mal kurz ein bisschen zusammenfassen, wie sich das entwickelt hat bis hin zu dem Punkt Guinnessbuch.
Muk: 12:01
Ganz einfach, der Kumpel von mir, der Barkeeper war in einer Disco, wo ich aufgelegt habe, hat gesagt, der hat da Pro7 Galileo angeschaut, Restaurant Countdown, die zehn verrücktesten Restaurants der Welt, wo eben dieses besagte Ninja-Restaurant, ein Unterwasser-Restaurant, eins, das auf einem Kran aufgezogen wurde und das Größte der Welt, wo sie mit der Rollenschuh und bedienen, alles wurde da gezeigt und eben auch das Botín in Madrid, die offen haben seit 1725. Wie heißt das Restaurant? Putin. Die haben übrigens auch sehr geile Spanferkel, die sie in einem Holzofen im Ganzen braten. Also wenn ihr mal in Madrid seid, schaut da vorbei und sagt, von mir. Noch nichts. Ich habe nur den Bericht gesehen, aber ich habe mir das fest vorgenommen, Bucketlist, da muss ich mal unter denen mal Hallo sagen. Auf jeden Fall haben wir gesagt, hey, wir sind wesentlich älter wie die, wir können die locker schlagen. Und dann haben wir eben beim Guinness-Buch in London bei der Zentrale angefragt. Zum Glück hat meine Frau einge studiert, die hat das dann alles für mich korrespondiert. Und dann haben wir halt angefragt, wie müssen wir denn das machen, dass wir diesen Rekord zum Unseren machen können. Und gesagt, ja, ihr müsst nur nachweisen, dass ihr länger und ohne Unterbrechung offen habt als die. Das ist der Knackpunkt, ohne Unterbrechung. Genau. Und ja, wie wir das dann beweisen, war relativ einfach bei uns, weil mein Vater und ein entfernter Verwandter von der Klosterschenke in Weltenburg, der Anton, der war früher auch mal Präsident von BHG. Was denn der Anton? Der Anton Röhrl. Ach, das ist auch ein Röhr von dir. Ja, genau. Der ist auch mit uns verwandt gewesen, also der ist ja mittlerweile schon länger verstorben. Aber der und mein Vater haben halt die Köpfe zusammengesteckt und haben halt Unterlagen zusammengesammelt in Staatsarchiven, haben Grabsteine fotografiert, Übergabeverträge, Geburtsurkunden, Heiratsurkunden. Dieses ganze Zeug, was man halt da so braucht, zusammengesammelt. Und der Anton hat dann eine 150, die nach vier Seiten lange Chronik über die Familie Röhrl geschrieben, wo es herkommen sein, wo sie sich hinverteilt haben. Weil es gibt ja auch in Erharting bei Mühldorf einen Erhartinger Bräu, der mit uns verwandt ist. Dann gab es in Frontenhausen einmal eine Brauerei von uns, der damalige Bräu ist jetzt in China. Und in Straubing gibt es ja auch nochmal ein Röhrl-Bräu, die auch zu uns dazugehören und so weiter und so fort. Und mit dieser Chronik, die haben wir dann eben ins Englische übersetzt, haben uns dann vom Landrat, vom Landesamt für die Denkmalpflege, von unserem Bürgermeister, von diversen Verlagen, die schon Berichte über unser Wirtshaus geschrieben haben, überall haben wir Beweise zusammengesammelt. Ganz kurz war das 2010, kann das sein? Ja, okay. In dieser Zeit haben wir dann einen ganz dicken Stapel Papier zusammengesammelt, der quasi das Beweis, dass wir älter sind als die in Madrid. Und dann haben wir das eingeschickt nach London und haben dann ein paar Wochen später, im November, haben wir dann ganz banal einen Brief bekommen, wo eben diese Urkunde mit drin war oder Begleitschreiben, so nach dem Motto, herzlichen Glückwunsch zu Ihrem Weltrekord. Falls Sie jetzt irgendwelche Merchandise-Artikel im Guinness-Buch-Logo machen wollen, müssen Sie bitte Lizenzgebühren abführen. Und dann habe ich halt natürlich ganz stolz dieses damals auf Facebook noch fotografiert und hochgeladen und dann haben meine Kommentatoren festgestellt, hey, da ist ja ein Tippfehler drauf. Und dann haben wir nach London nochmal eine Mail geschrieben, hey, könnten wir bitte ein. Was für ein Tippfehler? Den zeige ich dir später. Den müssen nämlich die Zuhörer, die dann mal zu mir kommen, auch selber suchen. Deswegen verrate ich ihn jetzt nicht. Ah, sehr gut. Und dann haben wir eben die Guinness-Buch-Zentrale angeschrieben und haben gesagt, hey Leute, wir hätten gerne eine Urkunde ohne Tippfehler und dann haben sie den kompletten Absatz gestrichen, was auch immer, und haben dann eben im Nachhinein jetzt eben zwei Urkunden im Gastzimmer hängen. Schön. Das ist die Geschichte, warum da zwei hängen.
Tom: 15:10
Und dieser Pamphlet, diese Historie im Zeitalter von Cloud, im Zeitalter von Speichern und was, wie muss ich mir das vorstellen? Liegt das gedruckt irgendwo im Archiv oder liegt das in eurer Ausstellung oder würde wenig. Ich habe es als Word-Dokument am Rechner gespeichert. Okay.
Muk: 15:24
Ich habe es tatsächlich selber noch nicht mal komplett gelesen.
Tom: 15:28
Bin einfach lesefaul. Aber 2010, jetzt hast du das rausgetan, hat das damals schon so einen kleinen Kick gegeben? Brachial. Das war damals E-Mail. Kannst du das bitte nochmal sagen?
Muk: 15:40
Brachial war das. Geil, ich liebe das. Also ohne Schmarrn, das war Wahnsinn. Die Leute waren wie die komplett Verrückten. Man muss dazu sagen, unser Wirtshaus hat, bevor ich das übernommen habe, ruftechnisch ein bisschen gelitten. Und dann gab es so diesen ganz prägnanten Satz unserer Gäste, ja, jetzt kann man wieder hingehen. Also jetzt ist quasi ein neuer Pächter drauf, jetzt ist es wieder gut, jetzt kann man wieder hingehen. Und das haben wir wirklich gefühlt 15 Jahre lang gehört, dass man jetzt endlich wieder hingehen kann. Also so lange haben die Perioden von Gästen, die man irgendwie vergrault hat, bis man sie vielleicht wieder catchen kann.
Tom: 16:15
Das sind ja jetzt 16 Jahre, wenn ich richtig rechne. Ich meine, gut, jetzt müsste halt irgendwo, keine Ahnung, in Griechenland, in Mexiko, müsste einer auf die Idee kommen. Du kannst ja jetzt nicht ein älteres Wirtshaus plötzlich gründen. Es müsste irgendjemand auf die Idee kommen, das auch. Also eigentlich ist das ein Weltrekord für Lebenszeit, wenn man.
Muk: 16:34
Ja, ich hoffe es. Auf der anderen Seite gibt es natürlich viele andere historische Wirtshäuser, man muss auch der Vollständigkeit halber dazu sagen, es gibt ja auch andere Wirtshäuser, die behaupten, sie sind das Älteste von Deutschland oder das Älteste aus Europa gibt es zwei Vertreter. Und die beziehen sich halt einfach auf andere Gründe, warum sie einen Weltrekord haben. Und zwar ist es meistens die Baugeschichte. Also ich habe mir das so nicht überlegt, das ist einfach die Regeln und Konformitäten von Guinness Buchzentrale, die haben das festgelegt. Und das Lustige ist, das Botín hat seinen Rekord nicht verloren. Weil wenn du jetzt im Englischen googelst nach The Oldest Restaurant in the World, dann findest du nicht mich, sondern das Botín. Und warum ist es so? Weil das Guinnessbuch in seinen AGBs drin stehen hat, dass sie, ohne das mit mir abzustimmen, einen Rekord einfach in eine neue Kategorie packen können, wenn Sie wollen. Ach so. Und das heißt, ich bin jetzt nicht in der Kategorie The oldest restaurant in the world, sondern mein Titel lautet jetzt quasi The Oldest Gaststätte in the World. Also ein Synonym, das im Englischen gar nicht existiert, wird benutzt, um eine neue Kategorie aufzumachen. Und Family-owned oder sowas hängt da jetzt gar nicht mit drin. Nein, die Family war ja im Endeffekt nur der Grund, um das Ganze zu beweisen, aber es ist ja auch vollkommen belanglos, weil es gibt so viele tolle alte Wirtshäuser, die alle erhaltenswert sind. Und wenn jeder irgendeine Möglichkeit findet, das zu vermarkten, sage ich doch einfach nur herzlichen Glückwunsch.
Tom: 17:56
Wenn ich dich jetzt frage, elf Generationen, wie viel kriegst du denn noch zusammen so jetzt rückblickend? Kriegst du das hin? Das war mein Opa, das war mein Uropa, ich habe auch ChatGPT gefragt, sind neunmal Ur davor. Also wenn du jetzt aus Ur-Ur, also dieser Anton, nee, der hieß, wie hieß dein, der hast du vorhin schon mal gesagt.
Muk: 18:14
Also mein Vater war der Paul, mein Opa war auch ein Johann Nepomuk, der Uropa war ein Sebastian und dann hört es bei mir auf, dann müsste ich. Dann sind wir irgendwo 1800 wahrscheinlich. Okay. Und dann müsste ich jetzt tatsächlich auch das Nachlesen anfangen. Wir haben ja ein kleines Museum im ersten Stock. Da hängt der Stammbaum, da konnte ich das alles nachlesen, aber im Merken bin ich bei sowas ganz schlecht.
Tom: 18:33
Und bildertechnisch, was ist so das älteste Bild, was dir bekannt ist?
Muk: 18:37
Ja, das dürfte dann auch irgendwann 1800 sein, weil die Fotografie ist ja auch noch nicht so alt. Also wir haben sehr viele historische Fotos und die hängen auch im Gastzimmer. Also wenn man im Gastzimmer sitzt, dann kann man quasi schauen, dass die anderen Generationen auf einen aufpassen, dass man das auch richtig macht. Das muss man das richtig machen.
Tom: 18:52
Und auch das Geschriebene ist ja auch nicht so. Um 1600 war ja nicht so, dass jeder schreiben konnte, oder was? Das sind ja wahrscheinlich so eher Kirchengeschichten gewesen oder die, die die Dokumentation geführt haben.
Muk: 19:04
Also früher war es tatsächlich so, dass nur die Geistlichen und die Adligen schreiben und lesen konnten. Die Bürgerlichen haben das erst viel später gelernt, weil man die natürlich klein halten wollte. Aber unsere Pfarrei hat damals schon ein Pfarrmatrikel geführt und da wurde quasi alles niedergeschrieben, was in der Kirche so passiert ist. Und in diesem Pfarrmatrikel taucht eben ab 1658 der Andreas Röhrl als Bierbrauer und Taverner, so hat man damals zu den Wirten gesagt, auf. Und der wird da öfters als Taufpate aufgeführt, weil er halt sich um Kinder anderer als Brunner quasi gekümmert hat, falls den Eltern was passiert, dass das Kind irgendwie Auskommen hat. Und deswegen wissen wir, dass das so lange zurückgeht. Und haben natürlich auch mit den örtlichen Denkmalschützern und Ahnenforschern und was es halt da so alles gibt im Geschichtsbereich, haben wir uns da natürlich immer mal wieder abgestimmt und verschiedene Quellen angezapft, um diese Geschichte noch weiter zu verifizieren.
Tom: 19:54
Warum wir da den Finger jetzt so ein bisschen reinlegen, kommt ja zu deinem Social Media Erfolg von heute wieder. Das ist ja dein Intro, da kommen wir gleich nochmal drüber. Aber vielleicht nochmal ganz kurz aufgegliedert. So diese Epochen. Ganz früher war ja das hier, also wir liegen auf einer Durchgangsstraße, Regensburg-Nürnberg, da gab es auch so Fremdtierstallungen, habe ich irgendwo gelesen und gehört. Das heißt, Leute, die durchgegangen sind mit ihren fremden Tieren, haben hier Pause gemacht und die Tiere haben eine eigene Stallung bekommen, um nicht, ich sag mal, sich miteinander zu.
Muk: 20:25
Ja, das hat einfach keine Krankheiten übertragen. Genau, genau. Weil die Gefahr war ja damals riesengroß, dass man in seinen Stall, seine Kühe einschleppt oder irgendwas einschleppt, genau und deswegen hat man natürlich Fremdstallungen. Das ist ja im Endeffekt wie diese Trennung damals bei Corona, dass man gesagt hat, ihr bleibt es in eurem Haus, die anderen bleiben im anderen Haus, damit es da eben keine Ansteckungen gibt. So hat man das damals gemacht und die Durchreisenden haben dementsprechend halt hier irgendwo gegessen, getrunken und übernachtet und sind dann am nächsten Tag weitergereist.
Tom: 20:52
Und dann ging das irgendwann bis in die, was weiß ich, 1900er rein, dass ihr hier auch Übernachtungen mit angeboten hat.
Muk: 20:58
Und so richtig erweitert worden ist das 1902, also der Saal, der hinter uns steht, da sind oben Fremdenzimmer drüber, die von 1902 bis in die 60er Jahre offen hatten. Da musstest du aber noch zum Pullern rausgehen und zum Kacken. Ja, beziehungsweise hattest du halt ein Potschamperl unterm Bett. Ein Potschamperl. Also so eine kleine Schüssel, wo du reinpinkeln konntest. Und dementsprechend musstest du da reinmachen. Und das Zimmermädchen hat dann am nächsten Tag die Schüssel am Misthaufen entsorgt. Das kannst du heute gestern schlecht erklären. Das stimmt. Deswegen gibt es auch gegenüber ein schönes Hotel, das in der alten Brauerei drin steckt. Und das betreibt meine Schwägerin und das ist die alte Brauerei, die eben schön saniert wurde, 2017. Und die haben dementsprechend da jetzt ein schönes Hotel, wo auch jeder seine eigene Toilette und seine eigene Dusche hat.
Tom: 21:40
Das heißt, dann wurde das Hotel irgendwann aufgegeben. Das macht jetzt, wie gesagt, der Schwägerin und dein Bruder, oder? Ja, genau, der Bruder der Landwirt in der Hauptsache und auch mein Verpächter. Dann gab es ja nochmal das Brauen, das heißt, es wurde hier auch Bier gebraut. Das ist auch irgendwann eingestellt oder war nicht mehr erfolgreich.
Muk: 21:58
Mein Großvater ist Anfang des Jahres. Verstorben und der hat dementsprechend als letzter hier Bier gebraut. Und mein Onkel, der dann noch das Brauwesen erlernt hat, dem haben es damals in der Brauerschule gelernt, dass mit den kleinen Dorfbrauereien, das rechnet sich eh nicht mehr. Also man hätte damals viel investieren müssen, hat sich das damals nicht getraut und deswegen die Brauerei einfach zugesperrt und dann ist die eben über Jahrzehnte geschlossen geblieben. Da ist dann das Dach auch schon eingefallen, da sind Bäume rausgewachsen und man war schon kurz vorm Abriss, hat aber dann beschlossen, jetzt macht man doch ein Hotel draus.
Tom: 22:29
Und dann bist du mit 23 Jahren voller Freude, du hast ja nichts anderes vorstellen können, du warst voll motiviert, mit 23 Jahren wolltest nichts von der Welt sehen, bist hier eingestiegen.
Muk: 22:40
Ja, im Endeffekt war das ja von Kindesbein her klar. Ich bin hier schon mit dem Bobicat zwischen den Füßen von den Bedienungen durchgefetzt und habe hier auch meine eigenen Lego-Teile im Wohnzimmer oben gehabt und bin halt einfach viel bei Tante und Onkel aufgewachsen, die das wir jetzt heißt vor mir betrieben haben, und habe als Jugendlicher hier schon mitgeholfen, an der Atheke Bier zapfen, mal ein paar Aschenbecher ausputzen, ein paar Teller abräumen, ein bisschen in der Küche mitarbeiten. Und dann war irgendwie klar, dass das mal meins werden wird. Weil mein Vater war ja der große Eigentümer vorher, in der vorherigen Generation. Und der hat mich als Achtjähriger schon gefragt, willst du der Landwirt werden? Und dann habe ich damals schon ganz klar gesagt, nein. Mein Bruder ist acht Jahre älter wie ich, der war damals am Ende der Realschule und da war klar, der muss jetzt in die Ausbildung und da muss sich jetzt mal entscheiden, was der wird. Und der ist schon immer lieber auf dem Bulldog gesessen und im Wald raus. Und dann wollte der eigentlich Landwirtschaft machen. Vom Alter hätte ich besser gepasst, aber ja, mein Bruder wollte es mehr und dementsprechend hat sich das damals dann so entschieden, dass mein Bruder die Landwirtschaft machen wird. Und dann blieb für mich quasi, das wird zwar noch übrig. Und dann habe ich gesagt, hey, ich kann mir das sehr gut vorstellen, weil genau dieses Ding, wenn die Gäste hier zufrieden sind, wenn die breites Gründen im Gesicht haben, weil sie schönes Essen hingestellt bekommen haben, weil sie einfach einen schönen Abend, eine tolle Feier verbracht haben, das ist das, was mir immer gefallen hat. Und das wollte ich auch machen und daraufhin zielführend habe ich halt dann erstmal kochgelernt.
Tom: 23:56
Das ist für mich ein kleines bisschen emotional, sage ich dir ganz ehrlich, weil ich habe, ich meine, ich mache das jetzt 20 Jahre für MKN und momentan sehe ich halt ganz viele Restaurants, die schließen, weil dieses Thema Familie, Alt, Jung eben nicht funktioniert. Ja. Weil das Verständnis auf beiden Seiten, ich sage jetzt gar nicht mal nur die Alten oder nur die Jungen, sondern das ist ein beidseitiges Zustand, einfach nicht funktioniert. Umso krasser ist das, was du hier von dir gibst und da kann sich wirklich der ein oder andere eine Scheibe von abschneiden. Auch wenn nicht immer alles Gold ist, was glänzt, das ist wahrscheinlich in jeder Familie so. Logisch, logisch. Aber am Ende habt ihr euch ja doch irgendwie im richtigen Moment euch dann zusammengerissen oder zusammengehockt und ausgesprochen und dann ging es halt weiter.
Muk: 24:36
Also bei uns in der Familie ist es auch nicht immer einfach, das kann man, glaube ich, ganz offen so sagen. Aber an den Stellen, wo es dann wirklich mal brennt, da halt mich zusammen. Das ist cool. Und im Endeffekt, klar, ich bin hier rein und habe auch damals einen Hafen Lehrgeld bezahlt und wirklich viel Geld verbrannt. Und halt einfach als junger, völlig naiver Mensch, ich habe ja nie irgendwie einen Betrieb vorher geführt, ich habe nie ein Personal geführt, ich hatte keine Ahnung von gar nichts. Ich war komplett grün in der Tür. Du sahst nur gut aus. Naja, das glaube ich tue ich jetzt mehr als damals. Das ist ein anderes Thema. Das machen wir dann im Gesundheitspodcast. Genau. Aber das Thema ist, ich habe halt damals das übernommen, weil ich halt einfach wusste, das muss weitergehen. Wenn der Laden mal zehn Jahre zu ist, kannst du dir vorstellen, so einen Betrieb machst du nicht mehr so leicht auf mit neuer Konzession und Brandschutzauflagen und diesem ganzen Cäsi. Also musste ich es übernehmen, weil ansonsten wäre es quasi vorbei gewesen und man hätte es irgendwann abreißen können. Und habe halt dann Stück für Stück bei Operation am offenen Herzen gelernt, wie man so einen Betrieb führen muss. Cool. Jetzt sitzen wir hier.
Tom: 25:33
Und ich hätte mir das mal ein bisschen zusammengeschrieben von eurer Website. Wir reden von rund 400 Sitzplätzen, kann man das sagen? Biergarten sind es 420 und ihnen dann auch nochmal knapp so viele, ja. Also wir haben das Gastzimmer mit 60, wir haben das Nebenzimmer mit 25 Sitzplätzen, wir haben das Seitenstüberl mit 42, wir haben den Saal mit bis zu 200, wir haben den Biergarten mit den besagten 420 und wir haben eine Theke. Also da kommt ein bisschen was zusammen. Und brauchen wir jetzt nicht so, ne, das bayerisches Gasthaus, da brauchen wir jetzt nicht so ganz tief reinzugehen und die Historie, die spricht ja für sich, aber es gibt doch ein paar Sachen, die wirklich besonders sind. Thema Tische, Ahorntische, die sind aus den 30er Jahren oder sowas.
Muk: 26:14
Zum Teil einen haben wir sogar, der sind aus dem 19. Jahrhundert. Wie pflegt man sowas? Mit Kernseife und Wurzelbürste. Also ohne Chat-GBT. Ja, das geht noch ganz manuell. In der Kernseife ist ja ein bisschen ein Bleichmittel drin. Als wenn du mal ein bisschen Rotwein oder Schweinebratensoße verschüttest, dann kann man das ohne Probleme wegputzen mit der Bürste, die haben umbehandelt. Also da ist kein Öl, kein Lack, nichts drauf, das ist halt einfach nur Naturholzplatten. Und du trägst natürlich mit jedem Mal Schrubben ein ganz kleines bisschen von diesem Holz ab. Und wenn du dann mal 100 Jahre an so einen Tisch ranschrubst, dann hat der eine ganz andere Struktur. Also wenn ihr mal bei uns seid, schaut euch mal den Verschlag an. Das ist ein sehr separierter Tisch, der hinter einer Bretterwand ist und der ist wirklich aus dem 19. Jahrhundert, der Tisch. Und diese Maserung mit den Fingern zu streicheln, ist das ein ganz besonderes Erlebnis.
Tom: 27:02
Und in welchem Zimmer ist das? Im Gastzimmer oder im Gastzimmer. Das ist im Gastzimmer, ne? Okay. So, und dann habe ich noch was entdeckt. Der VIP-Tisch und der Affenkasten. Das ist genau der. Ach, das ist der. Also wenn ich den VIP-Tisch bestelle, wie viele Likes muss ich da lassen, um den VIP-Tisch zu bestellen? Du, das entscheiden immer noch wir, wer den kriegt. Okay. Und dann ist noch eine Sache, die ihr ja auch promotet auf der Website. Ihr seid ja nicht nur das älteste Gasthaus, sondern ihr gehört ja auch zu den 50 schönsten denkmalgeschützten Wirtshäusern in Deutschland.
Muk: 27:35
Wie kommt man zu so einem Titel? Das Landesamt für Denkmalpflege, der Dr. Karl Gattinger, das ist einer, der dort arbeitet, der hat sich, er glaubt, das ist sogar ein privates Spaßprojekt von ihm ist, der hat sich das vorgenommen, ein Buch zu schreiben über die lebendigsten Denkmäler, die er so kennt. Und da sind halt eben viele Gasthäuser mit dabei, die halt eben unter Denkmalschutz stehen und die es dementsprechend umso würdiger sind, besucht zu werden. Und die hat in einem Buch zusammengefasst und da kann man uns dann eben auch finden.
Tom: 28:02
Und wenn jetzt sich jemand diese 15, 20 Minuten getriggert fühlt und so ein bisschen diesen historischen Vibe aufsaugen will, du hast das vorhin schon mal angesprochen, ihr habt das auch ein bisschen zusammengestellt in einer Art Ausstellung. Da kann ich aber jetzt nicht reinkommen, einfach so, sondern da sollte man vorher mal sagen, hast du mal eine Minute Zeit oder ist es momentan ganz schwierig?
Muk: 28:23
Es ist momentan tatsächlich sehr schwierig, weil wir halt einfach so überfahren sind mit Gästen, dass wir kaum Zeit dafür haben. Aber wenn die Zeit dafür da ist und das rechtzeitig gebucht wird, dann mache ich das natürlich sehr gern, dass ich dann einfach eine Führung durchs Haus mache, den Leuten einfach mal die ganzen Gasträume zeige und erkläre, wann was wie entstanden ist. Und dann gehen wir halt den ersten Stock hoch, dann zeige ich eben die alten Fremdenzimmer her. Die haben wir wieder so ein bisschen so eingerichtet, wie sie damals wahrscheinlich waren. Und da gibt es natürlich separate Zimmer, eines, wo es nur um die Familiengeschichte geht. Da gibt es ein Zimmer, wo man die alten Utensilien aus der Brauerei findet, so alte Holzfässer, dann das Eismacher-Werkzeug, weil früher hatte man ja keine Kühlschränke, dann musste man ja Bier mit Eis kühlen. Und da gibt es dann entsprechendes Werkzeug, um die Fässer herzustellen, um das Eis aus dem Weiher zu machen.
Tom: 29:03
Das heißt, das Eis wurde aus dem Fluss geschnitten, wurde in die Eiskeller, so wie man es heute in Erlangen noch von den Eiskellern kennt, bei der Bergkirche.
Muk: 29:11
Und in Erhatting wird das im Übrigen auch noch gemacht, das muss ich mir dieses Jahr auch noch anschauen. Das ist total spannend. Das ist halt auch sehr nachhaltig, weil du halt keinen Strom brauchst für die Kühleraggregate, sondern einfach nur das Natureis entnimmst und das in die Bierkeller schmeißt und das hält ja teilweise zwei Jahre, wenn das groß genug dimensioniert ist, gut genug isoliert ist.
Tom: 29:29
Und nochmal ein bisschen historisch, ihr kocht, ich meine, das ist jetzt so ein bisschen unser MKN-Herz, ne? Wir machen ja wunderschöne Kochblöcke und alles, aber trotzdem finde ich das extrem positiv, ihr kocht auf dem Herdblock, der von 1939 drinnen steht. 29 drin steht. Und der wird noch angefeuert und da wird noch drauf gekocht. Ganz genau. Ich würde ja ein Angebot für eine Küchenplanung machen, aber irgendwie tut mir da auch ein bisschen das Herz weh, oder? Ja, den müssen wir einfach wieder integrieren. Das ist ein Projekt.
Muk: 30:00
Du musst natürlich vorher noch im Lotto gewinnen, weil das, was ich von dir als Küche haben will, das konnte man nicht leisten. Aber grundsätzlich. Du willst dann nicht, was für Podcasts bezahle. Ich bin sehr gespannt.
Tom: 30:12
Du hast deine Küchenplanung schon mal gewonnen. Sehr gut. Ja, aber das heißt, der wird richtig mit Holz angeschürt und da wird drauf gekocht. Und wer das mal sehen will, der gebt das einfach mal ein. Da gibt es auch Videos von dir, wie er da drauf kocht und sprechen über mein Lokal, dein Lokal. Den Teller sehe ich hier, den ihr gewonnen habt. Da war ja damals der Mike Süßer auch so angeteilt. Ihr müsst euch vorstellen, der steht auf dem alten Holzherd, steht ein Becken und da wird ein sous-vide gegart. Wie geil ist das denn?
Muk: 30:42
Ja. Also wir haben halt tatsächlich versucht, aus der alten Küche das Maximaliste herauszuholen. Wir haben drei große Kombi drin stehen, wir haben einen großen Kipper drinstehen, es gibt nachher große Grillfläche, ein paar friteusen Kühl an, also Kühltische, die gab es vorher alle nicht. Also ich kann mich erinnern, in den 90ern, als ich noch jung war, da hatten die Köche halt irgendwo im Nebenraum in der kalten Küche einen Haushaltskühlschrank stehen, wo sie mal so das gefährlichste Fleisch lagern konnten und der Rest lag einfach immer offen rum. Also die hygienische Situation damals war wohl eine Vollkatastrophe. Und deswegen haben wir natürlich versucht, das ein bisschen zu modernisieren. Der Boden hat sieben verschiedene Niveaus. Also das ist wirklich krass, was man da bautechnisch schon rumreißen müsste, um überhaupt mal eine moderne Küche zu realisieren. Aber wir haben natürlich eine moderne Spülmaschine gekauft, haben Holdomaten, haben Sous-vide-Becken, haben einfach alles, was man in einer modernen Küche braucht, genauso wie Pacojet und Co. Und einen Schockfroster. Aber der alte Holzofen, der ist da einfach nicht rauszukriegen.
Tom: 31:34
Das ist das Manifest drin, ja. Mega. Also ich finde das super inspirierend. Aber jetzt gehen wir doch mal auf ein Gericht ein und da will ich das Gericht nehmen, was du ja damals bei meinem Lokal, dein Lokal auch gekocht, gebraten hast. Brezenschnitzel. Verkauf mir das mal. Das ist das, was ich, wenn ich deine Karte nehmen würde, neben Größenbraten, wo wir gleich nochmal drauf reingehen, aber das würde ich, glaube ich, bestellen. Was ist das Brezenschnitzel, was ich beim...
Muk: 31:57
Das Brezenschnitzel ist einfach ein Schweinerücken, der halt einfach sauber appariert ist, geklopft ist, Salzpfeffer gewürzt ist und dann kommt eine Mischung aus Sahnemeeretisch und süßem Senf mit drauf und wird dann, anstatt mit Semmelbrösel, mit Brezn-Brösel paniert. Macht es halt ein bisschen mehr crunchy, also ein bisschen knuspriger. Und diese Süß-Scharf-Kombination von dieser Senf- und Meeretich-Geschichte, die man da draufstreicht, macht es halt einfach einen ganz anderen interessanten Geschmack.
Tom: 32:25
Coole Kiste. Ich muss den Finger mal kurz in die Corona-Zeit reinlegen. Da musstet ihr ja wie so viele auch zusperren. Und wenn man dann, was ich vorhin bei deiner Vita ein bisschen unterschlagen habe, ist ja das Thema, du bist ja auch sehr engagiert im DEHOGA. Wir haben uns ja getroffen in der Allianz Arena, wo die Azubis ihren jährlichen, ich sag mal, Wettbewerb ausgeführt haben. Du bist, glaube ich, auch Schatzmeister, wenn ich das richtig oberpfalz und was auch immer.
Muk: 32:53
Und auf Bayern-Ebene war ich eben sieben Jahre lang der Vorsitzende der jungen Gastgeber und bin jetzt stellvertretender Vorsitzender des Fachbereichs Gastronomie.
Tom: 33:01
Und du warst auch ein Sprachrohr mit dem Thema reduzierte Mehrwertsteuer, von 19% runter auf 7%. Da kann man auch vieles von dir nachhören, wie du das auch verkauft hast, mit schön mit Fast Food, was man da nicht nachhaltig mit sich rumschleppt und zahlt nur 7%, jetzt ist das gekommen. Aber Corona, du hast es ja vorhin gar nicht aussprechen wollen, wenn ich das so richtig bin, das war mit die schlimmste Zeit, kann man das so sagen?
Muk: 33:26
Ja, also absolut. Sowas hat noch keiner von uns erlebt und will auch keiner mehr jemals wieder erleben. Und auf der einen Seite muss man sagen, wir können extrem froh sein in der deutschen Gastronomie, dass wir von unserer staatlichen Seite Unterstützung erfahren haben. In anderen Ländern wie Spanien oder Italien, die haben es gar nichts bekommen. Die werden keine Rücklagen, keine Substanz hatten, die konnten einfach direkt zusperren. Und bei uns war es zumindest so, dass man sich finanziell über diese Zeit retten konnte. Aber es wurde natürlich auf der einen Seite versprochen, wir müssen nichts zurückzahlen und jetzt ist es anders gekommen. Das ist natürlich auf der einen Seite sehr ärgerlich und da könnte man sich jetzt emotional reinsteigen. Aber ich bin halt ein sehr rationaler Mensch und kein Verschwörungstheoretiker. Ich hasse es, wenn man immer nur den alten Zeiten nachweint und die haben doch damals gesagt. Und irgendwie immer nur über die anderen zu schimpfen, ich suche immer bei mir die Lösung. Ich bin derjenige, der schaut, was kann ich tun, um meine Situation zu verbessern, anstatt auf die anderen zu schimpfen. Und dann muss man sich halt einfach in so Situationen, die auswegslos erscheinen, muss man halt kreativ sein. Wir sind ja Unternehmer und nicht Unterlasser. Und dann müssen wir halt was unternehmen, damit unsere Situation besser wird.
Tom: 34:35
So, und jetzt sind wir irgendwann in den 2000, ich sag mal, Ende der 2010er, 19, 18 angekommen und da gab es ja auch Bundeskanzlerin, die gesagt haben, das Internet ist Neuland für uns. Und da hast du gedacht, warte mal, da gibt's was. Da entwickelt sich was, ich kann das irgendwie nutzen, ich kann das irgendwie machen, ich kann irgendwas machen. Und dann hast du die sozialen Medien für dich entdeckt. Und du bist nicht einfach hingegangen, hast du gemacht, sondern du hast sogar noch eine Weiterbildung gemacht. Entschuldigung, den Titel habe ich noch nicht so ganz drauf. Was bist du?
Muk: 35:04
Ich bin ein zertifizierter Social-Media-Marketing-Professional. Okay.
Tom: 35:09
Jetzt hol uns mal in diesen, und das ist glaube ich, wenn ich das jetzt im Internet mal ein bisschen recherchiert habe, darüber ist noch nicht so richtig viel erzählt worden. Wie ging denn das los? Wo hast du das erste Mal gemerkt, when I in this button drücke, that could was passieren.
Muk: 35:31
Da muss ich tatsächlich ein bisschen ausholen. Im Endeffekt, Social Media habe ich ja schon immer irgendwie bespielt. Zu den Zeiten, wo es mit Facebook und so losging, war ich das erste Wirtshaus bei uns in der Region mit einer Facebook-Fan-Seite. Dann war ich natürlich auch relativ schnell bei Instagram mit am Start, aber dann kamen unsere Kinder und das Wirtshaus lief ja irgendwie und dann habe ich das halt so ein bisschen hinten runterfallen lassen und bin nicht am Ball geblieben. Was glaube ich eines der größten Probleme unserer Branche ist, aber das können wir später nochmal thematisieren. Ich habe halt dann irgendwann gemerkt, okay, wenn ich jetzt nicht irgendwie wieder versuche, Anschluss zu finden an die aktuellen Trends im Internet, im Social Media, dann falle ich hinten runter. Wann war das ungefähr? Hast du das noch am Schirm? Dazwischen, wann haben wir unseren Kindesbucheintrag gehabt, 2010. Da war ich natürlich auf Facebook und Instagram aktiv, aber dann kamen natürlich irgendwann die Reels und diese ganzen anderen Geschichten, Livestreaming und so, das habe ich komplett verpasst. Auf den YouTube-Zug, dass ich da irgendwie regelmäßig Videos mache mit den Podcasts, habe ich ja auch keinen. Das wäre ja damals auch ganz im Trend gewesen, dass jeder irgendwie seinen eigenen Podcast hat oder seine eigene App veröffentlicht. Das habe ich alles nicht gemacht, weil ich halt einfach andere Prioritäten hätte. Das heißt, so von 2010 bis so 2018, 19 war es eher bis ruhiger. Ja, es ging immer wieder auf und ab. Wir waren ja auch sehr oft im Fernsehen vertreten. Euer DZDF, Bayerisches Fernsehen hat bei uns quasi gewohnt. Kai Pflaume, warst du mal, ne? Genau, bei Kai Pflaume war ich mal, dann habe ich ja bei meinen Lokal-Lokalen mitgemacht. Zuletzt war ich ja auch bei Grill den Hänsler und habe ihn gegrillt mit meinem Schnitzel. Also ich war wirklich sehr, sehr aktiv in den klassischen Medien, sage ich mal. Und trotz dessen war unser Geschäft letztes Jahr so, naja. Und in der Corona-Zeit habe ich ja auch gesagt, jetzt müssen wir hier mal ein bisschen was machen, damit wir wieder mehr Aufmerksamkeit auf uns lenken. Habe dann auf Twitch einen Kochstream angefangen. Durch diese Geschichte haben wir dann einen sechs Seiten langen Artikel im Playboy bekommen. Angezogenerweise muss man das so sagen. Ich bin gerade ein bisschen geil geworden, aber gut. Ja, ich merke geschafft. Und diese Geschichten haben mir halt immer wieder gezeigt, ich bin kreativ genug, mir immer wieder was einfallen zu lassen, wenn es darauf ankommt. Dann war 2024, da habe ich dann irgendwann erfahren, es gibt von der Bundesagentur für Arbeit eine Fortbildungsmaßnahme nach dem Qualifizierungsschancengesetz, das gibt es auch heute noch. Und da kann man dann quasi Mitarbeiter zu einer Fortbildung schicken im Social Media oder KI-Bereich. Das wird gefördert. Und da habe ich mir gedacht, cool, das mache ich. Momentan muss ich wieder vor Gewicht, weil ich wahrscheinlich die Förderung zurückzahlen muss, ist auch nochmal ein anderes Thema. Also da geht es immer ständig auf und ab bei mir, aber ich habe diese Fortbildung gemacht. Da gibt es zwar Online-Fortbildungsinstitut, die machen eben so Social Media-Schulungen und habe ein Jahr lang von September 2024 bis August 25 20 Stunden pro Woche mir Online-Videos reingezogen, um eben auf den aktuellen Stand in Sachen Social Media Marketing zu kommen. Und das absolute Marketing-Grundwissen, das ich mir da auf die Scheibe gebracht habe, hat mich dazu gebracht, dass ich einfach mal die ganzen anderen Influencer, wie damals Sebastian Schellhorn oder so, so mit Seb, was machst du, zu analysieren, warum funktionieren die? Und warum funktionieren jetzt meine einmal in der Woche die Speisekarte abfotografieren, hochladen und die App nie wieder öffnen, warum funktioniert das nicht? Also einfach mal herauszufinden, was haben die für ein Konzept, was muss ich für ein Konzept machen, wie komme ich dazu, und habe dann eben für mich herausgefunden, okay, für mich ist wichtig, ich muss, die Leute müssen zu mir kommen. Und wenn die Leute zu mir kommen, bringt es nichts, wenn ich in Hochdeutsch spreche. Weil was will ich mit jemandem aus Schleswig-Holstein, Hamburg oder Berlin? Der bringt mir in dem Sinne nichts. Ich bin ja kein Fitnessinfluencer, der irgendwie seine Vitaminpillen quer über Europa mit der Post verschicken kann, sondern ich bin darauf angewiesen, die Leute kommen zu mir. Okay, also was mache ich? Ich spreche erstens schon mal im Dialekt. Wenn ich im Dialekt spreche, haben die Zuhörer, die das Video aufmachen, sofort, ah, das ist einer von uns, da muss man mal zuhören, was der so zu erzählen hat. Und dann war auch klar, irgendwie muss ich mir noch was anderes einfallen lassen, was da vielleicht irgendwie so signature-mäßig ist, wie ich so ein Hochzeit, was machst du?? Und das hat sich dann ganz von selber erledigt, weil unter jedem verfluchten Video, das ich hochgeladen habe, wurde gefragt, wo bist du denn eigentlich? Und ich dachte mir, wie faul seid ihr denn eigentlich? Klick doch einfach auf mein Profil, da gibt es einen blöden Link zu Google Maps und dann kriegst du sogar die Route vorgeschlagen, die zeigt, wie viele Kilometer es sind und wie lange du brauchst, um da hinzufahren. Aber die Leute sind faul und deswegen musst du sie abholen und ihnen halt einfach in jedem verfluchten Video sagen, wo du zu Hause bist, weil sie wollen einfach nichts selber verstehen.
Tom: 39:51
Ich muss so lachen, weil es gibt von dir ein Video auf YouTube, da warst du auf der blauen Couch, irgendwo bei BR, irgendwo bei BR war es den mal gewesen. Keine Ahnung. Bei irgendwo im Bayerischen Rundfunk gibt es auch noch und da gibt es auch Kommentare drunter und da hat eine drunter geschrieben, ich komme aus Burg Lengenfeld, wie komme ich denn am besten zu ihm hin? Ja, genau. Und der BR hat ganz professionell kommentiert, es gibt sowas wie einen Routenplaner, gib Ihnen doch einen, da finde ich den besten Weg hin. Weißt du, was er drunter geschrieben hat? Danke für den Hinweis.
Muk: 40:19
Ja, habe ich gesagt, Leute sind faul und das muss man sich halt zunutze machen. Also habe ich einfach in jedem Video gesagt, wie ich heiße, woher ich komme und warum, also das mit dem ältesten Wirtzhalt halt eben. Und dann hat sich das halt so ergeben. Ich kann es nicht oft genug hören. Sag's nochmal. In der Twitchzeit habe ich das ein bisschen anders formuliert, war also dieses schnelle Sprechen auch schon gewohnt. Hab es deswegen von Video zu Video auch steigern können, um die Geschwindigkeit reinzubringen und zu sagen, Servus, ich bin Muk, ich bin Wirt vom ältesten Wirtshaus der Welt, den Eilsbrunn bei Regensburg. Und dieses Regensburg, dieses Roll in DR, ist natürlich sehr markant. Ist für unsere Region auch ganz normal, sage ich mal. Natürlich ein bisschen überspitzt, dargestellt, ein bisschen sehr stark formuliert, aber hat natürlich einen gewissen Fanstatus gebracht, sage ich jetzt mal. Und die Leute fanden das so geil, dass teilweise hier 15 junge Burschen reinlaufen und das als Trinkspruch benutzen. Andere Leute haben sich das als Klingelton aufs Handy geladen, wo du echt fragst, es hat sich ja noch alle ganz dicht gemacht. Das ist doch geil. Das ist super. Und da kam halt dann irgendwie eins zum anderen und ich war halt da so richtig schön im Modus und habe halt dann überlegt, was bringe ich denn überhaupt für Content? Ja, keine Ahnung. Muss jetzt auch mich in die Kochjacke schmeißen, obwohl ich ja eigentlich gar nicht mehr koche und muss da irgendwie ein Rezept nach dem anderen kochen. Da habe ich gesagt, na komm serviert, der isst halt einfach einmal sein Essen. Und dann habe ich mich halt hingesetzt und habe mir dem einen Gericht nach dem anderen vorgestellt. Natürlich haben wir was aus dem Museum und aus dem Betriebsalltag gezeigt, vor dem Katering mal was. Und dann kam eben so dieses Thema auf, ich zeige mal unser Breitenschnitzel und ich zeige mal unseren Schweinebraten. Und das ging so her, ich bin von hinten zur Küche rein und da haben sogar ein paar Scheiben Schweinebraten runtergeschnitten, dann fiel so ein Stück Schweinebraten, Kruste, neben das Brett. Das haben wir geschnappt, bin im Saal hinter, wo ich meine Ruhe habe, mein Video machen kann, ohne dass mir jemand stört. Und beiß halt so richtig herzhaft auf diese Krusti und sage halt: Mit Video. Ja genau. Und sag zu den Leuten, hey, wenn ihr mal Bock auf so eine richtig geile Kruste habt, dann kommt Samstag, Sonntag, Feiertag zu uns, weil da gibt es immer Schwänzbrand und Schäuferl auf der Karten. Und dieses Video ist halt komplett explodiert. Ich glaube, das hat damals 280.000 Aufrufe gemacht innerhalb von ein paar Stunden gefühlt. Und dann waren halt natürlich tausende Kommentare drunter und einer hat gefragt, hey, wie wär's denn mal mit einem Teller voll nur Kruste? Und ich habe mir gedacht, keine Ahnung, habe ich noch nie darüber nachgedacht. Aber er hat für seinen Kommentar 2000 Likes bekommen. Und dann dachte mir, okay, das hat anscheinend Potenzial. Wir sind dann im Sommerurlaub abgedüst und dann habe ich aus dem Urlaub raus und haben ein Video gemacht, so nach dem Motto, hey Leute, der Kommentar ist völlig viral gegangen. Wollt ihr das wirklich? Also für den Fall, dass ja, würde ich mich mal mit dem Thema beschäftigen und schauen, ob wir das tatsächlich so auf die Karte bringen können. Und wieder Boom. Ja klar, wieder Boom. Das Video haben wir auch wieder 300.000 Aufrufe gehabt.
Tom: 43:04
Obwohl Kruste, wenn man ehrlich ist, in der DNA wahrscheinlich das Wirtshaus hier drinnen ist. Da gab es schon Kruste, da wusste man auch nicht mehr, dass es Schweine gibt, wahrscheinlich, oder?
Muk: 43:12
So ungefähr. Also auf jeden Fall habe ich gemerkt, okay, die Leute sind da richtig irre. Die sind wirklich komplett narrisch drauf, die wollen das unbedingt haben. Also aus dem Urlaub raus, aus Italien, mit den Kindern am Strand, mit dem Küchenchef telefoniert, hey, kannst du mal bitte bei Metzger ein bisschen Schweineschwarte bestellen und schauen, ob du das auch ohne Braten so hinkriegst, dass es schmeckt. Und er, ja, probieren wir mal rum. Da hat er mir immer wieder ein paar Fotos geschickt, wo sie am Anfang so aufgerollt hat wie so ein Lockenwickler. Und das hat nicht funktioniert, aber jetzt probieren wir das noch und machen wir hier. Und dann schlussendlich hat er gesagt, hey, das funktioniert, ich habe jetzt eine Rezeptur oder eine Einstellung für ein Kombi, dass wir das so hinkriegen, dass das funktioniert. Also machen wir das mal. Also haben wir für Mitte September einen Termin festgelegt, wo wir das Ganze mal testen.
Tom: 43:55
Einen Termin, wo Gäste eingeladen, also wo du essen können kannst. Oder was meinst du denn Termin? Ja, wir haben am Wochenende festgelegt.
Muk: 44:00
Haben gesagt, an dem Wochenende gibt es mal testweise, nur Kruste. Und wir machen halt mal 80 Portionen, weil die werden wir dann in Gotznamen schon verkaufen. Gibt noch mal ein Zeitfenster, wann war das? Mitte September. Letztes Jahr. 14. Ja, 25. September, 2025 war das. Und dann habe ich halt quasi ein Ankündigungsvideo aufgenommen. Also jetzt ist soweit, die krustengeile Drecksau kommt auf den Teller und ihr könnt es ab jetzt reservieren für den und den Termin. Schreibt es bitte in die Reservierung mit rein, dass halt die Kruste haben wollt und so weiter und so fort. Und dann habe ich mein Handy zurückmacht, bin schon spazieren gegangen, eine Stunde ums Dorf. Und als ich wieder zurückkam, mache ich meine Reservierungs-App auf und da stehen da 380 Reservierungen drin. Was? Was habe ich getan? Und das war halt einfach so verrückt, dann haben wir natürlich Personal abstocken müssen, nochmal Schwarte nachbestellt und halt dann angefangen, unsere ganzen Reservierungen zu koordinieren und zu planen, wo sitzen die denn überhaupt und wer bedient, wen, wann. Also meine Frau ist ja da immer vom Logistischen her ein absoluter Perfektionist, die will ja dann immer alles genau getaktet haben, dass der Ofen auch wirklich bis aufs letzte Minute ausgenutzt ist, dass der keine Minute umgenutzt ist und dass immer alles durchgeht und jeder in einer möglichst schnellen Zeit möglichst gute Qualität auf den Teller bekommt. Und dann haben wir das eben durchgetestet und dann haben wir am Anfang nur die blanke Haut gemacht, ohne auch nur ein Gramm Fett dran. Und das war halt dann relativ trocken. Wir haben gesagt, okay, da müssen wir jetzt vielleicht irgendwie ein bisschen umdenken, vielleicht doch ein bisschen dicker abschwarten, mit ein bisschen mehr Fett dran, dass das Ganze ein bisschen geschmackiger wird. Dann hatten wir das Problem, dass wenn du das mit der Hand würzt, dass es an manchen Stellen sehr überwürzt war, an anderen Stellen fast nichts dran war. Dann haben wir das System ein bisschen umgestellt, weil du musst ja im Endeffekt bei der Schwarte, wenn du die einritzt und vorbereitest zum Überkrusten, musst du dir ja erstmal erstmal schaffen, dass das Kollagen in Gelatine umgewandelt wird. Und diese Zeit haben wir quasi einfach in einem Würzsud gemacht. Also im Kipper einen Würzsud angesetzt, bestimmte Menge Wasser mit abgewogenen Gewürzen. Marinieren, so wie es damals gemacht. Damit man halt einfach eine gleichmäßige Würzung an diese schwarte Hör bekommt. Die dann da rausgepackt ist, kannst du auch schon mal einen Tag oder zwei vorher machen, das ist ja kein Problem. Und dann eben auf dem Backpapier in den Ofen rein. Und auch vielleicht ein bisschen beschwert, dass halt sich eben nicht so aufrollen kann. Und wenn du diesen Punkt mal überschritten hast, wo es sich nicht mehr aufrollt und du wirklich mit 222 Grad zum Überkrusten draufgehen kannst, dann poppt die halt auch richtig schön auf. Und dann haben wir das System für uns gefunden und haben dann wirklich 3. Oktober, Ende Oktober, November dann zwei Termine, im Dezember nochmal einen, im Februar und im März nochmal Termine gemacht. Und immer voll. Und da war es so krass. Also ich hätte echt nicht gedacht, dass unser Laden überhaupt in der Lage ist, so etwas zu leisten. Wir haben von Freitag bis Sonntag, also Freitag haben wir nur abends offen und nur vorne die drei Gaststuben, Samstag und Sonntag haben wir von 11 bis 21 Uhr die Küche offen, durchgehend und haben einen Saal mit dazu genommen, weil da war es ja kalt zu der Zeit, kein Biergarten. Haben wir von Freitag bis Sonntag 2500 Essen verkauft und Umsätze gemacht, die wir vorher nicht auch nur annähernd für möglich gehalten hätten. Herzlichen Glückwunsch. Und nochmal zusammengefasst, wir sind deswegen jetzt noch nicht reich für die ganzen Leider da draußen. Aber wir haben jetzt tatsächlich wieder Hoffnung geschöpft, dass wir mit diesen Umsätzen unsere Schulden zurückzahlen können. Und dank 7% Mehrwertsteuer bleibt ja jetzt auch wieder ein bisschen was hängen.
Tom: 47:18
Ja, was eine Geschichte. Das ist ja das, was ich jetzt in sechs Jahren Küchenschnack immer wieder versuche mit einzubauen. Viele Zuhörende verfolgen das ja, ob das jetzt so ein Moosmeier ist, ob das ein Moa-Fire ist, das ist im Prinzip an einem Punkt, wo no return is, ne? Also wo du sagst, okay, ich muss jetzt meine Metzgerei, ich muss in meine Gaststätte, ich muss mein Konzept zusperren, plötzlich Social Media etwas geschafft hat, was mit allem Respekt keine lokale Zeitung, kein Radiosender schaffen können, weil du authentisch deine eigenen Geschichte erzählst.
Muk: 47:50
Ich glaube, das Thema ist nicht Social Media an sich, das Thema ist einfach Sichtbarkeit und Reichweite. Das war schon immer so und das wird auch immer so bleiben. Nur der Weg, wie du es an die Zuhörer, der Distributionsweg, wird vielleicht ein anderer sein. Weil früher waren es eben Plakate, Faxe, Briefe oder vielleicht irgendwie Zeitungsanzeige oder Artikel oder mal ein Bericht im Fernsehen. Und nachdem halt diese klassischen Medien immer mehr wegbrechen, die haben jetzt nicht überflüssig. Das möchte ich gar nicht behaupten. Wenn ich mich hier mit meinen Gästen unterhalte, da gibt es immer so ein kleines Plattformen. In meinem Kopf zumindest. Also die Gäste sagen, hey, ich kenn dich. Und dann überlege ich immer so, woher kommt was kommt jetzt? Kommt jetzt Facebook, kommt TikTok, kommt Instagram oder kommt mittelbeirisch. Oder kommt irgendwie Lokalfernsehsender? Mein Lokal, dein Lokal. Kommt mein Lokal, dein Lokal, kommt Grill den Hänsler. Irgendwoher müssen sie mich erkennen. Und es kann natürlich auch sein, dass sie mich einfach von einem Kumpel von mir kennen, der sagt, hey, bei dem kannst du gut essen gehen. Weil diese Mund-zu-Mund-Propaganda gibt es ja nach wie vor. Das hat sich ja nicht verändert. Aber die Mengenverhältnisse sind anders. Weil 90% der Gäste sagen TikTok, Facebook, Instagram. Das sind so die drei absoluten Renner bei mir. Und der Rest, die restlichen 10% verteilen sich auf YouTube, Snapchat, mein persönlicher WhatsApp-Status, Zeitung, Fernseh oder persönliche Empfehlung. Also die allerwenigsten Gäste, die heute zu mir kommen, kennen mich nicht. Das gibt es auch noch zum Glück. Dass ich mal an den Tisch hinkomme und frage, wie es geschmeckt hat und man ganz offensichtlich in deren Gesichtern sieht, dass sie keinen blasen Schimmer haben, wer ich bin und was ich mache, was mich echt mal wieder auf den Boden zurückholt, weil natürlich, wenn man so viel Aufmerksamkeit erfährt, neigt man vielleicht auch mal zum Höhenflug. Und es ist schön, da mal wieder geerdet zu werden und zu sehen, hey, ich bin nicht der Mittelpunkt der Welt oder des Universums, sondern es geht nicht nur um mich, sondern es geht hier immer noch darum, Gäste zu bewerten und diese glücklich zu machen.
Tom: 49:44
2018 hast du in einem Podcast gesagt, dein, hast du dich auf Google Statistics bezogen und hast gesagt, der Großteil unserer Gäste kommt aus dem Postleitzahlengebiet 9,3, also rund um Regensburg. Würdest du das heute in einem Podcast 2016 etwas größer gestalten?
Muk: 50:03
Definitiv, weil seit Kruste und Co. wir einen Zulauf aus teilweise 300, 400, 500 und mehr Kilometern haben.
Tom: 50:09
Das heißt, es kommen Leute gezielt, die jetzt, sagen wir mal, Richtung Österreich und Urlaub fahren oder vielleicht so ein Wochenende machen, die kommen gezählt herher.
Muk: 50:16
Ja, ja, klar. Ich war jetzt letzte Woche total überrascht. Da waren junge Köche aus Aschaffenburg hier. Die haben sich sogar von mir ihnen ihre Kochjacke signieren lassen. Da wo ich mir schon gedacht habe, so wow, von mir, ich bin ja gar kein großer Koch, ich bin einfach nur so ein komischer Influencer-Handy, der halt zufälligerweise ein Wirtshaus hat. Aber es ist ja schön, dass sie irgendwie Vorbilder, ein Vorbild in mir sehen und die haben sich natürlich dann auch die Küche angeschaut und so weiter. Das ist schon schön, dass man auch sieht, dass man da irgendwo ein bisschen Vorbildcharakter hat. Und das krasseste ist jetzt eigentlich, Leute, die aus Kanada, aus den USA, aus Australien hierher fliegen und sagen, wenn ich mal wieder in Europa bin, dann muss ich da hin. Das ist einer. Die schauen quasi aus der Ferne diese Videos an, um den Dialekt mal wieder zu hören, um sich mal wieder an die Heimat erinnert zu fühlen. Und da war einer dabei, der ist selber auch Gastronom, der hat in der Nähe von Brisbane, also Ostküste Australien, genau, hat ja eine Stunde entfernt das Lokal König Ludwig, macht eine bayerisch-österreichische Küche und war eben. Ist aber ein Australier, oder? Nein, ist er Österreicher und hat eben Heimatbesuch in Österreich gemacht und dann extra die Strecke auf sich genommen, um mich zu besuchen. Und das finde ich natürlich schon ziemlich krass, wenn du sagst, die fliegen einmal um die halbe Welt, um hier einmal essen gehen zu können. Das finde ich halt schon echt krass.
Tom: 51:30
Am Anfang habe ich gesagt, deine Stimme. Dann gibt es die Historie hier vom Haus, dann hast du mit der Kruste noch den richtigen Moment abgefasst. Aber was mich bei dir besonders hängen lässt, seit seit seit vielen Jahren, könnte man eigentlich sagen, jetzt besonders auch in den letzten Monaten, weil du hast ja immer so Peaks auch von anderen Influencern, wo du da bist und dann hast du irgendwie satt. Du änderst dich. Das macht es interessant. Momentan beobachte ich bei dir erstmal, dass du, ich bin der Muk, das kommt im zweiten Satz, sondern du sagst am Anfang erstmal, um was es geht. Du hast das ein bisschen aufgeweicht, du sagst, mich stirbt jetzt gerade das und das, oder habt ihr schon gehört das und das, oder seid ihr denn alle noch verrückt? Und dann kommt erst der Satz. Also du änderst das. Und besonders geil finde ich, du gibst doch deine Meinung preis. Also wenn es plötzlich auf der Wiesn in Guinness-Zelt gibt, sagst du, nö, das finde ich jetzt nicht geil. Kommt das auch von der Social Media Schule oder kommt jetzt der innere Muk durch?
Muk: 52:28
Auch, also das hat mehrere Gründe. Auf der einen Seite, also das Marketing sagt, man muss polarisieren, um überhaupt erst irgendwie relevant zu werden. Weil wenn du immer allglack bist und überall everybody’s darling und durchrutscht, dann bist du uninteressant. Also man muss schon irgendwo Position beziehen, man muss schon irgendwo klare Kante zeigen, ich muss jetzt nicht rumpoltern wie irgendein Extremist, ich muss auch nicht ständig irgendwie Bild-Zeitungstitel rausknallen. Ich meine, das funktioniert natürlich, um gut, um schnell viral zu gehen, wenn du solche Thesen raus hast, wie eben so eine Bild-Zeitungsheadline. Aber auf der anderen Seite eine klare Stellung zu beziehen, hilft dir ja auch, deine Zielgruppe zu erreichen. Weil du hast ja irgendeinen Traumgast, den du gern bewirten würdest. Den du dir also vorstellst, wie der aussieht, wie alt der ist, vielleicht was für eine Einkommensschicht, dass der hat, oder die halt einfach zu dir, zu dein Thema Bier, Schweine, Braten, Wirtshaus irgendwie passt. Weil natürlich die vegane Dinkeldörte ist jetzt nicht unbedingt direkt meine Zielgruppe, die ist natürlich auch willkommen bei mir, so ist es nicht, aber es ist jetzt halt nicht meine Kernzielgruppe. Und deswegen macht es natürlich unglaublich viel Sinn, dass ich für die Themen, die bei mir im Wirtshaus gut laufen, einfach Position beziehe und dass ich da einfach einen Markenkern verbinde. Also man spricht im Marketing davon, dass man, wenn man so eine Präsenz aufbaut, dass man sich irgendwo in einer bestimmten Nische, in der man sich da bewegt, Vertrauen aufbauen muss und dann vielleicht sogar einen Expertenstatus erringt, damit die, die dir auf der anderen Seite zuhören, auch mal Werbebotschaften abnehmen. Weil viele unserer Kollegen machen ja den gleichen Fehler, den ich vor 15 Jahren auf Facebook und Instagram gemacht habe. Sie machen einmal die Woche ihr Foto auf von ihrer Speisekarte, laden das hoch. Katastrophe. Und dann passiert halt einfach nichts und sie wundern sich, warum ihr Social Media nicht klappt.
Tom: 54:08
Viele haben ja Angst davor, das zu machen, weil sie sagen, oh Gott, ich kann mit negativer Kritik, ich kann mit Shitsturm und ich kann mit Themen nicht umgehen. Wie geht denn der Muk damit um? Ich meine, du machst da trotzdem Themen und Schwein und Kruste und Menge. Oder wenn man sich das mal durchliest, gibt es ja ab und zu auch mal einen doofen Kommentar.
Muk: 54:26
Ich freue mich über jeden doofen Kommentar. Also wirklich, monisch mal und das hilft mir. Erstens mal natürlich, jeder negative Kommentar schürt auch den Algorithmus, macht die Videos relevanter. Und wenn es ein bisschen Reibung entsteht, wenn du die eine Seite dafür und die andere dagegen und dir ein bisschen in die Diskussion geraten, werden die Videos natürlich mehr ausgespielt, kriege ich mehr Reichweite, ist umso besser. Und ich meine, es ist ja auch so ein Thema, gerade in der politisch aufgeladenen Zeit, in der wir jetzt gerade sind, ist es wichtig, dass wir auch mal wieder die Diskussion lernen, dass das einfach zu unserer Kultur dazugehört. Der eine hat die eine Meinung, der andere hat eine andere Meinung. Und die muss man auch mal beide stehen lassen und akzeptieren können und einfach weitermachen. Und da sehe ich eigentlich überhaupt kein Thema. Ich bin ja absoluter Fortbildungsjunky. Vor meiner Social Media Fortbildung habe ich irgendwann einmal Beschwerdemanagement gelernt. Also ich bin halt einfach bei der Tourismusakademie Ostbayern bei uns auf ein zweijähriges Seminarganger, wo man eben gelernt hat, wenn der Gast sich beschwert, die Suppe ist versalzen, der Schnitzel ist verbrannt. Wie gehe ich denn die damit um? Und wenn ich nach diesem Konzept die Beschwerden oder die schlechten Kommentare beantworte, dann habe ich eigentlich in 90% der Fälle immer Erfolg und kann die Kommentatoren auf meine Seite ziehen. Und die anderen 10%, die halt einfach nur nörgeln wollen, da stehe ich drüber, die kann ich dann entweder blockieren oder ich kann ihnen nochmal so richtig schön eine mitgeben, indem ich sage, vielen Dank für deinen beschissenen Kommentar. Also schreibe ich natürlich anders. Ich schreibe dann so Geschichten wie vielen Dank für deinen Kommentar. Auch dieser hilft, meinem Algorithmus die Videos besser aufzuspielen. Und weil du so brav kommentiert hast, kriegst du jetzt noch mehr von meinen Videos ausgespielt. Genau so ist es. Man kann es schon immer nehmen und umdrehen und den Leuten den Ball wieder zurückspielen. Und man darf sich von sowas einfach nicht irgendwie verunsichern lassen. Klar, es gibt auch Tage, wo ich mal nicht ausgeschlafen habe oder wo ich halt einfach psychisch ein bisschen angeschlagen bin von irgendwas. Und dann kann es schon natürlich sein, dass mir so ein Kommentar ein bisschen mehr zum Herzen geht und dass ich mich da mehrere Tage damit beschäftige und dass ich mich rumschleppe. Aber auf der anderen Seite, wenn ich dann wieder ausgeschlafen habe und wieder fit bin, dann denke ich mir, ach komm, da scheinen wir jetzt irgendwas entsprechend Professionelles dazu. So mache ich das ja auch mit jeder Google-Bewertung, die ich bekomme, die mal ein bisschen kritischer ist. Ich schaue einfach, dass ich das professionell nach den Vorgaben von Beschwerdemanagement abarbeite und versuche einfach die bestmögliche Lösung für beide Seiten zu finden. Weil wenn es ein verärgerter Gast war, es gibt nichts Besseres. Das kann ich da wirklich aus voller Überzeugung sagen, es gibt nichts Besseres als einen verärgerten Gast, den du umdrehst und davon überzeugst, dass dein Laden trotzdem geil ist, weil der kommt dann immer wieder, weil er sich wertgeschätzt fühlt.
Tom: 56:56
Absolut richtig. Und ich will das mal an dem Beispiel nochmal von der Allianz Arena machen, wo dieser Lehrlingswettbewerb war. Da haben wir uns ja getroffen, dann habe ich dich natürlich auch ein bisschen beobachtet, dann standst du bei der Siegerehrung standst du unten mit deiner Kamera, hast immer so ein bisschen geguckt und gemacht und getan. Unscheinbar, wie du das alles gemacht hast. Und dann bin ich, hab ich dann abends meine Sachen zusammengepackt, ne? Und hab dann, oder Nachmittag war das ja dann zusammengepackt und bin dann ins Parkhaus gegangen und hab mein Zeug reingeräumt und hab dann auch nochmal kurz ein bisschen geguckt, was habe ich alles aufgenommen und hab dich gegenüber in deinem Auto sitzen sehen. Und da warst du total so in dich und wahrscheinlich hast du das Reel dann geschnitten, unterstelle ich mal. Und dann habe ich so gedacht, das interessiert mich jetzt wirklich, wie er das macht. Und diesen Einstiegshook, den du da gewählt hast. Du musst ja dann nochmal rausgegangen sein oder hast dich dann vor die Große Allianz Arena gestellt und hast so den ersten Satz gesagt, ja, alle machen, ich hab die Schnauze voll, alle machen die Gastronomie nur noch schlecht, ne? Und ich habe heute was anderes erlebt. Das war so dein Einstieg, wo ich gedacht habe, Alter, wie genial dieser Einstieg war, dieses große Ganze in der Gastronomie ist alles scheiße, auf unsere Zukunft, unsere Azubis, unseren Nachwuchs, die wirklich an dem Tag was Geiles abgeliefert haben, das ist augenständig, in einer tollen Location, mit einer, ich sag mal, mit einer DEHOGA-Organisation, die ja auch gewisse Regeln, also das größte Problem war, dass dann der Glitter auf dem Rasen gelandet ist. Das hat es kurz für Unstimmung gesorgt. Jetzt müssen es mir Platz warten. Ja, genau. Und wie geil du das gemacht hast und das mal zu beobachten, das war wirklich richtig, richtig inspirierend und da merkt man, dass das bei dir arbeitet und auch dieses Video hat ja richtig gut gezündet.
Muk: 58:42
Also bewundernswert. Bei der Siegerehrung war ja noch was Interessantes, da habe ich nämlich kurz mal Aushilfskameramann für den Bayerischen Rundfunk spielen dürfen. Weil die mussten nämlich schon eher fahren. Und dann hat mir die Kollegin vom Bevoga gesagt, hey, Muk, könntest du mal ein paar Querformat-Videos machen, weil der BR braucht noch Material von der Siegerehrung. Achso, hast du noch einen Doppelauftrag gehabt. Genau, und da war ich quasi nur Aushilfskameramann für den Bayerischen Rundfunk.
Tom: 59:04
Pass auf, wir bewegen uns mit großen Schritten dem Ende entgegen, weil irgendwann müssen wir hier auch zum Finale kommen, aber wir können auch noch ein bisschen ausholen, aber ich habe noch zwei Punkte, die ich ansprechen möchte. Und das Thema ist, und man sieht es ja jetzt hier, dein Personal reitet ein, alle sagen, Personal und und und, die wachsen nicht an den Bäumen. In verschiedenen Formaten von dir weiß man und hört man und sieht man auch, dass du dich schon relativ schnell mit dem Thema Inklusion beschäftigt hast, dass du auch von fremden Ländern Leute geholt hast. Wie ist denn der Stand der Dinge heute bei dir?
Muk: 59:38
Also seitdem ich im Social Media so aktiv bin, wie ich es bin, habe ich eigentlich überhaupt keine Probleme mehr, weil die Bewerbungen mehr sind, als ich einstellen kann. Ist das so? Das ist wirklich so eine Reichweite. In allen Bereichen, auch in der Küche. Ja, in allen Bereichen. Cool. Also es ist wirklich so, dass Reichweite momentan das wichtigste Gut ist, wenn man sich da aufstellt, hat man eigentlich keine Probleme. Weil die Leute finden mich sympathisch, die Leute vertrauen mir, die sagen, hey, du bist ein cooler Typ, bei dir will ich arbeiten. Und da ist es auch so im Service beispielsweise, meine Nichte hat hier angefangen, die ist 17 und natürlich hat die das dann ihren Freunden erzählt und dann hat einer aus dem Nachbarort ein 15-Jähriger angefangen und noch irgendein junger Ukrainer, der hier wohnt. Und die drei sind teilweise, keine Ahnung, zwei, dreimal im Monat überhaupt nur da und haben unsere Azubis überholt, indem wie schnell sie lernen. Weil die halt einfach motiviert sind, weil die es cool finden, was wir hier machen und die das eben auch feiern, dass ihr Chef da so ein kleiner Influencer ist. Und das funktioniert einfach. Wir haben, also bei der Personalfindung waren wir schon immer relativ kreativ. Also ich habe in der Zeit, wo es mit den Flüchtlingen losging, 2014, 14, wo die Politik gesagt hat, helft uns mal bei der Integration, habe ich mir sofort vorne hingestellt und gesagt, jawohl, wir helfen den jungen Leuten und versuchen die zu integrieren. Ich habe mich darum bemüht, dass die halt bei uns irgendwie ankommen und auch alle Sprachbarrieren und Co. überwunden. Jetzt momentan importieren wir unsere Azubis aus Kamerun und Vietnam. Und da gibt es natürlich auch viele Hürden. Es ist sehr bürokratisch und natürlich das Thema Wohnung für die Azubis und Anmelden bei der Gemeinde und schauen, dass die in Berufsschule kommen und dass die Apustike kriegen. Und dieser ganze Kleinkram, der da hinten dran hängt, ist natürlich sehr, sehr aufwendig. Aber auf der anderen Seite haben wir halt jetzt unsere festangestellten Kirche einfach eine Heerschar an Menschen mit vielen Händen und Füßen, die sich halt einfach mit allen Arbeiten irgendwie unterstützen können. Und dadurch ist halt einfach der Personalmangel nicht mehr annähernd, so groß wie er schon mal war. Und ich freue mich einfach riesig, dass das so läuft, wie es läuft, und kann einfach nur jedem da draußen empfehlen, macht es euch sichtbar, zeigt es eurem Betrieb her, zeigt es her, was euren Betrieb so besonders macht, weil das ist nämlich der Schlüssel dazu, dass man im Social Media überhaupt irgendeine Relevanz hat. Und jeder hat was Besonderes in seinem Betrieb. Jeder hat irgendeinen USP, wie man im Marketing so schön sagt, und stellt es nach draußen, erzählt es über euch, erzählt es, was euren Laden so toll und so einzigartig macht und dann werdet ihr da auch erfolgreich.
Tom: 01:01:50
Wie sind denn so deine Wünsche und Ziele in den nächsten Monaten, Jahren? Oder sagst du, ich reide die Welle, die jetzt gerade da ist. Oder hast du schon ein bisschen einen Social Media Weitblick, den du verfolgst?
Muk: 01:02:04
Ich muss das ein Stück weit so nehmen, wie es kommt, weil die Veränderungen in meinen Augen immer schneller sind, als ich überhaupt Schritt halten kann. Und ich versuche mich halt da mich einfach anzupassen, was so passiert und natürlich auch ein bisschen proaktiv vorauszugehen, vielleicht mal das ein oder andere Kochvideo zu machen. Wir haben jetzt halt nebenan eine kleine Wohnung angemietet, wo jetzt eine schöne kleine Küche drin ist, wo ich vielleicht mal das ein oder andere Kochvideo machen kann. Schauen wir mal, wo es hinläuft. Also ich habe noch viele Pläne und möchte mich da auch noch besser strukturieren und professionalisieren, dass ich halt auch meine Videos mal ein bisschen im Voraus produzieren kann, weil aktuell mache ich das immer nur jeden Tag in der Früh, bevor ich überhaupt irgendwas anderes anfange. Und ich möchte natürlich gerade für so Phasen wie Urlaub und so ein bisschen langfristig vorproduzieren, dass ich das eben dann im Petto habe, dass ich im Urlaub auch mal wirklich abschalten kann. Aber ansonsten schauen wir einfach mal, wie es läuft und ich nehme einfach das Leben, so wie es kommt und hoffe einfach auf eine gute Zukunft.
Tom: 01:02:52
Ich nutze hier mal die Gelegenheit, dir auch einen wunderschönen herzlichen Gruß auszurichten, weil ich habe den damals schon angesprochen, Michel Moosmeier und Michel Foster von der Landmetzglei Moosmeier. Ich meine, das ist nicht nur der größte Influencer, den es im Fleischverarbeitenden Betrieb in Europa gibt, der hat einen gewissen Fan-Status schon erreicht und der hat mir bereits, das muss so im Oktober, November letztes Jahr gewesen sein, hat er mir schon das erste Mal geschickt, also es war die erste Krustenwelle, hat er mir bereits dein Video geschickt und hat gesagt, kennst du den, ich muss da hin. Ja, das soll er dir mal selber erzählen, weil ich kenne wenig Menschen, die so wenig schlafen wie er, sag ich mal nur. Momentan hat er drei Kirchweihen parallel laufen und und und und. Also der ist wirklich Oberkante Unterlippe. Aber ich verspreche dir was. Und das hat er mir jetzt auch auf dem Weg mitgegeben. Ich bring euch mal zusammen. Super, das ehrlich. Weil ihr beide, ihr habt mit Sicherheit einen gleichen Schmäh. Ich kenne euch jetzt beide ein bisschen, das passt zusammen und er hat ja das mit je Schlachten und ich sollte dich auf alle Fälle grüßen und er bewundert das und er vor allen Dingen diese Idee mit dieser Kruste, das ist für ihn natürlich, keine Ahnung, ne, also das ist für ihn das Nonplusultra, soll ich dir auf alle Fälle ausrichten. Vielen herzlichen Dank, Grüße gehen zurück. Gut, dann würde ich sagen, wir sind jetzt hier schon wieder weit mit einer Stunde fortgeschritten und wie allen Gästen im Podcast Küchenschnack.
Tom: 01:04:22
Ladies and Gentlemen, zehn Fragen, zehn Antworten.
Tom: 01:04:28
Nicht Wirt, nicht DJ, nicht Content Creator sein dürftest. Was wärst du dann?
Muk: 01:04:32
Ich will wahrscheinlich beim Systemintegrator arbeiten und PCs zusammenbauen.
Tom: 01:04:39
Okay. Frage Nummer zwei. Welche Entscheidung deiner Vorfahren würdest du gerne jetzt nochmal hinterfragen?
Muk: 01:04:46
Rennplatz Regensburg. Da steht jetzt ganz viele Wohnungen. Das hätten sie damals billig kaufen können, haben sie damals nicht gemacht, weil sie zu feige waren, das Geld auszugeben. Hätte das mal gemacht, dann wären wir jetzt Millionäre!
Tom: 01:04:56
Du würdest vielleicht nicht solche Videos machen. Hätte, hätte. Genau. Frage Nummer drei. Das ist meine Lieblingsband, meine Lieblingssängerin, mein Lieblingskonzert, was auch immer. Daft Punk. Daft Punk. Absolut. Die Antwort kam schon mal. Die kam schon mal wirklich. Müsste ich jetzt nachgucken, aber die kommt schon mal. Das ist wirklich, ja. Frage Nummer vier. Dieses Lied muss ich als DJ immer wieder spielen. Ich kann es aber selber nicht mehr hören. Oh, ja, das ist wahrscheinlich Helene Fischer, weil das konnte ich noch nie hören. Hast du nicht zur Daft Punk. Frage Nummer 5. Dieser Geruch erinnert mich an meine Kindheit.
Muk: 01:05:30
Oh, ich muss kurz überlegen. Natürlich irgendwas, was die Mama gekocht hat. Sowas wie Dampfnudeln. Wahnsinn. So süßlich. Ja, ja, mit mir sowas wieder zu, alle Rohrnudeln, die sie immer mit der Kartoffelsuppen dazu gemacht hat. Das war Hammer. Das habe ich mir geliebt, wenn du vom Spielen draußen kommst und bist komplett und bist total verkühlt, weil du vom Popfahren, Skifahren, Schlitten fahren oder so kommst und dann kommst rein und dann steht das warme Dampfende Essen am Tisch. Das ist schon so mega geil. Ich habe es fröhlich vor mir.
Tom: 01:05:59
Das ist mein lieber. Lieblings-Social Media Plattform. Aktuell TikTok. Dahin geht es für mich am liebsten im Urlaub. Irgendwo, wo es warm ist. Eher Italien oder eher Flugzeug? Eher Italien. Frage Nummer 8. Diesen Social Media Content, diesen Influencer, folge ich am liebsten? Oder den finde ich auch gut. Kannst du auch zwei oder drei nennen. Oh Gott, da gibt es so viele.
Muk: 01:06:24
Ja, ich weiß. Tim Rud mit Ei zum Beispiel. Oh, überragend, wie der kocht. Super, ja. Genauso wie der, oh Gott, wie heißt der? Ich und Name wieder. Ja, danke. Beschreib's mal, vielleicht komme ich drauf. Irmand der Noah ist natürlich lustig, aber es gibt den Typen aus Passa oder so ähnlich, Niederbayern, der auch immer sehr geil kocht. Ich komme nicht drauf. Aber mit dem haben wir. Tassilo Wein. Tassilo Wein. Oh ja, der ist ja auch super.
Tom: 01:06:46
Das liebe ich auch. Das gibt es überragend. Also es gibt so viele, die wirklich richtig gut sind. Er hat auch sein Signature gefunden, mit seiner ruhigen Art und dann das Einblenden.
Muk: 01:06:55
Und wen ich wirklich extrem vermisse, ist der selbst Schäublein, weil der macht ja gar nichts, weil der hat irgendwie auch alles gelöscht, was ich gesehen habe. Er ist in Politik gegangen.
Tom: 01:07:01
Ja, ja. Er ist in die Politik gegangen und. Das ist echt sehr schade, weil den habe ich einmal sehr gefeiert. Frage Nummer 9. Dieses Gericht würde ich selber bei mir auf der Karte bestellen? Alle. Leider ist es so. Die Dinkeldörte, die gefällt mir immer noch. Frage Nummer 10 und die letzte Frage, das ist meine Lieblingssportmannschaft, mein Sportler oder diesen Sportverfolge ich ein bisschen.
Muk: 01:07:25
Eigentlich gar nichts. Also wenn, dann bemühe ich mich selber Sport zu machen, weil natürlich der stetige Verfall des Körpers, den muss man irgendwie ein bisschen aufhalten. Und wirklich Sport verfolgen, nee. Nicht sein. Also ich schaue mir natürlich mal ab und zu was an, wenn ich bei Tante und Onkel bin, die schauen sie gerne mal irgendwie Skifahren oder Snooker oder sowas an, da sitzt halt da mal mit dabei, aber ich könnte nicht mal sagen, wie die Sportler heißen.
Tom: 01:07:45
Wer ältere Videos von dir googelt, der sieht, dass du auch fitter geworden bist über die Jahre. Und hast ein bisschen auch einen Lebenswandel hingelegt. Dazu kann ich, das habe ich am Anfang schon gesagt, kann ich auch nur gratulieren. Siehst schnittig aus, so soll das sein. Und es gefällt auch der Frau. Zum Abschluss, hast du nochmal die Möglichkeit, kurz mal zu sagen, wo man dir am besten folgen sollte, wie man dir am besten folgen sollte und vielleicht auch mal nochmal ein kleiner Hinweis geben, hier unter den schönen Kastanienbaum mal vorbeizukommen.
Muk: 01:08:20
Ja, also folgen könnt ihr mir natürlich gerne auf TikTok, Instagram, Facebook, Snapchat, YouTube. Ich bin überall vertreten quasi. Aber das Wichtigste ist tatsächlich, kommt mal zu uns ins Wirtshaus, genießt es den schönen Biergarten unter den uralten Kastanienbäumen. Die bieten, gerade wenn es so richtig heiß ist, einen schönen Schatten. Das Essen ist selber gemacht, aus der Region, handwerklich gekocht. Ihr könnt euch darauf freuen. Die Gastfreundschaft hier wird groß geschrieben und ich freue mich auf jeden Einzelnen von euch.
Tom: 01:08:46
Danke für deine Zeit. Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg. Wir bleiben eher in Kontakt.
Muk: 01:08:50
Eines muss ich noch kurz ergänzen, weil ich es immer sehr lustig finde, wenn ich mir gerade bei der Allianz Arena mit jemandem unterhalte, der mir dann erzählt, achmuk, du machst es doch quasi schon immer so, du bist doch da hineingeboren. Und dann sage, nein, Leute, ich habe das auch alles von der Pike auflernen müssen. Zu meiner Ausbildungszeit war ich ziemlich schüchtern, ich habe mir nicht einmal in der Disco getraute Metal anzusprechen. Und das erste Mal auf einer großen Bühne als DJ habe ich halt auch gezittert, das Mischpult irgendwie zu bedienen oder das Mikro in die Hand zu nehmen. Also dieser Weg, irgendwann Influencer zu werden oder Content Creator, wie auch immer du das nennen willst, ist einfach nur Übung und dranbleiben. Konsequent sein und dann wird es auch was. Aber man darf nicht immer auf der halben Strecke aufgeben und man muss natürlich ständig versuchen, sich was Neues in den Kopf reinzuballern. Aber dranbleiben hilft und es ist keinem in die Wiege gelegt. Also, bleibt kulinarrisch und man könnte. Vielen Dank nochmal. Danke. Mittlerweile macht es ja richtig Spaß zu euch.
Outro: 01:09:40
Der Podcast Küchenschnack ist eine Produktion der MKN GmbH & Co. KG. In Zusammenarbeit mit Tom Klein. Executive Producer sind Corinna Düe und Martin Ubl. Line Producer sowie Audio- und Videoschnitt Jonathan und Tom. Die Post-Production übernimmt Sarah. Für Redaktion und Marketing sind Mara und Patricia verantwortlich. Wenn dir der Küchenschnack gefällt, dann folge uns gerne auf Spotify, Apple Podcast oder YouTube. Und natürlich freuen wir uns über jedes Like, jedes Abo und wenn du den Podcast mit anderen teilst. Danke fürs Zuhören, bis zur nächsten Folge.