Stadt Wien Podcast
Ein Podcast von und für alle Menschen, die in Wien leben. Hier hörst du Stimmen aus der Stadt zu relevanten Themen, die Wien bewegen.
Stadt Wien Podcast
Stadtplanung: „Die Stadt nachhaltig besser zu machen, braucht langen Atem“
Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.
Klima, Bevölkerungswachstum, lebenswerte Stadt: Das sind Stichworte aus dem neuen Stadtentwicklungsplan. Er behandelt alle Themen, die in Wien Platz und Raum brauchen. Die Expert*innen Maria Samek und Clemens Horak sprechen mit mit Christine Oberdorfer über Pläne für die Stadt der Zukunft.
Wenn euch die Folge gefallen hat, freuen wir uns, wenn ihr unseren Podcast bewertet und abonniert (falls ihr das noch nicht gemacht habt).
Feedback könnt ihr uns auch an podcast(at)ma53.wien.gv.at schicken.
Folgt uns auf unseren Social Media Kanälen:
https://www.facebook.com/wien.at
https://bsky.app/profile/wien.gv.at
https://twitter.com/Stadt_Wien
https://www.linkedin.com/company/city-of-vienna/
https://www.instagram.com/stadtwien/
Und abonniert unseren täglichen Newsletter:
http://wien.gv.at/meinwienheute
Weitere Stadt Wien Podcasts:
- Historisches aus den Wiener Bezirken in den Grätzlgeschichten
- büchereicast der Stadt Wien Büchereien
Herzlich willkommen zu einem neuen Podcast der Stadt Wien. Im Mittelpunkt dieser Folge steht der neue Stadtentwicklungsplan. Mehr dazu nun von Christine Oberdorfer und ihren Gästen.
SPEAKER_03Klimaschutz, Klimaanpassung, Bevölkerungswachstum, lebenswerte, gerechte Stadt. Das sind Stichworte aus dem neuen Stadtentwicklungsplan. Er behandelt alle Themen, die in Wien Platz und Raum brauchen. Welche das sind und welche Herausforderungen auf die Stadtplanung zukommen, bespreche ich mit Maria Samek und Clemens Horak von der Abteilung für Stadtentwicklung und Stadtplanung. Danke für den Besuch bei uns im Studio. Darf ich euch bitten, euch kurz vorzustellen?
SPEAKER_02Danke für die Einladung. Magst du starten? Gut, ja, mein Name ist wie gesagt Maria Samek. Ich habe jetzt ein paar Jahre lang gemeinsam mit einem Kollegen die Projektleitung für den aktuellen Wienplan, den Stadtentwicklungsplan für die nächsten 10 bis 15 Jahre leiten dürfen und bin ansonsten auch für andere Themen im Bereich Stadt- und Regionalentwicklung zuständig in der M18.
SPEAKER_01Ja, danke für die Einladung. Clemens Horrak. Ich bin seit rund 15 Jahren in der Stadt Wien in der Stadtplanung mit Begeisterung tätig und leite seit 2022 die Abteilung für Stadtentwicklung und Stadtplanung, MA 18. Der Stadtentwicklungsplan oder Wienplan, wie er dieses Mal heißen darf, ist eines unserer Kernprodukte und eines unserer großen anleitenden Dokumente.
SPEAKER_03Der Wienplan skizziert, wo die Stadt sich hin entwickeln soll. Was würden Sie denn sagen? Was macht denn Wien als Stadt so besonders? Was macht denn Wien einzigartig? Beginnen wir bei Ihnen vielleicht. Ja, sehr gerne.
SPEAKER_02Ich habe immer das Gefühl, wenn man ins Ausland fährt und irgendwo in einer Stadt länger ist und man kommt dann zurück, dann hat man irgendwie so zwei Phänomene. Einerseits, der Heim ist eh am schönsten und man weiß eigentlich gar nicht genau, warum man weg wollte. Aber es ist auch ein bisschen so dieses Thema, man merkt einfach, die Stadt will eigentlich besser werden. Es wird irgendwie, man könnte jetzt wienerisch sagen, gekrantelt, aber es geht eigentlich darum, wir wollen irgendwie das, was da ist, verbessern und daran im Prinzip arbeiten. Und da gibt es einfach ganz viele Themen, wo wir, glaube ich, als Stadt Wien wirklich schon sehr, sehr gut sind. Wenn man zum Beispiel jetzt den Grünraum anschaut, da gibt es wirklich sehr schöne Orte. Und es gibt aber auch einfach Themen, wo wir sagen, in der Stadtplanung freuen wir uns da immer daran, arbeiten zu dürfen.
SPEAKER_01Was macht Wien besonders? Ich habe schon oft darüber nachgedacht, weil Wien ja häufig auch in diversen Rankings ganz hervorragend abschneidet. Und zumindest in meinem Bekannten und Verwandtenkreis kommen dann aber häufig die Beispiele aus dem Ausland. Ja, aber das ist doch dort schon noch besser. Und das ist doch dort schon noch besser. Und da habe ich ein bisschen zum Nachdenken angefangen und für mich festgestellt, dass Wien halt eine Stadt ist, in der alles ziemlich sehr gut ist. Wir haben keine Schwächen, keine maßgeblichen, sage ich einmal. Und ich glaube, das hat ganz stark damit zu tun, dass hier mit langem Atem, seit vielen Jahrzehnten, an den Themen dran geblieben ist. Sei es die Sicherung von Grünraum, wo der Wiener Wald- und Wiesengürtel seit über 100 Jahren unter Schutz steht. Sei es die Wasserversorgung, wo wir die berühmte Hochquellwasserleitung schon so lange haben. Aber eben auch im öffentlichen Verkehrsnetz zum Beispiel, wo wir seit Jahrzehnten halt kontinuierlich dranbleiben. Also dieser lange Atem, dieses weite Vorausschauen. Und das ist ja auch ein Beweggrund, warum wir Stadtentwicklungspläne machen.
SPEAKER_03Ich lebe jetzt seit 25 Jahren in Wien und ich muss schon sagen, in meinem Gefühl hat sich die Stadt schon sehr verändert. Also sie ist schon, finde ich, also so Projekte, wenn ich überlege, was am Naschmarkt passiert ist oder wie sich der Bereich so beim Museumsquartier verändert hat, das sind schon so Bereiche, wo man sagt, da ist wahnsinnig viel passiert, selbst in diesem eigentlich für eine Stadt sehr kurz am Zeitraum.
SPEAKER_02Ja, ich glaube, das kann man auf jeden Fall so stehen lassen. Ich bin im Kamelita-Viertel aufgewachsen, beispielsweise, und das war halt in Ende der 80er, Anfang der 90er, war das eigentlich jetzt nicht so eine super Gegend, wer heute das kennt. Das ist ein super Gründerzeitviertel mit Durchkrönung, mit einem schönen öffentlichen Raum, mit meistens schön sanierten Wohnungen, mit einem Markt, der auch die Nahversorgung zusätzlich zu ganz vielen anderen Funktionen hin sichert, mit vielen sozialen Treffpunkten, mit einer Nähe zur Innenstadt und zum Donaukanal als Wasserfläche auch, mit einem super Radwegenetz auch im Endeffekt, jetzt U-Bahn-Station und allem drum und dran. Also man muss echt sagen, da hat sich tatsächlich viel getan. Es gibt sicher auch Dinge, wo jetzt manche Leute vielleicht sagen, ja, dafür ist es sehr dicht und da wohnen sehr viele Menschen. Ja, aber genau das ist die Qualität, die es in dem Fall braucht und die das ausmacht überhaupt. Also ich würde dem voll und ganz zustimmen. Es gibt sicher auch Bereiche, die jetzt weniger prominent sind, die mir einfallen würden. Es gibt durchaus auch so die eine oder andere Siedlung von Wiener Wohnen, wo sich sehr viel getan hat, wo man einfach das Gefühl hat, der öffentliche Raum ist super geworden, es ist der Grünraum super geworden. Also da gibt es viele Orte, wo ich sagen würde, die Aussage kann man unterschreiben.
SPEAKER_03Wo schlägt denn so für Sie persönlich das Herz der Stadt? Ist das dort, wo man daheim ist?
SPEAKER_02Ja, also sicher, ich wohne jetzt seit vielen Jahren in Floridsdorf, auch dort schlägt mein Herz. Aber für mich schlägt eigentlich dort das Herz, wo ich das Gefühl habe, dass da wirklich eine Lebendigkeit ist. Also das würde ich zum Beispiel auch für die Seestadt total unterschreiben können oder für andere neue Gebiete, wo einfach viel los ist, wo die Menschen gerne leben, wo man auch merkt, dass da einfach nicht nur geschlafen wird, sondern dass da Lebendigkeit in den Erdgeschossonen ist oder auch dass untertags etwas los ist, dass es mehr als nur den obligatorischen Supermarkt gibt, dass da auch Menschen arbeiten und irgendwie sich auch treffen in der Freizeit und ihr Leben gestalten, Erholungsflächen eben zu finden sind. Also das würde ich eigentlich für jeden Ort, wo es wirklich urban ist, sagen. Dort fühle ich mich wohl. Was ist Ihr Herzenskretzl?
SPEAKER_03Wenn es sowas gibt.
SPEAKER_01Ich bin gerade umgezogen, darum muss ich mich da sozusagen auch ein bisschen neu verorten vielleicht. Aber ich finde, so eine totale Qualität von Wien ist halt auch, auf wie engem Raum, wie unterschiedliche Räume gefunden werden können. Also ich habe lange Zeit, eben bis vor kurzem, in Hanales gewohnt an der Straßenbahnlinie 43, und die ist für mich immer so ein Paradebeispiel. Weil irgendwie, ich war so etwa in der Mitte, wo es ein sehr dichtes Gründerzeitviertel war, was sicherlich auch deshalb eine hervorragende Nahversorgung zum Beispiel geboten hat mit allen Infrastrukturen und Möglichkeiten, die dazugehören und die ich schätze im urbanen Leben. Und wenn man mit der Straßenbahnlinie aber 10 Minuten stadt einwärts gefahren ist, war man im UNESCO-Weltkulturerbe innere Stadt. Und wenn man zehn Minuten statt auswärts gefahren ist, war man im Wald, im Bereich des Schwarzenbergparks dort. Und das ist halt auch Wien. Die Dinge sind nah beisammen und in Hernals heißt es mir, Hernals kann alles, ne? Also andere Bezirke aber auch.
SPEAKER_03Warum braucht Wien einen Stadtentwicklungsplan?
SPEAKER_01Wien braucht einen Startentwicklungsplan, damit es eine langfristige Vorstellung hat, wie es sich räumlich weiterentwickelt. Einen langfristigen Pfad for the next 10 Jahre vorzugeben, wie eine räumliche Entwicklung weitergeht, that is essentiell, um auch in nachgelagerten Planungsschritten, sei das in der Flächenwidmung oder in der Verkehrsplanung oder wo auch immer, ein stabiles Gerüst zu haben. And natürlich auch aus großen der Transparenz, um auch andere acteurinnen und acteurs, ich sag mal, der Immobilienbranche oder Wohnungssuchenden, Privatpersonen oder wem auch immer, eine Orientierung zu geben, wo man hin will.
SPEAKER_03Das ist ja ein recht massives Ding. Man hört es hier vielleicht, wenn ich mal so auf den Tisch klopfte.
SPEAKER_01Das ist der schlankeste Stadtentwicklungsplan seit langem.
SPEAKER_03163 Seiten hat er trotzdem, was sind denn so die Kernthemen?
SPEAKER_02Ja, die Kernthemen sind sicherlich, das ist der Klima Stadtentwicklungsplan, der, wenn man so will, einzige bislang, der sich dem Klima in der Dimension widmet. Das heißt, dass wir die Themen Klimaschutz, Klimaanpassung, Kreislaufwirtschaft und Ressourcenschonung wirklich ins Zentrum gestellt haben und das auch für alle Themenbereiche, die so in der Stadtplanung üblicherweise behandelt werden, das wirklich integriert betrachtet haben und mitgedacht haben und eben auch überlegt haben, was bedeutet das eigentlich für die nächsten 10 bis 15 Jahre, wenn wir jetzt einen Stadtentwicklungsplan vorlegen, der Gemeinderat ihn beschließt und wir aufbauend darauf eben dieses stabile Grundgerüst haben, das uns in diversen nachgelagerten Prozessen leitet. Was bedeutet das dann, wenn wir ans Klima denken? Und das haben wir versucht, da wirklich im Detail hineinzubringen. Deswegen sind es dann vielleicht auch 163 Seiten tatsächlich geworden. Aber was man vielleicht auch dazu sagen muss, wir haben ein weiteres Thema, finde ich, stark in den Blick genommen, nämlich das Thema Soziales. Im letzten Stadtentwicklungsplan war es schon so, dass das Bevölkerungswachstum einfach ein maßgebliches Thema war und dass wir den Umgang damit in den Fokus gestellt haben. Das ist auch dieses Mal wieder so. Wir haben uns aber auch überlegt, was bedeutet das eigentlich für die Bevölkerung, in einer Stadt zu leben mit mehr als zwei Millionen Menschen in einer sehr dynamischen Situation, eben auch in Zeiten des Klimawandels and with einer Restriktion, dass man einfach mit weniger Ressourcen auch auskommen müssen in den neuen Jahren.
SPEAKER_03Sie haben schon gesagt, there is a Leitlinie oder für Immobilienentwickler, für Menschen die umziehen. Inwiefern ist denn der Plan auch bindend? Inwiefern stehen da Dinge drin, die tatsächlich auch so umgesetzt werden müssen oder sollen?
SPEAKER_01Der Plan ist kein Gesetz. Er ist verbindlich für den Magistrat, für die Stadtverwaltung anleitend. And er ist eine klare Willensbekundung natürlich auch der Politik dieser Stadt in Form des Gemeinderatsbeschlusses. Er is auch insofern in einer verbindlichen Form verankert, als eben im Rahmen der Flächenwidmungs- und Bebauungsplanung, die M21 A und B, die zuständigen Dienststellen, sich mit dieser Planungsgrundlage eben auch aktiv auseinandersetzen müssen und ihr Handeln darauf aufbauen müssen. Das schon. Aber er ist primär eine starke und deutliche Willensbekundung und eine Anweisung sozusagen an die Verwaltung.
SPEAKER_03Da sind auch ganz konkrete Punkte drin, zum Beispiel dieser 50%-Grün-Anteil. Was sind denn noch so konkrete Punkte, wenn wir sagen, okay, Klimaschutz, klar, wir müssen auf Bevölkerungswachstum reagieren, das heißt auch leistbaren Wohnraum schaffen, diese Dinge. Was sind denn noch konkrete Punkte, wenn wir sagen, die so passiert sind in den nächsten zehn Jahren, die in dem Plan festgelegt sind?
SPEAKER_01Der Plan besteht grundsätzlich aus drei Teilen. Es gibt strategische Aussagen, die sozusagen mehr so den Willen ausdrücken, die Richtung vorzeichnen. Es gibt Leitbilder und Regelungen, und es gibt Maßnahmen, die man beabsichtigt zu setzen. Und ich würde vielleicht bei diesen Leitbildern auch anfangen. Das sind, wie ich finde, sehr schöne große Kartendarstellungen auch, die uns eben sehr konkret auch zeigen, wo sind neue Stadtentwicklungsgebiete geplant, wo sind sie nicht geplant, sondern weil zum Beispiel schützenswerte Grünräume verortet wurden. Wie schauen die Verkehrsnetze der Zukunft aus? Das ÖV-Netz, aber auch das hochrangige Radverkehrsnetz, die Radhighways, wo sind sie verortet anders weiter zu entwickeln? Das heißt, da werden schon sehr konkrete Vorgaben gemacht in diesen Bereichen. Auch zum Beispiel Zentren. Man muss ein wichtiges Anliegen. The centrenstruktur Wiens. Wien hat traditionell ein ganz maßgebliches Zentrum, natürlich die innere Stadt. This war sicherlich lange Zeit eine monozentristische Stadt. Wollen wir auflockern und aufgliedern, sozusagen. So in den vergangenen Jahren schon einiges passiert. Und sozusagen dieses polyzentrale Wien, wo eben auch immer wieder solche Zentren in Knoten im städtischen Gewebe entstehen, wo sich besonders viel tut, wo man Infrastruktur bündelt, wo man Angebote bündelt, and die dann eben auch besondere, sag ich mal, urbane Hotspots werden. Auch da sind zum Beispiel klar verortet, wo diese Zentren sind, die gestärkt werden sollen, aber auch wo man neue Zentren etablieren möchte im Zuge der Stadtentwicklung.
SPEAKER_03Haben Sie da Beispiele dafür von neue Zentren oder Zentren etablieren, damit wir uns was drunter vorstellen können?
SPEAKER_01Ja, ich sage mal beispielsweise in Rot-Neusiedl, einem großen Stadtentwicklungsgebiet im Süden Wiens, das soll eben ganz dezidiert auch ein neues Zentrum für diesen Bereich dort werden.
SPEAKER_03Das heißt aber, die Maßnahmen, die dann gesetzt werden, die Umsetzung, die fällt dann in den Bereich der zuständigen, was auch immer, Magistratsabteilung. Aber im Stadtentwicklungsplan steht dann zum Beispiel drin, wir wollen besseren noch bessere Öffis, wir wollen bessere Zugänge zum Wasser, habe ich auch gelesen, oder freie Zugänge, Wasserzugänge. Oder auch die Verkehrsberuhigte innere Stadt ist ja auch drin, was ich gesehen habe.
SPEAKER_01Das ist eine dieser Maßnahmen, genau. Es sind auch Qualitätsansprüche durchaus drinnen. Wir haben zum Beispiel neu für den öffentlichen Raum Vorgaben, Richtwerte wie hoch die Begrünung und auch die Baumüberschirmung in öffentlichen Räumen, auf Straßen, auf Plätzen, die man umgestaltet werden soll. Also da sind schon auch sehr klare Vorgaben dann auch enthalten.
SPEAKER_03Für diese grünere Stadt.
SPEAKER_01Im Sinne der Klimaanpassung und generell Attraktivierung.
SPEAKER_03Wie kommt denn so ein Plan zustande? Wie kann man sich denn die Arbeiter in den letzten Jahren dran vorstellen?
SPEAKER_02Das ist eine wirklich gute Frage. Wenn man das immer so Revue passieren lässt, dann wirkt das, als wären das irgendwie nur so drei, vier Schritte gewesen und das war's. Aber wir sind jetzt dann doch einige Jahre damit beschäftigt gewesen. Aber im Wesentlichen baut man immer auf dem Vorangegangenen, was ja auch schon eine Qualität gehabt hat, auf, wo man nur gesagt hat, okay, jetzt ist eine gewisse Zeit vergangen, wir schauen uns das noch einmal an. Also wir haben sehr stark auf dem letzten Stadtentwicklungsplan wieder aufgebaut. Bei dem letzten Stadtentwicklungsplan war es noch dazu so, dass man in der Zwischenzeit auch sieben Fachkonzepte erstellt hat, die das noch einmal detailliert haben sollen. And wir sind eben so herangegangen, dass wir geschaut haben, okay, was sind eigentlich die Qualitäten, die weiterhin gelten sollen, die wir weiterhin in einem Stadtentwicklungsplan vorsehen wollen. Und viel wichtiger vielleicht noch, was sind eigentlich die Dinge, die da noch fehlen? Was gehört aktualisiert? Was gehört dazugestellt? Welche Themen sind neu dazu gekommen? Wo sind vielleicht auch Sachen schon erledigt? Was haben wir schon geschafft? Was zum Beispiel? Was wir schon geschafft haben, also was wir zum Beispiel wirklich gut etabliert haben, sind die Grünraumkennwerte. Da habe ich wirklich das Gefühl, das ist in allen Phasern der Planung mittlerweile durchgesickert. Das sind einfach Werte, wo man sagt, wenn ein größeres Neubaugebiet geplant wird, dann sind Mindestwerte für Grünraum vorzusehen pro Person. Und da kommt man nicht drum herum, sonst kann man diesen Neubau auch nicht realisieren. Und das führt eigentlich dazu, dass man wirklich deutlich, also wirklich qualitativ hochwertige Stadtentwicklungsgebiete schafft. Aber auch wenn zusätzlich irgendwo Wohnraum geschaffen wird, würden hier eben diese Grünraumkennwerte zur Anwendung kommen. Was sich aber auch aus meiner Sicht mittlerweile ganz gut sich eingespielt hat, ist, dass man wirklich kompakte Stadtteile versucht zu planen, eben teilweise mit Zentrenfunktionen, teilweise aber auch ohne. Also wirklich schauen, dass man auf möglichst wenig Platz möglichst kompakte Baukörper schafft, um eben auch möglichst viel Grünraum zu belassen, um möglichst flächensparend zu planen. Also das ist eigentlich in der Planung voll angekommen. Und das ist eigentlich jetzt etwas, wo wir sagen, da wollen wir nur die Qualitäten erhöhen, weil es funktioniert gut. Und dann gibt es eben Themen, wo wir gesagt haben, wir versuchen nachzuschärfen, das sind diese. Und es gibt wirklich gänzlich neue Themen, wie eben die 3K, Klimaschutz, Klimaanpassung, Kreislaufwirtschaft, wo wirklich neue Themen hineingekommen sind. Das äußert sich beispielsweise darin, dass wir sagen, bestehende Gebäude sollen möglichst lang bestehen bleiben, umgenutzt werden, umgebaut werden, das soll auch erleichtert werden in diesem Sinne. Die Ressourcen, die in diesen Gebäuden drinnen stecken, sind wertvoll und sollen eben möglichst lange auch darin enthalten bleiben. Äußert sich aber auch dahingehend, dass man sagt, es gibt einen noch verstärkten verstärkteren Zugang zum Thema Wasser, einerseits was jetzt eben den Zugang zu Wasserflächen angeht, aber auch den Umgang mit Regenwasser, also Regenwasserbewirtschaftung, dass man schaut, dass man das Regenwasser möglichst lokal hält und dort auch wieder weiterverwendet, zum Beispiel eben um Pflanzen, um Begrünung auch zu bewässern. Das äußert sich aber auch darin, dass wir überlegt haben, beispielsweise, was für Infrastruktur braucht eine wirklich kreislauffähige Stadt. Also welche Flächen braucht es, um Sammlungen, Lager, aber auch Abtransport sicherzustellen von Materialien, die gebraucht oder weiterverarbeitet werden müssen oder auch nicht mehr gebraucht werden. Also wie organisieren wir das Ganze? Das sind einfach so Themen, die wirklich neu dazugekommen sind, die wir dazugestellt haben, weil wir identifiziert haben, dass das notwendig ist. Jetzt bin ich ein bisschen abgekommen von der eigentlichen Frage. Das war aber im Prinzip der erste Schritt, also diese zu sagen, was braucht es da eigentlich. Und ich bin da auch gleich in den zweiten Schritt ein bisschen hineingegangen, nämlich zu sagen, okay, was sind jetzt die planerischen Lösungen? Die planerischen Lösungen sind zum Beispiel eben das, was ich gerade genannt habe. Und im Endeffekt haben wir halt versucht, das einerseits in kartografischen Darstellungen, also in Plänen abzubilden, zu sagen, okay, gewisse Flächen sind für bestimmte Nutzungen vorgesehen, aber auch in Regeln zu fassen, die quasi immer gleich gelten. Das mit den Grünraum-Kernwerten ist so etwas, wir haben aber auch zum Beispiel ganz spezifisch Kennwerte wie, oder Kennwerte ist zu viel gesagt, aber es sind Richtziele, wenn man so will, wie dicht bebaut Gebiete sein sollen und was dann die für Qualitäten aufweisen sollen. Also je dichter, desto mehr Qualitäten, desto mehr Funktionen neben Wohnraum braucht es beispielsweise. Und im Endeffekt haben wir dann auch geschaut, dass wir das möglichst gut aufbereiten. Was finde ich dieser Stadtentwicklungsplan auch gut leistet, ist, dass wir unterschiedliche Zielgruppen abholen. Also einerseits ist natürlich die Planungswelt unserer eigenen Abteilungen in der Stadt Wien, die damit zu tun haben. Die sind sehr wichtig und die müssen quasi da im Wien-Plan abgeholt sein und müssen wissen, wie sie das jetzt anzuwenden haben. Aber gleichzeitig ist es natürlich auch eine Information an die Bevölkerung. Was will Wien in der Zukunft sein? Wo wollen wir hin? Und deswegen gibt es im Prinzip zwei Teile in dem Wien Plan. Einerseits diesen ersten Teil mit den Strategien und andererseits einen etwas technischer gehaltenen Teil, der auch eher so eine Planungssprache hat, mit Karten, mit ein paar weniger Abbildungen, vielleicht als im vorderen Teil, wo wirklich so. Planerische Aussagen zu finden.
SPEAKER_03In Wien leben rund zwei Millionen Menschen und es werden tendenziell mehr mit sehr unterschiedlichen Bedürfnissen. Wir haben Kinder, wir haben pflegebedürftige Menschen, Autofahrerinnen, Sportlerinnen, Teenager. Wie kann man denn abwägen, welche Anforderungen an die Stadt wie viel Raum bekommen? Wer überlegt sich das? Oder wie überlegt man sich das?
SPEAKER_01Man überlegt sich das schon indem man, also in einem ersten Schritt tatsächlich indem man einen Stadtentwicklungsplan macht anders and ansprüche einmal auf den Tisch hold and Raumbedarf bewertet. Jetzt wird man weder im Stadtentwicklungsplan noch in einem anderen Dokument für all das jetzt sozusagen genaue Angaben finden können. Aber Maria hat ja etwas schon angesprochen, in manchen Bereichen versuchen wir das sehr wohl und hat es sich auch sehr erfolgreich erwiesen, zum Beispiel die Grünraum-Kennwerte, die eben definieren, wie viel Grünraum es für die Wohnbevölkerung, aber auch Arbeitsbevölkerung auch in unterschiedlichen Distanzen zum Wohnort braucht. Wir sind mit diesem Startentwicklungsplan, mit dem Wienplan haben wir da auch Schritte gesetzt in anderen Bereichen. Also wir wollen hier auch im Bereich der Infrastruktur noch zu mehr derartigen Kennwerten finden. Das ist nicht ganz einfach. Es ist ja noch ein Work in Progress, kann man durchaus sagen, oder eine Aufgabe auch für die kommende Zeit. Eben auch zum Beispiel für soziale, gesundheitsbezogene, kulturelle Infrastruktur. So Dinge, die für die Menschen in ihrer Vielfalt sehr wichtig sind. Kulturbegeisterten, vielleicht mehr die kulturelle, für ältere Personen oder Leute halt, die leider krank sind, ist es vielleicht dann eher die gesundheitsbezogene, die soziale Infrastruktur bei diversen Bedürfnisslagen natürlich auch. Also für verschiedene Menschen sind das sehr wichtige Infrastrukturen, die vielleicht bislang im Planungsprozess noch nicht so gut integriert waren wie bisher. Und da wollen wir auch einen Schritt weiter kommen, da möglichst klare Vorgaben zu haben und wirklich das Beste von sozusagen dem Tag 1 der Planung herauszuholen. Ich sage gleich, was da zum Beispiel die Herausforderung ist, die unterschiedlichen Horizonte. Also wir, zeitlichen Horizonte meine ich damit. Wir in der strategischen Startplanung denken mit dem Startentwicklungsplan 10, in Wahrheit ein bisschen darüber hinaus, 15 Jahre in die Zukunft. In anderen Bereichen sind das sozusagen Ionen. Also wenn man fragt, wo soll in 15 Jahren was für eine Kultureinrichtung stehen, das ist einfach weit weg. Wer weiß sozusagen, welche auch kulturellen Strömungen sich bis dorthin gebildet haben. Also da gibt es ganz unterschiedliche Planungshorizonte und das in Einklang zu bringen und trotzdem dafür zu sorgen, dass dann in diesem Stadtentwicklungsgebiet in 10 oder 15 Jahren auch der Platz da ist und die Möglichkeit da ist, so bei dem Beispiel Kultureinrichtung dort anzusiedeln, das ist halt genau die Kunst.
SPEAKER_03Und wenn wir jetzt beim aktuellen Schwerpunkt Klimaschutz und Klimaanpassung sind, wofür braucht es da zum Beispiel Platz? Wenn ich sage, ich nehme das jetzt in meinem Plan mit, denke das mit, wofür muss ich da Platz schaffen?
SPEAKER_01Na, Klimaschutz ist natürlich ein ganz breites Thema. Vor allem, da geht es um Infrastrukturen. Klar, im Verkehrsbereich, im Mobilitätsbereich die Rahmenbedingungen zu schaffen, um da eben eine klimagerechte Alltagsmobilität zu ermöglichen.
SPEAKER_03Das heißt, wir sprechen da jetzt vom öffentlichen Verkehr.
SPEAKER_01Vom öffentlichen Verkehr, vom Radverkehr, von den Bedingungen, die man auch für den Fußverkehr schafft, dass man wieder eher bei diesen qualitativen Dingen, wie breit sollten Gehsteige sein, wie sollten sie aussehen? Gibt es ja durchaus auch Aussagen dazu. Sozusagen, das ist im Verkehrsbereich. Wir haben aber auch ein eigenes Themenfeld planen für die Energiewende, wo wir uns auch darüber Gedanken machen, was bedeutet der Umstieg auf erneuerbare Energien in den, also räumlich sozusagen, wo hat man Platzbedarfe für die Gewinnung von erneuerbaren Energien? Wie wird künftig die Wärmeversorgung in einer dekarbonisierten Form stattfinden? Wo ist das vielleicht Fernwärme, wo sind das andere Wärmenetze, wo ist es eher eine individuelle Lösung, Wärmepumpe oder was auch immer. Also auch dazu finden sich Aussagen. Im Bereich der Klimaanpassung, das ist natürlich auch etwas, das sich, also wie es die Maria eh schon beschrieben hat, alle drei Themen. Klimaschutz, Klimaanpassung, aber auch die Ressourcenschonung ziehen sich sozusagen quer durch durch die verschiedenen Themenfelder. Bei der Klimaanpassung ist das natürlich besonders ausgeprägt. Das fängt an bei den großen Grünräumen, die gesichert werden. Das sind die Räume, wo unsere Kaltluft entsteht, die uns auch in heißen Sommertagen oder den dazugehörigen Nächten die Stadt herunterkühlt, so gut es geht. Und das geht dann sozusagen auch bis ins Kleine, ich habe es schon erwähnt, die Richtwerte für die Umgestaltung öffentlicher Räume, wo man sagt, da braucht es ein großes Maß an Begrünung, da braucht es viele Bäume, das auch sicherzustellen mit entsprechenden Festlegungen.
SPEAKER_03Nehmen wir vielleicht ein konkretes Stadtentwicklungsgebiet. Wir haben über das Donaufeld kurz gesprochen in der Einleitung. Das liegt so zwischen Floridsdorf und Kagran. Ganz concrete on this beispiel. Woran denkt man da, wenn man so ein neues Stadtentwicklungsgebiet plant?
SPEAKER_02Das Donaufeld ist sicher ein sehr interessanter Fall, weil es eben mitten zwischen zwei Bezirkszentren liegt, weil es eben schon quasi in einem baulichen Kontext ist, weil dort schon viel auch gebaut und geplant worden ist. Jetzt ist das ein Stadtentwicklungsgebiet mit knapp 60 Hektar. Ungefähr ein Viertel davon soll alleine der zentrale Grünzug mal werden in Zukunft. Also das ist sicher das erste, woran man so ein bisschen denkt. Das andere ist, das soll ein lebenswerter Stadtteil für rund 14.000 Menschen werden in den nächsten 10, 15 Jahren. Ein Teil davon wird jetzt sogar, also die erste Etappe ist gerade schon im Bau. Worum es dort sicherlich geht, ist, dass man die unterschiedlichsten Ansprüche, die in dem Wienplan auch formuliert sind, auf den Boden bringt. Also das ist einerseits sicher kompakte und sehr lebenswerte Wohnbebauung mit Durchgrünung, mit einer Nähe zur Natur, mit einer super Anknüpfung an eine Wasserfläche. Also wir sind da bei der alten Donau gleich. Das alles irgendwie in einen Kontext zu setzen. Gleichzeitig gibt es eben rundherum auch schon Bebauung, also es gibt auch schon Bestandsbevölkerung. Es gibt auch hier wieder das Ziel, dass wir ein Quartierszentrum entwickeln, dass also hier auch entsprechende Funktionen angesiedelt werden. Das fängt an bei der Bildung. Klassisch Schulen, Kindergärten in einem relativ großen Ausmaß dort auch. Das geht aber hin bis zu sozialen Einrichtungen und eben kulturellen Einrichtungen, Nahversorgung, möglicherweise sogar darüber hinaus Einzelhandel. Auch das wird man ein bisschen sehen, was es da genau braucht. Also das gilt es jetzt auch einfach in den nächsten Jahren auch zu überlegen. Und was man vielleicht da auch dazu sagen kann, das ist bei jedem Stadtentwicklungsgebiet, so das ist jetzt nicht fürs Donaufeld jetzt besonders. Es gilt einfach in diesen Planungsprozessen die unterschiedlichsten Bedürfnisse und die unterschiedlichsten, auch planenden Stellen mit einzubinden. Wir haben das beim Wienplan gehabt, dass rund 65 Stellen alleine der Stadt Wien eingebunden waren in diesen Erstellungsprozess. Jetzt ist das bei so einem komplexen Stadtentwicklungsgebiet wie eben dem Donaufeld oder ich würde auch gerne das, ich würde auch gerne Rot-Neusiedl ins Spiel bringen, weil das der Klimastadtteil, Vorzeigestadtteil wird, wo wir ganz, ganz viel auch ausprobieren als Stadt, wo wir viel mit Regen, Wasser und Kreislaufwirtschaft und so weiter andenken. Da sind einfach Dinge, da kommen so viele komplexe Fragestellungen zusammen, deswegen dauern diese Planungsprozesse auch einige Jahre. Und das ist, finde ich, etwas, was das einfach stark prägt.
SPEAKER_03Diese Entwicklung passiert ja nicht nur in neuen Stadtentwicklungsgebieten, sondern auch in der bestehenden Stadt, so im Altbestand, so im dicht besiedelten städtischen Bereich. Warum ist es denn wichtig, dass dort auch Veränderungen passieren?
SPEAKER_01Ja, das hängt damit zusammen, dass der Wienplan auch ein ganz klares Bekenntnis zu einer flächensparenden Siedlungsentwicklung abgibt. Also wir haben über das Thema, das Schlagwort Ressourcenschonung ist jetzt schon herumgegeistert. Das hat natürlich ganz verschiedene Spielarten, aber eine Ressource, mit der wir wirklich sehr sorgsam auch umgehen wollen in Wien, ist die Ressource Boden. Und da gibt es jetzt sozusagen daran anknüpfend gewissermaßen zwei Aufträge. Das eine ist, wir haben das Donaufeld oder Rot-Neusiedl gerade genannt. Natürlich wird es weiterhin auch angesichts des Bevölkerungswachstums Neubauviertel geben. Aber die werden eben möglichst kompakt, kompakte urbane Stadtteile, die eben auch sehr flächensparend sind, aber trotzdem attraktiv. Und der andere Auftrag, der sich daraus aber auch ergibt, ist natürlich mit diesen Neubauvierteln, mit diesen Neubauentwicklungen sparsam umzugehen und vielmehr die Entwicklung eben auch in den bestehenden Vierteln voranzutreiben. Wobei sich dort sich ganz häufig dadurch Win-Win-Situationen ergeben. Also es können sozusagen eventuell mehr Wohnungen auch geschaffen werden, da oder dort. Neue Bewohner, Bewohnerinnen ziehen zu. Aber diese Entwicklungen können ja auch dazu genutzt werden, diesen Vierteln oder diesen Wohnsiedlungen, wir denken da auch stark an die Nachkriegssiedlungen, die sozusagen auch zu attraktivieren, indem man dort neue Infrastrukturen, neue Angebote, vielleicht ein Geschäft, vielleicht ein Lokal oder dergleichen etabliert und damit eben auch zu einer Belebung und Aufwertung beitragen kann, auch für die, die dort schon länger wohnen.
SPEAKER_03Wir haben gesagt, jetzt im Plan gibt es die Schwerpunkte Klimaschutz, Bevölkerungswachstum. Was sind denn so Themen? Und ihr denkt es da ja doch sehr weit in die Zukunft, wenn wir jetzt über diesen Plan hinausdenken, was könnten denn für Themen auf die Stadtplanung zukommen, die wir so als normale Stadtbewohnerinnen gar nicht so am Schirm haben? Was könnte da kommen?
SPEAKER_02Also einerseits sehe ich den demografischen Wandel da schon stark auf uns zurollen, also im Sinne von die Stadt, also Wien ist eine sehr junge Stadt, muss man dazu sagen, und auch eine sehr diverse Stadt. Aber grundsätzlich wird der Anteil, also auch die absoluten Zahlen zeigen uns, dass die Anzahl der Älteren deutlich höher wird und auch der Hochbetagten. Also es wird einfach, die Stadt wird dann doch teilweise sehr viel älter. Es werden viele Gebiete einfach auch sein, wo es eine gewisse Überalterung gibt. Und es wird einfach die Frage sein, wie schaffen wir es, die Stadt auch so zu gestalten, dass sie für diese Menschen, die einfach ein bisschen andere Bedürfnisse vielleicht haben als eine Mitte 30-Jährige, die irgendwie mobil is. Das heißt barrierefreie öffentliche Räume, das heißt sicherlich auch die entsprechenden kurzen Wege, die jetzt auch schon mehrmals gefallen sind. Zu Nahversorgung, zu Gesundheitsversorgung, sozialen Treffpunkten. Das wird aber auch bedeuten, dass we uns ein bisschen wappnen müssen in Richtung Pflegeinfrastruktur. Also entscheidend wird sein, dass wir genug Standorte und auch geeignete Standorte dafür haben. Es wird aber auch bedeuten, dass wir einfach schauen müssen that Einsamkeit kein Thema wird. Was ich auch sehe, und da kann das kann vielleicht da sogar ineinandergreifen, ist das ganze Thema Digitalisierung, wo ich jetzt vielleicht gar keine Expertin bin, aber da sehe ich einfach Riesenchancen auch drinnen. Einerseits, dass Technologien kommen, die wir als Stadtplanung nutzen können, um eben diese ganzen Ansprüche, die wir da formuliert haben und Qualitäten, die wir uns wünschen, noch besser umsetzen zu können. Es wird aber auch sicherlich ein Thema einfach sein, wie man mit den Folgen von der Digitalisierung umgeht. Also beispielsweise hat man das in den letzten Jahren einfach stark gesehen, dass der stationäre Einzelhandel unter den Folgen von Onlinehandel gelitten hat. Es könnte aber auch noch ganz andere Themen werden, die wir gar nicht am Schirm haben. Man hat es irgendwie gesehen mit Covid, das war irgendwie sowas, darauf waren wir alle nicht vorbereitet. Aber das hat uns sicher auch gelehrt, dass so ein Stadtentwicklungsplan schon irgendwie praktisch ist, weil er uns auch diese Richtung weiter vorgibt, auch wenn es mal dynamisch und ruckelig wirken wird im System und man hat trotzdem etwas, woran man sich anhalten kann, wo man trotzdem sagen kann, das sind nur meine Zielsetzungen und ich muss ja halt jetzt mit den neuen Rahmenbedingungen mir überlegen, wie kann ich diese Zielsetzungen erreichen. Sind das überhaupt noch meine Zielsetzungen, aber da ein bisschen eine Guidance zu geben?
SPEAKER_01Ich finde die Frage fast ein bisschen gemein.
SPEAKER_02Ich habe außerdem jetzt alles gesagt.
SPEAKER_01Nein, insofern, als wir ja sozusagen jetzt im April diesen Jahres unser geballtes Wissen betreffend, alles was wir kommen sehen, in diesem Windplan dargelegt haben. Also seit April ist uns nichts ganz Neues eingefallen, könnte man sagen. Ich glaube auch, dass diese Herausforderungen uns noch die zehn Jahre, die da Stepp jetzt in den Blick nimmt und darüber hinaus sehr beschäftigen werden. Und vielleicht auch in einer Intensität, die sich manche Bürgerinnen und manche Bürger nicht vorstellen kann. Also ich glaube, Klimaschutz, was dafür notwendig ist und Klimaanpassung und was dafür notwendig werden wird, das wird noch ganz andere Dimensionen erreichen. Im Bereich der Ressourcenschonung im weitesten Sinn, Maria, du hast es angesprochen, wie es mit der Kreislaufwirtschaft weitergeht, ob das, was das für räumliche Auswirkungen hat, was man da für Einrichtungen brauchen wird in zehn Jahren oder mehr, ist noch nicht ganz absehbar. Ich habe eine Sache vielleicht, die ich mit mir seit kurzem erst so ein bisschen herumtrage und von der ich hoffe, dass wir sie bald wieder vergessen können, aber ein wirklich ganz neuer Aspekt ist halt das Thema Sicherheit. Also wir haben halt jetzt eine Welt, in der irgendwie wenige hundert Kilometer von uns ein echter Krieg mit allem, was dazugehört, tobt seit Jahren. Wir haben auf beängstigende Art und Weise instabiles politisches Durcheinander hier und jenseits des großen Teichs, sage ich einmal. Also ob man nicht sozusagen als Stadt da noch auf ganz andere Arten resilient werden wird müssen in den kommenden Jahren, ich hoffe es nicht, aber man sollte sich wahrscheinlich ein wenig Gedanken machen dazu. Um aber ein bisschen positiver, vielleicht bei diesem Statement zu enden. Was wir halt schon anstreben mit dem Wien-Plan, aber mit all unserer Tätigkeit eigentlich, ist eben diesen stabilen Rahmen auch zu schaffen. Und ich glaube, das ist eben auch etwas, wo Wien wirklich stark ist. So als Bild ein wenig ein gutes Bücherregal, das ordentlich steht, das vielleicht am besten noch mit einem Kippschutz an der Wand angeschraubt ist. Das ist eine schöne Sache. So sollte eine Stadt irgendwie auch sein. Und ob dann in dieses Bücherregal Zeitschriften reingestellt werden oder Romane oder Nippes-Figuren sozusagen, das kann sich auch im Laufe der Zeit wandeln. Also wir müssen einfach schauen, dass die Stadt gut aufgestellt ist für quasi, was immer da kommen mag. And ich glaube, dass wir das eben in Wien aufgrund unserer guten Infrastruktur, unseres starken Bekenntnisses zu einer öffentlichen Daseinsvorsorge, aber auch aufgrund unserer gut etablierten, gut eingespielten und wohl durchdachten Planungsprozesse sind. Also es ist ja auch immer in Bewegung bleiben, in Prozessen die richtigen Leute einbinden und das Wissen hereinholen und gemeinsam dann auch die Lösung für das nächste Problem zu finden, dass wir jetzt vielleicht tatsächlich noch nicht im Wienplan stehen haben.
SPEAKER_03Wie viel Platz und Raum sollen oder dürfen denn Autos in einer modernen Stadt noch einnehmen?
SPEAKER_02Also ich glaube, die Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten, weil da gibt es natürlich auch die unterschiedlichsten Bedürfnisslagen wieder. Aber was vollkommen klar ist, ist, dass uns der Klimawandel einfach und auch die Notwendigkeit des Klimaschutzes und CO2-neutral zu werden, einfach bedeutet, dass wir den Platz, der uns zur Verfügung steht im öffentlichen Straßenraum so aufteilen müssen, dass er einerseits lebenswert ist und andererseits diesen Zielsetzungen entspricht. Und das bedeutet that we mehr Platz für Grün brauchen, also für Bäume, aber auch andere Formen von Begrünung, Wiesenflächen, Stauden, aber auch Wasserelementen brauchen. Das bedeutet aber auch, dass wir mehr Platz für Radverkehr brauchen und fürs zu Fußgehen. Und weil ich es vorher angesprochen habe, wir haben halt auch das Thema, dass wir sehr unterschiedliche Bevölkerungsgruppen haben. Und wenn wir über ältere Personen zum Beispiel reden, dann brauchen wir auch Möblierung im Straßenraum, die es ermöglicht, sich innerhalb von ein paar Metern oder ein paar hundert Metern sich mal hinsetzen zu können und kurz zu verweilen. Und dabei vielleicht nicht im Sommer tatsächlich die Hitze nicht mehr aushalten zu können. Es braucht einfach einen anderen Straßenraum da oder dort. An vielen Orten in Wien finde ich, sieht man, dass das schon super gelungen ist. Also viele der Begegnungszonen, die man so kennt aus dem Alltag, sind eben so ein Anker schon. Wir werden aber sicher noch mehr hineingehen müssen und noch weiter begrünen. Das ist ja auch das, was die Stadt sehr, sehr stark macht. Was da aus meiner Sicht wirklich eine Chance ist, ist auch der Umbau des Energiesystems, also die Umstellung auf Fernwärme da oder dort. Hier Kapazitätsausbau, aber auch Neubau von Fernwärmeinfrastruktur. Das gibt eben auch die Möglichkeit, wenn dieser Straßenraum sowieso schon angegriffen werden muss, wenn man so will, dass man hier dann gleich versucht, bestmöglich hier auch diese Überlegungen hineinzubringen.
SPEAKER_01Ich würde da gerne ein bisschen differenzieren auch noch. Die Planer sprechen dann immer vom Fliesen und vom Ruhenverkehr. Das sind natürlich auch nochmal zwei Paar Schuhe.
SPEAKER_03In Wien ruhen sehr viele Autos.
SPEAKER_01Es ruhen sehr viele Autos im öffentlichen Raum. Die ruhen im Schnitt dort 23 Stunden von 24. Also sie sind eigentlich sehr wenig in Bewegung. Und ich glaube, die Wienerinnen und Wiener erkennen auch zunehmend that es not unbedingt an eigenes Auto braucht, um mobile to sign in the start, um all right erfüllen zu können. Insbesondere, when man über Sharing-Angebote oder dergleichen an Auto besorgen kann for die Fälle, wo man es braucht. Dann nutzt man auch Fairbommatum, man muss man Teil des fließenden Verkehrs, erledigt seine Dinge and then gibt man es quasi wieder up. Übrigens hat man dann auch alle möglichen Sorgen mit dem Gerät nicht. Das finde ich ja sehr angenehm. And der Platz im öffentlichen Raum wird geschont und kann für wertvolle Maßnahmen, die jetzt schon angedeutet wurden, auch genutzt werden. Ich möchte da kurz auf unsere Wiener Lebensqualitätsstudie verweisen: große Umfrage unter über 8000 Wienerinnen und Wienern, wo diese Einstellungen schon auch herauskommen. Also wenn man die Bevölkerung fragt, ob man in Wien eigentlich ein eigenes Auto braucht, um gut mobil sein zu können, dann sagen rund 90%, dass das nicht der Fall ist. Das heißt natürlich nicht, dass nur mehr 10% der Wienerinnen und Wiener ein Auto hätten, ist klar. Aber grundsätzlich wird schon gesehen, was da an Potenzial ist. Und wir haben jetzt eben auch in der jüngsten der Befragung ganz konkret gefragt, ob man sozusagen Straßen oder auch Parkplätze rückbauen sollte, um mehr Platz für Grünraum und Abkühlung zu können. zu schaffen. Und rund zwei Drittel der Befragten haben dem zugestimmt. Also es sind wirklich große Mehrheiten, die, sagen wir, vielleicht auch durchaus angesichts der Maßnahmen der letzten Jahre oder die Maßnahmen der letzten Jahre erlebend festgestellt haben: naja, puh, so ein Baum vor der Tür ist eigentlich schon auch ganz nett und irgendwie hübscher, als wenn da zwei Tonnen Blech stehen. Und kühlt mich noch dazu im Sommer und gibt mir Schatten. Also ich glaube, das sollten wir schon nochmal differenzieren. Es wird in der Stadt auch mittel- und langfristig durchaus erheblichen, auch fließenden Verkehr, motorisierten Individualverkehr geben. Da gibt es einfach viele Anwendungsfälle und das ist auch in Ordnung. Es wird über kurz oder lang deutlich weniger Stellplätze, glaube ich, geben, weil wir den Raum gerade in unseren dichten, zum Beispiel gründerzeitlich geprägten Vierteln, eben für die Klimaanpassung insbesondere brauchen. Und ich glaube aber, dass das für die Menschen vielfach keine Entbehrungen bedeuten muss, wenn man gute Services gleichzeitig etabliert.
SPEAKER_03Abschließend noch so, vielleicht jeder von euch in so zwei, drei Sätzen, was wäre denn so eure Vision für die ideale Stadt oder für das ideale Wien, wenn wir jetzt am Ende einen Haken unter unseren nächsten Wienplan machen.
SPEAKER_02Das ist überhaupt nicht einfach beantworten, wenn ich ganz ehrlich bin. Ja, meine Vision wäre wirklich, dass wir ganzheitliche Stadtteile haben. Also sowohl in der Bestandsstadt, in der schon bestehenden Stadt, dort, wo es vielleicht noch nicht das Versorgungsangebot gibt, das wir brauchen, dort ein bisschen nachgerüstet haben, vielleicht mehr Grün hineingebracht haben, auch bei der Mobilitätsinfrastruktur, du hast das jetzt eh gerade, finde ich, sehr schön aufgezeigt, was das bedeutet, danach geschärft haben. Und in den neuen Stadtteilen wirklich ebenfalls diese tollen Qualitäten, die man zum Beispiel aus einem Carmelita-Viertel, Servitenviertel oder ähnlichen. Gibt es durchaus solche Viertel that these qualitativ. Genau diese qualitäten auch in Neubaugebieten to have. Also man trifft Leute auf der Straße, die man kennt, man hat die Nahversorgung, die man braucht, man hat Bildungseinrichtungen anders einrichtungen in einer wirklich geringen Distanz to Wohnort. And it is so that für die meisten Menschen das Leben hier gut ist. Das klingt jetzt nicht nach einem großen Anspruch, but I claim it is in sites like these unter Klimaschutz and Klimawandel and auch the bedarf ressourcen möglichst zu schonen, gar nicht so leicht zu schaffen. These guten, aber grundsätzlich Basisqualitäten aufrecht zu erhalten anders wäre meine persönliche Vision. Für möglichst viele Menschen auch. Für möglichst viele, für möglichst alle.
SPEAKER_01Wir planen das Wien von morgen für alle, haben wir uns einmal als Abteilung so as Claim auch gegeben. Also das ist ein ganz wichtiger Aspekt, natürlich ist, glaube ich, auch etwas, das Wien ausmacht. Dass hier sehr viele, hoffentlich alle Menschen sehr gut leben können, dass man auch mit wenig Geld ein wirklich gutes Leben führen kann. Das ist eine Qualität, die mich auch einfach freut. Also ich kann mir sicherlich mehr leisten als viele Menschen in dieser Stadt. Aber es gibt mir ein gutes Gefühl zu wissen, dass man eben hier in jeder sozialen Schicht auch ein gutes Leben führen kann. Jetzt vielleicht ein bisschen planerischer. Für mich ist das ideale Wien das, wo ich mir eben nach Lust und Laune den jeweils für mich gerade passenden Ort suchen kann. Wo ich einerseits, wenn ich meinen Frieden haben will, mich in den Park auf eine Parkbank setzen kann und in die Blätter schauen. Und genauso gut aber in der brummenden Fußgängerzone in Interaktion treten kann, am besten mit Menschen aus der ganzen Welt, in der ich natürlich gut mobil sein kann, das ist für mich auch sehr wichtig, ohne eigenes Auto kann gut mobil sein kann, wo ich aktiv gut mobil sein kann mit dem Fahrrad und zu Fuß, auch im Alltag, wo sozusagen ich von myten Tag für Tag zur Verfügung habe. Und natürlich die große Zukunftsherausforderung ist sicherlich der Umgang mit der Klimakrise. Das heißt, Wien von morgen wird sicherlich ein noch grüneres sein müssen. Da werden wir noch viele Schritte setzen. Aber das ist also ein schönes Beispiel für so doppelte und dreifache Dividenden sozusagen. Also dass wenn wir den Straßenraum, wenn wir die Grätzel, auch die Bestandsgrätzel begrünen, werden wir uns an den Klimawandel, an die Hitze vor allem gut anpassen können damit. Und wir werden aber auch den Straßenraum, die Wohnumgebung, die Alltagsräume attraktiver machen. Für mich ist immer schön, wenn man es nicht weit hat, sozusagen. Wenn man nicht in die Ferne schweifen muss, sondern eben auch im Idealfall vor der eigenen Haustür einen attraktiven Raum vorfindet.
SPEAKER_03Das findet, was man sucht, nicht weit haben, ist, glaube ich, auch ein schönes Stichwort. Danke für eure Erklärungen und den Besuch bei uns. Danke für die Einladung. Dankeschön. Danke.
SPEAKER_00Zu Gast bei Christine Oberdorff waren Maria Famleck und Clemens Hoferack.
Podcasts we love
Check out these other fine podcasts recommended by us, not an algorithm.
Grätzlgeschichten
Stadt Wien
büchereicast
Stadt Wien - Büchereien
Wiener Wohnen Podcast
Wiener Wohnen
Energievoll
Wien Energie, Studio ZX