Stadt Wien Podcast

Lesepat*innen: Mit Kindern Lesen üben und Freude an Büchern wecken

Stadt Wien

1.500 Lesepat*innen unterstützen Kinder und Jugendliche in Wien regelmäßig dabei, ihre Lesefähigkeiten zu verbessern. Christine Oberdorfer hat mit dem Lesepaten Hans Pieczara, der Lehrerin Katharina Bothe und Brigitte Scholz, der Organisatorin der Lesepat*innen, über Vorbilder, Zwang und Freude am Ehrenamt gesprochen.

Weitere Infos: https://www.wien.gv.at/kultur/lesepate-werden



Wenn euch die Folge gefallen hat, freuen wir uns, wenn ihr unseren Podcast bewertet und abonniert (falls ihr das noch nicht gemacht habt).

Feedback könnt ihr uns auch an podcast(at)ma53.wien.gv.at schicken.

Folgt uns auf unseren Social Media Kanälen:

https://www.facebook.com/wien.at
https://bsky.app/profile/wien.gv.at
https://twitter.com/Stadt_Wien
https://www.linkedin.com/company/city-of-vienna/
https://www.instagram.com/stadtwien/

Und abonniert unseren täglichen Newsletter:
http://wien.gv.at/meinwienheute

Weitere Stadt Wien Podcasts:

-Herzlich willkommen bei einer neuen Folge des Stadt Wien Podcasts. Lesen öffnet Welten. Besonders für Kinder. In dieser Folge spricht Christine Oberdorfer mit ihren Gästen über die Bedeutung von Lesekompetenz, über Freude an Büchern und darüber, wie Lesepatinnen und Lesepaten in Schulen einen echten Unterschied machen. Schön, dass Sie dabei sind.-Es gibt mehr Schätze in Büchern als Piratenbeute auf der Schatzinsel. Und das Beste ist, du kannst diesen Reichtum jeden Tag deines Lebens genießen. Walt Disney soll das gesagt haben. Und so sehen das wahrscheinlich auch meine Gäste heute. Ich begrüße den Lesepaten Hans Pieczara. Die Pädagogin Katharina Bohte und die Organisatorin des Projektes Lesepat*innen Brigitte Scholz. Ich danke euch fürs Kommen und den Besuch im Studio. Zu Beginn gleich mal eine Zahl. Brigitte, bist du vielleicht die Expertin? 29 Prozent der Österreicher*innen haben eine niedrige Lesekompetenz, also Probleme, längere Texte zu verstehen. Woran könnte das denn liegen?-Vielleicht auch, dass sie zu Hause weniger lesen. Sie sollten vielleicht auch mit den Kindern gemeinsam lesen, lernen. Da lernen natürlich auch die Erwachsenen etwas davon. Ich glaube, das ist ein... Das ist eigentlich das größte Hindernis. Denn Schule kann nicht alles bieten. Es muss sehr wohl auch im Haushalt passieren. Bei den Eltern zu Hause, mit den Erwachsenen zu Hause. Denn kein größeres Geschenk kann man Kindern geben, als mit ihnen Zeit zu verbringen.-Habt ihr so grundsätzlich das Gefühl, dass die Lesekompetenz schlechter geworden ist in den letzten Jahren?-Naja, dort wo ich als Lesepate bin, ist es relativ klar, denn fast alle Kinder haben einen migrantischen Hintergrund. Teilweise, weil sie erst vor kurzem da sind. Teilweise, weil sie schon hier in Wien geboren sind, aber offensichtlich nicht hauptsächlich in der deutschen Sprache aufgewachsen sind. Und scheinbar auch das Lesen nicht so.... Man hat ihnen vielleicht nicht vorgelesen, man hat sie nicht motiviert zum Lesen. Und da sehe ich es schon. Ein anderer Grund könnte natürlich auch Internet, Handy und solche Dinge sein. Das ist viel bequemer, sich...berieseln zu lassen, als wie ein ganzes Buch durchzublättern.-Als selber zu lesen. Es gibt einfach wahnsinnig viele Alternativen zum Lesen. Die gab es früher wahrscheinlich auch weniger. Wie würdest du denn die Lesekompetenz deiner Kinder in deiner Klasse einschätzen?-Also nachdem ich in einer Integrationsklasse arbeite, ist da natürlich das Niveau von ich kann gar nicht lesen bis zu ich verschlinge die Bücher. Und ich bin seit 16 Jahren Lehrerin und da würde ich jetzt sagen, hat sich nicht so viel verändert von der Lesekompetenz her. Aber wenn ich so an meine Schulzeit denke oder an die schon älteren Menschen, die haben ganz anders gelesen oder viel mehr gelesen und da wurde auch viel mehr vorgelesen. Und so wie du das eben gerade gesagt hast, viele können kein Deutsch. Die Eltern sprechen auch kein Deutsch. Und wir sagen auch immer in der Schule, sie sollen in ihrer Muttersprache zu Hause sprechen und auch in ihrer Muttersprache zum Beispiel vorlesen. Und natürlich ist dann die Lesekompetenz in Deutsch nicht so gut, weil, also ich kann die Lesekompetenz in der Muttersprache ja nicht überprüfen. Und das finde ich als Lehrerin manchmal, würde ich gerne wissen, wie liest das Kind eigentlich in seiner Muttersprache. Aber ich merke schon, wenn ich Bücher vorlese, also ich lese immer sehr, sehr viele Bücher vor. In der ersten Klasse sind es wirklich viele Bücher und in der vierten werden es weniger, merke ich auch. Aber man sieht sofort, welche Kinder regelmäßig vorgelesen bekommen haben und welche nicht. Die, die wirklich jedes Wort aufsagen und lachen und Sarkasmus verstehen. Und auch, also ich stelle jetzt keine Fragen, wie hat dieses Kind geheißen oder wie alt war das, sondern was glaubst du, wie geht die Geschichte weiter oder was glaubst du passiert jetzt oder was denkt sich das Kind. Und da sieht man sofort, wer kennt sich da aus, wer kennt dieses Gespräch auch über Bücher, wenn man liest.-Und versteht auch die Inhalte, die gelesen werden. Ich glaube, das ist ja auch das Kernthema.-und natürlich ist der Wortschatz. Was ganz Großes, weil wenn ich keinen Wortschatz habe, ist es natürlich schwierig auch zu folgen.-Die Lesepat*innen sollen ja dabei unterstützen, die Freude am Lesen zu wecken. Brigitte, magst du uns kurz ein bisschen erzählen, wo kam dieses Projekt Lesepat*innen her? Was ist die Idee dahinter? Wie lange gibt es das? Wer macht da alles mit? So ein bisschen die Eckdaten runderherum.-Die größte Anforderung, sage ich immer, ist die Liebe zu den Kindern. Es gibt nichts Schöneres und die Lesepaten wissen das alle. Der größte Dank ist ein Lächeln der Kinder im Gesicht. Anforderungen gibt es prinzipiell keine. Man muss regelmäßig Zeit haben, denn die Ehrenamtlichen gehen während der Schulstunden in die Klassen und üben dort in einer Kleingruppe zwei bis drei Kinder maximal. Das ist eigentlich die einzige Anforderung, dass man regelmäßig Zeit hat.-Nur einmal die Woche?-Einmal die Woche oder auch zweimal die Woche, je nachdem. Wir haben Lesepaten, die sind fast 15 Jahre mittlerweile dabei und gehen auch mehrere Tage in der Woche. Aber sie bestimmen das selbst. Sie dürfen sich das selbst aussuchen und wir sind natürlich froh über jede Interessierte oder jeder Interessent, der sich als Lesepate zur Verfügung stellt. Ganz gleich wie lange oder wann.-Erzähl du uns vielleicht mal ein bisschen aus deiner Praxis. Wie kam es denn dazu, dass du ein Lesepate wurdest?-Also an der Schule, wo ich jetzt Lesepate bin, ist eine Freundin von uns Lehrerin und sehr engagiert. Und irgendwann einmal, wie ich schon in Pension war, hat sie gesagt, Hans, ich glaube, du hast ja Tagesfreizeit. Könnte man da was abknappern?-Das war eine Fangfrage.-Genau, genau. Nein, und so kam es dazu. Und ich habe mir das überlegt. Und wie gesagt, ich arbeite ja gern mit Kindern und meine Enkelkinder sind der lebende Beweis dafür. Und ich habe gesagt, ja, was brauche ich dazu? Sie hat gesagt, komm einmal und schau einmal. Ja, und so bin ich hineingewachsen in das Ganze. Was mir natürlich, wo ich draufkomme, und da bin ich wirklich sehr dankbar für diese Workshops, die die Brigitte auch organisiert, systematisch, pädagogisch ein bisschen mehr zu wissen. Denn ich bin ja nur ein Amateurpädagoge, sprich von meinen Kindern und Enkelkindern.-Das heißt, man kriegt da schon noch ein bisschen Vorbereitung, bevor man sich jetzt ins Klassenzimmer traut.-Nein, eigentlich nicht, sondern das war learning by doing. Aber ich habe immer wiederum super Lehrer*innen gehabt, die ich begleiten durfte oder die mich hineingebracht haben in das Ganze, die mich vorsichtig auch geleitet haben, mir was erzählt haben. Aber im Prinzip war auch von Anfang an das Vertrauen da, dass das schon klappen wird und dass da eine Beziehung hergestellt wird. Und ich kriege dann hin und wieder natürlich auch Hintergrundinformationen von den Schülerinnen und Schülern. Aber im Prinzip bin ich so hineingekommen. Und ja, und jetzt bin ich da, wie gesagt, im fünften Jahr. Ich habe jetzt wieder angefangen mit drei Ersten. Und weil ich zwischen zwei Stunden eine Pause habe, habe ich gesagt, da könnte ich was machen. Da bin ich bei einer Vierten auch noch einmal.-Ja, ich würde gerne noch ergänzen, dass die Lesepatinnen immer in Absprache mit der Klassenlehrkraft arbeiten. Denn die Klassenlehrkräfte wissen ganz genau, welche Kinder welchen Förderbedarf haben oder welche Unterstützung sie brauchen. Also es geschieht immer in Absprache mit den Pädagog*innen.-Wie gehst du denn auf die Kinder zu? Wie schaut denn so eine Stunde mit dir in der Praxis aus?-Das hat sich natürlich auch entwickelt. Aber ich fange meistens ein bisschen an, dass ich mir erstens einmal ihre Namen aufschreibe, die ja nicht immer ganz einfach sind. Ein bisschen frage, woher kommen sie. Einfach ein bisschen Smalltalk letztendlich auch. Und dann bin ich, also die letzten Jahre, mehr und mehr auch immer gesagt, was interessiert euch denn eigentlich, um zu schauen, welche Bücher könnte ich Ihnen vorschlagen. Im Prinzip läuft es dann so ab, ich lasse sie lesen. Das heißt, entweder das Buch, das sie gerade durchnehmen oder in bestimmten Magazinen, die sie jeweils gerade durchgehen. Und ja, horch zu. Unterbreche sie ein bisschen, wenn ich merke, da war ein Wort dabei oder eine Phrase, die sie nicht verstanden haben. Oder auch natürlich, dass sie lesen mit Punkt und Beistrich und Anführungszeichen. Weil manche lesen sehr, sehr mechanisch, so geschwind, dass sie fast keine Luft mehr bekommen, weil sie so geschwind lesen. Und ja, das ist so meine Geschichte. Und dann, wenn ich wo Interessen bemerke, dann versuche ich auch, habe ich manchmal so Leselisten. Und gerade in der dritten, vierten habe ich ein paar so dazu gebracht, dass sie mich fragen, ein nächstes Buch zu bekommen und das nächste durchzulesen. Und da habe ich schon viel erreicht.-Gibt es aus deiner Erfahrung ein besonderes Erlebnis als Lesepate?-Ja, also man bekommt ein Feedback und einen Dank, der ist überwältigend. Und wie gesagt, am Ende der dritten Klasse haben sie mir ein, selbst geschrieben, selbst gemacht, ein Billet überreicht. Thanks beginnt es. Und dann, wegen Sie kann ich besser lesen. Danke für diese schöne Zeit mit Sie. Ich finde, dass Sie sehr hilfsbereit sind. Danke, dass Sie uns unterstützen. Danke, dass Sie mir ein Buch geschenkt haben von einem, den ich auch immer ein bisschen strenger hergenommen habe. Danke, dass Sie so liebevoll zu uns waren. Also, mehr Danke kann man sich nicht wünschen.-Der Hans ist ja bei dir in der Schule Lesepate, oder?-Nein, er ist nicht bei mir Lesepate.-Nicht bei dir Lesepate? Wie ist deine Erfahrung mit den Lesepaten?-Ich habe einen sehr schönen Einstieg mit den Lesepat*innen gehabt. Ich habe vor 13 Jahren meine erste Lesepatin bekommen, die mich, glaube ich, acht Jahre begleitet hat. Und da baut sich natürlich auch eine Beziehung auf. Und die war einfach super toll. Die Kinder haben sie geliebt und auch die Kinder bauen ja eine Beziehung zu der Lesepatin auf, weil sie wirklich wöchentlich kommt. Und das ist so ein, also die wissen schon, wann sie kommen und dass sie die Chance haben zu lesen. Weil natürlich mit 20 Kindern kann nicht jedes Kind jede Stunde lesen. Und wir haben da oft so einen Radldienst. Bei uns lesen alle Kinder den Lesepat*innen vor. Es sind nicht nur die schwachen Leser, sondern auch die, die gut lesen. Weil ich finde, dass die genauso diese Primetime verdient haben. Und sie holen sich auch unterschiedliche Sachen. Also manche lesen gerne in ihren Lesebüchern, wo sie auch wirklich Aufgaben dazu haben. Und nutzen das aus, dass da jemand daneben sitzt, der das wirklich mit ihnen eins zu eins macht. Und andere mögen gerne irgendwelche Bücher, suchen sich dann eben Bücher aus, die sie interessieren, Themen, die sie interessieren. Und lieben es einfach auch, jemanden vorzulesen oder sich vorlesen zu lassen. Und. Also wenn ich frage, wer lesen gehen möchte, wollen eh alle gehen. Deswegen müssen wir da eben so ein Radl machen, dass jeder drankommt. Und sie freuen sich einfach. Egal, wie lang sie jetzt lesen dürfen bei uns. Also meistens ist die Lesepatin eine Stunde da. Und ich nehme mir eigentlich immer vor, dass so drei, vier Kinder lesen dürfen. Und meistens sind es dann nur zwei. Weil sie einfach. Ich will sie auch nicht unterbrechen. Wenn sie dann irgendwie gerade drinnen sind und auch Gespräche führen, dann finde ich es irgendwie ungut, da jetzt rein zu platzen. Und ich sage dann oft, wenn es passt, dann kommen sie eh von alleine raus. Und dann kommt das nächste Kind hinein.-Aha, das heißt, die sind in einem eigenen Raum mit dem Lesepaten, der Lesepatin.-Genau. Also wir haben das große Glück als Integrationsklasse, dass wir einen Zusatzraum haben. Und wir haben auch eine sehr, sehr große Klasse. Und auch unsere Gänge sind jetzt sehr hell und bunt und schön. Also auch dort zu lesen macht Spaß. Und. Also entweder wird am Gang gelesen, was aber so ein bisschen. Ja, das klingt nicht so schön, aber bei uns ist es tatsächlich schön. Oder eben im Nebenraum, wo auch ein großes Fenster ist und wo es auch eine gemütliche Stimmung ist. Die Kinder könnten aber auch in der Klasse mit den Lesepat*innen lesen. Sie suchen sich aber eigentlich immer einen Extraraum, weil sie das für sich haben wollen.-Die Lesepat*innen wissen oder die Kinder wissen, dass sie mit den Lesepat*innen zwar in einer Ecke oder in einem Zusatzraum sein dürfen, aber es sind nie die Türen geschlossen. Sondern es ist immer alles offen und gut sichtbar. Das ist ganz wichtig und darauf schauen auch alle Lehrerinnen und Lehrer, beziehungsweise die Direktionen gehen manches Mal auch durch. Und manches Mal ist es halt so, aufgrund der baulichen Gegebenheiten, dass die Klassen relativ klein sind, dass die Kinder wirklich mit den Lesepatinnen am Gang, auf einem eigenen Tisch sitzen. Und dort sozusagen ihre Lesestunde haben.-Wie unterstützt dich das als Lehrerin?-Ich muss sagen, für mich ist es oft so, ich habe dann nicht so ein schlechtes Gewissen. Weil als Lehrerin hat man tatsächlich oft ein schlechtes Gewissen, weil man sich denkt, man wird irgendwie nie jedem Kind zu 100 Prozent gerecht. Und ich, gerade in den Leseanfängen, also erste, zweite Klasse, würde ich mir viel mehr Zeit wünschen, um einzeln mit den Kindern zu lesen. Und das schafft man einfach nicht immer, auch wenn ich da sehr bemüht bin und mir das sehr wichtig ist. Und wenn die Lesepatin kommt, merke ich, jetzt habe ich ein gutes Gefühl. Und ich denke mir, ach, der oder die kriegt jetzt diese Zeit, wo wirklich eins zu eins Betreuung ist. Und ich finde es auch total abwechslungsreich für die Kinder. Also dadurch, dass wir eh immer zwei Lehrer*innen sind, sind sie gewohnt, dass nicht immer eine Lehrerin alles macht, weil wir uns auch die Fächer aufteilen. Aber es ist trotzdem nochmal wer Externer, der kommt, der nicht Lehrer ist oder nicht Lehrerin ist. Oft sind sie älter, was auch nochmal für die Kinder anders ist und schön ist. Und ich glaube, auch für die Lesepat*innen ist es schön, so in den Schulalltag hineinzukommen und zu sehen, was bedeutet Schule eigentlich. Und ich glaube, viele haben das Bild, dass Schule eh so irgendwie rennt und passt schon und macht man schon. Aber was das eigentlich wirklich alles bedeutet, sehen die Lesepat*innen, glaube ich, schon sehr, sehr gut. Und auch bei diesem Workshop eben, den wir gemacht haben für die Lesepat*innen, war ich so begeistert, wie viel Spaß und wie viel Freude die Lesepat*innen haben, weil das sind ihre Kinder. Und das finde ich so schön, weil das sind auch meine Kinder, die Schulkinder sind meine Kinder. Auch meine Tochter sagt immer, wie war es mit deinen Kindern, obwohl sie ja mein Kind ist. Aber das war für mich so ein schöner Moment, wie ich gemerkt habe, die Lesepat*innen haben auch ihre Kinder. Oder bezeichnen die Lesekinder auch als ihre Kinder.-Erzähl mal von dem Workshop, was war das?-Der Workshop ging um das neue Erzählen und auch, wie komme ich an die Kinder heran. Manchmal auch aus dem Stoff herauszugehen, die Kinder ins Erzählen zu bringen und ihnen damit aber auch das Lesen beizubringen oder das Lesen näher zu bringen. Wir kriegen auch immer wiederum sehr, sehr viele Vorschläge über Bücher, Wortschatz. Bilder, die einfach nur als Bild da sind und die Kinder sollen was dazu erzählen. Es sind natürlich sehr viele Sachen, die für die Volksschule sind und ich bin ja in einer Mittelschule. Und da möchte ich noch ergänzen, was die Brigitte gesagt hat. Ich finde es toll, dass es 1500 Lesepaten gibt, aber es sind immer noch zu wenig. Die Mittelschule, in der ich bin, hat vier Jahrgänge, pro Jahrgang ungefähr drei Klassen. Das heißt, wir haben zwölf Klassen und drei Lesepaten. Du kannst da leicht ausrechnen. Da ist Luft nach oben. Und das ist auch mein Anliegen, dass wir hoffentlich noch mehr werden.-Ein Aufruf, sich zu bewerben?-Ja, unbedingt. Ja.-Mitbringen, wir haben schon gesagt, Zeit ein- bis zweimal pro Woche.-Ja, genau. Sollte man haben, Zeit, also regelmäßig. Natürlich, wenn man dazwischen auf Urlaub fahren will oder so. Ganz klar, jeder kann das selber entscheiden. Ja, die Freude, einfach mit Kindern zu arbeiten. Es ist unglaublich. Was wir auch haben, was bis jetzt noch nicht zur Sprache gekommen ist, sind die erstsprachlichen Lesepat*innen. Das sind genau die Damen und Herren, die, wie die Kathi bereits gesagt hat, in ihrer Muttersprache mit den Kindern lesen. Aber diese Lesepatinnen müssen dann so gut Deutsch können, dass sie den gelesenen Text auch auf Deutsch erklären können und mit den Kindern auch darüber dann sprechen können.-Das heißt, es sind nicht nur deutschsprachige Herrschaften und Frauschaften gefragt, sondern auch mit verschiedenen anderen Muttersprachen.-Mit ganz unterschiedlichen Muttersprachen, also das beginnt bei….-Wir haben, glaube ich, zehn Nationalitäten. Wir haben Armenisch, Ungarisch, Bosnisch, Türkisch, Arabisch natürlich.-Arabisch, genau.-Was haben wir noch?-Spanisch. Ich habe zum Beispiel eine Lesepatin, die hat Spanisch als ihre Muttersprache. Und die ist auch gerne willkommen in einer Schule.-Noch kurz zu den Rahmenbedingungen. Die Lesepat*innen sind in der Zeit auch versichert, nur damit wir einmal die Rahmenbedingungen auch abstecken?-Die Lesepat*innen sind während der Zeit in der Schule unfall- und haftpflichtversichert. Das stellen wir ihnen kostenlos zur Verfügung. Und wir haben seinerzeit begonnen, Buttons machen zu lassen. Da steht drauf, da ist eine Eule aufgezeichnet mit einem Buch und Wiener Lesepatin und Wiener Lesepate. Und die Lesepaten sollen diese Buttons auch während der Zeit in der Schule tragen. Das ist wie eine Auszeichnung. Ich glaube, der Hans wird das bestätigen. Und ja. Und sie sind auch erkennbar. Es ist auch ganz wichtig, dass zum Beispiel andere Personen, die in der Schule, vielleicht Eltern oder so, dass die Lesepaten sofort erkannt werden.-Wissen, wer das ist, ja.-Also ich muss dazu sagen, ich habe es nicht immer mit, aber dadurch, dass ich schon das fünfte Jahr bin und viele Lehrer*innen kennengelernt habe, weil ich auch mit anderen Initiativen mithelfe, bin ich bekannt als Lesepate. Bei den Schüler*innen in den Klassen sowieso und auch in anderen. Weil sie vielleicht auch ein bisschen herum erzählen. Ich möchte noch kurz was dazu sagen, was die Kathi gesagt hat, diese Beziehung zu den Kindern, was ich am Anfang gar nicht so glauben konnte. Im zweiten Jahr, wo ich war, haben drei Lehrerinnen, mit denen ich gearbeitet habe, den Job gewechselt. Also das heißt, die Schule gewechselt. Und sind weggegangen und haben das am Ende des Jahres gesagt. Da war wirklich große Trauer unter den Kindern. Und einige haben gesagt, Herr Hans, gehen Sie auch weg? Oh. Also das ist schon schön.-Ja, die hängen auch an ihrem Lesepaten. Du bist in einer Mittelschule. Du bist Volksschullehrerin. Das heißt, die Lesepat*innen sind gesucht für Kinder von bis. Oder im Kindergarten gibt es ja, glaube ich, auch Lesepaten. Das heißt, in Wahrheit starten wir bei eineinhalb und gehen bis 14, 15, 16. So in die Richtung kann man sich da aussuchen, ob man lieber mit Volksschulkindern oder mit neuer Mittelschule arbeiten will? -Wir haben, wir bieten den Lesepat*innen Angebote, in welche Bezirke sie gerne gehen möchten. Denn für manche ist es doch wichtig, dass die Schule, wo sie Lesepatin sind oder Lesepaten sind, in der Nähe des Wohnorts ist, sind. Also es geht eher weniger darum, auszusuchen, ob Volksschule oder Mittelschule, sondern es geht eher darum, in welchem Bezirk möchten sie tätig sein. Und das vermitteln wir, wir machen Abfragen an die Schulen, wer braucht Lesepat*innen. Und wenn sich interessierte Personen melden für diese ehrenamtliche Tätigkeit, dann versuche ich zu vermitteln, eine Schule in der In der Wohnumgebung.-In der Nähe. -Ich habe mich in dem Sinn nicht ausgesucht, weil mich unsere Freundin gefragt hat, aber das Witzige ist, die Schule ist 50 Meter neben meinem früheren Büro. Das heißt, ich kenne die Gegend sehr gut, ich weiß den Weg dort hin in- und auswendig. Also ist kein Problem.-Von der Schulsicht her, ich habe einen achtjährigen Buben, der eigentlich lieber Ball spielt als liest. Gibt es da Unterschiede zwischen Buben und Mädchen? Ich glaube statistisch gesehen lesen Mädchen mehr als Buben. Wie ist da eure Erfahrung?-Also in der Schule kann ich so nichts sagen. Wahrscheinlich lesen, also es ist knapp, aber es sind mehr Mädchen, die mehr lesen. Aber in meiner letzten Klasse hatte ich zum Beispiel einen Buben, der hat die Bücher verschlungen und der hat so schnell gelesen, dass wir dann auch so Battles gemacht haben. Ich habe ihm die unendliche Geschichte gegeben und habe gesagt, wie lange brauchst du und wie lange habe ich gelesen. Der war einfach, weiß ich nicht, fünfmal schneller als ich. Aber ich kann mir schon vorstellen, dass da Mädchen vielleicht interessierter sind. Warum das so ist, weiß ich nicht. Aber ja.-Welche Faktoren spielen noch mit, ob ein Kind gerne liest aus deiner Erfahrung?-Also ich glaube tatsächlich, es liegt schon auch daran, ob man von Anfang an vorgelesen hat oder nicht. Was ich aber nicht glaube, dass es dann, also ich glaube bei einem gewissen Alter ist es schon sehr, sehr schwierig beim Lesen zu bleiben. Ich glaube bis zur Volksschule wo auch das Handy, also bei uns in der Schule zumindest, das Handy noch wenig Stellenwert hat, ist es viel einfacher beim Buch zu bleiben. Wenn die Kinder dann in die nächste Schule gehen und viel Kontakt mit dem Handy haben, glaube ich, dann wird es immer schwieriger für die Eltern, das Kind zu Büchern, irgendwie zu bringen. Und auch für das Kind selbst, weil es einfach auch unter einem großen Druck steht, finde ich. Mit diesem, ich möchte dazugehören und will nicht irgendwie der Außenseiter sein und kein Handy haben. Aber ich glaube wirklich, also ich habe meiner Tochter, ja eh, mit ein paar Monaten schon haben wir uns Bücher angeschaut oder eigentlich von Geburt an diese Schwarz-Weiß-Bilder, Kontrastbilder. Und wir lesen, also ich lese meiner Tochter jeden Abend vor. Das ist ein Ritual. Solange man dieses Ritual aufrechterhalten kann, glaube ich, sollte man das. Aber irgendwann wird es wahrscheinlich aufhören. Ob man will oder nicht.-Naja. Also wir haben auch bei unseren Enkelkindern, von klein auf, sowohl bei so unserer Tochter und Schwiegersohn und wir. Vorgelesen. Wir haben es immer wieder oft bei uns gehabt. Und ich glaube, wir haben damit die Leselust eingeplanzt in die Kinder. Und ich kann mich erinnern, unser Enkelsohn hat irgendwann einmal zu Weihnachten ein Buch bekommen. Wir alle sind noch gesessen, haben gefeiert. Der saß in einer Ecke und hat dann am Abend das Buch durchgelesen. Und bis heute eigentlich noch. Jetzt lest es ja auch ein bisschen Comics dazwischen und so. Aber es ist wirklich, ich glaube, den Grundstock legt man mit gemeinsam lesen, vorlesen. Ihnen was zeigen, was ihnen Spaß macht und so.-Macht es einen Unterschied, ob ein Kind jetzt Comics liest, Bücher liest oder Textnachrichten liest? Geht es nicht einfach darum, wichtig, das Kind liest irgendwas?-Im schlimmsten Fall würde ich sagen, ja, irgendwas. Aber ich glaube schon, dass es einen Unterschied macht. Also Comics, weiß ich jetzt nicht genau, wie sich das auswirkt, aber es ist doch eine andere Sprache. Ich finde Bücher ganz wichtig, weil da die Mitvergangenheit vorkommt, in der man einfach nicht spricht. Also das ist ja, was die Kinder schon durch Bücher lernen. Ich finde, das ist ein großer Mehrwert von Büchern. Und in Textnachrichten, ja, wenn wer nicht gut spricht, schreibt er halt auch so und das liest man dann auch. Also natürlich, dass man liest und trotzdem eben diesen Lesevorgang hat, das schon. Aber wie viel? Vorteile das dann hat? Ich glaube, da gibt es schon große Unterschiede.-Ich glaube, am Anfang sind Bücher wichtiger, weil sie einfach damit auch sozusagen die Konzentration lernen oder dabei bleiben, wenn es spannend ist oder lustig ist oder was auch immer. Gemischt ein bisschen mit ein paar Bildern. Später dann natürlich kann es auch durchaus sein, dass Comics interessant ist, weil in anderen Sprachen oder so. Ich habe jetzt letztes Jahr, habe ich der Schule über meinen Rotary Club sehr viele Mangas, Comics verschaffen können. Und die Lehrer*innen haben gesagt, ja, in der Altersstufe 13, 14 wollen wir sie dranhalten beim Lesen durch die Bilder, durch das, was gerade aktuell ist. Und Mangas sind offensichtlich sehr aktuell in der Altersstufe.-Auch Gregs Tagebuch ist ja in Comicform geschrieben und das ist gerade bei uns in der Klasse unfassbar beliebt. Und da lesen die Kinder auch wirklich alle.-Was gibt es noch für Trends beim Thema Kinder? Kinder und Jugendliteratur?-Die Tiere der magischen Schule, glaube ich. Das ist auch gerade. Aber Gregs Tagebuch ist wirklich der Renner. Also auch wenn wir in die Bibliothek gehen. Wir haben eine Bibliothek in der Schule und da wird immer sofort in dieses Regal gestürmt und das nächste Buch geholt und man ist dann auch super traurig, wenn das jetzt weg ist. Das ist schon. Und Sachbücher gehen auch, finde ich, immer. Also wenn ein Kind irgendwie so Spezialinteressen hat. Ich habe eben auch Kinder mit Autismus oder im Autismusspektrum. Und da sind natürlich, wenn da irgendwie der Fokus gerade auf Reptilien oder Schildkröten oder irgendwas liegt, dann werden diese Bücher auch fünfmal ausgeborgt und fünfmal gelesen. Und das ist super schön, dass sie die Möglichkeit dazu haben.-Wenn ich jetzt ein Kind habe, das jetzt nicht wahnsinnig gern zu einem Buch greift. Welche Tipps und Tricks hättet ihr denn da für Eltern? Sagt, probiert das mal so oder es wären so ein paar Kniffe, die funktionieren möglicherweise.-Also es gibt über die Büchereien Seite. Ich weiß nicht, ob man da als Eltern zugreifen kann. Wahrscheinlich schon. Bilderbuch Kinos. Das sind einfach Bilderbücher, die auf dem Bildschirm dann sozusagen sind, wo man selber vorlesen kann oder wo sogar vorgelesen wird. Das finde ich vielleicht als Einstieg ganz nett, wenn es jetzt kein Buch sein soll. Und in der Schule finde ich es auch nett. Da gibt es, also wir haben dieses Kamishibai heißt das. Das ist auch so ein Bilderbuch Kino, eben nicht digital, sondern man zieht dann immer eine Seite raus und hat hinten den Text. Also die Kinder sehen das so. Ich habe hinten Und lese das vor. Und sie haben so eine Kinoleinwand vor sich. Und ist auch das Buch ganz normal, nur eben jeder Seite für sich nochmal extra. Das lieben sie auch sehr, wenn man dann hinten noch irgendwie so einen Vorhang aufhängt, finden sie das nochmal besonders schön. Und vielleicht auch so Theater, Lesetheaterstücke, wo die Kinder eine kleine Rolle haben und lesen. Das finden sie auch super, wo sie das dann auch vorspielen.-Abwechselnd lesen.-Genau. Das finden, das mögen sie total gerne. Eben auch dann zum Vorspielen.-Und ich als Mama zu Hause, wenn ich jetzt kein Theater und keine weiteren Kinder zur Verfügung habe?-Ja, ich glaube einfach schauen, wo springen sie an. Was machen sie am liebsten oder so. Und in dem Themen einfach einmal schauen.-Das heißt thematisch mal etwas raussuchen-Genau, thematisch, ob das jetzt Sport ist, ob das was weiß ich, irgendwelche Mädchengeschichten für die Mädchen oder auch für die Burschen sind, was auch immer. Über die Schiene schauen und ihnen Verschiedenes geben. Ich war eigentlich ganz erstaunt in der dritten Klasse vor zwei Jahren, dass ein Mädchen sich plötzlich für die Europäische Union begeistert hat. Ich habe da welche in die Hand bekommen. Das hat die in zwei Wochen durchgehabt und hat gesagt, gibt es noch etwas zu dem Thema. Das ist ganz witzig, was man vielleicht gar nicht glaubt. Auch das Unerwartete sozusagen herausfordern.-Wie sieht es mit Zwang aus? Weil ich glaube, ich glaube ja je besser, je Je besser man lesen kann, umso besser liest man dann auch. Aber so weit muss man halt auch mal kommen. Kann ich meinem Kind sagen, du setzt dich jetzt hin und jetzt liest du eine halbe Stunde? Funktioniert das?-Das würde ich so nicht machen. Also wenn die Kinder anfangen zu lesen, es gibt ja so Lernfenster sozusagen. Meine Tochter ist fünf und die fängt an jetzt zu lesen, Silben zu lesen. Und wenn ich sie frage, ob wir lesen wollen und sie nein sagt, würde ich sie nie dazu bringen, weil das genau in die andere Richtung dann losgehen wird. Aber wenn sie kommt. Und das bringt dann, dann setze ich da an. Und ich glaube, das ist in der Schule ist es genauso wichtig. Und auch zu Hause dann. Die Kinder bekommen schon Lesehausübungen von uns und sie wissen auch, sie sollten jeden Tag ungefähr zehn Minuten lesen, einfach um es zu trainieren. Und am Anfang ist es einfach zäh. Dieses Lesen lernen auch. Wie betone ich jetzt die Buchstaben, die sich ja in jedem Wort irgendwie anders anhören. Da steht dann das Wort Besen und sie lesen Besehen. Und haben keine Ahnung, was das ist. Und das ist natürlich schon auch zermürbend, weil jetzt habe ich das gelesen, weiß eigentlich gar nicht, was das ist. Das heißt, Übung ist einfach ganz wichtig. Und da finde ich es in der Klasse als Lehrerin ganz wichtig, dass man den Kindern sehr vielfältige Angebote macht, damit es einfach Spaß macht, damit sie Spaß haben, das zu lesen. Und wenn sie merken Hey, ich kann das, dann kommt, dann kommt das auch, dass sie es von alleine machen. Und bei uns in der ersten Klasse. Wir lernen das. Wir lernen Wörter ganzheitlich. Und dann schreiben sie ihre Sätze mit Ich. Ich mag. Ich kann. Ich habe. Und da schreiben sie immer über sich. Und das lesen die Kinder immer gerne vor, was sie gerne mögen, was sie nicht mögen, was sie schon können, was sie in der Schule schon können, was sie gerne essen, was die Mama mag, was der Papa mag, was die Oma nicht mag. Und sie schreiben diese Texte, lesen das in der Schule vor und haben als Hausübung ähnliche Texte, lesen das dann zu Hause vor und am nächsten Tag dann auch nochmal ihre Hausübung. Lesen sie den Lehrerinnen dann auch nochmal vor, also uns. Und das macht ihnen Freude. Und wenn ich dann drunter schreibe Ich mag auch Ananas oder Ich kann auch nicht klettern oder keine Ahnung. Ich schlafe auch gerne lange, dann dann finden. Dann sehen sie einfach, da ist jemand da, der wirklich auch zuhört, wenn sie lesen. Und ich glaube, das ist schon wichtig. Und natürlich, wenn zu Hause wenig Zeit ist, ist es schwierig.-Was kann ich denn als Mama tun oder als Papa?-Ich glaube, sich eben Zeit nehmen ist sehr wichtig. Und ich weiß, dass es schwierig ist, weil einfach alles sehr schnelllebig ist. Ich bin alleinerziehende Mutter. Ich verstehe das gut, dass alles also Vollzeitarbeit und Kind und den Rest irgendwie noch schupfen, dass das wirklich viel ist. Aber. Man merkt es einfach so, wenn man sich eine halbe Stunde mit seinem Kind hinsetzt am Tag. Ich glaube, das bringt das meiste.-Das heißt nette Kuschel Ecke suchen.-Ja, und auch egal welches Alter noch noch vorlesen. Also das ist herangewachsen, ob beide lesen können. Sie haben es trotzdem noch gelernt, dass man ihnen, dass man ihnen vorlesen. Also speziell die Enkeltochter auch. Das heißt, Bequemlichkeit. Aber man merkt dann, wenn die Geschichte weitergeht, kuscheln sie sich dran oder so. Vielleicht auch dann. Sie motivieren, ein Projekt zu machen. Ein Thema, das sie fasziniert und sagt so und jetzt mach, mach was draus. Erzähl mir das oder sag mal was zusammen. Ich meine, die Kinder haben eh schon alle möglichen Medien. Da müssen sie ja lesen, weil sie müssen sich irgendwo die Information heraus, herausholen. Und. Ich, ich versuche nach dem Motto steht der Tropfen, höhlt den Stein. Ich sage immer, das habe ich auf Englisch gelesen, habe es auf Deutsch übersetzt. Was ist Lesen? Lesen ist herunterladen von Information ins Gehirn. Und das ist, das ist halt so. Und wenn du nicht gescheit liest, du brauchst das Lesen ja für alle möglichen Fächer. Du kannst Biologie und Geografie und etc. nicht wirklich gut mitgehen, wenn du die Dinge nicht, nicht ordentlich lest. Und daher ist es sicherlich so wichtig. Also nicht nur im Deutschunterricht, aber von dort her kommt es meistens, dass sie lesen, dass sie einen Spaß entwickeln am Lesen, dass sie dann auch privat lesen. Also ich. Aber in mir steckt es drinnen. Ich habe immer gern gelesen. Ich war in der Bücherei. Ich habe sehr viel gern lustige Sachen gelesen, Witzbücher und den Kishon von hinten bis vorne gelesen. Also und das, ich glaube, da ist ein bisschen was in den Genen unserer Enkelkinder auch drinnen.-Darf ich vielleicht noch etwas dazu ergänzen? Und zwar die Eltern sollten eigentlich auch Vorbild sein, indem sie selbst auch Bücher lesen. Also nicht nur jetzt eine Tageszeitung, vom Handy rede ich schon gar nicht, sondern wirklich selbst lesen. Und es reicht wahrscheinlich, wenn das Kind zu Hause das einmal nur sieht. Dass Mama oder Papa auch ein Buch lesen. Vielleicht trägt das auch mit dazu bei, dass man Kinder motiviert. Und das quasi nachzumachen.-Ihr seid sicher alle drei begeisterte Leserinnen und Leser. Habt ihr so noch einen kleinen abschließenden Buchtipp für uns? Also gern, was jetzt Kinder betrifft. Ich würde sagen für Alter Volksschule, Gymnasium, Mittelschule, was auch immer. Ich freue mich aber auch, wenn ihr einen Lesetipp für Große noch habt für uns abschließend.-Also ich lese am liebsten tatsächlich Kinderbücher. Das ist ganz furchtbar, weil das auch ganz viel Geld kostet, weil ich sie dann auch alle brauche. Und mein liebstes Buch ist gerade die Wortschatzkiste. Wortschatzkiste? Wortschatzkiste, genau. Die ist wirklich sehr, sehr entzückend und damit kann man auch mit den Kindern dann ganz tolle Wörter kreieren oder die Kinder Wörter kreieren lassen. Die sind sehr einfallsreich. Und für Erwachsene. Ja. Da mag ich gern die Hector-Reihe von François Lelors. Das ist so ein bisschen philosophisch, aber einfach zu lesen. Ich mag keine Krimis oder so, aber die Hector-Reihen, die mag ich ganz gern.-Von dir? Also ich lese sehr gern Krimis, auch österreichische sehr viele, egal welches Genre eigentlich. Ich habe etliches, etliches von dem Dutzler, der letzte Tropfen. Das ist Ausseerland. Ja. Ich kenne das Ausseerland ein bisschen und das spielt, das ist sehr authentisch. Man kann nachvollziehen, wo das ist. Seinerzeit auch die Geschichten von Dan Brown, wenn man dann auch einmal wohin fährt. Also in Paris haben wir dann versucht, diese Orte nachzuvollziehen, die er beschreibt und solche Dinge. Also einfach, wo man die Realität auch wiederfindet. Und natürlich nicht alles ist Realität, dazwischen sehr viel Fiction. Muss jeder für sich herausfinden. Ich brauche hauptsächlich Spannung eigentlich. Wobei ich muss sagen, ich höre auch sehr viel, weil ich, wenn ich unterwegs bin, wenn ich Sport mache oder so, kann ich weniger lesen. Dann habe ich die Kopfhörer im Ohr und höre meine Hörbücher.-Brigitte, was liest du gerade?-Ein schwieriges Buch. Thomas Pynchon. Also ich glaube, das hat jetzt 1200 Seiten ungefähr. Das ist 2006 erschienen. Und ich kann es eigentlich niemandem empfehlen. Es ist unglaublich kompliziert. Aber es steckt so viel Information drin. Großartig einfach. Aber man braucht sehr viel Zeit und man braucht Ruhe. Und in Bezug auf Kinderbücher möchte ich auf etwas hinweisen, das man zwar nicht kaufen kann, aber man kann es gerne. Man kann mir gerne schreiben und ich schicke es aus. Das ist Bookie. Das sind Leseexemplare für Volksschulkinder und zwar mit sehr vielen Bildern drinnen. Selbstgemachte Zeichnungen oder Abbildungen etc. etc. Auch für Kinder geeignet, die noch nicht lesen können. Die werden dadurch angeregt nachzudenken über die Thematik, die jetzt da im ganzen Exemplar vertreten ist. Wie zum Beispiel. Wir hatten voriges Jahr über Finanzbildung ein Bookie gemacht. Übrigens 85.000 Exemplare für jedes Volksschulkind gratis verteilt.-Über die Bildungsdirektion?-Über die Bildungsdirektion, ja. Wir haben noch einige Exemplare. Es ist ein neues bereits jetzt im Entstehen. Da wird es um Demokratie gehen. Man glaubt gar nicht, dass man mit Volksschulkindern auch bereits über Demokratie sprechen kann. Total interessant. Und vor allem mit diesen Bookie-Exemplaren werden die Kinder zum Nachdenken, zum Sprechen, zum Diskutieren animiert. Es sind sehr viele, wir nennen es Hebammenfragen drinnen, die also sozusagen weiterführen in ein Gespräch. Es kommen überhaupt keine Prüfungsfragen drinnen vor. Ist auch gar nicht notwendig. Aber diese Exemplare sind wirklich großartig.-So soll das sein beim Lesen, oder? Zum Nachdenken anregen.-Ja, genau. -Danke für den Besuch bei uns im Studio. Dankeschön. Danke für die Infos und danke für eure Buchtipps.-Zu Gast bei Christine Oberdorfer waren Brigitte Scholz, Katharina Bothe und Hans Pizzerra.

Podcasts we love

Check out these other fine podcasts recommended by us, not an algorithm.