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Heast Wien! Ein Spaziergang durchs morbide Wien mit Gabi Hasmann (Folge 3)

Stadt Wien

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In „Heast Wien“ fragt sich Livia Heisz, ab wann sie sich Wienerin nennen darf. Dafür trifft sie Menschen, die die Stadt mitprägen, begleitet sie an ihre persönlichen Wiener Orte und fängt unterwegs Klänge, Gerüche und Sprachen ein – vom Brunnenmarkt bis zur U‑Bahn, vom Funkhaus bis ins Kaffeehaus. 

Livia trifft Autorin Gabriele Hasmann in der Blutgasse, einem der ältesten und unheimlichsten Viertel Wiens, und taucht mit ihr in ein düsteres Wien ein: von Templerlegenden und Hexenverbrennungen über Galgenpartys mit Spitzbuben-Bier bis zu Blutgräfin Elisabeth Bathorys Wohnsitz in der Augustinerstraße. Gabriele erzählt von paranormen Energien im Schottenstift, der Ruprechtskirche als Kraftplatz, skurrilen Figuren wie der Wilden Wanda und warum Wien mit seinem schrägen Humor und morbiden Charme so einzigartig ist – inklusive versteckter Symbole wie Penis und Vulva am Stephansdom. Die Folge (mit Triggerwarnung für Gewaltverbrechen) zeigt, wie Gabrieles Leidenschaft für Geister, Verbrechen und Wiener Originale die Stadt als Bühne für Tragik, Schönheit und schwarzen Schmäh zum Leben erweckt.

Host: Livia Heisz
Konzeption, Redaktion: Livia Heisz, Anna Muhr, Jeanne Drach
Schnitt: Anna Muhr, Catharina Ballan
Produktionsleitung: Jeanne Drach
Das ist eine Produktion von OH WOW Podcasts.

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-Natürlich hat Wien sehr viele Hinrichtungsstätten gehabt, das ist sicher symptomatisch und dass diese Galgenpartys so gefeiert wurden und dass die Wiener doch immer ein bisschen schadenfroh waren, vielleicht mehr als in anderen Ländern, und das auch so, dass es so kultig war, wenn Menschen hingerichtet wurde, das ist schon ein bisschen absonderlich. Also Wien, ich habe mich verliebt in diese Stadt, ich bin nach wie vor verliebt in diese Stadt und es gibt so unendlich viele Momente, wo ich wie ein kleines Kind mit großen Augen durch die Stadt gehe und einfach die Energie aufsauge.-Hallo und Servus. Ich bin Livia Heisz und du hörst Heast Wien, ich mach diesen Podcast, weil ich auf der Suche nach Stimmen bin, die mir mehr über die Stadt erzählen können, in die ich mich als Kind verliebt habe und in der ich lebe. Diesmal mit.-Mein Name ist Gabriele Hasmann, ich bin selbstständige Autorin, schreibe vorwiegend Sachbücher im Bereich Historisches, vorwiegend über Wien, ein bisschen auch über Baden, wo ich auch wohne und nebenbei mache ich noch Führungen und das Mistery Dinner.-Triggerwarnung. In dieser Folge werden historische Gewaltverbrechen thematisiert, darunter die Tötung von Mädchen und Frauen. Bitte überspring die Episode, wenn dich das belasten könnte. Gabriele Hasmann öffnet Türen in ein Wien, das im Dunkel der Vergangenheit weiterwirkt voller Spuk und vergessener Schauplätze. Sie lässt in ihren Sachbüchern und Stadtführungen das historische Wien wieder aufleben. Und das ist mystisch, unheimlich und düster, aber Wien wär nicht Wien, wenn das Morbide nicht mit dem Humor spazieren gehen würde. Und damit ist auch Gabriele gut beschrieben mit hellwachen Augen und ihrem gewinnenden Lächeln erzählt sie mir heute von wahren Begebenheiten und alten Legenden an einem Ort, dessen Name Schlimmes vermuten lässt. Wir befinden uns ja gerade in der Blutgasse, warum heißt die Blutgasse, Blutgasse?-Ja, also die Legende besagt, dass in dieser Gasse im Fähnrichshof nämlich die Templer ihren Sitz hatten, und die wurden dann verraten, weil sie ja nicht gern gesehen waren und auf die Straße getrieben und sie wollten halt flüchten über die Blutgasse und da wurden sie aber gestoppt und brutal niedergemetzelt und ihr Blut soll die Straße entlang geflossen sein. Wie gesagt, ist eine Legende, ebenso wie der Templerschatz im Fähnrichshof vermutlich auch. Das ist aber nur eine Vermutung, aber es ist sehr realistisch, dass es stimmt, weil es hier Schlachthöfe gegeben hat und das Blut der Schweine auf die Straße geronnen ist und daher dann Blutgasse.-Okay, und was verbindet dich mit der Blutgasse? Mit dem Ort?-Also mit der Blutgasse jetzt direkt nicht so viel, aber mit dem ganzen Blutgassenviertel sehr, sehr viel, weil es ganz einfach eine Keimzelle der Stadt ist, eine andere ist zum Beispiel die Ruprechtskirche, also das Viertel rund um die Ruprechtskirche, aber natürlich ist das eines der ältesten Orte Wiens und das spürt man, finde ich. Ich liebe diese Atmosphäre hier, ich meine, ich mag Wien grundsätzlich, aber das Blutgassenviertel ist halt eines der schönsten. Hier atmet Geschichte, sage ich immer, und hier gibt es auch wirklich nicht nur Geschichte, sondern auch so viele Geschichten, zum Beispiel in der Ballgasse oder in der Liliengasse, und das waren halt auch alles arme Sündendergässeln, wo die Verurteilten, weil das hat sich eine Raunsteingasse, das Malefiz-Spitzbubenhaus, befunden, das war das Gefängnis damals im Mittelalter, da ist zum Beispiel die einzige Hexe, die in Wien je verbrannt wurde, die Elsa Plainacher festgehalten und gefoltert worden. Und durch diese ganzen engen Gassen sind halt die Verurteilten getrieben, getrieben ist ja leider, das Wort stimmt schon getrieben worden zur Hinrichtungsstätte und man sagt über diese arme Sünder, also das ist ja damals zelebriert worden, sie ist ja ganz Wien, war auf den Beinen, er hat gefeiert mit Galgenwürstl und Spitzbuben-Bier und, also ganz org, also die Wirte haben damals recht viel Geschäft gemacht, das war fast schon so Kirtagscharakter, ja, man hat die kopiert, die natürlich, hat so keinen Kopierer gegeben, aber das handschriftlich gemacht, die Zetteln, die Verurteilungen quasi, das waren die Urtelweiber, die haben das, die Urteile abgeschrieben und habe es das dann verkauft, also wirklich, es war ja Jahrmarktscharakter und diese arme Sündergässeln, da sind es halt durchgetrieben worden und über die sagt man, Achtung, dazu gibt es eine Legende, dass man da nicht hineingehen soll, wenn eine gerade Zahl an Leuten sich darüber findet und man selbst dann praktisch ein ungerader wäre, also wenn jetzt vier Leute drin sind und mir geht das fünfter rein, hat man das ganze Leben lang nur Pech, sind jetzt drei Leute drin, kann man reingehen, weil dann ist man ja der vierte, also Achtung, ja, ich muss schön aufpassen, wie man in Blutgasse, Liliengasse, also diese ganzen Gassln rund um die Raunsteingasse, wo eben das Gefängnis war, wenn man da reingeht, Achtung, Achtung.-Und welchen Ort? Weil wenn man in einer Stadt lebt, man weiß ja oft auch ganz wenig über den Ort, an dem man sich die ganze Zeit bewegt, welche Orte in Wien würdest du Wiener*innen ganz besonders ans Herz legen?-Also das sind natürlich vor allem Orte, wo man viele Dinge nicht weiß, ein Paradebeispiel dafür, wo ich die Leute immer wieder zum Staunen bringen, ist der Stephansdom, ja, der Stephansom, den wirklich jeder kennt, aber die wenigsten Wissen, dass am Stephansdom, wenn man davor steht, also vor dem Hauptportal, dem Riesentor, da befinden sich rechts und links zwei Säulen und diese Säulen sind sehr lang und schlank und die Enden vor den Radfenstern, vor diesen runden Fenstern und auf der linken Säule befindet sich ein Penis und auf der rechten befindet sich eine Vulva. Und das Wissen die meisten nicht, zugegebenermaßen Wissen auch hier nicht, warum sich diese Symbole dort befinden. Vermutlich irgendwas mit heidnischen Symbolen, hat das wohl zu tun, oder weil die Menschen im Mittelalter natürlich nicht lesen konnten, und man wollte ihnen verdeutlichen, wo die Frauen hineingehen und wo die Männer, was aber absurd wäre, weil es genau umgekehrt war, weil die Frauen saßen ja damals links und links ist ja der Penis, also ist das auch nicht ganz glaubwürdig, außer man hätte es umgedreht, um den Kult zu brechen und das heidnische Symbol zu brechen, was ja natürlich den Katholiken ein Anliegen gewesen sein müsste, denn das heidnische zu brechen. Also das wäre eine Erklärung, aber es gibt keine Allgemeingültige, man kann das überall nachlesen, dass es so ist, aber es gibt nur Vermutungen dazu, warum das auf diesen Säulen sich befindet. Und das Wissen wirklich die wenigsten.-Wenn Gabriele von den vielen oft übersehenen Details und Orten im ersten Bezirk erzählt, denke ich mir, dass es echt wieder mal Sinn machen würde, meine Wahrnehmung für diese Gegend zu schärfen, weil wenn ich an den ersten Bezirk denke, denke ich zuallererst an Prunk, Konsum und Touristenströme, wobei ich die innere Stadt abseits von all dem eh wahnsinnig gern habe, allerdings, wenn die engen Gassen menschenleer sind, also mitten in der Nacht auch Gabriele und ich führen unser Gespräch am Abend im Dunkeln. Genau in solchen Momenten spürt man die Seele der Inneren Stadt am intensivsten und die Leidenschaft für die alte Seele Wiens ist für Gabriele schneller zum Beruf geworden, als ihr anfangs lieb war, wie sie sagt. Gab es dann an Schlüsselmoment, wo du beschlossen hast, dass du das alles zu deinem Beruf machst?-Es gibt zwei Schlüsselmomente einer, der ist nicht von mir ausgegangen, betrifft mich aber bis heute, nämlich ein lieber Freund ist nach Wien gezogen und hat gesagt, du pass auf, Gabi, wir schreiben ein Buch über die Geister von Wien und ich habe gesagt, na, ich bin noch nicht so weit, ich bin jetzt noch gerade bei Kurzgeschichten und ich muss mich erst entwickeln, ich kann es noch gar kein ganzes Buch schreiben, der gesagt, Oh ja, ich kann das nur mit dir schreiben, und dann haben wir zu recherchieren bekommen, haben sofort einen Verlag gefunden, also es war Schicksal, die Geister haben mir zu meinem heutigen Beruf verholfen. Das muss ich wirklich so sagen, ohne dieses Thema weiß ich nicht, ob ich da, wo ich heute bin. Das war der erste Schlüsselmoment, der zweite war tatsächlich die Ruprechtskirche, die meiner Meinung nach der positivste Ort in ganz Wien ist, von der Energie her und dort habe ich nämlich, da war ich einmal allein, da war ich ein bisschen traurig, da hatte ich gerade Liebeskummer. Egal auf jeden Fall war ich bei der Ruprechtskirche, die ich sehr mag, ganze Viertel mag ich sehr, bin an der vorgestanden, da gedacht, ich lass mich nicht unterkriegen, ich lasse mich nicht unterkriegen, es war auch gerade als Schriftstellerin hatte ich gerade eine etwas schwierigere Zeit, bin nicht mehr so richtig reinkommen und ich stehe vor der Ruprechtskirche und denke mal, ich lass mich nicht runterkriegen. Weder privat noch beruflich, ich mache weiter und ich werde mich komplett Wien zuwenden, habe dann auch ab diesem Zeitpunkt fast nur mehr über Wien geschrieben, also auch ein bisschen über Baden noch, und das war dieser Schlüsselmoment vor der Kirche, vor der Ruprechtskirche.-Passend jetzt mit Kirchengeläut. Woher? Weil eben, es geht viel ums Mystische, ums Unheimliche, du hast die Geister angesprochen, Woher kommt diese Faszination fürs Untergründige?-Ja, also auf der einen Seite tatsächlich das Mystische, da haben ja ganz viele Bücher dazu geschrieben, nicht nur zu Geistern, sondern auch zum Beispiel mystisches Erbe Wien, da gibt es ja auch ganz viel drinnen, was man als Wiener nicht weiß, ja, warum gewisse Dinge so funktionieren, wie sie funktionieren und was da zum Beispiel noch als, aus der Alchemie stammt und so, das weiß man heute Vielfach ja nicht mehr. Das andere ist natürlich auch das kriminelle, dass ja nicht unbedingt mystisch ist, aber mysteriös, sehr oft und geheimnisvoll, also vor allem so ungelöste Verbrechen faszinieren mich auch sehr und auch da wird man ja in Wien tatsächlich sehr, sehr gut fündig und beides hat mich eigentlich immer schon interessiert, ja, ich kann mich nicht keinen Moment in meiner Jugend zurückerinnern, wo mich das nicht interessiert hätte.-Und wo gruselt es dich dann persönlich in Wien.-Tatsächlich gar nicht mehr, weil ich auch so viele Führungen schon zu dem Thema gemacht habe und mir auch schon selber so viel passiert ist, aber ich habe dadurch, dass ich keine Angst vor, ich nenne es nämlich nicht Geister, sondern Seelenreste dadurch, dass ich keine Angst vor Seelenresten habe, sondern dass für mich, was ganz Selbstverständlich ist, ist, gruselt es mich vor? Ich nenne es jetzt doch wieder Geister vor Geistern gar nicht, da gruselt es mich eher vor Menschen und auch da trifft man in Wien genug Gestalten, vor denen eine ist wirklich gruseln kann.-Und hattest du schon mal eine paranormale Begegnung in Wien?-Ja, mehrfach, zum Beispiel im Schottenstift haben wir einmal eine Führung gemacht und da habe ich wirklich so Beklemmungen gekriegt, dass ich rausgehen musste. Dasselbe ist man in den Katakomben im Stephansdom passiert, obwohl ich wirklich kein Problem mit Tod oder Skeletten oder Leichen oder Geistern habe. Gar nicht, aber das war die Energie und ich spüre die, das ist auch das einzige, was ich spüre, aber Energie spüre ich, ich will jetzt auch gar nicht sagen, dass das eine negative Energie war, soll da unten negativ sein, sind ja nur Knochen, aber es war eine Dicke, Dichte, heftige, leidvolle, präsente Energie und die hat möglich einen Brustkorb zusammengedrückt und man musste ich dann auch raufgehen, tatsächlich, obwohl es so interessant war.-Ich habe das als Kind in den Katakomben einmal, da ist, dann, irgendwas ist runtergefallen und das.-War nicht ohne, ja, also richtig paranormal habe ich in Wien tatsächlich noch nichts erlebt, dafür umso mehr an anderen Orten, also Burg Lockenhaus zum Beispiel, Ah ja, doch, doch, ich habe was Paranormales in Wien erlebt, im Burg Lockenhaus, hatten mir eine paranormale Untersuchung, weil ich habe früher auch mit Geisterjägern zusammengearbeitet, da hat ja die Elisabeth Bathory ihr Domizil gehabt, und die ist ja die größte Massenmörderin aller Zeiten und die hatte in Wien eine Wohnung, und zwar in der Augustinerstraße zwölf, es ist wirklich als schauriges Haus, also dem sieht man seine Geschichte wirklich an, ja, ich glaube sonst nicht unbedingt zwangsläufig und sowas, aber wenn man sich das Haus anschaut, man sieht richtig, dass das ein böses Haus ist, das Haus kann ja nichts dafür, aber die Energie halt. Und da war ich mal drin und durfte in den Hof, also das war alles, sogar mit Radiosender war ich da schon mehrfach drinnen, also alles angekündigt und einmal eben auch mit meiner lieben Geisterjägerin, die nicht wusste, die kam aus Graz und ich habe bewusst nichts gesagt und es war damals, durch mich ist es jetzt schon natürlich sehr populär und sehr bekannt, dass die dort gewohnt hat, aber das war früher, ich hab das rausgefunden, also es hat früher so niemand gewusst, ja, und sogar keine Frau aus Graz, die sich nicht mit dem Thema beschäftigt. Na ja, und wir stehen da in dem Hof und Petra hat die geheißen, kann ich mich erinnern, und die Petra sagt halt, so ist, ich habe nicht sehr, sehr, habe selber spürst du, was fühlst du, was erlebst? Du hat sich gesagt, ja, ja, also ich sehe da einen Schriftsteller, oje, der ist arm, der hat kein Geld damit verdient, der hat die, die großen Schriftsteller bewundert und er selbst ist, hat so Hungern müssen, weil er nicht, weil seine Kunst nicht anerkannt wurde und gedacht ja, schön, aber das ist nicht das, was ich hören will. Und auf einmal sagt Jessas na und? Hat sich so richtig hat. Ich hat das Gesicht so, ich hab gsagst was ist los, was ist los, hat sie gesagt, Gabi, was tust du mir an? Und ich weiß, was, was tu ich? Dann sagt sie, so viel Blut, so viel Blut, bitte, was, was ist denn das für ein Mensch? Und dann hat sie mir also natürlich nicht detailliert, aber sie hat mir gesagt, wer diese Frau war, wann sie circa gelebt hat, was sie getan hat, nämlich junge Mädchen ermordet. En masse. Allerdings nicht. Das muss man auch dazu sagen, nicht in der Augustinergasse, also aus der Augustinergasse, ist kein Mord verbrieft, nur von ihren Burgen. Aber die Energie war ja trotzdem da und dann kam das Ärgste und ich war halt dann schon sehr beeindruckt und habe aber schon so gefroren, haben wir aber, aber wirklich bemüht, mir das nicht anmerken zu lassen, weil ich auch so fasziniert waren. Auf einmal sagt sie, sie sagt, du sollst das nächste mal wärmere Schuhe anziehen und ich so okay. Also da war ich dann schon so, ja gut, ja, und dann hat sie angeblich auch noch gesagt, und das hat mich dann schon auch wieder ein bisschen schockiert, dass sie das nicht erst schlimm empfunden hat, weil weil ich dann gefragt, warum, warum waren ja über 400 junge Mädchen, die sie sehr gefoltert hat. Also die hat es ja ja derartig gefoltert, ja, zum Beispiel ihnen mit der Schere die Stimmbänder durchgeschnitten, also ganz schreckliche Dinge und ich habe nur gesagt, warum, warum? Und sie gesagt, ja, ich habe mich nur dann gespürt, ich hatte so eine schreckliche Kindheit, also ihre Schwestern wurden vor ihren Augen vergewaltigt und am Baum aufgehängt. Und also wirklich ganz schwierig war übrigens im 17. Jahrhundert und sie hat gesagt, ich war so kalt und nur, wenn ich diese Wärme dieser jungen Mädchen gespürt haben und dann das warme Blut und so, nur dann habe ich mich so lebendig gefühlt und fad war mir auch, also das hat sie wirklich so gesagt und ja, die ist dann, sie hat sich an sehr armen Mädchen vergriffen und hat das gewusst. Im Habsburgerreich war das bekannt, man hat sie aber nicht verhaftet, weil ihr Mann, der Ferenc Nadasdy, den Habsburgern die Türken vom Hals gehalten hat. Jetzt hat aber nicht auf sie zugegriffen, dann ist ja aber gestorben und sie hat sich dann ein adeligen Mädchen vergriffen und dann hat man gesagt, jetzt reicht es, dann hat man sie verhaftet, nämlich in Burg Lockenhaus, tatsächlich im Burgenland und hat sie dann, man durfte sie nicht hinrichten, weil sie eine Adelige war und hat sie dann in ihrem Zimmer eingemauert, hat noch zum Essen halt gekriegt und alles, und dann ist sie relativ bald gestorben. So eine Geschichte ist das mit der Blutgräfin, Ja, die heißt Blutgräfin, ja.-Und eben diese argen Geschichten, wie schaffst du es dann, dass du dich von solchen Sachen wieder selber ein bisschen entgiftest und an Abstand kriegst.-Dadurch, dass ich schon so früh mit solchen Geschichten zu tun hatte und auch sehr viel mit Geisterjägern unterwegs war und auch viele meiner Freunde mein Interesse geteilt haben. Also wir haben zum Beispiel auch verbotenerweise, es wurde mir wirklich verboten, habens trotzdem auch dieses Tischerlrücken und so gemacht und da ist auch immer auch immer ganz orge Sachen passiert, die ich bis heute nicht erklären kann. Ich habe nie Angst gehabt, ich habe mich nie gegraust, naja gegraust vielleicht schon, aber nie gegruselt, oder ich hatte nie ein Problem, dann einzuschlafen oder mich das verfolgt hätte. Die Probleme kenne ich nicht.-Wenn du Wien in so drei Bilderszenen beschreiben müsstest, was ist da ganz typisch für diese Stadt?-Na ja, also für die Stadt typisch, das ist schwierig, weil Wien ist ja auch nicht anders, als die ganzen anderen großen Städte natürlich hat, wie in sehr viele Hinrichtungsstätten gehabt, vielleicht doch etwas mehr als andere Städte, aber das kann ich jetzt auch nicht so behaupten, ohne es zu verifizieren, aber das ist sicher symptomatisch und das diese Galgenpartys so gefeiert wurden und dass die Wiener doch immer ein bisschen schadenfroh waren, vielleicht mehr als in anderen Ländern und dass auch so, dass es sokultig warmen Menschen hingerichtet wurden, das ist schon ein bisschen absonderlich und ich glaube, dass das genau auch die Stadt so ein bisschen prägt und ausmacht, wenn man sagt, ja immer, Wien hat einen schrägen Humor und wenn man sich heute Sprüche anschaut, die das Bestattungsmuseum raushaut, ich meine, da schepper ich ja vor Lachen, ja, ich lese, bis ich verwese und solche Sachen, also ich finde das ja großartig, das zeichnet Wien aus und das hat offenbar Wien immer schon ausgezeichnet. Und ich glaube, dass das einfach ein Charakteristikum ist.-Wie geht sich da der Humor neben so grausigen oder unheimlichen Dingen aus? Was ist da so diese Besonderheit an diesem Wiener Schmäh?-Ich glaube nur, genau so geht sich's aus, man weiß es ja auch von Menschen, die einen schlimmen Beruf ausüben, dass die den ärgsten Humor haben, weil ich glaube, nur so kann man das Abarbeiten und das ist menschlich, weil was bringt es einem eh, wenn man da in Trauer verfällt und ständig nur nachdenkt und sich graust und gruselt und weint und traurig ist. Es bringt ja nichts für die eigene Weiterentwicklung und das ist ja das einzige, worum es geht.-Welche Rolle spielen so typische Orte wie Kaffeehäuser, Friedhöfe, versteckte Gassen für deine Arbeit? Sind das so Bühnen für Wiener Originale?-Tatsächlich hundertprozentig. Mein letztes Buch Wien Wien nur du allein. Das greift genau diese Thematik auf, da geht es genau um diese Orte, wo diese Originale unterwegs gewesen sind. Ich mache auch ganz viele Facebookpostings zu diesem Thema, zum Beispiel der Lampenanzünder, ja, der genau durch so enge Gassen auch gegangen ist mit seinem Stab, wo oben, also und das mache ich durch, dann immer auch so mit Foto schön illustrieren und da mache ich auch sehr viel. Jetzt habe ich einen Beitrag über Maronibrater gemacht die Entwicklung nämlich, also immer das Historische und die Kaffeehäuser, natürlich, wo die geistige Elite der Stadt sich getroffen hat, speziell im 19. Jahrhundert und was die dort gemacht haben, was die besprochen haben und ich wäre so gern Mäuschen gewesen, also ganz viel. Die Schauplätze spielen eine ungeheuer große Rolle, der Prater zum Beispiel als das Belustigungszentrum, was sich da früher abgespspielt hat, das ist ja heute nur mehr ein müder abklatscht, das ist ja nichts mehr im Vergleich zu damals, ja, und man hat sich so gefreut über zum Beispiel der erste Ballonaufstieg in wie und wo das alles war und welche Leut zugeschaut haben. Und das kann man so schön erzählen, ob, wie sich die Leut gefreut haben über alles oder wieder Orient Express das erste Mal in Wien gehalten hat. Solche Sachen sind so toll.-Wer durch Wien spaziert, begegnet ihnen also früher oder später jenen Charakteren, die unverwechselbar und typisch für die Stadt sind, wenn man über Wiener Originale spricht, stößt man unweigerlich auf Personen, die längst zur Legende geworden sind. Eine von ihnen sorgt bis heute

für Gesprächsstoff:

die Wilde Wanda.-Also die Wilde Wanda, die Wanda Kuchwalek, das war wirklich eine Wilde. Das war die erste Zuhälterin, könnte man sagen, Wiens, und die hat ihre Mädels teilweise auch nicht ganz so brav behandelt und sie war, hat ja auch mit vielen ein Verhältnis gehabt, weil sie war ja lesbisch und was ich natürlich auch wieder, aber toll finde, sie hat sich nie unterkriegen lassen, die hat mit Männern gerauft, weil natürlich war sie eine Konkurrenz, und die anderen Männer waren ja eben natürlich irritiert, eine Frau, so hübsch auch noch und sie war ja wirklich hübsch und gar nicht mal so groß und so, derb oder so, schon feminin und ja, ich dachte, na ja, die putzma weg, ja, Schneckerlkas, nix haben sie weggeputzt, die hat die weggeputzt, man erzählt sich, sie hat hin und wieder sogar gegen, mit zweien gerauft und ist mit einem Sieg, hat ein Sieg davongetragen und das traucht der schon zu. Ja, das war wilde Henne und ich, ich mag die.-Und wo war die so unterwegs? Was war da ihr Revier?-Also man sagt so, Pratergegend, Praterstraße hat's auch eine Lokal geben, wo sie immer wieder war. Ich kenne sogar eine Dame, eine Bekannte, die hat da auch einmal mit ihr gerauft, weil da ist so eine Frauensache gegangen, wenn meine Bekannte ist auch lesbisch, und die haben sich dieselbe Frau ausgesucht, haben, hat meine Bekannte, die Wanda versucht zu vermöbeln, hat nicht funktioniert, sie wurde vermöbelt. Aber ja, die ist ja noch nicht so lange tot, da habe ich auch mal ein Posting gemacht auf Facebook, und da haben urviel drunter geschrieben, ja, und dann ist sie immer mit ihrem Pudel in dem Kaffeehaus gesessen, weil sie war ja sehr hundelieb und da hat es immer den Hund mit der Extrawurst gefüttert und ganz viele Leute haben drunter geschrieben, was alles mit der Wilden Wanda erlebt haben und wo sie es gesehen haben und was mit ihr geredet haben. Also die ist noch eben kollektiven Gedächtnis Wiens stark verankert.-Hast da Kurzversion aus dem Prater für uns?-Na ja, da hat sich so wahnsinnig viel abgespielt zum Beispiel und es gibt ja auch heute noch Namen im Prater, die darauf hindeuten, zum Beispiel die Feuerwerkswiese, da ist gefeuerwerkt worden, mein lieber Schwan, das war ja damals natürlich eine Sensation, was da alles abgefackelt worden ist und wie lange das gedauert hat, bis das aufgebaut wurde, das war Wahnsinn. Oder? Im Prater sind die ganzen Zirkusse nämlich nicht nur das waren damals keine Zelte, sondern wirklich Gebäude, da hat es immer ganz viel gegeben und die haben sich gegenseitig Konkurrenz gemacht. Im Prater hat es die ersten Kinos gegeben, im Prater war alles, was zu Belustigung gedient hat, Lokale inklusive, natürlich, wo es gefeiert haben bis in die Nacht, alles hat sich im Prater abgespielt, alles.-Gibt es heute noch, echte Wiener Originale und wenn ja, wo findet man die?-Naja, ich würde sagen, das, was dem am nächsten kommt, was ich unter Wiener Originale verstehe, das werden höchstwahrscheinlich die Fiaker sein, die natürlich über ihre Weiterführung in den Taxifahrern finden. Also das ist schon a Gaude, sich mit denen zu unterhalten, also da sieht man schon allein vom Habitus und von der Sprache und wie sie mit Menschen umgehen. Das kommt dem wohl am nächsten, würde ich sagen ja.-Was liebst du am heutigen Wien?-So blöd das klingt, ich liebe die Vergangenheit, also am heutigen Wien liebe ich, so, wie Wien früher war und was in Resten noch da ist, in der Architektur, in manchen Traditionen wenig, aber doch alles, was mich an die Vergangenheit denken lässt, liebe ich, also Wien ich habe mich verliebt in diese Stadt, ich bin nach wie vor verliebt in diese Stadt und es gibt so unendlich viele Momente, wo ich wie ein kleines Kind mit großen Augen durch die Stadt gehe und einfach die Energie aufsauge und mir denk, die, Wien hat einfach eine so schöne Energie, also nicht überall, natürlich, aber speziell im ersten Bezirk.-Wie ein kleines Kind mit großen Augen. Ich kann da sehr gut nachempfinden, das liebe ich nämlich an Wien. Einerseits fühle ich mich hier geborgen und zu Hause, gewisse Routinen schleifen sich ein, der Alltag macht sich breit, aber gleichzeitig lässt sich in dieser Stadt ständig neues finden, wenn man nur die Augen offen hält und auch mal Orte aufsucht, die sonst abseits der eigenen üblichen Wege liegen. Deswegen nimmt Gabriele auf ihre Stadtführungen vor allem Einheimische mit. Welche Wiener Orte würdest du denn den Hörer*innen unbedingt vorstellen wollen? Vielleicht einen ganz berühmten, einen fast vergessenen und einen ganz banal alltäglich unscheinbaren?-Also ich würde, ist zwar nicht unbekannt, aber vielleicht waren doch viele Leute noch nicht dort. Den Friedhof der Namenlosen unbedingt empfehlen, überhaupt mehrere Friedhöfe, also St. Marx, den ehemaligen Friedhof St. Marx, der ist natürlich auch wunderschön, aber ich liebe halt den Friedhof der Namenlosen, da gibt es eine so nette Legende, auch mit dem verlorenen Ring, und es ist so traurig, wenn man diese namenlosen Gräber, wobei ein paar Namen stehen ja auch drauf und dann sind es noch dazu Kinder, wo die Namen draufstehen, es hat eine Tragik und es hat eine Schönheit und diese Kombination aus Tragik und Schönheit machen diesen Friedhof einfach so genial und so unverwechselbar leider, es liegt ein bisschen sehr weit draußen, kann man nicht einfach so vorbeischauen, aber unbedingt unbedingt anschauen, was ich auch immer sehr, sehr empfehlen kann, ist natürlich das Bestattungsmuseum, ich finde das so super, die Ruprechtskirche selbstverständlich. Mein Lieblingsplatz in Wien. Dort kann man einfach, egal welcher Stimmung man ist, findet man dort zu sich selbst und zur Ruhe, das ist so ein Energieort, so ein Kraftplatz, dazu kann man, muss man sonst nicht viel sagen, also egal, auch wenn man traurig ist oder wenn man nicht mehr weiter weiß, dort kann man immer hingehen, ich glaube, dass man dort auf jeden Fall eine Lösung finden kann.-Wenn du mit einer historischen Wiener Figur, Person einen Nachmittag im heutigen Wien verbringen könntest, wen würdest du da treffen? Und wo würdet's hingehen?-Also ist halt jetzt nicht direkt a Wiener, aber natürlich den Grafen von St. Germain und Maria Theresia sehr gerne.-Und wo würdest mit Maria Theresia hingehen?-Ich würde sie fragen, tatsächlich, ich würde gerne zwischen die beiden Museen gehen, naturhistorisches und kunsthistorisches, weil dort ist ja ihr Denkmal, und ich würde sie gerne fragen, ob sie das stört, dass sie da oben sitzt und rund um sie herum, also ein bisschen unten weiter unten die ganzen Freimaurer sitzen, obwohl sie doch ganz schwer gegen die Freimaurerschaft war und das auch verboten hat und die ganzen Herren, die dort sich drapieren, es waren ja fast alle Freimaurer und ich würde gerne Wissen, ob sie das im Jenseits stört, ja, sonst würde ich halt natürlich in der Innenstadt mit ihr herum flanieren. Hofburg und so weiter.-Du beschäftigst dich eben mit mystischen, unheimlichen, sündigen Seiten von Wien, was verraten denn gerade diese Geschichten über den Wiener Charakter?-Naja, den Wiener Charakter, das ist eben das, was man eh schon besprochen hatten, auch so ein bisschen das morbide auf der einen Seite, die Wiener lieben auch ihre Geister, also ja, ganz viele Geistergeschichten kenne ich von Wien und dadurch, dass es in der Monarchie natürlich eine Vielvölkerstadt war und sehr viele Völker da sich niedergelassen haben, dass es da zu sehr viel Aufeinandertreffen, verschiedenster temperamente und sündigen Ansichten und sündigen Menschen kam, ist es eine sehr sündige Stadt gewesen, sagt er über den Charakter Lebenslust. Mehr fällt mir dazu nicht ein, auf der einen Seite dieser morbide Charme und der morbide Charakter und halt sehr viel Lebenslust.-Was macht Wien so morbide?-Na ja, auf der einen Seite eben die Geister, weil ich habe noch nie eine Stadt erlebt, die so offen über die Geisterrede tatsächlich, ich habe ja schon noch andere über Spukin Bayern auch geschrieben in München waren ma da weitaus zurückhaltend. Dort habe ich wirklich sehr tiefgraben müssen um was zu erfahren. Und in Wien redet man relativ freimütig über die Dinge, die passieren, die paranormalen Begebenheiten, die Energien. Die Wiener sind da sehr offen, aber auf der anderen Seite auch sehr morbide. Also man spricht da nicht irgendwie andächtig drüber, sondern man haut da schon so, sie Scherze raus, zum Beispiel über Blumenkaiser, Franz den ersten, den zweiten, so nach dem Motto war wohl auch noch im Jenseits gärtnerisch sich betätigt und ob da die, wie sagen es immer, die Gänseblümchen von unten pflügt und solche Sachen, also es stammt nicht von mir, bitte, ja, ich möchte, dass jetzt zu sagen, dieser Ausspruch, aber das ist schon so, dieses morbide und das begegnet einem ständig.-Gibt es in Wien mehr skurrile Gestalten als anderswo? Oder skurrilere Gestalten als anderswo?-Tatsächlich würde ich meinen, das ist dadurch, dass ich doch schon viel in vielen Großstädten mich aufgehalten habe, unbedingt würde ich sagen, dass in Wien die Gestalten skurriler sind, auf der einen Seite offener und freimütiger, auf der anderen Seite einfach auch witziger und skurriler. Ja, würde ich doch sagen, aber darauf lege ich Wert. Positiv skurril.-Welche Geräusche verbindest du mit unheimlichen Orten in Wien?-Also tatsächlich, weil wir ja jetzt in der Blutgasse stehen? Das Klappern von Absätzen, das ist schon so, überhaupt, wenn es dann Dunkel ist, also ich würde, also allein, weiß ich jetzt nicht, ob ich da jetzt unbedingt, ob ich das beruhigen würde, weil ich da hinter mir so klappernde Geräusche auf dem Kopfsteinpflaster nämlich hören würde, also das finde ich schon ein bisschen spooky und auch beängstigend, ein bisschen tatsächlich, natürlich das Glockenläuten, obwohl es ja ein schönes Geräusch ist, finde ich nicht so beruhigend, also für mich ist es, hat es, ich weiß objektiv, dass es schön ist, aber subjektiv gruselt es mich ein bisschen bei Glockenläuten. Ich bin kein Fan von Glockenläuten.-Was ist dein Lieblings Wiener Ausdruck?-Ja, was, ich weiß nicht, ob man das nur in Wien sagt, aber ich findend Schani eigentlich, obwohl es ein bisschen so einen negativen Beigeschmack hat, weil man so sagt, geh Schani, macht das. Aber das Wort selbst stammt ja von einem Johann, von dem ich jetzt den Nachname nicht weiß, der das erste Kaffeehaus in Wien eröffnen durfte, der war nicht der erste, der einen Kaffeehaus öffnen durfte und der einen Schanigarten eröffnen durfte, und zudem haben es dann immer gesagt, Schani, tragt den Garten raus, das hieß, okay, der Winter ist vorbei und Garten, damit waren die Grünpflanzen gemeint, ganz einfach Schani und von dem kommt das und es hat ja eigentlich alles einen geschichtlichen Hintergrund, man sagt halt so viel und man weiß, dass gar nicht.-Stirbt der Wiener Dialekt aus?-Ja, der stirbt definitiv aus, die junge Leute und das ist ja jetzt kein Wiener Phänomen, sondern grundsätzlich, die sprechen ja heute schon Hamburger Deutsch durchs TV und durch das tut die ganzen Streamingdienste und alles. Also nicht nur der Wiener Dialekt stirbt aus, das österreichische stirbt aus. Und wir werden irgendwann genauso sprechen, halt wie die Deutschen, also ich werte das jetzt auch gar nicht, ich sage nur, ja, der Wiener Dialekt stirbt aus.-Allerletzte Frage würdest du sagen, dass eben jemand, der eben nicht in Wien geboren ist, aber dann länger hier wohnt, ab wann darf man sich Wiener nennen?-Ich habe ja diese Frage nie gestellt, tatsächlich? Ich würde aber sagen, dass jeder, der länger schon hier wohnt, also nicht, der jetzt vorgestern hergezogen ist, weil er jetzt, sage ich mal, vor 2, 3 Jahren hergezogen ist und Wien mag, ist ein Wiener oder eine Wienerin-Vielen, vielen Dank für das Gespräch.-Sehr gerne, danke für die Einladung.-Nachdem wir uns verabschiedet haben, schaue ich Gabriele noch nach, wie sie die Blutgasse runtergeht und im schummrigen Laternenlicht auf die Sängerstraße hinausbiegt. Und frag mich, welche historischen Pfade sie in Zukunft noch abschreiten wird. Dafür, dass es jetzt schon viel um Düsteres und Vergangenes ging, fühle ich mich eigentlich total aufgeweckt. Das liegt sicher an Gabrieles durch und durch spürbarer Begeisterung für die Geschichte dieser Stadt und daran, dass ihre Erzählungen nochmal klarmachen, was weit über die Stadtgrenzen hinweg bekannt ist Wien vereint scheinbar mühelos die Gegensätze grausig und liebenswürdig, unheimlich und witzig, skurril, aber eben immer positiv, wie Gabriele sagt Ich spaziere noch ein bisschen durch den ersten und denk mir, dass es Menschen wie Gabriele braucht, Menschen, die die vergangenen Geschichten festhalten, aufschreiben und sie an den Orten ihres Geschehens weitergeben, Menschen, die uns daran erinnern, dass Wiens Alltag ohne diese Schichten der Geschichte farblos und ja, irgendwie fad wäre mit einer ähnlichen Liebe zur Stadt. Aber auf die Zeit im Hier und jetzt schaut mein nächster Gast Andreas Rainer aka der Wiener Alltagspoet er holt die Poesie des Alltags ins Rampenlicht und sammelt die kleinen, flüchtigen Momente des modernen Wiens. Ich bin Livia Heisz und das war Heast Wien. Wenn dir der Podcast gefällt, dann abonnier ihn, damit du keine Folge mehr verpasst. Wir freuen uns auch über eine Bewertung, einen Kommentar und darüber, wenn du den Podcast teilst. Bis zum nächsten Mal und baba. Dieser Podcast wurde produziert von Oh. Wow.

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