Stadt Wien Podcast
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Wien setzt auf Sonnenstrom – Die Wiener Sonnenstrom-Offensive
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Wie gelingt der Ausbau von Photovoltaik in einer Großstadt? In dieser Folge des Stadt Wien Podcasts sprechen die Programmkoordinatorin der Wiener Sonnenstrom-Offensive Susanne Häßler von der Abteilung für Energieplanung und der Programmkoordinator David Tudiwer von der Stadtbaudirektion über Ziele, Herausforderungen und Erfolge beim Ausbau von Sonnenstrom in Wien. Es geht um neue gesetzliche Rahmenbedingungen, Förderungen, innovative Projekte und darum, wie Wien Schritt für Schritt klimaneutral werden will.
Mehr Infos unter: https://sonnenstrom.wien.gv.at/
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Intro
Herzlich willkommen beim Podcast der Stadt Wien. Heute dreht sich alles um die Wiener Sonnenstrom-Offensive, ein zentraler Schritt auf dem Weg zu mehr erneuerbarer Energie in unserer Stadt. Bernhard Ichner spricht mit seinen Gästen darüber, welche Ziele das Programm verfolgt, was bereits erreicht wurde und wie die Zukunft der Photovoltaik in Wien aussieht. Schön, dass sie dabei sind.
Bernhard Ichner (Interviewer)
Herzlich willkommen zum Podcast der Stadt Wien. Heute geht es um die Wiener Sonnenstrom-Offensive. Wir sprechen mit den beiden Programmkoordinatoren, Susanne Häßler von der Abteilung für Energieplanung und David Tudiwer von der Stadtbaudirektion. Herzlich willkommen!
Susanne Häßler
Danke schön!
David Tudiwer
Danke sehr!
Bernhard Ichner (Interviewer)
Herr Tudiwer ich fange mit Ihnen an. Diese Wiener Sonnenstrom-Offensive ist vor fünf Jahren ins Leben gerufen worden, um Sonnenstrom als, als zentrale Säule der städtischen Energieversorgung zu etablieren und seit dieses Programm eingeführt worden ist, ist die installierte PV-Leistung für Wien mehr als verfünffacht worden. Klingt ganz, ganz super, spitzen, spitzen Leistung.
Aber was hat denn diese Sonnenstrom-Offensive überhaupt notwendig gemacht?
David Tudiwer
Ja, also die Wiener Sonnenstrom-Offensive ist ein entscheidender Puzzleteil, um die Klimaneutralität 2040 zu erreichen, die ist ja im Regierungsabkommen 2020 und auch im Regierungsabkommen 2025 noch einmal bestätigt worden.
Bernhard Ichner (Interviewer)
Ganz kurz jetzt, ich, ich möchte sie nicht unterbrechen, aber für die Zuhörer und Zuhörerinnen ganz kurz erklärt, was ist denn die Klimaneutralität?
David Tudiwer
Die Klimaneutralität bedeutet, dass gleich viel CO2 emittiert wird, CO2-äquivalente Emissionen emittiert werden, wie ersetzt werden.
Bernhard Ichner (Interviewer)
Das heißt, dass die Stadt Wien Klimamaßnahmen setzen muss, um das zu erhöhen, damit man quasi als Mensch keinen Einfluss hat auf die Klimaleistung.
David Tudiwer
Genau damit Wien eben klimaneutral ist und in Bilanz keine CO2-Emissionen, keine CO2-äquivalenten Emissionen emittiert.
Bernhard Ichner (Interviewer)
Alles klar, gut.
David Tudiwer
Genau. Und um diese Klimaneutralität zu erreichen, ist es natürlich ganz wichtig, dass ausreichend klimafreundlicher Strom erzeugt wird, erneuerbarer Strom erzeugt wird, denn Strom wird an Bedeutung gewinnen in Zukunft. Es ist so, dass natürlich Stichwort E-Mobilität, aber auch Gasthermen, die entfernt werden und eventuell durch Wärmepumpen ersetzt werden, also wir werden in vielen Bereichen Strom benötigen, wo wir jetzt noch keinen benötigen und damit dieser Strom auch langfristig und nachhaltig bereitgestellt werden kann, ist es jedenfalls wichtig, dass wir sehr viel davon produzieren und die Photovoltaik hat hier sehr gute Eigenschaften, sie ist nämlich, einerseits macht sie uns unabhängiger, also weil wir den Strom auf den eigenen Dächern bzw. Auf den eigenen Flächen in Wien produzieren. Außerdem ist Photovoltaik sehr wartungsarm und ein dritter, ganz, ganz wichtiger Punkt ist, Photovoltaik ist stadttauglich, das bedeutet, wir können Photovoltaik auch im dicht verbauten Gebiet in Wien gut unterbringen, dort, wo die großen Verbraucher auch sind und sind hier, wenn man es mit anderen nachhaltigen Stromproduzenten vergleicht, wie zum Beispiel Wasserkraft oder Windkraft, wo es auch Potenziale in Wien gibt, aber halt sehr, sehr begrenzte, ist Photovoltaik hier wesentlich flexibler und anpassungsfähiger für den urbanen Raum.
Bernhard Ichner (Interviewer)
Bevor konkrete Maßnahmen umgesetzt werden können, muss ja erst einmal der Status quo, die Rahmenbedingungen müssen erst erhoben werden. Wie gut oder schlecht, waren denn die Voraussetzungen für so ein ambitioniertes Vorhaben? Der Herr Tudiwer hat es eh schon ein bisschen angeteasert, Frau Häßler?
Susanne Häßler
Also das Vorhaben ist in der Tat sehr ambitioniert, man muss sich kurz einmal vorstellen, dass wir bei 50 Megawatt Peak installierte Leistung gestartet sind und bis 2025 Jährlich 50 Megawatt Peak dazu bauen sollen. Das heißt irgendwie jedes Jahr das umsetzen, was in all den Jahren davor passiert ist. Die Rahmenbedingungen, das kann man schon sagen, waren durchaus durchwachsen. Wir haben in der Corona-Zeit gestartet, das war auch in den Abstimmungen, Vorbesprechungen nicht ganz einfach, zumal sind dann auch extreme Lieferengpässe dazugekommen, man hat teilweise ein halbes Jahr auf den Wechselrichter gewartet und so weiter. Jetzt die Rahmenbedingungen seitens der Stadt, wir haben einen sehr guten Gebäudebestand, wir haben insgesamt 178.000 Gebäude in Wien und eine nutzbare Gesamtfläche von circa 35 Quadratkilometer und von diesen Dachflächen sind 80 Prozent sehr gut oder gut, wir haben eine sehr gute oder gute Sonneneinstrahlung, also das ist schon einmal ein großes Potenzial, andererseits gibt es auch einen hohen Nutzungsdruck auf den Dächern auch, also mit Dachaufbauten und so weiter, wir haben einen alten Gebäudebestand und etliche Schutzzonen in Wien. Ja. Das größte Hindernis war aber zu Beginn einfach, dass wir aufwendige Genehmigungsverfahren damals hatten, wir haben mit Pv-Firmen aus dem Burgenland nur aus Niederösterreich gesprochen und haben gesagt, wie ist es in Wien, PV-Anlagen zu errichten und die haben uns damals gesagt, das machen Sie nicht, weil es bei uns so aufwendig ist, also das war für uns ein ganz klarer Auftrag zu schauen, also wir müssen einfach unterschiedliche Handlungsfelder bearbeiten. Wir haben uns genau angeschaut, was gehört alles dazu und dann, was gehen wir als erstes an? Und auch in der logischen Reihenfolge, was gehen wir zuerst an, was kommt später? Ja, eine sehr positive Rahmenbedingung, das als letzten Satz hatten wir von Anfang an und das ist einfach, wir hatten von Anfang an einen sehr starken politischen Auftrag. Wir haben drei Geschäftsgruppen, die hinter uns stehen und uns beauftragt haben.
Bernhard Ichner (Interviewer)
Nennen sie die auch?
Susanne Häßler
Natürlich gerne. Die Geschäftsgruppe Klima, die Geschäftsgruppe Wohnen und die Geschäftsgruppe Finanzen und Wirtschaft, damals noch für die Stadtwerke zuständig. Und das hat uns geholfen, dass das Thema Photovoltaik im gesamten Magistrat sehr schnell angekommen ist.
Bernhard Ichner (Interviewer)
Bleiben wir, bleiben wir noch ein bisschen beim Magistrat, die Stadt Wien war ja da selber Vorreiterin und die Dienststellen, die Abteilungen haben im Zuge eines Quickstarts ihre Gebäude und Flächen auf PV-Tauglichkeit überprüft. Was ist denn dabei konkret herausgekommen, Herr Tudiwer?
David Tudiwer
Ja, also wie Sie sagen, die Stadt Wien ist Vorreiter bei diesem Projekt? Es ist so, dass die Stadt Wien selbst sehr, sehr viele Flächen im Eigentum hat und das soll genutzt werden und das haben wir auch genutzt, die Quickstarts, die Sie Ansprechen, da ist es darum gegangen, dass bereits ganz am Anfang in der ersten Programmphase Flächen die einfachsten Flächen, sage ich einmal, die low hanging fruits gescreent wurden und sehr schnell hier Photovoltaik auf Magistratsflächen umgesetzt worden.
Bernhard Ichner (Interviewer)
Er ist wieder für die Zuhörer innen. Wir reden von Dachflächen, wir reden von Fassaden, wir reden von Höfen.
David Tudiwer
Genau in diesem Fall ist es um Dachflächen gegangen, generell, natürlich haben wir auch auf Infrastrukturflächen, auch auf Freiflächen etc, haben wir hier Photovoltaikanlagen umgesetzt, aber in dem Fall ist es wirklich um Dachflächen gegangen, wo möglichst wenig Begleitmaßnahmen, haben wir es genannt, notwendig waren, um Photovoltaik in die Umsetzung zu bringen und in weiterer Folge sind dann auch die Anderen Flächen in die Umsetzung gegangen. Also die Stadt Wien hat hier auch dann alle anderen Flächen gescreent und auch Leuchtturmprojekte ins Leben gerufen, also es war uns sehr wichtig, dass wir hier nicht nur die einfachsten Flächen eben in weiterer Folge umsetzen, sondern auch jene, die schwieriger zum Umsetzen waren, um auch allen anderen zu zeigen, wo Photovoltaik überall möglich ist und wie städtetauglich diese Technologie ist, auch mit dem Blick, dass es uns vielleicht viele nachmachen in Wien und da ist zum Beispiel ins Stadtbild integriert worden, die Photovoltaik, auch beim Rathaus mit bundesdenkmalgeschützten Gebäuden ist gearbeitet worden, also das Rathaus hat zum Beispiel eine relativ große Photovoltaikanlage am Dach, auch das Ernst-Happel-Stadion, auch mit unterschiedlichen Technologien ist gearbeitet worden, die noch nicht serienreif sind, aber es vielleicht einmal werden, wie zum Beispiel organische Photovoltaiks eingesetzt worden oder bei einer U3-Station in Ottakring sind Leichtmodule zum Einsatz gekommen.
Bernhard Ichner (Interviewer)
Müssten Sie vielleicht ein bisschen erklären, was organische Photovoltaik ist?
David Tudiwer
Ja, also organische Photovoltaik ist nicht siliziiumbasiert, sondern auf Kohlenstoffbasis beziehungsweise hat organische Photovoltaik gewisse Vorteil. Sie hat gewisse Vorteile gegenüber den herkömmlichen, zum Beispiel, dass sie wesentlich leichter ist, dass sie auch sehr, sehr dünn bearbeitet werden kann, hat derzeit eben die Nachteile. Man weiß nicht, ob es sich noch entwickeln kann. Mit wesentlich geringerem Wirkungsgrad und mit einer geringeren Lebensdauer. Also hat auch das Potenzial, biologisch abbaubar zu sein, dass es natürlich dann, was die Lebensdauer angeht, kann das kritisch sein. Insofern ist es noch nicht ein großes Serienprodukt. Üblich, werden ja die Siliziumzellen montiert, für die Silizium notwendig ist.
Bernhard Ichner (Interviewer)
Und insgesamt, glaube ich, sind quantitativ über 800 Flächen bei diesem Quickstart zusammengekommen, oder?
David Tudiwer
Ja, also in Summe hat die Stadt Wien dann mehr als 2000 Flächen, in weiterer Folge dann später gescreent beziehungsweise sind angesehen worden. Man muss Bedenken, auch die Unternehmungen, also Wiener Wohnen hat zum Beispiel auch sehr viele Dachflächen, die angesehen wurden und ja, also es wurden alle Dächer, wo grob sichtbar war, dass hier eventuell Potenzial wäre, wurden genauer betrachtet und das sind sehr, sehr viele, die, also alleine die Dächer sind wirklich sehr viele und dort, wo es möglich und sinnvoll war, ist die Photovoltaik dann auch umgesetzt worden.
Bernhard Ichner (Interviewer)
Die Programmkoordination ist ja seit Beginn in euren beiden Abteilungen angesiedelt, also in der Stadtbaudirektion und in der Abteilung für Energieplanung MA 20. Aber umgesetzt wird zu einer Riesenprogramm, wird natürlich nicht von zwei Abteilungen, sondern von - da sind ja ganz viel mehr helfende Hände notwendig und Unternehmungen, Betriebe, externe Partner involviert. Herr Tudiwer, können Sie da noch einen kurzen Abriss geben? Wer da so aller mithilft und mitarbeitet.
David Tudiwer
Ja, also mithelfen tun die allermeisten Abteilungen des Magistrats, das kann man zu sagen, unser Programm hat in fast allen Magistratsabteilungen von fast allen Magistratsabteilungen einmal Unterstützung bekommen, es gibt natürlich welche, die wesentlich stärker involviert sind, es sind ja schon die Stadtratbüros erwähnt worden, außerdem ist involviert im Steuerungsteam zum Beispiel die Bereichsleitung für Bildungsinfrastruktur, die Wiener Stadtwerke mit den Wiener Stadtwerken arbeiten wir generell sehr eng zusammen, insbesondere was die Zusammenarbeit auf stadteigenen Flächen angeht mit der Wiener Energie. Außerdem ist die UV sehr, sehr relevant, also die UV hat eine sehr zentrale Rolle im Programm und unterstützt in einigen Phasen und Arbeitspaketen flächenverwaltende Dienststellen. Generell sind sehr...
Bernhard Ichner (Interviewer)
Die UIV?
Vorgestellt für die Zuhörerinnen und Zuhörer?
David Tudiwer
Die UIV ist die Urban Innovation Vienna GmbH, ist ein Unternehmen der Wien Holding. Und ja, ansonsten zahlreiche Magistratsabteilungen, die ich jetzt nicht alle einzeln erwähne, es gibt auch einen fachlichen Beirat, wo wir mit nicht Stadt-Wien-Unternehmen auch zusammenarbeiten. Die PV Austria ist da ganz wichtig, mit der haben wir sehr viel Austausch, auch die Technologieplattform PV und mit Universitäten arbeiten wir auch zusammen, um eben Photovoltaik immer auch an der Pike zu haben, also was es Neues gibt, damit wir hier auch am laufenden sind.
Bernhard Ichner (Interviewer)
Gehen wir ein bisschen mehr in diese Materie Zusammenarbeit hinein, ein ganz wichtiger Player, sie haben es eh schon angesprochen, ist Wien Energie und der Magistrat hat ja für die Flächen, die er verantwortet, einen umfassenden Kooperationsvertrag mit Wien Energie abgeschlossen, der auch vom Gemeinderat beschlossen worden ist. Was steht denn da so drinnen? Was macht man sich da puncto Kooperation aus?
David Tudiwer
Ja, ja genau, also Anfang 2022 hat der Gemeinderat einen Beschluss gefasst, zur Zusammenarbeit von Magistrat und der Wien Energie und da ist insbesondere eine Kooperationsvereinbarung mitbeschlossen worden, die die Vorgangsweise zu dem Photovoltaik-Umsatz auf den Magistratsflächen absteckt und dazu Richtlinien vorgibt, wenn man so will, Abläufe festlegt, um hier die Abläufe zu unterstützen. Man muss sich vorstellen, es sind hier sehr viele flächenverwaltende Dienststellen des Magistrats vor denselben Aufgaben gestanden. Sie wollten ihre Photovoltaikpotenziale nutzen? Es ist häufig mit Begleitmaßnahmen verbunden, dass diese Photovoltaik errichtet werden kann. Man muss Verträge abschließen etc. Und das Ganze hat üblicherweise relativ lange Vorlaufzeiten auch und wir wollten seitens Sonnenstrom-Offensive dahingehend unterstützen, dass man einerseits die Aufträge bündelt, dass nicht nur die Flächen einzeln an die Wien Energie herangetragen werden, um in die Umsetzung zu gehen, sondern dass man hier Flächenportfolien schnürt, um viele Flächen gleichzeitig in Beauftragung zu geben.
Es wurde auch über diese Kooperationsvereinbarung ein Gremium ins Leben gerufen, dass die Zusammenarbeit noch verbessert hat, beziehungsweise indem diese Portfolien dann geschnürt wurden und es wurden auch ganz wichtig Standardverträge entwickelt und mitgeschlossen vom Gemeinderat hier, die genutzt werden konnten, um die Zusammenarbeit für die einzelne Fläche jeweils mit einem Vertrag zu besiegeln und da gab es natürlich Sideletter, weil es geht ja nicht einen Vertrag für alle Flächen. Es gab immer feine Unterschiede, aber letzten Endes war das, glaube ich, eine sehr, sehr große Unterstützung, die auch genutzt worden ist, damit man schnell in die Ausrollung kommt und damit nicht jede flächenverwaltende Dienststelle das Rad neu erfinden muss. Und mittlerweile, also mit Ende 2025, ist diese Kooperationsvereinbarung ausgelaufen und die Ziele, die wir uns da vorgenommen haben, sind mehr als erreicht worden, also wir haben sogar um 20 Prozent in diesem Zeitraum mehr umsetzen können und gleichzeitig sind die Potenziale an den Gebäuden jetzt aber weitgehend erschöpft und wir Wissen, dass wir jetzt den Fokus bei den stadteigenen Flächen vor allem auf die Freiflächen legen müssen.
Bernhard Ichner (Interviewer)
Ich möchte noch ein bisschen auf die gewaltigen Ausmaße dieses Programms zu sprechen kommen. Man, um das umzusetzen, bedarf oder bedurfte es ja nicht nur innovativer Technik, groß angelegter organisatorischer Maßnahmen, sondern man musste ja sogar die rechtlichen Rahmenbedingungen ändern, also es wurde das Wiener Elektrizitätswirtschaftsgesetz und die Bauordnung wurden novelliert, wohlauf haben diese jeweiligen Änderungen abgezielt, Frau Häßler.
Susanne Häßler
Das große Ziel war, ganz, ganz schnell Rahmenbedingungen zu schaffen, die die Genehmigungen vereinfachen. Ja, also wir haben ja gehört, da gab es große Vorbehalte, es hieß immer die Stadt Wien sei zu kompliziert, das heißt, da sind wir als allererstes angegangen, zum Zeitpunkt, als wir gestartet sind, hat man tatsächlich für jede PV-Anlage zwei Genehmigungen gebraucht, einmal nach der Bauordnung und einmal nach dem WElWG. Danke, dass Sie es ausgesprochen haben. Ich verhaspel mich da immer dabei. Also Wiener Elektrizitätswirtschaftsgesetz. Und da haben wir gesagt, es ist eigentlich eine Zumutung für alle und das haben wir dann einmal ganz schnell vereinfacht, sodass man nur noch bei einer Stelle, in vielen Fällen, bei einer Stelle ein Antrag stellen muss. Die Bauordnungsnovelle hat dann 2023 stattgefunden.
Man muss schon Wissen, dass Bauordnung und WElWG ganz eng zusammenhängen. Deswegen ist es so schwierig, das eine zu erklären, ohne das andere, aber ich konzentriere mich mal auf die wichtigsten Meilensteine der Bauordnungsnovelle. Also wir haben dort eigentlich die Anzeigen und Genehmigungsfreistellung für PV-Anlagen bis 15 Kilowatt Peak, das ist nicht so wenig für den innerstädtischen Bereich, geschafft, bis auf wenige Ausnahmen, aber die wurden dann auch ausgeräumt. Ganz wichtig für die Stadt Wien. Das Genehmigungskriterium 11 Meter Fluchthöhe ist gefallen. Also früher war das so, dass man auf Gebäuden, die höher als 11 Meter eine Fluchttür hatten, einfach ein Bauverfahren machen musste, was natürlich bei dem Gebäudebestand der Stadt sehr schwierig und sehr aufwendig gewesen ist.
Wir haben die PV-Verpflichtung im Neubau ausgeweitet, seit 2020 müssen ja alle Neubauten, egal ob das jetzt Schulen, Betriebe oder Wohnhäuser sind, auf einem Teil der Dachfläche, Photovoltaik Installieren, das haben wir ausgeweitet.
Bernhard Ichner (Interviewer)
Also Sie sprechen von Gebäuden der Stadt?
Susanne Häßler
Nein, alle, auch Privatwohnhäuser, auch Gewerbe, also jedes Gebäude, das in Wien neu gebaut wird, muss eine PV-Anlage Installieren. Die Größe richtet sich da irgendwie nach der Größe des Gebäudes. In einzelnen Fällen ist es nicht möglich, da muss man die Photovoltaikanlage auf Ersatzflächen errichten. Ja, und das haben wir ausgedehnt und ausgeweitet, zum Beispiel auch noch auf wirklich umfassende Dachgeschossausbauten. Ja, und was uns auch wichtig war, wir haben leichtere Genehmigungserfordernisse, sagen wir dazu, für PV-Flugdächer auf Betriebsflächen geschaffen, was meinen wir damit? Zum Beispiel große Parkplatzüberdachungen. Das ist eine Flächenreserve, die wir natürlich nutzen wollen, da ist es heiß, ist es versiegelt. Ja, also und wir haben gesagt, wir möchten gerne, mehr Flugdächer auf solchen Parkplatzflächen haben und das haben wir auch einfacher gemacht und jetzt entstehen auch immer mehr genau und wir haben auch die Art der Kommunikation ein bisschen geändert, da war auch die Baupolizei sehr hilfreich. Also es gibt da wirklich Richtlinien, die man einsehen kann, die auch alle auf unserer Homepage stehen.
Sonnenstrom.wien.gv.at
Merkblätter sind dort ja, also einfach, dass man wirklich genau schaut, was ist mein Gebäude, was für eine PV-Anlage will ich errichten und was für eine Genehmigung oder von der Anzeige muss ich dafür machen.
David Tudiwer
Ja. Und zum Wiener Elektrizitätswirtschaftsgesetz, da gab es zwei Novellen in den letzten Jahren, eine Novelle war im Jahr 2022. Da geht es auch generell um Verfahrensvereinfachungen, also es wurde die Anzeigepflicht von Photovoltaikanlagen bis zu einer Engpassleistung von 15 Kilowatt, die ist gefallen. Das heißt, die konnten ab sofort eben in den meisten Fällen ohne behördlichen Verfahren der Wiener Bauordnung und jetzt auch ohne behördlichen Verfahren des Wiener Elektrizitätswirtschaftsgesetzes umgesetzt werden und auch für das vereinfachte Verfahren sind die Schwellen erhöht worden. Bei dieser Novelle waren aber Photovoltaikanlagen mit Speicher und vertikale Photovoltaikanlagen ausgenommen und das hat dann die Novelle im Jahr 2024 gemacht, dass sie diese Ausnahme aufgehoben hat und das gilt mittlerweile eben für alle Photovoltaikanlagen bis 15 Kilowatt, dass sie auch nicht nach Wien Elektrizitätswirtschaftsgesetz angezeigt werden müssen.
Und ja, es haben sich auch kleine Details dann noch geändert, die planliche Darstellung, ist einfacher geworden et cetera.
Bernhard Ichner (Interviewer)
Jetzt ist es ja so, dass sich so Photovoltaikanlagen nicht von alleine aufbauen und es gibt eine Studie des Instituts für höhere Studien, die Auswirkungen dieses Ausbauprogramms auf den Arbeitsmarkt und auf die Wertschöpfung betrachtet hat. Was brachte denn die Wiener Sonnenstrom-Offensive den Wiener*innen bisher, Frau Hässler?
Susanne Häßler
Ja, also die Studie hat sich die regionale Wertschöpfung angeschaut und auch geschaut, also irgendjemand muss ja die ganze Photovoltaik auch aufs Dach schrauben, ja, gibt es dafür genug Fachkräfte? Beziehungsweise was bewirkt das Programm an sich? Und da kommen doch durchaus beachtliche Zahlen zustande. Die Studie hat ergeben, dass im Zeitraum 2021 bis 2030 insgesamt 1500 dauerhafte Arbeitsplätze entstehen, natürlich, also wenn die Verteilung gleichmäßig ist und wir Wissen laut PV Austria, das 80 Prozent davon im Bereich Planung, Montagtage, Errichtung und Wartung sind, 20 Prozent sind in der Produktion und da haben wir natürlich dann auch solche Bundesländer wie Oberösterreich, Kärnten, aber natürlich auch China dabei, also der regionale Arbeitsmarkteffekt sind 1200 Dauerarbeitsplätze, was nicht wenig ist. Es lohnt sich aber auch noch einen Blick zu werfen, darauf zu werfen, was die Sonnenstrom-Offensive an Investitionen auslöst, ja und wie wir die auch unterstützen dabei, also bei 800 Megawatt Peak installierter Leistung, plus 750 sozusagen Megawatt Peak, bis wir unser Endziel erreichen, wurde dann ein Gesamtinvestitionsvolumen von 1,5 Milliarden Euro ausgelöst.
Ja und wir unterstützen das auch so gesehen, weil jede Million Fördermittel mehr oder weniger verfünffacht wird, ja, also wenn man eine Million Einwohner*innen hat, löst das Investition von 5,4 Millionen Euro aus und wir haben von 20 Einwohner*innen 25, also das ist jetzt ein bisschen viel zahlen, aber ich möchte sie trotzdem nennen. Knapp 40 Millionen Euro Fördermittel vergeben und haben so Investitionen von rund 214 Millionen Euro ausgelöst. Und das ist viel Geld, die da in die heimische Wirtschaft fließt, die den Wiener*innen, also den Wiener Betrieben zugutekommt, Elektrobetrieben, Planerinnen, PV-Betrieben, aber natürlich auch in Niederösterreich oder im Burgenland, die auch profitiert haben.
Bernhard Ichner (Interviewer)
Sie haben ja ein ganz wichtiges Stichwort angesprochen, nämlich die Förderung, wir wollen jetzt nicht den Eindruck erwecken, dass die Stadt Wien jetzt die Photovoltaik erst vor fünf Jahren entdeckt hat, sondern die Errichtung von PV-Anlagen wird ja schon seit 20 Jahren gefördert, aber im Jahr 2024 wurden die Anstrengungen mit der Initiative „Wien setzt eins drauf“ noch intensiviert. Können Sie uns da noch ein bisschen mehr dazu erzählen?
Susanne Häßler
Ja, gerne. Also wir wissen natürlich, dass neben den Genehmigungs- oder Verfahrensvereinfachung, Genehmigungsvereinfachung, Förderungen einfach das wirksamste Instrument in der Energiewende sind. Ja, also viele Menschen sind bereit, was zu tun, brauchen aber oft ein bisschen Unterstützung. Ja und deswegen wurde eben 2024 die große Förderoffensive gestartet und das war ein sehr umfangreiches Paket, einerseits wurde das Förderbudget massiv aufgestockt, pro Jahr stehen durchschnittlich 15 Millionen Fördergelder zur Verfügung. Also mal ein bisschen mehr, mal ein bisschen weniger, was für eine Stadt schon beachtlich ist. Wir haben aber auch dann ein Mix von Förderschienen geschaffen, wo wir das, wo wir gewusst haben, da ist für jeden was dabei, da können die privaten davon profitieren, die Betriebe können profitieren, die Institutionen und es hat doch unterschiedliche Flächen aktiviert, sagen wir dazu, ja, also Einfamilienhäuser mehr und so weiter und so weiter.
Ganz kurz nur wir haben private und betriebliche PV und Speicheranlagen gefördert, wir haben die Erweiterung von bestehenden Anlagen gefördert, das haben besonders, wir haben besonders Betriebe in Anspruch genommen, wir haben Flugdächer gefördert auf Parkplatzflächen oder auch die besonders super wertvolle Kombination von PV-Anlagen und Gründächern und ganz neu war eben auch, und das muss man schon auch im Zusammenhang sehen, dass diese 11 Meter Fluchthöhe aus der Bauordnung gefallen sind. Wir haben einen wirklich attraktiven Fördersatz gemacht für mehrgeschossige Wohngebäude, also für PV-Anlagen auf mehrgeschossigen Wohngebäuden und haben da dann auch gesehen, dass die extrem gut angekommen ist, also die läuft noch immer wunderbar. Die Einreichbedingungen wurden auch vereinfacht, also bei der Stadt Wien kann man an 365 Tagen im Jahr online einen Förderantrag stellen und nicht zu bestimmten Zeitfenstern und das muss man auch betonen, die Stadt Wien oder war das einzige Bundesland, das trotz der zeitweisen Umsatzsteuerbefreiung durch den Bund weiter gefördert hat und das hat einfach zu einem riesigen Anstieg der Förderanträge und der Förderfälle geführt und man kann fast sagen, die Förderoffensive war ein bisschen zu erfolgreich, nämlich so sehr, dass wir 2025 die fördermöglichkeit Anfang Juni bereits schließen mussten, weil wir fast doppelt so viele Förderanträge hatten wie in dem Jahr davor im gesamten Jahr und lassen Sie mich noch kurz hier auch erwähnen, wir arbeiten derzeit an einem neuen Förderpaket, das wahrscheinlich bis etwas wahrscheinlich so Anfang Mai starten wird, das wird ein bisschen andere Schwerpunkte haben. Wir möchten gerne die innovativen PV-Anwendungen ein bisschen mehr unterstützen. Wir möchten gerne aus der Mittagsspitze raus, was heißt das?
Nicht nur zu Mittag generieren, sondern Anlagen unterstützen, die Vormittags und Nachmittags oder in der früh und am Abend mehr Strom erzeugen und auch im Winter. Und ja, ein Paar der alten Förderschien werden auch weitergeführt und wir glauben, dass wir auch jetzt wieder einen ganz guten Mix zusammengebracht haben.
Bernhard Ichner (Interviewer)
Es ist ja so, dass nicht jeder Interessierte automatisch ein großer Experte für Photovoltaik ist und dass die Stadt Wien ja nicht nur, nicht nur, aber nur im Sinne von ausschließlich, Förderungen anbietet, sondern auch sehr umfassende Beratungen. Dazu zwei Fragen, nämlich erstens, wer ist denn eigentlich die Zielgruppe dieser Serviceangebote? Sind in erster Linie Unternehmen oder Gebäudeeigentümer oder auch Private und zum anderen Interessierte. Wo können sie sich denn hinwenden?
Susanne Häßler
Also fast alle unsere Beratungsangebote sind für jeden und jede, also Privatbetriebe, Institutionen, das können alle kostenlos nutzen, also die zentrale Anlaufstelle für unsere Beratungen, also generell rund um die Errichtung aller erneuerbaren Energieanlagen, also auch Photovoltaik, ist die Klima und Innovationsagentur bei UIV, der Herr Tudiwer hat schon ein bisschen erzählt, was das ist. Die im Auftrag der Stadt Wien arbeitet. Also da kann man sich kostenlos beraten lassen zu dem Thema Planung, Förderung, Genehmigung und so weiter und so weiter. Zusätzlich haben wir mit der Förderoffensive eine tägliche PV-Förderstunde eingerichtet, die jetzt ein bisschen on hold ist, weil man im Moment keine Förderung beantragen kann, aber die ist wirklich eine Supersache. Da kann man einfach online auf unserer Homepage einen Termin buchen, so wie beim Friseur.
Bernhard Ichner (Interviewer)
Sagen sie an der Stelle noch einmal die Homepage?
Susanne Häßler
Sehr gerne. www.Sonnenstrom.wien.gv.at, da findet man alle Informationen zur Wiener Sonnenstrom-Offensive. Genau und das kann man eben online buchen und dann kann man anklicken, ob man angerufen werden möchte oder ob es eine Online-Beratung gibt. Ist auch wirklich sehr, sehr gut angenommen worden und ganz besonders stolz sind wir auf unser neuestes Beratungsangebot, den 1, 2, 3 Sonnengutschein. Der richtet sich vor allem an Wohnungseigentumsgemeinschaften oder Hausverwaltungen, die auf den Flächen ihres mehrstöckigen Wohnhauses eine gemeinschaftliche Erzeugungsanlage errichten wollen, also gemeinschaftliche PV-Anlage, das heißt, nicht nur einer profitiert vom Strom, sondern alle in dem Haus profitieren vom Strom. Das ist ein dreiteiliges Beratungsangebot, wo ganz unterschiedliche Felder abgedeckt werden, einmal wird das Haus angeschaut, ob das überhaupt PV geeignet ist, dann kommen Energieexpertinnen in die Hausversammlung. Wir Wissen, dass diese Entscheidungsfindung oft nicht ganz einfach ist in solchen Hausversammlungen und die beraten dann eben auch, also eben auch neutral.
Die Vor und Nachteile. Nachteile gibt es ja gar nicht bei Photovoltaik, also die Vorteile der Photovoltaik und beim dritten Sonnengutschein, da wird man dann direkt bei der Umsetzung des PV-Projektes begleitet.
Bernhard Ichner (Interviewer)
Es ist ja so, dass auch sehr viel an einem Netzwerk gearbeitet wird und es gibt seit 2022 die Wiener Solarpartnerschaft, da gibt es mittlerweile 80 oder über 80 Solarpartner*innen aus der Wirtschaft, die den Wissens und Erfahrungsaustausch zum Thema PV fördern. Können Sie da exemplarisch ein Paar Beispiele nennen? Wir sind da so alle dabei? Und was haben diese Betriebe selber eigentlich davon, dass sie da dabei sind?
Susanne Häßler
Ja, mache ich gerne, also beispielsweise sind dabei die Bäckerei Felber, die Bäckerei Ströck ist dabei, die Vereinigten Eisfabriken, Konfisserie Heindl Schokoladen, Transgourmet, aber auch zum Beispiel die Luftburg im Wiener Prater ist dabei. Unsere Solarpartnerschaft wächst mit Betrieben, Bauträger und Institutionen, da sind Privatpersonen nicht dabei. Es muss man schon sagen, Voraussetzung ist, dass es bereits eine PV-Anlage am Dach gibt oder eine Planung ist. Wie profitieren die Betriebe davon? Also sie werden zu unseren Netzwerkveranstaltungen eingeladen. Wir haben gemerkt, Betriebe reden am liebsten mit Betrieben, wie sie es geschafft haben, eine PV-Anlage zu errichten. Und wir geben natürlich entweder immer neue Informationen, also das sind unsere Solartalks und Solarpanels.
So heißen die. Unsere Solarpartner werden von uns proaktiv über alle Neuerungen der Wiener Sonnenstrom-Offensive informiert. Also welche neuen Förderungen es gibt, welche neuen Genehmigungserleichterungen es gibt, das heißt, die müssen nicht darauf warten, dass es irgendwann der Zeitung lesen und als besonderen Bonus: die Betriebe oder Institutionen unserer Solarpartner werden auf unserer Homepage, ich wiederhole es jetzt nicht, mit einem Foto und einem kurzen Text vorgestellt und auch verlinkt.
Bernhard Ichner (Interviewer)
Und sie gehen quasi mit gutem Beispiel voran und motivieren vielleicht andere.
Susanne Häßler
Absolut, wir haben auch ein Schild, dass man sich an die Gebäudefläche hängen kann, aber nicht muss, da steht drauf, dieser Betrieb hat es drauf. Betriebe sind für die Wiener Sonnenstrom-Offensive extrem wichtig, weil dort einfach große PV-Anlagen entstehen, weil es einfach große Betriebsflächen gibt und deswegen ist uns dieser Austausch mit Wiener Unternehmen für uns ganz entscheidend.
Bernhard Ichner (Interviewer)
Jetzt würde ich zum Abschluss noch gern pauschal fragen, was hat denn die Stadt aus dieser Sonnenstrom-Offensive bisher gelernt und wie geht es weiter? Welche Ziele will man denn noch erreichen?
David Tudiwer
Ja, also gelernt haben wir, was ganz wichtig ist, ist, starker politischer Auftrag und Rückhalt aus der Politik. Von den auftraggebenden Stadtratbüros, hat man gemerkt, dass das ein sehr wichtiges Thema ist, wobei was jetzt, glaube ich, noch nicht gesagt worden ist, dass das Büro Hanke dann eben von den Büro Sima abgelöst worden ist, als die Stadtwerke gewechselt haben. Und was ganz wichtig auch ist, generell für die Klimaziele wahrscheinlich und was wir auch gemerkt haben, ist der Mut zur Veränderung, also dass man Dinge, wo man sagt, das ist bis jetzt immer schon so gewesen, dass man das dann trotzdem aufbricht beziehungsweise schaut, wie man es vernünftig ändern kann, damit man eben in diesem Fall Photovoltaik besser etablieren kann, das ist uns, denke ich, sehr gut gelungen in den letzten Jahren auch bei den behördlichen Verfahren, um ein Beispiel zu nennen, ja und ansonsten ist es wichtig, dass wir diese begrenzten Flächen, die wir in der Stadt haben, auch mehrfach nutzen. Photovoltaik benötigt sehr viele Flächen und hier spielt die Mehrfachnutzung eine sehr große Rolle, außerdem haben wir gemerkt, dass, wenn es um erneuerbare Energie geht, dass eine sehr enge Zusammenarbeit mit den Wiener Stadtwerken sinnvoll ist, dass man hier wirklich ständig oder einen sehr, sehr engen Austausch behält und auch mit den Branchenvertretungen, also auch nach außen, dass man eben sehr viel Kontakt zu den Unternehmen hält und außerdem die Netzkapazität, hat sich gezeigt, immer mehr, dass das beim Thema Photovoltaik ein limitierender Faktor ist bei manchen Anlagen und das haben wir auch dazugelernt, dass das hier, die Vorlaufzeiten auch etwas länger sind um die Netzkapazität zu erhöhen.
Und ansonsten, was man ganz sicher auch sagen kann, was sie gelernt haben, ist, dass, wenn alle an einem Strang ziehen, dass eben solche ambitionierten Ziele sehr gut erreicht werden können und da haben wir mit Photovoltaik auch ein sehr, sehr positives Thema bekommen, wie wir gemerkt haben, also wir machen ja Klimaschutz mit Unterstützung der Sonne, sagen wir immer.
Bernhard Ichner (Interviewer)
Und ruht man sich jetzt auf den Lorbeeren aus? Oder macht man weiter? Und wenn ja, wie?
Susanne Häßler
Schön wäre es. Aber im Gegenteil, wir stehen Momente bei circa 325 ausgebauter Leistung, also 325 Megawatt Peak, ausgebauter Leistung und bis Ende 2030 sollen uns ja 800 werden, das heißt, unsere Ausbaurate hat sich jetzt auch noch verdoppelt, ja, Rahmenbedingungen sind teilweise einfacher, teilweise aber auch schwieriger. Die Netzkapazitäten wurden schon erwähnt. Wir werden natürlich weiterhin Verfahrensvereinfachungen in den Landesgesetzen, also Vorschläge dazu machen und doch hoffen, dass sie dann beschlossen werden. Herr Tudiwer hat das schon angesprochen, für die Zielerreichung wird es notwendig sein, auch verstärkt PV-Anlagen auf Freiflächen zu errichten. Das machen wir natürlich in enger Abstimmung mit unserer Umweltschutzabteilung oder mit der Wiener Umweltanwaltschaft, damit alle naturschutzrechtlichen Sachen berücksichtigt werden.
Ja, das auch zur Unterstützung. Wir wollen eine Photovoltaikausbaukarte erstellen, die auch veröffentlicht wird, wo man sehen soll oder wo man leicht erkennen kann: Da ist es erlaubt, eine Photovoltaikanlage zu errichten und wie gut ist da praktisch die Netzanbindung. Damit da einfach ein gutes Instrument entsteht für Projektbetreiber und ja, ich hatte schon erwähnt, es startet dann auch bald ein neues Förderpaket, es wird ein bisschen kleiner ausfallen als die Letzten, weil wir müssen erst einmal die Vielzahl an alten Förderfällen ausbezahlen, aber es wird trotzdem auch gerade was auch schon angesprochen wurde, viel um PV-Anlagen mit Doppelnutzen gehen.
Bernhard Ichner (Interviewer)
Ja, ab Mai haben Sie gesagt, glaube ich.
Susanne Häßler
Genau, ab Mai, ja, circa wird das starten und damit glauben wir schon einmal eine ganz gute Basis gelegt zu haben, dass wir gut weitermachen. Unser Ziel ist schon, die 800 zu erreichen.
Bernhard Ichner (Interviewer)
Also bis 2040 sind wir klimaneutral und Ihr als Programmkoordinatoren habt quasi Grund zum Strahlen.
Susanne Häßler
Im Moment? Ja schon.
Bernhard Ichner (Interviewer)
Großartig. Dann danke ich fürs Gespräch.
Susanne Häßler
Danke für die Einladung.
David Tudiwer
Danke sehr!
Outro
Zu Gast bei Bernhard Ichner war Programmkoordinatorin Susanne Häßler von der Abteilung für Energieplanung und Programmkoordinator David Tudiwer von der Stadtbaudirektion.
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